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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

»end. B«l schwierigem Satz 57 XflSfÄ i Seite etnnebmenbe An- v* OÖ9*B»

Jlr. 104

1922

WW

Erstes Blatt

ganze Welt befriedigen, di- Wiederherstellung der vor-"wringe Erhöbuna enabren sollen. Insoweit Inlands.

hat

des

Be­

folgende gemeinsame Antwort der Verbündeten auf die deutsche Note vom 14. Juli mitgeteilt:

Hinsichtlich der Darzahlungcn, die von Deutsch­land auf Grund der Abschnitte 3 und 4 der wirt- sFaft'ichen Bestimmungen geschuldet werden, beab­sichtigen die verbündeten Regierungen, die Zahlung von 2 Millionen Pfund, die am 15. 8. geschuldet wurde», binnen 4 Wochen von diesem Tage an zu fordern. Von diesem Tage an beabsichtigen sie, das Abkommen vom 10. Juni 1921 zu kLndigen und Schritte zu tun, um einzeln mit der deut­schen Regierung Abmachungen über dir Regelung oller Saiden zu treffen, die ihnen aus Grund der wirtschaftlichen Bestimmungen geschuldet «erden. Diese Abmachungen sollen dem Entschädigungsaus- schuh zur EiiWerständniserklSrung unterbreitet werden.

Anmerkung des Wolfbüros: Aus der Rote er­gibt sich, daß auf dem Gebiete der Ausgleichs­zahlungen ufw. weitere Barzahlungen von der deutschen Regierung bis Mitte September nicht g«- fordert werden.

Varis, 18. Ang. Der englische Delegierte Entfchädigunqsausschuß, Sir Job» Bradb-ury, ter Havas-Agentur gegenüber erklärt, daß er zwar einiger Zeit den Wunsch geäußert heb«, fobafi)

MM MrchMW in Win.

Paris, 18. Aug. Der offizielle Bericht Entschädigungsausschuffes über den heutigen fchlutz hat folgenden Wortlaut:

im bo* Ng- bi-

Nach einem Meinungsaustausch über die Sach­lage find die Mitglieder des Entschädignngsaus« fchusies gestern zu einer Vollsitzung zusammen­getreten und haben Sir John Bradburq und MauelKre, den Vorfitzenden des Garanticaus- schusies, ersucht, fich nach Berlin zu begeben, um bei der deutschen Negierung besonders unentbehrliche Informationen einzuziehen.

Offiziös fugt Haoas hinzu, in Begleitung Sir John Bradburys und Mauclöre reisten der stell­vertretende Generalsekretär Bergery und der Finanzsachverständige Belkin. Die Abordnung wird fich nur einige Tage in- Berlin aufhalten und wahrscheinlich mit Finanzminister Dr. Hermes «nd Staatssekretär Bergmann Besprechung:« haben. Der Zweck dieses Verfahrens ist, die Ver­handlungen mit der deutschen Regierung zu be- ftsteunigen und dem Entschädigungsausschutz einen «instimmigen Beschluß betreffend die Antwort auf da- deutsche Stundungsgesuch zu ermöglichen.

Paris, 18. Aug. Nach demMatin" haben sich die Mitglieder des Entschädigungsausschuffes bei der Erörterung der Frage, ob man vor einer Entscheidung über die Stundung Vertreter.der deutschen Negierung hören soll, wie *etroa die Staatssekretäre Dr. Fischer oder Bergmann oder den Reichsfinanzminister,'daran erinnert, daß die Verhandlungen mit Dr. Hermes einen aus­gezeichneten Eindruck hinterlaffen hätten und daß «s ihnen durch ihn möglich gewesen sei, die Bedtn- jungen der ersten Stundung zu regeln.

Kein Rücktritt Bradburys.

