Marburg
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«lbhardt.
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i Deutsche „Politik" nennt.
<Mta'ens TezkehVW zm neuen EkieAnlM.
Zur WoM des WWMdeitm.
Zweijährige Verlängerung der Amtsdauer des Reichspräsidenten?
Berlin, 4. Oll. Leute Mittag 12 Uhr sind die Parteiführer ju einer Besprechung in der ReichSLn,!^ Ulsammengetreten, um über die Wahl d«S Re-chsvräsiden- ten zu beraten. Die Besprechung dauert noch an und ,war ermartrt man in polllifchm ftrctfen. haft rin demo. kritischer Antrag aus eine nv-ijährige Verlängerung !)er Amtsbauer des gegemvärtigen Präsidenten von der Mehrheit der Frakt.onen angenommen werden wird.
I 2. Rußland wird sicherlich, geladen oder ungeladen, auf der Orientkonferenz eine sehr wichtige Rolle spielen. Wie haben sich unsere Beziehungen seit Rapallo ju ihm gestaltet? Die Antwort lautet: Kostbare Zeit ist verloren gegangen. Weder haben sich wirtschaftliche Beziehungen größeren Ausmaßes angeknüpft noch hat die Regierung die auch von mir im Namen meiner politischen Freunde gestellte Forderung erfüllt, den Vertrag auf die ver - kündeten Sowjetrepubliken, in erster Linie Ukraine und Kaukasien, auszudehnen. Sozialdemokratische Einflüsse, die. Rücksicht auf die Genoffen in Georgien, haben eine solche Politik verhindert. Wir haben also jetzt nicht einmal beglaubigte Vertreter in der Ukraine und in Kaukasien, wenn diese'beiden Moskau eng-! verbündeten „russischen Bundesstaaten" sich anschicken, auf der Orientkonferenz ihre Interessen zu wahren.
I Paris, 4. Okt. Das türkische Information?» I büro meldet aus Angora, der Minister für die nationale I Vetteckigung habe eine neue türkische Armee orga- I nisiert, die aus 80000 Mann besteht und die mit den Iden 0! riechen abgen om men en Waffen ausgerüstet sei. I Diese Armee sei für die Besetzung Thraziens bestimmt. I Die Soldaten seien in den befreiten Gebieten ausge- lhoben worden
P a r i s, 4. Okt Haoas meldet aus Konstantinopel, der Ministerrat werde heute eine Sitzung abhalten. Morgen werde die Nationalversammlung zusammentreten, um die Note der Alliierten zu prüfen. Mustapha Kemal ist heute in Angora eingetrofsen und nicht, wie gemeldet, am 1. Oktober. An diesem Tage ist der AußenministerJussuf Kemal Bei in Angora eingetroffen.
| Paris, 4. Okt. Haoas meldet aus Konstantinopel, die Regierung von Angora habe eine Demarche bei dem Oberkommissar gemacht, um bei diesem ihre Befürchtungen über die Lage in Thrazien zum Ausdruck zu bringen. Sie beklage sich hauptsächlich über die Verfolgung der muselmani«^ schen Bevölkerung. Sie fürchte übrigens auch für die Kunstdenkmäler in Adrianopel, die dem Vandalismus der Griechen ausgesetzt seien. Die alliierten Vertreter haben die Aufmerksamkeit der griechiscten Regierung auf die Notwendigkeit ge- lenkt, die Truppen in der Hand zu behalten, damit jeder Konflikt vermieden werde.
tonalen Ausgang znn, Lzäijchen Meere und stellte fest, dost Jugoslawien r;tr die Sicherung de? Handels» politischen Ausgange? bei Saloniki wünsche. DaS Rcvalutionskomitee stell:: die rasche Erledigung dies« Frage in Aussicht. .•
Demission des Kabinetts Pasitsch. ____
Belgrad, 4. Okt. Ministerpräsident Pasitsch
' ‘ Aus den Ausschüssen.
Landes« und Eewerbesteuergesetz vor dem Reichswirtschaftsrat.
