Einzelbild herunterladen
 

O

* z

B Hi!

Atz!

N

i-fc

,5g> i

t j

r* 4 i-« 1

<# D Ä

K »

A

L

M

U

'E

X ?- v^ m

K M W

TI KI

BI

Zj t

jl »I

M

Anzeiger für (bas früher kurhesfische) ObMessm

Sir. 200

Di« »Oberhejfijch« Zeituai ericbemt ledismal-venrlich. Bezugspreis monatlich 32 Mk. Für ausTollenh« Slummetn infolge Streiks ooet elementarer Ereignis",« kein Ersatz. Sietlag von Dr. (£..$> 18 e t o l o. T ruck der llnin.-Buchdruckerei von 3oh. Bug. Koch, Liarkt 21,23. Sletnintedier 55, Postscheckkonto: Jti. 5015 Ämr Rtanhutt a. Main.

Marburg 5wW, öen 26. AllgO Cmtms*

Der Snuigenotei« beträgt für den 9 geh). Zeilenmillimeter 2.00 Mk., amtliche und ausw Anzeigen 2.65 Mk. flnoeie Eoaltenoreiten earwrechend. Lei schwierigem Satz 50°/ Au-lchlag. Eoät etnlaurenoe ooet o«n Siaum uoet '/, Sette einnenmenoe An» »eiaen werden nacn der Texuvaltendreite berechnet. Äetlamea die Tol.-Z-ile 25.00 SÄt 3eoet Nadatt gilt als txmabatt. Lei Auskunft durch die Seschäftsirelle und Bermittlung der Angebote 3 Mk. Sonoergedüchr.

:rrt oct von Deutschland abgetretenen Gebiete und den Wert der beut;./ ;r. Kolonien, so kommt man $u einer ,eiftung Deutschlands von '

MM d» Berliner Beratungen.

57. Mkg.

1922

Erstes Blatt.

MWk 3erMn*o der MM Mittgru.

1871 «ttb 1918. Das Sinken der Mark. Deutschlands Entschädigungsleistungen. Die

Kriegsverbrechen.

'" r H n, 25. Aug. Von amtlicher Seite itirb dem ,, , VJ den beiden kürzlich vom französischen Mini-

.ns..enten gehaltenen Reden u. a. mitgcteilt:

Der französische Ministerpräsident hat in seiner Rede in Bar-le-Duc am 1. August einen Vergleich zwischen der deutschen und der französischen Zahlungs- und Han­delsbilanz gezogen, mit dem Ziele, nachzuweisen, daß der Sturz der Mark nicht durch die Passivität der deut­schen Zahlungs- und Handelsbilanz verursacht worden ist. In einem Punkte ist dem französischen Minister­präsidenten recht zu geben. 89;3 zu diesem furchtbaren Tiefstand und in diesem schnellen Tempo die Mark zu ent­werten hätte die Passivität der deutschen Zahlungsbilanz allein nicht ausgereicht. Die letzte Entwertung von 1/150 auf mindestens 1/450 ihres Friedenswertes ist Aber vollends durch die Politik der Drohungen And Retorsionen verschuldet worden. De deutsche Wirtschaft ist durch den Krieg vollständig er­schöpft und durch den Waffenstillstand sowie den Fried-ns- dertrag aller Aktiven beraubt worden, mit denen Aus- kandszahlungem geleistet werden könnten. Deutschland hat seine ausländischen Wertpapiere abliesern müssen, seine Handels- und Jndustrieunternehmungen im Ausland sind liguidiert worden, seine Handelsflotte mußte zum eigenen Nachteile der alliierten Schiffahrt abge- kiefert werden, seine Kolonien sind ihm weggenom- kne n worden und darüber hinaus wurde die deutsche Wirtschaft auf das schiverste geschädigt durch die Weg­nahme wichtigster Kohlen- und landwirtschaftlicher Gebiete, durch Kohlen-, Holz- und sonstige Warenlieserungeu, durch Zollzwischengrenzen, durch Durchbrechung feiner Ein- und Ausfuhrvorschriften, durch aufgezwungene Ueberschwnn- Mung mit überflüssigen Luxuswaren, durch Knebelung mit einer einseitigen Mnstbegüstnigung usw. In diesem Punfte unterscheidet sich Deutschlands Lage von der Frankreichs nicht nur jetzt, sondern sie läßt auch keinen Lerg le ich zu mit der Lage Frankreichs nach 1871. Der Friede von Frankfurt hat die französische Wirtschaft ganz intakt gelassen, deshalb hat Frankreich da­mals verhältnismäßig leicht die Kriegsentschädigung lei­sten können. Der Vertrag von Versailles hat aber Deutschland zuerst aller Möglichkeiten zu Auslands- zahlungen beraubt und trotzdem die Lerpftichtung zu großen Auslandszahlungen auf.-rlegt. Es gibt nur drei Formen, in denen ein Land Leistungen an das Ausland ma' en kann, nämlich

