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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurhessischej Oberhessen

fie »OderhejsuLe Zeitung erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich

Marburg

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Srtilao. de» 22. September S'S'LK KUtz

1922

Scheiding.

scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

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Havisnieldung

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die neutralen zu erhalten, es wird auch

eiuzuireten. ES handelt sich um den zweiten Teil des Amraa.-S Rcmsen.

könne der Wett beweisen, das; sie auf Seiten der wokralie und des Friedens stehe, indem sie den trag um 'Ausnahme in den Völkerbund sobald möglich stelle.

chaftsverbände und der Arbeitgeberverbände des Einzelhandels eine aus allen Teilen Deutschlands besuchte Ausschutzsitzung ab. Zn ihr entlud sich die Erregung des deutschen Einzelhandels über die Handhabung der Preistreibereiverordnung. Nach langen Verhandlungen wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, nach der für den Einzel­handel die Erhaltung der Substanz seiner Betriebs­mittel eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit ist. Der durch die marktgängigen Angebote zweifelsfrei «Wehende Wiederbeschaffungspreis müsse die Grundlage für den Verkaufspreis bilden. Der Ans­chütz befaßte sich auch mit der Frage der Zweck- Mäßigkeit des öffentlich-rechtlichen Charakters einer Berufsorganisation, weiterhin mit der Fak­turierung in ausländischer Währung.

De- An- tote

hin- Wir auf- So- eine

auf die wirtschaftliche Notlage der Beamten gewiesen wird, und in der es weiter heißt: machen die Regierung allen Ernstes darauf merksam, daß es so nicht weitergehen kann.

London, 21. Sept. Aus New Dorf toirb ge­meldet: Die Associated Preß berichtet aus Smyrna, die amerikanischen und britischen Sachverständigen hätten den Materialschaden in Smyrna auf 150 Mil­lionen Dollars geschätzt. Der größte Teil der tier- npchteten Werte sei nicht versichert gewesen. Von den in Frage kommenden Versicherungsgesellschaften seien die meisten englische. Nach den Aussagen der Mehr­zahl der amerikanischen Augenzeugen beträgt die 3af>f !>er Toten in Smyrna 2000.

London, 21. Sept. Kemal Pascha erklärte, wie aus Smyrna gemeldet wird, er könne nicht gestatten, daß griechische Schiffe in den Hafen von Smyrna einlaufen, um die Flüchtlinge abzutransportieren, wie gefordert werde, sondern er müsse dieses Ersuchen nach Angora weiter geben.

Eine Meldung aus Konstantinopel besagt, die Kemalisten hätten angeordnet, daß alle Christen, die sich in den Bezirken von Smyrna und Aidin besintden, nach dem Innern des Landes geschafft werden sollten.

Paris, 21. Sept. Nach einer Havasmeldung aus Kcnstontinop'l haben sich der Ministerpräsident und der Mit ister des Aeuß->rn dec Angora-Regierung nach Syrna begeben.

aus Konstantinopel hat General Harrington eine Bekanntmachung erlass'n, in der er daran erinnert, daß die am 13. 5. 1921 proklamierte neutrale Zoiie noch immer in Kraft fei und daß er, da in den nächsten Tagen eine Konferenz in der Absicht, die noch schwebenden Fragen zu regeln, stattfinben werde, d.n dringenden Wunsch habe, daß die Neutrale Zone geachtet werde. Die Verantwortung für die Folgen einer Verletzung dieser Zone würden auf die Urheber dieser Verletzung zurückfallen. Im Interesse des Frie­dens seien alle Maßnahmen zu Wasser und zu Lande g-troffen.

London, 21. Sept. Der leichte KreuzerCaracas" ist von Malta nach Konstantinopel abgegangen. Das TransportschiffHeciiba" nimmt in Gibraltar Truppen an Boid und wird unverzüglich nach Konstantinopel ab« fahren. Neun aus England in Gibraltar eingetroifcne Torpedobootszerstörcr werden unverzüglich nach der Le­vante weitergeben.

Eine Stimme für Räumung Konstantinopels.

London, 21. Sept. General Townshend, der kürzlich in Angora und dann in Paris weilte, erklärte einem Vertreter der Preß Association, bei einer Verlängerung der Besetzung Konstantinopels werde ein heiliger Krieg ausbrechen. Es fei unmöglich, aus Konstantinopel ein neues Sueh oder Gibraltar zu machen. Man müsse die Stadt räumen und den Türken Thrazien bis zur Ma- ritza-Crenze wiedergeben. Nur in diesem Falle könne Crotzbritannien hoffen, in Indien, Mesopo­tamien, Aegypten und Palästina den Frieden zu erhalten.