Berlin, 4.Okt. T:r finanzpolitische AiSschuß des Reichswirtschaftsvates beschäftigt: sich gestern mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Aenderunz des LandeSsteun:- ciesetzeS. In der Aussprache betonten Vertreter aller Wirtschaftsgruppen, daß mit der Regelung des Landes- steuergesetzes auch eine Neuregelung der Geiverbelleuer vorgenommen werben müsse. Es müßte ein* lleber- ivannung des Gewcrbesteuergesetzes verhindert werden, dir die Kapitalkrast der Gewerbetreibenden und damit die deutsche Wirtschaft zu vernichten drohe. Die Klärung dieser Frage wurde einem Unterausschuß überwiesem
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Amtliches VerAndigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
Sie Soge in U «.
I London, 4. Okt. Reuter meldet aus Dthen^ I der Kriegsntinister habe an alle kriegsdienstfähigen I Griechen, die nicht mobilisiert sind, einen Aufruf er» I lassen, als Freiwillige bis zur Beendigung des Krieges I ins Heer einzutreten.
I Paris, 5. Okt. Nach einer Havasmeldung I aus Athen hat Admiral Kundurioti gestern abend auf eine Anfrage Krekidas erklärt, daß er lieber den Posten eines aktiven Kommandeurs in der Marine beibehalten, als daß er die Minister- präsidentfchast übernehmen wolle.
Paris, 5. Okt. Nach einer Havasmeldung aus Athen ist der frühere Ministerpräsident T r i« antaphyakos über das Verschwinden der Abdankungsurkunde König Konstantins befragt worden. Er habe erklärt, daß das Schriftstück in die Nationaldruckerei geschickt worden sei, wo einige Offiziere au- eigener Machtvollkommenheit den Abdruck verhindert hätten Was aus dem Original geworden sei, wisse er nicht. Er habe jedoch versprochen, Krekidae, den Brief zu überlassen, den ihm der frühere König in Bezug auf seine Abdankung zugeschickt habe. Man nehme an, daß das Der- 'chwinden der Abdankungsurkunde das Werk kon- stantinifcher Offiziere fei, die auf den Abfall der revolutionären Truppen bei ihrer Landung an der asiatischen Küste gerechnet hätten.
König Konstantin in Palermo.
Paris, 4. Okt. König Konstantin traf mit Familie in Palermo ein.
Die Türken.
iitzdoner von sechs Monaten gebunden sein sollen. Baracken seien auf die Dauer für die Unterbringung der Flüchtlinge ungeeignet. Alle Teile deS Reiches, nicht nur Preußen, müßten den Oberschlesiern zu Hllse kommen. Eile tue not.
Ein Vertreter dos Ministeriums des Innern erklärt, daß hinsichtlich des Wohnungs» und BarackenbmeS den Obcrschlesiern jede nur mögliche Unterstützung zuteil wecke Bon einer Zersplitterung der HUfe sei keine Rede.
Morgen Mittag 12 Uhr: Weiterberatung, außerdem Anträge zur Beamtenbesolduug.
I Es wäre verhängnisvoll, wenn wir auch I weiter noch eins Politik nach dem Motto: „Hinten, weit in der Türkei .' . ." treiben würden. Auch wenn wir jetzt in der „Hinterhand" bleiben, so sollten wir nie vergossen, daß Entwickelungen im Leben der Völker lange Vorbereitungszeiten gebrauchen. Das deutsche Volk hätte allen Anlaß, nicht auf die vielen verschwommenen, allerdings recht bequemen Ratschläge zu hören, die ihm empfehlen, .sich noch „toter" zu stellen, als es po- |httfä in seiner leider so entsetzlich unvolitischen -innesart ohnehin schon ist. A u s w i chk t i g st e n außenpolitischen Gründen brauchen wir schleunig st eine Klärung in der Frage der Führung des Staates! Die außenpolitische Konstellation hat sich seit Versailles recht erheblich geändert und die Geschichte gerade Rußlands und der Türkei der letzten Jahre zeigt, daß ein Staat und ein Volk nur bann] veerloren ist, wenn es sich selbst loten gibt!
Der Krieg im Orient.
Die Entscheidung der Konferenz von Mudania.