1 durch Arbeit, sei es in Form von Warenaus­fuhr oder von Industrie- und Hondelsunternehmungen oder durch Schiffahrt in das Ausland, sei es durch Ab­gabe von Arbeitskräften an das Ausland;

2 . durch Verkauf von ausländischen Wertpapieren: 3 durch Zahlung mittels Auslandskrediten Alle diese Leistungsmöglich leiten bat der Vertrag von Versailles weggerwmmev oder unmöglich gemacht, wie die Aufnahme von Krediten, oder sie sind abgeleh ft worden, wie das wiederholte Angebot zum Wiederaufbau von Nordfrankreich durch deutsche Arbeitskräfte. Der , Kredit Frankreichs ist dagegen sowohl 1870 wie jetzt un­berührt geblieben und ist in den letzten Jahren im vollen Umfange, besonders von den französischen Kommuneti und Tevartements im Auslande ausgenutzt worden. Teuft ch- .lond aber wird der internationale Kredü verweigert sowohl bim der Bank von England als auch von der Bankierkommission, mit der Begründung, daß der Vertrag * wrn Versailles und das Ultimatum Deutschland

kreditunfähig machten. Die Beweisführung Poin- cared für die Behauptung, daß Deutschland die Ent­wertung der Mark selbst herbeigeführt habe, ist daher ifalsch. Der Reichskanzler hat erst kürzlich in einer .Ansprache an die ausländische Presse darauf bingewiesen. welch« furchtbaren Folgen der Marksturz auf bte Teue- intng für Deutschland haben müßte und daß eS Wahn­sinn von einer Regierung wäre, diese Folgen selbst i herbeizuführen. Wenn man danach forscht, wer auf der Welt von der Markverschlechterung eigentlich einen Nutzer: 'hat, so findet man: nur Frankreich und die fron- höfische Industrie. Diese Tatsache erklärt die sonst unverständlich« französische Politik. I« mehr die Mark ! sinft, destobilligererhältFrankrcichKohle. Frankreich kann seine Eisenindustrie mit so billiger Kvdft versorgen, daß die übrigen Eisenindustrien damit nicht konkurrieren können,- die stillgelegten Hochösen in der. Vereinigten Staaten und in England sowie die Millionei. vvn Arbeitslose» in diesen beiden Ländern sini bi« direkten Folge» dieser ftanzösischem Politik.

Der französische Ministerpräsident hat in Bar-kr-Dse weiter behauptet, Deutschland habe im Dezember 1921 an Barzahlungen und Sachlieferungen erst vier Milliar­den Goldmark geleistet. Diese Behauptung ist voll- ständig falsch. Deutschland hat bis jetzt an Barzab- kungen au- dem Friedensvertrage 2.2, an Sachleistungen 16.3 Milliarden Goldmark geleistet, dazu kommen 19.7 Milliarden Goldmark für die Besatzungskosten, die Ab­tretung der deutschen Ansprüche an die deutschen Kriegs- derbürchetrn, das deutsch« limridierte Eigentum im Aus- i falbe und sonstigem, zusammen als» über 38 Mil- liarden Goldmark. Rechnet man dazu noch den

mehr als 100 Milliarden Goldmark, wie sie Minister Rathenau in seiner Reichstagsrede am ?9. März 1922 im einzelnen berechnet hat, d. h. aus ein Drittel des ganzen deutschen National­ermögens vor dem Kriege.

