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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

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Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

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dem

ichast Sowietrubiünds des Vertrags mit der

Volkskommtssarc mehrmals <m» Teilnahme oes AuslaudS- Wlederaufbau der Wirt- und insbesondere der Abschluß von Urquhart geleiteten Russo-

Obwohl der Rat der erkannt hat, daß die

lichen Zusagen und Bürgschaften seücns der Sowjetregie­rung übernommen worden.

k a p t t a l s an

Sine WomWt Mflioi Rumäniens.

Bukarest, 8. Ott. Die Blätter kündigen eine diplomatische Aktton Rumäniens an, d>e eine fttedliche Lösung zur Orientfrage bezweckt. Es bestehe btt ter rumänischen Regierung der Wunsch nach Erttchtung einer neutralen Zone zwischen derTürkeiund Bulgarien, die unter derselben Verwaltung stehen soll wie die Meerengen. Im übrigen welchen alle Gerüchte der letzten Tage über eine Mobilisation rumänischer Truppen oder son­stige militärische Handlungen Rumäniens dje- mentiert.

Die Reparationsirage.

Wie die3ett" hört, sind der Chef des stanzvsi- lchen Ausglcichsamts A l p h a n d, und der General­agent btt den gemischten Schiedsgettchtshösen Jan­tz i n zwecks Verhandlungen über die Frage der 8tu8« letchszahlungen und der gemischten Schiedsgettchts- yöse in Berlin eingetroffen.

Die Wiederaufbaukonferenz in Berlin.

Paris, 7. Ott. Der Aktionsausschuß der ver­wüsteten Gebiete hat heute die Erörterung über den Entlvurf eines Kontraktes mit dem Verbände sozialer Baubetriebe wegen Lieferung deutscher Waren fottgc- setzt und u. a. als Datum für die Konferenz in Ber­lin, aus der das Abkommen unterzeichnet werden soll/ Montag den 23. Oktober festgesetzt. An diesem Tage werden die sranzöstschen Delegierten mit den deut­schen Delegierten Zusammentreffen.

Astatic Consolidated unter den festgesetzter! Bedingun­gen äui;erst wünschenswert ist, meint der Rai der Volkskommiffare, datz der außerordentliche Umfang der Verpachtung wegen ihrer wirtschaftlichen und politi­schen Bedeutung in erster Reihe freundliche und dauerhafte Beziehungen zwischen der Sowsetrrpublik und der Regierung des Landes, welchem die Zentrale der Nusso-Asiattc Konsolidaced angevört, erfordert. Demgegenüber bezeugt die jüngste Tätigkeit der eng­lischen Negierung, die die Gleichberechtigung Sowjet- ruülands im Rahen Osten und Schwarzen Meer bestreitet, klar das Fehlen der oben bezeichneten wünschenswerten Beziehungen. Unter diesen Umständen beschloß der Rat der Volkskommts- sare, dem am 19. September in Berlin von Urquhart und Kraflin unterzeichneten vorläufigen Vertrag die Bestätigung zu versagen.

Die Verhandlungen H rriots mit den Sowjets.

Varis, 7. Oft. Ans Charkow wird gemeldet, datz, der französische Delegierte Herriot mit den dor­tigen Sowjets Verhandlungen führe über die Aus­dehnung der von ihm in.Moskau getroffenen Abmach­ungen auf die Uttaine. Der Gegenstand dieser Ver­handlungen sei die Wiederherstellung der Zncker-Jn- dusttie in Südrnßland und die Erlangung von Kon­zessionen für die französischen Industriellen.

Man schreibt uns aus Berlin:

Auch die deutsch-russischen Handelsbeziehungen werden jetzt mit Nachdruck gefordert. Diesem Zwecke dienten Besprechungen, welch-: in dielen Tagen zwischen Vertretern des Reichsverbandes der deutschen Industrie unter Teil­nahme von Vertretern des Auswärttgen Amtes und der Reichsregierung und in Gegenwart des Leiters der russi­schen Handelsvertretung in Berlin. Stornoniakow, stattgefunden haben. Bei diesen Besprechungen sind auch die Vertreter großer deutscher Jndustriegruppen. nament­lich drttenigen von Stinnes und Krupp, sowie von Spezialkonzernen, wie Siemens-Schuckert zugegen ge­wesen Inzwischen ist auch zwischen den Siemens- Schuckett-Werken und russischen industriellen Gruppen unter beiderseitiger Billigung ein Abkommen geschlossen worden, dem wahrscheinlich Dinge mit anderen deutschen Jndustttegruppen folgen werden. Mr möchten nur hoffen und wünschen, daß die nunmehr eingcschlagene Marschruie nicht mehr verlassen wird, denn unsere ganze Mrtschasts- polittk drängt nach dem Osten. Es ist dabei selbstver­ständlich, daß alle Polltischen Tendenzen dabei ausgeschak- tet weiden und daß insbesondere sichere Bürgschaften da­gegen geschaffen werden, daß der deutsch-russische Han­delsverkehr mcht von bolschewistischer Seite dazu benutzt Wick, um die bolschewistischen politischen, wie wirtschaft- lichen Anschauungen in Deutschland zu verbreiten. Wie wir vernehmen, sind nach dieser Richtung hin die not-

