Amtliches Verkündigungsd'.att des Kreises Marburg.
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Anzeiger für (das früher kurhessischs) Oberhessm
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T i« „Dberbeffiiihe Zeitung nidjeint jecksmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 75 Mk. ohne ZustellungsgeLLHc. Für ausfallende Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereigniiie kein Sims. — Verlag von Dr. T. Higeroth. — Bruck der Univ.»Luchdruckerei von Sol>. Aua. Koch. Markt 2123. — flernjprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
Marburg
MtM, den 29. September
Scheidinz.
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57. »0.
1922
Sein liirliUtt BoiirMi Emus.
Besatzung des asiatischen Ufers der Dardanellen.
Paris. 19. Sept. Der Vertreter Angoras in Paris Ferid Dey hat dem Berichterstatter des »Rewqork Herald" erklärt, die kemalistifchen Truppen beabsichtigten Tfchanak zu besetzen. Auf dem asiatischen Ufer der Meerengen wird keinerlei neutrale Zone von ihnen anerkannt. Sobald die Kcmalisten das asiatische Ufer besetzt haben werden, werden sie zu Friedensverhandlungen und zur Garantierung der völligen Freileit der Meerengen, auch mit einer Garnison der Berbiin- deten in Gallipoli, sowie des Schutzes der Minderheiten bereit fein. Der BerichterstSUer fügt hinzu, die Türken seien überzeugt, dah England bei einer militärischen Aktion nur Griechenland und die Dominien an seiner Seite haben werde.
Paris, 19. Sept. Wie „Petit Poris!en" zu wissen glaubt, hat die Angora-Regierung sich beeilt, auf den von Frankreichs England und Italien unternommenen Schritt in einem gleichzeitig gemäßigten, aker festen Ton zu antworten. Die Äutwoit geh- dahin:
Die Zone, zu deren Achtung Ihr uns aussordert, wurde durch ein Dokument festgelegt, das wie nicht kennen, den Friedensvertrag von SLvres. Nebr'gcns ist dieses Dokument auch für Euch selbst nicht mehr Maßgebend, da Ihr es nicht ratifiziert habt und da Ihr aus eigener Initiative bereits seine Revision Vdcr genauer gesagt seine Wiederdurchsicht ins Aug? tzsfaßt habt. Dies vorausgesetzt, erkennen wir Eure vorläufige Anwesenheit dort an, wo Ihr Euch seit drei Jahren festgesetzt habt, sowie Euren Anspruch, an dem Abschluß eines endgültigen Friedens mit zuwirken. Gegen diese Punkt« werden wir nichts hnternehmen, d.h. Ihr braucht nicht besorgt zu sein, daß wir auf Konstantinopel oder Gallipoli oder Noch weniger in Ostthrazien auf Tschataldscha vormarschieren. Aber Ihr solltet uns nicht daran hindern, diejenigen Punkte zu besetzen, an denen Ihr bisher Nicht gewesen seid und an denen bisher nur Vic tzriechische Armee stand und Euch nicht wegen dieses vorgehens an die Seite unseres Feindes stellen, gegen den wir noch immer kämpfen, da bisher kein Waffenstillstand abgeschlossen wurde.
In einer Note an Mustafa Kemal Pascha wird vrklart, daß England, Frankreich und Italien es als wünschenswert ansehen, daß ohne Präjudiz für bi.- zukünftigen Abmachungen des FriedensveUcag«?. die Neutralität der gegenwärtig von den Verbündeieu in der Gegend von Konstantinopel besetzten Zo« »nd die Neutralität der Meerengen aufrecht erhallci- «ild
Türkische Vorposten an der neutralen Zone.
London, 19. Sept. Die .Times' meldet aus Krmstanttnopel, dah das Sussexregtment vorgestern in Tschanak gelandet sei, und datz sich dort starke Landes- nbtethmgen der Marine verschanzen. Eine kema- l-stische Kavalleiicpatrouille habe die Grenze der neutralen Zone erreicht, aber nicht überschritten.
