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Vöckisotllcbs Unferholfungsbeilage zur Oberhessisdien Zeifung

Nr.

Marburg, den 1. Oktober.

1922

t

Allerlei.

i.

gart) 94 Seiten mit viele» Textabbildungen »nb 8dov^ velseitigen Kunftdrucktaftl», Angustprris geh. 110 ML« »eb. 145 Mark.

Die Stoüballspieke verlaufe» i» leichtere« Form«, als die vom Fußball, sodaß sie von Herren »nd Damen in gleichem Maße betrieben werden. Der Stxkballfpoch erfreut sich heute in Deutschland so großer Verbreitung, daß cs einem Bedürfnis entspricht, H-ckey, Gols nrch Polo in einem Buche erschöpfend behandelt zu sehe». Drei aus diese« Gebiete wohlbekannte Sportslevte hab«, sich dieser Arbeit unterzogen und ein Werk geschaffen. daO kaum durch ein besseres übertroffen weriren kann Außer Svielplatzplänen. amtlichen Spielregeln, wichtigen Rat­schlägen und mancherlei anderem enthält das flott mchs lebendig geschriebene Buch eine große Anzahl ausgezeich», ueter Tcxtbilder und Knnstbeilagr».

Ernst Draehn.

Lage

Rheumatischen Gcsich t s sch me rz mit Zah»e weh verbunden, vertreibt man, wenn nun die Wangq mit einem Gemisch von Dacholderöl und Tafelöl cinreübe (3 Teile Wacholderök, I Teil Tafcloy.

Richtet nicht . . .

Skizze von R. Kau litz-Rirdeck.

Der Gang zu der alte», grantigen Lehrerin war Frau Menge nicht leicht geworden. Als sie ihr endlich gegen­über saß und in die kalten bebrillte» Augen sah, fand sie nicht einmal die rechte Einleitung kür ihre Bitte.

»Ihre Tochter hat etwas sehr Schlimmes und Straf­bares getan", quäkte die hohe Stimme des Fräuleins. «Sic ist eine kleine Betrügerin und firffmbenftklscherin".

Flehend hob sich die Mutterhand. Das furchtbare, gefühllos ausgesprochene Wort stach inS Herz.

»Rosemarie ist ein Dummchen, Fräulein Serb^>, «cher kein« Betrügerin oder gar Urkunbenfälscherin."

Da tippte der dürre Zeigefinger der Lehrerin auf «inen Berg Schulhefte.

»Wer in diesen Heften, nachdem sie zensiert sind, eine Korrektur vornimmt, und aus der Noteungenügend" nSttt" »nd an» zehn FehlernNutl-Fehier" macht begeht einen Betrug «nd ein« Urknnderrfälschunq."

Aber mein Kind ist sich der Tragweite seines dum­men Streiches nicht bewußt grrvokden", antwortete demü­tig die Mutter.

Das Fräulein ritz die Auge» auf und blickte tadelnd «ui die Sprecherin.Einen dummen Streich nennen Oie das! Ich muß mich wirklich wundern, bei Ihnen tin Verständnis für das Vergehen Ihres Kindes zu fin- btn. Andere Mütter würden ihre Kinder dafür auf das «Hier-, allerschärfste bestrafe«*

Das Briefblatt zitterte in der Hand der Lesende«. Sw weint«, raffte sich dann auf »nd ging ix Demut wie eine Bittende zur Mutter ihrer kleinen Schülerin»

Erntedankfest.

