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OberhMsthe Zeitun

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allen, die unser Jdcas

unser Mahnruf!

Marttgaffe 18/20 und

Berliner Produktenmarkt.

S50 - 97$

2400 - 2500

erbien

Speijeerbf. kleinere 19502050

,Se sehen ja ganz erschrocken aus, liebe

Braut fuhr sich verwirrt über die

B3

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L Schein.

Zkolde!"

Die j

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Stirn. Sie hätte sich prügeln mögen für ihre Unge­schicklichkeit, die chm verriet, daß zwischen ihr und Elert nicht alles war, wie es sein sollte. Aber sie faßte sich rasch.

Ja, man hat es mir verschwiegen," sagte sie anscheinend ruhig,vermutlich, um mich nicht zu be­unruhigen. Elert ist immer so übertrieben rücksichts­voll gegen mich. Wissen sie nichts Nähert? Ist er schwer krankt

So viel ich aus den Bemerkungen einiger Herren entnehmen konnte, ist die Krisis bereits vorüber und es besteht keinerlich Gefahr mehr."

Gott sei Dank!"

,Sie werden nun vermutlich gleich nach Ottental

1620-1655 14401470 2125- 2250 1550-1700 1000

2700 - 2800

2700 -2800

Immer daran denken

muh die praktische Hausfrau, dah er zum Färben von Kleidern, Blusen, Gardinen usw., nichts Besseres gibt, als die weltberühmtenSeitweee'egerten", Marke »Anchskopf im Stern".

Welzen Roggen Sommergerste Wintergerste Hafer

Mais - Weizenmehl Roaaenmehl. Roggenllel«

Raps Rübsen Leinsaat Reis

2m Schatten.

Original-Roman von Erich Ebenstein.

(Nachdruck verboten.)

Urheberrecht 1921 durch Greiner & Co., Berlin W. 30.

20. Fortsetzung.

Elert krank? Wer sagt das?" fuhr sie jäh auf ttttb starrte ihn verstört an.

Man sprach heuute im Osfizierskasino davon, da er um Urlaubsverlängerung eingekommen ist. Ich glaube Lungenentzündung sagte jemand. Aber darüber x würden sie ja viel genauer unterrichtet sein als ich? Oder sollte man ihnen die Erkrankung ihres Bräuti­gams verheimlicht haben?" schloß er mit malitiösew

tzeblieben wäre. Das nehme ich ihnen begreiflicher­weise übel, weshalb es mir gar nicht einfällt, jetzt nach Ottental zu fahren."

Wieder kräuselte das malitiöse Lächeln Heitzmanns Lippen.

Warum sind sie nicht lieber ganz ehrlich, Isolde gegen ihren alten Jugendfreund? Sie gehen doch auch darum nicht nach Ottental, weil re längst eingesehen haben, daß dieser gute Elert kein Mann für sie ist und sie nie glücklich machen würbe!"

Isolde fuhr zurück wie von einer Natter gebissen. 5Ser lagt ihnen dies? Wie kommen sie überhaupt auf dies: verrückte Idee? Elert . . ."

Oh, ich sage ja nichts gegen ihn. Er ist ein hübscher Bursche, ein tüchtiger Offizier und auch ein tadelloser Charakter. Nur genügt dies alles leider nicht, um eine Fran wie sie auf die Dauer zu k>e- iriedigen. Denn er ist doch nebenbei auch ein schreck­licher Pedant, halsstarrig und temperamentlos. Sonst hätten ihn doch zehn Pferde nicht aus ihrer Nähe gebracht."

Seine kalten Hellen Augen füllten sich plötzlich mit sprühenden Flammen, die dämonisch in die ihren züngelten. Und während sie keines Wortes mächtig, schweratmend am Türpfosten lehnte, trat er dicht an sie heran.

