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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

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Anzeiger für (das früher kurheUche) Oberhessen

Rr. 228

Di« JDbetbeffiicbe Zeitung' ezidjetnt sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 75 Ml. ohne Zustellungsgebühc. Für ausfallend« Stummer« infolge Streiks oder elementarer Ereignist« lein Ettatz. Verlag von Dr. T. Hiyeroth. Druck der Univ.«Buchdruckerei non 3ob. Lug. Koch, Markt 21 23. Nernjprecher 55, Post­scheckkonto: Slr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Marburg DsMttsiag. den 28. September Scheidinz.

Der Anzeigenpreis beträgt für den Sgesp. Zeilenmillimeter 3.00 3RL amtliche und ousbj. Anzeigen 4.00 Mk. Andere Spaltenbreiten entsprechend. Bei schwierigem Satz 50 o/o Aufschlag. Spät einlaufend« oder den Raum über */ Seit« einnehmend« An- ietqen werden nach der Textspaltenbreite berechnet. Reklamen di« Col.-Zeile 30.00. Mk. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bet Auskunft durch die Eeschästsstell« und

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57. m

1922

Revolution in Griechenland.

MW fitn o'5 S!llMM.

Ablehnung der Bedingungen der Verbündeten?

London, 27. Sept. Der Konstantinopeler Sonderberichterstatter desDaily Chronicle" mel­det über die voraussichtlichen Friedensbedingungen Kemal Paschas, der türkische Nationalistenführer frerde es ablehnen, unter den Bedingungen der verbündeten auf die Konferenz von Venedig zu sehen. Kemal Pascha wünsche die Teilnahme R u ß l a n d s auf der Konferenz und verlange das Hecht, die Küste des Marmarameeres zu b e f e st i - |e n Er habe erklärt, wenn die Türkei ihre mili­tärischen Operationen einstellen solle, so müsse Eng­land zuerst mit der Entsendung von Verstärkungen dach der Türkei aufhören.

Dem Berachterstatter zufolge herrscht im Yildiz Palast Panik. Der Sultan sei durch den Rücktritt feiner Minister vollkommen niedergeschlagen. Ke­mal Pascha habe seine Absicht ausgedrückt, einen nationalen Eroßwesir in Konstantinopel zum Ver­treter der Angoraregierung zu ernennen. Die Wahl «erde sicher auf Hamid Dey fallen. Es bestehen wenig Zweifel, daß der Sultan wegen seiner eng- landfreundlichen Haltung entthront werden wird. Der aussichtsreichste Kandidat sei Selim.

Paris, 27. ©epi. Mustapha Kemal Pascha har in Smyrna dem Korrespondenten derCh'cago Tribüne" eine Unterredung gewährt. in der er u.a. sagte'