Gestern sand eine große Arbeiterkundgeb ung gegen denneuen Krieg" statt, wobei u. a. Ramsay Mac- donald und Smillie sprachen. Es wurde eine Euttchlie- üung angenommen, in der es heißt, die türkische Knie, die England an den Abgrund des Krieges gebracht habe, ici das direkte Ergebnis der gegenwärtigen Politik Lloyd Georges. Der Premierminister sei eine öffentliche Gefahr für den Frieden der Welt. Die Entschlie­ßung fordert sofort Neuwahlen, damit den Wählern Gelegenheit gegeben werde, der verhängnisvollen Regie- rung Lloyd Georges ein Gnbe zu machen Smillie erklärte in seiner Rede, wenn die Antroort Llovd Georges nicht befriedigend ausfalle, so würde man gezwungen sein, zu erklären, daß, soweit der Generalrat in Betracht iomme, alles was die organisierte Arbeiterschaft durch irgendwelche in ihrer Macht stehende Mittel tun könne, getan werden müsse, um den neuen Krieg aufzuhalten.

Die rngkische« Dominions für Vermittlung tm Lneutkrieg.

Genf, 22. Sepr. Wie hier verlautet, haben sich die.ikcrbundsdelegaitouen der fünf britischen Do­minions an die englische Regierung mit der Bitte ge­wandt in einer Besprechung zur Beilegung des tür« kuch cnech'scheu Krieges und der zu ergreifenden Maßregeln im Rahmen der VölkerbundsVerfammlM-

erhaltung von Ruhe und Ordnung erscheint un­möglich, wenn die Regierung nicht gewillt ist, in letzter Stunde der schrankenlosen Prei-strei- beren Einhalt zu gebieten.

Um den Wiederbeschaffungspreis.

Berlin, 21. Sept. Am 20. September hielt die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels als Spitzenorganisation der Reichsfachverbände, der Landes-(Provinzial)-Btzrbände, der Reichswirt-

Smyrna.

Berlin, 21. Sept. Nach einer Me d. ,i,g kies B T." aus Rom schildert ein aus Smyrna in Mai­land eingetragener italienischer Arzt, wie es zu den Ausschreitungen in Smyrna kam. Die Türken hätten sich nach ihrem Einmarsch zunächst ourchauZ korrekt verhalten, bis plötzlich eine Anzahl arm-nischei Fanatiker Bomben gegen eine türkische Pa­trouille schleuderten. Tas habe dann türkische Gegen. Maßnahmen hervyrgerusrn

Nach den gestrigen Meldungen beabsichtigten die Türken vorläufig keinen Vormarsch nach Europa.

Vermittlung erwünscht.

Paris, 21. Sept. Nach einer Meldung des Malin" aus Genf hat der Abgeordnete der kema- Üstischen Nationalversammlung Mehmed H»ln>i Key, der sich augenblicklich in Genf aufhäll, erklärt, daß die Türken in dem Wunsche, den gegenwärtigen Konflikt zu beenden, eine Versnittelung des Völker­bundes oder jede Vermittelung auf der Grundlage der Erklärungen Wilsons und Lloyd Georges im Jahre 1918 nicht ablehnen würden.

Englische Verteidigungsbereitschaft.

Paris, 21. Sept. Nach einer Havasmeldung hat das britische Kabinett gestern Abend bis ^12 Uhr neuerdings getagt, um die von Lord Curzon eingegangenen Telegramme über die Pariser Be­sprechungen zu prüfen. Nach einer offiziösen Mit­teilung ist in der Ansicht der englischen Regierung,

Sie MerbuldMung.

Die Aufrollung der Entschädigungsfrage.