Mißverstehen sie mich nicht, Isolde. Ich spreche nicht mehr für eigene Rechnung, wie einst. Sie selbst haben mein Herz auf' andere Wege gewiesen ... es hat verlernt zu betteln, seit es erkannte, daß ein Mann nur fordern darf. Was ich ihnen jetzt sage, spricht nicht nur der Jugendfreund, der sie besser kennt, als sie sich selbst: Verwechseln sie nicht schwächliche Sen­timentalität mit Liebe! Beugen sie sich nicht aus mißverstandenen Ehrbegriffen der Mittelmäßigkeit, wo ihre ganze Natur zum Herrschen, zum heißen Lebens- venuß und beständigem Kampf drängt. Nur wer diese Anlagen in ihnen zur Entfaltung bringt, wird sie dauernd beglücken^ auch Wenn er keine (Sput der

die treue Tote beweinen und wollen verwirklichen helfen!

Flieger-Gedenkstätte sei

Sammellisten liegen aus:

1. Im Bankhaus L. Pfeiffer,

Zweites Blatt

Geschlechlsleiden.

W Ohne Quecksilber, ohne BerussstSrun-,.

Aufkl. Brosch. Rr. 70 geg. Einsend, von M14. diskr.verschl.

Spez.-Arzt Dr. med. Hollaender's

Frankfurt a. M., Betbmannstrohe 56. 8886

Täglich 111, 57 Uhr, Sonntag 1011 Uhr.

Bon unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.

Der deutsche Devisenmarkt ist wieder ganz in Ab­hängigkeit von der Newyorker Börse geraten. Dort wird der Markkurs in der Hauptsache bestimmt, und jc nach dem man in Newyork die wirtschaftlichen Aus­sichten Deutschlands bester oder schlechter beurteilt, steigt oder fällt die Mark. Diese Abhängigkeit führt angesichts der Unsicherheit der außenpolitischen Lage, die wiederum die Newyorker Stimmung ftarf beein­flußt, zu ziemlich heftigen Schwankungen der Ber­liner Devisenkurse. Für den Amerikaner macht es nicht allzu viel aus, ob die Mark beute 0,15, morgen 0,13 notiert, aber für die dentsche Wirtschaft ergibt das Rückwirkungen von erheblicher Bedeutung. Nehm der anßenpolttischen Lage ist besonders die Gestaltung unserer Handelsbilanz für unsere heimische Wirt­schaftslage und für die Beurteilung unserer Aussich­ten durch das Ausland maßgebend. Hier gibt die Markentwertung unserem Ausfuhchandel zwar zu­nächst einen neuen Borspning. Aber mit Riesen­schritten paffen sich auch die Gestehungskosten unserer Produktion den neuen hohen Weltinarttpreisen an. Die Statistik unserer Großbandelspreise zeigt z. B.. daß trotz der rapiden Devisenverteuerung die Er­höhung der Preise unserer Jnlandserzeugnisse kaum erheblich hinter der der Einfuhrwaren zurücküleibt. Tie geplante Heraufsetzung der Ausfuhrabgaben. die nach den Wünschen mancher Kreise sogar zu einer mechanischen Verdoppelung der jetzigen Abgabentarife führen soll, stößt daher bet Industrie und Handel aus entschiedenen Widerspruch. Eine solche, unsere Aus- suvr schwer belastende Maßnahme, mutz gegenwärtig umsomehr Bedenken Hervorrufen, als wir nicht wiffen, welche neuen Erschwerungen und Hiudcrniffe die Lon­doner Verhandlungen für unseren Außenhandel mit sich bringen werden. Denn darüber mutz man sich klar fein: wenn, wie zu erwarten ist, der englisch- französische Konflikt mit einem Kompromiß endet, so wird man sich über nichts so leicht einigen, wie über neue BelasNingen und Schikanen für den deut­sche» Außenhandel: denn in diesem Punkte trifft sich das englische Handelsinteresse Mt dem französi­schen Vernichtungswillen.

