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1 ytesttzt, die Gefamtschuk Deutschlands, abgeseben von bett schon bewirkten Zahlungen, würde auf 40 Milliarden Goldmark feiigelegt, uns gesetzt, dies« Betrag wäre 1930 fällig, so würde jeder Betrag, der vorher bezahlt würde, von der r« diesem Zeitpunkt geschuldeten Summe ab­gezogen zuzüglich sechs Prozent Zinseszinsen vom Zeit­punkt einer {eben Zahlung bis zum Fälligkeitstermin km Jahre 1930. Ab 1924 würden sich die Jahresraten auf mindestens eine Goldmilliarde zu belaufe» haben. Die. 1930 noch geschuldete Summe wäre dann durch eine Reihe mehr und mehr abnehmend« Zahlungen aus 15 Jahre zu verteilen. Falls eine solche Regelung init der Streichung von Sachleistungen und d« Be­endigung der Besetzung der Rheinlande zusammenträfe, würde Deutschland ein Finanzproblem gegeben sein, dessen Lösung seine Sachverständigen ge- wachsi n.sein würden und dessen Befürwortung seine Politiker nicht zu «sehr belaste. Er glaube, daß die Zeit jetzt gekommen sei, in der die Praktiker in Deutsch­land sich ernstlich dem Entwurf eines solchen Planes widmen könnten, der davon ausgehe, was in Wirklich­keit ausführbar sei und nicht mehr von der Absicht, die mißleitete öffentliche Meinung Frankreichs stet ander­wärts zu beschwichtigen.

In Bezug auf Deutschlands nächste Zukunft sagte Keynes, er fti durchaus nicht optimistisch: ab«, wenn erst eine Regelung mit den Verbündeten gefunden sei, sehe er keine «nsten Hindernisse für die Stabilisierung per Mark, obgleich et es für leichtsinnig -alte, eine erhebliche Besserung über den Stand hinaus zu v«snchen. de« die Mark am Zeitpunkt der Durchführung dieser Regebrng habe. Profesior KeyueS schloß seine Ans- fülrnntgen mit dem Hinweis, daß die Grundbedingung für aller rin guter Friede sei.

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Deutsch-Oesterreich.

Balkan? Finanziell« Hilfe der Kleinen Entente.

London, 26. Aug.Daily Chronicke" meldet jaus Paris, die französische Negierung sei sehr be- !orgt wegcn der Verhältnisse, welche aus dem Zu- ammenbruch Oesterreichs entstanden seien und die. wie man fürchte, pr einem Z u sa mm e n st o ß bewaffneter Strettkräste »wischen Oesterreich und den benachbarten Mächten führen könnten. Das österreichische Problem Werde in Paris als noch dringender angesehen als dir Eutschädigungsfrage. Während der letzten 24 Stunden trafen in Paris Berichte bezüglich des Anschlusses Oester­reichs au Italien ein. Ju den amtlichen Kreisen Frank­reichs werde erklärt, daß ein solches Borgehen den K r i e g zwischen Italien und ter-Kleinen Entente bedeuten würde. Andererseits werd« mitgcteilt, daß Italien d« Kleinen Entente nicht «lauten werde, «ine vorherrschende Stel­lung tu Oesterreich einzunehmen. Bon Paris tonte rin drohender App Me Berbürcheten gerichtet, dem Durcheinander i. «Balkan ihre ernste Auf­merksamkeit zu to«. um eine Kriegsgefahr zu ver­hindern. ES ist bezeichnend, daß hier von Oesterreich itnb den Nachfolgestaaten als von dem ,^8alkan" gesprochen wird.

Der Berichterstatter terDaily News" in Belgrad erfährt amtlich, daß all« Mitglieder ter Kleinen Entente not aktive Rolle bei der finanziellen und wirtschast- liche» Herstellung Oesterreichs übernehmen würden. In politischen Kreisen sei die Stimmung entschieden gegen eine teilweise Besetzung des österreichischen Gebiets durch die Kleine Entente. Die Regierungen Südslawiens, der Tschecho-Slowakci und Rumäniens hätten be­schlosen, Oesterreich finanzielle Unterstützung zu gewähren.

