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1922
Scheiditz.
Pie „DbtrbeiRIcbe Zeitung erscheint ledismal wöLentlild. — Dezugsvrei» monatlidi 75 Mk. ohne Zustellungsgebühc. Für ausfaUenbe Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereianiü« kein (Sriatu — Vertag von Dr. T. Hinerotd. — Tru< der llniv^Puchdruckerei oon 3ob. Bug. Kock. Mar't 21 23. — fttntfpreibet 55, Poft» ickreikkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
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Die belgischen Forderungen.
Der Brifnthieo.
Bruffa endgültig in türkischer Hand.
Konstantinopel, 13. Sept. B r u s s a ist daS «flcmal ourch türkische Kavallerie besetzt worden, mußte vann aber wieder aufgegeben werden und wurde gesten endgültig durch kemalistische Truppen besetzt. Die griechischen Truppen zogen sich nach Rodosto zurück.
London, 13. Sept. Wie Reuter aus Konstan- llncpel meldet, haben die Griechen vor der Räumung ton Brussa die Stadt an verschiedenen Stellen in Brand gesteckt. Die Feuersbrunst wurde aus ein Stadtviertel begrenzt, das eingeäschert wurde.
Paris, 13. Sept. Nach' einer Meldung des wS'.fm;,3" aus Athen hat die griechische Negierung das 3. Armeekorps, das den Türken in dem Abschnitt Vrussa Stand gehalten hatte und ungefähr 5—6000 Mann zählt, zur Verstärkung der in Thrazien stehenden griechischen Armee nach Rodosto geschickt. Das augenblicklich in Epirus stehende 5. Armeekorps wird nicht demobilisiert werden, um für etwaige Möglich- fiiten zur Verfügung zu stehen.
Die Einschiffung der griechischen Truppen.
London, 13. Sept. Nach Meldungen aus Athen find zwei Drittel der griechischen Truppen in Kleinasien eingeschifft worden. 40000 Mann wurden In Smyrnas 33 000 in Mndania und 30 000 in Schesme eingeschifft. Es verbleiben noch 60 000 Mann zur Einschiffung an Land.
Paris, 13. Sept. Nach einer „Temps"-Mtt düng aus Athen dauert die Räumung Kleinasiens durch die griechischen Truppen fort. Bisher seien 26 000 Mann und 6000 Verwundete in die Heimat zurück- geMirt. In amtlichen Kreisen in Athen stellt man in Abrede, daß es bei der Armee in Thrazien zu Meutereien gekommen sei und daß sich in der Marine "Raruhen zeigten.
Nach einer Meldung des „Jntransigcant" aus Konstantinopel verfügen die Griechen in Kleinasien noch über ungefähr 40000 Mann, die jedoch mehr »der minder desorganisiert seien und kein« Artillerie und keine Munition mehr hätten.
Die Lage in Thrazien.
. London, 13. Sept. Reuter meldet aus Athen, daß beunruhigende Gerüchte von allen Seiten Unbehagen erzeugen, das durch die von amtlicher Seite gezeigte Kaltblütigkeit nicht zerstreut wird. Es werde berichtet, daß die Türken in Thrazien, ermutigt durch ihre Erfolge in Anatolien, eine christenfeindliche Bewegung ins Werk fetzen. Auf der anderen Seite hätten Zusammenstöße zwischen bulgarischen Komitatschis und griechischen Abteilungen stattgesunden. Es werde mit- geteilt, daß die Komitatschis nach Skutatt zurück- getrieben wurden.
Reuter meldet ferner, daß die volle Größe der militärischen Katastrophe in Anatolien in Athen anscheinend noch nicht erkannt werde.
Die Friedensbcdingungen der Türken.
P a r i s, 13. Sept. Dem „Jntranstgeant" wird aus KonstantincP'l gemeldet: Die kemalifttsche Regierung antwortete noch nicht auf den griechischen Waffenstillstandsantrag. Man nimmt an, daß Griechenland sehr scharfe Waffenstillstandsbedingungen und die Uebergabe eines Teiles des Kriegsmaterials auferlegen werde. Die kemalistische Regierung wünscht ferner mit Griechenland direkte Friedenspräliminarien zu unterzeichnen. Für My- thilene, Chios und Samos wird Autonomie gefordert, ferner die Uebergabe der kleinen Rachbar- inseln. Thrazien soll ein autonomer Staat werden. Das Stadtgebiet von A d r i a n o p e l soll an die Türkei fallen. Ob die Auslieferung der griechischen Flotte verlangt wird, steht noch nicht fest. Jedenfalls werden 2 Milliarden Franken für die angerichteten Schäden verlangt.