Noch immer macht sich die Geldnot auf allen Gebieten erheblich fühlbar, trotzdem die Notenpreffe in letzter Zett wieder fieberhaft arbeitet und die Ver- mebrung der deutschen Zahlungsmittsl jeden bisheri­gen deutschen Rekord hinter sich läßt. Man mutz auch damit rechnen, daß,-sobald wieder etwas mehr Kapital der Esfeklenbörse znfließt, die Unternehmungen ihrer­seits schleunigst dazu übergehen Werden, ihren eigenen Geldbedarf durch Neuausgabe von Aktien und Obli­gationen zu decken. Rur notgedrungen ist der in­dustrielle Kapitalbedarf so stark zurückgehalten wor­den. Sobald wieder die Möglichkeit gegeben erscheint, dürfte sich eine neue Welle von Kapitalserhöhungen über die Effektenbörsen ergtetzen. Das müßte dann sehr bald wieder kursdrückend wirken. Nur ein sehr günstiger Verlauf der Londoner Verhandlungen könnte vielleicht eine ganz nerie Lage schaffen Trifft aber dieser unerwartete Glücksfall nicht ein, so wird sich wahrscheinlich ailch die neue Jndustrieakttenhausfe, die ia auch diesmal nur eine Katastrophenhausse ist, in ziemlich engen Grenzen bewegen. Die Kapital,wt legt der Industrie, und mit ihr auch der Effektenbörse Fesseln an, die so leicht nicht zu sprengen find!

Lupinen blaue gelbe

Seradella alt«

- neue Trockenscknitzel Runkelrüben Möhren, rot« gelbe Mohn Torfmelaff« Wiesenheu, lose Kleeheu Stroh drahtaepreßt gebündelt

Ottentoler Korrektheit in sich hätte, ja selbst wenn er jenseits von gut und böse stände!"

Ohne eine Antwort abzuwarten, ließ er sie stehen und setzte seinen Weg nach dem Spielzimmer fort.

Isolde starrte chm traumverloren nach.

Wie er sie kannte! Wie gut er sie kannte. Ja, das war es: Herrschaft, genießen, kämpftn! Und das konnte ihr Elert nie geben . . nie . . . ! Er aber war solch ein Mann ... wie Schuppen war es ihr plötzlich von den Augen gefallen, während er sprach.

Aber dann . . .

Sie fuhr zusammen uni> strich sich erwachend über >ie Schläfen. Wie hatte er gesagt? Ich spreche nicht mehr für eigene Rechnung. «Sie selbst haben mein Herz auf andere Wege gewiesen."

Den Weg zu Brigitte .. . dachte sie zorn- bebend und lachte dann hart auf. Dieses Leine Gäns­chen und er; der Herrenmenschjenseits von gut und böse!" Mußte das unwiderrnslich sein?

Als sie in den Salon zurückkehrte trat ihr Sennor Perez entgegen. Zerstreut reichte sie ihm die Hand.

Oh, schon zurück von ihrer 9?eife?"

.,Ja, seit heute Morgen. Meine Mutter ist glück­lich angekommen, wir waren vier Tage in Frankfurt und sechs in München. Dazwischen wurde noch ein Abstecher nach Dressen gemacht. Mutter ist ent­zückt von Europa und schwelgt förmlich in Kindheit,?- erinnerungen. Sie wissen doch, daß sie eine Deutsche ist, Fräulein Oppachs

»Ja, sie sagten es mir einmal. Aber warum brachten sie chre Mutter nicht mit, heute?"

Weil sie noch zu angegriffen von der Reis? ist unb sich erst ein paar Tage ausruhen möchte. Al>er

bat mich, Fräulein Eckardt so bald als möglich z» ihr zu bringen, öertn sie sehnt sich sehr nach ihr."

Meine Kusine ist noch nicht zurück und denkt iydi, o viel ich merke, noch lange nicht an Heimkehr. Es gefällt ihr sehr gut bei chrer Freundin."

Ter junge Wexikaner machte ein entlauf/teS Gesicht. ~ '-

MAl'MM.