Line internationale Gendarmerie.

Paris, 26. Aug. Die französische Regierung ist. wie dasEcho de Paris" sagt, ter Ansicht, daß zunächst einmal ein- internationale Gen da r merze orga­nisiert w ' "iäe, die eher als das Volksherr, dessen DiS »ip iel zu wünschen übrig lasse, in d« Lage s.i .oerde, die Ordnung in Oesterreich aufrecht- zuerhalten. Manche Kreise nennen das österreichische Volkshecr" eineGewerkschaftstruppe".

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Ausstände.

Berli n, 26. Aug. Auf ter Insel Fehmarn ist «in Ausstand ter Landarbeiter aus geb rochen, der die Bergung der Ernte in Frage gestellt hat. Die Tech- Nische Nothilfe hat unt« großen Schwierigkeiten 150 Mann nach Fehmarn entsandt. Im Kreise Freien- wald " 'olge ter Landarbeiterausstandes 125000 Zentnr getreite in Gefahr aus den Feldern zu »erbte.

Ma n n ii. t m, 26. Aug. Die Mahnung des Reichskanzlers, fiten Ausstand zu vermeiden, scheint auf wenig fruchtbaren Boten gefallen zu sein. So hat die Belegschaft des Kreises Homburg, ohne in nähere Verhandlungen einzutreten, nach einstündigem Ulti­matum den Gejamtbetrieb des Kraftwerkes und des Ueterland netzes stillgelegt und ist in einen wilden Ausstand getreten. Da die Belegschaft deS Kraft- werkeS Ludwigshafen sich mit den Homburger Arbeitern solidarisch erklärte, ist die Stromversorgung ter pfäl- jif*- Städte Städte und Gemeinten ausgeschlossen. Der ..n:b für die Arbeitsniederlegung war die Forderung ans sofortige Auszahlung ein« 20gr»zen- tzeu Lohnerhöhung, obwohl die Pfalzwerke bereits V >r- MWWWWWMW>WWWWWMr?«USeM»UW»MMWWMWSN>MWWWWWWM

3m Schatten.

Original-Roman von Erich Eben stein.

(Nachdruck verboten.)

n*5eterrcdjt 1921 durch Grein« k To* Berlin ö. 30.

84. Fortsetzung,

Was geht das mich an?"

» ... sie find alle brave Soldaten und dienen dem Vaterland mit Leib und Seel«," fuhr ter alt« Manu unbeirrt fort. ,Zch könnte <8 nicht länger dar ihnen verantworten, das Brot in einem Hause zu essen, wo . .. wo man so denft, wie ich eben mit angehört. Ich würde mich auch vor mir selber schämen . . .1 Wenn ich auch lein« Uniform am Leib« trag« wie ante« Leuten die gottlob nur Ans- nahmen ihres Standes sinkt" schloß « mit einem verächtlichen Blick auf Heitzmann.

Dieser stürzte mit geballter Hand ans ihn loS. ,Hund verfluchter . . ", aber Isolde fiel ihm tu den ArmLaß doch, Fritz . . .! Laß ihn doch . . .p stammelte sie angstvoll.

Me kann sich dieser Kerl bloß erlauben .. schrie Heitzmann wutentbrannt, einen Offizier an- uaempeln! Sa ein elender Proletarierl Mich! Krumm schließen sollte »an ihn lassen ... auf der Stelle ein sperren I"

fchstsser ftt Höhe von zwei Wochenverbienfle« «üf Rechnung des endgültigen Augustlohnes ausgerahlt hatten.

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Katholikentag.

München, 27. Aug. Die 62. Gcnrrakversamm- fang ter Katholiken Deutschlands wurde am Samstag durch Glockengeläut« eingeleftet. Heute fand eine öfftnt- liche Kuickgebung auf dem KSnigsplah« statt, zu ter sich über 100 000 Personen eingefunden hatten. Dr. Faulhaber -München richtete an die Versammelten eine Ansprache. Mit ein« von tem päpstlichen 9htntiu3 Monsignore Pacelli zelebrierten Messe schloß die Festkundgebung.

