Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

MerhGsche

WoEen-MdM.

Z«r Präsidentschaftswahl. Um die Löse von der Kriegsschuld. Die Erinnerungen des Kaisers.

Die Rathenau-Mörder. L

Etwa? unvermittelt kommt die Nachricht, daß das Reichskabmett erwäge, dem Reichstag di' Anb-ranmung der Präsidentschastswahl aus den 3. D^emk^r vorza- schlaaen. Es ist richtig, da st Reichsvrästdent Ebert seit längerer Zeit und wiederholt dem W"nsch Ausdruck ge­geben hat, aus der etwas unklaren Stellung, in der er sich zurzeit noch befindet, befreit zu werden. Er war von der Nationalversammlung ans Grund der Notier- Fassung zum provisorischen Reichspräsidenten gewählt worben mit der Mastgabe, dast die Wabl durch das Volk späterhin auf Grund eines zu erlassenden ReichSgesttzeS für den verfassungsmäßigen Zeitraum ersolgen sol'e. ES herrscht« UebereinVmmuna darüber, dast an dem be­deutungsvollen Akt der Eru'äblung eines Re-chso^''- hauptes auch das gesamte deutsch' Volk testnebmen muff', und diese Voraussekung war nicht a:a-ben. solang' das iSchickmk Oberschlesiens in der Schrnebe war und di" ganze Provistz unter der Fremdherrschaft stand. Nun ist der uns verbliebene Teil Obersch'-'siens von den Feinden geräumt und es stände in diestr Hinsicht ein'r Vornahme der Wahl kein Hindernis im Wege. ES ist au b im Interesse des ganzen Volkes sowobl to:e auch auS Gründen der auswärtigen Polsiik in bo^-m Grab" wün­schenswert, aus dem Provisorium der Präsidentscha'ts- wabl ein Defmisivum zu schaffen.

Allerdings kann man gegen das f'tz^ge Ansthen der Wohl erhebliche R'denken geltend machen. Es ist natür­lich, dost die Präsidentschastswahl wie alles bei uns in Deutschland, zumal jetzt, eine Parfejfach? werden wi-tz. und daß innerpolitische Kämvfe drohen, di? unter deo heutigen Umständen eine Gefahr dar^etzm. Wissen wir doch, dast wir wirtschaftlich einem Winter ent'egm- geben, wie wir ibn schwerer seit s'noem nicht gesehen haben Deshalb sollte man den Vorschlag von vo"a- parteilicher Seite, daß der Reichstag b« endgültige Wahl Mit der nächsten Reichstog^wabl zukammmt'oe doch in Erwägung ziehen, zumal bei der inne'v'st^'^en stg"" d. b. der Zerklüftung des Bürgertums kaum eine wesent­liche Aenderung zu erwarten ist.

n.

Den französischen Staatsmännern und der sranzö-- schen Presse ist die Wiederausrollung der Fmge von der Kriegsschuld ersichtlich im höchsten Grade unb'nucm. Die Veröffentlichung des Herrn von Romberg und di- Ausführungen des Reichskanzlers haben alle Feiern und Zungen jenseits des Rheins und der Voges'n in Bewe­gung gesetzt. Herr Viviani bat sich auch b'Müst'gt gesehen den Ausführungen des Reichskanzlers entgegenziitr-ten, und unsere Regierung kündigt eine E"wi^erung darauf an. Wir wollen dringend hoffen, dast di'se Erwiderung niht lange auf sich warten läßt, sondern bald kommt fe schneller desto besser. Wir wollen weiter hoffen, daß auch die Regierung alles tut, was sie vermag, um die Erörterung der Frage in Fluß zu halten. D ie fran­zösische Presse wehrt sich mit geringen Ausnahmen g'gen die Fortsetzung der Aussprach?, und erklärt eine Wi'd?r- aufnabm? derselben für unzulässig. Ofsiziös wird von, Duai d'Orstry gleichfalls abgetviegelt, weil man sich vor einer Fortsetzung sürcht't. Im besetzten Gebwt ist jeg­liche Erörterung der Frage von der Kr-eosschuld im Sinne Deutschlands überhaupt verboten, dafür veebre't't die französisch? Regierung unter dem Schutz der Inter­alliierten Kommission massenhaft Mat-rial zur Stützung der Lüge von der alleinigen Kriegsschuld Deutschlands. Am übrigen Ausland, namentlich in Amerika, bricht sich die Wahrheit sehr lenoiam zwar. akr>r doch sicher Bahn sehr zum Mißvergnügen der Franzosen. Unserer aller Ausgabe muß es sein, alles zu tun und nichts zu nnter- hzsien, was der Förderung der Wahrheit dienlich sein lenn.

