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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marbmg.

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Anzeiger für (das früher knrhessischej Oberhessen

Mr. 193

Die .Oderheifilche Zettun, eridieint sechsmal-bentli». Bezugsoreis monatli* 32 Ml. Für ausfallende Nummern infolge Streits oder elementarer Gtetgniiie kein Triatz. Setlag oon Dr. L. Hisero td. Druck bet Univ.-BuckdruSetei von 2oh. Lug. Koch, Markt 21.23. Retnipretber 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Marburg Sreitog, den 18. Muguit

Eruitng.

Der ametaennieie beträgt fit ben 9 ge(p. Zeilenmillimeier 150 Mk, amtliche und ausw. Anzeigen 2.00 Mk. Andere Evaltendreiten entsprechend. Bei schwierigem Satz 50"/, Au'ichlag. Svät einlau'eude oder den Kaum übet ll, Seite einnehmende An­zeigen werden na« der Textivaltenbreite berechnet. Reklamen die Lol.-Zeiie 15 00 Ml. Seoet Rabatt gilt als Barradatt. Lei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung bet Angebote 3 Mk. Sondergebühr.

57. m 1922

Sie Btrotoeen Des 6nWi9uni5- teM*.

T Paris, 17. Aug. Dir Delegierten de) <?n > schädignngsausschiisses traten heute im Hotel Ästoc.a zusammen und hatten Besprechungen, um wenn mög­lich, zu einer Lösung zu kommen, di« die Intec ssen Frankreichs wahrt und zugleich für die anderen Ne­gierungen annehmbar ist. Eine amtliche Sitzung im eigentlichen Sinne fand nicht statt.

Poineare erteilte dem französischen Dertreter Dubois die klare Weisung, gegen eine Stundung zu stimmen. Dem britischen Vertreter Bradburrv wurden keinerlei Weisungen erteilt; er wird für die Stundung stimmen. Es besteht außerdem kein Zweifel, daß der italienische Delegierte ebenso wie der britische stimmen wird.

Paris, 17. Aug. Zu den Verhandlungen des Ertschädigungsausschusses teilt dasJournal d"s Debüts" mit, die Delegierten seien auf der Suche nach einer Einigungssormel. Im Augenblick scheine nicht die Berechnung der Stimmenzahl,, oie auf dieses vder jenes Projekt entfallen könne, sondern mehr die Möglichkeit einer Kompromisses die Hauptsorge zu sein. Seit gestern hätten die Delegierten unter­einander private Untetrebungtit gehabt. Tas Be- kanntwcrden der Entscheidung sei nicht vor zwei oder drei Tagen zu erwarten.

Rach der Entscheidung des Entschädigungs-

I ausschusses.....

Paris, 17. Aug. Havas verbreitet eine offiziöse Auslassung zu der Beratung des Entschädigungsaus­schusses über das deutsche Stundungsgesuch. Darin heißt es, die französische Regierung würde nur nach der Entscheidung des Entschädigungsansschusses han­deln. R« wenn diese nicht der Gerechtigkeit ent­spreche und wenn sie den Geist oder den Buchstaben des Versailler Vertrages verletze, namentlich, wenn sie sich weigere, die bestimmt vorhandenen Verfehlungen Deutschlands festzustellen, dann würde die französische Regierung zu ihrer Handlungsfreiheit zurückkehren und aus eigener Initiativ« in Deutschland die wirtschaftlichen und finanziellen Kon- trollmaßuahmen anwenden, die sie im Rahmen des Londoner Vorschlages für notwendig bezeichnet habe. Havas fügt hinzu, der Ministerrat habe nach seiner Kenntnis die Eventualität militärischer Maß- «chmen nicht geprüft. Es sei auch im Gegensatz zu einem, in Umlauf befindlichen Gerücht falsch, daß daran gedacht toorben sei, Marschall Fach und General Degouttr nach Rambouillet zu berufen.

Die deutschen Delegierten sollen gehört werden.