Der Reichstag zum 17. Oktober einberufe«. Der Reichstag ist zu einer Bollsitzuritz auf Dienstag, den N, Oktober, «achmttagS S Uhr, etnberufeu worden.

I«Ai«AtrlkU mit dnSntW-öWlMei $ont.

Be rlin, 8. Oft. Auf Anregung der Britisch- Unganschen Dank fanden vor einigen Tagen in Berlin die weiteren Verhandlungen zwischen der genannten Bank und Hugo Stinnes einen günstigen Abschluß. Die getroffenen Vereinbarungen sind für die Weiter­entwicklung der ungattschen Industrie von weittra­gender Bedeutung. Es wird nicht nur ein planmäßiger Ausbau des Liptak-Wertts unter Zugrundelegung neuer Errungenschatenf der deritschen Technik in Be- tracht gezogen, sondern es sollen auch die bishettgen Fabrikationszweige der Liptak-Gesellschast eine kraft­volle Ausdehnung erfahren und neue hinzugefügt werden. Um den durch die Erweiterung notwendig gewordenen Kapitalbedarf zu decken, besteht die Ab- sicht das derzeitige Attienkapital von 100 Millionen ungarischer Kronen auj nominell 180 Millionen Kronen zu erhöhen und außerdem den ordentlichen Reservesond einer Viertel Millionen ungarischer Kronen zuzuführen. Ferner fbU der derzeitige 170 Kronen betragende Nominalwert der Aktien aus den ein- flicßenden Aufgeldern auf 200 Kronen erhöht werden. Das Komitee cker Gesellschaft wick aus vier Ungarn und vier Herren der Sttnnes-Gruppe zusammengesetzt, unter den letzteren jedenfalls die Herren Hugo Stinnes und Dr. Vögeler.

Der Völkerbund.

Branting beim Reichspräsidenten.

Berlin, 8. Ott. Wie verlautet, soll Branttng beim Reichspräsidenten die Frag« des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund zur Sprache gebracht und dabei angeregt haben, daß Deutschland feine Aufnahme in den Völkerbund beantragen wird. Au­thentisches über die Antwort des Reichspräsidenten ist nicht bekannt, jedoch verlautet, daß er die Be­denken, die in maßgebenden deutschen Kreisen in dieser Frage herrschen, zur Geltung gebracht habe, ins­besondere soll der Reichspräsident auf das Fehle« Amerika« im Bunde der Völker hin^wiesen habe«. j

Zum deutschen Finanzeleud.

Die Verluste des Auslandes an der deutsch««, Mark sind durch die neue Geldentwertung ganz außer« ockentlich gestiegen. Mit eine der Hauptursachen für! die letzte Marksenkung war in der Tatsache W er­blicken, daß das Ausland ganjf Pakete deutsch«,

Marburg Montag, den 8. vktober 8 lbhardt.

Sie Md« eilet Sltenteite.

Heising sors, 7. Ott. Der Volkskommissar für auswärtig« Angelegenheiten hat sämtlichen ruffiMieir Gesandten bei den Staaten der Mongolei, Persien unb Afghanistan Weisung gegeben, in der nächsten Seit( Zeit die Auffassung dieser Regierungen in der Ottent­frage festzustellen und sogleich die Schaffung ein« Bündnisses zwischen Sowjetrußland, den kaukasische« Sowjetrepubliken, der Türktt, Persien, Buchara As-i ghanistan und der Mongolei mit dem Ziel der Bildung/ einer Ostentcnte anzuregen. Der Vertreter Sowjets? rußlands in Afghanistan, Raskolnikow, hat der Re-, gierung von Afghanistan bereits den Vorschlag Ruß­lands mitgcteilt. In diesen Tagen wick die Heber« reichung einer ähnlichen Erttärung von feiten betj Angorarcgiernng in Afgahnistan erwartet. Wie in Moskauer politischen Kreisen verlautet, setzt Vie Sowjet­regierung ans die Bildung einer Ost-Entente zum Ausgleich der großen und Leinen Entente in Europa große Hoffnungen.

