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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg
Anzeiger für (das früher kurhessischej Oberhessen
Marburg
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Nach einer italienischen Meldung scheine dir Brand nachzulassen. Dagegen soll englischen Mel. düngen zufolge in Smyrna diePestausgebro- ch e n sein, die sich mangels irgend welcher Vorkehrungen schnell verbreite und viele Opfer fordere.
Der „Tag" weist darauf hin, datz die türkische Heeresleitung auf keinen Fall ein Interesse daran habe, den ungeheuer wichtigen Stapel- und Handelsplatz Smyrna, den sie eben erst gewonnen habe.
im Ausland eine Deckung zu verschaffen, so sei das eine Sache, die, so glaube man hier, die belgische Regierung nichts angehe. Die belgische Negierung werde nur die Garantien, die die deutsche Regierung unter alleiniger Verantwortlichkeit und unter Ausschluß von Britten anbiete, prüfen.
Der MH S1MW.
Gegenseitige Beschuldigugenn.
Der Brand der Sadt Smyrna wächst
Die ^dberheWcde Zeitung' erscheint iedismal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 75 Mi. ohne Zustellungsgebühr. Für ausialleno« Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Verlag von Dr. L. Hiyeroth. — Druck der Univ.-Buchdruckerei von 2ob. Lug. Koch, Markt 2123. — Fernsprecher 55, Pos!« scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
Hilfsaktion zugunsten Oesterreichs werden gegenwärtig sowohl in dem vom VölkerbundWlt gebildeten Fünferausschuh als auch in den „einzelnen technischen Ausschüssen des Völkerbundes fortgesetzt und dürften noch bis Monatsende andauern. Man denkt an eine Art von Neutralisierung des österreichischen Gebietes, dem seine „Unabhängigkeit" gleichzeitig mit seiner Neutralität von einer großen Zahl von Mächten garantiert werden soll, damit die Geldgeber eine genügende Grundlage für ihre Kredite hätten.
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düng, nach der Mustapha Kemal Pascha sich geweigert habe, den britischen Admiral zu empfangen, der ihn für die Anschläge verantwortlich machen wollte, die gegen englische Untertanen verübt worden seien. Der Admiral habe darauf an Kemal eine Note gerichtet, in der er diesem an» gedroht habe, die türkischen Schiffe zu beschießen, wenn die Unruhen weiter andauern.
Ericchenfeindliche Unruhen in Adrianopol.
Paris, Iß. Sept. Die Nachricht, daß in Adrianopel ein Aufruhr ausgebrochen sei, wird von Reuter bestätigt. Es wird yinzugefügt, daß Offiziere und Teile der Bevölkerung die griechischen Zivilbehörden verjagt haben.
Gefangennahme der letzten Griechen in Kleinüsten.
Adana, 15. Sept. Aus Angora wird gemeldet: Nach den letzten Nachrichten von der Front wurde die letzte griechische Arme«, die sich noch in Kleinasien befand, von der nationalistischen Armee gefangen. Es sind ungefähr 7000 Soldaten. Diese Armee stand unter dem Befehl des Generals Detreadis. ,
Nach den Antworten an den Völkerbund haben folgende Rationen ihren Militärhaushalt 1922 gegenüber den von 1912 erhöht: Großbritannien um
mit privater Wohltätigkeit eine ausreichende unmöglich geleistet werben kann.
Englische Drohungen.
Paris, 16. Sept. Griechische Blätter öffentlichen eine von Reuter wiedergegebene
148,3 v. H., JapM- um 71,9 v. H-, Belgien um 82,1 b. $>., Portugal uttt 7,2 v. D-
Herabgesetzt haben ibn Südafrika um 25,4 v. H-, Italien um 46,1 v. H-, Brasilien um 45,3 v. H-, Frankreich um 7,9 v. H.
Von den Neutralen haben ibn erhöht: Dänemark, Spanien, 5»aanb, Schweden, Schweiz, herabgesetzt nur Norwegen.
Lloyd George bleibt in London?
Genf, 17. Sept. Der hiesige Vertreter des »Observer' meldet, die Ankündigung, datz Lloyd George nach Gens reise, sei verfrüht. Falls die Reife noch stattfindet, dürfte sie kaum nächste Woche erfolgen, da vor der Versammlung noch keine Fragen zur Ver-
19,2 v. H., Britisch-Jndien um 14,2 v. Australien um 17,4 v, Kanada um 7,6 v. Neuseeland um
-nMutts stehen, die es notwendig machten, Lloyd George London verläßt. ES sei richtig, Balfour und Cecil sein Erscheinen wünschten, rer internationalen Lage sei wahrscheinlich durch Verbleiben In London besser gedient.
