Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg
Anzeiger für (das früher kurhessische) OLMeffen
Die »ObeihelfilL« Zeitung ' «richeint iedumal wöchentlich. — Bezugsprei» monatlich
Marburg
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Aus den Ausschüssen.
Ernteopfer für Oberschlefien.
Der Krieg im Orient
Athen, 28. Sept. Dir Botschaft deS Königs Konstantin an das Griechenvoll lautet:
Entfprechend dem feierlich kundgegebenen Wunsche der h-llenischen Nation kehrte ich am 6. Dezember 1920 nach Griechenland zurück und übernahm wieder mein königliches Amt. Ich erklärte damals und beschwor, daß ich die Bestimmungen der Verfassung einhalten würde. Tiefe Erklärung entsprach ebenso meinem innigsten Wunsche wie demjenigen des Griechenvolkes und den internationalen Interessen unseres Vaterlandes. In den von der Verfassung gezogenen Grenzen tat ich alles, was mir als Mensch für die Verteidigung der Interessen der Nation möglich war. Heute brachten betrübende Ereignisse unser Land in eine kritische Lage. Aber Griechenland wird ebenso wie in so viel anderen Fällen in seiner jahrhundertelangen Geschichte auch diese Hin- dernisse überwinden und auf seinem ruhmreichen und glänzenden Wege fortschreiten, vorausgesetzt, daß es der Gefahr in voller Einigkeit begegnet und do» einen mächtigen Freunden unterstützt wird. Da ich nicht will, daß irgend jemand auch nur im geringsten glaube, daß ich auch nur in irgend etwas durch mein Verbleiben aus dem Throne der Einigkeit im Weg? stehe, verzichte ich,aus die königliche Gewalt. Mein ältester Sohn Georg ist von diesem Augenblick ab Euer König. Ich bin gewiß, daß sich die gesamt? Nation um ihn scharen und ihn mit allen Kräften und um den Preis aller Opfer in seiner schwierigen Aufgabe unterstätzen wird. Ich selbst bin glücklich, daß sich mir eine neue Gelegenheit bietet ,mich abermals für unser Griechenland ansznopser». Noch glücklicher werd« ich sein, wenn ich sehen werde, daß mein Volk, das ich so liebe, in vollkommener Einmütigkeit zu seinem neuen König steht und das Vaterland zu neuem Ruhme und zu neuer Größe führt. Jedes Opfer ist gering. Ich bin bereit, an der Spitze der Armee für die Interessen des Landes zu kämpfen, wenn die Regierung und das Volk Griechenlaicks glauben, daß dieser Dienst meinem Vaterland« nützcu könnte.
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f An das deutsche Landvolk! Deutsche Brüder! Die Landbevölkerung Oberschlesiens steht vor der Vernichtung oder vor dem traurigen Ausweg 'des restlosen Untergangs im Polentum. Ein Land, seit Jahrhunderten dem Reiche treu, jvendet sich durch den Oberschlesischen Hilfsbund an die Landbevölkerung des ganzen Reiches. Der Oberschlesische Hilfsbund, der bei seiner vaterländischen Arbeit die Unterstützung aller Schichten des deutschen Volkes fand, ist die einzig berufene Stelle, alle Kräfte zu diesem großen Unterstützungsroerk zu {cinmdn. Darum helft ihm bei dem Ernteopfer für Oberschlefien. Blühende deutsche Besitzungen wurden von polnischen Räuberbanden überfallen und ausgeplündert. Große Teile des Viehbestandes wurden zwecklos hingeschlachtet oder fortgetrieben. Weite Teile deutschen Sobens wurden von Polen mit ftemden Hilfsmitteln aufgekaust. Deutsche Landwirte wurden verschleppt oder erschlagen. Ihre Felder liegen auf Jahre hinaus brach. Eine gewaltige Not im ganzen Land ist die Folge. Hier mutz die Hilfe des ganzen deutschen Landvolkes einsetzen. Wehrlos gegenüber stehen die deutschen Landwirte Oberschlesiens dem unersättlichen polnischen Landhunger. Wer sich zum Deutschtum bekennt, hat weder Saat noch Ernte. .Deutsche Bauern find es, die Euch um Hilfe bitten. Auf Euch allen lasten Sorgen, aber wenn jeder von Euch nach besten Kräften gibt,, und wären es auch nur einige Sack Kartoffeln, dann ist geholfen. Darum gebt Eure Spende willig und ohne Zögern zum Ernteopfer für Oberschlefien.