Set englisch-französische Gegensatz auf der Londoner Jtesfetenj. Auf dem Wege zu einem Kompromiß.

I.

Die Londoner Konferenz ist in ihrem SBerlau: ,6is jetzt (Freitag) noch nicht so weit zu übersehen, daß in abschließendes Urteil möglich wäre. Die ersten Verhandlungstage boten das gewohnte Bild eines tiefen Gegensatzes zwischen der französischen und der englischen Auffassung. Zn der Frage der deutschen Entschädigungslast ist der Unterschied zwischen der englischen und der französischen Auf­fassung der alte geblieben. England sieht die Znteresien seiner eigenen Wirtschaft so lange be­droht, wie in Deutschland die gegenwärtige Ent­wicklung fortschreitet. Die Entwertung der deut­schen Mark spiegelt sich für England in dem billige­ren deutschen Wettbewerb auf dem Weltmarkt und im Zusammenhänge damit in der wachsenden Be­schäftigungslosigkeit der englischen Industrie und der Ueberschwsmmung Englands mit Arbeitslosen wieder. Lloyd George hat bei seiner Auseinander­setzung mit dem französischen Ministerpräsidenten auf diesen wunden Punkt des englischen Wirt­schaftslebens hingewiesen. Er hob hervor, Eng­land leide nicht minder unter den Nachkriegsfolgen als Frankreich. Wenn die französische Regierung in dem zerstörten Kriegsgebiet für Millionen von mittellosen Einwohnern sorgen müsse, so habe Eng­land nicht minder schwere Sorgen durch die wach­sende Zahl seiner Arbeitslosen. Auch im eigenen Lande spürt England den billigen deutschen Wett­bewerb. Aus diesen Gründen tritt England .nach f. wie vor für Mittel ein, die wirklich geeignet sind, __r dem Niedergang der deutschen Mark Einhalt zu tun. Es ist auch bereit, dafür Opfer zu bringen. Tie französische Politik aber schwankt immer noch wie ftüher zwischen der Eier nach dem deutschen Gelde und dem Drange ihres Vernichtungswillens. -And wenn Frankreich einmal Zugeständnisse macht, ^die eine Erleichterung für Deutschland bedeuten, so lauert unmittelbar dahinter doch wieder die Ab­sicht, auch dieses Zugeständnis als Mittel zum Zweck der Vernichtung zu benutzen.

' II.

/ Der französische Ministerpräsident hat in Lon­don einen Vorschlag unterbreitet, der genau auf dieses Rezept paßt. Auch Frankreich kann sich der Einsicht nicht mehr verschließen, daß Deutschland im Augenblick vollkommen zahlungsunfähig ist, unb daß der Versuch, die bisherigen Eoldmark- Millionen monatlich von Deutschland zu erpressen, ; einer Operation gleichkäme, deren tödlicher Ver­lauf von vornherein feststeht. Deshalb verzichtet Frankreich augenblicklich auf eine solche Zahlung. Poincars hat sich in London bereit erklärt, für die Dauer von 6 Wochen die deutschen Barzahlungen abgesehen natürlich von den Ausgleichsleistun- gen zu stunden, aber auch hinter diesem Zuge­ständnis einer Gnadenfrist lauert wieder die Hab­sucht, die einen Erfolg selbst für diese kurze Dauer zunichte machen muß. Der französische Minister­präsident will in den 6 Wochen, in denen man auch seiner Ansicht nach Deutschland einmal eine Atem- pause gewähren mutz, sich durch sogenannte Pro- M du kt i v p n d er schadlos halten. Er will bru- M tale Eingriffe in deutsche Hoheitrechte und deut- ; fchen Staatsbesitz vornehmen. Selbst wenn die deutsche Stundungsfrist an sich einen Wundererfolg hatte den sie natürlich unter keinen Umständen s haben kann selbst dann würde der von Poincarö beabsichtigte Eingriff int staatlichen und wirtschaft-

PolitWe Tagesnarbrichten.

