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Es ist keine ungewohnte Erscheinung,

daß dem

Deutschen das Gefühl durchgeht, wenn er Politik

Deutschen

rg.

i den

beiter kreisen immer mehr' Eingang

Von großer

Dichtigkeit ist die Frage,

ob nunmehr 'owohl im

einer

die will

slammelte er endlich .Das ist wahr? Sie hat

"vür die Schriftleitung verantwortlich: Kurt Hainke; Für den örtlichen und Provinz. Teil: Wilhelm Wißner« Sprechzeit der Schriftleitung bis VJl Uhr vormittags.

Zweites Blatt ?

Mensch.,, Freund pupurrot vor Erregung.

Z'el luener verfolgt, ebenso zäh, wie Frankreich das seine. Auf wessen Seite sich Deutschland zu stellen rat, ist danach klar.

Rod heim a.d. B., 20. Sevt. Am Sonntag konnten im rüstigen Alter die Eheleute Konrad Leicht ihre goldene Hochzeit feiern. Das Anwesen des verstorbenen Srts- gerichtsvorstehers Wilhelm Schlierbach ist zum greife von 261000 Mark in diesen Tagen verkauft worden.

Ireivt. So erwachen auch tn manchem

Wahre Freundschaft besteht

in gegenseitiger Hilfsbereitschaft und Unterstützung. Darum sagen Sie es all' Ihren Freundinnen uud Bekannten, daß Sie Ihre Kleider, Blusen, Sardinen, Strümofe usw.nui mitdenweltberühmten.Heitma««'» gerbe#, Markeguch.kops i#t Ster«, selbst särben, ----- weil diese die besten sind.

ohne weiteres auch eine Besserung unseres Kapitalmaw gels erwarten. Beide haben zwar die gleiche Ursache, aber die Kapitalnot ist ein viel tiefer sitzendes Leiden unseres Wirtschaftskörpers und darum auch viel schwie­riger zu bekämpfen. Ihre Einwirkung besonders au die Tätigkeit der deutschen Industrie und damit auch auf die Jndustrieakrienmärkte _ ist außerordentlich stark. Wenn wir die heutigen Kurse unserer Industriewerke ansehen und dabei in Betracht ziehen, daß wir noch immer einen Dollarkurs von 1400 haben, so müssen wir geradezu von einer Entwertung unserer industriellen Aktien sprechen. Diese Tatsache steht heute auch in einem osiensichtlichen Gegensatz zu dem Geschäftsgänge der Industrie, der noch immer gut ist. Es darf freilich nicht verkannt werden, daß ein Airdauern der Geldnot schließ­lich auch den Geschäftsgang schwer beeinträchtigen mußte. Bor allem bewirkt dieses Wirtschaftsübel eine weitere Ein­schränkung unserer Produktionsmenge. Mit Recht haben in letzter Zeit führende Industrielle immer wieder daraus h'.ngewiesen, tote bedenklich der starke Leerlauf unserer Wirtschaft ist. Nufere Wirtschaft lernet auf allen Ge­bieten ou einem Schwund der realen Werte, die immer mehr ins Ausland abfließen. Als ein Beispiel des um­fangreichen Ausverkaufs deutscher Realwerte kann die Mitteilung angeführt werden, daß sich in Wiesbaden bereits 30 Proeznt aller Häuser im Besitz von Ausländern ftfinben. Es wäre interessant zu erfahren, wie groß dieser Prozentsatz in Berlin ist, insbesondere wenn dab-i auch nach dem indirekten Eigentümer geforscht wird.

Unter solchen Umständen ist die deutsche Wirtschaftslage trotz des Zustandekommens der kurzen Stundung a'.£ wenig günstig zu betrachten. Die Zukunft wird im wesentlichen ganz davon abhängen, ob es gelingt durch Mehrleistung dem Schweden der deutschen Wiet- sch.aftssubstanz ein entsprech uides Olegengewicht zu bieten. Es ist unverkennbar, daß die Kenntnis der Notwenaig- keft, mehr zu arbeiten, nicht für das Kapital, sondern für die Arbeit und für die Volksgesundheit auch in Ar-

Hessen-Nassau und Nachbargebiets.