Zum Vorsitzenden de« 62. Katholikentages wurde ter Kölner Oberbürgermeister und Präsident des Preu- hifchen Ctaatsratrs, Dr. Adenauer, gewählt. Zum zweiten Vorsitzenden Reichstagsabg. I o o S (München. Wandbach), zum brüten Vorsitzenden die Präsidentin des Vereins katholischer Lehrerinnen in Deutschland, Fräulein Schmitz, Aachen.

Die 12000 Personen fassende Festhalle im Ap >- thekrrhos ter königlichen Residenz sah dann den Katho- fikentag zv einem Begrüßungsabend versammelt. Der Präsident, Oberbürgermeister Adenauer, begrüß!« die Versammlung und übernahm den Vorsitz Ter Beifall gerade zu seiner Wahl meinte er, werde im Rheinlande empfunden werden als die Teilnahme des deutschen Herzens am nicht mehr freie.> Rhrin, bei heute unter ter Faust des SiegerS st-k,-. Das Schlimmste sei, daß man am Rhein einer ftemdcn durch keine öffentliche Meinung kontrollierten Macht untertan ist Ties falle wie Mehltau auf dir Gemüter. In einer solchen Atmosphäre werde jeder treue deutsche Gedanken dankbar ausgenommen. A-n Rh in verstrhrmau garnicht, weshalb man tm Reiche in Fragen vollkommen innerpolitischer N.rtur im Hader sich gegenseitig bekämpfe, ter in her Nähe besehen, bei weitem nicht die Bedeutung f;n', die ihm die Zeitungen gäben. Ministerpräsident Gras Lerchenseld hieß dann Namens der Maatsrr- gtentng bit Teilnehmer willkommen. München trete ihnen allen entgegen als ein alter Vorort des süd- deutschen Katholizismus, wo der Wohlsinn des angestammten HerrscherhauseS Untier- gängliche § geschaffen hat. (Stürmischer lang- anhaltend« Beifall.) Der apostolische Rnntius Man- fignove Pacelli hielt darauf eine glänzende Rede in deutscher Sprache. Er spendet« zum Schluß beit «postollsten Segen; Fürsterzbischof Dr. Nieder von Salzburg entbot Nachbar- und Brutergrüße auS Salz­burg, Tirol und tem armen Oesterreich, das in Not und Leiten ab« auch in Treue mit Deutschland verbunden bleibe D« Schweizer Bischof Schmidt v. Grüneck aus Chur betonte seine Herkunft aus ter räto-romauischen Gegend des Oberlaufes des Rheins, die seit Jahrhunderten durch engt Band« ter Freundschaft mit Deutschland vnknüpst waren.

Am Montag beginnen Me eigentlichen Verhand­lungen, die bis Donnerstag andauern. Hier werten u. a. sprechen ter Vorsitzende des Zentralkomitees, Fürst zu Wertheim-Löwenstein, Pater Lippert, Ober- bürgermeist« Dr. Hipp-Regensburg, National rat Ober- grrichtsprSsitent Müller-Luzern, Franziskanerpat« Dyonis, Domprrtttz« zu Köln, Prälat UnitiersitätS- professor MauSbach-Münfle^ Ministerpräsident -. D. Stegerwald.

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Hm die ZvmMeMIemi.

Im Reichsmimsterium deS Innern ist der Entwurf eines Gesetzes üb« die Altersgrenzen ter Beamten auS- gearbeitet worden. Er ficht vor, daß nicht lichter- liche R«chSbeamte mit dem auf die Vollendung der 65., richterliche Beamte mit dem auf bk Vollendung deS 68. Lebensjahres folgenden 1. April ober 1. Oktober in den dauernden Ruhestand treten. Wenn besondere Interessen des Reichs di« Fortführung der Dienstgeschäfte durch einen bestimmten Reichsbeamten «fordern, soll die Reichs- rrgieruug aus Antrag ter obersten Reichsbehörde für ihn bk Wirkung dieses Gesetzes von Jahr zu Jahr bis auf die Vollendung teS 68 .Lebensjahres teS ReichS- bearnten folgenden 1. April oder 1. Oktober ausschließen können. Auf Reichsminister soll das Gesetz kein« An- Wendung finden.