III.

In der dafür bestimmten Presse wird der Abdruck der Erinnerungen des Kaisers eifrig fortgesetzt, worüber tot" im einzelnen ja berichtet haben. Schweizer Blätter

haben bereits aus der Kenntnis des ganzen Buches eine Kritik gebracht, die dahin geht, daß der Kaiser versucht, alle Schuld von sich abzuschieben auf seine Ratgeber Nach unserer Meinung liegt der Wert des Buches darin, daß es im höchsten Sinne aktuell in allen Ländern ge­lesen werden wird, gleichgültig, wie man sich zu dem Einzelnen stellen mag, und den Eindruck erwecken muß, mst all das lügenhafte Gerede über die Hunnen und Bar­baren wie ,über die bewußte Anzettelung des Krieges durch Deutschland mit einem Kaiser und Kanzlern, deren Friedensliebe auch ein Analphabet nicht zu beztoeifeln kragte, nichts war und sein wird als bewußte Lüge. Bei uns Deutschen bestärken die Erinnerungen, nament­lich was der Kaiser über Herrn v. Bethmann sagt, den Eindruck, der ja uns allen nichts Neues ist, dast unsere Diplomatie derjenigen unserer Feinde durch die doktrinär Auffassung der Lage rettungslos unterlegen wir, daß 'ms Erbe Bismarcks, der wie ein Held in das kleine Ge­schlecht noch hineinragt, nicht gewahrt wurde. Auch die Kritik des Kaisers an Bismarck erscheint uns verlorene Biühe, einen unhaltbaren Standpunkt zu retten.

rv.

Die Verhandlungen in Leipzig über die Rathenau- Mörder haben bis jetzt Ueberraschungen nicht gebracht. Es gebärt ein großes Maß von politischer Rabbulistik da­zu. diesen jugendl'ch unr-ifen Köpfen politische Bedeu- m" zuzulegen. Die Gefährlichkeit solcher unreifen Gr- d-inkengänge, aus d'N'n explosive Taten entspringen, ist nicht zu leugnen. Aber jeder Tag enthüllt mehr, wie wenig sie mit eigentlicher Politik zu tun haben. Daß Addern auch diese Verhandlungen zu parteipolisi'cheu Verhetzungen beitragen werden, ist nicht zu bezweifeln.

---*---

Marburg und Umgegend.

Marburg. 7. Oktober (Eilbhardt).

* Aenderung der ^jeb ühren im Post­verkehr nach dem Ausland. Das Reichspost- ministerium teilt mit: D:r d-utsche Gegenwert des Golü- 'ranken bei der Gebührenerhebung im Auslands-Paket«, Telegramm- und Zeitungsverkehr ist mit Wirkung vom >6 September an auf 300 Mark festgesetzt worden. Tie- sts Umrechnungsverhältnis ist auch für die Wertangabe auf Paketen und Briefen sowie auf Kästchen mit Wert­angabe nach dem Ausland maßgebend. Für Fernge­spräche nach dem Ausland werden gleichfalls entsprechend erhöhte Gebühren erhoben werden. Nähere Auskünfte erteilen die Postanstalten

* Frachtermäßigung für Obst. Während zum l. Oktober die Personen- und Gütertarife einer wesentlichen Erhöhung unterliegen, die noch dem Reichs­eisenbahnrat zu einer Beratung am 16. September unter­breitet werden, wird, wie die Pol.-Parl-Nachr. hören, das Reichsverkehrsministerium die Tarife für Obst soweit berabsetzen, daß der Tarif für Wagenladungen Obst im Inland eine Verringerung um 27 v. H. und die Stück­gutladung mit Obst von sogar 40 v. H. erfährt.

