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Amtliches VerNndigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberhessen

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Setm ittlung der Angebote 3.G0 Mk. Sondergebühr.

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Paris, 1. Sept. Nach einer Havasmeldunz aus Brüssel hat sich heute frühV,2 Uhr in Oberkassel am Rhein ein ernster Zwischenfall ereignet. Line bel- gische Wache sei durch Revolverschüsse getStet worden. Ein belgischer Gendarm, der ihr zu Hilfe kam, sei gleichfalls getötet toorben. Eine Wache, die c Angriff, habe bemerkt, daß einige Personen Hals über Kop, daoonflohen. Sie sei in einige noch offene Lokale eingedrungen und habe ungefähr 12 Personen sestgensmmen. Die Untersuchung gehe weiter. Die belgische Negierung habe General Rucquoy den Be­fehl gegeben, in der ganzen Stadt Haussuchungen vornehmen zu lassen und habe chn beauftragt, den deutschen Zivil« und politischen Behörden mitzuttileu, bafc wenn ft« Schuldigen nicht innerhalb sechs Stunden verhaftet sein sollten, man die Behörden verhaften werde und daß weitere Maßnahmen folgen werden, wenn man nicht Genugtuung erhalte. Außerdem hab« der Minister des Aeußeren Jaspar den deutschen Geschäftsträger Landsberg zu sich 6c rufen und einen energischen Protest ihm gegenüber ausgesprochen. Er hab« ihn aufgefordert, den Protest der belgischen Regierung schleunigst der deutschen Re gieruug zu telegraphieren und habe Entschädigungen verlangt unter Vorbehcüt weiterer Maßnahmen. Ter belgisch« Delegier« bei der interalliierten Rheinland­kommission habe telegraphischen Befehl erhalten, daß er bcr Rhrinlandkommission Maßnahmen sor'tjen solle, die ergriffen worden seien, um die Acherheit der belgischen Truppen sicherzustellen. Diese Maßnahmen seien im Verlauf einer Besprechung zwischen den Mi« nistrrn Jaspar und Tevece beschlossen worden.

Der belgisch« Kommandant in Obcrkassel hat fol­gende Anordnung getroffen: Von 8 Uhr «beuds bis

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- B erl i n, 1. Sept. Im kleberwachungSausschuß tes Reichstages erklärte der Reichskanzler, die Herren, die in Paris mit dem Entschädistungsausschuß ver­handelt hätten, könnten über Geist und Sinn der Entscheidungen eine zuverlässige Auskunft geben. Nach Heren Rückkehr toerbe der Reichskanzler sobald als möglich die Parteiführer in die Reichskanzlei bitten, Um mit ihnen die außenpolitisch« Lage zu besprechen. Db das morgen abend schon geschehen könne, sei im Augenblick noch nicht sicher. Dr. Rosenfeld isllnabh.) begründete den Antrag auf Einberufung des Ncbcrwachunsausschusses wegen der Verhandlungen der Reichsregierung mit der bayerischen Regierung. "Der Reichskanzler erklärte, daß jetzt bi- Hoheitsrechte ki Länder auf das Reich übertragen werden sotten, Lunte keinesfalls geschehen. Die Lebensnotwendig keilen des Reiches seien jetzt in erster Reihe vom politischen Standpunkt aus zu betrachten. Da genüge vollauf das in der Weimarer Verfassung Erreichte. ®je Vereinbarungen der Reichsr?gerung mit der baye­rischen Regierung bedeuteten keinesfalls die Aufgabe der Hoheitsrechte des Reiches oder eine Bevorzugung Bayerns gegenüber den anderen deutschen Ländern.

Der Reichsjustizminister betonte, daß in den Ver­handlungen zwischen der Reichsregierunz und der baye- ! rischen Regierung bei aller Schonsamkeit, die man den bayerischen Wünschen zuteil werden lassen tvollte, man dennoch sich in zwei Punkcen sich nicht hab? ablenken lassen. Erstens habe es die Rrichs- rrgierung abgelehnt, die Schranken der Schuhgesetze durchbrechen zu lassen, zweitens sei jeder Reservats­politik energischer Widerstand geleistet Worben. Er betonte am Schluß/ daß bei der Durchführung der

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Einschränkung der öffentlichen Brotvcrforgung?