Weiter wird der Vorwurf PoincaröS zurückgewiesen, daß Deutschland die Kapitalflucht begünstige und nicht genügend bekämpft habe und Stellung genommen gegen das Wort Poincares von derorganisierten Barbarei der deutschen Truppen". Es reiro dazu erklärt:

Poineare behauptet, daß die deutsche Regierung durch systematische Verübung von Grausamkeiten die Feinde habe mürbe machen wollen, weil sie daran verzweifelt fei auf eine andere Weise als durch Schrecken den Sieg »u errinaen. Wie verfehlt diese Annahme ist, zeigt schon der Umstand, daß die Handlnngen, deren Verübung den dent- fckien Truppen vorgeworfen wird, fast ausnahmslos wäh­rend des siegreichen Vormarsches im Jahre 1914 begangen sein sollen, also zu einer Zeit, in der von einer Verzweif­lung Deutschlands wahrlich noch nicht die Rede sein konnte. Daß Verstöße gegen das geltende Recht des -riene§ vorgekommen sind, wird niemand bestrebten. Aber für Handlungen einzelner die ganze Arm-e verantwortlich zu machen, ist Verunglimpfung, die nicht nur die Armee, sondern das deutsche Volk trifft, das die Armee gebildet hat. Gegen diese Verunglimpfung müfte" wir uns auf das Entschiedenste verwahren. Verwahren müssen wir un? auch gegen die Darstellung, wie sie namentlich französischerseits während des Krieges und nach dem Kriege verbreitet worden ist, saß solche Misse­taten nur von deutscher ©eite begangen worden seien. Auch auf der Seite unserer Gegner wurde gesünoiat, nd die Fälle von Grausamkeiten, Mißhandlungen wehr­loser Gefangener, von Plünderungen und Mororaten, die ins von den französischen Truppen bekannt wurden, und rrex Wahrheit unwiderlegbar fest steht, sind nicht minder schwer als diejenigen, die man den deutschen Soldtaen vorwirft. Ob die französische Regierung es sich hat angelegen sein lassen, die französisrben Soldaten über die betreffenden Fälle e b en so aufzuklärcn und die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen, wie dies in Deutschland geschehen ist, kann füglich bezweifelt werden. )htr wenn dies geschähe, wenn alle am Kriege beteiligt gewesenen Länder in gleicher Weise die auf ihrer Seite vorgekommenen Verfehlungen verfolgten, wäre der Ge­rechtigkeit gedient, in deren Namen der französische Ministerpräsident zu sprechen vorgibt.

In dem Augenblick, wo alle Kräfte angespannt werden müssen, um den wirtschaftlichen Zusammenbruch nicht nur Deutschlands, sondern auch aller mit ihm in Berührung stehenden europäischen Staaten zu verhindern, können solche Reden, wie sie Poineare immer tviebet hält, nur i n h e i l stisten.

Deutsch-Testerreich.

Die Konferenz von Berona.

Verona, 25. Aug. Die Unterredung zwischen dem italienischen Außenminister Schanz er und dem österreichischen Bundeskanzler hat hier heute Vormittag begonnen und wurde nachmittags fort­gesetzt.

