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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher knrheffifchej Oberhessen

Marburg

Rr. 212

Scheid ürz.

TltDberbtfRitbe Zeitung eridjeint leLrmal wöchentlich. Beuugsvrei» monatlich 7S Mk. ohne Zustellungügebühr. Für ausfallend« Nummern infolge Streiks ooer elementarer Errigniiie fein Eriatl. Verlag von Dr. L. Hiuerokd. Druck der Univ^-Buchdruckerei von lob. Sne. Koch. Mar'f 2123. Hernfprecher 55, Pol!« iLeckkont»: Nr. 5015 Ämt Frankfurt a. Main.

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$or itm AUlutz der berliner LWiiii- lunnen.

Borschläge Deutschlands.

Berlin, 8. Sept. Die belgischen Delegierten 'verhandelten heute Nachmittag 8 Uhr im Reichs- fjnanzministerium mit dem Minister Hermes und den Staatssekretären Bergmann und Schröder. Der belgischen Delegation wurden bestimmte Borschläge vorgelegt. Diese Vor­schläge wurden erörtert, und es wurden die nötigen Aufklärungen darüber gegeben. Die belgischen De­legierten erklärten, daß sie sich wegen der Vorschläge mit ihrer Regierung in Verbindung setzen mutzten und datz sie voraussichtlich in der Lage sein würden, j am Sonnabend eine Antwort zu geben. Am Sonn­abend werden also voraucsichtlich die Verhand­lungen ihren Abschluß finden

Nach dem ,,B. T." soll es sich dabei um den Plan handeln, datz Deutschland in England, Holland und | Amerika Earantiekredite, falls dies möglich seh aufnehmen will, um damit für die deutschen Schatz­scheine Bürgschaft zu leisten. Wahrscheinlich wür­den die belgischen Vertreter erst nach Brüssel zurück­kehren, um dem belgischen Kabinett mündlich Be­richt zu erstatten. Dann würde vielleicht eine neue Zusammenkunft anberaumt werden.

Der ,.B. Z." zufolge übermittelten die belgischen Unterhändler gestern den van deutscher Seite ge­machten Vorschlag, die deutsche Industrie an der Garantierung der deutschen Schatzwechsel zu be­teiligen, telegraphisch nach Brüssel und baten um neue Weisu^en. Anstelle der ursprünglich er­wogenen Teilnahme Englands an der Diskontie­rung der Schatzwechsel wird jetzt die Fühlungnahme "W Holl y«'d ausgenommen. Im Falle einer Einigung mitadtzn Belgiern besteht, derV. Z." zu- fclge Aussicht,, daß durch Vermittelung "des Bank­hauses MendelssÄfn holländische Banken statt der englischen sich <ün "8er Diskontierung beteiligen.

Die Tagung des Auswärtigen Ausschusses.

Berlin, 8. Sept. Ter Reichstagsausschuß für VnSwärtigc Angelegenheiten trat heut« unter bnn borsstz Tr. StresemannS zusammen. Der Reichs­kanzler gab in großen Zügen ein Bild von der be­sonderen Bedeutung der augenblicklich schwebenden deutsch-belgischen Verhandlungen. In der anschlie­ßenden längeren Aussprache kam der gute Wille zum Ausdnick, zu einer Einigung zn gelangen, soweit sich dur einigermaßen für uns tragbare Bedingunaen er- reichen lasten. Besondere Beschlüsse wurden nicht ge­soßt. Auf Kunsch aus Abgeordnetcnkreisen schilderte der Leiter des Wstderaufbauministeriums, Staats- stkrrtär Müller, in eingehender Darstellung den «ertrag Sttnnes-L'>bersac. An den Bericht schloß sich eine längere sachliche Aussprache, in deren Ver­lauf u. a. Stinnes das Wort zu ausführlichen Er- lautentngtn ergriff. Nächste Sitzung unbestimmt.

1 Das Sünnes Abkommen.

. Berlin. 9. Sept. Die wirtschaftlichen Organisat- ptwnen des deutschen Handwerkes werden wegen aktiver Beteiligung an den Wiederausbauarbeiten in Nordfrank- mit den Vertretern des Stinnes-Konzerns in Handlungen treten. Stinnes erklärte, daß ihm die «b* ffiligung des Handwerks sehr erwünscht sei und er den wm zustehenden Einfluß bei den in Betracht kommenden «lkeitnehmerkreisen energisch dahin geltend machen werde, daß das wirtschaftlich organisiette Handwerk an diesem Stoßen Wiederaufbauwcrke entsprechend seiner Leistunil- Khiokeit beteiligt werde.