Nach einer Meldung aus Angora schreibt die Zeitung „Beni Ouene": Wir sind bereit, Vechand- lungen zu eröffnen, aber nicht in Venedig, sondern in Smyrna.
Paris, 137 Sept. Nach einer Havasmclduug aus Adana haben die verbündeten Matrosen, die am Tage der Besetzung Smyrnas durch die Türken gelandet wurden, Smyrna jetzt wieder verlassen.
Konstantinopel, 13. Sept. Aus Malta wird gemeldet, daß das 2. Bataillon des Sussex-Regimeots den Befchl erhielt, sich an Bord eines Transport- dampfers nach Konstantinopel einzuschiffen. Weiter meldet H'ava? aus Konstantinopel, daß zwei französische Kompagnien in Mudania gelandet wurden, um die OrduunL w dieser Stadt aufrecht zu erhalten.
Der Malt »er Rate.
Berlin, 13, Sept. Die belgische Regierung hat dem deutschen Geschäftsträger in Brüste! heute Nachmittag eine von dem belgischen Minister des Auswärtigen Jasper gezeichnete Note fügenden Jnhafts übermittelt:
Nach den Bestimmungen der Entscheidung des Entfchüdtgungsansfchuffes vom 31. August sollte die deutsch« Regierung zur Abdeckung der Fälligkeiten vom 15. August und 15. September 1922 der belgischen Regierung deutsche Schatzbons aushändigen, die durch zwischen den beiden Regierungen zu vereinbarende Garantien stchergestellt werden sollten: mangels einer Einigung sollten die Bon» durch ein Eolddepot stchergestellt werden, das in einer der belgischen Regierung genehmen Bank zu stellen «ar. Die Besprechungen, die in Berlin zwischen den Bertretern der deutschen Regierung und den Delegierten der belgisch » Regierung über die von der deutschen Regierung bereit zu stellenden Garantien erfolgt find, haben zu keinem Ergebnis geführt. Tie belgisch« Regierung bittet die deutsche Regierung daher, i^r unverzüglich zwei deutsch« Schatzbons, zahlbar in Gold, in einem Betrage von je 50 Millionen Eoldmark, für die Fälligkeiten vom 15. August und 15. September zu- lommen zu lasten und in der belgischen Nationalbank 100 Millionen Goldmark als Sicherheit für diese beiden Bon» niederzulegen.
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Berlin, 14. Sept. Dem „B. T." zufolge wird die Reichsregierung vorausstchtlich heute zu einer Kabinettssitzung zusammentreten, um zu der bel- gischrn Note Stellung zw nehmen. Man nimmt an, daß das Verlangen der belgischen Regierung abgelehnt wird mit der Begründung, daß die deutsche Regierung über den Goldbestand der autonomen Reichsbank nicht verfügen könne. Mehrere Blätter glauben, daß die Tür zu weiteren Verhandlungen noch nicht geschloffen ist.
Die MmEWnslW.
Paris, 13. Sept. HavaS meldet, daß die Mitteilung der englischen Regierung durch den englischen Botschafter in Paris heute über geben wurde. Die englische Regierung «rllätt in dieser Note besonders, daß sie auf die Mithilfe der Verbündeten rechne, um die Verleidigung Konstantinopels und der Halbinsel Gallipoli sicherzustellen. Bezüglich der Lösung der militärischen Lage schlage die englische Rkgienintz vor, diese Aufgabe den verbündeten Oberkommissaren in Konstantinopel anzuvertrauen. Ohne den Entscheidungen, die noch getroffen würden, unb den Ausführungsbestimmungen, die noch in Erwägung, gezogen würden, vorzugreifen, sei «S jetzt schon sicher, daß die ftanzösische Regierung ebensosehr dem Grund- iatz der Freiheit der Meerengen gewogen bleiben werd«, wie die englische Regierung.
London, 13. Sept. „Daily Mail" meldet, daß die Verbündeten jetzt eine Note an die türkische Nationalregierung in Angora gesandt haben, in ve: sie die Warnung wiederholen, daß jedem Versuch der Türken in Thrazien ei.nzudnngen. Widerstand entgegengesetzt wird.
In gut unterrichteten Londoner Kreisen wird er« Härt, daß die augenblickliche Lage die dauernd« Aufmerksamkeit der btttischen Mittelme«rflotte erfordere, die jetzt ganz in den orientalischen Gewässern kreuze.