Verona, 25. Aug. Laut Stefani veröffentlicht die ZeitungArena" eine Unterredung mit dem Mi­nister des Aeußeren Schanzer, in der dieser er­klärte, die Presse übertreibe vielleicht den praktischen Wert des vom österreichischen Bundeskanzler bei der italienischen Regierung unternommenen Schrittes. Man habe sogar von Annexion ober einer Verschmel­zung beider Staaten gesprochen. Die Unterredung Schanzers mit Dr. Seipel werde dazu dienen, alle zur Prüfung notwendigen Unterlagen zu liefern. Die italienische Regierung habe den festen Willen, im Einklang mit den verbündeten Regierungen vor­zugehen. Die Haltung der italienischen Politik Oester­reich gegenüber ergebe sich aus der durch den Frieden von St. Germain geschaffenen Lage. Italien könne die Lage Mitteleuropas nicht außer Acht lassen. Es müsse sich etwaigen Umgruppierungen oder Neu­orientierungen ebenso wie dem wirtschaftlichen Zu­sammenbruch« Oesterreichs widersetzen. "Die Lon- boret Konferenz habe die Prüfung des Problems dem Völkerbundsrate überwiesen. Die Haltung Italiens werde von den Entscheidungen des Rates abhängig sein.

Einberufung des Parlaments?

Wien, 25. Aug. Wie die sozialdemokratische Korrespondenz meldet, hat der Obmann des jozial- demokratischen Abgeordnetenverbandes an den Prä­sidenten der Nationalversammlung ein Schreiben gerichtet, worin er ihn mit Rücksicht auf die wirt­schaftliche, finanzielle und politische Lage der Repu­blik ersucht, den Nationalrat in der nächsten Woche einzuberufen.

*

Wien, 25 Aug. Infolge der außerordentlichen Teuerung wurde den Arbeitslosen eine außerordentliche Notstandsbeihilse ausgezahlt. Die^ikormale tägliche Unterstützung für Familienhäupt« Wti* auf 7750 und für Ledige auf 5060 Kronen erhöht.

Sein »Mim Embnk.

Berlin, 25. Aug. Die offiziellen Bcfprechun- gen zwischen Sir John Bradburq »nd Maucltzre einerseits, dem Reichskanzler und dem Reichs­minister der Finanzen andererseits, die am letzten Montag begonnen hatten, wurden heute zu Ende geführt, und die Vertreter de» Entfchädigungs- ausfchuffes find nach Paris a b g e r e i ft. Obwohl man nicht sagen kann, daß diese Verhandlungen bis jetzt ein positives Ergebnis gehabt haben, fo sind doch verschiedene Anregungen gegeben «nd ge­prüft worden. Die Vertreter des EntfchLdigungs- ausfchufics glauben jetzt in der Lage zu fein, dem Entfchädigungsausschutz über die gegenwärtige Lage Deutschlands Auskunft z« gebe«, was der hauptsächlichste Zweck ihrer Reise nach Berlin war sowie den Entschädigungsausschutz über die ob«n er­wähnten Anregungen zu unterrichten.

Heber den Gang der Verhandlungen berichtet dieZeit":

Die deutsche Regierung hat am Donnerstag eine Anregung, welche, von nichtamtlicher Seite aus­gegangen, zunächst den Gegenstand theoretischrr Diskussion gebildet hatte, sich zu eigen gemacht und den Unterhändlern die Gewährung der Zahlungs­stundung auf der Basis vorgeschlagen, daß eine Gold res-erve zur Sicherstellung etwaiger Aus­fälle an deutschen Holz- und Kohlenlieferungen zur Verfügung des Entschädigungsausschusses nieder­gelegt würde. Am Donnerstag wurde in diesem Zusammenhang die Summe von 50 Millionen Eold- mark genannt: jedoch war von der Reichsregierung noch keine bestimmte Zahl bezeichnet worden. Wie der Reichskanzler aber den Verttetern der Gewerk­schaften eitlärt hat, wäre die Regierung zu einem Entgegenkommen in diesem Sinne ernstlich b e - reit gewesen, wenn dadurch eine Einigung erreicht worden wäre. Diese Anregung ist von Bradbury und Mauclöre abgelehnt worden und kann mit ziemlicher Sicherheit als erledigt angesehen werden. Die Verhandlungen sind aber dadurch keineswegs zum Stehen gekommen, sondern eijte neue An­regung wurde eingehend beraten und ist den Ab­gesandten in bestimmter Formulierung als etwaige Grundlage der weiteren Verhandlungen übergeben worden. Zm ganzen kann als ein erfreuliches Er­gebnis der so außerordentlich schwierigen Verhand­lungen fesigestellt werden, daß es gelungen ist, die Besprechungen nicht abreißen zu lasten, und auch bei der Unmöglichkeit, innerhalb der zunächst vor­gesehenen Frist von fünf Tagen bereits zu einem greifbaren Ergebnis zu gelangen, dennoch der Weg zu weiteren Lösungsversuchen offen gehalten worden ist. Da mangels einer sichtbaren An­näherung der Parteien in der Tat fortdauernd die Gefahr des Scheiterns der Verhandlungen bestand, können wir es begrüßen, daß die Abgesandten des Entfchädigungsausschustes wenigstens bereit ge­wesen sind, die Darlegung des deutschen Stand­punktes an den Entschädigungsausschuß zu über­bringen.

