Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurheffifchej Oberhessen
jotltegi, rechnet »an doch^ M ittel txs neuen ErntefaI 'Zentigen Erhöhung des 'rkenbrots.
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Tie ^Oberh«Ifi>ch« Zettuuertöeint ledtsmal roötbentlid). — Bezugspreis monatlich 32 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignille kein Ettatz. — Verlag von Dr. L. Hinerotd. — Vruck der Unin.-Buck>dru<kerei von Job. Ang. Koch. Markt 21,23. — Nernwrecber 55, Poftlcdeckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
Marburg Sreilng, im 25. MO Erutiug.
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57.3M 1922
Sie Berliner MmhImM
Kein Abbruch.
Berlin, 24. Aug. Die Blättermeldungcn 56er den Stand der Entschädigungsverhandlungen, die angeblich gescheitert seien, sind, wie den $Iäb tern mitgeteilt wird, durchaus unzutreffend. Man ist in die Prüfung der deutschen Verhältnisse eingetreten. Von den Gegenvorschlägen der deutschen Regierung ist bisher nicht die Rede gewesen. Sie sollen in der Hinterlegung von 50 Millionen Eoldmark bestehen.
Das „Berl. Tagebl." schreibt, daß an der Tatsache der Fortführung der Verhandlungen nach der cm Donnerstag eingetretenen Krise ein günstiges Moment gesehen werden könne. Man nimmt vorläufig an daß im Laufe de- Freitag die Verhandlungen zu Ende geführt werden können.
Berlin, 25. Aug. Rach den Besprechungen des Reichskanzlers und des Reichsfinanzministers mit Bradbury und Maucldre trat gestern Abend das Reichskabinett unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten zusammen und verhandelte über die Ergebnisse dieser Besprechungen. Heute Mittag werden die Verhandlungen fortgesetzt werden. Anher dem Reichskanzler werden auch Reichsfinanzminister Dr. Hermes und Staatssekretär e. D. Bergmann teilnehmen. Voraussichtlich werden Bradbury und Maucldre heute Abend abreisen.
Rach einer Meldung des „Berl. Tagebl." hat der amerikanische Botschafter in Berlin, Hough- ton gestern 915eru dem Reichskanzler einen Besuch abgestattet, um sich über die politische Lage'zu unterricht«.,
yoincarö unnachgiebig.
London, 24. Aug. Der Pariser Bericht- krstatier des „Daily Mail" will willen, dah Poin- rar§ brate einen Kabinettsrat abhalten wird, auf dem die Möglichkeit eines negativen Ergebnisses der Berliner Verhandlungen erörtert werden soll. Poincarö steht fest zu seinem Programm, in dem gefordert wird, dah die produktiven Pfänder die Gestalt einer Kontrolle über die Einkünfte der deutschen Staatsbergwerke im Ruhrgebiet und gewisser deutscher Forsten annehmen sollen.
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*ie Ausweisungen bleiben bestehen.
Straßburg, 23. Aug. Ras General- tommi||ariat veröffentlicht folgende Mitteilung:
Der Oberkommisiar wurde heute vom Mintster- präsidenten empfangen. Er unterrichtete ihn über die Frage der Ausweisungen und der Sequestrierungen, die sich aus der Entscheidung vom 5. Aug. über die deutschen Guthaben in Banken und Finanzinstituten ergaben. Da sich die Frage bei Ausgleichszahlungen auf dem Wege zu einer gütlichen Regelung befindet, werden die Retor- Hon?- ' tznahmen aufgehoben werden. Jnfole en wird die dey Banken mitgeteilte Verpflichtung, die deutschen Duthaben zurückzuhalten, aufgehoben werden. Die Maßnahmen gegen die Deutschen, die am 12. August ausgewiesen wurden, bleiben bestehen.
Ausweisung von Deutschen aus Trier.
Köln, 24. Aug Der Ortskommandant von Trier hat 56 zugezogenen Deutschen die Auk- enthaltserlaubnis versagt. Der Ortskommandant stutzt sich auf einen Befehl des französischen Oberbefehlshabers, der zuziehenden Deutschen den Aufenthalt von über 20 Tagen unter Umständen verbietet. Die Behörden haben um Aufhebung dieser Anordnung gebeten.