Berlin, 2. Sept. Im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist eine Verordnung ausgearbeitet worden, durch die die öffentliche Der sorguug mit Brot auf die minderbemittelten Kreise beschränkt werden soll. Als nicht versorgungs- berechtigt sollen die Personen gelten, deren Ein-, kommen 1921 für alleinstehende 30 000 <M, für den Haushaltungsvorstand 30 000 M. und für jede wei­tere Person im Haushalt 10 000 Jl überstiegen hat Wer nachweist, daß sein Einkommen 1922/23 das Dreifache des soeben angegebenen Einkommens nicht übersteigt, bleibt versorgungsberechtigt. Nach der Verordnung wird den Kommunalverbändcn freie Hand gelassen, wie sie den Ausschluß der höher Bemittelten vom Anspruch auf das Marken brot durchführen sollen. Zumeist dürfte die Vor. legung der Einkommenssteuerquittung verlangt werden.

Rückkehr zur Zuckerzwangswirtschaft?

Berlin, 2. Sept. Das preußische Staats-, Ministerium befaßte fich in seiner Freitagssitzung ausschließlich mit den Maßnahmen zur Bekämpfung des Wuchers und der Preistreiberei auf dem Le­bensmittelmarkt und bei den lebenswichtigen ffie- genständen. Als taugliche Mittel zur Durchführung der Bemühungen wurden u. a. an^fehen: Wieder­einführung des Zwanges zur Preisauszeich­nung sämtlicher Waren, die Notwendigkeit einer Einschränkung der Ausschankstätten von Wein und Likör. Vor allem die Konzesstonsverweigerung für die Neueinrichtung von Weinstuben wurde ein sttmmig anerkannt. Ebenso wurde ein umfassender Ausbau der für den Winter geplanten Volks­küchen und Massenspeisungen erörtert. Die Reichsregierung wird aufgefordert, zur Sicherung der Zucker- und Margarineversorgung auch vor den einschneidendsten Maßnahmen nicht zurückzuschrecken und gegen den Ausverkauf Deutsch­lands mit allen Mitteln einzuschreiten. Das Mi­nisterium des Innern wird bereits dieser Tags einige Verordnungen erlassen, die in der Richtung der Vorschläge liegen.

Reichsminister Schmidt äußerte fich über die Maßnahmen gegen die Teuerung einem Korrespon- denzvertreter gegenüber u. a., soweit das Reichs- wirtschastsministerium zuständig sei, seien die nor- wendigen Maßnahmen bereits erfolgt. Die Ver­ordnung gegen die Erhöhung der Ausfuhrabgabe fei ergangen. Auf dem Gebiete der Ernährung stehe zunächst rotebetum der Eetreideumlagepreis zur Entscheidung. Gegen die Schlemmerei sei »in neues Gesetz ausgearbeitet, das die Konzessions- vflicht verschärfe. Bet Zucker dürfe die Rückkehr zur Zwangswirtschaft unvermeidlich sein.

Einem Vertreter desB.T." wurden imReichs- ernährungsministerium Mitteilungen gemacht, nach denen das Reichsernährungsministerium der Ein­führung der allgemeinen Zwangswirtschaft im großen und Ganzen ablehnend gegenüberstehe. Das Reichsernährungsministerium sei bereit, über das Ersuchen des Landbundes, den Getteideumlage- preis zu erhöhen, mit dem Ausschuß, der den Preis für das nächste Umlagedrittel festzusetzen hat, zu beraten. Sollte man sich auch für eine Preis­erhöhung des ersten Umlagedritiels entscheiden, so würde der heraufgesetzte Preis selbstverständlich nachbezahlt werden.

Gegen die Einfuhr entbehrlicher Waren.

Berlin, 1. Sept. Um einem weiteren Sturz der Mark zu begegnen, hat sich die Regierung ent- schlosien, verschärfte Maßnahmen zur Unterbindung der Einfuhr aller irgend entbehrlichen Waren zu treffen. Zu diesem Zweck hat der Reichswirtschasts. minister die bisherige Einfuhrfteiheit für Roh- t a b a k durch Bekanntmachung vom 30. 8. mit so­fortiger Wirkung aufgehoben. Ebenso wird der Reichsernährungsminister auf feinem Gebiet Beschränkungen der Einfuhrfreiheit vornehmen, zuständigen Bewilligungsstellen angewiesen, für und anderen Bewilligungsstellen angewiesen, für

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Bestätigung durch den Völkerbundsrat.