Wir wünschen, das; die Meerengen offen sind. In­folgedessen sind wir bereit, die bestehenden Befestigungen pi beseitigen. Aber unsere Hauptstadt liegt am Bosporus, und unsere^ Sicherheit muß verbürgt werden. Für ihre Sicherheit ist aber diejenige des Marmarameeres erforderlich Hier handelt es sich um eine grundsätzliche Frage, die heute noch nicht klargestellt ist. Wenn wir tie Freiheit der Meerengen wünschen, so glauben wir, daß wir in diesem Wunsche mit der ganzen Welt einig sind, ausgenommen einer einzigen Macht: England, das daran interessiert ist, sie zu schließen, PorauS- sesetzt, daß diese Schließung durch England selbst er-. folgt. Wenn England die Freiheit der Dardanellen wünscht, so ist die ganze Frage gelöst. Wenn es dafür ist. sic zu schließen, sei es durch Agenten oder durch seine eigenen Mittel, so muß die Welt klar und deutlich Siri» lung nehmen. Angesichts der augenblicklichen Stellung der Armeen der großen Nationalversammlung sind die Meerengen bereits in unserer Hand, zum mindesten aber unter unserem Änsluß. Ich bin sicher, daß Frrnk- reich, Italien und die Vereinigten Staaten sich der wahren Idee der Engländer bewußt sind. Es handelt sich für sie noch darum, sich hierüber öffentlich zu erllären. Was die Garantien für die Sicherheit Konstantinopels uno des Marmarameeres anlangt, so werden wir es Vorlieben, selbst keinerlei Lösung vorzuschlagen, sondern die bete-üg- fen Mächte entscheiden zu lassen und uns ihrer Entschei­dung anzuschließen. Die Regierung der großen National­versammlung ist bereit, der ganzen Welt gegenüber die Ver. Ächtung zu übernehmen, die Freiheit der Meer­engen unter keinen Umständen anzutasten De Stf-cr heil des Marmarameeres und Konstantinopels bedeutet gleichzeitig, daß keine fremde Flotte ungehindert in voller S'ärke durch die Meerengen einfahren kann, wenn für den Eintritt in die Meerengen zwanqstoeise Vorbehalte ge- machst werden. So ließe sich die Frage leicht regeln. Um mehr ins Einzelne zu gchen: Sollte eine fremde Flotte rach Konstantinopel kommen wollen so müßte sie die türkische Regierung davon unterrichten. Es könnten bann nicht alle Schisse auf einmal einßahren, es könnte eines durch die Dardanellen durchfahren und dann, nachdem dieses sie verlassen habe, ein zweites ustv. Die beteiligten Mächte würden einander garantieren, daß V-< in die Sicherheit der türkischen Hauptstadt nicht ein» greifen würden, und daß im Falle eines derartigen Ein­griff das betreffende Land von allen übrigen angegriffen wüt e Wenn Mächte wie Griechenland, die als Werkzeug einer anderen Macht benutzt werden könnten ihrer Flotte beraubt würden, so würde das eine weitere Garantie für Die Sich>erheit des Marmarameeres fein. Außerdem bestehe ein Vertrag mitRußland, auf Grund dessen die Türkei die Berechtigung Rußlands, der Ukraine, Geor­giens und anderer Staaten, an der Regelung der Meer­engenfrage t et lzunehmeu. garantiere. Es wäre auch unlogisch, fuhr Mustafa Kemal fort, wenn die Versagung des Feindes, den wir in Kleinasien geschlagen haben, ver­sagt würde, während er in Thrazien sich reorganisiert, um weitere Unruhen über da« türkische Reich zu bringen.

Die Engländer hätten eine gewisse Zone für neutral erklärt, sie sei aber nicht neutral, sondern diene dem Zwecke, die Reste der griechischen Armee zu be­schützen. Neben diesem ersten Z e! verfolge die enzstsche Regierung noch zwei Ziele, die Dardanellen und Kon­stantinopel zu besitzen. Obwohl Konstantinopel nick! in ihrer Hand sei, hoffe sie sich auf Gallipoli zu halten, was eine indirekte Bedrohung der türkischen Hauptstadt mit sich bringe. Die gegenwärtige englücke Regierung greife zu jeder Intrige, um die anderen Mächte zu täuschen. Im Augenblick sei ihr Wunsch der. den anderen Mächten Enttäuschungen dadurch zu bereter, daß sie sie in ein Abenteuer hiueintreibe. Er Mustapha Kemal Pascha glaube aber nicht, daß diese anderen Mächte ihre Vernunft soweit verlieren werden, um mit Großbritannien zusammenzugehen Die Politik der jetzigen englischen Regierung sei so gefährlich, daß L- nickt nur für bk üb ritte« Mächte unannehmbar

Mulm les Miss.

Rücktritt der griechischen Regierung.

Athen, 27. Sept. Reuter meldet: König Konstantin von Eriechenland hat a b g e d a n k t.

Es find ernste revolutionäre Unruhen ausgebrochen, besonders in Larisia, Mqtilene und Saloniki. Das Heer und die Marine find beteiligt. Die Revolutionäre verlangten die Abdankung des Königs.

