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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

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j Nr. 196

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f'i*t 3e,tnW1' etl*tin '«»«mal wöchentlich. - Bezugsvreis monatlich Wl-, »ut ausfallende Nummern infolge Streiks ooer elementarer (Eteignifie kein Ersatz. Verlag non Dr. L. Hin ero td. Druck der Univ.-Buchdruckerei non 3ob. Aug. Koch, Markt 21,23. Sternjuredier 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 amt (Eronfiuit a. Main.

Marburg Sieasiag. 6m 22. JJuguft 6rntin;.

Ser »^eigenoret. betragt für den 9 gelb. Zeilenmillimeter L50 Mk, amtliche und ?n®zW*an*t'9e cOn-1TOL ,en6etc tonoltenbretten entiptetbenb. »ei schwierigem Sag 50*/o «utichlag. Soat emlau-enoe ober Den Naum über 's, Seite einnehmend« An- zetgen werden noch der TertwaUendeette berechnet. Reklamen die (£oL.teile tgnn Ml- Jener Rabatt gilt al« Sarrabatt. »er »uetunft burm Dte Teschait,nelle unD Permittluna der Angebote 3 Mk. Sonbetgeoubr.

57.3M 1922

vor-

Das Programm.

Mel­

aus den wo

Drei MMard«, Monatsgehalt. Mit der sinkende« Kraft des Rubels schnellten tu den letzten Monaten die Gehülter in Sowletrutzland zu schwindelerregender Höhe empor und llderstiegen oft eine Milliarde. In- genirure. LhemUer und andere Personen in leitend« Stellungen verdient« bis zu 2 bis 3 Milliarden tm Monat. Proteste aus Arbeiterkreise» gegen dies« bohen Gehälter veranlaßten die Räteregterung, alD SebaltSgrenr« vo« 600 MMiou« Rüdem monatlich

düngen der Morgcnblätter haben die beiden bayerischen Minister Dr. Schweyer und Dr. Gürtler Idem Ministerrat Bericht erstattet. Der Minrster- rat ist der Ansicht, dah die Bedenken, die bisher gegen die Berliner Abmachungen bestanden hcchen, nunmehr im wesentlichen behoben sind. *Das endgültige Ergebnis wird erst nach Mitteilung an die Bettreter der Koalittonsparteien bekannt- gegeben werden.

Nach Meldungen, die in der Reichskanzlei vor- liegen, hat der bayerische Ministerrat das Berliner Abkommen genehmigt.

Ke Serüner ManiHimu.

£>eute Beginn der saü)lichen Erörterungen.

Deutsch-Oesterreich.

Die Berhandkungen in Prag und Berlin.

P r a g, 21. Aug. Heute früh ist hier der öster­reichische Bundeskanzler in Begleitung des Finanz­ministers eingstroffen. Di« Verhandlungen zwi­schen dem Bundeskanzler und dem Ministerpräsi­denten haben um 10 Uhr im Ministerratspräsidium begonnen. Um 12% ist Seipel vom Präsidenten der Republik empfangen worden.

Berlin, 22. Aug.^ SBi> dieVoss. Ztg." be­richtet, trifft der deutsche Gesandte in Wien, Dr. Pfeiffer, heute in Berlin ein, um an den Be­sprechungen des Reichskanzlers mit dem österreichi­schen Bundeskanzler Dr. Seipel teilzunehmen. Der Bundeskanzlern selbst trifft, von Prag kommend, heute Nachmittag in Berlin ein.

Tüym uirä dir RMzrm'krung.

Die bäuerischen Bedenken behoben.

Berlin, 22. Aug. Nach Münchener

. B e r l i n, 22. Aug. Nach den Morgcnblättern s fand gestern Nachmittag die erste Besprechung s Bradburys und Maucldres mit dem Rsichsfinanz- minister Dr. Hermes und dem Staatssekretär Berg­mann im Reichsfinanzministerium statt. Die Ver­handlungen dauetten etwa eine Stunde. Die Aus­sprache führte noch zu keinen Beschlüssen, sondern diente in der Hauptsache der gegenseitigen Infor­mation. Die eigentlichen sachlichen Verhandlungen sollen erst heute beginnen. Die politisch« Leitung der Verhandlungen liegt in den Händen des Reichs­kanzlers, der sich die letzten Entscheidungen behalten hat.