Genf, 1. Sept. Der Völkerbundsrat entschied - heute in öffentlicher und zum Teil dramatisch be»s wegter Sitzung die für Danzig so außerordentlich, wichtige Frage der polnischen Kriegs- material- und Explosivstofflager auf dem Gebiet der Freien Stadt und zwar in pol- nischemSinne. Er bestätigte die Entscheidung des Völkerbundskommisiars, General H a k i n g, die ein künftiges Munitionslager auf dem rechten Ufer der großen Weichsel und bis dahin ein vor­läufiges Lager auf der Holm-Insel, also in der Stadtanlage selbst, Vorsicht. Der lebhafte und nachdrückliche Protest des Präsidenten der Freien Stadt, Dr. S a h m, der auf die ungeheure Gefährdung der Stadt und ihrer Bewohner durch di« ständige Explosionsgefahr hinwies, blieb ohne Wirkung. Diese Gefahr ist, wie Präsident Dr. Sahm ausführte, umso größer, als das provi- scrische Lager auf der Holm-Insel infolge der un­geheuren Kosten für eine neue Anlage zu einer dauernden Einrichtung und daher zu einer dauern- f den Gefahr für das Leben und den Handel bet; Danziger Bevölkerung zu werden droht.

6 Uhr morgens muß im besetzten Oberkassel jeder S/n. gehende die Bürgersteige verlassen, sobald er auf 2 » Meter an eine militärische Person herangekommen ist und mindestens 2 Meter vom Bürgersteig entfernt bleiben und den Bürgersteig verlassen. sobald er Lus 50 Meter an einen Wachtposten herangekommen ist und mindestens 2 Meter vom Bürgersteig bleiben.

Der zuständige Beigeordnete der Stadt Düsieworf für den Bezirk Oberkassel, Abg. Odenkirchen wurde durch die belgische Besatzungsbehörde verhaftet, weil er h-s zu einer yn den Besatzungsbehörden festgesetzte» Frist nicht die Täter verhaften konnte. Ferner wurde der Sekretär de» Beigeordneten in Haft genommen, well er bis zu einer von der Besatzungsbehörde festgesetzte» Zeit Plakate mit dem Aufruft der belgischen BesatzungL- bchörde nicht fertigstellen lasftn konnte.

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Protest gegen die französischen Truppen im Saat, gebiet.

Berlin, 1. Sept. Eine Note der deutschen Negierung an den Völkerbund protestiett erneut gegen die Anwesenheit französischer Truppen im Saargebiet, die dem Versailler Vertrag wider­spreche, be nach diesem die Ordnung im Saar­becken nur durch eine örtliche Gendarmerie auf­rechterhalten werden soll. Außerdem sei es mit dem Charakter des Abstimmungsgebiets unverein­bar, daß in ihm Truppen einer Mucht belasten würden, die an dem Ergebnis der B-lkeabsttmmung interessiert ist. Nachdem von der löiährigen Frist bis zur Volksabstimmung bereits mehr als ein Sechstel verstrichen sei, erscheine der deutschen Re­gierung die Zurückziehung der französischen Trup­pen und ihre Ersetzung durch eine örtliche Eendar merie als eine der dringlichsten Ausgaben zur Sicherung einer freien Abstimmung.

Ein« amerikanisch« Stimme gegen di« schwarze Schmach.

Newnork, 1. Sept. Aus Washington wird berichtet: Unter Bezugnahme auf Meldungen über durch französische Negertruppen am Rhein began­gene Verbrechen erklärte der demokratische Senator Hitchcock im Senat, es wäre Pflicht der ameri. kanischen Regierung, Frankreich die Ersetz,'" er schwarzen durch weiße Truppen nahe zu legen. .Jr sitzen, sagte er, untätig dabei, während Frankreich !n seiner Torheit dazu übergeht, die deutsche Repu- blik zu zermalmen durch seine Entschädigung?' forderungen, die. wie die Welt weiß, Deutschland i gegenwärtig nicht erfüllen kann. Aber wir find als Nation zum Teil dafür verantwortlich, daß sich das Rheinland unter militärischer Be­setzung befindet, und es ist unser Recht und unsere Pflicht, dagegen zu protestieren, halb zivilisierte schwarze Truppen bei einer weißen Bevölkerns einzuguartieten. wo sie als Eroberer erscheinen und als Verbrecher auftreten. Der Senat faßte keinen Beschluß über die Anregung Hitchcocks.

Türkei.