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Mk GinitM mit Bagern.
Die bayerische Sonderverordnung aufgehoben.
München, 24. Aug. Die aus Anlaß der Tchutzgesetzgebung der Reichsregierung von der layerischen Regierung erlaffene Notverordnung vom 24. Zuli ist mit Wirkung vom 24. August au ft >e h ob en worden.
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In einer längeren halbamtlichen Berliner Erklärung Hrd die Haltung der Reichsregierung näher begründet 9md n. a. gesagt: Die Errichtung eines besonderen bayrischen Senates wurde abgelehnt, aber vereinbart, das- bie Ernennung der Mitglieder des für Sirddeutschlind bestimmten Senates nach Benehmen mit den bete.liz.ieu Landesregierungen erfolgen soll. Diesem Senat dürften brri bayerische Laienrichter und eine entsprechende Anzahl »averische KreiSgerrchtSräte angehören, Der Wunsch,
daß der für Süddeutschland bestimmte Senat in c ntr süddeutschen Stadt tagen soll, wurde abgelehnt, jedoch kann jeder Senat die Vornahme von Amtshandlungen auch außerhalb seines Bezirkes selbständig be- ichließen. Die Reichsregierung trofft, mit allen beut' Uten Ländern einig zu gehen in her Zuversicht, daß die Wiederholung einer solchen Erschütterung unseres staatlichen Lebens für die Zukunft unmöglich ist.
- Hwr Kttfiin.
Berlin, 24. Ang. Der Dollar erreichte heute vorübergehend den Kurs von nahezu 2000.
Te. „Deutsche" macht darauf aufmerksam, daß an einem so plötzlichen und schnellen Zusammenbruch der deutschen Währung niemand gedacht hat. Die Folgen für unsere gefemte Volkwirtschaft seien nicht zu übersehen.
Die „Deutsch« Tageszeitung" sagt, die Regierung dürfe nicht völlig untätig bleiben. Man habe den peinlichen Eindruck,daß die Regierung der Katastwphe dieser Tage ebenso Verständnis- wie hilfslos gegenüber- steht.
Die „Vcss Zeitg." sagt: Ter gesamte deutsche De- Visenhandel und alle dahinterstehenden Bankkreift stehen der Devisenbewegung in völliger Ohnmacht gegen- über. Abgesehen von politischen Erwägungen, ist es vor allem die außerordentliche Material knapp- h e i t, die das Steigen der Kurse zur Folge hat.
Berlin, 24. Aug. An der heutigen Börse wurden Schwierigkeiten und Insolvenzen einiger Berliner mittlerer und kleinerer Bankfirmen und Maller bekannt. Sie konnten infolge von Baisfe-Engagemants am Devisen- und ausländischen Rentenmarll ihren Verpslichttmge.n nicht mehr nachkommen.
Lo ndon, 24. Aug. Der neue gewaltige Sturz der Mark erregt größtes Aufsehen. „Manchester Guardian" schreibt zu dem seit der letzten Rede Poineares eingetretenen erneuten Sturz der Mark, es scheine kaum glaublich, daß die Franzosen in einer Polstik verharrten, die mit dem Zusammenbruch des deutschen Handels enden müsse und mit der endgültigen Enttäuschung der Hofsnungen, irgendwelches deutsches Geld zur Ausgleichung des französischen Haushalts zu erhalten. Jedes Wort in einer btt Brandreden Poincares koste öen französischen Steuerzahler so und soviel Franken.
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FMtnmW her freien EemMafteu.
Berlin, 24. Aug. Der Reichskanzler empfing heute Mttag die Vertreter der gewerkschaftlichen Spitzenorganisttionen (Allgemeiner deutscher Gewerkschaftsbund, Afabund, Deutscher Gewerkschasts- bund, Deutscher Gewerkschaftsring) zu einer Besprechung über die Frage der Abwendung der drohenden Wirtschastskatastcophe. Die Vertreter der Gewerkschaften unterbreiteten eine Reihe von Vorschlägen. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund fordert: Beschlagnahme der Lebensrnittel, Klei- der und Schuhe und deren Stationierung, Festsitzung eines Zwangski.rses der Mark, Festsetzung von Höchstpreisen, Uebernahme des gesamten Ausfuhrhandels durch die Reichsregierung, Devisen-Ein- und -Verkauf nur durch das Reich, schärfste lieber» wachuug der Preisbildung durch das Reich, sofortiges Verbot von Kuchen und Luxusbackwaren, sofortiges Verbot der Herstellung von Likören, Konfitüren, Schokoladen usw., Einschränkung der Biererzeugang, Verbot von Schaumweinsabrikation für den Luxusverbrauch, Einfuhr für Weine, Apfelsinen usw.