- Berlin, 28. Sept. Der Reichsausschutz Deutschen Landwirtschaft, in dem alle landwirtschaftlichen Körperschaften zusammengeschlcssen sind, hat folgenden Aufruf an die gesamt« deutsche Landwirtschaft gerichtet:
Lage im Orient und in Griechenland beschäftigt. Es wurde beschlosien, datz die Ereignisse in Grie» chenland die von Frankreich in Gemeinschaft mit leinen Alliierten getroffenen Beschlüsie, die Mustafa Kemal Pascha mitgeteilt wurden, nichts Ächern könnten.
Pari», 28. Sept. Ueber die Beurteilung der Lage Griechenlands durch die politischen Kreis« Frankreichs teA Havas offiziös mit: Welche Entwicklung auch die Aufstandsbewegung in Griechenland nehmen sollte, sie könne Frankreich nicht gleichgültig laste». Sie drshe die Lage im nahen Osten noch weiter zu verwickel«. Dir Türk» mit ihrem angeborenen Mißtrauen feie» geneigt, in den Athener Vorgängen einen letzten Bereich zu erblicken, die gefährdete Stellung Griechenland? zu retten. Einige von ihnen seien schon auf die Rückberufirng von VemzeloS und auf eine neue Offensive der griechische» Truppen in Thrazien gefaßt. Aus Adana verlaute sogar, daß die kcmalistifche Regelung sofort die erforderlichen Maßnahmen treffen würde, um die Sicherheit der muselmanischen Bevölkerung kn Thrazien während bei Aufstandes zu gewährleisten. Leider bestehe also für de» türkischen Nationalismus eine neue Quelle der Erregung und neue Konfliktsmöglichkeiten. Hoffentlich werd« Kemal klug genug sein, um aus die Mahnungen zur Vorsicht und Mäßigung zu hören, die der heute in Smvrna erwartete FranklinBouillon ihm überbringen toetbe. WÄer die Abdankung Konstantins noch die Rückkehr von Vmize- loi könnten ja die gemeinsamen Beschlüsse der Alliierte» tont 23. September ändern. Die Rückgabe Thraziens sei ton ihnen der Türkei aus realistische» GLankengängen heraus unb imJnteressedes Friedens versprochen worben, nicht aber, um gegen de» gestürzten griechischen König Repressalien zu üben.
Pressestimmen.
London, 28. Sept. Die Abdankung Konst a n t i n k Wirb von der Presse bgriißt. Es wird betont, daß die griechische Revolution die Schwierigkeiten im nahen Osten vermehrt habe.
Die „Times" schreibt, nur wenige Leute in England würben den Sturz des Schwagers bei damaligen deutschen Kaisers bedauern. Die Niederlage hab-- seinen Stur; unvenneidlich gemacht. — „Nestln i n st e r Gazette" schreibt, weder Ueberraschuntz noch Bedauern werde über die Abdankung König Noa- stantins empfunden. Er fei kein Freund Englands gewesen. Dom europäischen Standpunkt oul gesehen sei es notwendig, daß Griechenland eine Regierung erhalte, mit der die Mächte verhandeln könntol unb die an der Konferenz teilnehmeu könne. „Daily Chronicle" meint, für die Stoatsmänue« in England und den anderen alliierten Ländern könne der Sturz Konstantins keinerlei wichtige Auswirkung in politischer Beziehung Hecken. Ei lieg« im Interesse aller, daß Unrichen vermieden würde» und' daß wieder eine stete Regierung in Griechenland zustande komme.
London, 28. Sept. Ter politisch« Berichterstatter der „Westminster Gazette" schreibt, die britische Regierung widersetze sich nicht irgendeiner Vorkehrung, durch die die Stimme Rußlands auf der kommenden Konferenz über den Orient gehört werden solle. Die Schwierigkeit sei jedoch di« Haltung FrankreiM, das keineswegs geneigt sei, Rußland eine offizielle Stellung auf der Konferenz ein- zuräumen, da dies einer Anerkennung der en «fischen Regierung nleichkommen würde. Diese Schwierigkeit würde jedoch überwunden werden. Die Tür sei für Rußland in Genua geöffnet worden, diesmal werde sie v'elleicht noch ein wenig weiter geöffnet iverden. Einem Rewyorker Bericht der „Westminster Gazette" zufo'ze zeigt sich die amerikanische Presse im allgemeinen einer russischen Teilnahme an der Konferenz über die Meerengen g ü n sti g gesinnt. In einem Leitartikel schreibt die „Westminster Gazette", England könne gegen eine Beteiligung Rußlands keinen Einwand erheben, man verschließ« sich hier jedoch nicht bet Tatsache, daß die ftanzösische Regierung anderer Ansicht fei, und diese Ansicht sei so stark vertreten, daß der Einwand Frankreichs ein Hindernis! für das Zustandekommen der Konferenz bilden rönne. Dies sei «’ne weitere Komplikation in der Lage im NabtN Osten, der die Alliierten gegenübertrete« müßten.