Paris, 17. Aug Neber den Verlauf des gestrigen Minisirrrates und die weiteren Folgen, die sich für die Behandlung der Stundungsfrage hieraus ergeben, schreibt Petit Pnrisien" offenbar beeinflußt: Von dem Ent- schadigungsansschuß erlange die Regierung vollkommene Handlungsfreiheit, Frankreich könne jetzt von den Ver­fehlungen Deutschlands sprechen Es weigere sich, eine Stundung ohne neue Pfänder zu bewilligen. Hierüber werde der Tntschädignng-ausschuß rnlscheidcn. Mangels einer vorherigen Verständigung könne aber die Ent- scheidirng das Vorgehen der Regierung in nichts beein­flussen. Die Verbündeten Vertreter müssen, bevor fb eine Entscheidung treffen, die deutschen Delegier­ten hören. Hieran ist vor Freitag oder Sonnabend nicht zu denken.

'* * \ si Der Rus nach Eegenmahregeln.

Karlsruhe, 17. Aug. Eine von rund 3000 Elsaß-Lothringer» besuchte Protestversammlung, die stch mit der Ausweisung von Deutschen aus Elsatz-Lothringen befaßt, richtete ein Telegramm an die Reichsregierung, in dem als Gegenmatzregsl die sofortige Ausweisung aller Fran­zosen aus Deutschland gefordert wird. Ebenso wie den aus dem Elsaß ausgewiesenen Deutschen dürfe ihnen nur gestattet werden, Handgepäck sowie den Geldwert von 10 000 «M für eine Familie und von 5000 dl für eine unverheiratete Person mitzu­nehmen. In einer zweiten Entschließung fordert die Bersammlur» das deutsche Volk zum unbeding­ten Boykott aller französischen Wa­ren auf.

Ein Franzose gegen Poiucare.

Bei einer Gedenkfeier für die im Krieg gefallenen ehemaligen Schüler des Pariser Gymnasiums Louis le Grand sollte Poineare die Gedenkrede halten, er­schien aber nicht. Tie deutsch-amerikanische ZetMGg »Lincoln Freie Presse" verössenuicht nach der »Hu- manite* einen Vries des Professors der Gcwerbelehrc an der Sorbonne Prenam an den Direktor des Gym rxtsmms, in dem er die Absage der Teilnahme an Per Feier wie folgt begründet:Tie Anwesenheit Poin- rare§ als Leiter der Zeremonie schlletzt die mei., ntge ans. Wenn ich den Mann sähe itnb, hörte, der mit ebenso vielen französischen wie ausländischen Mitschuldigen durch einen verbrecherischen Ehrgeiz den Krieg entfesselt und den Tod lo vieler Opfer, darunter auch den meines Sohnes

M?rn Wi die BminbmWii 06.

Ergänzungen nötig.

München, 17. Aug. In der heut« Nachmittag fortgesetzten Besprechung der Koalitionsparteien, an der sämtlich« Minister teilnahmen, wurde eine vollkommene Einigung darüber erreicht, daß die zwischen Berkin «nd München erzielten Verein­barungen in der bek^lossenen Form nicht an­genommen roeri .. könnten, sondern daß eine Reihe von Ergänzungen notwendig sei. Anschließend an diese Besprechung fand ein Mi- nisterrat statt, in dem zu dem Beschluß der Koa- litionsparteien Stellung genommen wurde. Der Ministerrat wird die hiernach notwendigen Dbritt« bei der Reichsregierung ungesäumt ein­leiten.