Der Reichskanzler entwickelte in einer Darlegung btt gegenwärtigen und vorhergegangenen Verhand- lungeu die außenpolitischen Ursachen der gegenwärtigen bedrohlichen Entwicklung und führte aus, baß die Reichsregierung vor einer schweren Entscheidung stehe. Wie diese auch ausfallen werden sie werde der Notwendigkeit Rechnung tragen müssen, daß die Erfüllungen da eine Grenze finden, wo die Brotversorgung für das deutsche Volk in Gefahr kömmt Die Gewerkschaften stimmten dem zu. Tie von den Gewerkschaften gemachten Vorschläge wurden im einzelnen darchgefprochen und sollen den Gegenstand weiterer Verhandlungen mit den Ressorts falben.
Im Anschluß an die Besprechungen mit den Spftzenorganisationen der Gewerkschaften hatte der Reichskanzler, laut Vorwärts", eine Unterredung mit Stinnes. Am Freitag werden sich die Gewerkschaften, die Unabhängigen und die Sozialdemokraten in einer gemein srm en Sitzung mit der innen- uns außenpolitischen Lage beschäftigen.
Der Allgemeine Deutsche Gewerkschastsöund hat an den Trabe Union-Kongreß in Loudon ein Telegramm gerichtet, in dem er unter Hinweis auf den ungeheuren Dollarstand, der den wirtschaftlichen Zusammenbruch Deutschlands bedeut^, auf die Folgen
aufmerksam macht, die hieraus für alle Industrie- Völker erwachsen. Roch sei eine Rettung möglich; sie bringe hauptsächlich von den Maßnahmen der Trabe Ün'ou ab. Ein ähnliches Telegramm ist an den Internationalen Gewerkschaftsbund in Amsterdam abgegangen. i
Lohnerhöhung und Ucberschichten im Bergbau.
Berlin, 24. Aug. Bei den heutigen Verhaud- lungen über die von den Bergarbeitern gefutterten Lohnerhöhungen sowie über die Wiedereinführung von UeberschichMn einigten sich die Verbände zunächst für das Ruhrgebiet dahin, daß zum Ausgleich der im September zu erwartenden Teuerung eint Erhöhung der Schicht löhne um durchschnittlich 150 Mark zu gewähren sei. Ein weiterer Aufschlag von 140 Mark soll als Ausgleich der noch nicht abgegoltenen Teuerung in der zweüen Hälfte des August gewDrt werden. Für die übrigen Kohlenreviere steht eine Einigung über die Lohnfrage bevor. Ferner vereinbarten die Parteien, daß die Bergarbeiter des Ruhrgebietes vom 1. September ab bis auf weiteres an drei Tagen der Woche je zwei Ueberstunden verfahren werden. Sie sollen für diese Utbetarbeä einen Lohnzuschlag von 50 Prozent erhalten. Für die übrigen Steinkohlengebiet ist der Abschluß von Uebttschichtenafb kommen gleichfalls zu erwarten.
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Die Unruhen in Polnisch-Schlesien. '
Kattowitz, 24. Aug. Unter dem Vorsitz des Wojwoden Rymen fanb gestern im Beisein polnischer Regierungsvertreter ein« Konferenz mit Vertretern der Industrie, der Kaufmannschaft, der Gewerbetreibenden sowie der Gewerkschaften der Wojwodschast Schlesien statt, um über die Maßnahmen zur Ileberwindung der wirtschaftlichen «Schwierigkeiten in Oberschlesien zu beraten. Direktor Berg vom Hüttenmännischen Verein forderte Beseitigung der hohen Einfuhrzölle für Rohmaterialien und Maschinenteile sowie der 40prozentigen Kohlensteuer. Handelsminister Straßburger lehnte die Beseitigung der Kohlensteuer ab, die Zollfrage aber würde in Erwägung gezogen werden.