Anfangs Oktober, wenn die Ernte des Jahres sich ihre« Ende zu neigt, fühlt der Landmann das Bedürfnis, einmal stille zu stehen, um die getane Arbeit und den geborgenen Segen zu überdenken. Es ist Erntedankfest, eins der volkstümlichsten Feste für die Seele des Laud- manns, weil es zu seiner eigensten Berufsarbeit in un­mittelbarer Beziehung steht, ihr eine religiöse Weihe «r- leiht und aus ihr Antriebe zu schlichten religiösen Ge­fühlen und wahren sittlichen Entschlüssen, kurz zu inneren Erlebniften chie dem Landman» vrnnittelbar eindrücklich sind, entnimmt . Gewiß mag es auch Materialisten geben, die bei dieser Rückschau auf die Ernt« des Jahres nichts anderes zu tun wisse», als den Gewinn zu 'über­schlagen, der durch die Erträgnisse der Aecker »nd Wiesen

Ueber Erziehungsarren wolle» wir »ns hier nicht unterhalten", erklärte mit Ruhe Frau Menge.Selbst­verständlich tadele ich Rosemaries Handlung auf dos schärfste, und ich werbe sie auch bestrafen."

Das Strafen wirb natürlich mich dir Schule besor­gen", fiel dumpf die Stimme der Lehrerin ein.

Es zuckte schmerzlich über das Gericht der Mutter. Sie faltete tue Hände.Rosemarie hat ei lediglich aus Ehrgeiz getan, Fräulei» Seebost». Fünfmal hinterein­ander hat sie eine gute Arbeit geschrieben, das Stanmlot war ihr sicher, »nd nun mußte ihr die letzte Arbeit alles vererben. Da kam sie auf den unglücklichen Eirffall, in ihrem Hefte zu korrigieren."

Jedenfalls muß ich den Vorfall dem Direktor mel­den". kam es frostig über die Lippe» des Fräuleins.

Die Augen der geängstigten Mutter füllten sich mit Tränen. Bor dieser Schmach empfand ihr Kind die größte Furcht . Bittend hielt sie die Hände empor.

gtäufein Siebold, muß das sein? Sie habe» das ^ind schon gestraft und vor der ganzen Klafft ausge- cholten. Wenn Sie auch noch dem Direttor Anzeige erstatten"

So tu« ich nur meine Pflicht. Ein derartiges Kind gefährdet ein« ganze Klasse. Es ist deshalb besser, wenn es die Schule wechselt"

Fortgejagt soll mein Kind werden" verzweifel hauchte es der Frauenmund.

Die Lehren» setzte eine abweisende Wien« aus, zuckte die Achseln und war stumm.

»Mit zehn Jahren von der Cchrck z^a»t »nd reit

stünden. Dir Juristen-Fakultät der Universität M»r- burg trat diesem Urteil bei. Dem fürstlichen Absolusts- mus. der sich in diesen. Zeiten mehr und mehr ausgebildet batte, müssen wir das Verdienst zuerftunen, daß er die Rechtsprechung von dem Banne, der fast 200 Jahre aus ihr gelastet hatte, befreite. In anderen Gegenden ging dies nicht so rasch. In der freien Schweiz und en polni­schen Gebieten sind noch in der zweiten Hälfte 18. Jahrhunderts Hexenprozesft vorgakammen und auf der abgelegenen Halbinsel Hela haben die Fischer noch im ' Jahre 1836 an einer Frau die Hexen-Prabe v-zllzogen

Die Geschichte des Hexenwahns mahnt uns zur Vor­sicht und Bescheidenheit, sie lehrt, welch, schweren, erst »ach Irngen Zeiten erfennLar werdende» Irrtümern und Täuschungen der menschliche Geist» aremr er itts Balks- ( oder Parteigeist auftritt. nni r.'r»rfgn ist. wie gefährlich Schl a.g Worte von der Art des beliebte»VistkZ- nimme ist Gottesstimme" werden können. Aürralaubeu, wie der gefchildertc, kann in unserer heutigen:aufgeklär­ten" Zeit allerdings nicht mehr Vorkommen. Der !moderne Seift" hält alle Rätsel des Daseins für gelöst und will van überirdischen Dingen trberhratvt neckst'smehr wissan Der Geist unfr Wille des Einz-elnen ist Laaer aber keineswegs freier »nd unabhängiger Kworden. Ma s se n-Su g gestio» spiel tim Aeit alter der Parteilerb ensch»ft«n, der Zeitungen »nd Volksversammlungen eine größere Rolle als je zuvor. Masfen-Suggestion tarnt 'n der Gegen­wart noch größeres Unheil über ganze Böller bringe», als in früheren Zeiten. Das lehrt die Geschichte drr Revanche-Ide«, bi« 40 Jahr« lang dem französische» Volk fhstenuttttch eingestößt wurde, das zeigen die Folgen der Vertrauensseligkeit, itir das deutsche Volk in seiner wohterllärlicheu kirstm Frschensfechnsucht ergriff und verwirrte, als ihm tHe TrugßiEer von Bölkstr-Ver- söhnuirg und Bolterbunb von seinen mit raffiniertem vfychologffchen Geschick arbeitenden Gegnern im vierten Jahre des schwersten aller Kriege vorgespiegelt wurden.