Warm nW friito Erichen geWoHes werben tonnte.

Leiste, die sich besonders klug und staatsmännisch I dünken .sagen noch immer:Ja. hätten wir nur recht­zeitig Frieden geschlossen! Aber dieSiegfriedler" I und Ludendorfs ustv....." Daß dazu zwei gehören,

n»d die Gegner aber zu keiner Zeit Frieden wollten, ehe nicht Deutschland und Oesterreich völlig erledigt I waren, bedenken jene Schlau« nicht. Einen neuen Beleg bofür, warum nicht früherSchluß gemacht" I werten konnte, veröffentlicht die Troppaner Deutsche Post", und zwar ©teilen aus dem Lehrbuch Geschichtliche Borträge", das an der tschechischen Militärakademie in Mährisch-Weißrirchen t*r- t'eriDCTbet wird, den Generalstabshauptmann Joses I Kroupac (ProfHsor der Geschichte und Geographie an dieser Anstalt) zum Verfasser hat und int Jahre 1920 erschienen ist. Das Buch behandelt vor allem I das Verbalten der Tschechen im Weltkrieg. Der 1.1 Abschnitt dieses Buches lautet in wörtlicher Hebere sefur.g:

"Gegen einen schlechten Frieden. Im Dezember 1916 wollten die Deutschen und die Oesterreicher auf Grund ihrer damaligen militärischen Erfolge Frieden schließen. Masaryk faßte seine ganze Energie I zusammen und warnte die englische Regierung und 1 ! die englische Oesfentlichkeit vor einem übereilten Friedens- schluß. bei welchem damals kaum die Selbständigkest des tschecho slowakisch« Staates zustande gekommen wäre. Er forderte, daß überhaupt keine Rede vom Frieden sein dürfe, solange nicht die russischen, ser­bischen und italienisch« Bestrebungen befriedigt sind,! « forderte, daß Defterreidj in Atome zerfalle, aus denen es entstanden ist. Seine Ansicht drang ht der Entente durch, und so wurde der Krieg weiter- g e s ü h r t." I

Wkwn das in einem amtlichen tschechisch« Lchr- I buch steht, werden es wohl auch deutsche Skeptiker I glaube«. I

Poinccrrs schloß: Wenn entgegen unseren Wünschen wir g«ötigt wären, allein Pfänder zu ergreif« ohne bie Mitwirkung unserer Verbündeten, s« würd« wir uns diese nicht endgültig aneignen. Wir würden sie nur im Interesse aller 6e halten, bis Deutschland zusttmmen würde, zu bezahlen. Wir wissen übrigen«, daß dte feftat dieser Pfänder uns nicht sehr bezahlt nwchen würden. WaS auch einzelne englische ZeitnngS» schreroer sagen mögen, wir sind keine Neros und keine BiSurnrrkS. Mr sind brave Leute, dte man bei ihrer Arbest störte, die man brutal angrisf und deren veirnatsboden man verwüstete. Wir woll« mit unser« »reinb« von gestern die frmndschaftlich« nnd höflich« Beziehungen wieder anfnehmen, aber wir wollen, daß unsere Schäden «setzt werd« nnd sie werden ersetzt werden!

I ct- ®ct Kommandant des Luftgescbwaders, das einen Flug ParisMainz zurüekgelegt hat, Leutnant Bastide, erklärte einem Vertreter der .Liberte": Es ist von uns der Beweis geli^^n worden, daß tm Bedarfsfall ein ober mehrere Geschwader in ganz kurzer Zeit zur Ver- starkung entsandt werden können, und daß wir auch zur rechten Zeit ankommen: das ist der beste Beweis, daß unsre Militärluftschiffahrt ihrer Ausgabe gewach­sen ist.

I Die Weizenantiinfe gesichert.

Berlin, Sl. Aug. Zu der Meldung des.Svenska Dagvlad", Dentschland sei infolge deS katastrophalen Mattsturzes genötigt, die früher getätigten Wetzen­käufe in Nord- und Stidamerika zu annullieren, da Ne hierfür vorgesehene Valuta für Zahlungen an die Verbündeten gebraucht werde, erfährt dieDeutsche Allg. Ztg.» von zuständiger Stelle, daß die Weizen- känse des Deutfchen Reiches sämtlich bisher bezahlt und das; auch für die am 15. Dezember fälligen Be­träge Deckung vorhanden ist. Die Regie«ng ftebt nach wie vor auf dem Standpunkt daß die für lebensnotwendige Getreideelnkäufe nötigen Mittel durch die Entfckmdigungszadlungm nicht bceinträch- tigt werden dürfen.