Paris, 27. Sept. Havas meldet aus Atzten vom 27. September: Die griechische Regierung ist zurückgetreten.

Paris, 27. Sept. DemJntranfigeant" wird bestätigt, daß unter den griechischen Truppen und in der Marine von Saloniki gestern eine Aufst<>s- bewegung begonnen habe. In Saloniki habe Ge­neral Kutais die Garnison verlasien, um sich den Meuterern von Mitylene und Kiosk anzuschließen. Die Stadt sei bis jetzt ruhig geblieben. Auch die Flotte scheine gegen die Regierung Partei zu er­greifen. Die FahrzeugeKilkis" undDemaos" so­wie neun Torpedobootszerstörer hätten sich für auf­ständisch erklärt. Bei Kap Ionium sei eine Abtei­lung von aufständischen Truppen gelandet. Ge­neral Papulas sei ihnen entgegengeschickt worden, um sie durch Verhandlungen mit ihren Führern auf­zuhalten.

Die Lage beurteilt derTemps" nach den bis heute Mittag in Paris vorliegenden Meldungen als sehr ernst. Die Lage habe einen revolutionärer. Charakter angenommen. In Mitylene und Salo­niki verlangten dir Tropen die Abdankung König Konstantins, während in Athen selbst, wo das Ka-

f'ei, sondern auch für einen großen Teil her britischen Oessentlichkeit. Wenn die britische Nation ihre öffentlichen Angelegenheiten noch länger in den Händen von Staats­männern wie Lloyd George laste, fo werde sie in den Fundamenten des britischen Reiches einen unheil-

c n Bruch h-rhsifübren.

Rußlands Standpunkt.

London, 27. Sept. Der »Daily Telegraph" be- ndjtet: Der stellvertretende offizielle Kommissar der Sowjeiregieruna in London Berzin sprach gestern im Auswärtigen Amt vor, um den Standpunkt der Sowjetregierung zusammenhängend mit der Krise im Orient ausdrücklich hervorzubeben. Er erklärte, Ruß­land wiinlche eine friedliche Regelung, könne «wer keiner internationalen Entscheidung zustimmen, die in Abwesenheit seiner Vertreter erzielt werde in einer Frage, die von so grundlegender Bedeumng für den Handel und die internationalen Beziehungen Rutz- lands sei, tote die Stellung Konstantinopels und der Meerengen.

Das Auswärtige Amt hat eine Rote der russischen Regierung erhalten, in der diele um Zulassung von Rußland, Georgien und der Ukraine zur Konferenz über den nahen Osten ersucht.

London, 27 Sept. Der Sonboner Berichterstatter be? W. T. B. erfährt zur Frage einer Tellnrhme Ruß­lands an der geplanten Konferenz über den nahen Osten. ' man sich in britischen Kreisen keineswegs der Tat­sache verschließe, daß eine enbgiltige Regelung der Frage oer Meerengen nicht zustandekommen könne ohne die Mitwirkung Rußlands. Andererseits gehöre Rußland nickt zu den Mächten, die den Vertrag von Sövres unter« Mchnet hätten. Auf britischer Seite ist man der Ansicht, daß die Frage der Zulassung Rußlands zu der geplanten Konferenz die Verbüicketen gemeinsam angehe. Da man 'n London keineswegs soweit gehe, eine Teilnahme Rußlands an der geplanten Friedenskonferenz zu fct- "ünoorten, würde man jedem von anderer Seite erhobe­nen Einspruch stattgeben und sich darauf beschränken, eine Lücke offen zu lassen, um es Rußland zu ermöglichen, auf 5em Wege über den Völkerbund den ihm zustehenden Anteil an der Kontrolle der Meerengen zu erhalten.

W feine Mmm der neutralen 3one.