Neutralisierung Oesterreichs?
Genf, 16. Sept. Die Beratungen über
Sie MWmrlme.
Der englisch-französische Gegensatz.
Gens, 16. Sept. In der heutigen Sitzung des Ausschusses der Bölkerbundsversarnrnlung für Rüstungsbeschränkung wurde plötzlich von neuern die Annahme des Entwurfes des Garantievertrages in Frage gestellt. Für den wichtigen Artikel 4 standen zwei Texte einander gegenüber: 1. der Text, den Cecil aufgrund der Beratung der letzten Ausschußsitzung verfaßt hatte; 2. e n neuer Entwurf von dem ftanzösischen Delegierten de Jouvenel. Cecils Entwurf hat folgenden Wortlaut:
Ein gegenseitiger Garantievertrag kann selbstverständlich nur wirksam werden, wenn ein Rüstungsbeschränk ungsplan von allen Parteien angenommen fein wird, nachdem eine nach der Meinung der Mehrheit des Völker- b-undsrats ausreichende Organisation geschaffen wurde, um die Verwirklichung und die Aufrechterhaltung der Rüstungsbeschränkung zu sichern.
Der Entwurf de Jouvenels lautet folgendermaßen: Da die allgemeinen Rüstungsbeschränkungen das Ziel der vorliegenden Entschließung und der Vertrag ein Mittel für ihre Verwirklichung ist, ist selbstverständlich 'ne vorhergehende Einwilligung für eine Rüstnngsoc- 'chränkung die erste Bedingung des Vertrags. Andererseits muß die Beschränkung der nationalen Rüstungen im Verhältnis zu den Sicherheiten stehen, die oer Vertrag bringen wird. Der Garantieplan und der Abrüstungs- vlan hängen einer von dem andern ab. Ihre Vorbereitung und ihre Anwendung müssen daher mit Hilfe eipcr :u diesem Zweck vom Völkerbundsrat geschaffenen Or ganismus gesichert werden.
Die starken und für das ganze Abrüstun-sproblem.entscheidenden Gegensätze zwischen den beiden Entwürfen kamen in langen, zum Teil sehr lebhaften Reden und Auseinandersetzungen zwischen Cecil und Jouvencl zum Ausdruck. Während der erstere den Garantievertrao wesentlich von einer Abrüstung abhängig macht, wlll d-r zweite an eine Rüstungsbeschränkung erst heranlreten. wenn ein genügender Garantievertrag gesichert ist. Cecil lehnte die letztere These vor allem mit den Worten ab. daß, wenn es Länder gibt, die erst abrüsten wollen, wenn li, (Garantien bekommen Haden, andere Länder erst dann Garantien geben wollen, wenn abgerüstet wird. Anae- sichts dieser scharfen Gegensätze beantragte Cecil, daß man über die Textentwürfe keine voreiligen Entschlüsse sasfen, sondern sie dem gemischten Ausschuß für Rüstungsbeschränkungen unterbreiten bile. Jouvenel dagegen, der sich mit der Mehrheit einig glaubte, forderte i/fertigen Beschluß mit der Begründung, daß Frankreich eine so wichtige Angelegenheit wie die Rüstungsbeschränkung nicht verzögern wolle. In längeren Ausführungen spann Jouvenel diesen Gedanken aus, ließ aber klar er- iennen, daß es der französischen Delegation ausschließlich auf reale Garantien ankomme und sie keine Verpflichtungen für Rüstungsbeschränkungen eingehen will, ohne vorhergehenoe Sicherungen. Rach einer sehr langen Aussprache, in der Fisher-England erklärte, daß er wohl dem Entwurf zustimme, aber ein so großes kleich wie das britische nicht binden könne, and «'s Askenasy-Polen für die Fassung Jouvenels eintrit, einigten sich nach persönlicher Aussprache Jouvenel jno Cecil dahin, noch einmal gemeinsam einen Entnmr' auszuarbeiten, über den später beraten werden soll.