Ber lin, 17. Aug. Münckjener Meldungen zu­folge hat der Parteiausschuß 'bet Bayrischen Volks­partei eine Entschließung gefaßt, in der das Be­dauern ausgedrückt wird, daß durch das geringe

verursacht hat, wenn ich chn sähe und hörte, tote er abwechselnd mit erhobenem Hauvt die Erinnerung an Vie Gefallenen wachruft und angesichts der Trauer der Eltern ben Kopf hängen lätzt, würde mein Schmerz stch Wandeln, würde er stch in gerechter Entrüstung Luft machen. Die Anwesenheit Potncar^S auf einer solchen Feier, vor allen Dingen der Umstand, datz er fle leitet, ertoeint mir tote eine Herausforde­rung. Ich verstehe diese Antoesenheit nicht, toenr man ihn acbefeit und seine Periäntitttteit einer ond-r»- bescheidenen, aber würdigen vorgezogen hat Ich be- areife sic tooh(, wenn er sich selbst angeboten hat mit seinem gewohnheitsmäßigen eingefieischten Zynismus bedacht auf ben Nutzen, den et dabei findet, um Über feine Haltung und Über seine Verantwortung hinwegzntäuschen."

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6m nm« smzMn Mn?

r* Berlin, 17. Aug. Es sickern bestimmte Informationen durch, die einen Schluß auf die weiteren französischen Absichten zulassen. Danach sieht man in französischen politischen und wirtschaft­lichen Kreisen die von PoincarS vorgelegten For­derungen der sogenanntenproduktiven Pfänder" als grundlegend dafür an, daß mit ihrer Zuhilfe­nahme die Voraussetzungen für eine internationale Anleihe geschaffen werden können. Frankreich verlangt in diesen Forderungen bekanntlich vor­nehmlich die Beschlagname deutschen Staatsbesitzes, namentlich in Gestalt der staatlichen Bergwerke und Forsten, und es macht geltend, daß ein der­artiger Besitz die Unterlagen für die geplanten Kreditoperationen geben könnte. Was wir bisher über diese Forderungen gehört haben, würde in- desien nichts anderes bedeuten, als das Eindringen Frankreichs in deutschen Staatsbesitz mit dem nur schlecht verhüllten Ziel der späteren v L l li g e n wirtschaftlichen und politischen Besitzergreifung jener Unternehmungen und der Gebiete, in denen ste sich befinden. London will anscheinend noch Garantien gegenüber dem außerordentlichen Machtznwachs der französischen Wirtschaft und Po­litik. klnd so hängt es ganz von dem Ausgang des Interesienkamvfes zwischen London und Paris ab, ob der französisch« Plan derproduktiven Pfänder" in die Erscheinung tritt. Es hat aber bett Anschein, als wenn tatsächlich ein bestimmter französischer Man vorhanden ist, der nach gewißen Aenderungen auch von maßgebender englischer Seite für durch­führbar gehalten wird. Aus dieser Tatsache läßt es sich auch erklären, daß von London her mitgeteilt wird, daß nach britischer Ansicht Deutschland die Lage nicht tragisch aufzufasien brauche.

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MWN!M in dn MWcht Mnm.

Paris, 17. Aug. WieSlowanski Wychod" meldet, wurden am 11. August von der Grenzwach« in Hidasnemeti zwei verdächtige Leute bei dem Versuch, die Grenze ebne Reisepässe zu überschreiten, verhaftet. Auf der Kaschauer Polizeidiwftion gaben die Ver­hafteten an, die 19 Jahre alten Leo Fischer und Bank­beamter Hans Schußt zu sein, daß sie Mitglieder der Organisation C., Ortsgruppe Hamburg, wären und vor der Verfolgung der Hamburger Polizei nach Un­garn flüchten wollen. Schußt gab zu, daß er von dem Anschlag auf Rathenau Kenntnis hatte. Die Ver­hafteten werden bis zur Entscheidung des Ministeriums des Acußeren in Gewahrsam kommen.

Innsbruck, 17. Aug. Wie dieInnsbrucker Nachrichten melden, ist der Fabrikant Küchen­meister, der Ei de Juli in Oeltz wegen der Stellung eines Autos zur Ci jung Rathenans verhaftet wurde, in diesen Tage.: vom BezirEgericht Silj dem Landgericht Innsbruck überwiese» roykto. . "

Maß von Entgegenkommen der Reichsregierung die Vereinbarung vom 11. August nicht alle« ent­halte, was zur Wahrung der staatlichen Selbstän­digkeit und der Hoheitsrechte Bayerns verlangt werden müße. Ferner wird die Hoffnung aus­gedrückt, daß es gelinge, die noch bestehenden Be­denken zu beseitigen. Bis dahin aber muffe die Verordnung der bayrischen Staatsregierung vom 24. Juli in Kraft b!«iben, um den Kamp um di« baldige Aufhebung der Schutzgesetze und die Sicherung sowie Erweiterung ber bayrischen Hoheitsrechte fortsetzen.