Londo n, 28. Sept. Der Sonderberichterstattetz der „Daily News" in Beirut meldet, in dortige« gut unertrichteten Kreisen werd «angenommen, daß Frankreich in naher Zukunft einen großen Teil Syriens den Kemaiisten abtreten werde und nur den Staat des größeren Libanon behalten werde. Tie französischen Hilfsmittel reichten für die Kontcrlltz Groß Syriens nicht aus und insbesorckere in öe« nördlichen Distrikten sei die Lage bereits äußerst »n< ruhig. Die Kcmallsten sollen bereit sein, Frankreich die Mossuk-Oel-Felder und die Kontrolle detz nordiyrischen Eisenbahn zuzugestehen. , i
Varis, 28. Sept. Das „Petit So*e«<F schreibt: Durch seine übertriebenen persönliche» Lucktt» nen sowie durch seinen Mangel an Urteilsfähigkeit »m Lovalität hat König Konstantin taS Werk vo, Benifelos zerstört und fein Land zerstückelt. I» Frank reich wird man sich immer daran eannent, bafe Sw*
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Miiifct Ecnitafl.
i.: 16 6. Sitzung vom 28. September.
- Berlin, 28. Sept. Zur ersten Beratung des »uberkulosegesetzentwurse», bet dir Meldepflicht für Tuberkulosefälle vorsieht, erklärt Abg Dr. fcße 01 (Soz.) den Entwurf als unzulänglich. Er sei nur Mr krankenpolizellicheS Gesetz zur Verfolgung der Tuber- fclojc. Das Reich müsse den Ländern Mittel zur wirksamen Bekämpfung dieses Bolksseuchengesetzes geben. Inzwischen aber müsse Preußen ton sich auS vorgehe».
tf Wohlfahrtsminister Hirtsiefer erwidert, eine Be- Mcksichtigung aller Wunsche des Vorredners hätte die penze Aktion zu sehr verzögert. Darum müsse man sich Snächst damit begnügen, dar Hebel bä der Wurzel zu sien, die in der mangelhaften Anmeldung der Kro.n- Lnfälle Lege. Im übrigen würden wohl im Ausschuß Verbesserungen möglich sän.
ft Abg. Dr Stemmler (Ztr.): Der Entwurf bietet tzvar nur Heinere Mittel, aber auch solch« sind nicht entbehrlich. Die Tuberkuloseftag« ist in erster Linie eine Ernährungsfrage. Ganz besondere Sorgfalt muß der Desinfektion gewidmet werden.
Abg. Quadt-Faslem (Deutsch».): Das Trau' äzste an der Notlage unseres Volkes ist, daß daS Geld »uch für die alleidringlichsten Ausgaben für Volkshygici« !fehlt. Wir begrüßen die Vorlage, auch wenn sie nur kleine Aushilssmittel bringt. Die Hauptsache ist unt tiribt, die Vorbeugungs- und AufkiärungSarbut. Deshalb müssen die Fürsorgcstellen möglichst gut ausgestatler kein. '
Abg. Kilian (Komm.): Nur die soziale Hebung k$ arbeitenden Volkes kann einen wirklichen Erfolg in der Abwehr dieser Volksseuche bewirken.
F > Die Vorlage wird nunmehr dem Ausschuß für Br- tzölstrungSpolifik überwiesen.
I Der Gesetzentwurf über die Aenderung deS Ge - krrchts^kostengesetzes und der Gebührenord- »u ng für Notare, Rechtsanwälte und Gerichtsvollzieher wird an den Nechtsausschuß pirückverwiesen, weil dir t'.vz sich geschlossenen Sätze inzwischen durch die Geldentwer- tung schon wieder überholt sind.
, ) Der Antrag aller großen Parteien zur Förderung des Wohnungsbaues geht ohne jede Debatte an den Sied lungsausschuß.