Auch gestern drang der Pöbel, wenn er sich nicht beobachtet glaubte, in die Wohnungen jüdischer Geschäftsleute ein, mißhandelte die Juden und zerschlug und raubte, was ihm in die Hände fiel. Di« Sicherheitsbehörde ist noch nicht völlig Herr der Lage.
B e u t h e n, 24. Aug. Unter den jüngsten Ausschreitungen in Kattowitz hatte auch ein amerikanischer Bürger zu leiden. Ueber sein Erlebnis berichtet er in einem Telegramm an die amerikanische Botschaft in Berlin: „Ich, amerikanischer Bürger Oskar Haas (Brooklyn), auf der Durchreise von Warschau nach Amerika, bin in Kattowitz verprügelt und beraubt worden. Schutz van polnischer Polizei vermochte ich, trotzdem ich mich als Amerikaner auswies, nicht zu erlangen. Pdlizei- beamte haben mich ebenfalls geprügelt und beraubt. Bin'nach Beuthen geflüchtet. Ersuche um sofortigen Schutz."
Besuch Pilsudfkis.
Warschau, 24. Aug. Pilfudski wird am Sonnabend das polnische Oberschlesie« besuchen.
Ausstände.
Warschau, 24. Ang. Wie die Blätter melden, ist noch mehrtägigen Verhandlungen im Lodzer Industriegebiet der Ausstand ausgebrochen.
Budapest, 24. Aug. Die Gewerkschaft der Budapester Gast- und Kaffeehau.skellner beschloß in den Ausstand zu treten. Die Keiner forderten 20 Prozent und Mitbeteiligung, die ihnen nicht bewilligt wurde. Die Gasthäuser wurden nicht geöffnet.
Paris, 24. Aug. Wie der „Temps" ans. Le Havre meldet, hat sich die Lage dort verschlimmert. Heute früh wurden die Straßenbahner von Ausständigen gezwungen, die Wagen in die T Pots zurückz'i- fahren. Wagen und Automobile, die vor dem Bahnhof standen, wurden umringt und an der Ausführung ihres Dicnstes verhindert. Tic Polizei griff ein und zerstreute die Ansammlung, wobei es zu Schlägereien kam. Es wurden sehr scharfe Ordnungs- und Polizei- maßnahmen ergriffen, die eine weitere Verstärkung erfahren werden.
Ende de« spanischen Postausstandes?
Madrid, 24. Aug.' Ter Ausstand der Postbeamten ist beendet. Tas Personal hat sich bedingungslos zur Wiederaufnahme der Arbeit bereit» erklärt. Als heute die Angestellten erschienen, um ihren Dienst zu beginnen, forderte der Direktor sie auf, ein entsprechendes Schriftstück zu unterzeichnen
und sich wieder zu entfernen in Abwartung der Entscheidung der Regierung.
Pari», 24. Aug. Nach einer HavaSmeldung aus MÄrrid haben sich die Postbeamten bereit erklärt, unter gewissen Bedingungen die Arbeit wieder aufzn- nehmen, wobei sie das Versprechen verlangten, dog keinerlei Maßregelungen stattfinden und ihre Forderungen dem Parlament vorgelegt würden. Der Mi- nisterpräf dent hat diese Forderungen aber abgelehnt, j
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Wenn bet Appell an den Völkerbund erfolglos ist.
London, 24. Aug. Die „Times" meldet aus Wien, Dr. Seipel werde bei feiner Rückkehr die Antworten, die er während feiner Reife erhalten habe, der Nationalversammlung unterbreiten. Wenn sich die Notwendigkett ergeb«, werde er einen sofortigen Appell an den Völkerbund dou schlagen, daß Oesterreich von den Bestimmungen des Artikels 88 des Vertrages von St. Germain be=' freit werden möchte. Zm Falle einer Weigerung, die erwartet werde, schein« in maßgebenden Kreisen angenommen zu werden, daß die Grenz« pfähle zwischen Tirol, Salzburg und Bayern ganz beseitigt werden. Die Macht, die dann die Verantwortung übernehme, irßenb« welche Unruhen im Zusammenhang damit zu vermeiden, werde sich dann gezwungen sehen, auch die Regierung der Republik zu über« nehmen. . V
Italien gegen den Anschluß .