Monte Mtelsvolitik.

Rußland <ehm den Urquhari-Bertrag ab.

Moskau, 7. Ott. Russische Telegraphenagentur.

Die ZmWjaike.

Von unserem polittschen Mitarbeiter.

Oesterreich ist uns voraus, wie wirtschaftliche Sach­verständige schätzen, um ungefähr ein Jahr. Wenn also die absteigende Linie unserer wirtschaftlichen Entwickelung anhält, dann werden wir in einem Jahr oie österreichi­schen Zustände erreicht haben. Aber der österreichische Staat ist uns auch noch in einem anderen Punkte voraus: Die internationale Anleihe, nach der wir noch streben, ist ihm gesichert. Diese doppelte Parallel: verdient ge­wiß auch vom deutschen Standpunkt aus eine kurze Be­trachtung. Denn wenn wir etwa in einem Jahre den österreichischen Tiefstand erreicht haben sollten, und wenn die internationale Anleihe, wie es den Anschein hat, vielleicht ebenso lange auf sich warten ließe, so würde es sich immerhin lohnen, unser zukünftiges Schicksal in den österreichischen Spiegel zu betrachten.

Sehr anziehend ist es gewiß nicht. Diese Anleihe wird der pttvatrn österreichischen Notenbank als Deckung für die Herausgabe neuer Noten dienen. Ob es auf bic|e Weise gelingt, der bodenlosen österreichischen Währung wieder etwas festen Halt zu geben, wick man abwartcn müssen. Sachverständige Finanztteise sind der Ansicht, daß das Loch zu groß ist, um überhaupt noch gestopft zu werden. Aber selbst, toenn es gelingen sollte was Muß Oesterreich für den Preis dieser Anleihe zahlen?

Der österreichischen Regierung hat man fürsorglich auch den geringsten Einfluß auf die neue Notenbank von vorn­herein genommen. Maßgebend für die Guchäftsführnng der Bank sind die ausländischen Krcditgeb-.'r. Und wenn es ihnen gefällt, dem Banknoteudruck ein Ende zu machen, .so sitzt Oesterreich rettungslos fest. Oesterreich ivird aber schon vor dem etwaigen Eintritt dieses Augenblicks die harte Hand der auswärtigen Gläubiger zu ipüreit be­kommen. Denn die Garantieflüaten, die für den inter­nationalen Kredit Bürgschaft leisten, haben dem italie­nischen Vorschläge zugestimntt, Oesterreich unter strengste Kontrolle zu stellen. Man kann in j der beliebigen italienischen, französischen oder englischen Zei­tung lesen, was das ffir Oesttcrttch bedeutet. Der österreichische Staat, so heißt es da, schleppt jich mit dem toten Gewicht eines Beamtenstandes ab, der euch nicht im geringsten Einttang mit Oesterreichs gegenfoärtigcn Verhältnissen steht. Man vermißt, so heißt es in den ausländischen Zeitungen, in der Bevölkerung das ge­sunde Staatsbewußtsein fast völlig. Ueberstüssige Be­amten werden nicht entlasten, sondern sie wandern einem Amt in 1 andere. Steuern mit ungeheuren Beträgen werden .ungeschrieben, aber von niemand be­zahlt. Gehalt und Lohn werden für eine Woche bezogen nnd zwei Tage wick gearbeitet. Gegen diese kranken wirtschaftlichen Zustände kann so liest man in den ausländischen Zeitungen nur ein Arzt helfen, der eine sehr feste Hand hat. Deshalb geht man aus Grund der italienischen Vorschläge in den Kreisen der Gläubiger­staaten mit der Absicht um, Oesterreich einen Arzt zu verschreiben, der dieselbe Rolle zu spielen hätte, wie seiner­zeit Lord Cromer in Aegypten. Das österreichische