Die Türken haben die neutrale Jone noch nicht geräumt, wie gestern gemeldet wurde Nach nn?r Havasmcldnv.z aus Konstantinopel hält eine 200') Reiter starke kemalistische Abteilung noch immer Erenköy in der neutralen Zone von Tschanak besetzt. Am 25. ds. Mts. sei eine weitere Abteilung von 1000 kemmistjschen Reitern in den nördlichen Teil der neutralen Zone eingedrungen und habe Bigha besetzt. Gestern morgen haben der Vertreter AnzoraS, Hamid Veh. eine Unterredung mit General Harrington gehabt, bei der dieser ihm höflich auseinandergescht habe, wie wünschenswert die schleunige Räumung der neutralen Zone durch die türkischen Truppen wäre. Hamid Bey habe davon Kenntnis genommen und hine zugesügt, daß er den Wunsch «<& Generals sofort a*i das kemalistische Hauptquartier übermittln werde.

Generalmajor Sir Frederic Maurice meldet der Daily News" aus Konsuluttwopel, daß die türkjche

binett zurückgetreten sei, der Einfluß des Generals Metaxas die Oberhand zu gewinnen scheine.

Nach demZntransigeant" sollen die Aufstän­dischen in Eriechenland nicht die Rückkehr Veni- zelos, sondern die Bildung einer neutralen Regierung verlangen.

London, 27. Sept. Die Meldung von dem vorbehaltlosen Rücktritt König Konstantins erregt' in London großes Aufsehen. Lloyd George befindet sich auf dem Wege nach London, um auf einer Mi­nisterkonferenz den Vorsitz zu führen.

Die aus Athen eintreffenden, anscheinend zum Teil von der griechischen Zensur gekürzten Mel- dungen über eine revolutionäre Bewegung in Erie­chenland lauten widersprechend. Wie die Blätter melden, hat die Bewegung sich au» den Armee, und Flottenhauptquartieren Mytilene und Chios nach allen Richtungen über Griechenland ausgebreitet. Bisher fei die Revolution ohne Blutvergießen Der, laufen. Schiffe mit Truppen sollen auf dem Wege von Mqtilene und Clios nach dem griechischen Fest­land sein. In ganz Eriechenland fei der Belage­rungszustand verkündet worden. Wie aus Athen bericktet wird, ist die griechische Flotte zu den Re­volutionären Lbergcgangen.

Wie von der Berliner griechischen Eesandtschast verlautet, ist der Kronprinz zum König ausgerufen worden und zwar auf Setlangen der nationalen und venizelistischen Parteien, die gemeinsam für die Fortsetzung bes Krieges gegen bie Türken eintraten unb unter allen Umständen einen Einmarsch kema- listischer Streitkräfte in Thrazien verhindern wollen.

Kavallerie ErenGi und Kumkale weiterhin besetzt halte. General Harrington habe direkt an Kemal Pascha tele­graphiert und ihn erfudjt die Zurücknahme der tür­kischen Truppen aus der neutralen Zone anzuordnen. GenerÄ Pellet drahtete an Kemal in gleiche« Sinne. Inzwischen erhielten die britischen Truppe., bt Tschanak Befehl, keine Offensivaktion zu unternehmen, bis Kemal Zeit gefunden habe, den türkischen Streik, krästen Anweisung zu geben. Da? werde 48 Stunden erfordern. ES bestehe also keine Gefahr, daß daS britische militärische Vorgehen die Aussichten auf den Frieden beeintrLhtigle. Weitere brirische Infanterie und Artillerie sei in Tschanak ausqeschifst, auch die britische Flotte erhielt neue Verstärkungen. Harring­ton erklärte, daß für die britischen Streitkräfte in Tschanak keine Gefahr bestände

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London, 27. Sept. Drei weitere Bataillone Infanterie sind heute von Aldershot nach der Türkei cbgegangen. Zehn Einheiten der englischen atlan­tischen Flotte find in Konstantinopel eingetroffen.

