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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

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Anzeiger für (bas früher kurhefsifche) Oberhessen ,

TieDbtThefFildie Beitun ericbelnt leätsmal roödtentlid). Setugspiets monatlich 75 Mk. ohne Zustellungsgebühc. Für ausiatlenöe Nummer» infolge Streiks ooet elementarer Ereignisse kein irTiatj. Verlag non Di. T. hlnerotd. Druck der Unltl^Buckldruckerei non 3ob. Aua. ftodi, SJfart 21 23. llernsprecher 55, Volt» fthetf!ontot Nr. 5015 Lmt Rtattfiutt a. Main.

Marburg I«rM. it» 5. SepMtr

Scheidlug.

1922

Der Anzeigenpreis beträgt für bett Sgesp. Zeilenmillimeter 250 Mk_ amtliche unb w , aus» Anzeigen 3.30 Mk. Andere Spaltenbreiten entsprechend. Sei ichwierlqem Satz S7 Aflflffl .<>»/. Aunchlag. Enäi elniautettde oder den Raum über Seite einnehmende An- jetten weisen nach der lertlpaltenbreite berechnet. ' eklamen die Col.-Zelle 25.00 §Rt Jeder Rabatt Hit als Barrabatt. Bet Auskunft durch die Seichästsstelle und

Vermittlung der Angebote 3.00 ÜÄt Sondergebühr.

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Sept. Berichte der englischen die Räumung Kleinasiens dnrck Eine Reutern-e'dung att3 Ath^n

Berlin, 4. Sept. Wie die »Neue Berliner 12 Uür- Zritung" meldet, haben in der Halleschen und in aer ManSselder Gegend in den letzten Tagen verschiedene aroHe Arbeiterversammlungen stattgefunden, in denen im Anschlüsse an die Teuerung zum allgemeinen Kamvf aufgefordert wurde. Es wurden Entschließungen gefaßt, in denen die Arbeiter, Bergarbeiter und Arbeiterinnen die Gewerkschastssübrer auffordern, die von ihnen auf» gestellten Forderungen durch den Kamps der Arbeiter­schaft sofort zu verwirklichen.

Bor dem ifaH Brussas.

Paris, 4. Sept. Nach einer Havas-Meldung aus Athen bestätigen die griechischen Blätter, daß U s ch a k von den Kemalisten genommen wurde und laffen den baldigen Fall von Brussa voraus- when.

Nach einer Havas-Meldung aus Adana beziffert man die griechischen Verluste auf 5000 Mann. Die Griechen zögen sich, ohne Widerstand zu leisten, i n Unordnung zurück

Das Abstimmungsergebnis ist ein schönes Zei­chen politischer Reife sowohl wie auch der Erkennt­nis geschichtlicher Entwicklung; es beweist, daß sich die Oberschlesier voll bewußt geworden sind, was sie in fast zweihundertjähriger Zugehörigkeit zu Preußen diesem und der Fürsorge besonders des großen Königs zu verdanken haben. Das gesamte Schlesien war eine der schönsten Provinzen Preu- ßens, und die neue Provinz Oberschlefien wird in schönem Wettbewerb mit der Schwesterprovinz den alten Ruf rechtfertigen. Daß ungefähr ein Fünftel der Abstimmungsberechtigten zu Hause geblieben ist, läßt sich leicht durch die allgemeine Wahlmüdig- kcit erklären, die eine Folge der langjährigen Be­unruhigung Oberschlesiens ist. Uebrigens stand nach Erzielung der Einheitsfront das Ergebnis der "Abstimmung als solches von vornherein fest, und das mag manchem Wähler den Gedanken nah« ge­legt haben, daß es unter diesen Umständen auf

1 seine Stimme nicht so sehr ankomme

Das Ergebnis ist um so erhebender, als die Polen mit Bestimmtheit darauf rechneten, eine 'starke Minderheit zu erzielen und das zum Aus­gangspunkt für einen neuen Feldzug zur Lostren­nung des uns verbliebenen Teils zu machen. Nun ist ihnen jeder Vorwand für die Behauptung ge­nommen, die Stimmen für Selbständigkeit seien als Stimmen für Polen zu betrachten; denn selbst wenn diese irrige Annahme zuträfe, wäre ein Zehntel der abgegebenen Stimmen eine so lächerlich gering Zahl, daß die Polen damit keinen Staat machen können. Selbst wenn sie aber behaupten wollten, auch die nicht abgegebenen Stimmen wären für sie zu zählen, so bliebe immer noch ein« so über­wältigende Mehrheit für Deutschland und Preußen, daß am klaren Willen der Bevölkerung nicht zu zweifeln ist.

stebt noch nicht fest. Bon den Polizeibeamten wurden drei verletzt. Eine amtliche Untersuchung ist im Ganze.