Parlament wlll man auflösen und die Regie­

rung Sbefug niste einem Bevollmächtigten übertragen, der ein von den Gläubigerstaaten entworfenes nnd gut ge­heißenes Reformprogramm mit aller Entschiedenheit öurch- zufübren hätte. Um den Schein zu wahren, wäre man vielleicht bereit, einen Oesterreicher an die Spitze zu stellen. Aber dieser Mann müßte das Vertrauen der Gläubigerstaaten haben und entschlossen sein, jich von diesen Staaten Machtmittel zur Durchführung des Pro­gramms zu erbitttn, wenn -hm in Oesterreich rilbst Schwierigkeiten begegnen. Dos beißt mit anderen Wor­ten: Ein Oesterreicher soll als Werkzeug der Gläubiger­staaten, und wenn es nicht ander? geht, mit Hilfe aus­ländischer Polizeitruppen den eigenen Staat und das eigene Volk in die Zwangsjacke stecken. Beamtenent­lastungen größten Stils, Herabsetzung der Löhne, Ver- kängerung der Arbeitszeit, strengste Eintreibung der Steuern das etwa sind die Voraussetzungen, unter denen Oesterreich stückweise den internationalen Kremt erhalten wick. Und wenn dabei auch vielleicht die Sou­veränität noch äußerlich gewahrt wird, jo sitzen doch die Gläubigerstaaten als Dittator in Men und dem österreichischen Volk wick nichts weiter übrig bleiben, als sie i« frohnden.

Wick Oesterreich noch ein anderer Weg offen bleiben, als dieses furchtbare Schicksal eines Skla- denvolkes? Nur dann, wenn es ihm möglich ist, aus eigenen Kräften die notwendige Reform durch; usühren' Der als Zeuge gewiß unveckächtige demokratische Reichs­tagsabgeordnete Gothein war kürzlich in Wen und berichtet von dort, daß die G^verkschaft der Ziegel­träger in Wien beschlossen hat. nur noch zwei Fünftel der Menge Steine zu tragen wie vor dem Kriege, tz«ß die Setzergewerkschaft ähnlich btt Zahl der Worte begrenzt, die ein Setzer setzen darf und ähnliches mehr. Dobel sind, wie er ebenfalls beobachtet hat, die Wriuknttpen mit Arbeitern gefüllt. In Oesterrttch haben also fort« ersetzte Lohnsteigerung und fortgesetzte Arbeitsmiuderung einen Gipfelpunkt erreicht. Wer kann es da dem aus­ländischen Beobachter veckenken, wenn er die Zustände für krank und einen Arzt mit hartem Griff für not­wendig hält? Wersen wir einen Blick in dieses Spiegel­bild, und möge uns das Beispiel, das wir sehen, beizefteu schrecken. i

Zu den Vorgängen in Südtirol.

Rom, 7. Ott. Gcneralkommissar Credaro ist heute 1 zur Berichterstattung in Rom eingttrofsen und wick an einem heute Abend stattfindenden Ministerrat teilnehmen. Der italienische Innenminister hat um Verstärkung der Truppen im Etschgebiet und in einigen Städten Nock- italienS ersucht. Drei Regimenter besinden sich auf der Fahrt nach Trient, Boezn und Meerane. Die Nach« richt, daß Generalkommissar Credaro seine Demission gegeben habe, ist bisher unbestätigt. Die italienisch« Presse verurteilt aufs schärfste die Zwischenfälle in Bozen und Trient und fordert die Regierung auf, die Staats-, nutcrität um jeden Preis aufrecht zu erhalten.

Die Menunruten.

Jnjn sb ru ck, 7. Ott. DieInnsbrucker BolkK- zeitung" erhielt etoien Bries der Faszitcnpartei auS Trient, worin es heißt: Wisset, daß Italien infolge göttlichen Rechts bis zum BreMner reicht. Mr werden die Deutschen diessefts der Grenze hinaus« werfen, damit sie nicht mehr italienische Ecke be­schmutzen. Wir werden an den Häuptern der Deutsche« diesseits der Grenze für alle ftüherr lLnbill und Bar­barei Rache nehmrüi. Wenn dies nicht genügt, werden wir wissen, über die Grttiez zu kommen, um Gerechtig- feit zu üben

Rom, 8. Ott. Der Ministerrat beschloß nicht zurückzutreteu, sondern die Staatsautorität zu schütze« und weitere Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Orb-' nung zu trcfst/n. Die saszisttsche Forderung auf so- ottige Auflösung der Kammer und baldige Anberaumung der Neuwahlen kaum auch wegen der kategorischen Fornt^ dieses Verlangens nicht angenommen wecken. Dar Par­lament soll jedoch bald zusammeiitteten und auch di« Wahlresorm beraten.

Der Krieg im Orient.

Sie Meten non Wanin.

London, 7. Ott. Einer Exchange-Meldung aus Konstantinopel zufolge ist die Konferenz von Mudania wieder auf genommen worden. Die Alliieretn hätten es abgelehnt, den kernalistischen Streitkräften freien Durchzug durch Thrazien vor Abschluß des Friedens zu gestatten. Die Lage bleibe gespannt

Da; Panin Abkommen.