Umstände es gestatteten, sein Amt anstugeben, da indessen . die englische Regierung diesen Zeitpunkt damals r.idv für opportun gehalten habe, sei er gewillt, den Posten 5'3 pim 30.11., vielleicht auch darüber hinaus, 6 e i $ u - behalten. Solange er das Vertrauen der englischen Regierung habe, könnten ihn Meinungsverschiedenheiten mit feinen Kollegen im Entschädiguugsausschaß zu keinem Ktor.-ltt bewegen.

Ter Atl-eigknvrer» beträgt fit den 9 geht Zeilenmillimeter L5O Mk, amtliche und ausm. vn,eigen 2.00 Ml. Andere Spaltenbreiten entirre-' | " '" ' ~ '

50/o Am'chlag. Soät etnlaurewoe oder den Raum übe; 1 . _____ ________.______ ....

zeigen werden nach bet leittoaltenbielte berechnet. Reklamen die Lol^Zeile 15.00 Lit. Jever Rabatt eilt als Barradatt. Set Auskunft durch die Deschästsstelle und Vermittlung der Angebote 3 Ml. Sonbetgebübt.

Vor Mitt« nächster Woche keine Entscheidung.

Paris, 18. Aug. Haoas meldet: Die Be­vollmächtigten des Entschädigungsausschuffes hiel­ten gestern Nachmittag eine halbamtliche Zusam­menkunft ab, um die Prüfung der auf den deutschen Stund'.ingsantrag zu erteilenden Antwort zu be­ginnen. Ohne dem Problem auf den Grund zu gefen, fahren sie verschiedene grundsätzliche Ent­schließungen, allerdings nur bedingungsweise. Es iit nicht damit zu rechnen, daff die endgültig« Ent­scheidung vor Mitte nächster Woche fallen wird.

Mißerfolg Frankreichs in Amerika.

Paris, 18. Aug. Aus Washington wird ge­meldet, datz der französische Unterhändler in der Fiage der Kriegsschulden bei Amerika, Parmentier, cm nächsten Mittwoch Newyork verlassen wird. Er hat Schatzfekretär Mellin gegenüber sein Be­dauern darüber ausgesprochen, datz er bei den Ver­handlungen über die Fundierung der französischen Schuld nichts habe erreichen können. In England und Frankreich habe sich allmählich die Ueberzeugung festgesetzt, datz zuerst England sich mit den Vereinigten Staaten über die Schuldfrage verständigen und erst dann Frankreich und Italien ihrerseits Abmachungen treffen wollten.

Ohne Deutschland und Amerika keine neu« Konferenz?

London, 18. Aug. Der Pariser Bericht­erstatter derTimes" schreibt über die angestreng­ten Bemühungen, die unternommen werden, um den Entschädigungsausschutz in den Stand zu setzen, einen Weg aus dem Entschädigungsdurcheinander zu finden. Man sei ernstlich auf der Suche nach einem Kompromiß. Es bestehe nicht der Wunsch, Stimm- gegen Stimme abzuwägen. Ein­stimmigkeit tue von neuem not. Die Unterredun- Ien zwischen Dubois und Bradbury Netzen auf die Möglichkeit schlietzen, datz «in Einvernehmen erzielt «erde, obgleich nicht bekannt sei, wieweit Dubois die Ansichten Poincar^s zum Ausdruck bringe. Tie Lage scheine keineswegs so hoffnungslos, wie noch 'vor 24 Stunden. An einer etwaigen neuen Kon- kerenz müßten auch die beiden Länder teilnehmen.

rte »Oberhesttzche Zeitun ericbeiitt letbsntal wöchentlich. Bezugspreis menatlidi 32 Mk. Für ausfallenbe Nummern infolge Streiks ooer elementarer Steigniite kein Ersatz. Verlag von Dr. C.Hitzerotd. Ttutf bet UniD.«SBu<bbreteret von Sob. Aug. Koch, Markt 21.2$. Rerniptetbcr 55, Postscheckkonto: Jlr. 5015 Amt Frantturt a. Main.