D e r l i a, 4. Sept. Nach Blättcrmeldungen ist gestern Abend in der neuen Kön-gstraße Polizeioberwachtmeister Batschen von einem Unbekannten erschossen worden. Letzterem war der Revolver aus der Tasche gefallen. Der Oberwachtmeister wollte den Mann seststellen, als dreier den Revolver aufhob nnd den Polizeibeamten durch die Brust schätz. Batschen war sofort tot. Der Täter ent. kam zunächst, wurde aber dann in den, Saalbau am Friedrichshain unter einem Garderobetisch versteckt vor» gefunden. Aus dem Transport nach dem Polizeirevier vurch Polizisten versuchte das erregt? Publikum an de» Verbrecher Lvnchfustiz zu üben. Die Beamten batten Mühe, ihn zu schützen. Auf der Treppe zum Polizei, revier brach er bewußtlos zusammen. Er wurde nach der nächsten Rettungsstelle gebracht, wo der Tod fest- gestellt wurde. Nach einer Nachricht soll er Gift ne» nommen haben, als er sich enweckt sah. D e Persönlich- keil ist unbekannt. Es wurde russisches Geld bei ihm gefunden, ferner eine KriminaLienstmarke.

angesteckt sei.

London, 4. Walter weisen auf die Griechen hin.

Ksnlmnz d«k EMkmmWtt.

Hamburg, 4. Sept. Die Koujerenz der Er» Nahrungsminister, in der alle Länder zumeist durch di« Crnährungs. und Landwirtschastsminister vertreten rnd, wurde heute im Rathauft durch Bürgermeister Dr. D i e st e l namens der hamburgischen Regierung begrüßt. . Diestel wies auf die schwierigen Fragen hin, die auf der Konferenz behandelt werden- sollen und prach die Hoffnung aus, daß es gelingen möge, eine befriedigende Lösung zu finden. Der Reichsernähcungs« Minister übernahm den Vorsitz und dankte Hamburg Är die Einladung. Er eröffnete dann die allgemeine Aussprache über die Lage, wobei in erster Linie die Frage der Getreide- bezw. Brotversorgung besprochen wurde. Staatssekretär Dr. H e i n r i c i gab eine ein­gehende Schilderung der gegenwärtigen Lage aus diesem Gebiete. Hierauf begann die Etnzelaussprache..

Gegen die Likörftuben und Bars.

Berlin, 4. Sept. Als zweite der angefiln» MSten Maßnahmen des preußischen Ministerium, des Innern im Kampfe gegen den Wucher und bat Schlemmerunwesen veröffentlicht der amtlichi preußische Preffedienst zu tunlichst weitgehendei Einschränkung des Ausschanks von geistigen Ge­tränken sowie des Kleinhandels mit Branntwein und Spiritus eine Verordnung gegen die lieber» handnahme der Likörstuben und Bars.

soc ausnehmend die kritische Laac auseinander, ln ver sich noch heute die französischen Geschädigten der ver­wüsteten Gebiete besännen, die noch ebne Obdach wä­ren und hob den lindernden Einfluß auf die franzö- stlch-dcutkchen Beziehungen hervor, der sich aus einer ivirklanwn Teilnahme Deutschlands an dem Wiever- aufhau der verwüsteten Gebiete ergeben wurde. Stiunes schloß sich diesem Gesichtspunkt« Lnberiacs an und vereinbarte tu der Absicht, feinen Wunsch kundiutun, zu diesem Wiederaufbau beizutragen, mit Paberfac nachfolgende Abmachung, wodurch Stlnnes sich verpflichtet, dem Verbände Materialien z» liefern. ES fei, erklärte Lubersac, ein Vertrag, ver. wenn er von beiden Seite wval durchgefübrt Werne, den Wiederaufbau der französischen zerstörten Städte und Dörfer in besonderer Wetse befchleuntgen könnte.

betagt, daß dort unter der Bevölkerung große Er­regung herrsche unb daß man allgemein der Ansicht fei, daß sehr wichtige Ereignisse bevorstehen. ..Tailv Telegraph" schreibt, es sei fiat, daß die Lage der griechischen Streitkräfte genügend ernst sei. um große Besorgnis bezüglich der Ereignisse in den aller- nächsten Tagen zu verursachen. Der diplomatisch« Berichterstatter des Mattes schreibt, es -seien inner- halb der allernächsten Tage ernste und dramatisch« Ueberraschungen möglich, sowohl auf dem Schlachtselde. als auch in Athen. Es besiehe Grund zu der Annahme, daß ein Teil des augenblicklichen griechischen Kabinetts die sofortige militärische Räumung der Smyrna-Enklave derlsng-n und fordern werbe, daß den Mächten die Verantwortung für den Schutz ihrer eigenen Untertanen und auch der griechischen Einwohner überlassen werden soll.