' 5- @tnc umfassendere Regelung werde, wenn sich, dte !Äeleg«heit dazu biete, bon Bradbury mit ber deutschen Regierung erörtert werd«.

Te: Berichterstatter teilt mit ,daß diese umfassendere Regelung dem bereits von ihm in der bongen Woche in einem Pariser Blatt auseinandergcsetzten Plane entspreche. Dieser Plan befinde sich bei dem briti­schen Schatzamte und ' betreffe die Teilung der deutschen Schuld in zwei Teile, eine Jahreszahlung »on zwei Milliarden Goldmark, zahlbar in dreißig 3ähr« (auch von der zwanzigjährigen Barzahlung sei die Rede gewesen) oder ein nach dreißig Jahr« zahlbar.. Betrag von 100, möglicherweise auch von HO Milliarden Goldmark.

'* Sehr scharf« Bedingungen.

B e r I i n, 21. Aug. DieReue Berliner Zei­tung" hört aus französischen Kreisen, Maucldre höbe im Einverständnis mit Bradbury sehr kcharfe Bedingungen vorgelegt. Maucfere fei allerdings von seiner Regierung ermächtigt, über den Ersatz einzelner Bedingungen zu verhau-! dein, jedoch nur, wenn es sich um einen Ersatz glei­cher Art und gleichen Inhalts handle. Mauclörss persönliche Stellung sei keine einer milden Tonart rünsttge. Die englische Regierung habe Bradbury mehr ober weniger formell angewiesen, sich ber Stellungnahme Mauclöres so weit wie möglich änzupassen. ' I

tritt

Aus Anlaß ber Eröffnung des Generalrates des Maas-Departements hat P o i n c a r e in Bar-!e-Tuc eine hochpolitische Rede gehalten, die sich in erster Linie gegen England richtete und weiter die behaup­tete Rechtmäßigkeit der französisch« Ansprüche gegen­über Deutschland und dessen angebliche Verfehlungen von neuem beweisen sollte. Poincare führte aus: , Es gebe in der gesamten Welt zwei kollektive Leid«- lckaft«. Er wolle sprechen von dem Willen zur Macht, den man teilweise Nationalismus und teilweise Imperialismus nenne und von den vagen Hoffnungen aus revolutionäre Wunder, die man unter "ben Namen K o m- m u nismus und Bolschewismus kenne. Frank­reich sei nach seiner sozialen Güederung gewiß eines der Länder in der Welt, die am wenigsten diesen unüberlegten Leidenschaften ausgesetzt seien. Vergeblich aber suchten Nationen, von denen einige mehr als Frankreich vom Imperialismus bearbeitet würden, es Gatt weiß welche- Neherrschunzsgelüste anzuklagen. Frankreich wünsch- -eine Vergrößerung des Gebiet-Z; es bi-tlanqe keinerlei

t I» Wirklichkeit werde Deutschland keine Stun­dung gewähtt werden, aber Belgien, daß vettrags- mäßig auf die Entschädigungen ein Vorrecht habe, »erbe statt Bargeld SechSmonats wechsel an« j nehmen, die von Deutschland auf bic Deutsche Sank, bie Dresdner Bank und die Tisconto-Gesellschaft ge- ! |°9ert würden. Es sei jedoch zweifelhaft, ob die Banken berert seien, diesem Plane zuzustimm«.

2. Andere Kreditop-rationen, die auf dem Grund­satz der Gcldaufnahme beruhen und bie bie Sage zeit »eise bessern würden.

3. Die Goldreserve der Reichsbank müsse «ach dem besetzten Gebiet gebracht werden And würde von den Verbündeten als P f a n b angesehen fcerbeii. Da sie eine Milliarde Goldmark betrage, sei sie ebenso wertvoll als Pfand wie bie Bergwerke . unt Wälder.

\ f. Eine Art Kontrolle ber Berg werke n-td ! W a l b e r, bie Frankreich auf ber Lonboner Konferenz borgcschlagen habe, würde vielleicht noch immer zu- tzestanben werden, vorausgesetzt, baß PoinrarcS Pläne genügend abgeändert werben, um für bie beutflje I :Segierung annehmbar zu fein.