wüsteten Gebiete und die Erholung der Besiegten g?« währleisten. DieLauterne" führt aus, Loucheur und Rathenau hätten sich in Wiesbaden verständigt, Be- melmans und Bergmann über die Sachliefetttnge't für Belgien in Baden-Baden geeinigt. Warum sollte man also im weiteren Verfolge dieser fr>ee es nicht fertig bringen, eine Geschästöpolitik zwischen Frankreich und Deutschland in die Wege zu leiten? Es heiße, daß dies die "Ansicht von Stinnes sei. DasDesthre" schreibt: Die Instruktionen, die die englische Regierung ihrem Vertreter gegeben hat, läßt keine Hoffnung mehr zu, daß wir solidarisch mit den Engländern handelt, können. Es bleibt uns a'so keine Wahl. Wir müssen versirchen, uns direkt mit Deutschland zu verständigen. ,_>

Sie MÄibzzMmil.

Zahlung binnen 4 Wochen, dann Einzel- abmachnngen.

Berlin, 18. Aug. Die britische Negierung der deutschen Botschaft in London am 17. Aug.

Wni ml die AkitzMiMW

Die weitere« Verhandlungen in Berlin.

München, 18. Aug. (Amtlich.) Die Rach, richt, datz der baerische Ministerpräsident Gras Lerchenfeld es abgelehnt habe, fich neuerdings a» den Verhandlungen mit Berlin zu beteiligen» ist unrichtig. Die weiteren Besprechungen mit der Reichsregierung werden zunächst durch die zustän­digen Reffortminifter geführt. Eine unmittelbar« Beteiligung des Ministerpräsidenten an diesen Be­ratungen kommt zunächst ebensowenig in Betracht wie die Beteiligung des Reichspräsidenten, der übrigens zurzeit von Berlin abwesend ist.

Wie verlautet, reisen die Minister Dr. Gürt- net und Dr. Schweyer heute Abend nach Berlin.

B e r I i n, 18. Aug. Der bayerische Gesandte v. P r e * ijer hat sich in einer Unterredung, die er heute einem! Mitarbeiter derD. A. Z." gewährte, u a. wie folgt .geäußert: Es ist in den Koalitionsverhandlungen zwischen ollen Parteien gelungen, sich aus einer gemeinsamen Basis zu einigen. Danach soll zunächst noch eine Anzahl von tf fragen in Berlin gestellt werden. ES ist za hoffen, daß die Reichsregierung in der Lage sein wird, diese Rückfragen in einer Weise zu beantworten, die el den Koalitionsparteien möglich macht, auf den Boden des Uebereinkommens zu treten. Es besteht jedenfalls noch kein Grund, von einer endgültigen Ablehnung bei Uebereinkommens durch die baverischen AoalitionSvar» teien zu sprechen. Wenn die Aufhebung der baverischen Notverordnung bis zum 18.8. auch nicht erfolgen konnte, so ist doch daraus nicht zu folgern, daß. die bayerisch« ,Regierung die Aufhebung dieser Verordnung, die voll vornherein nur zeitweilig berechnet war. überbauvt abgelehnt hat. Die zu pflegenden weiteren Verhand­lungen würden za einer endgültigen Verständigung führen.

Einigkeit das Gebot der Stunde.

München, 18 Ang Zu den auftretenden Meinun­gen über eine Neuwahl des bayerische» Landtages und den geforderten Rücktritt des balierifchen Ministerpräsi­dent schreibt General d.Jnf. a. D. v.Hurt: Wah­len uuo Ministerstürze jetzt aus inuerpolitischen Grün­den wird kein Ausläicker begreifen. Wahlen etwa unter der ParoleHie Monarchist, dort Republikaner!",Sie Föderalist. dort Unitarist!" oderHier Bayern, dort Reich" würden unserre schwache Kraft vollends zerfleische» und die Gegensätze im Volke unteilbar verschärfen und unS zu jedem Widerstand nach außen unfähig machen. Wer jetzt nicht dafür einstebt. daß aller innerer Zwist vertagt wird, bis die außenpolitische 2;xinnung beendet ist, der arbeitet Herrn Poiu.are in die Hände. Einigkeit ist das Gebot der Stunde, wie nie zuvor in unserer Geschickte. Verpassen wir auch die Gelegenheit zur Sammlung nach außen, so sind wir reif zum Unter- g an g, und die Wett wird sagen, dem deutschen Volke war nicht zu helfen. Es war das politisch un­fähigste unter den Völkern.