Tailv Mail" berichtet, daß die Gr'echen, die jetzt amtlich zugegeben haben, daß sie sich auf dem Rückzüge befinden, das Angebot machen, sich nach Hause zu begeben, wenn man ihnen gestatte, dies in Frieden zu tun. Die Konsuln der Vereinigten Staaten. Frank­reichs und Italiens in Smyrna haben sich im Inter­esse ihrer Untertanen zu dem griechischen Oberkom- miffar begeben, der ihnen mittet!te. daß durch einen Waffenstillstand die Möglichkeit für eint fried­liche Räumung Kleinasiens gegeben werde

Daily Erpreß" zufolge wird aus Konstantinopel gemeldet ,daß ein Meinungsmistansch zwischen den Verbündeten, um die Fortsetzung der Feindseligkeiten in Anatolien zu verhindern, stattgefunden habe. Ti?

WWW her 3. Ärfitmbsimnfi.

Gens, 4. Sept. Um 11 Uhr 15 Minuten er­ösfnete der Vertreer Brasiliens da Gama in seiner Eigenschaft als Präsident des Völkerbundsrotrs die dritte Völkerbundsversammlung mit einer kur en An­sprache, in der er der pessimistischen Auffassung, die über den Völkerbund als nicht lebenssähig in weitesten Kreisen vertreten tfo entgegentrat.

Zum Präsidenten wurde Edward, chilenischer Gesandter in Loudon, mit 42 von 44 abgegebenen Stimmen gewählt. Eine Stimme erhielt dec schwei­zerische Delegierte Motta, die andere der Delegierte von Uruguay. Präsident Edward hielt daraus eine längere Ansprache. Die diesjährige Völkerbundsver­sammlung müsse die Festigung des bisher Erreichten, vor allem der in den letzten beiden Jahren geschafs.men Völkr-rbundZorganismen erzielen. Mit einer diskreten Wendung wies Präsident (K>ward auch auf den uni» verfetten Charakter des Völkerbundes hin.

Kommunisten plündern eine Gewerkschaftsbivlio- thck. Mitglieder der französischen kommunlstifeben Partei haben am Freitag die Bibliothek des Gewert- schaslsbundesCberröein in Mühlhausen ausge - plündert nnd für 40 000 .« Bücher weggeschleppt, nachdem sie den ersten Beamten unter einem Vorwand iveageloät hatten.'

Das Materiol-Sirf rungöabksmmen mit Scinnes.

Paris, 4. Sept. Marcel Sulin batte eine Unter« nbi.na mit Senator de £ it b e r I a c über die Verein­barungen, die dieser mit Stinnes getroffen bette.

i.ii -Eckro de Parts" setzte Luver-

HnruH unb AuMeitunm.