Hegemonie, es wolle weder irgendein Volk vernichten noch | eemütigen. Es verlange nichts anderes als die Ausfüh- I rung der Verträge und Entfchüdigungszablung«. Aber I feine Forderungen, von denen fein Heil abhänge, wurden ! nicht immer von feinen besten Freunden begriffen. Sie setzten ihrerseits ihre Sorge und

I ihre Interessen voran. Teilwe.se hielten sie sich toeniqci iiarf als Frankreich gegen die Ansteckung« des Volfche-

I wismus gesichert und bildeten sich ein, das liebel durch Iunfruchtbare Verhandlungen sernhalt« zu können. Teilweise sähen sie auch, daß ihre Industriell

I durch Arbeitslosigkeit paralisiert seien, und sie feien von bem Wunsche besessen koste es. was es wolle, bie auSlänist- fchen Märkte wieder zu gewinnen. Sie gingen ihre Woge.

I Frankreich den feinigen, und manchmal ereigne es sich I daß sich beide voneinander etwas entfernten. MS nach dem Waffenstillstände jedes der kriegführenden Länder j in gewisfem Maße wieder zu seinem geheiligten Kgoismus zurückgekehrt sei. dessen sich ein Heg I iührenber Staat gerühmt hab- und dem auch and.-re ge- I folgt feien, habe er sich darüber weder gewundert noch

I entrüstet. Aber, was er Poinearö weniger begreife Frankreich nicht verstehe, fei, daß seit mehr als

I ottt Jahr«, wenn es sich um ben Friedensverlraa ober jätete Wkomm« gehandelt habe, die Einigkeit unter den verbündet« so ost auf Kosten Frankreichs erzielt worden I ser- Nach und nach scheine es Frankreich so, als ob ba5 ?kecht streitig machte, eine französische

Jsohti" zu betreiben. Ein Bündnis könne aber nur I dauernden Bestand haben, wenn es ans Gleichheit und oegenffitwm Respekt ber national« Souveränität beruhe I Frankreich sei eine so große moralische Macht, daß es stwcr sei. to«n es eine Freundsch.au abfchließe, min­derns ebenso viel zu geben wie zu empfang«. Poin-. orrE® üing dann dazu über, von dem Gesetz der Mehrheit zuwrech«. dem Frankreich unterlegen fei bei ben intet-

Konferenzen ober den Verhandlungen des Ent- IchiwraunaSauSschuffes. Man habe von ihm verlangt sich dem Willen der größeren Zahl beugen, daS heißt den an ber Regelung der Enlschädigungssrage weni­ger Interessierten. Die offenkundiae Unaerechrig'eit könne aber nicht bie fortgesetzte Unterordnung Frankreichs unter den Wallen anderer bedeut«. M-r unglücklicherweise hat- ten ine Ereignisse Frankreich nach nnd nach beinahe zu diesem unerträalichen Resultat geführt. Die briilischo Remerung, die sicherlich nur von Freundschaftsgefühlen be- loeU fei. h«be sich indessen nicht ganz schnell den Ernst unserer Finanzlage klar gemacht und auch nicht das kavatale Interesse. Jedesmal, wenn wir, um endlich be- Mblt zu werden, ben Vorschlag gemacht batten, gemein­em zum unumgänglichen Zwange zu schreit«, bat sie uns wider,prochen in der vergeblichen tzoffnung. durch ^erlprechung« und Güte zu einem Ergebnis zu kom- m« Was hat sich geftern noch ereignet? Deutschland, n m k®»m ®fnu^ einer weitgehend« Stundung war, beut das Verlangen, daß man ihm noch eine weitere aewäbre. Konnte es sich auf seine bona fides berufen i«b

I bllimwten. daß es das Opfer eines Mißgeschicks wäre? I. orainiflen Ta »en noch hat Reichskanzler Dr. Wirlb tu Beantwortung einer Ansprache, bie ich in London Leisten hatte, von neuem behauptet, daß Deutschland