Forderung der Räumung Thraziens?
Paris, 20. Sept. Nach einer Mitteilung des orientalischen Informationsbüros aus Parts ist bei ihm eine Depesche etngegangen, dah in Adana sich das Gerückt erhalte, dah die Türkei Griechenland nnd den Verbündeten eine Note aushändtgen wird, in der sie die sofortige Räumung Thraziens durch die griechische Armee verlangt, damit sie nicht gezwungen sei, Gewalnnahregeln zu ergreifen.
Bergelkungsmatzrrahmen.
Paris, 19. Sept. Nach einer Havasmeldung aus Angora wurde der kemalistifchen Regierung mttge- teilt, dah Dschafer Tadscharbeh, der Führer der nationalistischen Bewegung in Thrazien, der von den Griechen bet der Besetzung Thraziens gefangen gell o m men worden ist, nach der Insel Kreta verbracht wurde. Die kemalistische Regierung lieft darauf durch S'cnntttliutg des Roten Kreuzes der griechischen Re- cierung Mitteilen, dah sie sich, wenn Dschafer Ta- dstharbey und seine Genoffen nicht bis Ende des Monats wieder in ihre Heimat übergeführt würden, gezwungen sehen würde, den gefangenen hohen griechischen Offizieren gegenüber Vergeltungsmaßnahmen anzuwenden.
Meuterei der griechischen Truppen in Thrazien?
Varis, 19. Sept. Nach einer Meldung des „In- tiaiifigcnm" auö Belgrad sollen die griechischen Truppen in Thrazien gemeutert und sich der Eisenbabn- ltnie« be,-nächtigt haben, um in ihre Heimat zurückzukehren.
Tsirtischcr Protest gegen die Beschuldigung der Brandstiftung.
Genf, 19. Sept. Mohamed Hilmv Beh, Dele- gierler der türkischen Nationalversamminng, der gegenwärtig in Genf weilt, protestiert in einer Mitteilung an die Presse gegn die Anschuldigung, datz die Smyrna angezündet hätten und ci= datz die Griechen die Brandstifter seien.
Die Einigung mit Belgien-
Brüsfel, 19. Sept. Wie die belgische Telegr.'- Agentur meldet, hat der deutsche Botschafter Landsberg heute früh 10 Uhr dem Minister des Aeußeren mitgcteilt, dah die Reichsbank nunmehr bereit sei, die sechsmonatigen Wechsel im Gesamtbetrags von 270 Millionen Eoldmark, fällig vom 15. 2 bis 15. 6. 1923 unter Verzicht auf die zunächst verlangte Verlängerung auf 12 und 18 Monate, zu unterzeichnen. Unter diesen Umständen fahte dir belgische Regierung eine gütliche Lösung der strittigen Frage ins Auge auf den Grundlagen, die die belgischen Delegierten in Berlin aufgestellt haben.
Paris 19. Sept. Wie der Brüsseler Berichterstatter des „Temps" meldet, haben die Verhandlungen zwischen der belgischen und der deutschen Regierung zu einem Ergebnis geführt. Die deutsche Regierung gibt die für die Cchutzbonds vom Brüsseler Kabinett geforderten Garantien. Der Berichterstatter meldet, datz man, um die Wahrheit zu sagen, in Brüste! nicht mehr einen günstigen Ausgang der Verhandlungen erwartet habe. Am Diontag Abend 7 Uhr habe Minister Jaspar den deut- ichen Geschäftsträger Landsberg zu sich gebeten und ihm notifiziert, datz die belgische Regierung entschlossen sei, am Dienstag Mittag, ohne weiter auf die Antwott der deutschen 'Regierung zu warten, dem Entschädigungsausschutz ein Protokoll über dis deutsche Verfehlung zu übersenden. Die Dinge hätten heute früh infolge eines Schrittes des deutschen Geschäftsträger plötzlich eine günstige Wendung genommen. Um 14II Uhr sei der deutsche Geschäftsträger zum Minister des Asutzern gekommen und habe ihm mitgetcilt, datz Deutschland die von Belgien bei den Verhandlungen in Berlin gestellten Bedingungen, deren Annahme es zuerst verweigert habe, glatt und ohne Vorbehalt a n n e h m e.