Berlin, 24. Aug. Nach einer Wiener Mel« düng des „Berl. Tagebl." soll Ztalien entschlossen sein, weder den Anschluß Oesterreichs an Deutschland, noch den Eintritt Oesterreichs in die Kleine Entente zu dulden. Italien gab diesen Standpunkt! m Wien, Prag, Berlin, Belgrad und Budapest! bereits bekannt und ließ keinen Zweifel darüber,^ daß es jede etwaige vollendete Tatsache in dieser Richtung mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu den in Betracht kommenden Staaten beantworten und als Kriegsfall betracht ten müsse. Dagegen ist Italien bereit, Oesterreichs, Wünsche nach wirtschaftlicher und finanzieller £>Uf<- möglichst zu unterstützen. ...... t
„Oesterreichs letzte Stunde".
Londou, 24. Aug. Unter der Ueberschttft „O e st er-. reichs letzte Stunde" veröffentlicht die „Times"' efaen Aussatz des früheren Vorsitzenden der österreichllch-n Abteilung bei Entschädigungsausschusses, S.r Willi-nt. Goode, in dem dieser für die Gewährung einer An-s leihe an Oesterreich eintritt. Der Aufsatz beainnfe Intit den Worten: „Dars ich, bevor Oest-reeichs letzte Stunde schlägt, durch die „Times" einen letzten Avvell an den gefunden Menschenverstand, an oft politische Vernunft und ondaseigeneJnteresseder v-rbürb te»; Mächte richten? Der Völkerbund und jedermann weih, daß Oesterreich nur mit finanziellen Vorschüssen Weiter» bestehen kann Ueber diese verfügt ter Völkerbund' nicht" Das Verschwinden der anerkannten Rea-'-: einig in Oesterreich werde alle Nachbarstaaten 'n Mft-' leidenschast ziehen. Die von der österreichischen Regierung erbetene Kreditgewährung von nur 15 Mlll'on" Pfand könnte gewähtt werden ohne Hergabe, e'nes ein-, zigen Pfennigs durch die btttstche Neh rung und d'- anderen verbündeten Regierungen. Es |'i nur nötig, fa>6 iebc der vital interessierten Regierungen einen Anteil de- Anleibe übernimmt Am Schlüsse fragt Eoode ob man in St Germain mit allem Pomp der Selbstbestimmung und der souveränen Rechte diese- „Oesterr^ ch" genannte Ueberbleibsel eines ganzen Reiches geschaffen habe, um nachher zu erklären: Laßt es sterben, es war ein Versehens „Nichts würde England dann vor dem Urteil öer Geschichte wegen einer so zynischen Anwendung langsamer Tortur reften."
Die „Times" bemerkt hierzu, 'ber Weiter* Fortbestand Oesterreichs sei eine europäische Notwendigkeit. Wenn Oesterreich falle, werde eine Neu- ttgefang der Verhältnisse Südosteuropas erfolgen müs- ftn Eine solche Operation aber berge bedeutende Schwierigkeiten und große Gefahren in sich. \ .
* * afrTsr*"?*- \
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Wien, 24. Aug. Die „Arbeiterzeitung" verössenk- licht in Form eines Aufrufs das Ergebnis der gestrigen gemeinsamen Berntnngen der politischen und mitt»' schaftlichen Verbaiidsleitang der sozialdemokratischen Partei. In dem Aufruf rotrb dir Arbeiterschaft vor dem Versuch einer gewaltsamen Lösung gewarnt, da ein solcher Versuch nur bewirken könnte, daß eine vollständige Vernichtung des Wettes dec Krone eintret*,, der vollständige Zusammenbruch der Lebensmittel- uri? Rohstoffversorgung erfolge und eine Kontrolle durchs fremde Bajonette stattfinde. Zugleich werden die schon mehrfach ausgesprochenen Forderungen btt sozialdemokratischen Pattei an die Regierung toiebet* fielt iftid die Regierung ausgefordert, mit btt Durch« fnhrung der Forderungen nicht mehr zu . zögern. Schließlich wird der sofottige Zusammentritt bet Nationalrates geforbert, um auf dem Boden deS