Gens, 17. Sept. Der 3 Ausschuß der Versammlung genehmigte einen Entschließungsentwurf über die Einberufung einer internationalen Abrüstungs-Konferenz und die Ausdehnung des Washingtoner Abkommens auf alle Staaten.
einer Katastrophe aus, auch wenn man die Meldungen, namentlich die englischen, wegen ihrer türkenfeindlichen Tendenz, mit Vorsicht aufnimmt. Engländer und Griechen beschuldigen die Türken der Brandstiftung, die Türken die Griechen und Armenier: vermutlich sind alle nicht schuldlos an dem Brande, dem nahezu die ganze Stadt zum Opfer gefallen sein soll. Von englischer Seite wird gemeldet:
London, 16. Sept. Die „Daily Mail" veröffentlicht ein Telegramm ihres Sonderberichterstatters, der die Feuersbrunst von Smyrna vom Bord des Kreuzers „3ton Duke" mit ansah. Dem Bericht zufolge steht außer den nördlichen Vororten ganz Smyrna in Flammen. Ein türkischer General habe il m gesagt, daß das Feuer d o n den Armeniern angelegt wurde, die große Mengen von Waffen und Munition augcsammelt hatten, und als sie sahen, daß sie den Türken nicht mehr entgehen konnten, ein Viertel an neun verschiedenen Stellen in Brand steckten. Nach dem Korrespondenten ist die Lage der überlebenden Ein- rvohuer verzweifelt. Man schätzt die Zahl der Personen, die, falls sie sich nicht retten, nicht verproviantiert werden können und zum Hungertode verurteilt sind, auf 100 000.
„Daily Telegraph" meldet aus Smyrna vom Freitag Abend: Drei Fünftel der Stadt liegen in Asche. Hebet 300 000 Menschen waren heute morgen oh-»' Behausung. Die Straßen find bedeckt mit Leichen, deren Zahl sich nicht berechnen läßt. Viele Flüchtlinge sind schwer verwundet. Das armenische, griechische und die Fremdenviertel find zerstört und brennen aus. Der Schaden beläuft fich auf annähernd 40 Millionen Pfund Sterling. Außer dem armseligen Türkenvjertel hat Smyrna a u f - gehört zu bestehen. Unter den zerstörten Häusern befindet fich auch das Hauptquartier Mustapha K e m a ! Paschas. Nach eidlichen Aussagen von Armeniern wurden türkische reguläre Soldaten beim Anlegen von Bränden gesehen, offenbar zur Vergeltung für den unschätzbaren Schaden, den die griechische Armee auf ihrem Rückzüge angerrch- tet hat. Die Lebensmittelversorgung der Flüchtlinge ist unzureichend. Die vorhandenen Vorräte genügen nicht für den zehnten Teil der Bedürftigen.
London, 16. Sept. Der britische Generalkonsul in Smyrna teilt mit daß die Konsulate nieder- gebrannt sind mit Ausnahme des belgischen, des norwegischen und des dänischen, die vom Handelszentrum etwas entfernt liegen.
Lügllmd zur Serieitigygg Montinoge's beim.
Forderung einer Orientkonferenz.
London, 16. Sept. Reuter erfährt, datz noch Ansicht der britischen Regierung die Bewilligung der Forderungen der Regierungen Angoras nichts Geringeres bedeuten würde als den vollständigen V e r l u st aller Ergebnisie des Sieges über dir Türkei im letzten Kriege. Die britische Regierung hält die tatsächliche und dauernde Freiheit der Meerenge für eine Lebensnotwendigkeit, wofür sie willens ist^ich einzusetzen. Die Frage von Konstantinopel liegt etwas anders. Seit mehr als 2 Jahren wurde entschieden, daß den Türken Kon- stautinopel nicht vorenthalten werden soll. Eine olche Konferenz ist aber unmöglich, solange ein Angriff kemalistischer Truppen auf neutrale Zonen in Frage steht. Wenn die Kemalisten die Verbündeten aus Konstantinopel vertreiben würden, würde dies ein außerordentlich unheilvolles Ereignis fein, das weitreichende Wirkungen in allen mohammedanischen Ländern und in allen im letzten Xe-ege besiegten Staaten Hervorrufen würde d^ r.