Die Instruktionen für die alliierten Generäle in Mudania.

Paris, 8. Ott. DerTernps" erfährt, daß in den Konferenzen zwischen Poinrar4 und Lord Eur- zon und dem italienischen Vertreter folgend« Zn- itruftionen für die alliierten Generäle in Mudania beschlossen worden seien: 1. Die in der alliierten Rote vom 23. September aufgestellten Bedingungen bleiben in Geltung, d. h. die Alliierten werden in der Friedenskonferenz die Ansprüche der Türken auf Ost-Thrazien bis zur Maritza und Adrianopel unterstützen. Dagegen muß die Regierung von An­gora sich verpflichten, während der Friedenskonf'^ renz die als vorläufig neutral bezeichneten Gebiete weder zu betreten, noch die Meerengen und das Marmara-Meer zu Überschreiten ober in Thrazien einzufallen. 2. Die Räumung Ost-Thraziens durch die griechische Armee und Bevölkerung soll sofort und mit äußerster Beschleunigung durchgeführt wer­den. Die Räumung wird unter der Kontrolle alliierter Truppenteile, die in gleicher Weise Grie­chen und Türken in Schutz nehmen werden, vor sich gehen. 3. In kürzester Frist nach Vollendung dieser Räumung wird die- türkische Zivilverwaltung in Ost-Thrazten ebenf» wie die türttsche Gendarmerie wieder eingesetzt werden, während die interalliierte militärische Kontrolle vorläufig bestehen bleibt. 4 Mit Inkrafttreten des Friedens werden die alliierten Truppen sich aus Ostthrazien zurückziehen ebenso wie aus Konstantinopel, und die Türken werben vollständig souverän über dieses Gebiet ver­fügen. Die Verhandlungen der drei Minister haben in mehreren aufeinanderfolgenden Sitzungen statt­gefunden, zuletzt gestern Nachmittag in einer Sitzung von 2 bis 3y2 Uhr. Nach ihrer Beendi­gung erklärte Curzon:Wir haben die Grundlage zu einer Einigung gefunden. Ich muß unr noch die britische Regierung, die augenblicklich in London atgt, um ihre Zustimmung bitten." Eine weitere Konferenz zwischen den alliierten Ministern in Varis wird deshalb noch notwendig fein.

_ Die Griechen.

Paris, 8. Ott. Havas berichtet mis griechischer Quelle, Griechenland hab« eine ernste Verwarnung wegen der Verstärkung der griechischen Truppen in Thrazien erhalten.

Athen, 8. Ott. Verspätet eingetroffen. Der Ministerrat hat aufgrund der von Benizelos einge­troffenen Telegramme befchlossen, den Wünschen der Alliierten nachzugeben und Ostthrazien zu räumen. Tie Negierung wird aber weitere Verhandlungen über einen Aufschub der Räumung führen.

Die Blätter melden, Venizelos habe formelle Zu­rcherungen erhalten, daß die griechische Souveränität über Westthrazien aufvechterhalten werden solle.

Die Friedenskonferenz.

Paris, 8. Ott. Die Friedenskonferenz soll in der Zeit vom 1. bis 10. November stattfinden, aber nicht in Smyrna, sondern in Sfutari. Auf dieser Konfeernz werden die türkisch-griechtfchen Fragen geregelt werden. Die Konferenz wird zur Meer­engenfrage nur insofern Stellung nehmen, als sie die Freiheit der Meerengen grundsätzlich prokla­mieren wird. Das türkische Regime der Meerengen oll auf einer zweiten Konferenz geregelt werden, die vom Völkerbund einberufen wird und an der aller Voraussicht nach außer den verbündeten Groß­mächten alle am Schwarzen eMer gelegenen Staa­ten teilnehmen sollen.

Protest der Ukraine gegen die Dardancllenblockade.

Charkow, 74. Ott. Die ukrainische Regierung 'ordert in einer Protestnote an England, Frankreich und Italien die unverzügliche Aufhebung der englischen Dackanellenblockade, welche die für die Versorgung und Wiederherstellung der Ukraine notroenbigc Schiffahrt unterbinde und bamit den Ausbruch von Hunger­epidemien Vorschub leiste. Die Note schiebt England die moralisch« und materiell« Verantwortung zu und lehnt jede Entscheidung über die Meerengen ohne ukrai­nische Teilgchme ah, ..' - ü .:

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