Neue Verhandlungen in Berlin.

Berlin, 18. Aug. Die Morgenblätter be­richten aus München, daß Graf Lerchenfeld es a 6 =' gelehnt haben soll, zum zweiten Make als Unterhändler nach Berlin zu gehen. So wird dies­mal eine aus anderen Regierunqsvertretern zu­sammengesetzte Kommission nach Berlin fahren, die ganz bestimmte Weisungen hat. Wie dieDeutsche Allg. Ztg." misten will, reift diese Kommission be­reits heute nach Berlin ab.

Gleiwitz, 17. Aug. DerVolksbote" meldet polnische Urberg risse an ber deutsch-pol­nischen oberschlesischen Grenze. Ein Einwohner aus Larisckchof bei Tarnowitz. ber einen Teil seiner Felder auf polnischem Gebiet liegen hat, wurde bei der Erntc- arbett von polnischen Polizisten verhallet und unter allorsckwersten Mißhandlungen nach Tarnomitz gebracht. Es gelang schließlich der Vermittelung der d Nischen Schutzpoliz-i, die Entlassung des Festgc- nommenen zu erreichen, der infolge der erlittenen Mißhandlungen schwer daniederliegt.

Geüeru fand eine Truppenbesichtigung in Gleiwitz und Umgebung durch ben Ches ber Heeres­leitung General der Infanterie v. Seeckt statt. Die Anwesenheit des G-nerals wird auch mit der Frage der endgültigen Trnppenvertellung in Oberschlefien in Ver­bindung gebracht.

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Die Walk- imh WnerWnWN.

Berlin, 17. Aug. Der Ueberwachungsausschaß des Reichstages ist auf den 21. August einberusen worben, um sich mit den Besoldungen der Reichs- beomten und den Zuschlägen anläßlich ber Teuerung zu beschäftigen. Zn dem selben Zweck ist der Reichscat zum 19. August berufen.

Die Beamtenverbände der gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen haben sich für die für August aufzustellenden Forderungen ben Blättern zufolge aus ein einheitliches Programm geeinigt. nach b:m Beaw.e, Angestellte und Arbeiter prozentual gleiche Erhöhungen erhalten sollen. Die Forderungen bewegen sich zwischen 4000 und 5000 Mark Monatszulage.

Rach demVorwärts" hat Reichsmirtschafts- minifttr Schmidt Vertreter der gewerkschaftlichen Spitzenorganisationeu am Mittwoch zu einer A:is- fvrache über die Wirtschaftslage zusammengerufen. Die Vertreter wiesen u. a. auf die große Beunruhigung innerhalb der Arbeiterschaft hin, die, wenn nicht alles getan werde, unt der wetteren Verelendung entgegen» (treten, wieder wie im vorigen Jahre zu Ausschrei­tungen führen könnte. Der ReichSwirtschastsmio.istec entwarf ein ausführliches Bild über die seutsche Wirtschaftslage und begrüßte die ükreitroiIHg!eit der Gewerkschaften, die Regierung in ben von -ho ge­planten Maßnahmen zu nnierstützen. Die Aussprache ergab in alle» Punkten volle Uebcrtinftimmung.

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Hamburger MerseemA.