London, 8. Sept. Der Pariser Berichterstatter der »Times" hebt hervor, daß selbst die französischen sozia- «ßischen Blätter und andere Zeitungen, die sonst syste­matisch Opposition gegen Poincare betreiben, erklären, daß die Zustimmung der französischen Regierung zu dem Etiunesabkommen eine neue Aera in den deutsch-französi- !föfr Beziehungen eröffnet. Es wird erklärt, daß d'c Nationalen und internationale» Folgen auf politischem mch wirtschaftlichem Gebiete einschneidender Att ;t,'n «mi en,

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Die Teuerung.

Dte Vertreter der Christlichen Gewerkschaften beim Reichskanzler.

Berlin, 8. Sept. Wie .Der Denttche" mitteilt, 'S Sestern der Generalsekretär des Internationalen j«undes Christlicher Gewerkschaften der Welt <5erra* l«J>a aus Utrecht und der deuksche Vertreter des Bun- £ä rom Reichskanzler emofanzen worden. Der :«t'd)5raii3lfr setzte den Vertretern der christlichen Ge- >^rksclmsten die gefahrdrohende wirtschaftliche Lage ^Mschlands auseinander und bat, dazu betzuttagen Ls Völker Europas in einem wahrhaft christlichen ö°Muc einander näher zu brftigen, und das gemein- allen drohenden Unbeil aus de» völlig v e r - 61 e n e n wirtschaftlichen und finanziellen Verhält- Me abzulenken. Die christlichen Gewerkschaftsverire- ff* erklärten dem Reichskanzler, daß sie festen Willens Eftt an diesem erhabene» Ziele mit allen Kräften Mzuarbeiten. ,

Deutsche als Mithelfer des Ausverkaufs.

B e r l t n, 8. Sept. Unter Ausnutzung des Mark- ' V ifben an der belgischen und holländischen Grenze die deutschen Geschäfte von valutaslarken Aus- tändern fast völlig a u s g e k a u f t. Viele Läden wa­ren genötigt, zu schlief',en, weil keine Ware mehr vor­handen war. Die vor einigen Tagen vom Obervräfl- denten der Rheinprovtnz erlassene Verfügung über die

I -aung des Einzelhandels für Ausländer er- - ass wirkungslos, da die ftemden Käu- ser vielfach durch Deutsche gegen Provision ihre Einläufe besorgen lassen.

Neue Unruhen in Kattowitz.

Berlin, 8. Sept. Nach einer Meldung des ,B. T.' kam es gestern in Kattowitz zu neuen ernsten Lebensmittelunruhen. Die Belegschaften der umlie­genden Gruben demonstrierten vor der Woiwodschaft gegen die Teuerung und gegen die nur teilweise Aus­zahlung der Löhne. Die aus dem Markt befindlichen Verkaufsstände wurden gestürmt und geplündert. In den Lokalen kam es wieder zu Judenverfolgungen. Nach Ausbruch der Unruben wurden starke Poltzei- truppen eingesetzt.

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Der ohnmächtige Merbu -.

Eine Berteidigungsrcdr Balfours. Der Aufstand in Südwcstafrtka.

Genf, 8. Sept, Zn Beginn der heuttgen Sitzung der Döikerbundsversammlnng ergriff Lord Balfour lSngland). von lebhaftem Beifall begrüßt, das Wort und zwar wie er eingangs erwähnte, in seiner Eigen­schaft als Mitglied des Völkerbnndrates, der noch vor Abschluß der allgemeinen Aussprache sich mit den Aeuszerungen der Vorredner Uber die Tätigkeit des Rates anstinandersetzen möchte. Er, wie die anderen RatSmilglieder, seien in keiner Weise durch die Kritik verstimmt, die man an der Tätigkeit des Rates geübt habe, sondern sie seien dankbar fiir jede krittsche An­regung. Nun trat Lord Balfour in die Bespreclmng der Kritik, die Nansen und Cecil an der Tättakeit des Völkerbundsrates geübt batten. Ein großer Teil der Kritik labe der ^Sebandlnng der Saarfrage gegolten, wie sie der Völkerbnndsrat vollzogen habe und der Veranlwortuna. die der Rat hierfiir anf sich geladen hätte. Die Hauptschwierigkeit im Saargebiete liege in der dort entsalteten Propaganda, die den Er­eignissen des Jahres 1935 gilt, der Volksabst im­mun g, die dann zu erfolgen habe. Wenn der Völ­kerbund glaube, datz der Rat vier nicht seine Pflicht I erfüllt hat, so möge er es sagen und mit seinem Vor­wurfe nicht zurückhalten. .Aber ich bitte Sie, hören iSie nicht auf Leute, die vo>t Haus zu Hans geben I und falsche Behauptungen anfstellen, die nicht bewie­sen werden können. (Die französischen Delegierten rufen: .Sehr gut!l Worauf es uns ankommt, ist, datz das Saargebiet gerecht regiert und datz hier gute Verwaltttngsarbeit geleistet wird."