Fulda, 21. Sept. Auf der Wasserkuppe üf . ist der amerikanische Flieger Allen gestern bei einer.- Flugversuch mit einem Flugzeug, das er seinerzeit nach Beendigung der französischen Wett-- bewerbe in Clermont-Ferrand nach der Rhön bringe»' ließ, abgestürzt. Er trug Quetschungen am Beiiri und an der Nase davon, doch konnte er sich' nach' Fulda in ärztliche Behandlung begeben. Er ist dadurch abgestürzt, daß er bei ziemlich böigem Wind eus- zusteigen versuchte und dabei mit seinem Flugzeug an einen Baum stieß. -

GerSfeld, 21. Sept. Dem Oberassistenten am pathologisch-anatomischen Institut der Tierärztlichen Hochschule in Hannover Tierarzt Dr. Meder ist die kommissarische Verwaltung der Kreistierarztstelle in Gersfeld übertragen toorben.

sicherlich Gefühle der Sympathie, wenn er sieht, wie die Nattonaltürken ihren Kampf gegen einen schmach­vollen Frieden mit sichtbarem Erfolge führen, und es wird sich wohl auch ein Gefühl des Stolzes darüber regen, daß der ehemalige türkische Bundesgenosse, der tn die militärische deutsche Schule gegangen ist, einen so glänzenden Wafsenersolg errungen hat. An solchen Gefühlsregungen ist nichts auözusetzen. Namentlich kann es uns nichts schaden, wenn wir aus dem türki- fchen Beispiel lernen, daß unablässiger und uner- schütte-klcher Widerstand gegen Unrecht und Verge­waltigung eine vateriä cdilche Pflicht ist und daß Zähigkeit zum Erfolge führt. Eine andere Frage aber ist cs, ob unsere Gefühle, mögen sie noch so be- rechiigt und natürlich fein, uns die Richtlinien für unsere politische Einstellung geben sollen. Diese Frage wird man in dem vorliegenden Falle umso schärfer verneinen, je mehr man sich darüber klar wird, was bet dem Jnteressenkampf im Nahen Osten für uns aus dem Spiele steht.

England kämpft tm Nahen Osten den alten Kampf um die Herrschaft über die Meerengen. Es mochte früher für uns ein Problem der auswärtiaen Politik sein, ob wir uns dabei auf die Seite Englands, Ruß­lands der Türkei oder iraeiib einer anderen Macht stellen sollten. Heute reicht diese Frage als kenkreie Streitfrage nicht mehr an die Kreise unserer auswär­tigen Politik heran.

Tie mittelbaren Wirkungen dieser Streitfrage aber Mnnen uns keineswegs gleichgültig sein. Es war schon bisher eine offenkundige Tatsache, daß Frank­reich jede Gelegenheit benutzte, nm im Nahen Orient der englischen Politik ^teine in den Weg zu legen. Es verfolgte danii, den durchsichtigen Zweck, England nach Möglichkeit die Hände durch internationale Ver­wickelungen zu binden, um für die eigenen Pläne und Siele feiner Außenpolitik möglichst freien Spielraum Zn gewinnen. Die Naiionaltiirken haben der franzö­sischen Politik bm diesem Streben fetzt eine Trnmpf- . karte tu die Hand geswelt. England bat diplomatisch iw. Naben Orient eine unverkennbare Niederlage er­litten, und daß Ihm die ganze Angeleoenbeit militä­risch einige Sorgen bereitet, bat der Appell an die Dominions bewiesen. Englands Lage ist auch keines­wegs einfach. Wenn es gegen die Nationaltürken fechten muß, fo hat eS dabei auf italienischen oder französischen Beistand nickst zu zählen. Der englische und italienische Rückzug aus Kleinasien bat bewiesen, daß stch diese beiden Staaten zum mindesten passiv zu verhalten gedenken. Für England ist es ferner nicht unbedenklich, daß in seinem Weltreich alle Anhänger Mohammeds und das sind in Aegypten und In­dien eine gewattige Menge nut ihren heißesten Wünschen die türkischen Waffen begleiten. Es ist wohl werständttch, daß England es bei dem Konflikt im Nahen Orient sehr ernst meint: denn Im Grunde ge- uommen handelt es sich um die letzten Ziele der Inter« nationa'en Politik, aus seiner Seite sowohl wie ans der Frankreichs.