Entfernung von KaisersMnvbildern in Hannover. Der Magistrat von Hannover hat nach der Verfügung des Ministers des Innern unb des Finanzministers vom 21. Juli über die Entfernung monarchischer Ho­heitszeichen beschlossen, das Standbild des letzten Kaisers und das Wilhelm T. aus der Halle des neuen Rathauses entfernen zu lassen.

Die Verhaftung Fechenbachs. Zu der Meldung aus Halle, wonach der frühere Sekretär Kurt Eisners, Felix Fechenbach, verhaftet worden sei, erfahren dieMnirchener Neuesten Nachr." von zuständiger Seite, daß der Haftbefehl von der Staatsanwaltschaft Kaisers und das Wilhelms I. ans der Halle des neuen Verdcn^ts des Landesverrats erlassen worden ist.

Znm kommissarischen Polizeipräsidenten von Glei- witz ist Ingenieur Beck berufen worden. Beck gehört der Sozialdemokratischen Partei an.

Afföllersttatze 1.,

2. Im Bankhaus Baruch Strauß Barfüßerstraße und Elisabethstraße 4.

3. Im Bankhaus der Mitteldeutschen Creditbauk, Bahichofstraße.

Auch Heine Gaben helfen zur BerwirNichun» grostee Ziele. Die Sammlungen sind genehmigt für Preußen durch Erlasse. Staatskomniiffar, K. W. 9t» 1787 vom 31. Oktober 1921.

Otto Ae, Flugzeugführer.

iNein. Das würde Elert doch nur beunruhigen! Nebrigens will ich ihnen gestehen, daß ich mich mit feinen Eltern nicht besonders gut stehe. Es sind alt­modische Leute. Sie fanden es für Eletts Gesirnd- heit besser wenn er seinen Urlaub auf Ottental Jetten^ obwohl er ja natürlich viel liebes hier

IV.

Dieselbe Auffassung hat sich in dem Sachver- iändigen-Ausschutz durchgesetzt, der in London die französischen Vorschläge geprüft hat. Es besteht also keine Aussicht, daß die Londoner Konferenz den Weg verfolgt, den Poincate als Marschroute vorschreiben möchte. Soweit haben die Verhand­lungen in London bereits Klarheit geschaffen. Im Dunkel aber liegt, was nun folgen wird. Es wären zwei Möglichkeiten denkbar. Es könnte zu einer klaren und endgültigen Entscheidung zwischen dem englischen und dem französischen Ministerpräsiden­ten kommen. In diesem Falle würde Poincarä das tun, was er in London vorgelegt hat. Dadurch würde England vor die Wahl gestellt, ob es der ranzösischen Politik freie Bahn lassen oder sie ver­hindern soll. Die zweite Möglichkeit besteht darin, datz man in London versucht, wie es schon so oft ge­schehen ist, miteinander zu handeln und den Versuch zu machen, die Gegensätze durch ein Kompro- n: i ß zu überbrücken. Man begnügt sich in London, wie es scheint, mit einer vorläufigen Vereinbarung, die nut das Allernotdürstigste für die nächste Zu­kunft regelt und behält sich weiteres für eine neue Konferenz vor. Wie man aber auch verfahren mag durch eine vorläufige Vereinbarung wie durch ein Kompromiß von längerer Dauer wird den französischen Wünschen bis zu einem gewissen Krade immer Rechnung getragen werden. Es mag nicht mehr zweifelhaft sein, datz man auf der Lon­doner Konferenz Deutschland eine kurze Stundung bewilligt, aber ebenso zweifellos scheint zu sein, datz Deutschland dieses Zugeständnis viel teu­rer wird bezahlen müssen als recht und billig wäre.

Briefkasten der Schriftlettung.

H, hier. Klavierspielen bei offenen Fenstern ist nicht erlaubt. ES ist sicher auch bei geschlossenen Fensttrn nicht angenehm, im Hause und in der Nach­barschaft eifrige Klavierspieler zu haben.