RStfet-ESr.

BruchstückAnfgabe. .

Die nachstehenden 12 Worr-Brmhstücke:

os ld ad ug em au hn ix es mt ut <m sollen durch Hinzu fügen je eines Buchstabe» am WH, fang zu Wärtern nmgestastet werben. Aneinander go, reiht ergeben »lese Buchstaben einen astronomische« Wendepunkt tm Jahre.

»ivfcl.

Stets war ich, stets »in tch, stets werbe ich fei», Mag lügen der Spiegel, mag trügen der Schein;

Siow vorn und von hinten dasselbe Gestchr Man suche mich oben, verfehle mich nichts

Besuch slruten-N ätsel.

einem Makel durchs junge Leben gehen müssen. Haben Sie das wohl bedacht, Fräulein Seebold?"

Es ist nur die gerechte Straft, beste Frau. Ließe man derarttge Verfehlungen ungestraft durchgehen, würde es bald die ganze Klafft versuchen, und Sie Autorität der Lebrer wäre «ntergraben. A ußerbem würde Ihr Kind aus dem Wege der Untugend weitergehenM

Ein weher Blick ging über dir Sprecherin.

Ich kenne doch mein Kind. Es ist reuig. Es wirb zu Ihne» kommen und Abbitte lernen." Die knochige Hand winkte ab, die Mutter bat inniger:Auch wenn ich Ihnen sage, daß ich Rosemarie den ganzen Abend in die Besenkammer gesperrt, daß ich ihr nicht Speise, noch Trank gegeben habe vnd daß sie ergeben alle Strafe über sich hat ergehen lassen"

Buch dann, Fran Menge. Ich tue nur meine Pflicht", kam es abermals auS hartem Munde.

Da erhob sich die Bittende, blickte der Lehrerin »och einmal fest in die Augen und ging ans dem Zimmer.

Am selben Abend erhiell Fräulein Seebold von der Mutter ihrerungeratenen" Schülerin folgenden Bries:

Geehrtes Fräulein Seebold, als ich Kind war, hatte mein Vater einen Buchhalter, der sich eine Veruntreuung zuschulden kommen ließ. Hätte mein Vater den Mann dem Gerichte überliefert, wäre er bestraft und aus der Gesellschaft ehrenwerter Menschen ausgestoßen worden. Mein Vater tat es nicht. Er deckte die veruntreuten Gel­der aus eigener Tasche und gab dem Manne Gelegenheit, wieder ein ehrenhafter Mensch zu werden. Dieser Mann hieß Gabriel Seebold*

f der Judengasse sammele uf den Tänze» btt Erben- d-nisen die Kräuter us Geheiß des Teufels Des Schmal- siortsfrau zu Weidenhausen hole das Kraut, womit man bett Weibern die Milch z» nehmen pflegte. Dst Susanne, alias die Marketendersche genannt, hätte dst Geisel, womit man die Kühe in den Ställen schlü-ze, um »taen die Milch zu nehmen. Stroh Henrichs' Frau wäre die Königin und deren Man» der König, ,te neben Trücheks Frau am Steinweg, die verbrannte Staudm- 'aerin, die Susanne »nd die Fuderfchneideri» wären ver­schiedentlich in Stroh Henrichs Keller uf einen guten Trunk des Nachts zufammengekommen, woselbst ber Teufel in Gestalt eines hübsche» große» Mannas mit einem rote» F-derbusch uf dem Hut sich eingestellt und besohlen habe, wie und welcher Gestalt pe Schaden tun lolkten." Mit diesemGeständnis" waren die damals gültigen Formalien ersültt. Am 22. September wurde Anna Dörn,Per wohlverdienten Straft, anberen aber S»m abscheulichen Exempel" aus der Richtstätte am Ortenberg mit dem Schwert hingerichtet.