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InM 8rf«m mtz in Mmll«?

Paris, 18. Aug. Havas meldet aus Las Palmas: Neun Deutsche, die von Kap Iuby kamen, sind heute hier gelandet. Sie erklärten, sie seien ehemalige deutsche Soldaten, die in der Türkei von den Franzosen gefangen genommen worden seien. Sie seien in Algerien interniert gewesen, nach dem Innern Marokko» gebracht und von den Eingeborenen gefangen genommen worden, die sie an den spanischen Kommandanten des Postens von Iuby verkauft hätten. Sie er­klärten, datz sich noch weitere Deutsche in der Ge­fangenschaft derselben Stämme befänden.

MmIchZ M

Dien, 18. Bug. Der Ministerrat hat die Schritte des Bundeskanzlers zur möglichsten Beschleunigung der Verhandlung der österreichischen Frage vor dem Völker- bund gebilligt. Der Nationalrat wird erst zusammen- treten, wenn bte Entwickelung der mitteleuropäischen Frage konkrete Entschließungen der Regierung er­möglich».

Von Montag ab beträgt der Brotpreis in Wien 4190 Kronen,

Marburg

SßnnaW. Den 19. AuM

fErntiug.

Sie MüIAIliM.

Berlin, 18. Aug. Die Verhandlungen int Rcichssina»!'.Ministerium mit den Organisationen der Beamten, Arbeiter und Angestellten über die Er­höhungen der Dienstbezüge der Beamten und Ange­stellter. sind nach Ueberwindung nicht unerheblicher Schwierigkeiten heute Nachmittag zu Ende geführt worden. Das Ergebnis ist folgendes:

Es tritt eine Erhöhung der bisher zuständigen Gcsamtbezüge von rund 38 vom Hundert mit Wir­kung vom 1. August ab ein. Das Reicbskabiaett rteilte dem Verhandluugsergebnis seine Zustimmung. Die Auszahlung wird sofort vorbereitet und erfolg: alsbald, nachdem der Reichsrat und der ReickscagS- ausschuß ihre Zustimmung hier zu geben. Die Ver­handlungen über eine entsprechende höhere Festsetzung der Arbeiterlöhne werden morgen fortgesetzt.

Berlin, 18. Aug. Der wirtschaftspolitische Aus fchuß des vorläufigen Reickswirtichaflsrats hat in einer gemeinsam, n Sitzung mit dem .AusfuhrabgabeuauSfchust gestern zur Ausarbeitung von Vorschlägen für die durch Entwertung der Mark gebotene Wirtschafts-, Finanz- und Währungspolitik Geraten und einen Arbeitsausschuß ein­gesetzt. In der Nachmitlagssitzung der vereinigten Aus­schüsse haben sich die Vertreter des Reichswirt schuft Ministeriums und die des Auswärtigen Amtes für eine Erhöhung der Ausfuhrabgabe ausgesprochen. In der Erörterung erklärten sich die Vertreter der Ar­beitnehmer für Erhöhung unter bestimmten Sickerungen. Die Arbeitgebervertreter der Industrie, des Handels uns der Landwirtschaft erklärten sich gegen die Erhöhung der Slbgabe Die zuletzt genannten waren iedock mit einer Erhöhung für besonders tragMige Warengruppen einverstanden. Mit 13 gegen 11 Stimmen stimmte dm wirisckastspolttifche Ausschuß der Anpassung der Aus- fuhrabgahe an die veränderte Devisenlage zu. Mi' allen Stimmen bei einer Enthaltung wurde ergänzend beschlossen, daß diejenigen Erzeugnisse, die ganz überwie­gend ausländische Rohstoffe enthalten, keine oder nur

Dll5 Mot herSolen Fahne".