! Gegen 6 Uhr vertagt sich bas Haus auf Freitag vorm. 10 Uhr, wo die sozialistischen und kommunistischen An- sragcn und Anträge zur Teuerungsfrage beraten
Der Bnietgenprels beträgt für de» ggesp. Zellenmillimeter 3.00 8RL amtliche und ausw Blutigen 4.00 Mk. Andere Spaltenbreiten entsprechend. Bei schwierige« Satz _ , 50«/. »utschlaq. Spät einlaufende ober den Kaum über H. Seite einnehmende An-
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Paris, 28. Sept. Havas betrachtet in einer Mell düng aus Athen die erste Phase der griechischen Revrlu- tion als abgeschlossen. Die aufständischen Truppen seien int Piräus gelandet und in den öffentlichen Nebcwden untergebracht worden. Die Besetzung von Athen sii ohne Blutvergießen vor sich gegangen. Die Rovu- listen hätten unter Führung des Generals Konstanti- n o v u l u s und des Obersten S u t o s, der Platzkom- Mandant ton Athen war, eine» bewaffneten Widerstand gegen die Rebellen versucht, aber die venizelistischen Elemente, geführt von General Pangalos, hätten sich ihrer Bewegung widersetzt, sich der Platzkommandantur bemächtigt und den Platzkommandanten verhaftet. Schließ 'ich seien sie Herren der Sagt geblieben unddie rstmlisti- schen Trnvpen seien in ihre Quartiere zurückgeführt worden . Der König habe ein Manifest veröffentlicht und -eine Wdankung zugunsten seines ältesten Sohn-s, de? Prinzen Georg, angezeigt. Der König habe zuerst die Absicht gehabt, auf den Rat der Generäle und den Prinzen Nikolaus hin, sich der Auffiandsbewegung zu widersehen. Er habe sich aber von der Unmöglichkeit deS Widerstandes überzeugt, und die gegenrevolutionären Vorbereitungen seien abbestellt worden. Die Ehefs der venizelistischen Partei seien den militärischen Clefs der Bewegung cntgegeugefahrrn und hätten mit ihnen über die Organisation bet neuen Regierung verhandelt. Jedenfalls werd« General Rider Ministerpräsident werden, Cara- panos Minister für auswärtige Angelegenheiten, w-nn dieses Portefeuille nickt Ceremilas übertragen werde' Finanzminister werde Diomcha. Die dynastische Frage bilde den Gegenstand von Diskussionen, unb man gehe so weit, von der Notwendigkeit, die Republik auszurusen, zu sprechen.
Paris, 28. Sept. Der „Chicago Tribüne" zufolge wird Venizelos am Samstag au8 dem Seebad Deauville nach Paris zurückkehren. Zurzefl halte er in Deauville mit griechischen Persönlichkeiten. die jetzt in Frankreich und England leben, Besprechungen über die Haltung die Griechenland den Alliierten gegenüber einnehmen solle, ab. Di« französische Regierung sei besorgt über di« Einwirkung, die die neue griechisch? Regierung auf di« Friedensverhandlungen mit den Türken haben könnte. Der Ministerrat werde sich heute mit der Lage beschäftigen. Jede Hoffnung, daß die Türken noch diese Woche die Note der Alliierten beantworten könnten, sei aufgegeben. Man erwarte die Antwort erst nach der Klärung der Lag- in Athen.
Di« Kamps«.
Paris, 28. Sept. Nach einer aus Konstantinopel üll.e London zugegangenen Havas--Meldung rückt türkische Kavallerie von E r e n k ö j aus in nordöstlicher Richtung aus Osmanli Tepe vor, ofsenbar um den vorgeschobenen britischen Posten von Kepez (?) zu besetzen. Eine starke britische Kolonne mit Ar
tillerie ist von Tschanak abgegangen, um den Vor
marsch der Tüvkeu zu verhindern.
Londo n, 28. Sept. Die „Times" meldet aus
Malta, daß die dritte Ze rstö re rflokille sowie
bxei UiejJiei uni» eia Ü-Bost nach dem Osten
Die Kartoffelernte. Die Kartoffelernte ist, wie den Plättern mttgeteUt wird, reichlich gut. SS ist kein Anlaß zu Besorgniffen itnb mich fein Anlaß zu Preistreibereien vorhanden. Von einer Stockung der Lieferungen kann keine Rede fein. Im Gegenteil klagten die Landwirte über mangelnde Abnahme.
Der von
einer Seite genannt« Preis von 1400 JC würde unter das Wuchergesetz fallen. Die Meldung von der Forderung eines solchen Preises vestättgt sich auch nicht. Die Kartoffeln dürften jetzt gekauft werden können, esne daß mau befürchten müßt«, datz st« vorzeitig ver dürtze«.
abgefahren sind. AuS Konstantinopel wird gemeldet, daß dir erste Zerstörerflottll« der Atlantischen Flotte dort eingetroffen ist. Ihre Ankunft habe zur Beschwichtigung der Nervosität in Konstantinopel beigetragen. J
London» 28. Sept. Nach einem Bericht aus Washington habe» auf Ersuchen des Admirals Bristol zwölf amerikanische Zerstörer Befehl er- yalten, sich nach Konstantinopel zum Schutze der amerikanischen Interessen zu begehen.