-'außerordentlich ermutigt würden. Das Wied^. erscheinen der siegreichen Türken an der europäischen Küste würde auf dem ganzen Balkan eine sehr ernste Lage Raffen. Die Pflicht der Verbündeten ist es, diese Gefahr zu beseitigen. Die britische Regierung ist bereit, ihr Teil dazu beizutragen, jede mögliche Anstrengung für eine befriedigende Lösung zu unternehmen. Sie hat sich m diesem Sinne an die anderen Großmächte gewandt, die an der Verteidigung Konstantinopels und der neutralen Zonen beteiligt sind. Die britische Regierung wendet sich ebenfalls an Rumänien, Südslawien und Griechenland zu dem Zweck, sie an der wirkungsvollen Verteidigung der neutralen Zone zu beteiligen, an der sie wesentlich interessiert sind. Die britische Regierung lädt auch die überseeischen Dominions ein, sich durc> Kontingente bei der Verteidigung der neutralen Zonen vertreten zu lasten. Sie beabsichtigt, sosoct und wenn nötig, in ausgedehntem Maße, die dem General Harrington, dem Oberbefehlshaber in Konstantinopel, zur Verfügung stehenden Truppen zu verstärken, während außerdem dem brtti» scheu Mittelmeergeschwader der Befehl ttiätt
baten ein Interesse daran haben könnten, aus ihren bequemen Winterquartieren eine Triimmerwiiste zu machen. Es sei also vollkommen sinnlos, den Brand von Smyrna einer systematischen türkischen Barbarei zur Last zu legen. Die Türken hätten, ebenso wie Deutschland zu Beginn des Weltkriegs, keine Möglichkeit, der englischen Berichterstattung entgegenzutreten, und wenn sie es vermöchten, nüibe man ihnen vermutlich kein-n Glaube» schenken.
Amerlkanlfche Hilfsaktion.
Washington, 16. Sept. Die amerikanische Regierung hat eine amtliche Aktion zur Unterstützung der Flüchtlinge aus Smyrna und anderen Teilen Kleinasiens eingeleitet. Es sind an den Admiral Bristol in Konstantinopel Weisungen ergangen, er möge sich mit den militärischen und Flottenbefebls- habern der anderen Mächte in Verbindung setzen und mit ihnen gemeinsam einen Aktionsplan entwerfen. Die Regierung i stder Ansicht, daß der griechische Zn- Die Regierung ist der Ansicht, dast der griechische Zusammenbruch und die Feuerbrunst in Smyrna ein
Neuer Autrag auf Eingreifen Amerikas.
London, 17. Sept. Reuter meldet aus Washington Britten brachte tm Repräsentantenhause eine Entschließung ein, in der Präsident Harding ersticht wird, im Interesse des industriellen Weltfriedens ihm geeignet erscheinende Schritte zu tun, um den sozialen und politischen Frieden in Europa wiederherzustellen. Tie Entschließung sagt weiter, der Zeitpunkt erscheine günstig für eine neue Erwägung des Vertrages von Versailles und der Entschädigungssrage. Es sei klar, daß die Regierung der Vereinigten Staaten sich nicht abseits halten dürfe, bis die enropäischen Regierungen sie einladen.
Ein weiteres Wirtschaftsabkommen mit der fron« zgsjsci)cn Industrie.
Stuttgart. 17. Sept. Nachdem das Abkommen zivil he» Stinnes und Lnbirsac abgeschlosien wurde, ist auch in Württemberg in aller Stille ein Sachtstfe- rui'gsabkommcn zwi'chen einer süddeutschen und einer französische» Inter«.sierigrnppe getätigt worden, das für die siiddenl'che Industrie von besonderer Bedeu- inng sein dürfte.
Paris. 16. Scvr. Der Verba,rd der deutschen Arbeiter und der AMonsanstchnf» der zerstörten Ge- b;cte werden sich am Dienstag in Paris Begegnen.
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Kmitftms BnhMd'mmn in Anden.