Utter diesen Gesetzentwurf fand im Reichsmimsterium des Innern eine Besprechung mit Den Vertretern ter Spitzenorganisationen ter Beamtenschaft statt. Hierbei wurden von den Vertreter ndeS Deutschen Beamten- biuntes, deS GcsamtverbandeS deutsch« Beamten- und Staotsangeftelltengerrerkschasten und des Gewerkschafts­ringes vom Standpunkt deS BerufSteamtentumS aus erhebliche Bedenken gegen dar Gesetz geltend ge­macht. Auch die vertret« der Reichsbuntes höherer Beamtest verhielte» sich reserviert. Nur ter Vertreter deS Allgemeinen deutschen Beamtenbundes erklärte sich mit Teichen» und Inhalt deS Entwurfs einverstanden. Bon ter Regierung wurde erklärt, btt Frage fei »u-

Salberi stand wie eine Mauer.

Sie können mich ja tiervagen. Herr Heitzmann. Ich werte dann di« Grünte onge&en, die mir den Ekel so hoch steigen ließen, daß ich . mit Lust machen mußte!"

JsoLe zog ihren Lerlobten gewaltsam fort.Komm, komm! ter Mensch ist ja von Sinnen," murmelt« sie mft blichen Appen. Heitzmann, bet gleichfalls sehr blaß geworden war; folgte ihr schweigend.

So gingen sie planlos und stumm nebeneinander hin, immer tief« in den Park hinein. In Isolde war nun doch unvermittelt gleich einet Vision etwas aufgetaucht, das schmerzhaft an ihren Nerven zerrte' das Bild eines anderen, ter freudig» und begeistert sein Leben einsetzte für eine heilig« Sache. Den sie betrogen und »«lassen hatte und ter nun irgendwo in einem Feldspital mit dem Tote rang.

Sie liebte ihn nicht mehv. Sie hätte nicht- un­geschehen machen wollar. Ater eine bitte« Erkenntnis preßte ihr in diesir ©tunte das Herz zusammen. Me «in und groß Elert warf Und toie erbärmlich Rein dagegen sie selbst und ter Mann, den sie liebt«.

Heitzmann blieb plötzlich stehen und blickte sie un- sirher an.

Isolde wann willst du meine Frau werden?"

Sie verstand ganz gut, was ihm gerate jetzt diese Frage auf die Lippen zwang. Di« Angst war es, sie könne sich nun auch ihm gegenüber noch einmal

nächst nicht brennend gewesen, weil die Zahl der über­alterten Beami n nicht groß war. Jetzt ater sei sie akut geworden, weil diese Zahl immer mehr anwachse nnb die Zahl ter ' usionierungsgesuche dauernd zurückgehc. Am 1. April 1 habe es im Reich (ohne die Verkehrs- beamten) 162 . ihm. 332 mittlere, 25 Kanzlei- und 154 untere fltev f-cte Beamte gegeben. Beim Reichs­gericht gebe eS i: er 11 Senatspräsidenten 9, die jenseit ter Altersgrenze .cten, darunter einen mit 76 Lebens- jichren, außerdem 19 Rrichsgcrichtsrätr mit über 65 Jahren

Die Gewerkschaft .r.rtretcr verlangten, daß den zwangs- pensionierteu Bram n bk Höchstpension gegeben werte, daß die Grenze a lg ernein auf das 68. LetenS- jahr festgesetzt werd » solle, daß ein HSrteparagraph eingeschaltet weite, ix: den Fällen besonderer wirtschaft- sicher Not Rechnung i age und daß die Läuter und Ge­meinten unt« die im Gesetz festzulegende Altersgrcnje nicht heruntergehen fen. Von der Regierung wurde die Prüfung dieser Wünsche zugesagt.

W WßhUg der GAertM.

Berlin, 27. Aua. Die Reichsbahn ist infolge der katastrophalen Entwr klung ter Mark und ter sich daraus ergebenden A'sgabefteigerungen genötigt, die zurzeit gültigen Güertarife zum 1. Sep­tember um 50 Prozent zu erhöhen.