Berlin, 18. Ang. Zu dem Verbot derRote» Fahne" und die daran anknüvfenden Presseäußerungen wird, dem amtlichen preußischen Prefsedienst zufolge, amt- liSerseits folgende Stellung eingenommen:

Die Begründung des Verbots stützt sich auf zwei Tat- In tf.cn, einmal auf den Vorwurf, der der baverischen Regierung gemacht wurde, daß sie gegen das Reich Hoch­verrat begangen habe bezw. begehe. Nach dem Wortlaut des §3 des Reichsgesetzes zum Schutze der Remcklik hat die bayerische Regierung, wie jede andere Landes­regierung. ein unbedingtes Recht auf Schutz gegen der­artige Beschimpfungen. In politischer Beziehung ,st hierzu zu erwähnen, daß eine Verweigerung bitte» Schutzes durch die preußische Regierung nur schlecht oet- cinfcar mit dem Geist sein würde, in dem der Rercksvran- deut und die Reichsregierung zurzeit die Verhandlungen mit der bäuerischen Regierung pflegen. Das Verbot der Roten Fahne" ist in der selbstverständlichen Annahme erfolgt, daß auch die bayerische Regierung mit gleicher Loyalität Verbote gegen diejenigen bayerischen Pr-ß- organe erläßt, die die Reichsregierung und die preußische Regierung im Sinne des §5 des Schutzgesetzes beschimpfen. Insofern die Begründung des Verbots sich ferner auf die Besckimpfung der republikanischen Reichsregierung durch den Moskauer Ausruf stützt, kann auch sie irgendwelche kerechtigte. Anfechtung nach dem Haren Wortlaut und dem Sinn der eben angezogenen Gesetzesparagraphen nicht finden.

Wie die Pol. Pari. Nachr. hören, ist das Verbot bet Roten Fahne" im wesentlichen auf direkte Anregung der bayerischen Regierung zurückzuführen, die das preußische Ministerium des Innern auf die sie beleidigende Aeuße- rung hat Hinweisen lassen. Da unzweifelhaft eine Be­schimpfung einer Landesregierung vorlag, mußte nach denk Gesetz zum Schutze der Republik eingeschritten werden.

jfcen Blättern zufolge veranstalteten die Kommunisten heute acht Protestversammlungen gegen das Verbot bet Roten Fahne", die alle ruhig verliefen.

DerMiesbacher Anzeiger" ist von der bayerischen Regierung auf Grund der Verordnung vom 24. Juli au^ zehn Tage verboten worden, und zwar wegen des Ab» druckes eines Aufrufs, der zu Kundgebungen wegen bei angeblichen Umfalles der bayerischen Regierung in bei Konflikt mit dem Reiche aurforbert.

ZMMk» MWlM.

Teheran, 18. Aug. Aus Buchara wird gemeldet, daß Unabhängigkeit von Zentralasien erklärt worden ist. Die provisorische Regierung habe von der persischen Regierung die offizielle Anerkennung ihrer Unabhängigkeit nnb die Zulassung einer Gesandtschaft in Persien gefordert.

Die persischen RegierungStruppen haben einen großen Sieg über die von Sim!» besehligten Aufständischen erfochten. Die kurdischen Streitkräfte wurden ausein- andergesprenzi. Simko mürbe verwundet. Die Zahl der tzseiangeneu Utz ersteigt 200Q,

Die Reform der Strafgerichte.