* Steue rfreie Spareinlagen. Nach Art. l Ziffer 2 der Novelle zum Einkommensteuergesetz vom 20. Juli 1922 sind künftighin Spareinlagen bis zu jährlich 8000 Mark steuerfrei, sofern die Rückzahlung für den Todesfall oder den Erlebensfall nicht vor Ab­lauf von 20 Jahren vereinbart uüd die Vereinbarung unter Verzicht auf Abänderring oder aus Aufhebung dem Finanzamte angezeigt ist. Diese zur Förderung des Sparsinns erlassene Bestimmung bietet, wie Spar­kassendirektor Geisler (Worms) in derDeutschen Steuerzeitung" betont die Möglichkeit .mich größere B'träge steuerfrei anzulegen, da die Vorschrift so aus­zufassen ist ,daß jährlich für jedes Mitglied der Fa­milie bis zu 8000 Mark steuerfrei angelegt werden können. Die Anlegung von Beträgen gewinnt noch dadurch besondere Bedeutung, daß die angelegten Be­träge zweifellos vielfach auch noch als Arbeitslohn bei der Berechnung des Betriebsgewinns des Haus- batungsvorstandes in Abzug gebracht werden können. Es bedarf in den hierzu geeigneten Fällen (land­

(Nachdruck verboten.)

Magnus SBSrTnwb und keine Erben.

Roman von Günther von Hohenfels.

8. Fortsetzung.

MagnuS erschrak. Er hatte von dieser Schuld seines Vater? fein? Ahnung gehabt, jetzt kam sie ibm wi? ein Donnerschlag in sein junges Glück. Er nöerlegte- sollt" er sich sogleich seinem Onkel offenbaren? Nein/ das war unmöglich, am Morgen nach der Verlobung, konnte nicht fein; zunächst mußte er scibst an den Mann scheriben. Schließlich, er sprach am b'sten zuerst mit der Mutter; sie mußte doch etwas wissen, . und war es richtig, wenn er dem Manne von seiner Verlobung Mitteilung gab, dann würde er ja wanen, mit Ratenzahlungen vorlieb nehmen.

Zunächst aber mußte er ins Kontor. Dort traf er den Onkel.Na, Junge, ausgeschlajen? Herrgott, vertragen kannst du nichts? Wüßte ich nicht, daß gestern der Rotspon etwas schwer wie ein glück­licher Bräutigam siehst du heute nicht aus. Laß dich vor Magna nicht sehen, ehbu ein tüchtiges Katerfrühstück gemacht hast. Besieh dich mal im Siegel!" Lachend stieg der Reeder in sein Auto und fuhr davon. Magnus warf wirklich einen flüch­tigen Blick in den Spiegel!" Er sah weiß aus wie eine Wand, der Schreck über den Brief lag ihm noch in den Gliedern. Aber an diesem Morgen sollte er aus den Ueberraschungen nicht herauskommen. Mit der zweiten Post kam ein eingeschriebener Bries.An Herrn Magnus Wörland junior, in Firma Reederei Wörland. Bremen, persönlich abzugeben." Die Adresse dar ihm erst recht peinlich, er war doch offiziell »ächt Mitinhaber der Firma. Er öffnete ipfebtr toar auf dem Briefbogen die Firma: Henry ten Winkel, Jnfasssbureau, Amsterdam; der Inhalt war ober noch verwunderlicher.

--Ich halte mich für vollkommen befriedigt und stelle Ihnen anliegend den Schuldschein ihres Herrn Vaters

wieder zu. Hochachtungsvoll Henry ten Winkel."