Diese Erhöhung wird 6t i ter »um 1. Oktober er- folgenden organischen llmarb rfang des Gütertarifes. bei der der neue Reichscisenbah ^rat mita-irkt. bereits be­rücksichtigt. Nachdem daS erste Vkrteijohr deS laufenden Rechnungsjahres mit einem Vetriebsüberschuß von rund 2JS Milliarden abgeschlossen hatte, sah die Reichsbahn trotz ter gewaltigen Preis- und Lohnsteigerungen, bk (Anfang Juki ernsetzte, von ein« Tariferhöhung am 1. August ab. Die neuetdings erfolgte Steigerung aller sachlichen und persönlichen Ausgaben ist ater so stark, daß beispielsweise zurzeit für Schienen ba5 194s,acht, für Stabcisen das 215sache, für deutsche Kohle 15Lfacht, und für englische Kohle, auf die die Reichsbahn heute zu mehr als ein Viertel ihres Gesamtbrtwrses ange­wiesen ist, dar 440fache teS Friedenspreises zu bezahlen ist. Rur bk günstige vcrkehrsentwicklung der letzten iNvnate ermöglicht rS, von rin« völligen Anpaffung der Gütertarife an diese Preissteigerungen abzusehen. Die durchschnittliche Tariferhöhung gegenüber dem Frieden beträgt vom 1. September ab rund daS 140fache Die ErsparuiSmaßuabmen ter Reichsbahn so­wohl auk persönlichem wie sachlichem Gebiet find bei ter Bemessung ter heutigen Tariffätze nach dem heutigen GeDstande entsprechend hoch bewertet.

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genommen. Utter di« Stadt tourbe ter Belage« rungSzustanb verhängt. Um LvtttrnM ist bfli Präfeft eingetwffen. Er äußerte, er werde die Orte nung in Le Hav« um jSen Preis in kürzere Friß" wieder Herstellen. Nach temMotin" werfen bU Ausständigen Schützengräben auf. Men Bäum- und befestigen ihre Barrikaden.

Paris, 27. Aug. Nach einer Havasmeldung auS Le Havre ist dort die Ruhe wirderhergestellt Heut« rüh wurde daS Kasino Franklin, ter Sitz ter Bute kandsleilung, daS die Ausständigen stark rerbacrl- kadiert haften, ohne Blutv«gießen genommen, da bi« Ausständigen das Haus doch« verlassen hatten. In ter Nacht tourten verschieden« Verhaftungen sorge* nommen. Ter Bahnhof wird milftärisch bewacht. An- igefichtS ter Bewegung, die nichts mehr mit tem Aüsstand zu tun hat, sondern nur politisch'« Agitation sei, hat ter Präfekt die energisch fleni Maßnahmen «griffen. Havas zufolge hat nur di« von der Menge angegriffene Polizei, die mit S^eiaen beworfen nstd mit Revolvern beschossen worden sek, tiftti ter Waffe Gebrauch gemacht.

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WW-dkMe Mtiiliie«.

Berlin, 26. Aug. DaS Wolffbüro meldet: von böswilliger Seite werden, offenbar in bet Absicht, die Bezkhungen »u unseren ehemaligen Feinten noch mehr »u «schweren, als die? bereits der Fall ist, immer wieder unwahre und noch dazu höchst törichte Nachrichten ver­breitet, bk leider an gewissen Stellen nur »u leichten Glauben finden. Hierzu gehört das Gerücht, das vor kurze« aufgetaucht ist, Deutschland beabsichtige, die rus­sische Flotte mit Unterseeboot-Dieselmaschinen zu ver­sorgen. Eine bekannt« Firma habe für diesen Zweck einig« Maschinen hergestellt, die ft» Frachtschiksr und Eisbrecher eingebaut und dann mit den Schiffen zusam­men an Rußland verkauft werden sollen. Diese Nach­richt ist in ihrem vollen Umfang« «rfuubtn. ES wurden keine U-Boot-Diesekmotoven ober ähnliche Maschi­nen für bk russische Flotte in Deutsc^and hergestellt, ge­schweige beim nach Rußland ausgeführt. Dazu kommt, !> die maßgebenden Stellen auf Grund dr» gegenwär­tigen Standes ter Gesetzgebung in der Lage find, bk Ver­äußerung von Kauffahrteischiffen in» Ausland nnd ihre Ausfuhr »u »erbieten. Von dies« Mögllchkeftwürde eventuell selbstverständlich Gebrauch gemacht ««den.