Nach dem Berichterstatter hat der belgische Minister des Aeutzern beute Vormittag noch den französischen. und englischen Botschafter empfangen, denen er von dem Ergebnis der Verhandlungen Mitteilung gemacht habe. Die belgische Regierung werde jetzt sofort ihren Bericht an den Entschädi- SH
gungsausschutz absenden. EG werde darin anzeigen, datz die deutschen Vorschläge für befriedigend und geeignet erscheinen, die sofortige Diskontierung der Schatzbonds zu erlauben.
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lieber di« Aomackungen, dis der Reichsbavkvrässdcnt Havenstein zw'fchen der.Rcichsbank und der B:nk van England getroffen hat, verlaut st in englischen maßgebenden Finanzkreiscn:
Das Deutsche Reich bat sich verpflichtet, her Rcicks- bank 18 Monate lang, und ztimr vom 15. August 1922 bis 15. Februar 1924 monatlich 15 Millionen Baldmark zur Abdeckung der angsnblicklich?n Enstchädiaungs- schuld an Belgien in Höhe van 270 Millionen Goldmark zur Verfügung zu stellen. Um abn die an Belg'en zu zahlenden 270 MMonen Eoldmark schon innerhalb sechs Monaten zur Verfügung zu haben, ist folgender 7-inanzplan ausgestellt worden: Für die 270 Millionen GoDmark werden an Belgien fecks Sch chwechÄ ausgestellt und zwar drei Stück zu je 50 Millionen und zwei Stück zu je 60 Milffonen Goldmark, von denen der erste am 15. Jammr 1923 und der letzte am 15. Juni 1923 fällig ist. Die Reicksbank wird diese Wechsel dadurch einlösen, daß die beiden ersten Zchatzm'ckffel für die Rate vom 15. Januar und 15. Februar 1923 d-n Reichs- bank durch die Bank von England g'riert -uerdcn, so daß sie neben der Uniersckrift der Reichsbank die der Bank von England tragen. Ms Lickerheft giü der Rank von England der Wertbestund der NeickSdank bei der Bank von England in Höhe von 50 Millionen Boldmark und nock andere noch nicht bekannte Bindungen Den dritten 50 Millionen- nnb die beiden £0 Millionen-Goldmarkwechsel kann hie Reichs- reoierung auf Grund der b's dahin aufgebrachten elf Monatsraten von je 15 Millionen Gycknmr! einlösen bis auf einen geringen Rest von 5 Millionen Gockmark. Alle weiteren Zahlungen des Reiches dienen nur dazu, Die Schuld bei der Reichsbank zu decken.
Di« KoülenNefcrumlin.
Berlin, 19. Sevt. Die Kovlentiekerungen an die Verbündeten, die ab 1. Auaust zunächst auf 1725 000 Tonnen monatlich festgesetzt worden waren, sind nach einer Meldung des ,Lok.-Anz.' aus Essen für August bis Oktober auf monatlich 1 610 000 Tonnen vermindert worden.
Esfen 20. Sevt. Wie die »Deutsche Bergwerks- Zeiuing' erfährt, ist an inständiger Stell« von einem Beschluss, der die Herabsetzung dir deutschen Zwangs- koblenlieserungen vorsiebt, nichts bekannr.
Sei ensliManriWe EegeM
Englands Standpunkt.