London, 21. Sept. Der Genfer Sonderbertcht- erstaLtcr derTimes" schreibt, die Ansicht gewinne dort an Boden, datz der Vötkerbund eine wtchttge Rolle bet der Lösung des OrteutproblemS spielen könne. Die Erwähnung der Entschädigungen und der Kriegsschulden durch Lord Robert Cectl habe in Gens cveusalls die Frage ausgelöst, ob nicht früher ober später die Entschädtgungsfrage an den Völkerbund verwiesen werden könne. Lord Robert Cectls Ent­schließung sei ziemlich vage gewesen und habe das Recht der neutralen Mächte anerkannt, ihre Meinung tn oer Frage bekannt ju geben, was bisher so eifrig von Großbritannien und Frankreich für sich allein be­ansprucht worden sei. Es werde vollauf anerkannt, datz dte französische Delegation ein großes Zugeständ­nis gemacht habe, indem sie gestattete, datz dte Ent- schädtgungsfrage vor dem Völkerbund aufgeworfen werde, de Jouvenel werd« eine Erklärung tn dersel­ben Richtung wie Lord Cecil abgeben. Dte Fran- ofcn bestünden natürlich daraus, datz Kriegsschulden nicht den KriegSentschädtgungen gesondert behandelt werden könnten, und dartn liege zweisellos das Ge­heimnis eines neuen versöhnlichen Schrittes der fran­zösischen Delegation in Gens.

Lockru' au Deutschland.

London, 21. Sept. Lord Robert Cecil rich­tete ans Genf eine Depesche an den Völkerbundsver- eir tu London, in der er mit Bedauern darauf hin- weist, datz Deutschland keinen Antrag um Auf­nahme tn den Völkerbund gestellt habe, der bet der augenblicklichen Stimmung der Völkerbundsversamm­lung nach der Ansicht Cectls zweifellos angenommen Word'n wäre. Cectl schließt, dte deutsche Regierung

fortige und ausgiebige Hilfe ist nötig, wenn Katastrophe verhütet werden soll. Die Aufrechte

Aus dem besetzten Gebiet.

Die Verhaftungen und BuSwetsuugen.

Brüssel, 21. Sepl. Dte Ageuce Beige teilt mit: Nach den über dte Berliner Depesche wegen beS Schrittes des deutschen Geschäftsträgers beim Außen« Minister eingezogenen Erkundigungen wurden die Verhaftungen der deutschen Polizeibeamten tn Ham­born von den belgischen Gerichtsbehörden der besetz­ten Gebiete verfügt, dte dte Untersuchung tm Fall« Grass führen, weil es den deutschen Gerichtsbehörden bisher nicht gelungen sei, die Schuldigen zu verhafte».

Berlin,21. Sept. Wie bet .Vorwärts" melbet, fand gestern tn Saarbrücken eine von Tausende« von Männern nutz Frarze« befM« BrrsammlMg Mi. tu

Sie Lm en 6 en Mmlen.

Vormarschabficht der Türken?

L 0 n b 0 n, 21 Sept. »Daily Mail" meldet aus Konstantinopel, der Vertreter der Angora-Regie- rnng Hamid Bey, habe dem Vertreter- des Blattes rrklärt, er hab« den General Harrington benach­richtigt, daß die Türken die Absicht hätten, über die Dardanellen z« gehen, um den Metzeleien, die die Griechen in Thrazien unter ihren Landsleuten anrichten, ein Ende zu bereiten. Die türkischen Truppen würden nicht auf die Verbün­deten schießen, vorausgesetzt, daß sie von letzteren nicht angegriffen werden.

London, 21. Sept. Generalmajor Fvederic Maurice drahtet demDaily Chrvnicle" aus Konstantinopel, die türkische Kavallerie an der Grenze der neutralen Zone auf der asiatischen Seite bet Dav dauellen nehme an Sätwke zn. Die türkischen Streit­kräfte sammelten sich nach und nach und mürben zu einer Bedrohung der Besatzung der asiatischen Küste. Bei der augenblicklichen Stimmung der Mohamme­daner könne ein« Räumung von Jsmid ober Tschanak tm gegenwärtigen Augenblick Folgen haben, vor beiten ber Brand von Smyrna verblasse. Weiter berichtete Maurice ein gutes Fortschreiten der Ve.teidigungs- vorbereitungen der englischen Land- und Secstceit- kräfte in Tschanak.

Sie loziaWWn Parteitage.

Augsburg, 21. Sept. In der heutigen Sitzung des sozialdemokratischen Parteitages wurde nach einem Referat des Partrivorsitzenden Wels übet die Inter­nationale und die Einigung des Proletariats das Aktions- vrogramm der beiden sozialistischen Parteien ohne Aus­sprache einstimmig angenommen. Ferner wurde ein Antrag Hamburg angenommen, bet sich gegen jedes Zu­sammengehen mit der K. P. D. ausspricht. Zum Nürn­berger Parteitag entsendet die Partei 144 Delegierte.