DieTime»" berichtete au- Riga, ter deutsche General Krann mit 100 Offizieren habe eine militärische Stu­dienreise in Rußland beendet. Trotzki werte den Plan eines MilitärvertragS mit dem deutschen Geueralstabe (den eS bekanntlich gemäß dem Friedensvertrage nicht gibt) tersönlich vorlegen. Es hondett sich hi« um eine der seit dem Abschluß bei deutsch-russischen Vertrages von Rapallo imm« wiederkehrenden Tendenzmeldungen. Selbstverständllch ist die Meldung frei «Junten.

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SAm MmmM ie Le fime.

Paris, 26. Aug. Wie HavaS aus Le Hotz« meldet, ist e» gestern zu Zusammenstößen zwischen ter Polizei und Ausständigen gelümmttt. Die Poli- zei griff mit ter blanken Waffe ein; die Ausständigen warfen Steine. Auf Seiten ter Polizei wurden 12 Personen verletzt, doch gelang es ihr schließlich, di« Oidmmg wieder herzustellen, als die ausgeforderten Verstärkungen eintrafen.

Pari», 27. Aitg. Di« Morgenblätter melden NckhereS üb« die schweren Zusammenstöße in Le Harre. Nach temMatin" spielte sich von */i5 an eine regel- rechte, zweistündige Schlacht ab. Drei Zivil­personen wurden getötet 17 Gendarmen und 20 Zivil­personen verletzt Es würben etwa 50 Verhaftungen dor-

tefinnen, jetzt, da sie sich feiner hatte schämen müsse« ..,

Ater De war ja p«t fernem Hoh klein, nüchtern und selbstsüchtig wie « selber ...

Ein schmerzliche- Lächeln zuckte um ihre Lippen, al» sie ruhig antwortete:Wann du willst, Fritz. Wenn es feht muß schon morgen l"

Da riß « si« aufatmend in stürmisch« Leidenschaft an seine Brust.

,Lch danke bit JfoLe! Und vergiß den törichten Auftritt. Mr sind eben wie wir sein müssen! ® hätte ja feinen Ztoech sich besser ober größer machen zu wollen."

Nein. DaS hätte feinen Zweck."

17. Kapitel.

Brigftt« Eckardt lief eilig die Freitreppe zur 8«arba empor, beide Arme voll Frühlingsblumen, in den Augen ein glückseliges Leuchten.

Wundervoll diese verwilderten Wiesen im Morgen- tdtt wenn die Sonne so an» wolkenlosem Himmel nieterstrahlt«, alles blühte und duftete und drüben zw-fchen den jungbelaubten Buchen di« Vögel dem Mai zu Ehren ein Monstrekonzert veranstalteten.

Denn heute war ja erst« Mai! Fast zwei Monate war Brigitte nun schon auf Osterloh und twtz ter Bangigkeit mit der sie ihre Stellung hier »«getreten harte, fühlt« sie sich glücklicher vo.". Tag zu Tag. (Fortsetzung folgt.)

Politische Tagesnachrichten.

Nicht sachliche Gesichtspunkte. Der durch feine pädagogischen Schriften in der Lehrerweft ho..)ge- Ichätzt« Schulrat Beetz tn Weimar ist von dem Lei­ter deS thüringischen Schulwesens, tem lmabüarrerg- sortallsttschen volkSschullehrer Greil seines Amtes ent­setzt worden. An seine Stelle hat er den Führer der Kommunisten tm thüringische« Landtag, Lehrer Te:> m«, berufen. Die Lehrerschaft des Bezirks har in einer Entschließung entschiede« Stellung gegen dke Gewallpoltttk deS Aitnistns genommen, in der cs u. a. heißt, .daß nicht sachllche Gesichtspunkte, sonderitz lolftische Anschauungen bei ter Regelung ausschlag­gebend waren, und daß her Minister bei der Besetzung nicht tm Sinne ter Lehrerschaft gehandelt hat."