Welches sind diese Ziele? Frankreich brütet immer noch über seinen Vernichtnngsplänen und hat danach feine ganze Politik gegen Deutschland eingerichtet. England kämpft dagegen an. nicht aus Liebe zu Dei-tschlaud natürlich. Man dars den Verhandlungen des Völkerbundes gewiß feine allzu große Bedeutung bei'uessen, aber es ist dock, eben so fieber nickst ohne Wert, daß England letzt auch vor diesem Forum die deutsche Entschädigungsfrage aufrotlk. Mag d!e praktische Wirkung vielleicht auch gering fein, dir Vorgang selbst zeigt doch, daß England zäh sein

Eindruck... Im Gegenteil... mir war, als wollten Sie mich geradezu .. fort haben!"

,,Unb Sie begriffen nicht warum? Sehen Sie mich cm... Lichtlein'" sagte er bann leise und weich. Sie tat es Und während ihre Blicke ineinander 6er# anfen, verschmolzen auch beider Seelen jäh zu einer einzigen, und Brigitte begriff plötzlich alles. Daß er sie liebte und daß er gelitten um sie, Ale ft« um ihn...

Weißt du es nun?" fragte er heiß.Ar ich wollte dick fort haben! Ich war ja toll und blind vor Eifersucht und Schmerz!"

Du lieber .. Tor! Und in mir warst aut . du allein, von Anbeginn an!"'

Aber willst du denn wirklich einen Krüppel zum Mann nehmen?" flüsterte er beklommen

Da schmiegte sich Brigitte innig in seine Arme.

Für mlid} wärest du immer der einzige Mann aus Erden geblieben, hättest du auch beide Füße und die Hönde dazu verloren!"

Licktlein! Mein Lichtlein...! Aber nun komm! Ich weiß drei alte Leute, die dies Wort sehr glück­lich wacher wird!" Er legte den Arm um sie und Brigitte folgte ihm, stumm vor Mück. Wie war die Welt plötzlich so licht und warm, da das Eine das nottut im Leben Liebe ihren Weg erhellte!

Ja, sehr wirklich!"

Aber bann ist ja alles gut! Herrgott ist das ein Glückstag! Und da narren wir uns drei Wockm lang mit den dustersten Vorstellungen! Kommen Sie. Teuerster,..." er schob seinen Arm in den des Kach-

3m Schatten.

Original-Roman von Erich Eben stein.

(Nachdruck verboten.)

Urheberrecht 1921 durch Greiner & Co., Berlin W. 30. (Schluß.)

Jawohl'" Der alte Ronsperg lachte plötzlich außerordentlich vergnügt vor sich hin.Aber Sie, lieber Herr von Degen, wissen noch nickt Bescheid! Also erstens: Brigitte hat alle Dokumente} welche die besagte Millionenerbschaft Betreffen, einfach in Stücke gerissen und erklärt, daß sie keinen Pfennig davon nehme, weil dieses ßklb noch niemanden uud Gin wenigsten ihr Glück gebracht hätte. Zweitens: Sie leider sehr unter der Entfremdung mit.,. Ottrute-l. Ilud da begründete Ursache besteht, daß auch sie... an dieser Geschichte... seelisch zu Grunde geht, war ich eher daran nicht Sie zu bitten, daß Ihr Sohu sichLuftveränderung" mache, sondern mich heimlich mit Ihnen zu beraten, ob wir beide die Sich« nickt doch irgendwie zu gedeihlichem Ende bringen könnten? So. Ngn hoffe ich, auch Sie wissen Bescheid, Herr Nachbar!"

Ter alte Degen war stehen geblieben und starrte den Sprecher mit offenem Munde an.