London, 28. Sept. Reuter meldet auS Konstantinopel, daß die Spannung wegen der Verletzung der neutralen Zone etwas gemildert wurde durch die Antwort, die gestern von Mustapha Kemal ans Smyrna ankam. Die an Harrington gerichtete Antwort umgeht die Frage der Zurückziehung der türkischen Truppen Kemal erflärt, er wisse nichts von einer neutralen Zone unb beklagt sich über die Zerstörung von Gebäuden »nd Ströhen durch die brittfchen Trichpe». Tie Antwort gibt dem Wunsche Ausdruck, Zwischenfälle zu vermeiden.
Paris, 29. Sept. Nach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Konstantinopel haben die britischen Behörden Tschanaks in einem Anschlag erklärt, daß, um die Einwohnerschaft nicht dem Schrecken des Krieges auszusetzen, di« ganze Zone g e r 8 u.m t werden solle, lieber die Vorgänge vom Samstag Abend glaubt das Blatt zu wissen, datz sich eine anscheinend starke g r i e - chischeAbteilungindie neutrale Zone zurückgezogen hätte, der die Türken bis in die Nähe von Tschanak auf dem Fuhr gefolgt seien. Der englische Kommandant verlangt den Abschlutz eines Waffenstillstandes und Aufklärung, warum die Türken in die neutrale Zone eingedrungen seien. Diese hätten geantwortet, sie wüßten von keiner solchen Zone und hätten vor allem Befehl, die Griechen zu verfolgen, wohin diese sich auch wenden mögen.
Sannis Minimen.
Paris, 28. Sept. Wie die „Chicago Tribüne" aus Konstantinopel meldet, verlautet in nationalistischen Kreisen, datz Kemal die Bedingungen die Prinzipennote der Alliierten mit folgenden Ernschränkungen annehmen werde:
1. sofortige Räumung Thraziens durch die Griechen anstatt der versprochenen Garantien;
2. keine Völkerbundskontrolle über irgendwelches türkisches Gebiet;
3. keine Einbeziehung Japans in die Regelung der Meerengenfrage;
4. Wozu solle die Räumung Konstantinopels durch die Alliierten bis zum Abschluß des Friedens aufgeschoben werden?
Die Kemaiisten trauten der zweideutigen Ausdrucksweise der Note nicht, weil diese die Besetzung Thraziens bis zur Maritza nicht Nipp und klar den Nationalisten zugestehe, sondern sie von der Respettierung der neutralen Zone abhängig mache.
Beratungen in London «nd Paris.
London, 29. Sept. Die gestrige Abendpresse weist auf den drohenden Ernst der Lage hin. Sie erklärt, der Frieden hänge an einem Faden. Gestern wurden um 11 Uhr vormittags und 4 Uhr nachmittags Sitzungen des britischen Kabinetts abgehalten, in denen die Lage im nahen Osten erörtert wurde. Dor der ersten Kabinetts- fitzung, die zwei Stunden dauerte, empfing Lloyd George den britischen Botschafter in Berlin, Lord d'Äbernon. Auch amtliche Kreise halten, wie gemeldet wird, die Lage für ernst.
„Evening News" infolge befaßte sich das britische Kabinett heute vormittag u. a. mit den gemeldeten türkischen Truppenzufammenziehungen in der Nähe von Jsmid. Die letzten Berichte über das türfische Vorrücken in der Nähe der Meerengen hätten daS Kabmett genöti.rt. die Möglichkeit zu erwägen, daß die türfischen Nationa- listen ihre vorrückende Kavallerie als Schutz benutzen, hinter dem sich di« Infanterie und bte Artillerie zu einem Angriff auf bie britischen Streitkräfte bei Tschanak zusammen ziehen. Demselben Blatte zufolge haben die Eng- tänber in Tschenak eine große Flugzeugflotte, die in der Lage sein werde, bald zu entdecken, was hinter den türkischen Linien tatsächlich vorgehe. Brittsch« Geschütze aus Malta seien jetzt auf der Halbinsel Gallipoli ausgestellt. Den letzten Schätzungen zufolge betragen die Streitkräfte Mustafa Kemal Paschas 60 000 bis 100000 Bajonette.
Mustafa Kemal Pascha hat seine Truppen in zwei Armeekorps «iuacteilt »nd verfügt, wie man glaubt, übet 60
Flugzeuge.
Paris, 28. Sept. Der Mintsterrat, der heute
vormittag nt Rambouillet tagte, hat sich mit der