Berlin, 4 Sept. D e Abteilung la des Berliner Polizeipräsibnims teilt mit: Die Teilnehmer am 8. kommunistischen Jugendtaa zogen gestern Nachmittag in Stärke von etwa 1000 Personen von Pichelsberg kommend demonstrierend nach Cbirlottenbnrg. In dir Nähe des Babnhofs Witzleben soll ein Installateur an­der Dresselstraße die Demonstranten beschimpft haben. Ein großer Teil der D nionstranten wandte sich gegen -bn, der in seinen Laden flüchtete und sich dort einschloß. Die Verfolger schlugen die Fensterscheiben ein und ver­suchten in den Laden einzudringen. Der Installateur hatte darauf drei Schüsse abgegeben; daß aber jetNand troffen worden wäre, hat sich nicht seststellen lassen. Ter Installateur wurde verhaftet Inzwischen zogen 'gie Demonstranten weiter und verhinderten an der Kreuzung der Wilmersdorser Straß? das Weiterfahren der Sttaßenbahn. Sie verursachten dadurch eine starke Verkehrsstörung. Die Polizeibeamten, die den Zug be- nteiteten, versuchten die Führer des Zuges, die Straßen­bahn durchzulaffen, aber ohne Erfolg. Die bcmonstr;«- renbe Menge folgte den Anordnungen der Polizeibcamten nicht. Als die Polizeibeamten schließlich eine Lücke in dem Zug geschaffen hatten und die Straßenbahn weiter fahren konnte, sprang ein etwa 17jähriger Bursche auf die Straßenbahn, um sie zum Halten zu bringen, ebenso zum gleichen Zweck auf ein Pferdefuhrwerk. Di? Polizei beamten nahmen daraus den Burschen fest, um feine Personalien sestzastellen. Auf di? anreizenden Zwischenrufe des Burschen nahm die Menge gegen die Polizeibeamten eine drohende Haltung ein und bewarf die Beamten mit Flaschen, Steinen u. bergt., um den Gefangenen zu befreien. In der Bedrängnis Machten die Polizeibeamten von ihren Schußwaffen Gebrauch. Von der Menge bedroht und verfolgt, kamen die Polizei­beamten mit ihrem Gefangenen zum Polizeipräsidium Charlottenburg. Dort versuchte die Menge in das Gebäude einzuoringen. Die Polini beamten bildeten eine Kette und mußten auch hier, als der Gebrauch der blanko Wafse ohne Erfolg war, zur Schußwaffe greifen. Als verletzt sind bisher zwei Personen gemeldet, wovon die eine einen Knieschuß, die andere einen Brustschuß erlitten hat. Ob der Tod einer inzwischen etngelieferten Perlon rnü den SUSfdireitungeii in Verbindung steht.

Der MsurnM in Kiel.

Kiel, 4. Sept. Der Reichspräsident und der vreußische Staatsminister B o e l i tz sind heute aus Bremen kommend, in Kiel zur Teilnahme an der Herbst- nrotbe für Kunst und Wissenschaft, eingetroffen. Nach der Begrüßung erfolgte die Fahrt in Automobilen zum Rathause. wo sich inzwischen zahlreiche Geladen« im großen Sitzungssaal der städtischen Kollegien versammelt batten. Oberbürgermeister Dr. Lucken begrüßte den Reichspräsidenten mit einer Ansprache. Darauf entbot der Oberpräsident den Willkommensgruß der Provinz Schleswig-Holstein. Nach der Begrüßungsfeier begab sich der Reichspräsident mit den anwe,eiL?n Ministern zur Universität. Auf die Begrüßungsreden des Oberpräsiden» t«n und des Oberbürgermeisters erwidert» der Reichs­präsident mit einer Ansprache. Der Rektor der Univer­sität, Professor Jakob, hielt ebenfalls eine Ansprache, in bet er nach herzlichen Begrüßungsworten auf bie großen Verdienste hinwies, die der Reichspräsident bei der Neugestaltung des staatlichen Lebens sich erworben habe. Dann hielt Professor Pavpenheim eine« Vortrag über die Macht des Rechtes. Anschließend an den Besuch in der Universität begib sich der Reichs­präsident zu einer Besichtigung nach dem Institut lür Weltwirtschaft und Seeverkehr.

Im Lause des Nachmittags besichtigte der Reichs­präsident die Hasen- und Snbuftneonlagen der Stadt. Im weiteren Verlaufe seines Besuches wohnte er der Aus- fübrung des Hirtenliedes von Gerhart Hauptmann im Schauspielhaus« bei. Aus dem Weg« »um Schauspiel. Haus durchfuhr der Reichspräsident mit seinem Wage« ein Spaller von Fackelzügen, das sich bis zum Rathaus« erstreckte. Hier hatte« sich wieder Tausende eingefunden, um "den Reichspräsidenten noch einmal zu begrüßen- Der Reichspräsident nahm Gelegenheit einige Warte an die Menge zu richten.

Im Lause bet Nacht begibt sich d« mit dem Reichswehrminister an Bord des Sttenjera, Braunschweig" zur Teilnahme a« de« Marad> Übungen in der Äkordsee.

WerlWen.

Ueberwältigende Mehrheit für Preußen.

Dppeln, 4. Sept. Rach dem vorläufigen amt­lichen Ergebnis der Volksabstimmung über die Autonomiefrage stimmten von 765 000 Wahlberech­tigten SIS760 für das Verbleiben der Pro­vinz Oberschlesien bei Preußen nnd 50 528 für die Autonomie Oberschlesiens. Die Wahbcteiligung betrug 73,81 Prozent.