Paris, 4. Okt. Nach einer HavaSmeldüng aus Konstantinopel war die Ankunft der drei alliierten Oberkommissare in Mudania für gestern abend 8 Uhr vorgesehen. Die Tagesordnung her Kan.rrenz ' umfaßte folgende Punkte: 1. Festsetzung der »st. lhrazischen Grenze, 2. ModuS der Räumung Thraziens durch die griechische Armee und die griechischen Behörden 3. Modus der Rückerstattung Thraziens an die Türkei, 4 Frage der neutralen Zone, 5. Lage in Konstantinopel. Die Beratungen würden einten eschen Fortgang nehmen. Die auSländ-schen Zei» tungskerihterstotter hätten energisch Einspruch erhoben gegra das Verbot, nach Mudnn'a zu gegen. Die tü<'$t Delegation bestehe aus Ism.-d Pasch i als Verirrter Mustapha Kemals und Generalstabschef Tewsl Pcscha.
Der Lnzetgenprei, beträgt für de» Sgesp. Zeilenmtllimeter 3.00 3RL amtliche und ausw. Anzeigen 4.00 Mk. Andere Spaltenbreiten entsprechend. Bet ichwiertaem Satz
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I. F r--n z - Kattowitz lSoz.) beklagt, hast Ober- I ^m Friedensscbluß zu einem Sv kukrtions-
echekt für den internationalen Kapitalismus geworden ler. D.e bisherige Politik der Regierung entfremde un« ®cbö^tun? Fhre Versprechungen sind nicht erfüllt worden Not tut vor allem eine großzügige LiedelungSpolitik. Das Elend der Flüchtlinge ist graue-r- voll, und ba auch die Schulen mit Füchtllinq»n bel<-g* weiden mußten, ruht der Schulbetrieb seit dr-i Mann!-'. 2?"?-r Redner fordert Freigabe der vielen leerstehenden
I ^cklösser
- lDeutschnl fordert eine groß-
I Dilfsaklwn als Dank des Vaterlandes für Ober- nlrtt'hlt mr?e‘ «2Senn 6i!Ber toPni9 geschah, ist es nichf dem Roten Kreuz zuzi-schreibeu, sondern der man- ^lbakten Tätigkeit des Staates und der Kommunen, dir, ess durchweg versagt haben.
I Beratung wird nunmehr unterbrichen und dir dlbstimmungen über die geftern zurückgest-sstrn Antrim-
I Feuerung dorgenommen. Angenommen wird em Antrag des Handelsausschusses auf baldige Durch röbrung des Beschlusses betrefk-nd Beschleunigung der notwendigen Insta n dsetzu n gsarbeiten ■n staatlichen Gebäuden. Ebenso werten Anträge angenommen, welche eine Milderung der zu erwartenden Arbeitslosigkeit insbesondere durch Vahnbau- ten bezweckt. Sodann Wick die Aussprache^ über Ober »chleben fortgesetzt.
Mg^J a ch m a n n (D. Vpt.) begründet die Anfragen erner Partei, die sich insbesondere mit der Flücht-I > i n g s f ü r so r g e belassen und schildert die schwere Gefährdung der Privatschisiahrt auf der Oder
Ministerialdirektor Kontze erflärt. daß die Re I ^.erunn bemüht sei, sotveit die Ztaatssinanzen es zulassen 'ür Oberschlesien alles zu tun, was nur möglich fei.
Em Vertreter des Ministeriums des Innern macht I Angaben über den Umfang des Flüchtlinzsw-sen-s Mo- natlich seien 50 Millionen Mark ausgezahlt worden D,e Arbeitersürsorg- scheitere an dem Wohnungsmangel Durch den Bau vonKleinwohnungenundBa- racken werde Abhilfe versucht.
von Konstantinopel, der sechste die Maßnahmen ",e Griechen, falls diese eine Durchführung ablehnen. Der Berichterstatter fügt hinzu, die ! kcmalistische Armee werde er't noch Thre-'e« ein- rücken, wenn der endgültige Frieden ui: zeichnet worden sei. Französische und englische Öeuppen- abterlungen in Thrazien verstärlen, V.5 oie tür- tifäe Gendarmerie, die Polizei und B -ualtunas- beamten eingetroffe, find.