WWIMe WentterlW.

Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.

Die ungewöbnlich lange ausgedehnte Krise, die wegen der deutschen Schatzscheine entstanden war. scheint nun­mehr ihr Ende gesunden zu sab-n. Damit hat Deutsch­land endlich die ihm vom Entschädigungsausschuß ge­währte Stundung bis zum Ende dieses Jahres erhalten. Ob dieses Ereignis auf den Kurs der Mark einen wesent ­lichen Einfluß ausüben wird, ist aber durchaus nicht gewiß? Tatsache ist, daß die Bftgier ihren Standpunkt, daß sie sofort diskontierbare Wechsel erhalten müßten, restlos durchgesetzt haben Auf welcher Grundlage die Einigung zwischen der Reichsbank und der Bank von England erfolgt ist, darüber schwebt der Schleier eines noch unenthüllten Geheimnisses. A^r so wenig wi: die Gesieimdiplomatie ist die geheime Finanzvolitik geeignet, besonderes Vertrauen zu erwecken. Man darf also zunächst von dieser Transaktion, die offenbar recht schwie­rig war und langer Verhandlungen bedurfte, keine Stärkung des deutschen Kredits erwarten. In welcher Form die Verpfändung deutschen Goldes immer statt- gesunden haben mag, sie bleibt eine Schwächung d-s ein­zigen realen, Besitzes der Reichsbank, der als Deckung unseres Papiergeldes angesehen werden kann. Und das geschieht in einem Augenblick, in dem die Reichsbank ge­zwungen ist. den Papiergeldumlauf in bisher unerhörtem Ausmaß,und Tempo zu vermehren. Es herrscht freilich in Deutschland wohl Uebereinstimmung darüber, daß die äußerste Anspannung der Notenpreise zur Zeit eine bittere Notwendigkeit ist; denn die Zustände, die sich infolge der Knappheit an Zahlungsmitteln in unserer Volkswirtschaft entwickeft haben, sind unhaltbar.

Man muß heute aber zwischen der Zahlungsmittel rot und der Geldnot scharf unterscheiden und darf von der Behebung jener mit Hilfe neuer Notenausgabe nicht

Nr. 224

Sonnabend, 23. September

Schelding

1922

Ruhrgebiet wie in D.utsch-Obericfpefi.'n die Neberschichten der Bergarbeiter tatsächlich durchgeführt .verden. Nur durch Vermehrung unserer volkswirtschaftlichen Leistun­gen können wir uns auch w'eder den Kredit verfchifsen, dessen Borhandens'in oder dessm Vernichtung schließlich für unsere ganze Zukunft entsckeid'nd sein werden; denn die Entschädigungsfrage wie der Kurs der Mark sind letzten Endes Fragen des Kredits, den Denfschlaitd in der Welt genießt.

I, !7

MW-MM.

Deutschland, das Orientproblem und bet Völkerbund.

I.

Wahrend der Steg Kemal Paschas über die Grie­chen den Zankapfel zwischen die Verbündeten gewor­fen nnd In London wie in Paris und Rom die gleiche Aufregung hervorgerllfen hat, steht Deuischle.ed als Zuschauer beiseite uud alle Neigungen oder Abneigun­gen, die sich In der deutsichrn Oefscntllchkelt bei den Betrachtungen über die neue Spannung Im Orient regen, sind nur platonischer Natur. Die Dinge, die sich auf dem Kriegsschauplatz oder auf dem diploma­tischen Felde abspleken, vollziehen sich ohne nufere Mitwirkung, und bei unserer Machtlosigkeit dünkt es uns schon ein Gewinn zu fein, wenn die Mächte mit der Wahrung Ihrer Orlentinteresien so viel zu tun haben, daß die Frage der deutschen Schuldzahlungen aus ihrem nächsten Gesichtskreise einmal verschwindet. Stt'er wenn wir auch beiseite stehen müsien sind wir wirklich fo ganz unbeteiligt, wie es den Anschein hat?

Kirchliche Nachrichten.

Sonntag, den24. September.