Gera, 21. Sept. Der Parteitag der U.S. P. D. ist in die Tagesordnung eingetreten. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Die Mitgliederzahl ist von 300000 auf 290 000 gesunken. Den Bericht bet Reichs­tagsfraktion hat Dr. Moses erstattet. Er wandte sich gegen die Reichswehr; denn der Geist der Tradition, den Dr. Geßler dort pflegen wolle, sei der Geist der Reak­tion, mit dem man bewußt oder unbewußt auf den Stur» der Republik hinarbeite. Auf die innere Politik über« LL^wandte, MW

Ernährungssorgen. wenn nicht gar dem Hunger aus- liefere. Reichstagsabg. Hertz sprach über wirtschaftlich« Fragen. Ein Maßstab für bie Notlage bet Arbeiter­schaft sei bie Tatsache, daß ber reale Lohn heute nur noch 50 Prozent des Vorkriegslohnes trage. Noch schlimmer als den Arbeitern gehe es aber den Kleinrentnern und vor allen Dingen den geistigen Arbeiter»; bie Not bet Presse sei ein deutliches Beispiel dafür. Starker Pro­test müßte gegen eine Erhöhung des Brotpreises eingelegt werden. Abg. H^se rbing erkannte an, baß bet Vertrag Stinues-Lubersac nicht nur eine Annäherung zwischen Frankreich unb Deutschland, sondern auch bie Schaffung von vermehrter Arbeitsgelegen­heit im Jnlaude mit sich bringe. Aber Stinnes V mit tatsächlich zum Herrn ber deutschen Wirtschaft unb zu einem Teile auch ber deutschen Politik gemacht worben. Die-Unabhängigen müßten versuchen, eine Beteiligung bet Gewerkschaften an bem Abkommen, vor allen Dingen einen Einfluß auf bie Gewinnverteilung und auf die Fest­setzung der Gewinnhöhe zu erreichen. In ber Aussprache über bie Referate würbe von einzelnen Rednern in scharf« Form die Tätigkeit ber Reichstagsfraktion kritisiert, namentlich die Unterstützung der Regierung Wirth. Abg. Moses verteidigte ebenso wie Hertz die Haltung der Reichs­tagsfraktion.

Aus dem Reichsrat.

Berlin, 21. Sept. Dem Reichstat ist ber Entwurf einer Verordnung über die Erhöhung ber Tabakzille zugegangen, durch den bie Sperre der Tabakeinfuhr ab- gelöst weichen soll. Der Reichsrat erklärte sich einver­standen mit der Erhöhung der Dienstaufwandsent- schädigungen für Reichsbeamte unb den Ministerial­zulagen. Danach sollen u. a. mit Wirkung vom 1. Aug. ab die Ministerialzulagen erhöht werden für den Reichs­kanzler aus 350HM Mark, für bie Reichsminister auf 70 000 Mark, bie Dienstauswandsentschädigung für ben Präsidenten bös Reichsgerichtes auf 40 000 Mark, für ben Präsidenten des Finanzgerichtshofes auf 50 000 Mark asm. Der Reichsrat nahm neue Ausführungsbestim­mungen zum Umsatzsteuergesetz, besonders zur Suxus- fleiter an. Danach sind die Verseinerung-arbcilen jetzt nicht mehr maßgebend für die Luxussteuerpflicht. Die eigentlichen Gebraiichsgegenstäude sind fast durchweg frd- gelassen und bei Metallwaren, keramischen Waten, Textil- und Holzwaren nur die Schmuckgegenstände der Luxus- steuer unterworfen. Gegenstände aus Leder sollen nur bann ber Luxussteuer unterliegen, wenn es sich um Leder wertvollerer Art handelt. Für Gegenstände der Malerei unb Plastik ist das Klastik ist bas Künstlerprivileg er­weitert worben.

WM der MdWilßen BerW'Mngen.

Die Parteiführer beim Reichskanzler.

Berlin, 21. Sept. Die deutsch-belgischen Ver­handlungen über die Garautiesrage sind abgeschlos­sen. Die Schatzwechsel werden am Montag übergeben werden und zwar zunächst die Wechsel über die Raten, die an sich am 15. August und am 15. September fällig waren und nun am 15. Februar und 15. März 1923 fällig wecken, abzüglich der Summen, die aus sonstigen deutschen Leistungen auf Barannuitäteu. gut« zuschreiben sind. Die Wechsel werden bie Garantie der Reichsbank tragen.