Gegen de» uralten, tief tm Volks gemüt wurzelnd«:» Hexenglanbe» habe» einzelne Männer wiederholt angekämpft, so schon im 0. hezw. f I. Jahrhundert ein Erzbischof von Lyon und ei» Bischof oon Wornrs. Im iS. Jahrhundert setzte eine ausklärende Tätigkeit ve» Mitgliedern des Jesuitenordens uwd von reformierte» niederländische» Prediger» et», die Aussicht auf Erfolg versprach. Da geriet die Menschheit durch den 30» sährigen Krieg noch einmal in seinen Brma. Glück­licherweise nur für kürzere Zeit. Verhältnismäßig rasch wurde dir Epidemie w Hessen überwunden. Im Jahre 1688 konnten Richter und Schössen in Rotenburg a. F. es wagen, eine Angeklagte fiLiziifprechen, ohne in den Verdacht zu geraten, daß sie mit dem. Teufel im Bande

Zwischenruf auf dem Parteitag.

Einst wehrte sich Michel und $eg ins Gerecht.

Jetzt wird er geschunden. Geschieht ihm schon rechts -. Ja, Auge um Ang', Zahn um Zahn. Glied um Glied*! Siek Kommen Sie mal ins besetzte Gebiets

Nach Wendel verkündet Molkenbuhr, Die Reichswehr verew'ge den Hader nur. Frankreich gibt Ruhe, wenn's feine mehr sieht. Mensch, kommen Sie mal ins besetzte Gebiets" Sei'n wir," fleht Fellmer im Lndwigssaal, Doch alle stramm internattonal!

Dann singt der Franzos das Berbrüd'rungssied." Wann kommen Sie mal ins besetzte Gebiet?" Beim Schoppen Weißen und dickem Bier Und fern vom Schuß ja, da lebt sich's hier!

Im Weste» merkt man den Unterschied. Ja kommen Sie nur ins besetzte Gebiets

Doch kommen Sie mit dem Augsburger Speech Zum Rhein, dann wird die Geschichte krit'sch.

Nein, komme» Sie, toeil sonst ein Unglück geschieht

Ma» lieber nicht tn3 besetzte Gebiet!"

Talib« i»W*

Bit Zknlchsji Uh Mkl-Mhns in MMg W irre Mte Les 17. Sührhvvdektr.

Hou F. y. Gehsy, Obexst -.D,

(Schluß.)

Gericht" (GchvlthM gelehrte Richter

und Mitglieder des Rates, die Schössen) formulierten »nn noi? ganz im Barure des Stzrenger'sche» Hexeuhammer das Jnterrogatorium, 85 Fragen, die am 8. J»ni der Dorn vorgelegt wurden. Schon vorher to.tr sie ver- wftft unb i» den Hexenturm gebracht worden. Beim kbrrhör gibt sie über ihre Personalien und über alle hergebrachten Tatsachen Auskunft, derartig, daß alle Vorgänge uns heute durchaus natürlich erscheinen' Sie muß weitere 10 Wochen in, dem dunklen Loch des Hexen­turms zubringen. Während dem wird »ach weiterem Belastungsmaterial' gesucht. Am 23. Juni werden noch 9 Frauen und 2 Männer vernommen. Ihre Aussagen haben kein besonderes Interesse, es heißt immer,es set ei» allgemein Geschrey in Marburg" und einer «chftbts immer auf den anderen. Keiner kann etwas tatsächlich Ungünstiges über den Charakter und die Lebenssührung der Dörn aussagen. Im Gegenteil, verschiedene Zeir- gm, besonders Männer, betonen, sie wäre eine gute Frau, sei regelmäßig in bie Kirche gegangen,sie hätten sie früher nicht für eine Unholdin. gehalten, jetzt aber, wo alle Leute sagte», sie sei eine Hexe, zla-nb- t« n f i e « s tttt ch,"

Elmsfeuer. 5. Agasfig. 6. Unstrut. 7. Georg. 8» Ebro. 9. »etzHaut. 10 Spinat.