Landeskirchl. Gemeinschaft Marburg-Süd, Schwanallee 51. Sonntag, form. 8 Uhr: Morgen« andacht. Nnchm. 4VS Uhr: Iungfrauenverein. Abends 81/? Uhr: Evangelisation. Montag, nachm. 4'/2 Uhr: Frauen-Bibelstunde. Denstag, abends 81/, Uhr: Iugeudbund für ig. Mädchen. Mittwoch, abend? 81/» Uhr: Iungmänner-Bibelstunde. Freitag, abends 8'/, Uhr: Bibelstnnde.

Neu apostolische Gemeinde, Heukingerstraße 8. Gottesdienste: Sonntag, vorm./JO Uhr; Abends 81/? Uhr. Mittwoch, abends 8*/l Uhr.

Methodisten-Kemeinde, Wörthstr. 15a. Sonntag, vorm. 9,30 Uhr: Predigt, Setter. Abends 8,30 Uhr: Predigt. Mittwoch, abends 8,30 Uhr: Bibel­stunde.

Bavtistengemcinde, Elisabethstr. 9, Hinterhaus. Sonntag, 10 Uhr: SonnlagSscknle. Nachm. 3 Uhr: Gottesdienst. Mittwoch, 8*/2 Uhr: Gebetstunde.

®banget. Gemeinschaft, Franfturterstraße 8 (im grauen Haus). Jeden Freitag 8 Uhr abends: Ver­sammlung.

E b r i st l. Verein junger M ä d ck e n, Iulienstift, Sonntag, 4 Uhr: Vereinsstnnde. Dienstag, 8 Uhr: Aellere Gruppe. Mittwoch, 8 Uhr: Iugendgruppe. Freitag 8 Uhr: Ehorstunde.

Ehristlichcr Verein junger Männer, Roter» graben 5. Sonntag, abends V»9 Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, abends 1/?9 Uhr: Bibelstunde. Sonn­abend, 1/29 Uhr: Gebetstunde.

II .1

II.

Tie Ausnahme Ungarns in den Völkerbund auf ter Genfer Tagung hat von neuem die Frage ange­regt, ob Ihm nicht auch Deutschland beitreten soll. In Völkerbundkreisen selbst ist man sicherllck einem Er- suchen Deutschlands um Aufnahme nicht abgeneigt (siehe den Lockruf Cecils); denn man gewinnt dort immer mehr die Ueberzeugung. daß der Torso, den der Völkerbund tn seiner heutigen Gestalt darstcllt, nicht lebenssählg sein kann. Auch in Deutschland machen ficy Stimmen In dieser Richtung geltend. Zu den Befürwortern des Eintritts Deutschlands bat von !eber der Reichstagspräsident Löbe gehört, nnd auf seinen Antrag hat der sozialdemokratische Parteitag In Augsburg beschlossen, für die Ausnahme Deutsch­lands in den Völkerbund zu wirken. Daß ein ent« sprechender Antrag in Augsburg angenommen werden w rde, ließt bei der internationalen Einstellung der Sozialdemokraten auf der Hand. Um fo notwendiger ist es gerade in einem solchen Slugenbltck die Hinder­nisse oervorzutzeben, die einem solchen Schritt Deutsch­lands tm Wege stehen. Es erscheint sehr fraglich, ob sich der Rctchstagspräfident Löbe und feine Genossen der Bedeutung voll bewußt sind, die ein Ersuchen Deutschlands um Aufnahme in den Völkerbund in stch schtt<tzen würde. In seiner Begründungsrede bat Herr "öbe fe'ffst auf den Verlust Oberschlesiens «nv den Widerstand Frankreichs hingewiesen. Er hat aber dabei vergessen zu sagen, daß der Völkerbund, so wie er beule besteht, nur ein Werkzeug Frank­reichs zur restlosen Durchführung des Vertrages von Versailles Ist. Deutschland müßte vor Zulassung m den Völkerbund nochmals ausdrücklich uud in aller Form versichern, daß es den Vertrag von Versailles mit allem, was drum und dran hangt, also auch den Vctlnst Oberschlestens, als endgültig und maßgebend anerkennt. Man sollte meinen, daß gerade deute kein Teuricher. auch fein deutscher Sozialdemokrat, sich zu einem solchen Schritt entschließen könnte. Amerika fehlt im Völkerbund, und mit Ihm fehlen andere große südameitkanlfche Länder, well sie in dem Gen­fer Völkerbund nicht das verwirklicht fetzen, was man von einem wahren Völkerbund erwarten muß. Es iväre also politischer und moralischer Selbstmord, wenn wir jetzt nochmals feierlichst freiwillig als rechtsgültig anerfemten. was wir bisher als uns im Friedeusvcrtrag abgepreßt bezeichnet haben. Deutfch- land 'cum in Ruhe abwarten, bis unter Mitwirkung der amerikanischen Staaken ein Völkerbund erstanden ist, der dielen Namen verdient. Dann wird es Zelt kür Deittschland fein, als gleichberechtigtes Mitglied etnzittrelen.