London, 19. Sevt. Aus der beuttgen Zusammenkunft der britischen Minister, die bis 1 Uhr nachmittags dauerte, wurde von neuem erörtert, welche Matznabmen zu Waffer und zu Lande getroffen werben müssen. Die Minister baben ihren Befchlutz bestätigt, auf keinen Fall den kemalistifchen Truppen zu gestalten, nach Europa binüberzugeden, bis die Friedensverbandlungen sestgefetzt sind. Die englische Regierung sei sich vollkommen klar, dass dies allein durch eine Flottenaktion verhlndett werden könne.
• Zu her heutigen Zusammenkunft der Kabinetts- mitgtieber wurde auch her Chef des Genet rlrt.tbes Lord Cavon, der erste Seelord Beatty und der Chef der britischen Luftstreitkräfte Sir Hugh Trenchard zuge- zoa«n. Nach Sckluß her Erörterungen wurde folgende Erklärung ausgegeben:
Es wirb in manchen Blättern mitgeteitt, daß die offiziöse Erklärung über die britische Politik im Orient, die am Sonnabend an die Presse ausgegeben wurde, jetzt vvn her britischen Regierung als verfehlt angesehen werde. Diese Mitteftung ist unwahr. Die Erklärung vom Sonnabend stelll die Beschlüsse der Kabinetts voui Tag« zuvor bar und wurde mit Zustimmung aller in London anwesenden Minister veröffentlicht, damit die öffentliche Meinung im ganze« Reiche in keinem Zweifel gelassen werb« über bie Ziele unb Absichten der britischen Regierung i: der griechischen Frage. Das Kabinett ist sehr zufrieden mit der Unterstützung, bie ihm zuteil geworden ist, nicht nur in England, sondern auch in den Dominien. Das Reich wird nicht zugeben, daß die Ergebnisse des tabferen Kampfe? unb des entscheidenden Siege? seiner Söhne auf den Schlachtfeldern des östlichen Kriegsschauplatzes pretsgegeben werde.
London, 19. Sept. Reuter erfährt von maßgebender englischer Seite, es sei keine Rede davon, daß die britische Regierung traenb etwas unternehmen werde, was aus einen neuen Krieg hinausokmme, ober baß sie neu« Operationen zu Lande oder zu Wasser plane. Es handle sich nicht darum, daß die Verbündeten seit einiger Zeit in den neutralen Zonen um den Bosporus unb bir Dardanellen herum Truppen hätten. Diefe franzöfi- chen, englischen und italienischen Truppe« schützte« die Ausführung der -Verpflichtungen aus dem Vertrage von Sevres. Die Frag«, um bie es sich handele, sei lediglich der Schutz dieser Streitkräfte gegen jede mögliche Gefahr und nicht Krieg gegen irgend jemand. Kemal Pascha fei davon benachrichtigt, daß, wenn er bie neutrale« Zonen nicht verletze, es nicht zum Kampfe kommen werde. Obgleich fei« endgültiges Anzeichen
über Kemals künftige Haltung vorlieqe, sei jetzt bekannt geworben, daß er kurz nach seiner Ankunft in Smvrno der britischen Regierung mitgeteilt habe, daß er fick nickt als int Kriegszustände mit England befindlich anfebe. Rechtlich betrachtet befänden sich alle Verbündeten im Kriegszustände mit der offiziellen Türkei aber eine Regelung der Beziehungen mit Mustafa Kemal sei niemals erfolgt. ‘
London, 19. Sevt. Die „Time?" schreibt zur Reise Curzons noch Paris, «s wecke erftärt, daß, was auch immer geschehen möge, Großbritannien daraus bestehen wecke, daß die Meerengen gehalten werden, selbst, wenn es für England notwendig fein sollte, allein zu handeln. Von einem Besuch- Curzons in Varis hänge viel ab. Wenn er nicht schlecht beraten sei, wecke er jetzt mit dem starken und aufrichtigen Wunsche nach Paris gehen, ein festes Uebereinkommen mit Frankreich über die Wabrnno der bauvtföcklichsten euroväischen Interessen m der Gegend der Meerengen zu erzielen. Als früherer Wzekönig von Indien könne Curzon nicht in den Verdacht kommen, ben Wert der mohammedanischen Gefühle für btt beiden hauptsächliche« mohammedanische« Mächte Europas zu unterschätzen. Die Forderungen, wofür Curzon eintreten wecke, feien nicht übertrieben. Die britisch- Regieruna sei bereü. btt Stellung Thraziens mit Frankreich zu erörtern, vorausgesetzt, daß den Ansichten der Kleinen Entente ein angemessenes Gewicht beigelegt wecke.