Die Entscheidung, die in den nächsten Tagen über die belgisch' Forderung fallen muß, kann bei alter ; Wichtigkeit nur von verhältnismäßig kurzer Tragweite sein. Tenn das Verhalten der belgischen Regierung hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß die Vereinbarung, die günstigenfalls zustande kommt, keine । nennenswerte Erleichterung für Deutschland bedeutet I und von jener Atempause sehrweitentfevnt ist, auf die man in Deutschland rechnete. Englands Vorschlag, eine Stundung ohne Pfänder und ohne drückende Bedingungen zu gewähren, ist dem französischen Widerstand auch diesmal zum Opfer gefallen, und Belgien, dem man ein größeres Maß wirtschaft- sicher Vernunft und Mäßigung zutranen konnte, hat sich schließlich nur als Schrittmacher der französischen Politik erwiesen. Deutschland gewinnt im Grunde gekommen nichts dadurch, daß es eine drückende Wechselschuld mit nahem Versallstermin auf sich nimmt, sondern belastet damit lediglich sein n ad) st- \ jähriges Verpflichtungskonto mit einer unerträglichen Last. Diese trübe Aussicht bleibt auch dann , bestehen, wenn es dem Reichsbankpräsidenten gelingen sollte, den Termin, an dem Deutschland seine Wechsel- schuld an Belgien zahlen muß, noch um ein paar Monate hinansznschieben. Die Regelung, die ans diese Weise günstigenfalls erreicht werden kann, ist nur bann ein Fortschritt, wenn es während der Laufzeit der Wechsel endlich und wirklich gelingt, Deutschlands Entschädigungsverpflichlnngen auf ein erträgliches Maß her abzusetzen und damit eine Kreditanleihe dorzubereiten. Die Hoffnung, daß es dazu kommt, ; ist indessen nach den zahlreichen Enttäuschungen, die wir erlebt haben, sehr gering.
Es ist unverkennbar, daß die Neigung zn Zwangs- tuaßnahmen in den letzten Tagen in Paris merklich Nachgelassen hat und daß man auf französischer Seite Oer. Dingen diesmal ihren Laus läßt. Tarin spricht ‘ sich zweifellos eine gute Wirkung des Abkommens aus, das zwischen Sti nne s und dem Marquis deLulersac abgeschlossen worden ist. Es kommt aber hinzu, daß die Ereignisse im nahen Orient die politischen und staatsmännischen Kräfte Frankreichs und der übrigen beteiligten Staaten vollauf in Anspruch nehmen, sodaß . die Entschädigungsfrage augenblicklich etwas in b?n Hintergrund tritt.
Daß die Stimmung in England gegenüber der Haltung Deutschlands zn der belgischen Forderung nicht sonderlich günstig ist, geht aus folgender Meldung hervor:
London, 16. Sept. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Hier wird größte Sympathie für die belgische Regierung gehegt, deren bc- : lvunderswerte Selbstbeherrschung bei der Unterhandlung mit Deutschland anerkannt wird. Es herrscht lebhaft». Enttäuschung, ja sogar Verstimmung über die Hal hing der deutschen Regierung, nicht ausgeschlossen die des Reichskanzlers Wirth selbst, die sich weigert, den sehr mäßigen Forderungen Beigiens die geringste Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Die Reichsbank mag- »ii efiter gewissen technischen Richtigkeit darauf verweisen, daß ihre autonome Verfassung cs ihr nicht ermögliche, die notwendigen Transaktionen zu unternehmen, aber es liibt Mittel, Bedürfnisse zu befriedigen, die Berlin bisher hartnäckig verioeigert hat. In politischer Hinsicht wird »in derartiger Eigensinn als sehr unklug angesehen, und es kann Deutschland nicht gestattet werden, auf unabsehbare Zeit dabei zu verharren.
lieber die Verhandlungen des Reichsbankpräsidenten in London und die Haltung Belgiens und Frankreichs dazu wird gemeldet:
L on d o n, 16. Sept. Reichsbankprösioent Haven- ste i n hatte heute eine Beratung mit den Gouverneuren der Bank von England. Die Hauptberatnngen werden «W Montag stattfinden.
Es scheint, daß die Bank von England die Garan- tientng der deutschen Schatzwechsel gegen ein deutsches Gclddepot bei ihr zu übernehmen bereit sei. Sollte dus diese Weise ein Ergebnis erzielt werden, so würde hierzu keine neue deutsche Goldsendimg nach London nötig fein, da bei der Bank von England noch don früher her ein deutsches Golddepot liegt, das für die Sicherstellung der beiden ersten deutschen Schatz- Wechsel (vom 15. August und 15. September) genügen Bunte.
Paris, 17. Sept. Die französische Regierung läßt druch den „Petit Parisien" erklären, sie würde Ver- rinbarnngen nicht zustimmen, die der ReichZbank- btösident Havenstein mit London treffen könnte, sglls düst darauf Hinausliesen, daß England Belgien die Ersten beiden Raten garantiert und nach sechs Monaten dezablt. während Deutschland der Bank von England Me Beträge erst nach 18 Monaten zurückgeben würde. Frankreich würbe eine derartige Kombination nicht 1
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