Nach Mitteilung des Ministers für öffentliche Für- sorge beträgt die genaue Zahl her in Griechenland eingetroffenen Flüchtlinge 220000. An bet klein- asiatischen Küste warten noch 150000 auf ihre Be­förderung nach Griechenland.

Die griechischen Kriegsschiffe In Konstantinopel.

Paris, 27. Sept Nach einer Havasmelbung «ms Athen daven bet französische unb englische Vertreter die griechisch« Regierung auf die SLwtertgleit auf« merksam gemacht, die bet Aufrechterhaltung des Frie­dens «ms der Anwesendcit griechlscher Kriegsschiffe in den türkischen Gewässern erwachsen toltrben. Der Kreuzer .Awcrofs" werde zurückdefohlen werden. SDtan vade jedoch zum Schutz der grtechtschen StaatS- angevörigen ?toet Torpedoboote vorläufig auf bet Reebe von Konstantinopel belass-«.

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Die Sage to Marin.

Sofia, 27. Sept. Es gelang gcwifien po­litischen Persönlichkeiten, bie für die Kriegserklärung, für die Art. n* bet Krieg geführt wurde unb für die daraus entstandenen Katastrophen verautworttich sind, den gerichtlichen Verfolgungen zu eutgegehm. . Diese Tatsache unb der Mangel energischer Maßnahmen zur Verfolgung bet Kabinettsmitglieder Geschow, Daaew unb Malinoto machte auf die breiten Mafien der Be- -Slkcrung eine* sehr ungünstigen Eindruck. Ferner ist festgestellt worden, doch Teile des Blocke- dieser Parteien mit General Wrangel konspirieren und in ungesetzlicher Seife Banden und andere Gcheimorgaui- fationen bildeten, um dir gesetzlich errichtete Staats­autorität zu stürzen und sich so der Verantwortlichkeit zu entziehen. Aufgrund der Einbringung eines Ge­setzentwürfe- tu der Sobranje, der vorn SSnig be- {tätigt G tat» do? eines VÄVb^chluß Mes die

-Schuldfragen verlangt, beschloß der Ministerrat Maß­nahmen, um die ehemaligen Minister der Kabinette Geschow, Danew und Malinow, die verhaftet wurden, und deren Güter konfisziert wurden, zur Verfügung bet Gerichtsbehörden zu halten.

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Aufruhr in Albanien.

Frankfurt a. M., 27. Sept. 9Bie bet JStff. Ztg." aus Rom gemeldet wird, liegen dort Nach­richten über den Ausbruch eines Aufruhrs i« Al­banien vor. Die albanischen Regierungstruppe» seien bei Tirana geschlagen worden. Ursache de» Aufstandes sei vermutlich die Rückwirkung der 6te eigmsse im Orient auf Albanien.

MiW Eonbtoi.

Sitzungvom27. September.

Präsident Lei nett eröffnete die Sitzung mit cincr Ansprache, in der er den oberfcalesischen Brüdern unb Schwestern im Namen des äar.ii ags für bie durch die Entscheidung, bei Preußen verbleiben zu wollen, bermeseue Treue dankt.

Abg. Katz (Komm.) beantragt zunächst den kommuni­stischen Antrag gegen das Massenelend und gegen btt Teue­rung auf die Tagesordnung zu setzen und polemisiert gegen bie neue Vereinigte sozialdemokratische Partei, die eint sofortige Beratung dieser Anträge hn Ausschuß abgelehnt habe.

9Ibg. Lim btrtz (Soz.) bejeidjnet diese Aeußecuug im Wesentlichen als Tirade, da seine Partei die Materie am Freitag mit der erforderlichen Gründlich l.u zu prü­fen gebente.

Der kommunistische Antrag wird abg elehnt.

Nach Erledigung von 48 Petitionsberichten verlangen die Abg. Kan shold lDeutschn.) unb Stendel lD. Vollst).) zu den Rechnungen über die Verwendung der Zwischenkredite zur Errichtung von Rentengütern schär­fere Kontrolle bet gemeinnützigen Siedlungsgesellschaften.