Weiter führte Lord Balfour aus: Lord Robert Cecil bat den Vorwurf erhoben, datz der Rat nicht die notwendigen Maßnahmen ergreife, um dem grie­chisch-türkischen Kri eg ei» End« zu bereiten, dessen ohnmächtige Zuschauer wir gegenwärtig sind. Der Völkerbund aber hängt von Verwögen ab, die ibn gegründet haben. Einer der Krieoftihrenden gehört dem Völkerbund nicht an. Im übrigen hat der Völkerbund weder finanzielle noch sonstige materielle Mittel, um feinen Elnftutz anszuüben. Er verfügt nur Über moralische Möglichkeiten. Wir-sind in dcr letzten Episode der Kriegszeit, und wir erleben den Rest der Auswirftingen des Krieges. Um einzngrei- fcn, um zu bessern, sei der Völkerbund nicht genug ausgerüstet. Es müsse nodintatS darauf hingewieseu werden, datz der Völkerbund kein Geld habe und keine materiellen Machtmittel. Er könne sich daher nicht an die Stelle der einzelnen Regierun­gen stellen. Er dürfe nicht an Aufgaben herantreten, tenen tr nicht gewachsen fei, wenn er nicht wolle daß das Werkzeug zerbreche. Wenn der Völkerbund weiter leben wolle, dürfe er nichts unternehmen, was über seine Kraft gehe.

Ter ftalien'iche Delegierte und frühere Außen­minister S c i a l o j a sprach über die Leistungen und großen Ausgaben des Völkerbundes, wobei er beson­ders anf die österreichische Frage einging. Es treffe nicht zu, datz man bisher nur Worte, aber keine Taten aufgebracht habe. Auf jeden Fall sei Italien bereit, Oesterreich zu Helsen, da fett dem Kriege kein Grund mehr zu Mitzbelligkeiten zwilchen beiden Ländern bestehe. Der Vertreter Haitis Belle­garde gedachte unter großer Aufmerksamkeit der Deleg'.^tten der Vorgänge, die sich kürzlich im ehe­maligen Deutsch-Südwesiafrika abgespielt haben. Die Vorgänge seien ernst genug, tim das Interesse des Völkerbundes zu beanspruchen. Man sei von gegen den Hottentottenaufstand, der durch Ein­führung einer ungerechten Hundesteuer ensstand, mit Kanonen, Maschtnengewbren, Tanks, Flugzeugen und Bomben vorgegangen. Man stehe also vor der Tat­sache, daß gegen Farmer und deren Frauen und Kin­der in einem Gebiet, das unter dem Mandat des Völ­kerbundes steht, mit solchen Mordwafsen vorgegangen worden sei. Die Versammlung solle zur Prüfung die­ser Frage einen besonderen Ausschuß einsetzen.

London, 8. Sept. Der politische Berichietttatter des »Daily Chronicle" schreibt: Lloyd George er­hielt eine Mitteilung von Balfour. Obwohl es noch ungewiß ist, ob er bereits jetzt eine Reise nach Genf unternehmen kann, ist es möglich, datz er sich *n der nächsten Woche dorthin begeben wird, wenn nicht andere Fragen seine Abreise verhindern.

Ein Kaiser Frievrich-Denkmal zerstört. In der ver­gangenen Nacht wurde das in die Felsen am Ufer der Saale in Gtebichenstein bet Halle elngehauene Kaiser Friedrich Denkmal durch unbekannt Täter vollständig zertrümmert.

M hie srietzW Mimte geflogen.

Die Flut des Rückzuges.