London, 19. Sept. Einer Blätt-rmeldung zufolge soll für den Fall, baß Frankreich und Italien keinen Anteil an der Verteidigung der neutralen Zone im Falle eines Angriffes bas Parlament unverzüglich einberufen wecke«.
Das llnterstLtzungserfucheti an Australien und Kanada.
London. 19. Sevt. Nach einer Blättermelbung aus Melbourne telegravhiette der australische Premierminister an Lloyd George, daß Australien an jeder Aktion teilnebmen werde, die nötig fei, um bie Unantastbarkeft Gallipolis zu sicher«. Es fei bereit, «in Kontingent zu stelle«.
Ein« Blättermelbung aus Sidney berichtet, daß bas australische Parlament am Dienstag den Vorfchlag be» kräftig«« werd«, ei« australisches Kontingent, wenn nötig, nach den Dardanellen zu entsende«. Die einzige Oppa- fltio« werd« von der Arbeiterpartei komme«, bie ein Drittel des Hauses anSrnache. General Monash erklärte, eint Brigade wecke in 3—4 Woche» zur Einschiffung bereit flehen können.
Reuter meldet auS Wellington (Neuseeland), daß der Premiernnnister Masiey erklärt^ die Trüsche Re
gierung habe mit der Regierung Neuseelands feit Sonn» alvnd bezüglich der Möglichkeft eines türkischen Angriffs in Europa in Fühlung gestanden. Die Regierung Neuseelands teilte Llovd George mit. und dieser Beschluß wurde durch bie Vollsitzung des Kabinetts bestätigt, daß die Negierung Neuseelands wünsche, sich her Regierung Großbritanniens bet jedem Schritt, der unternommen würde, anzuschließen, und sie sei bereit, ein Kontingent zu entsenden.
Reuter erfährt auS Ottawa, daß wahrscheinlich eine Sondersitzung des Parlaments einberufen wird, um sich mit dem Ersuchen der Regierung des britischen Reiches um Entsendung von Truppen in den nahen Oste« zu befassen.
OttlitSrische Massnahmen.
Malta, 19. Sept. Das 1. Bataillon der Hochländergarde und eine A'> cthtng Luststreitkräfte sind nach Konstantinopel abgegangen.
Gibraltar, 19. Sept. (Reuter.) Das 1. Bataillon des North Staffordshire-Regiments hält sich bereit, wie verlautet zur Einschiffung nach Konstan- itnohcl. x
Absage aus Belgrad und Bukarest.
Paris, 19. Sen. Wie der „Petit Parisien' Mitteilen zu können glaubt, werden die Kabinette zu Bet- -irad und Bukaresi auf die Einladung des englischen Kabinetts, an der V°rteidtaung der Meerengen teil- ziinehmen, antworten, datz man ebensowenig tn Bukarest wie in Belgrad tm gegenwärtigen Augenblick eine Aktion beabsichtige, deren 9clitten noch nickt auf der Hand liege.
Wie das ,Ecko de Paris' inittctlt. hot der südslawische Minister des Aeutzern, Nintsckitsck, in Pari- wissen raffen, datz die Belgrader Regierung «icktS gelten e'ne Zuteilung Thraziens mit Elufchlnft Adrta- i.opels an die Türket ein zuwenden habe.
Die Opposition gegen Lloyd George.