Die Angelegenheit toirb bem Siedlungsausschuß über­wiesen.

Der Gesetzentwurf über Erweiterung der Berufs­schulpflicht wird nach kurzer Ausspr-cht dem Ausschuß überwiesen.

Um halb 6 Uhr vertagt sich bas HauS auf Donnerstag Nachmittag 2 Uhr. Tagesordnung: AnttSgr zur För­derung deS Wohnungsbaues.

Der Arbeitsplan des Landtages.

Der «etteftenrat des Landtags beschloß, zunächst di- zum 7. Oktober einschlietzlich zu tagen. Dann soll eine Pause etutreten bis zum 16. Oktober. Arn 17. Oktober «ollen bie Sitzungen wieder ausgenommen werden und zwar bis zum 25. Oktober. Daran soll sich wieder eine Pause anschlietzen. Die Sitzung am M. September soll um 3 Ubr beginnen und nur von kurzer Däner (ein, um den Fraktionen Zett zu lassen zur SBerctung der politischen Lage. Es handelt sich dabei in Sonderbett um die Stellungnahme zu den Interpellationen toet die Teuerung und die Bekämp­fung des Wuchers. Am 29. September foll bann die große politische Aussprache, die in Son­derheit die Teuerung zum Gegenstand hat, beginnen. Für jede Fraktton ist eine Redezeit von 3 Stunden vorgesehen,

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Die Mtt* btt SchMtM

Berlin, 27. Sept. Nach einer telegraphische« Mitteilung an die Kriegslastenkommission hat bei EntschädigungsauSschutz b escblosscn: 1. der Kriegs- lastcnkommtssion den Empfang der Schatzwechsel zn bestättge«: 2. die Wechsel der belgischen Negierung z« Übergeben; 3. Belgien und Deutschland Mr de« Nominalbetrag der Weck'kel am 15. August bezto. 15. Sei'ie'uver tu bebetteren bezw. zu trebttieren. Die EmpsangSveftättgung für die Wechsel ist gestern abend bei der Kriegsastenkommifsion eingegangen. Ter Ent- schäbigungSausschntz teilt darin mit die belgische R» giening habe sie davon in Kenntnis gesetzt, datz die belgische und die deutsche Regierung sich über bt< Wecknelgarmitten geeinigt hätten.

Part-, 27 Sept. Bei Wiedergabe des Bericht- ßber die gestrige Sitzung des EmschäbigungSaus- sckmfles, in der die Uebergabt der beutfeben Schatz« wechsel Mr Belgien zur Kenntnis genommen würbe, bemertt derTemvs", datz der französische Vtrtteter Duvois Aufklärungen verlangt und Vorbehalte «macht habe hinflchttich der Vereinbarungen zwischen der Bank von England und der Reichsbank, sowie be» etwaigen Verpflichtungen, die die deutsche Regirrnn« der Reichsbank gegenüber eingegangen sei. Erkläruim gen und Vorbehaltt seien ins Protokoll aufgtnonw men worden,

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leuemg unb MtlAltrnot.

Die Erhöhung des Preise« für Umlagegetreide.

Berlin, 27. Sept. DaS Reichsmtnisierturn hat sich heute mit bet Frage dcr Erhöhung der Preise für das erl»e Drittel deS NmlagegetreibeS beschäfrtat. Es sand eine eingehende Aus'«.rache statt. Die Beschluß­fassung wurde bis Anfang nächster Wocke vertagt.

München, 26. Sept. In der Hauptversammlung des Landwirtschaftlichen Vereins in Bayern teilte bet bayrische Lanbwirtschaftsminiftrr Wuzlhofer mit, der Reichsernäbrnngsminister Fcyr habe ihnr gegen­über erklärt, er werbe nicht einen Tas länger MMtite« vletben, wenn eS ihm nicht gelinge, 33 bis 85 v. 9t deS MattMeiseS für das Umlagegenttde W 84«*