Hamburg. 17. Aug. Du: Hamburger Uebcrsee- mochr hat heute ihren Anfang genommen mit der Er­öffnung verschiedener Ausstellungen. Der Reichspräsident "1 abends in Begleitung der Reichsminister (Sröner und Dr. Köster hier «»getroffen. Auf dem Bahn­steig hatten sich der Präsident des Senats, Bürger­meister Dr. Diestrl und Senator Strandes eingesunden Nach Beendigung der Empfangsfeierlichkeiten fuhr der Reichspräsident, von einer viel tausendköpfigen Menge durch freundliche Zurufe Herzlich bzgtüht. etil ben ädri­gen Herren nach dem Rathause. Dori begrüßt« Bür­germeister Dk. Diestel ben Reichspräsidenten und die Neichsmunster eit einer Ansprache. Während des Empfangs im Rathaus« hatten sich auf dem Rathaus­markt Taufend« eingefunben, die ben Reichspräsidenten jeben wollten. Der Reichspräsident trat auf ben Balkon and wurde mit stürmischen Hochrufen begrüßt. Er dankte für die herzlich« Begrüßung und rührte in einer kurzen Ansprache aus, daß er in dieser Sunbgebung die Bereit« Willigkeit erblicke, rniiznarbeiten an dem Werk bet Wie­dererstarkung unseres Vaterlandes. Hiernach wurden de« Reichsprischenien eine Anzahl Hamburger Herten und Mitglieder des Koufularkorps vorgestellt.

Zum Verbot ber Knegeroerelurvertammtlluoes

wird uns geschrieben:

In ber Nummer vom 24. Juli 1922 derObeichefs. Zeitung" hoben wir unter ber AufschriftZum Verfamm- lungsverbot, gegen die Kriegervereine" fine Zusammen­stellung der erlassenen Bestimmungen gebracht. Inzwi­schen sind neue Verordnungen über gewisse Erleicht-mn- aen. dazu verschiedene amtliche Erläuterungen der ganzen Frage herausgekommen, die für die betroffenen Vereine und deren Mitglieder von größter Bedeutung sind. Da ein sehr lebhaftes-Interesse an der Kenntnis dieser Be­kanntmachungen besteht und, nnc die Erfahrung lehrt, mancherlei Unklarheiten und Zweifel wallen, ist es drjn- gend geboten, die erforderlichen Zuiätze zu bringen, damit jedermann, ben es angeht, sich genau über bie Lage unter« richten kann.

Der Vor staub bes Preuß'schcn Lanbes- kriegerverbonbes ist am 28. Jul, 1922 nochmals an das Preußische Ministerium b-s Innern herangetreten und hat von Neuem oie Bitw gestellt, die Feiern und Versammlungen der Krieqerverbände,nd Kriegervereiue zu gestatten. Er stützt sich hierbei auf die zahlreichen Gesuche der Verbände und Vereine, bte darüber vorstellig geworden sind, eine Aufhebung oder Milderung der Velbite herbeizusühren. Auch konnte daraus Bezug genommen werden, daß die Staatsmini­sterien Mecklenburgs und Oldenburgs, von der ihnen zugestandenen Erlaubnis in der Verfügung des Reiches Gebrauch machend, den Kriegerverbänden und Krieger- vereinen Verbandsfeste. Stiftungsfeste, Kinderfeste, Tanz« 'Vergnügungen, V^sammlungen und Setzungen wieder erlaubt haben Dt Vorswnb des Breußischen Landes- knegerbundes hat dabei Bezug daraus genommen, baß in allen Kriegervereinskreisen lebhafte Erregung über bi« ungerechte Kneb-lung der Bersammlungsfrei^it bei ^riegeröereine herrscht, namentlich auch über die Kenn­zeichnung als staatsfeindliche reaktionäre EiilNchtungen. Davon kann gar keine Rehe sein, vielmehr sind die Kriegervereine durchaus unpolitisch und varteilos Sie stehen lediglich aus dem Boden ber Kameradschaftsvfleze und der Wohlfahrtsförderiing. Der Vorsianb führt« weiterhin folgendes aus:Durch die Maßregeln gegen bte Krieaervereinsorganisationen wird ein namhafter Teil ''es deuifchen Volkes vor den Kovf gestoßen und erbittert. Das trifft gerade b t e Elemente, die aus dem Boden der Verfassung stehen, volltifch und religiös völlig neu­tral sind, zielbewnßt am Ausgleich dec Klassengegensätze und an dem Wiederaufbau unieres Vaterlandes arbeiten and sich im großen Umfange Wohltötigkeitsausgaben für unsere alten Soldaten und beten Hinterbliebenen wd- men. Die Maßregeln erzeugen daher das direkte Ge­genteil von dem, was jede deutsche Regierung im In­teresse des Vaterlandes erstreben wird. Wir bitten nochmals dringend, bie Maßnahmen aufzuheben unb die öffentlichen Versammlungen und Feiern des dem Preu- hischen Landeskriegervetbandes bezw. der dem deutschen Reichskriegerbund Kvffbäuser ongehorenden Kcicgerver- eine wieder zu gestatten."