Loudon, 13. Sept. Reuter erfährt von maßgebender französischer Seite: Die btttische Regierung wurde informiert. daß Frankreich in der Frage der Meerengen mit ihr übe rein stimme. Jetzt, wo dieser Grundsatz geregelt worden ist, müßten Erötte- rnngcn bezüglich der Einzelheiten stattfinden, damit die Verbündeten eine vereinte Front Hilden könnten, wenn sie an dir Türkei herantreten. Nach französischer Ansicht ist der einzige Weg, um eine Regelung mit d«r Türke! zu erzielen, ihre „rechtmäßigen Aspirationen" anzuerkennen; damit ist gemeint, daß man nicht.erwarten könne, ^rieben mit der Türkei schließen zu können auf genau derselben Grundlage, als wenn das Land von den Gttechen besiegt wäre und nicht selbst gesiegt hätte. Die neue Tatsache der türkischen Erfolge müsse in Rechnung gezogen werden. Dies ist nach ftanzösischer Ansicht vollkommen sicher.
Weitere Ausgleichszahlung.
Berlin, 13. Sept. Wie verlautet, ließ die deutsche Regierung der britischen und französischen Regierung mitteilen, daß am 18. September eine weitere Zahlung von 500 000 Pfund auf die Aus- gleichsrate vom 15. September erfolgen wird. Die Bereitstellung dieses Betrages ist durch das Entgegenkommen der Reichsbank ermöglicht und geschah mit Rücksicht auf das von der deutschen Regierung den Verbündeten früher gemachte Angebot, einen derartigen Betrag für das Ausgleichsangebot monatlich verfügbar zu machen. Der verbleibende Restbetrag der Rate vom 15. August wird den Verbündeten übermittelt, sobald es die Verhältniffe zulaffen.
Ein englisches Urteil.
London, 13. Sevt. Der divlomatische Berickt- crflQlter des „Daily Cdronicle" schreibt zu dem Be- ichlntz der belgischen Regierung: Die Forderung, das; Deutschland SecbSmonatS-Schatzscheine geben und eine Goldreserve dcvonieren soll, sei gleichbedeutend mit überbaupi reiner Snmdnug berro. keiner Atempause. Im Gegenteil: eS werde aus einer Zahlung Deutschlands bestanden, in einer Form, die für Deutschland drückend sei und seine sinanzielle Stabilität auf das schwerste schädige. Wenn, wie wanr- scheinttch, Denttchland seine Unfähigkeit erkläre, die belgische Forderung zu erfütlen, so müsse die Angelegenheit an den Entschädtgungsausschus; verwiesen iverdcn. Wenn dieser einen vorsätzlichen Verzug erklärt, so werde es Sache der Verbündeten lein, zu 'Mtschcidcn, welche Mahn ahnten erzwungen »-'erden sollen. Kurz: die Krisis. die man für überwunden gehalten habe, sei wieder da. es lei ftdocb noch zu früh zum Pessimisntus; es tonnten immer noch Auswege gesunden werden.
Die deutschen Staatssekretär« in Paris.
Paris, 13. Sevt. Wie der meldet,
haben die Statslekretäre Fischer und Bergmann private Besprechungen mit Bradbnrv. Ragai. Delacroix, Bemelmans und Mauelere, welch letzterer Dubois. dcr sich einige Tage ansrubr. vertritt, gehabt.
Besuch Nordfrankreichs durch deutsche Industrielle.
Berlin, 13. Sept. Die „Voss. Ztg." gibt eine Meldung der Londoner .Morning Post" wieder, nach dcr in etwa zehn Tagen die deutschen Jndusttiellen S t i n n e S, Sorge, Klöckner. DuiSberg. Siemens, Deuttch und Krämer sich nach Nordsranlreich begeben werden, um dort als Gäst: der französischen Industriellen die zerstörten Gebiete zu besichtigen.
Paris, 13. Sept. Dcr „Mattn" schreibt zur Orientfrage: „Man sagt uns, daß die Verbündeten einen Schritt in Angora unternommen haben, wonach die Türken die Neutralität von Konstantinopel achten sollen. Es ist aber zu befürchten, daß dteser „Schritt der Verbündeten" eine rein englische Auffassung ist. Der türkische Sieg macht das Programm dcr Nationalversammlung nicht nur möglich, sondern notwendig. Der Nationalpakt von Angora will den Türken geben, was den Türken gehött. Tie Bcrbünderen sind in Konstantinopel immer weniger zu banse. Das ist vielleicht sehr unangenehm für die, die Konstantinopel als ein zweites Gibraltar oder Suez betrachten. Aber cs ist nun einmal so, ob man es will oder nicht. Die Frage der Mcerrtuge ist nun aufgerollt."