London, 19. Sept. Die „Dailv Mail" forieti die Einberufung des englischen Parlaments. Sie richtet heftige Angriffe g-gen die Regierung, besonder« argen Lloick George. Ei« fragt, wie die Regierung es wage« Anne, England in einen neuen kostspieligen und Der« hängnisvollen Krieg zu verwickeln, ohne fttt das Parlament zu befragen. Llock ö’ow spiele mit den patriotischen Regungen der Dominions, die von ibm zum Narren gehalten würden. Die Dominions fennte« Llohd George nicht so gut, wie man ibn in England kenne, sie sollten nicht einen einzigen Mann und nicht ein emziges G schütz nach der Türkei senden. Die britische Nation, die entschlossen sei, diesem Kriege Einball zu tun. wünsche nicht, daß ein einziger Dominionsold al fein Leben lasse, damit Churchill ein neues Galli« poli macken könne. Lloyd George sehe feine Orient- Politik in Trümmern, er t>abe alle, einen nach b-m anderen. verraten unb Griechenland ruinier! Die britischen Kaufleute in Smyrna erklärten, sie seien durch die britischen Sckutzevrsprechungen getauscht worden und seien jetzt völlig mittellos. Zu einer Zelt, wo die Steuern den Handel unb die Industrie lahmlegien. habe der Premierminister versucht, her Nation neue Sartre auf» zubürden. Wie lange fei ein« solch« Mißregieruug noch zu ertragen? z
Frankreichs ablehnende Haltung.
Paris, 19. Sept. Wie der „Mattn' mtttetrt, hat der französische Geschäftsträger tn London der englischen Regterung die Art tmd Welse zur Kenntnis gebracht, tote Frankreich die Regelung des Friedens im Orient beabsichtigt. Der Botschafter bat dann bei englischen Regierung Mitteilung gemacht von der Erregung, die sich der öffentlichen Meintng In Frankreich bemächtigt vat und der Unruhe, die btt französische Regierung angesichts ber letzten Erklärung her englischen Regierung empfunden hat. Er hat bann betont, datz tn keinem Falle französische Truppen an ber Seite der Griechen kämpfe« könnten und mitgeteilt, datz, um einen Konflikt zwischen franzSstfchen Truven und be« türkischen Truppen zu vermcibcn. Frantteich beschlossen habe, innerbald 24 Stunden seine Truppenabteilungen, bie gegenwärtig Punkte der neutralen Zone besetzt halten, zurückzu- ziebeu.
Auch die italientscheu Truppen werden ans bet neutralen Zone zurückgezogen.
P'a r t s. 19. Sept. Noch etner Havasmeldung hat die französische Regierung noch tetiferlet Mitteilung erhalten, welche dte Reutermerbuug über die dauernd« Freiheit der Meerengen bestätigt. Potneare wird deute den englischen Botschafter Lord Hardtnge empfangen und wenn der Botschafter ihn amtlich ben Plan unterbreitet, butch den eine militärische Hilfe ber Serbünbeten fieforbert wirb, bann werde er wohl kchwerlich die Zustimmung Frautteichs zu einem solchen Programm bekommen. Potneare habe geilens dem englischen Kabinett die Ansicht der französisch«» Regierung über das gesamte Problem des Osten- avSgedrückt unter Zusicherung eines Abkommens be- treffend Wahrung ber neutralen Zone sotote bet Meerengen nnb habe baran erinnert, batz ber französische Kommissar tn Konstantinopel bem Schritt tetnei Kollegen beipflichtete, um Kemal Pascha von der gemeinsamen Entscheibung bet Verbündeten zu unterrichten. Frankreich worbe sich auch nicht verpflichten. ’n Zukunft militärische Kontingent zu stellen, ba eS von ber Möglichkeit überzeugt sei, gleiche, toemt richt günstigere Ergebnisse durch diplomatische Besprechungen zu erzielen.
PatiS, 19. Sevt. lieber ben heutigen Ministe» rat wurde folgender amtlicher Bericht ausgegebenk Der Ministerprästdeut hat dem Miuisterrat die Instruktionen unwtbreitet, die et in Bezug auf dw