Hohe Angen stürzt Gott.

Richtige Lötungen sandten ete:

Für alle Aufgaben: Dtetrkch Dern, Curt Wagnerh Stegfr. Rteckmamr, Cornelia Werfchty, Malltz Büttel, Rolf Habel. >.

Für die zweite, dritte nnd vierte Aufgabe: Annck Bartz, Ernst Güntber Wahl, Suuetch Schüfe^ Paul Kreckwttz, Carl Biecker.

Nachträgliche Lösung bei vorletzte» Ausgaben: Lotti,

Keutzer. :

Der Blllherprets fiel C. Wetschktz zu.

Vücherichau.

** Die Nürttemb. Regimenter im Weltkrieg 1914 bis 1918. Herausgegeben iw» General H. Flaischlen. Band XHV: Das württ. Land«.-J»fant.-Regi>- ment Nr. T23 im Weltkrieg 191418. Be­arbeitet von Prof. Dr. A Mack, Leut», bet Lanbw. a. D. und ehem. Regimcntsadiutaat. Mft 64 Abbildungen, 6 Anlagen, 2 llebersichtskarten und 30 Skizze» und einem Anhang über das Ersatzbataillon. 216 Seiten Großottav. In Halbleinen geb. 140 Mark. Ehr. Belfer A.-G-, Ver­lagsbuchhandlung in Sttittgart.

Wiederum ein neuer Band der verdienstvollen Samm­lung von wikrtt. Reg.-Gefchichten nnd trotz der Not der Zeit ein stattlicher, mit Bildern nnd künstlerischen Zeich­nungen, mit Skizzen und Anlagen reich versehener Band! Das württ. Landw.-Inf.-Reg. Nr. 123 nmtbe bei Mobil­machung Aug. 1914 in Ravensburg und Ulm anfgesteklt nnd vom 7. August 1914 bis November 1918 im Ober- elfoß in vorderster Knie verwendet. Es hat bi? ganze Kriegs zett hindurchdie Wacht am Rhein" im wahr­sten Sin» des Wortes gehakte«. I» den schweren und erbitterten Kämpfe» um den Sudel- und Hartmannswefter Kopf Jan.-März 1915 kämvfe» bie brave» Land wehr­ten te in alter schwäbischer Zähigkeit mit größter Aus­zeichnung. Das Buch ist ein ehrenvolles Denkmal ber Tapferkeit und Zähigkeit schwMscher Landwehr, dos redet von deutscher Größe nnd deutscher Övferbereitschaft und der Gegenwart und Zukunst zur ernsten Mahnung dient.

** Der Stockball. Ci» illustrierter Leftraden für Hockey-, Gols- uitb Polosviel. Bon Dr. Hans O. Simon unter Mitarbeit von C. A. Hellmers und F. Graf Montgelas. (Franckhs Sportverlag, Dieck ». Co., Stutt>-

Dns weiteren Zeusen°Vernehm.imge«. »mt 30, 6. u-rb 17.8. ist höchstens bemerkenswert, daß »ach verschiedene Jungens von 910 Jahren aus sagen», daß der kleine Dörn gern Hexenmeister gespielt und auch n Oi gefaßt hat,, toettK er mit seine» Eltern nach Hamberg zöge,so ritte er »ftm schwarzen Bock". Sein Oickh der KesseMcktzr Dörn am Grün, amscheinend^ ein würdiges Seitenstütk zu seinem Bruder, bestätigt, daß- ihm das Treiben seines lleinen Neffen höchst verdächtig erschienen sei.