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Beni-^loS.
Parts, 13. Sept. Wie die .Chicago Tribüne" meldet, ist der frühere griechisch« Ministerpräsident Ventzelos beute Nacht in Patts eingetroffen. Man i-rtoartet, dass er beute mit Poincar- eine Besprechung haben wird und sich dann nach London ve- gcben werde, wo er am Donnerstag eine Unterredung mit Llopd George haben bflrfte.
Nach dem .Jntransigeaut" blttbe VenlzeloS weiter entschlossen, nicht wieder ins politische Leben zu- rttckzukehrcn. Seine vertranten Freunde versichern aber, wenn das griechisch« Volk den Wunsch kundgeben sollte, die Hilfe VenizeloS zu erhalten, cS dann ziemlich sicher fei, daß er sich Metern Ruf nicht entziehen werde.
Di« Finanzlage Griechenlands.
Parts, 13. Sept. Rach einer Meldung aus Athen erklärte der neue griechische Finanzminister Preffevertretern gegenüber, er beabsichtige nicht, Zur Einführung neuer "Steuern zu schreiten. Die finanziell« Lage des Lander sei durchaus nicht verzweifelt. Der Staatshaushalt,, dessen Fehlbetrag sich ans 800 Millionen Drachmen belaufe, könne in kurzer Zeit ins Gleichgewicht gebracht werden. In allen Zweigen der Staatswirtschaft sei eine sparsame Wirtschaft notwendig.
Der früher« Präsident des ReichsmiNtllrgerichiS, General der Infanterie v. Linde-Suden, ist tm Alter von 74 Jahren in Braunschweig gestorben.
Reue Gehalts- und Lohnforderungen? DteSpttzen- vcrbände der Beamten und Staatsarbeiter wollen, einer Korrespondenzmeldung zufolge, nach Beendigung der Münchens Tagung des Deutschen Eisen- dahnervcrbcmdes die Regierung ersuchen, noch tm Laufe dieses Monats auf Me jetzt gültigen Gehälter und Löhne TenerungSzuschläge zu gewähren.
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Nette Unruhen Im abgetretenen Gebiet.
Neuhciduck, 13. Sevt. Gestern nachmittag M es hier zu Unruhen gekommen, wobei die Menge den Direktor dcr hiesigen Hütte überfiel und tom erhebliche Körververletzungcn beibrachte. Tie Auffor- dervng der hiesigen und der aus Schwtcntochlowttz eingetrossenen Polizei, sich zu zerstreuen, beantwortete die Menge mit einem Uebersall aus die Polizeimann- icfcaften. Einige Polizisten wurden mistbandelt DaS zur Vetttörkung anaetommcnc Militär musire von der Scbutzwasfe Gebrauch inactxn und stellte die Ordnung wieder ber. Zwei Personen, sind tot. zwei wettere erlagen ihren Verletzungen, zwei sind schwer verletzt. Von der Polizei wurden zwei Personen schwer und sechs leicht verletzt.
Warschau, 13. Sept. Der „Kurier WaeszowM" bezeichnet die Unfähigkeit der Regierung als Ursache der oberschlesischen Unruhen und fordert für Obctschlcsien das Regiment einet eisernen Hand.
Unbcrechttate polnische Vorwütte.
Berlin, 13. Sevt. Im Hinblick ans die Ausschreitungen gegen die Lebensmittclverkäuser in Oft» obcrschlesien behauptet die polnische Presse, datz ote deutsche Regierung durch das Genfer Abkommen btt Verpflichtung übernommen nabe, das Land mit deutschem Gelde zu versehen. Jetzt entziehe sich die Re- glerttng dieser Verpflichtung, und die Bevölkerung ncbe deshalb einer Hnngerkatasirovhe entgegen. Diesen gänzlich unbegründeten Vorwürfen gegenüber mutz darouf hingewielen werden, datz nach Artikel 319 pes deutsch-polnischen Abkommens über Oberschienen die deutschen Bankniederlassungen levialich bemüht sein sollen, die zur Deckung des Kr-ditbedüttmüeS in Polnisch-Obersch'esien erforderlichen Mittel In vem- selben Umfang und nach denselben Grundsätzen rote bisher zur Verfügung zu stellen. Die deutschen Banken sind dieser Verpflichtung bisher in vollem Um» fgitne nachgekommen, besonders ist die Reichs» banlstelle in Gleiwitz bisher stets voll mtt ZavlunaS- Mitteln beliefert worden. Ein Mangel an dcnttcven Zahlungsmitteln in Ostobttrschlesicn ist grötztentttlS auf Valutaspekulationen und auf daS Ab- strömen deutscher Reichsmark nach Wattchau zurückzu- siibren.