Berlin. 19 Aug. Die Morgenblätter veröffentlichen Einzelheiten aus dem Entwurf eines Gesetzes zur Neu­ordnung der Strafgerichte, der bereits dem Reichsrat 'uzegangen ist. Mit RnSnadme der Reichsgerichtswch>'n sollen in Zukunft in allen Strafsachen in erster Instanz und in der Berufungsinstanz Laie n entscheiden oder milentscheiden. In der ersten Instanz entscheiden künf­tig Reine Schöife n - und große Schöffengerichte, und Schwurgerichte. Das Schöffengericht, besetzt mit einem Vorsitzenden Richter nnb zwei Laien, fiat im wesent­lichen die Zuständigkeit der bisfieriaen Schöfftngerichte. das große Schöffengericht (zwei Amtsrichter und drei ^ckösfen), die Zuständigkeit der bisherigen Straflammern. Dis Verfahren vor den beiden Arten von Schöffenge­richten ist das gleiche. ^Die Berufung gegen die Urteile der Schöffengerichte geht stets an die Strafkam­mer, die mit zwei beamteten Richtern und drei Schöf­fen, also ebenso wie das große Schöffengericht, besetzt ist. Dos Schwurgericht behält der Entwurf bei. Die Be- trugsdelifte werden ihm entzogen. Der Gesetzentwurf befaßt sich ferner mit dem Gerichtsverfassu,zgsgesetz und tzer Strafprozeßordnung. Der vermehrte Bedarf an Laienrichtern wird infolge der Heranziehung der Fra uen -um Scköffen- und Ge'chtoorenenamt gedeckt werben kön­nen. Der Entwurf des neuen Strafvrozeßbiiches wird noch innerhalb des laufenden Monats festgestellt werden.

die an diesen Nachkriegskonferenzen bisher nicht teilgenommen haben: Deutschland und Ame­rika. Deutschland, das ohne seine Schuld von diesen Konferenzen ausgefchloffen gewesen sei, müffe bei einer etwaigen Konferenz im Herbst gleich­berechtigt mit den übrigen Rationen teil­nehmen, denn Deutschland sei sicherlich ein« inter­essierte Partei bei einem wirklichen Versuch, eine umfaffende Lösung zu erzielen. Man hoffe, datz die Vereinigten Staaten es nicht ablehnen werden, auf dieser Konferenz vertreten zu sein, wo die Finan­zen der Welt ernstlich erörtert werden können. Ohne Deutschland und die Vereinigten Staaten mützte der Plan einer Zusammenkunft im Herbst fallen gelassen werden.

Deutsch-italienisch« Finanzberatungen.

London, 18. Aug.Daily Telegraph" mel­det aus Mailand, in politischen Kreisen in Rom werde mitgeteilt, datz der italienisch« Finanz­minister Paratore, der soeben in London ge­wesen sei, sich nächsten Monat in einer Sander- miffion nach Berlin begeben werde, um direkt gewiffe finanzielle Fragen zwischen der. deutschen und italienischen Regierung zu regeln.

LMMiMW Mmtlmgk«?

Paris, 18. Aug. Nachdem bereits seit einiger Zeit dieJcunwe Industrielle" auf die Notwendigkeit hiugewiesm hatte, die Entschädigungsfrag- mit Hilfe direkter deutsch-französischer Abmach­ungen auf wirtschaftlichem Gebiete zu regeln, wird dieses Thema heute von fast der gesamten Pacffer Morgeupreste ausgenommen. Die r^btsstefieucheLibre Parole" erklärt: Frankreich und Deutschland sind durch gemeinsame Interessen verbunden. Wir Halen Kohlen. Ihr habt Erze. In Kali te-len wir uns. Verbinden wir nufere Arbeit, nutz wir -könnew die

rofiüoffe den Weltmarttsviris erreichen ober überschreiten sollten, ist schleunige Uebervrüfung vorzunehmen. De Ausschuß befiält sich vor, bei wesentlicker Veränderung der Verhältnisse die Regierung aufzufordern, die eventuell erhöhte Ausfilknmbgab? wieder zu ermäßigen. S owe st gegen die erhöhten Abgabensätze begründete Einsprüche erfolgen, wird die Regierung gebeten, den Ausfchuß zu veranlassen. sich mit den Ausfuhrabgaben beschleunigst iu befallen.

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