Abg. Pieck (Komm.) meint, die Anträge der bürger- ^lchen Parteien zeigten die ganze v'lfstosrgkeit der Ge- Echoft. Der Feind des Proletariats hei weniger die potente, er stehe im Lande selbst und zwar von den uParieren von rechts bis zu den vereinigten Sozial- a-'Mokmten, es seien die Wucherer und Schieber, Böffen- !a^her und Anhänger des .Zentrums, die start Brot wloungsvalle Versprechungen für dar Jenseits gäben Gegen diesen Feind müßten sich die Arbeiter selbst toenrrn.
o fl.C,nrByn lDeutschn.) hat große Bedenken gegen den sozwlistqchen Antrag, wonach die Neuwahlen X^^^ber‘Kt\Hen in Oberschlesüm hinsichtlich I ?cr Wahlberechtigung und der Wählbarkeit «» die Wohn»1
„n bie außenpolitische Entwicklung
-unrecht dringend vor folgende positive Forderung
1. Die Neubildung der Neakeruno 5'^^schleunigt und dabei insbesonder? die aus- schlaggebende Frage der Besetzung des Außen- der überhaupt zu befolgenden - Svßenpolrtrk geklart werden Nicht not- veudrgerweise braucht auch der jetzige Orient- konslikt bezw. die Orientkonferenz mit Komproinis- & ^.9?Üde" Deutschlands zu enden. Europa
M m Bewegung — Deutschland allein kann braucht und darf nicht stillstehn. Legt ter Ä a n z l e t selbst ausschlaggebenden Wert auf die w es bald sagen und sich einen ständigen ktaalsfekretar als Ressortleiter zu- ^ite Men, wie ich ihn für meine Person schon bei der
Etatsberatung nachdrücklich gefordert habe er dagegen einen besonderen Außenminister wben, bezw. dem Reichspräsidenten einen solchen iur Ernennung vorschlagen, so kann dies nur im nnrgen Zusammenhang mit der Ent- Icherdung übet die grundsätzliche Art ^eri« Zukunft zu befolgenden Außen Politik geschehen? Außen-
»...Di« wichtigste Frage für uns bleibt auch jetzt die Lotung tes Reparationsproblems. Was wird nun Deutlich? Auf eine gemeinsame Konferenz in Muffel vor Jahresende zu hoffen, erscheint mehr 'is sragwurdig. Der 1. Januar 1923 und damit die Notwendigkeit eines neuen Zahlungsplans ktf jchnell heran. Auch hier ist Handeln notwerckig MV «mH hier muß die neue Regierung wissen roa‘- ' W et# —Levor sie sich konstruiert. j
cs gegen die Aktion ter bulgarischen Banden Stellung n'hme. Der Gesandte widerlegte die Nachrichten über aovbftdjr Ansprüche Jugvstawiens auf einen ttrri»
Srtiiiltit Landl«-.
171. Sitzung vvm 4. Oktober
Nach Erlckigimg einer Reihe kleinerer Vorlagen und Vornahme der Wahl von acht Mitglickern des Wahl- prüfungsgerichts wird die gestern begonnene Aa?s"rache aber Silfsmaßnahm-n für Oberschlesien 'ottgesetzt
Paris, 8. Oft. Rach dem Bericht ter Chi- Paris, 5. Okt. Nach einer Havasmeldung au« cago Tribüne" in Pera sei ein militärisches "Pro-1 ®n9OTa verlautet aus Konstantinopel, dott sei ba« ftololl, das die Frage des nahen Ostens regelt Gerücht verbreitet, daß die nationalifttsche Regie- oestern 8 Uhr an Bord des französischen Krreqs-1run$t im Innern Kleinasiens eine Hauptstadt zu I ichiffes wGIigai Quinet" bei Mudania unterzeichnet I lrf)„Q'fen «edenke und Konstantinopel aufgeben worden. Hiernach erhalten die Griechen Befehl, IroÜTb€'
Thrazien innerhalb 10 Tagen zu räumen, andern- * .*
falls werden die Alliierten die griechifchen Häfen Paris, 4. Okt. Nach einer HavaSmeld-nig aus blockieren und der nationalen Armee das llcbcr-1 Konstantinopel find heute die EiMkvMniffionrtz'M schreiten der Meerengen und die Verjagunq der ^^ra$ien abgereist, die französische nach Adrianopel, Grieche« aus Thrazien gestatten. Die türkischen englische nach Rodostv, die italienische nach Lüle Nationalen haben ihre Einwilliaunq dazu aca-ben dmgac. Ihre Aufgabe fei, die Gemüter zu beruhigen daß die Alliierten während der Dauer der Krie' Zwischenfällen vorzubeugen. Man hofft, daß tensverhandlungen in Konstantinopel bleiben es b\e