I tll®t absichtlich an dem Niedergang der Mark gearbeitet I babe. Die englische Regierung selber hat dieser Behauv- tung Gevechti.gkest angebeiben lass« in dem Gegen- | den sie dem ftanzösifchen entgeaenaeseht hat. Iiste dot fest gefiel st. daß die Deutichland durch das Lon­doner ZablunaSstatut vom b.Mai auferlegten Zahlun- gen Nicht erfüllt ttcriren waren. Sie hat kestgestelll, daß die kwhlen- und Lolzliefernngen nicht ganz geliefert wor­den sind. Sie bat sestgeürllt. daß die deutsche Regie- «ng fest dem Waffenstillstand ibcen tzaushaft nur da­durch im Gleichgewicht gehalten bat. daß sie Scha^bsnds ausgab und d« Notenumlauf vermebtte. S« hat fest- gestellt. daß D«tsckland so feine Mark entwertet und den Wert feiner Devisen «ediert hat. Sie hat sest- I gestellt, daß «e gleicher Zeit Deutschland beträchLiche summen verbrancht hat. besonder» für öffenttiche Ar-1 bei»«, die durchaus nicht dringlich waren oder für brr-1 sck'wenderisch.- 3utofiJk rim Nutz« seiner Stavtsana-. I häng« Diese ganze Reihe von Feststellung« ist ein kategorisches Dement, dem beutschen RechtfertignnaSver- such gegenüber Wie könnte man auch die Brbauvtuna I aufrecht erhalt«, daß bet Sturz der Mark uotwendia aUr<? b! der Handelsbilanz und durch das Zahlungsstatut veranlaßt worden fei? Deutschland hat I feit Kriegsende nur eine auswärtige Schuld box ganz I

bedeutlam« Zahlungen, die es an das Ausland feit dem I Waffenstillstände zn leist« hatte, betra«en btt Ent- sckadlgungen. Im Dezember des letzten Jahres, b. h im Augenblick, wo Deutschland sich geg« das Zablungsstaint auflehnte, betrugen bie auf Revarat.onstidel gemachten Lte eruna«. fei es daß sie in D-vn«. ,« es, daß sie in Gold, sei es, daß sie auf andere Art gemacht wurden, ungefähr 4Milliard« Goldmark, darunter 3 Milliarden m natura und l Milliarde in Bar, eine Summe di- ungefähr dem Wert bon 12 Milliarden Papierstant« «tspricht. Nun hat aber her französische Staat leit Kriegsende eine auswärtige Schuld gehabt, bie, zum T^lge^fiIr3 berechnet, 48 Milliarden hoch war. V«n 1919