Paris, 8. Sept. Rach einer Havasmeldung aus Adana ist die Stadt Kassaka von türkischer Ka­vallerie besetzt worden. " Roch einer weiteren Mel- dung aus Angora ist die griechische Nordarmee, die ter umzingelten griechischen Südarmee zur Hilfe kommen wollte, in der Nähe von Kurdus mit den Türken zusammengestohen. Die drei Divisionen dieser Armee find völlig vernichtet. Der kommandierende General fiel verwundet in die Hand der Türken. Tie Trümmer der Arme« wurden von den Türken gefangen genommen.

Wie derTemps" aus Angora meldet, sind tür- ftsche Kavalleriekolonnen in die Stadt Bergamo eingerückt.

London, 8. Sept. Reuter meldet aus Smyrna vom 7. September 4 Uhr nachmittags: Tie Grie chen halten sich in der Linie östlich von Salischly Es besteht wenig Hoffnung, daß die Flut des Rückzuges ausgehalten wird. Flüchtlinge und De- lcrteure treffen zu Tausenden ein. Zahlreiche bri­tische Staatsangehörige befinden sich in Smyrnct und in den umliegenden Dörfern. Es werden Be­fürchtungen wegen der Sicherheit des britischen Eigentums gehegt. Die Flüchtlingsfrage dürfte ernst werden, da so gut wie keine Vorbereitungen getroffen worden seien, weder bezüglich sanitärer Maßnahmen noch wegen der Lebensmittelversor­gung. Die Zahl der Flüchtlinge wird auf über 200 000 geschätzt. Im Süden steht die türkisch; Armee. Die griechischen Streitkräfte zielen sich auf Brussa, Panderma und Mondania zurück.

Athen, 8. Sept. 800 Flüchtlinge aus Smyrna sind in Piräus eingetroffen, ebenso mehrere Be­amte des griechischen Oberkommijsariats mit den Archiven.

Die Gefangennahme des griechischen Oberbefehls­habers.

Athen, 8. Sept. Nach Blättermeldungen steht die Gefangennahme der Generale Trikupis und D i g e n a in keiner Beziehung mit dem Schicksal ihrer Armeekorps. Nach einem Telegramm des Oberbefehlshabers vom 5. September hätten das erste und das zweite Korps, die unter ihrem Befehl standen, bereits ihre Stellung in der Richtung auf Uschak-Alaschehir eingenommen. Die beiden Ge­neräle seien mit ihren Stäben auf dem Wege zu ihren Korps von feindlicher Kavallerie gefan­gen genommen worden. Nach einem heutigen Telegramm habe das dritte Korps in normaler Weise Brussa besetzt. Die Nachricht von der Be­setzung dieser Stadt durch den Feind sei also falsch.

Wit dem Oberbefehl in Kleinasien ist General Polymenakos betraut worden.

Wie die Blätter melden, haben nach einem Tele­gramm des Marinemtnisteriums griechische Kriegs­schiffe Jalowa beschossen, eine Batterie zerstört und andere zum Schweigen gebracht, die gegen sie Feuer eröffnet hatten.

Die Türken vor Smyrna.

Paris, 8. Sept. Nach einer Havasmeldung aus Adana geht das Gerücht, daß der Befehlshaber der türkischen Borhut, die sich gegenwärtig etwa 40 Kilometer vor Smyrna befindet, den Befehls- raber der griechischen Armee in Smyrna aufgefor­dert hat, zur Vermeidung unnützen Blutvergießens ich den Türken $u ergeben. Er habe außerdem die Versicherung abgegeben, daß die Bevölkerung von Smyrna unter der kemalistischen Besetzung keine Gefahr laufe.

Wie derIntranfigeant aus Athen meldet, hat der griechische Oberkommissar von Smyrna, der von der Bevölkerung nicht gerne ge­sehen wurde, sich an Bord eines griechischen Schiffes flüchten müssen.

Das Aegäische Meer erreicht.

Paris, 8. Sept. Nach einer Havasmeldung aus Adana ist die erste türkische Kolonne an der Küste des Aegäischen Meeres angekommen. Tsr kommandierende Offizier, Rittmeister Nury Bey, erhielt den zugesagten Preis für den ersten Offizier, der die Küste des Aegäischen Meeres erreichen würde. Der Preis besteht in 500 türkischen Pfund und in einer Fahne.

Die Bente der Türken. ~

Paris, 8. Sept. Aus Adana meldet Havas, daßbis zum 2. September die Türken 700 Geschütze,

9500 Lastautos, 11 Flugzeuge, ungefähr 2000 Mw schinengewehre und eine riesige Menge von Waffen, Munition und Lebensmitteln erbeutet hätten.