Um den vrrhetrateien Beamten und Bollsfchul» letzrern di« MSgltchketr zu geben, sich Heizmate­rial für den Winter »u beschaffen, hat der preutztsche Ftnanzmtnist« bet Deuffchen BeamtrngenofsenschaftS- bank In Berlin 30 Millionen Mark zur Verfügung ge­stellt.

Keine Religionsaugab« tn Anklageschriften. Wie der amlliche preußische Presiedlenst meldet, ordnet rin« allgemeine Verfügung deS JustizmtntfierS au, daß tn den AnNageschttfteu von b« Mitteilung über di« Re­ligion des Angeschuldigten abzusehen fit.

Zum kommiffarischeu RegierungsprSstdrnte« bei RegierungsbezirlS Merseburg ist ter bisherige mehr- hcftSsozialistischr Landrat de» Kreses Calbe Berg» mann ernannt worden.

Der dtrSsähttge <3ertt«t«tag deSKyffhüufrr"- Bundes findet am Sonntag, 10. und Montag, 11. Sep­tember auf dem Shffhäus« statt. Am 9. September Intet eine Sitzung des Gesamtvorstandes statt.

Bet der Bürgrrvorsteherwahl tn Bückeburg sind ge­wählt worden: 5 Deutschnationale, 6 Deutsch« Volks» Part eil«, 4 Deuwkraien und 3 Sozialdemokraten. Die Dnltschnattonalen und die Deutsche« VoltSparretter haben ihre Sitze tot Vergleich zu den letzten Viilger- tiorsteberwahlen nahezu verdoppelt.

Kommunistisch« UeberstUl. Am Frei'.aa Abend überfiel 1« B«lln ein Trupp von etwa 150 Personen der kommunistischen Jugendveretnigung eine Ver- mnmlmtg deS Deuffchnationalcn Arbeitervereins, die n ber Versuchs- und Lehrdraucrel tagte. Es ent» tand «ach deut Angriff der Kommunfiten eine Schie- f!«et bet d« »Wei Mitglied« des Deuffchnatiouale« Ärbettervereins schw« verletzt wurden.

Die Rameupsychose. Die Stadiverordnei.'nmehr- hert des altertümliche» märtfichen Städtchens Aeruait l;at beschlossen, die mit .reaktionären" Namen belegten Sttaße» umzutaufen. Die KSnigstraße wird in Zu­kunft Kart-Marrstratze, die Kronprtnzenallee Karl Legtenallee, die Bismarüstraße Liebknechtstraste tzeiste». Namentlich die letzte Umbenennung zeugt von tiefem

Hochschulnachrichten.

X Ernannt. Der Abteilungsleiter Im Jenaer Zeitz« werk Dr. August Koehler ist zum Honoraryroiesioe i« der medtzinischen Fakultät der Universität in Jena ernannt worden.

X Lehraufträge Dein Prlvatdozenten tu bet Bonner philosophischen Faknliäl Dr. Gisber« Beyerhaus ist ein Lrhraustrag zur Pertreinug bet mtttelatt«l«chen und neueren Geschichte mit besonderer Berücksichttgung de» gctsttgen Lebens, dem a. e. Pro- cflor für Geologie und PalSoniologie cm der Ber­liner Universität Dr. Erich Haar m a n u ein Lehu onftrag zur «ertretun« ttei Wirtschastsgeoiogie erteilt worden. Der a. o. Proseffor Dr. Paul H a a k r er« titelt einen Lehrauftrag an der Berliner Untverst- tät füt die neuere Geschichte der dcnljepen ötnzct- staaten.

X Habilttation. Für das Facti der svsiaten nnd gerichtlichen Medizin habilitierte sich an derUultiersilät Kiel Dr. med. et phik. Al« Schackwitz. Wifi. Aisi- tent am Institut für gericht'iche Mrdt»to.

XKei« Zwischeusemesirr mehr. Rach Miiteiiuug deS preußischen Kultusministeriums ist die Abdauung von weitere» Zwischensemestern für ehemals kricgsge- sangcne Studierende an preutzischen Universitäten und technischen Hochschulen nicht in Aussicht genommen.

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