1921 haben wir an das Ausland eine glatte Summt "E " , Milliarden Papiermark zurückgezahlt, sodaß .u>o Frankreich, dessen reichste Provinzen durch den Krieg verwüstet worden sind, Frankreich, dessen Bevölkerung wum drei Fünftel der deutschen groß ist, an das Aus- land ungefähr 54'/- Milliarden Pabicrmark bemhtt hat "beend Deutschland nur 32 Milliarden bezah'te Der einfache Vergleich d-eser Zahlen beweist, daß das Sinken der Mark sickierlich nicht durch die von Deutschland angeführten Gründe verursacht ward« ist Es ist ver­ursacht worden, das ist klar, durch die endlose Ausgabe r»on Reichsbanknoten. durch den Kapitalfport D't Notenumlauf Deutschlands ist von 14 Milliarden im ciahre 1919 auf 22 Milliarden im Jahre 1920^21, aus 81 Milliarden im Jahr- 1921 '22 und unaesähr 10 Milliarden monatlich im Laust dieses Jahres gewichs«, und während einerseits Frankreich eint strenge Gesetz-' iföung durchführte, um den Kapitalexbott zu btr&iiu bern, hat Deutschland lofort nach btm Waffenstillstand alle einschränkend« Gesetze unterdrückt. DaS Ergebnis davon ist, daß die begütertsten Deutschen, die große Bourgeoisie, Daudelslcute und Jridustriell«, um den staatlichen Steuern zu entgeh« und, um sich geg« den Sturz der Matt zu sichern und EntichädipungSzahlunae» m vermeiden, alle ihre Fonds, Titel und Werte, über die sie verfüg« konnten, in das Ausland gebracht haben. So sind aus Deutschland alle feine beweglichen Äavüali« herausgetcha-ft ward«, am Abend vor dem Tage, an dem es mit der Ausführung des Verfaill-r Vertrages beginne« mußte DeutfchlandS Fehler also ist es, wenn es hen ber* dänonisbollen Stur, seiner Debis« bat vor sich geben 'eben. In logischer und wirklicher Folge dieser Dinge batte also der EntschädiauiiqsauSschuß bereits mehrere Mole Gelegenheit gehabt, zu Deutschland zu sagen- Dir hast gegen deine elementaren ^V-rbflichluna« ver- I 'toßen, und wir werden ben vcttündeten Regierungen Vorschlägen, gegen dich gemeinsame Maßnahmen zu trgrei- fcn. Aber obschon die Verfehlung« Deutschlands offen* .ichllich und wiederholt war«, ist man feit dem Avril 1921 niemals zu einer regelrecht« Feststellung dieser Per* fehlungen geschritten. Der Buchstabe des Friedensvertta- ges ist vielleicht respefticrt worden, fein« Geist hat man ständig verkannt. So weit waren wir, als Deutschland sein neues Sttindungsverlangen formuliert hat. Ohne uns zu befragen, hat die britische Regierung öfsentfich crllärt. baß ts ben Anfchein habe, man müsse die Stun­dung bewilligen. Zu gleicher Zeit bat eine übrig«- sehr höflich gehaltene Not-- der britisch« Regierung baron erinnert, daß Frankreich der Schuldner England- sei und das Schicksal dieser Schuld zum großen Teil vo» f>en Entschlüssen abbänge. bie Amerika als Gläubi* I ger Englands seinem Schuldner g-genüber annehme. Wir waren sehr erstaunt, daß eine derartige Rcklamatio» uns gerade in dem Augenblick übermittelt wurde in bem Deutschland ankündigte, daß es nicht bezahl« werde und in dem England das deutsche Setriangen unter­stützte. Das Zusammentreffen wat zum wenigsten be­dauernswert. Poincare stellte dann der vom Entschädi­gungsausschuß festgesetzten Schuld Deutschlands die von den Verbündeten gegenseitig geschuldet« Summen gegen­über und sagte: Gibt es bm geringsten Vergleich, zwi- fchen dem, das Deutschland ben Verbündet« schuldet und den Schulden ber Verbündeten untereinander? Deutsch­land hat das von ihm angerichtete Nebel wieder gutzn- machen, und diese nötige Entschädigung muß vor ieder anderen Regelung ben Vorzug hab«. Wenn England sofort das Geld zurück haben wollte, für das wir bei ihm während deS Krieges gekauft hab« unb gleichzeitig bie Bezahlung der Entschädigung« verzögert, bann würde el uns zwingen, daß wir uns unsererseits an bie ver­bündeten Länder wend«, die unsere Schuldner sind.

London, 21. Aug. DieTimes" meldet Paris, ber Mittelpunkt des Interesses sei für Augenblick nach Berlin verlegt Word«, die Delegierten des Entschädtgungsansschusses ver­buchten. einen Mittelweg zu finden. Es fei jedoch wahrscheinlich, haß während der Abwesenheit Brad- bnryz und Maurlöres eine rege diplomatische Tätig- ftit entfaltet werde. Dem Berichterstatter zufolge wurden in Berlin folgende Ideen entwickelt werden:

Die tranzöflschen U-Boote und Flugzeuge.

« V c n ~ll°- Bezugnehmend auf dte ent btn f -Temps», ob nach britischer Ansicht

die franzöfifchen U-Boote geg« Großbri- 'amrien gebaut würden, schreibt .Dailp Chronicltt: ^vir haben keinerlei derartige Mutmatzunz«, aber es M an Frankreich und nicht an uns zu sagen, gegen »en diese U-Boote gebaut werden. Ne U Boote fiud Kdocb nur ein einziges Beispiel, zu dem wir noch dic Flugzeuge, baS Besatzungsheer und eine Volttik bin zurechnen tonnen, die auf die andauernde Rotwen- drgkeit der Rüstungen begründet i;t. Das Blatt ^ite&t: .Wir Wollen eine Po.'irik des eutopäischen Friedens und beS Wiederaufbaues, und für eine solche Joltür würden wir auch bereit sein zu zahlen, aber »eshald sollten wir, bebor Frankreich bereit ist, etwas ? tun, um uns in dieser Richiung zu unterftfitien, rote schuld erlassen, dte auch Frankreich bezahlen t«nme, wenn feine Politik weniger kost »viellg tväre$* I