Millionen ausgeschlagen? Und leidet t[ und wirklich...!"

Guten Abend Märckenkönigin", safte El-ris Stimme fröhlich, nnb feine klaren nußbraunen Augen waren sonnig wie emst, und zwinkerten sie so fellsam strahlend an, daß Brigitte die ihren hastig senkte.

Sie hier, Herr von Degen?" stammelt« fit ver­wirrt.Wie kommen Sie denn hierher?"

Aus meinen Steinen", sagte er, ,Jhr Graß- dal er sagte mir, daß Sie hier seien und beschrieb mir ben Weg. Und da ich gerade Gehübungen mach« m't dem neuen Bein eS geht ganz gut, nicht wahr'? so dachte sch. ich könnte mich gleich persönlich von Ihnen verabschieden."

Verabschieden? Ja.., wollen Sie denn |int?' agte Brigitte erschrocken aufblickend.. -

Ich nickt. Aber Sie wahrscheinlich, wie ich ans Ihren Worten damals, als Sie zum letztenmal rls gütige Samariterin nach Ottental kamen, schloß. Wollten Sie nicht'mit Ihren Millionen nach Am»nka aw&toanbcrn?"

Nie! Uehrigtn? hicke ich gar keine Millionen."

Wirklich wicht? Ich hörte wohl davon, koime eZ aber nicht gauben!"

Warum dicht? Dachten Sie denn wirklich, daß ch so großen Wert aus Geld legt, oder es sigar als Glück belrijlfte?"

Beinahe. Denn Sie ließen Lch seitdem ja nicht mehr blicken bei uns, was ich so deutet;, daß Ihre Gedanken eben nun mit anderen Dingen als bloß mit einem armen Kriegsinvaliden beschäftigt seien!"

,.Jch dachte, daß Sie mir ja Botschaft sch-cken könnten, wen«.., meine Gesellschaft erwünscht wäre."

Oh, daran konnten Sie im Ernst auch nur eine Sekunde zweifeln?" ' t

bar?.Das ist famos! Natürlich werden wir beid- alles in Ordnung bringen! Sofort! Ist ja eine Kernigkeit jetzt!"

Arm in Arm. lächelnd, sprechend, schritten sie langsaiv auf und nieder, der lange hagere Gras neben dem ruudlicken feinn Herrn von Degen, bis sie nach einer halben Stunde endlich mit einem jest'n Händedruck schllden.

Brigitte saß auf einem bemoosten Stein in ihrem Märchengrund" hatte den Kopf in die Hand gestützt und sah den grünen, glänzenden Waldslikgen jit, S e im Schein der sinkenden Sonne summend hin und her schossen.

Hier hatte sic im Friibjahr die ersten Maiglöckchen gepflückt dort drüben am sonnigen Hang, später die Erdbeeren für Elert...

Nun war es Ihre Heimat geworden. Ihr Eigen­tum wie ganz Osterloh, das Großpapa ihr gescheuki hatte, und seine Liebe gehörte ihr, und sie stind nicht mehr allein in der Welt. Aber glücklich war sie trotzdem nicht.