Er entfaltete den Schulüschein. Die Unterschris! seines Vaters erkannte er natürlich. Nun war er vollkommen verstört. Was war das für eine selt­same Sache? "Erst der Mahnbrief, jetzt ein paar Stunden später erklärte sich der Mann für -wll- kommen besrieoigt und sandte ihm den Schuldschein zurück, und dabei batte er doch feinen Pfenning be- zccklt und seine Mutter sicher auch nicht, denn die hatte ja gar fein E-eld, selbst wenn auch sie einen Mahnbrief bekommen hätte. Jetzt war er zerstreuter und benommener wie vorher. Der erste Brief war eine unangenehme Nachricht ihr konnte man be­gegnen, schließlich mit dem Onkel reden, aber dieses zweite Schriftstück? Das war geradezu ein Rätsel, etwas Unheimliches, das ihn umgab.

E steckte auch diesen Brief und den Schuldschein in seine Tasche und beschloß mit 2er Mutter zu rede -, sobald er Zeit hatte. Vielleicht wußte die eine Er­klärung. Er ging an die Arbeit, aber heute, wo er zum ersten Male gewissermaßen als junger Ehes arbeitete, machte sie ihm weniger Freude wie sonst.

Im Laufe des Vormittags kam Sörensen. Er mochte den Reeder überhaupt weniger, wie die anderen Herren, ohne einen Grund zu haben. Sörensen hatte immer so etwas Argwöhnisches in seiner Art, und heute schien er direkt einen lauernden Ausdruck in einem Blick zu haben. Tie Abneigung war übrigens gegenseitig, wenn auch von feiten des Reeders erst 'eit gestern, denn der gute Mann hatte noch immer im stillen gehofft, die reiche Magna Wörland für den eigenen Sohn kapern zu können.Na, Sie junger Glückspilz, wie geht's?" Er blickte ihn lachend an. Danke, Herr Senator."Aber eigentlich sehen Sie gar nicht glücklich aus, sondern wie ein Mensch, der eine unangenehme Nachricht bekommen hat." Mag­nus zuckte zusammen. Wußte denn Sörensen? Er zwang sich zu einem Lächeln.Ich glaube, die un­angenehme Nachricht ist die Erkenntnis, daß auch der beste Rotwein dem Magen schadet." Sörensen blickte ihn wieder mit diesem unangenhm ironischen

Zeitung

Zweites Blatt

Nr. 236 Sonnabend, 7. Oktober «ilbhardt

1922

wirtschaftlichen und gewerblichen Betrieben) nirr einer Vereinbarung mit den Kindern über die Entlohnung. Eine solche Vereinbarung ist sowohl mit volljährigen wie mit minderjährigen Kindern möglich und bedar nicht der schriftlichen Form. Die Anlegung dieses Lohnes hat sonach einen dreifachen steuerlichen Vorteil: der ve.einbarte Lohn kann an den Einnahmen des Betriebsinhabers in Abzug gebracht werden, die Zu­wendung in Form von Lohn unterliegt nicht der Schenkungssteuer und die Zinsen des angelegten Be­trages werden nicht zur Einkommensteuer herange- zogen.

* Tas Wohnnngsbau-Darlehn der Landes - Versicherungsanstalt Hessen- Nassau. Unter Bezugnahme auf eine in den Zei­tungen erschienene Notiz über die Freitaqssitzung des preußischen Staatsrates teilt die LandesverslcherungS- anstallt Hessen-Nassau mit, daß sie dem preußischen Staate zum Wohnungsbau nicht 130 000 090 Mark, sondern 103000000 Mar kbis jetzt zur Verfügung ge- stellt hat n.nd daß in dem bezüglichen Vertrage aus- drücklich bestimmt ist, daß die Darlehnsbeträge gnind- sätzlich in der Provinz Hessen-Nassau zu verwenden sind. Ebenso ist vertraglich festgelegt, daß das Geld je zur Hälfte dem Staate und den Gemeinden (G?- meindeverhänden) gegeben wird und zwar b-<r1Jj Ver­mittelung der Preußischen Staatsbank. Gegen die Inanspruchnahme der sämtlichen bis zum 1. Oktober d. I. bei der Preußischen Staatsbank eingebauten Darlehnsbeträge durch den Preußischen Staat hat die Landesversicherungsanstalt alsbald Einspruch er­hoben. Ebenso ist sie wegen deS Zeitungsberichts als­bald bei dem Herrn Minister für Volkswohlfahrt vr» stellig geworden