Lloyd ©eoroes Wank Me nnrfi Gens.
Genf, 13. Sept. Die Londoner Nackricht. nach der Llovd George in btt; nächsten Woche, voraussickt- ltch ont 21. September, hier ein treffen soll, um an den Beratungen ber Bölkerbundsvcrsammluna tri'ntnebmen. wird in den Kreisen fr*r hier weisenden Delegationen int allgemeinen zutreffend het-schum. Tariäckück ftaa auck in dielen Tagen flirr diese Frage ein Depclchen- wcchsel zwischen der britischen Delegation und London statt. Im Falle bet Beteiligung Llopd Georges an. b<T Versammlung würde auch der italieni'chc Außenminister Schanze i nach Genf kommen. Bezüglich rtroawt Pläne VoincareS, ebenfalls an der Versammlung tri» zunehmen ober Vivian! hierher zu entsenden, ist eine Be- stätignna vorläufig nickt zu erlangen, da die httfhen französischen Kreise sich sehr zurückhalfenb Sichern All« aemcin beschäftigt man sich auch mit ber Frage. 36 sich an Sfotib Georges Aufenthalt in Genf eine Tagung des Obersten Rates ausckließt.
Als sehr wahrfckeinlick gilt es in vielen Kreisen, daß Lloyd Georae das Terrain in den orientalischen Angelegenheiten sondieren will.
Die hiesigen über französische Angelkgenbeiteu tttnft sehr gut unterrichteten Blätter zeigen sich nicht sehr be- geistert über den Besuch Llovd Georges. D->m „Journal de Geneve" wird «. a. aus Paris telephoniert. eS wäre anßerorbcntlich bedauerlich, wenn man im Bölber- fntnb die Methoden einsühren würbe, bk bie Sitzungen dcS Obersten Rates ruiniert unb zu dem allgemeinen Durckeinanbcr beigetragen haben. Wenn bie Völker« ^-nbsverßrmmlungen den Boden für politische Manöver abgeben sollten, so wäre bas sehr bedauerlich.
Genf dl« Fortsetzung von Genua.
London, 13. Sevt. In einem „Abrüstung' überschriebenen Aussatz sagt „Daily Ebronicie": Wenn Llopd George nach Gens geben wird, wird sich auch Poincare für Frankreich »nd wadttcveinlich auch Schanlzer für Italien dorthin begeben. Auf dies« Weise würde Gens die Fortsetzung von Genna tcin. Man Sofft ledocb, datz in Genf eine wirksamere Atmosphäre herrschen wird. Dann kann die Genfer Konferenz auf einem bereits bis zu einem gewissen Grade geebneten Boden beginnen. Der Derichterftat- trT erwartet, datz die Abrüstungssrage bis zur Ankunft Llovd Georges in Genf binansaeschoben würde. Man ftt der Ansicht, datz die Anwesenheit des englischen Premierministers der Konferenz einen neuen Antrieb geben werde und datz die Autorität der Völkerbunds«' Versammlung dann wachsen wird.
DaS Mandat übet die Insel Nauru.
Gens, 13. Sept. Gewisie Bedenken, die die stän« dige Mandatskommission in ihrem Bericht an be» Völkerbund über die Mandatsausübung durch daS britisch« Reich aus der früher deutschen Jnsei Nauru äutzette, führten in der gestrigen Sitzung des Unter« ausschusses für Mandatsfragen zu einer längeren Aussprache. Der Bettcht forderte AusNärung über die Verhältnisie aus der Insel Nauru, wo auf Grund eines AdkommenS zwischen der grotzbtttannischen. t>et neuseeländischen und der australischen Regierung dies« drei Regierungen sich ausschlietzlich das Recht zur Ausbeumng der reichen PhoSphallager vorbe- halten hatten und eine Kontrolle dadurch ettcvwerr wurde, daß den Kommissaren dieser drei Regie rangen pur et» einziger Sontrollbemmer ber mtt der 1»«*®