Als Antwort auf diese gewiß berechtigte unb be­gründete Eingabe hat das Preußische Ministerium des Innern am 4. August als Ergänzung seiner letzten Verfügung vom 15. Juli folgendes bestimmt: Bemerkt wird hierzu, daß bereits am 15. Juli gestattet worden ist, ^Dorstandssitzungen, Vertretcrfitzungen und satzunas- mäßige Tagungen abzuhalten, sofern sie nur Mitglie­dern zugänglich sind, zur Erörterung wirtschaftliche» und geschäftlicher Angelegenheiten dienen unb in ge­ht; (offenen Räumen abgehalten werden. Die Ergän­zung vom 4. August hat folgenden amtlichen Wortlaut:

1. Solche Vereinigungen von Anoehör^gen ehemalige, Truppenteile, die, wie der Bund Deutscher MilitStau- Wärter, der Rcichsbund der KriegsbeichL-'gten, der Bund ehemaliger Kriegsgefangener, nicht wesentlich aus dem Grundsätze der Traditions- unb Kämetadschaitspsleqe be­rufen, sondern in ber Hauptsache die Förderung bei wirtschaftlichen unb sozialen Belange ihrer Mitglieder bezwecken, werden vom Verbote ausgenommen.

2. Nur ben Mitgliedern zugängliche Veranstaltungen rein gesellschaftlicher Nrt der Vereinigung von Angehörigen ehemaliger Truppenteile gelten nicht als Versammlungen im Sinne des Verbots, sofern sie in gedeckten Räumen stattfinden.

. 3. Die geschlossene Teilnahme ber Mitglieder solcher Vereinigungen an Feierlichkeiten anläßlich der Be­erdigung vpn Mitgliedern kann ben Ortspolizeibehörden zugelassen werden, wenn hierbei Waffen nicht mitgeführt, jchwar;-wciß-rote Ab­zeichen nicht gezeigt werden und auch sonst eine Gefähr­dung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ortznun» infolge ber Teilnahme der Bereinigung an der Beerdi-- gungsseier nicht zu besorgen ist."

Soweit die Ergänzung. Wir haben sie wortgetreu gebracht und enthalten uns jeglichen Zusatzes, jeglicher Kritik. Wir dürfen es aber begrüßen, daß wir durch diese Ergänzung unb die damit zusammenhängenden weiteren Einschränkungen des ursprünglichen Erlasses vom 15. Juli um einen Schrill vorwärts gekommen ffnb, nämlich dank der erfolgreichen Bemühungen des Bun­desvorstandes. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß mit der Zeit volle Beruhigung Platz greisen wirb und daß in abiehbarer Frist ein Abbau der Bestimmungen er- olgen kann, welche unser bewährtes, nur dem Vater­land dienendes deutsches Kriegervereinswesen in so harter Weise getroffen Hecken. Die Kameraden sehen dieser Zeit in Ruhe "unb mit Zuversicht, aber mit Bestimmtheit! entgegen. Zum Schluß sei einet sehr wesentlichen Sacke noch ausdrückliche Erwägung getan. Von Blättern und Personen, bie dem deutschen KriegerveteinSwesen feindlich gegenüber stehen» wird dir Nachricht »abreitet, daß