* Ausgabe neuer Reichsbanknoten zu 1000 Mark In der nächsten Zeit werden neue Reicksbanknoten zu 1000 Mark mit dem Datum vom 15. September 1922 auSgegeben werden. Sie sind 160:965 Millimeter groß uub aus weißem Papier mit hll- und dunfelwirfendem Wasserzeichen geb rieft. Tas Wasser besteht aus einem Muster, welckes auS gradlinigen Figuren in Form einesZ" und aus sechseckigen Sternen gebildet wird, innerhalb welcher hell auf dunflem Grunde die BuchstabenG" und D" abwechselnd wiederfehren.

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

Alshain, 5. Oft. Einen schrecklichen Tod er'itt das zweijährige Kind der Familie Maup dahier. EKs trank aus einer Kanne mit kochendem Kaffee unb brannte sich die Eingeweide. Kurz nach dec Ein­lieferung ins Wormser Krankenhaus trat der Tod ein.

Frankfurt a. M., 4. Oft. Man meldet uns au- dem Messebüro, daß die Berliner Handelsvectretuns der Russisch-Sozialistisch Föderativen Sowjet-Republik auch während der Frankfurter Herbstmesse vom 8. 6* 14. Oktober auf dem Messegelände eine AuskunftSstelU unterhält, die in dem neu errichtetenHaus der Technik untergebracht sein wird.

Aus dem Baunatal, 5. Ott. In einer Casse­ler Zeitung wird übet die Ernte berichtet: .Das» gebnis werde so schlecht aussallen usw., die Rässe tabe auch den Kartoffeln noch stark geschadet". Tat trifft gewitz auf die hiesige Gegend nicht zu. Die Kornernte hat sehr guten Ernte gebracht; das Ein­bringen der Sommerfrucht ist allerdings durch die Witterung hintangehalten worden und die Frucht hat etwas gelitten. Dagegen aber ist die Kartoffel wie fett Jahren nicht mehr geraten, die Keller sind »ich« groß genug, sie zu fasten. Jeder scheut sich, von seine» dicken Kartoffcln zu reden. Wehe dem, der zu eine» Mahlzeit 45 Stück zu sich nimmt! (Der platzt wohl)

Hochschulnachrichten.

X Ernennung. Durch Beschluß von Rektor und Senat der Technischen Hochschule zu Aachen ist dem Verlagsbuchhändler Gustav K i r st e i n in Leipzig in Anerkennung seiner Verdienste um die Verbreitung und Vertiefung deutscher fünft* geschichtlicher Forschung, die er als Verleger wie als Herausgeber und Leiter kunsthistorischer Zeit, fchriften, endlich als Verfasser von Schriften über Kunst sich erworben hat, die Würde eines Dr. ing. ehrenhalber verliehen.

x Lehrauftrag. Dem beauftragten Dozenten in der Berliner philosophischen Fakultät Studien- rat Professor Dr. Felix Hartmann ist ein Lehr» austrag für indogermanische Sprachwissenschaft bei der Verwendung ihrer Ergebnisse im Unterricht der Schulsprachen erteilt worden.

Schwarzenau, 4.Oft. Am Donnerstag wurde einem Fabrikarbeiter von einer neben seinem Hause ^kindlichen Bleiche ein Bettuch und Bettbezüge im Werte von etwa 3000 Mark entwendet.