Es war ihr ganz lieb, daß Großpapa heut- arbeiten" wollte und sie deshalb in den Wald geschickt hatte. Hier mar es so heimlich und still, da kannte ae Traumbilder spinnen, wie alles hätte sein lZni-n venn... und weinen konnte sie, ohne daß es jemand ah...

Plötzlich aber schrak sie zusammen. In diese eiasrwe Stille, die außer ihr nie einen Menschen sah) sii» llötzlich der Sckritt ein-s Mannes. Nm» sah sie ihn auch oereits zwischen den Bäumen ans sich' zu-, kommen und sprang erhorchend auf.

Das war ja... . ,

Berliner Produktenmarkt

Presie für 100 Pft>. ob Station: Berkin. den 22. September '922.

<-

Marburg und Umgeaenb.

Marburg, 23. September. (Setbing).

* Städtisches. Am nächsten Dwnstag iinbrf eine Swdtverordnet-us'tzung statt.

* Silberne Hockzeit feiern am nächsten Mon­tag die Eheleute Emil Kaiser, Inspektor cer Angimklimk. und Frau.

* AuSvehnu nI, der Fahrpreisermäßi­gung für Studierende. Der Reicksverkehrs- mimst-r hat angeordnet, daß die Schülerferienkarten (halber Fahrpreis) nunmehr den Studierenden auch wähk'nd der Weihnachtsferien zugängig gemacht wer­den sollen, während sie ihnen nach den bisherigeui Tarifb-stimmungen nur zu B-ginn und Schluß des Semesters gewährt worden sind.

* Wenn Kinder reisen. Die älteren Kinder einer hiesigen Familie verreisten auf etliche Wochen, nur das 5jöhrige Söhnchen mußte zu Hause bleiben. Der junge Sprößling hielt keine Ruhe, weinte den ganzen Tag weil er eben auch verreisen wollte. Um nun Ruhe zu haben kam die Tante von auswärts. Dem Jungen wurde der Koffer gepackt und nun ging? nach dem Hauptbahnhof. Die große Reise nach Marburg-Sud wurde angetreten, von da über den Dammweg und das Pfeiffersche Gäßchen in eine Straße des SÄwiertels, wo der Sprößling nun feine Reise beendet hat. Auf Befragen sagt der Jungeich bin nun auch berreift" und ist munter und vergnügt.

Der Wert der Mark im Auslande. Frankfurt, bett 22. Seztbr. 1922.

Für 100 In Zürich Amsterdam Kopenhagen Stockholm Wien Prag London New York Paris

3a! Tesn das letztemal hatte ich gi$ nicht den L®

5

5' B

Weizen

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26002700

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1.475 -S525

Ackerbohnen

2600 -2700

Sommergerste

27502900

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Wintergerste

25002000

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28529'0

Lupinen blau«

1600-1800

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1900-2100

Weizenmehl

4150-4375

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3150- 3375

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Hoggenltete

16501700

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8500-3700

Runkelrüben

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Möhren, rote

Velnfoot 'Keis

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Mobn

Brasillan. Vollreist

Totfmelaffe

Kartoffeln

270 - 280

WIefenheu, lose

580 - 630

Spelleetblen, Viktoria-

Kleeheu

_-

erbten

Speijeetbf. kleinere

5300-5400

33004100

Stroh drahlaepretzl gebündelt

770 - 780

770 - 780

rk wurden gezahlt:

Es werben

heute:

vor dem Krieg:

gezahlt für:

0.38

125.42 Fr.

1 Fr.

Mk. 260.-

0.18

59.20 Muld.

1 Kld.

543.50

0.37

88.80 Kron.

1 Kr.

289.50

0.28

88.80 Kron.

1 Kr.

868.50

5285

115.80 Kron.

1 Kr.

0.02

2.32

117.80 Kron.

1 Kr.

44.25

0.31

97.80 Schill.

1 Sch.

31-

G.071/.

23.80 Doll.

IDll.

1395.-

0.95

125.40 Fr.

IFr.

106.25