Ein neuer deutscher Vorschlag erklärt nach Blättermeldungen, daß die deutsche Regierung bereit wäre, die im Friedensvertrag Deutschland auferlegten Holz- und Kohlenlieferungen dadurch sicherzustellen, daß sie mit den deutschen Holz- und Kohlenlieferanten bezw. Produzenten feste Lie­ferungsverträge abschließe, bei denen die im ge­schäftlichen Leben üblichen Sicherungen zu berück­sichtigen seien.

Nach demBerl. Tagebl." wurden auch die Vor­schläge, die dem Reichskanzler von den Gewerk­schaftsvertretern gemacht worden waren, beraten.

Der vorläufige Reichswirtschastsrat hat eine Denkschrift ausgearbeitet, in der die Gründe wider­legt werden,- die Poincar^ in feinen letzten Reden ins Feld geführt hat. Es wird darin vor allen Dingen der Vorwurf zurückgewiesen, Deutschland habe mit Absicht seine Währung stürzen lasten. Die Passivität der deutschen Wirtschaftsbilanz könne nicht aus eigenen Kräften der deutschen Wirtschast überwunden werden. Noch viel unmöglicher sei es, daneben noch eigene Zahlungen für das Ausland ;u leisten. Der Ausgleich in der Handels- und Zahlungsbilanz fei ohne die finanzielle Hilfe des Auslandes überhaupt nicht mehr möglich. Der Be­richt fährt fort: Die für eine Schaffung des Gleich­gewichtes im Staatshaushalt notwendigen neuen Steuern laufen auf eine neue Inflation hin­aus, und der politische Druck, der von außen, na­mentlich von Frankreich aus anf Deutschland aus­

geübt wird, muß naturgemäß zu einem Zusammen­bruch der gesamten deutschen Wirtschast führen« Die Festigung des Markkurses ist ein« dringend« 'Notwendigkeit, da sonst bald Arbettslosigkett unb Not und damit schwerste Unruhen die Folge* fei« würden. Zum Schluß wird die französische Ausfas» sung eingehend widerlegt, nach der maßgebend« Kreise der deutschen Wirtschast die augenblickliche Entwicklung Deutschlands begünstigen sollen.

EM Mrwmm in London.

London, 25. Aug. In der gesamten Press« spiegelt sich die sehr große Besorgnis wieder, die das Scheitern der Berliner Verhandlungen und der gestrige ungeheure Sturz der Mark in England erzeugt haben. Alle Blätter tragen in Fettdruck Heben* schriften wie38 Mark für ein Penny, die Mars fast wettloS, Europas Wettlauf nach dem wirtschaft­lichen Ruin, Europas ernsteste Gefahr." Auf dem Geldmarkt herrscht große Aufregung.