Besondere Bedeutung wird anscheinend noch der Aus­sage des Friedt. Anthonjes, eines ITiälrihen Lehrlings brr Bäcker Rabe bcigekegt. Diesen hat die Dörn eine? Tages geschimpft, als sie sah, wie er den. Esel seines Vrotberru arg malträtierte: später hat sie den Vorfall gelegenllich dem Meister Rabe nritgeterit Rabe prügelt »tüt den Lehrling, dieser geht zir ber Dörn ins Hauch er wich frech und die Dörn schmeißt ihn heraus.Am anderen Morgen wäre es- nun, so berichtet drr Authvnj.'s, m- fein Kniee kommen-, zuerst so dick, wie eine wrssch-. Ruß, bis es endlich so groß wie tin Kopf wordm. Ter Wundarzt Meister Heur. Hering habe ihm groß? Pflaster »mgeschlagen, sich dcnrn nicht wrtter getraut, weil er der­gleichen Schaben niemals gefthur. Auch zwei andere ntte-- Därttge Aerzte hätten ihm nicht: helft» können.Daß kr Teufel durch die Dörn es ihm einaegeben, glaub-' er vor gewiß."

ES sinden sich daun mehrere juristisihe Gutachten Vitt zahlreichen lateinischen Zitaten und Hirtweisen ®»l verschiedene Gesetzesbücher. Sie bezeugen die Gründ sichekit und Gewissenhaftigkeit der bett. Beamten Wider spräche der Zeugen sollen aufgeklärt undnicht irie mala fama, sondern die bona sama könne «ls Beweis an­gesehen werden". Die Zeugen sollten noch attestieren, btrfj sie es von vielen frommen und ehrlichen Leutea, fa von den meisten der Stadt gehört, auch weitere llt- sacben anzeigen, woher das gemein Geschrey gerühret". ks scheint,, als wenn das peinliche Gericht in Motburg nur mit innerem Widerstreben gehandelt halte. Wr tter Bann, ber bamals alle Welt gefangen yirlt, das Bolksverlange» nach Schutz vor bem Teufel und den Hexen, waren so mächtig, baß das Gettcht d«- Döt» nicht freisprach, sondern ihr noch weiter nach dem tu ber ganzen damaligen Kulturwelt bei Hexenveozefftn gültigen Verfahren zufttzte. Ihr? Widrrsmndsfähigkefi erlahmte allmählich, sie scheint schließlich selbst grifffg' ganz verwirrt geworden zu fein und hatte nur den einen Wunsch, durch das Schwert hingerichtet $n mrrbett Sie räumt alles ein, was ihr vorgeworftn wird, und gibt auch bie Antworten, die die Fragestellrnrg ihr in den Mund fegt. Sie beschreibt ganz »ach Wunsch das Aus­sehen des Teufels, sagt, er habe ein grau Kleid an, schwarze Bockshörner auf dem Kovf, gelben Bark, am rechten Fuß einen Schuh, am linken aber Knhkoden Auf ernstes Zureden" gesteht sie. daß sie das Zanberu oon ihrer Mutter und von der Happelschen aus Klrck- hattk, dir kürzlich verbrannt worden, gelernt habe. Sie wäre auch auf den Tänzen bei Erbenhausen, nachher wäh­lend ihres Elrestandes ans den Tänzen im Cappeler Feld und im Waldeam gebrannten Berg nahe der Mannes- ßecke" gewesen.Wie es eigentlich mit dem Gift bewandt, wüßte sie nichts Näheres zu sagen. Die Futtrrfchneid.itn