Die preußische Staatsregierung hat an den Oberpräsidenten in Oppeln folgendes Telegramm gerichtet:

Mit gervaltiger Mehrheit hat die oberschlcsische Bevölkerung am 3. September sich für das Ver­bleiben beim preußischen Staate ausgesprochen. Die preußische Staatsregierung dankt den Ober­schlesiern aufs wärmste für diese« Beweis der Treue. Sie wird ihren Stolz darin erblicken, in harmonischer Zusammenarbeit mit der Bevölkerung das Land zu einer neuen Blüte empor zu führen.

Griechen würden in diesem Falle nicht nur das Gelände zu räumen haben, in dem sie kämpften, sondern auch Smyrna und das Gebiet um diese Stadt herum, das ihnen durch den Vertrag von Sevrrs zugesprochen rooiben sei.

Paris» 4. Sept. Nach einer Hovasmeldung aus Konstantinopel haben auf Verlangen der Konsuln eng­lische, französische, italienische und amerikanische Kreuzer den Beseht er (falten, nach Smyrna zu fahren. Ei« Ministerrat hat über die militärischen Ergebnisse beraten. Der Großvezir begab sich dann zum Suiran, um ihm über die Lage Bericht zu erstatten.

Die Stellung der Regierung erschüttert?

London, 4. Sept.Eoening Standard" be­richtet. daß die griechische Regierung an die Ver­bündeten herangetreten sei, um einen Waffe.nstill- stand im griechisch-türkischen Kriege herbeizufübren. In maßgebenden Kreisen in London wird erklärt, daß sowohl die Lage der Griechen in Smyrna als auch die innere Lag« in Athen sehr schwierig sei. Die Stellung der Athener Regierung sei kritisch. V e n i z e l o g habe eine Einladung erhalten, nach Griechenland zurückzukcdren. Zahlreiche griechische Blätter fordern den Rücktritt der Regierung.

Stittolüii zm Mnmg MimUm bereit.

Paris, 4. Sept. Wie derTempS" mittcilt. hat bie griechische Regierung in einer Unterhaltung, die der griechische Unterkommissar von Smvrna mit verschiedenen Generälen gehabt hat, osfiziell wissen lassen, daß sie auf eine völlige Räumuna Kleinasiens gefaßt sei. Gleich?,eittg habe si? auf eine Anfrage von englischer Seite mitqe'eilt. daß sie einen Waffenstillstand mit den Tücken schlichen möchte, um die Räumung Kleinasiens durch- zusühren. Sie habe dab-i die Hoffnung ausgesprochen, daß England ihr in Thrazien Kompensationen bei« ^kaffen werde. Zur Begründung ihrer Haltung führt« die griechisch« Regierung nach demTemvs" an. daß die griechische Armee vom Bolschewismus

Dle WWoi^en AMMnW.

Brüssel, 4. Oept. Die Minister Theuuis und Iaspar empfingen heute die belgischen Delegierten Tel».croix und Bemelmmis, sowie dm Bank:?r Philippsou, der der belgischen Abordnung für Berlin heißegeben werden wird. Zur Beratung standen die Garantien, die man von Deutschland für die Wechsel verlangen sott, die Belgien gegeben werden. Theunis drückte de« Wunsch aus, daß die Verhandlungen mit möglichster Eile geführ' würden nnd daß die belgischen Delegierten, abgesehen von Golddepots nur solch« Garantien annehmen sollen, di? eine tatsächliche Be tzohlung ermöglichen lassen. Die belgischen Delc- tzi-rten werden um Mitternacht nach Berlin abreisen.

»radburns Vermltllung-arbelt.

London, 4. Sept. Der Pariser BertÄterstaner der .Ttuves' sHretbi, Bradburv, der Samstag cu-5 England zurückgekeyrt fei, habe ihm versichert, da;; jetzt wenig Zweifel darüber beftebe, daß die Verbund hm gen über die Fundierung der deutschen Sckatz- fcheine innerhalb weniger Tage zur Zusrtedenhett der brutschen und belgischen Regierung vollendet fein würden. Bradburv fei vielleicht der einzige europäische Finanzfachmaun, der fähig fei, die Frage zu einem günstigen Abschluß zu bring-n. Er werde auch in tzrantreich dafür angesehen. Er hätte sechs oder sieben derichiedene Kombinationen im Sinne gehabt, um vie deutschen Schatzscheine annehmbar zu machen. Der Korrespondent hört, bei der von Vradbury gewählten Methode spiele Großbritannien eine wichllge Rolle. Der Plan könnte, tote der Berichterstatter sagt, nur ßwellern, wenn Deutschland eine widerspenstige Hal hing einnchme.

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