Türkischer Vormarsch auf Brust«. ( Paris, 1. Sept. Nach einer Havasmeldung j aus Adana wird aus Angora gemeldet, daß bett Vormarsch der türkischen Abteilungen in fast allen Abschnitten weiter geht. Die Griechen ziehen sich unter Verlusten zurück. Auch im Abschnitt Brusta geht der türkische Vormarsch weiter. Die Griechen Hllen daran zweifeln, die Stadt Brusta zu retten. Paris, 1. Sept. Havas meldet aus Angora, daß die Kemalisten nach ihrer Angabe mehrer« § hundett Gefangene gemacht und ziemlich groß». Mengen Kriegsmaterial erbeutet haben. _ t

Schutzgesetzr durch rege persönliche Fühlungnahme zwischen dem Reich und Bayern nach Möglichkeit alle Reibungen vermieden werden sollen.

D:r Reichsminister des Innern fühtte aus: Wir habe.-, nicht über die Anerkennung, sondern über die Ausführung der Schutzgesetze verhandelt. Die ce« trvssenen Abmachungen gelten für alle Länder. Ich stelle sest, daß in den schriftlichen Vereinbarungen und daneben gibt es keine anderen die Gegensätze nicht verletzt sind. Die Exekutive nach dem Reichs- kriminalpolizeigesetz besteht nach roie vor. Die Reichs- regierung ist nicht abgewichen von der Bindung, dft ihr die Beschlüsse des Reichstages auferlegte.

eine Reihe anderer entbehrlicher und bereits unter Einfuhrverbot stehender Waren bis auf weiteres Einfuhrbewilligung nicht mehr zu erteilen. Das Einfuhrverbot wird wieder aufgehoben werden iönnen, wenn ein genügender Zollschutz durch Er­höhung der Zölle erreicht ist.

Schwer« Teuerungsunruhen in Eberswalde.

Berlin, 1. Sept. Wie dasZwölfuhrblatt" aus Eberswald« meldet, ist es gestern Abend dort zu schweren Lebensmittelunruhen gekommen. Die^ Menge plündert« die Geschäfte, so daß die Schutzpolizei eingesetzt werden mußte. Es kam zu Feuergefechten, bei denen etwa 25 Personen verwundet wurden. Die Arbeiterschaft habe sich von den Kundgebungen ferngehalten. Zn später Nachtstunde wurde die Schutzpolizei durch auswär­tige Polizei verstärtt, so daß die Ruhe wieder her- gestellt ist.

Der Rust« Nomanowsft, der in Eberswalde als einer der größten linksradikalen Hetzer sich in letzter Zeit unliebsam bemerkbar gemacht hat, ist seinen Verletzungen erlegen.

Die Berliner Schutzpolizei brauchte bisher noch nicht einzugreifen. Der Schaden durch die Zer­trümmerungen und Plünderungen geht in die Mil­lionen.

Maßnahmen im Sozialv-rficherungs- und Renten­wesen.

B e r l i n. 1. Sevt. Im Rahmen der von der Reichs- regieruna unternommenen Aktion Mir Bekämpfung der wirtschaftlichen Nattiqe sind vom Reichsarbeitsministerinm eine Reihe von Maßnahmen in dft Wege geleitet Die Rentenempfänger aus der Invaliden- und Angestel'ten- versicherung erhielten bisher schon neben einer erhöhten Rente lausende Unterstützung. Zu außerordentlichen Not- iiandsmaßnahmen für sie stellt das Reich jetzt außerdem den Betrag von einer Milliarde Mark den Ländern zur BecsSgung. Dieft oder dft Gemeinden oder beide zu­sammen sollen dazu auS eigenen Mitteln wenigstens ein Fünftel d«S ausgcwendeten Betrages beisteuern, sodaß rund 1,2 Milliarden Mark außerordentliche Mittel zur Linderung der gegenwärtigen Notlage der Sozialrentner alsbald verwendbar sind. Auf dem Gebiet der Kranken- versicberung wird eine Aufbesserung der Leistungen p.irib Heraustetzung der Höchstgrenze für die Bemessung. des Grundlohnes vorgesehen. Außerdem wird dft Vcniche- rungSgrenze erhöht. Aus dem Gebiet der Unfallver­sicherung wird ebenfalls eine Erhöhung der Versicherungs- arenje und einiger für die Berechnung der Leistungen maßgebender Beträge erfolgen. Auch in der Ange­stelltenversicherung wird dft VersicherungSgrenze erweitert werden. Die ReichSzuschüsse an dft Länder für Maß­nahmen zur Unterstützung notleidender Kleinrentner sind von 500 Millionen aus eine Milliarde erhöht worden. Die Staatszuschüsse für Knegsbeschädigtr nnd KrftgS- biuterblftbene für den September sind um durchschnittlich 66*/**« erhöht. Außerdem soll noch im September eine Nachzahlung erfolgen, die durchschnsttlich die Hälfte der pm 1. September zahlbaren Teuerungszuschüsse be­tragen wird, sichaß die Teuerungszuschüsse gegenüber dem Augustbetrag insgesamt um rund 140 bis 200«* erhöht sein werden. Die Reichsmittel der sozialen Kriegsbeschädigten- und Hintcrbliebenenfürsorg« sind be­reits von 500 Millionen auf eine Milliarde erhöht worden.