unter ber jetzigen günstigen Konjunktur der eignen Tasche zuflicßeu soll. Aber im ganzen ist unter Volk doch uoch idealistisch genug, daß wenigstens am Erntedankfest ftchsi andere Gcdankeu feine» Siu» beherrsche«. Zu deut­lich fühlt es gerade in allere, was mit der Arbeit des Landmanns zufammenhängt, in Saat und Ernte, Regen und Sonnenschein, von beu Tagen ber Aussaat an bis zur Bergung des Erfolges aller Müh«, die Abhängigkeit von einer fürforgenben und segnende» Macht. *" Die menschliche Ohnmacht trotz allen Fleißes und aßet Mühe, trotz aller Kunst unb aller Anpassung an bie Gesetze der Natur steht bem, der mit Wind und Wetter zu tun hat und auf bie fruchtbringende Kraft des Bodens angewiesen ist, täglich so deutlich vor Augen, daß ihm ein frivoles ,'Spftk mit dem Erntesegen, feine Wertung lediglich als eines AusbenttingSobjelles im Sinne eines praktischen Materialismus, ganz von sechst vergeht. Die Sache ist zu heilig, denn sie ist ein zu deutlicher Hinweis auf jene höhere Macht, die über der menschlichen Ohnmacht steht und ihr durch ihren gnädigen Segen das Gefühl der W- hängigkeit zu banSxtrem. ün tiefsten Grunde seligen Bewußtsein bringt. Dieses Gefühl drückt sich in dem alten, schlichten Worte ans: An Gottes Segen ist alles gelegen. Unter dem Eindrücke, die Wahrheü dieses Wortes wieder einmal erlebt zu haben, beugt sich ber Lanbmamr, ber nur einigermaßen für bie inneren Werte ferner Aribert empfänglich ist, anbetend am Erritedankfest. Uralte Psalmworte steigen aus der Erinnerung empor und werben nnmittechar lebendig. Der Gott, ber schon den israelitischen Bauern alter Zeiten als ber Schöpfer unb Erhalter alles Lebens offenbar war, hat seine im Wechsel ber Fahre unwandelbare Treue in bem neuen Ernteftgen dieses Jahres neu bezeugt, unb so finden die alten Dantes Hymnen, die seine Macht und Güte feierten, m unzähligen frommen Herzen einen gegen- w«rügen Widerhalls Aber andere, die zu dem Leben der Natur und der Arbett des Landsmannes keine nn- mittelbare Beziehung haben, mögen verständnislos abseits stehen, weil fein lebendiges Erleben ihnen fern liegt. Doch soll das Erntedankfest auch für sie eine Bedeutung haben Es soll sie erinnern, daß es lebensvolle Beziehungen von menschlicher Arbeit und von dem Erfolge dieser Arbett hinauf zu jener höheren Macht gibt, ohne deren Segen alle menschliche Arbeit ein elendes Sttickwerk ist, daß wir also in allem Erfolge unserer Arbett die ftgenSvolle Offenbarung diefes Gottes zu erkennen haben, der zwar dem Menschen seine Ohnmacht oft genug zum Bewußtsein Erringt, aber ihn über diese Erfahrung hinaus doch gnädig zu manchem Ziele gesegneten Erfolges führt. In dieser ErLnutniS beugen neben bem Landmann auck viele andere, bie für diese Offenbarung des segnenden Got­tes empfänglich sind, ihre Knie nnd stimme» in das alte Pfalmwort ein:Danket bem Herrn, berat et ist freratb» lich rack seine Güte währet amgtidt!"

2. Olbernhau. 3. Honvttze.

Welchen Beruf hat per Jnvaver vorstehender BS» suchLkarte? Marne und Ort enthalten Vie gleiche» Buchstave» tote diese.

Wort-BerelnIqungs-RÄfel.

Schein Gruppe Kind Da« Glühen Fra». Lerrüe Flutz Wert Platte Brust Schaff.

Einem jeden der vorstehenden Wörter tft eins der nachfolgende» vorzukeye«. Die »»raiieihr entstandeneff Doppelwörter ergeben in ihren AirfangSLachflaS«, einen Kalendertag hn September.

Alpen Arm Ehrtst Ehe Gesell Haus Ilm gu« Leid Mond Stock Tisch.

Lösung Bee Aufgabe» tu nächste» Nummer.

Lösung Bet An fanden au» voriger Nummer. ' «usttzstmg »es RStfekS:

Die Schuld' '

«uflöftmg des Zttoten-RütfekSr

Tu, was du nicht tosten kannst.-

«uffvslmg dcS Bilder-RSlselS:

Viele Dropse» geben erst das Meer.

»uföfuttg des Silbon-MStselSr