In ber Reichskanzlei wurde heute eine Besprechung über bie Entschädigungs« und die Schatzwechselfrage abgehalten. Der Reichskanzler und ber Reichsbank« Präsident berichteten dabei den Partei,ührern, die mit Ausnahme der Kommunisten alle erschienen waten, über ben Gang und den Abschluß ber deutsch-belgischen Verhandlungen. Daran schloß sich eine Besprechung über die Sage.

Von den Parteiführern nahm an erster Stelle der Deutjchnationale Dr. Helfferich das Wort und übte an der Haltung der Regierung Kritik. Er tadelte besonders, daß die Regierung sich durch das Londoner Abkommen bis zum Zähre 1924 gebunden habe. Das sei für die Regierung ungünstig und finanziell nicht gerechtfertigt. Seine Kritik hielt sich jedoch in sehr zurückhaltender Form, besonders da er prinzipiell der Regelung des Problems seine Zustimmung nicht versagen konnte. Der Zentrums- abgeordneie Marx billigte das Vorgehen der Rcichsrcgierung, während der demokratische Ab­geordnete Dr. Petersen in wärmsten Worten dem Reichskanzler für die glückliche Lösung der schwierigen Frage den Dank seiner Partei aussprach.

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Teuerung und MWnoL

Forderungen ber Eisenbahnbeamten.

Berlin, 21. Sept. Einer Korrespondenzmel­dung zufolge hat der Hauptbeamtenrat der Rcichs- eisenbahn in seiner Vollversammlung vom 20. Sept, einstimmig eine Entschliehung angenommen, in der

die Integrität der Meerengen und Zonen auf beiden Ufern aufrecht keine Aenderung eingetreten, und keine Aenderung eintreten.

Paris, 21. Sept. Nach einer

London, 21. Sept. Associated Preß meldet nach Newyorker Telegrammen, daß R 0 d 0 st 0 sich in einer äußerst schwierigen Lage befinde. Neben ben 25 000 Ein­wohnern befinden sich dort 20 000 britische Soldaten und 200 000 Flüchtlinge. D e Lcbcnsmitteiversorgimg ist äußerst schwierig. Es kam zu zahlreichen kommunistischen Kundgebungen.

London, 21. Sept. Nach einer Blätlermesining aus Athen hat die Regierung beschlossen, die Ichre-kklassc 1823 einzuberufen.

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Cm!W AMlerMer bei Lla«d Kegxge.

Für friedliche Erledigung der Streitfrage.

London,' 21. Sept. Lloyd George empfing heute eine aus etwa 30 Mitgliedern bestehende Ab­ordnung de; Cewerkschaftskongreffes, darunter die Arbeiterführer Thomas unb Smillie, bie dem Pre. mierminifter die Ansicht der Arbeiterschaft über die Sage im nahen Osten darlegten. Von den Mit­gliedern der Regierung waren anwesend Chamber­lain, Home und Worthington Evans. Lloyd Ge­orge gab die feste Zusicherung, daß die Regierung keine kriegerische Politik verfolge. Die Abordnung trat.nachmittags zusammen, um ihre Antwort zu erwägen. Im einzelnen wurde in ben Verhand­lungen die Tatsache hervorgehoben, daß die Ar­beiterschaft sich einem Kriege widersetze und für den Frieden eintrete. Sie gaben der Ansicht Aus­druck, daß die Dardanellen neutral gehalten werden müßten, daß di.'s jedoch eine Weltfrage und nicht eine Frage sei, die die britische Nation allein angehe. Die Anwesenheit verbündeter Streitkräfte auf dem asiatischen Ufer der Darda­nellen sei nicht zu rechtfertigen, und die Lösung des Problemes könne durch Verhandlungen erzielt werden.

Lloyd George verteidigte die Haltung der Re­gierung und gab der Abordnung zu verstehen, daß er in seinem Wunsche nach Frieden vollkommen mit ihr übereinstimme. Er habe durchaus keine Absicht, einen Krieg zu provozieren. Es sei zum Teil auf die prompte Aktion der britischen Regierung zurück- zufübren, daß die Lage jetzt bester sei und daß die Aussichten auf Wahrung des Friedens so gut seien. Unmittelbar nach Beendigung der Unterredung mit den Arbeiterführern hielten die britischen Minister eine neue Zusammenkunft ab, an der jedoch die militärischen, Marine- und Luftfahrt-Ratgeber nicht tcilnahmen.

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