sollen aber nationale «erwaltungsftellen errichtet 'OTttnbttt b^^rtn l°ss-" werden, wodurch sich eine zweiseitige Verwaltung ergeben würde. Engländer und Türken haben die neutrale Zone zu räumen, wobei sich die Engländer, „
aus —ichamk über die Dardanellen nach Gallipolis Belgrad, 4. Okt. Einem amtlichen Berichte zurückzuziehen haben. Das Protokoll umfaßt sechs I )"^lge teilte ter Athener Gesandte Jngostawiens Ba» Artikel. Die ersten drei betreffen Thrazien, seine lugtschitsch dem griechischen Revolulionskomit-e Räumung, di« Grenzen «nd Rückerstattung, ter Griechenland auf d i pl o m ati sche U n 11. -
vierte die neutrale Zone, der fünfte die Nüumuna siübung Iugoslawienö zählen könne, wenn
hat allen unterdrückten Völkern ter Welt ein leuch- ftenbes Beispiel dafür gegeben, daß Einigkeit und Recht nur dann zur Freiheit führt,'wenn ein Volk an seine Zukunft glaubt und sich dabei auf die eigen« Kraft verläßt. Wir stehen wieder einmal vor einer langwierigen Orientkonferenz, von der diesmal, enffprechend der neuen Macht- , Verteilung nach Versailles, Deutschland aus- geschaltet ist. Die alten Gegensätze Lien wieder auf, doch sind einige Spieler in neuem Gewände erschienen. Englands Prestige hat schwer gelitten. Vom deutschen Standpuntt aus gesehen erntet es aber nur die Früchte einer recht schlechten Politik seit 1918, ter auch wir über die Niederlage hinaus viel Schweres verdanken. Frankreichs Stern ist entsprechend gestiegen.
( Die komplizierten Auseinandersetzungen der letzten! Tage werden aber nur bann verständlicher, wenn : wan M klar macht, baß einmal auch Frankreich wegen feiner kleinafiatischen sehr weitgehenben Jn- teressen unb auch als Herr über Millionen Musel- F wanen keine rnächiigr Türkei wünscht unb baß es anbererseits burch sein enges Verhältnis mit S ü b - flawten unb Rumänien ebenso wie burch bis notwenbigerweise fommente Hineinbeziehung Ruß-
• Ianbs ein immer schwierigeres biplomatisches Spiel ror sich hat. Deutschlanb ist also von birekter Be-1 lührung mit biefen Problemen ausgeschaltet Ab>-r I ^°ben wir, wie es im „Faust" heißt, Zeit und - Muße, am „Fenster Zu stehen, unser Elä.-chen gus- dzutnnken nsiiM- froh mit einem Gespräch oon tvrtcb und Friedenszeiten nach Hause zu gehen"?
° Wir leben i n n e r p oli t i sch in dem Zeicken der Patteitage und des Aufmarsches für die patta- " wentarische Herbstkampagne. Gestern las man die ^be eftrer demottatischen Kollegin, die in einem ! ^berbl^ über die Weltlage - solche sind neuer» btnös umso beliebter, je weniger wir in Wahrheit ' baDCm wissen, d. h. wissen können — dringend davor warnte, daß Deutschland ht dieser Situation trgenbwie Stellung nehme; es müsse weiter wie . £ ^agt, „faire le mort". Gleichzeitig
«Ittebt bie Sozialtemokratie, soweit sie überhaupt »eben den allmählich etwas stumpf geworbenen all- ßemeinen Rechtsprotesten unb ben immer Hobler wertenden Bekenntnissen zur Internationale Po- : l Eintritt in den Völkerbund.
voll- Jorbe^ mtin irgendwelche geheimnis- »° ?^nutzung des Orientkonflikts, ohne jedoch vewohnheitsmaßig irgend einen positiven Weg dafür anzugeben. Der Reichskanzler weilt fern im immerhin verdienten Urlaub und seine zunehmende Zettungspolemik beschäftigt sich im weitesten Miß- verstehen ter Situation mit der Frage der R e u - Jefe^ung des Außenministeriums. Im
Morgen Not und Teuerung für das, was ter
»Wem hinten weit in der Mei.
Kon Segattonsrat Frhr. v. Rdetnbaben, M.d.R.
5. Die angeblich so oft zusammenbrechende Türkei