)( Kirchhain, 4. Okt. DerKirchh. Ztg." wird 'eschrieb'n: Bei einer Ende voriger Woche vorgenom­menen Verpachtung von städtisch'n Ackerländereien 'rur- dcn außergewöhnlich hohe Preise erzielt. Pachtprei'e von 12 und 3 Mark für den Quadratmeter waren feien Seltenheit, in einzelnen Fällen wurde der Pacht- vreis bis auf 6 Mark für den Quadratmeter heransge- riebftt. Wenn auch bei den hohen Preisen für alle land- rvirtschastlichen Erzeugnisse zu verstehen ist, daß jeder ">ausbalt das Bedürfnis hat, Kartoffeln und Brotge- reibe nach Möalichkeit selbst zu bauen, so muß man sich socfi fragen, ob bei derartig hohen Pachtvreisen noch 'ine Rentabilität möglich ist. In den Pachtbedingungen ;nar die Vorschrift ausgenommen, daß die Pacht erhöht oder ermäßigt werden kann, wenn die gegenwärtigen Roagenpreise um mehr als 25 v. Hundert steigen oder fallen . Man schreibt uns: Schwer beladene Kar­toffelwagen fahren von den Feldern in die Stadt und "ost sind d'e Keller zu klein, um den Segen zu bergen. Neberall hört man, daß in langen Jahren in der hiesigen Gegend eine so reichliche Kartoffelernte nicht zu ver­zeichnen war.

Kirchliche Nachrichten.

Neuapostolische Gemeinde, Heusingerstraße 5. Gottesdienste: Sonntag, nachm. BVs Uhr, abends 8*/z Uhr. Mittwoch, abends 8*/s Uhr.

Mick an.Na, wenn's weiter nichts ist, dann saurer Hering."Hat mir Onkel auch schon em­pfohlen."

Sörensen ging und Magnus ließ sich in der Tat eine Stärkung holen. Zwar feinen sauren Hering, denn der wäre unnütz, sondern eine Flasche Port- wein mit solchen Wangen konnte er Magna bei Tisck> wirklich nicht gegenübertreten. Mittags waren fie wieder beisammen und der Wein batte feine Schuldigkeit getan. Magnus dachte jetzt leichter fi5?r den Fall. Tas Schulddokument war in feiner Hand, jedenfalls hatte der Mann eingesehen, daß er fein Recht mehr hatte, und es deshalb kurzerhand zurück­geschickt. Aber dafür war ihm etwas Neues aufge­fallen. Der 2. Brief trug den Poststempel Osnabrück, nicht Amsterdam. Jetzt aber sah er Magna und vergaß.

Am Nachmittag erhielt der alte Reeder ein Kabel-, telegramm, las es durch, lächelte und steckte es in seine Tasche. Um sechs Uhr versammelte sich in dem kleinen Hinterzimmer dieselbe Gruppe, wie am Sonnabend. Gvnrdor schaute aus seine Uhr.Ich denke, es ist sechs U6r "Schon zehn Minuten darüber."Und wo ist Mister Mac Allister?"Er läßt uns warten."Und wird uns jedenfalls auch noch länger warten lassen. Wir hatten recht mit unserem Zweifel. Hier ist der Beweis, ein Telegramm meines Gewähr­mannes aus Newyorf. Allister unbekannt, gefragte Gesellschaft kleines Unternehmen wenig guten Rufes, größt? Vorsicht geboten."

Na, also!" Weller lachte auf.Und der wackere Herr Allister hat Wind bekommen, daß wir uns erkundigten und ist verduftet. Klingeln wir doch ein­mal in seinem Hotel an."Magnus, willst du bei Hillmann einmal anfragen lassen, da wohnte er." Magnus kam zurück.Sonntag ftüh abgereist und noch nicht wieder da."Kommt auch nicht wieder." Brinkmann stand auf.Dann haben wir also gescherzt, meine Herren, ich denke, wir gehen in den Rats­keller und trinken eine Flasche Wein auf den Schreck,"

Aber was sagt nun Ziemßen?" Wörland jeuist

Berliner Produktenmarkt.

Preise für 100 Pfd. ab Station: Sertht. bett 6. Oktobr 922.