DieWestminster Gazette"" schreibt, jeden neue« Augenblick erreich« die Mark einen neuen Rekkord bei Wertlosigkeit, und «S fti schwer zu sagen, to« die deutsche Regierung unter derartigen Umstände« irgend etwas Gesichettes versprechen könne. Nur mit mit Schwiettgkeit könne sie das soziale Gefüge zm sammeuhalten. Das einzige Hellmittel sei die Herab- setzung der Entschädigungssumme.

Die ,Lsimes" derösseutlicht das Schreiben einel erfahrenen Beobachters europäischer Angelegen­heiten", der die Sage Deutschlands als fast ebenso ernst wie im Jahre 1914 bezeichnet. Er erwartet innerhalb weniger Monate heftig« Hungerunruhen in Deutschland. Dann wette «4 zu spät fein zu handeln. Was werde dann aus den jungen Ländern Mitteleuropas werden? Was werden die Auswirkungen auf die Arbeitslosig­keit inEngland sein und die Auswirkungen eines pattiellen Baukerotts in Frankreich? Der Schreibet führt daS Wort Mrabeaus an:Der Bankerott stehe vor Europas Tür und ihr redet."" Dieser Vor wurf könne im gegenwärtigen Augenblick ganz Europa gemacht wetten.

Der Pariser Berichterstatter derTimes" toeifl auf daS Dilemma hin, in dem sich Poineare befinde, falls die Mission -Gradburys und Maucleres end­gültig scheitern sollte; denn Poincarö werde dann möglicherweise gezwungen sein, die Aktion, die er zu vermeiden gewünscht habe, doch zu unternehmen. Eine Rückzuglini« sei schwer zu finden. In Ab­betracht der Politik sowie der Tatsache, daß di« deutsche Regierung anscheinend in der Lage fei, ein Angebot zu machen, das den Entschädigungsausschuß befriedig«, fei die Stellung PoincaröS äußerst heikel.; DieTimes"" fagt, die von ihrem Pariser Vertreter gewünschte deutsche Warnung müsse, nicht allein nach Berlin gerichtet wetten.Sind die französischen nnl britischen Politiker von allen guten Geistern verlassen? Es ist möglu^ daß innerhalb der nächsten Wachen die deutschm Banken die Finanzierung der deutschen Industrie einstrllen. Hundette vvn Fabriken wütten schließen müssen, nnd sozialistische Unruhen würden dann nicht zu verhindern sein. Die Sanduhr ist abgelaufen, und.die noch vorhandene Zeit für eine gemeinsame A ing, um di« un­geheure Gefahr abzuwenden, uicht nur Europa, sondern auch Amerika bedroht, kann mit Wochen bt» missen wetten. Wir halten es für di« Pflicht Frank­reichs, sich jeder Aftion zu enthalten, di« daz« angetan ist, die bestehend« Krisis zu einer nicht wieder gut zu machenden Katastrophe zu machen, und wir halten es ebenso sehr für die Wicht der bntischen Rv» Negierung, ihren falfijen Standpunkt zu verbessern und rasch ein positives Uebeveinkommen mit Frank­reich zu suchen, das sich auf Bedingungen gründet, die Deutschland anzunehmen veranlaßt werden kann.""

DerDaily Expreß" sagt: Wenn kein Wunder geschieht, dann ist Deutschland bankerott. Ti« Hofsnnng, daß im gegenwättigen Augenblick Zah­lungen von einem Lande erzielt werden können, desieck Finanzen sich in einem derartigen Chaos befinden» muß ausgegeben werden. Der Sturz der Mark, säst kann man sagen, der Tod der Mark, hat bereits den Wer ttes Frauken und des Lire vermindett und ebenso die Währung bet schwächeren Nationen Mittel­europas gedrückt. Die Leiche eines verwesende« TeutsckMnds würde den gesamt.«» Kontinent, vergiften. «.

Der Pariser Berichterstatter desDaily Expreß" meldet, in verschiedenen französischen Kreisen werde erftäijt, wenn nicht eine bestimmte Aendernng bet Lage eintrete, jo könnte der sranzösische SttC«