Protest gegen griechische Ausschreitungen.

Athen, 8. Sept. sHavas.) Die verbündeten Botschafter haben beim Ministerium Schritte unter­nommen um die griechische Regierung auf die von den griechischen Truppen in Kleinasien begangenen Ausschreitungen aufmerksam zu machen, da oiese sonst dazu angetan seien, Gegenmaßnahmen der Türken heroorzurufen, die sich gegen die Christen richten könnten.

Die Konferenz von Venedig.

Rom, 8. Sept. Wie die Blätter melden, hat die italienische Regierung bei den Regierungen van Frankreich und England einen Schritt unternom­men um sie von der Notwendigkeit zu überzeugen, Griechenland und die Türkei zu einer Konferenz einzuladen die in Venedig stattfinden soll und auf der die Friedenspräliminarien erörtert werden sollen, wobei in der Zwischenzeit aus Gründen der Menschlichkeit Vorsorge getroffen werden soll, daß ein W a f f e n st i l l st a n d geschlossen wird oder die Kriegshandlungen unterbrochen werden.

London, 8. Sept.Star" berichtet aus Mai­land, es verlaute, daß die Konferenz von Venedig über die Fragen des nahen Ostens auf den 20. 6ep« icmber angefeht wird.

Glückwünsche der Räteregierung.

London, 8. Sept. In Konstantinopel am Angora eingetroffene Berichte besagen, daß der Vertreter der Sowjetregierung dem Premier. Minister der kemalistischen Regierung Rauf Bey eine Botschaft sandte, in der die nationalistische Re« gierung zu ihrem militärischen Erfolge beglück­wünscht wird. In der Botschaft wird die Bede«, tung der Tatsache hervorgehoben, daß die Hinder. nisse auf dem Wege nach Konstantinopel nunmehr beseitigt seien und daß das Schwarze Meer von neuem jetzt ein russisch-türkisches Meer geworden sei, was das Zusammenarbeiten zwischen Sowjetrußland und der Türkei bedeutend erleich. tern würde. Die imperialistischen Mächte würden auf eine vereinte Front von der Ostfee bis zu« Siu dischen Ozean stoßen.

Mtritt -er griechischen Kabinett;.

Athen, 8. Sept. Rach einer Havasmeldung iff die griechische Regierung zurückgetrete». Der König hat Kalegeropulos mit der Kabinetts, bildung beauftragt. Dieser wird seine Antwort morgen erteilen.

Pari-, 8. Sept. Nach einer Meldung des ..Intranfigeant" aus Athen ist Skuludis zu« Ministerpräsident ernannt worden.

Nach einer Meldung desPetit Parisien" au» London wird aus Belgrad gemeldet, daß Prinz G e o r g von Griechenland, der sich in Bukarest be« findet, nach Athen zurückberufen wurde und sich im Sonderzug nach Athen begeben hat.

Die Meerengeatrage.

London, 8. Sept.Daily Telegraph" zufolge achte der italienische Botschafter nach der gestrigen Kal iuettssltzung Llovo George auf. Das Mail meldet noch, daß in dcr oestrigeiz Kabinettssitzung beschlossen wurde, daß auf jeden Fall die Meerenge gehalten und daß Konstantinopel vettcidigt werden müsse.

Daily Tel.zroph" schreibt, es sei der Kardinal, grnndsatz der kritischen Politik seit 100 Jahren gewesen daß die Sicherheit und die Wohlfahrt der britischen Reiches es erfordere ,daß Konstantinopel sich in be- freundeter Hand befinde. Es sei nicht daran zu denken, daß irgend eine Regierung in London zu- stimnre, die teuer erkauften Früchte des Sieges auf. zngeben und die alte Gefahr wieder herzustellen.

Pallmall and Globe" schreibt, eine Nation, die ben Vorschlag mache, die Türken wieder zu Herren der Meerengen zu machen, würde sich damit znm Gegner der Interessen erklären, denen England höchste Bedeutung beimesse.

Aus Konstantinopel berichtet dieTimes", daß englisches MilitLrden Schutz des Sandschak von Bigha an der asiatischen Küste der Dardanellen über­nommen habe.

Die englische Mittelmeerttotte.

M a 11 a, 8. Sept. Die leichten KreuzerCadiz" undConcorde" sind in Malta angekommen unb nach Smyrna weitergedampft. Mir Ausuahme des SchlachtschiffesBeuchow", das sich im Trockendock