-

Welze»

43004450

Futtererbsen

4000-4201

'Hunnen

3975 4025

Ackerbohnen

Sommergerste

3950-4'50

'.'tnien

Wintergerste

3700-3900

Wicken

Hafer

4250-4400

t'upinen blaue

2300 - 2500

Mais

42004300

gelbe

2500-2800

Weizenmehl

5951 -635?

seradella alte

'o"enmehl

5200 - 6000

neue

Roggentleie

2350-2400

^rockenlibnitzel

2200-2300

'bavs Witten

5300

Runkelrüben

Möhren, rote

«

"elnsaat

'leis

.. gelbe .

Mobn

Brasilia«. Vollreis

Torfmelasse

KartoNeln

360 -380

Wielenheu, lose

650- 710

Speileerbjen, Viktoria-

Kleeheu

_

ertten

61006400

Stroh drahtqepreßt 1100-1050

speifeerbf. kleinere 4900 5400

., gebündelt

1100-1050

Der Wert der Mark im Auslande.

Frankfurt,

den 6. Oktober 1922.

Für 100

Nark wurden gezahlt:

Es werden

in

heute;

vor dem Krieg:

gezahlt für:

Zürich

0.24*/,

125.42 Fr.

1 Fr.

Mk. 405.50

Amsterdam

0.12

59.20 Kuld.

1 051b.

. 853.50

ftopenbage«

025

88.80 Kron.

1 Kr.

405.50

Stockholm

0.18

88.80 Kron.

1 Kr.

. 330.50

Wien

115.80 Kron.

1 Kr.

ooo.»

Prag

1.331/.

117.80 Kron.

1 Kr.

73.-

London

97.80 Schill.

ICch.

.. 48 50

New Pork

6.04-/«

23.80 Doll.

1 Dll.

2155.-

Parts

0.60

125.40 Fr.

IFr.

165.75

lachte.Hatte schon früher Wind wie wir. und sich! Sonntag vormittag sein Geld wieder geholt und den Vertrag zurückgegeben, aber ich werde ihm gleich heute noch das Resultat unsere«' Sitzung und den Inhalt meines Telegramms mitteilen lassen."Also, vor­wärts!"Onkel, ich besorge dann die Abendpost." Weller klopfte ihm auf die Schulter.Kommen Sie nicht mit .neugebackener Juniorches?" Der Onkel lachte.Ist noch zu jung, kann feinen «Wein ver­tragen, hatte beute früh noch einen regelrechten Kater."

Es war ziemlich spät, als die Herren aus dem Ratskeller heimkamen. Sörensen hatte sich während des ganzen Abends sehr an Wörland herangemacht. Jetzt hatten sie denselben Weg. Wörland sind Sie ehr müde?"Warum?"Ich möchte noch ein >aar Schritt über den Wall gehen."Ausgerechnet'" Offen gestanden, ich mochte noch ein paar Worte mit Ihnen unter vier Augen sprechen."Und das muß heute fein?"Ja, es ist nur in Ihrem Interesse."Nanu?"

Sörensen lenkte zum Walle hinüber, und die beiden Reeder gingen zunächst stumm nebeneinander, bis sie in den jetzt vollkommen einsamen Anlagen waren> Also", sagte Sörensen,glauben Sie, daß ich es gut mit Ihrem Hause meine?"Warum sollten Sie da» nicht, ich habe Ihnen nie etwas zuleide getan." Sagen Sie, Mann zu Mann, war das nicht gestern etwas vorschnell?"Was?"Ich meine die Verlobung Ihrer Magna." Wörland fuhr auf:Er» lauben Sie mal."Sie haben recht, aber schließlich als Freund--"Wollen Sie etwas Bestimm­

testBeilleicht."Dann Farbe bekennen!*

sFortletzung folgt.)

I

Liebe Frau Lehmann!

Wie bringen Sie es fertig, trotz der teuren Stoffe sich und Ihre Kinder immer so elegant zu Neiden? Sehr einfach: Ich färbe alles selbst mit den weltberühmten W-eitmain»'» Farben", MarkeFachskops tw Stent, weil diese die besten find.