TieDberbelfiiihe Zeltun erscheint letbsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 75 Mk. ohne Zustevungsgebühr. Für ausrallenoe Kummern infolge Streik ooet elementarer (iretgniiie lein Ermtz. Vertag von Dr. L.Hi«erotd. Truck der Univ-Buchdruckerei von2ob. »ua. Koch. Marti 21 25. - Fernsprecher 55, Post- Icheckkont»: 3tr. 5015 »mt Rrantmrt a. Main.

! Sie Milkt MIAIdm.

! Sie Stellungnahme des französischen Kabinett«.

! P a r i 3, 1. Sept. Hebet den heutigen Mimster- rat veröffentlicht Havas folgende amtliche Mittei- jlung: Die Minister find heute unter dem Vorsitz bes Präsidenten der Republik zusammengetteten. EloincarS setzte den gegenwärtigen Stand der utzenpolitischen Fragen auseinander. Da der Ent- hädigungsausschuß Deutschland die verlangte Stundung nicht gewähtt hat, stellte sich der Mi- tnisterrat auf den Standpunkt, daß er für den Augenblick von diesem Beschluß nur Kenntnis zu nehmen habe. Da Belgien, das auf Grund seines Prioritätsrechts die gesamten nächsten Zahlungen erhalten soll, den vom Ausschuß gebilligten Zah- lung-modalitSten nicht nur zustimmte, sondern sie selbst vorschlug, hielt der Ministerrat es für an­gezeigt, sich seine Handlungsfreiheit vor- zubehalten bis zur Inkraftsetzung der vor- gefshene« Bedingungen. Im Einklang mit dem Gedanken, den der Ministerpräsident in London ^vertrat, beschloß der Ministerrat außerdem, darauf ;ju dringen, daß sobald wie möglich eine Kon­ferenz einberufen werde, zu der alle Verbün­deten ohne Ausnahme hinzugezogen würden, um die Frage der interalliierten Schulden und di« Eni- schädigungsfrage in ihrem ganzen Umfange zu prüfen.

Die Aufnahme in England.

London, 1. Sept. Das im Entschädigungs- siisschuß erzielte Kompromiß wird von der Pre5e als eine Stundung unter einem anderen N a - men bezeichnet. Die Tatsache, daß die Entschei­dung einstimmig erfolgte, wird mit besonderer Ge nugtuung hervorgehoben.

Berichterstattung Bradburys in London.

London, 1. Sept. Der Pariser Bericht­erstatter derTimes" erfährt, daß Bradburp sich nach England begeben werde, um auf Ersuchen der englischen Regierung einen mündlichen Bericht Über die Lage in Deutschland und die Erörterungen des Entschädigungsausschusies zu erstatten.

In einer Unterredung mit dem Pariser Bericht­erstatter derTimes" erklärte Bradbury, obwohl er im Interesse des deutschen Kredits einen un­bedingten Aufschub vorgezogen hatte, so sei doch, wenn die notwendigen Vereinbarungen erzielt wer­den könnten, die für dieses Jahr notwendige Er­leichterung gewährt. Das unmittelbare Problem sei nicht gelöst: aber et sei dankbar, daß zurzeit eine Regelung gefunden wurde, um eine Verschlim­merung der Krisis Vv Entschädigungsausschuß und tn Europa abzuwenden. Belgien und Deutschland würden untereinander ein Abkommen zu treffen haben, wie die Schatzbonds garantiert werden könnten. Es würde bedauerlich sein, wenn es not wendig wäre, das Gold in auswärtigen Banken tn Kopenhagen oder Bern, zu deponieren. Atter Wahrscheinlichkeit nach werde dies vermieden werden.

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