Brasilian, Vollrel» -

Kartoffeln 220 250 6pet|«erbjen, Vtktoria-

'Sonnabend, 12. August

Gräting

1922

M eine dwW MM-MMM.

Den Toten zur Ehre! Den Lebenden zur Mahnung!,

Unter bem Ehrenvorsitze des GcneralseldmarschallS von Hindenburg, des Reichswehrministers Dr. Getz« ler, des ehemaligen kommandierenden Generals bet Luststreitkräfte von Hoeppner und anderer für das Dentsche Flugwesen verdienter Persönlichkeiten wer­den zurzeit im ganzen deutschen Reiche Sammlungen veranstaltet zur Errichtung einer deutschen Flieger-Ge­denkstätte.

Im deutschen Harzwalde, ans lichter Bergböhg umrauscht von Eichen, Blichen und Tannen, soll ei» Denkmal sich erheben, schlicht und reckenhaft, wie es un­seren Helden geziemt. Ihnen allen sei es geweiht, die Im Frieden und im Kriege im Kams um die Erobe­rung der Luft ihr Leben gewagt und eingesetzt, mit ihrem Tode ihr Sterben besiegelt haben. Das Ge­dächtnis gilt ferner den Helden, die im Weltkrieg! ihr Herzblut freudig für das Vaterland Hingaben.

Eine deutsche Flieger-Gedenkstätte möge erstehen, in welcher die Erinnerung und die Dankbarkeit für die Vorkämpfer und Helden der Lust eine würdige Stätte finden! Unserer deutschen Jugend soll sie ein Mahnruf fein, datz sie dem Heldenbeispiel der Sieget der Lüste nacheifern foll.

So riefle ich im Namen der deutfchen Iungslieger- idee und der hinter diesem Gedanken ftebenben deut­schen großen Männer einen Mahnruf an alle, in denen der beutfdx Fliegergedanke noch lebt.

Sammelt und gebt für die deutsche Flieger- Gedenkstätte!

Dieser Mahnnlf gilt auch für unsere Stadt. Er gilt allen ehemaligen Fliegern, Flugzeugführern, Be­obachtern, Fliegerschiitzen, dem gesmnten Flieger- personal in Schreibstube und Werkstatt. Er gilt denen,

lichen Organismus Deutschlands jede Nachwirkung der Zahlungsstundung zerstören und Deutsch­land nach Ablauf der Etundungsfrist mit schwe­reren Wunden zurücklassen, als es sie jetzt schon trägt. Aber auch das allein genügt der französi­schen Politik noch nicht. Die Zwangsmaßnahmen, die vollkommen widerrechtlich zur Erpressung der Ausgleichszahlungen angewandt werden sollen und zum Teil bereite angewandt sind, machen Über­haupt von vornherein jeden wirtschaftlichen Erfolg einer etwaigen Stundungsgewährung illuso­risch. Es ist somit klar, datz Frankreich trotz der Scheinzugeständnisse, die es bezüglich einer Stum- bung macht, zielbewutzt den bisherigen Weg der Vergewaltigung uni) Vernichtung Deutschlands weiter beschreitet.

HL

Die Schicksalsfrage der Londoner Konferenz geht dahin, ob England sich endlich Frankreich hin­dernd in den Weg stellen wird. England faßt die Frage der Stundung wirklich als ein Eesundungs- mittel ins Auge und tritt deshalb für einen Zah­lungsaufschub ein, der vorläufig bis zum Ende dieses Jahres laufen soll. Es vertritt ferner die Auffassung, daß dieser Aufschub ohne jede weitere Bedingung gewährt wird. Dieser englische Vor­schlag bedeutet für Deutschland natürlich nicht völlig freie Hand, sondern er hat wohl zur Voraus­setzung, daß, wie es ja bereits geschehen ist, die Be­dingungen des Earantieausschusses von Deutsch­land angenommen werden. Auch England wird also die Stundung nicht ohne eine gewisse Kon­trolle der deutschen Finanzen gewähren, aber es denkt nicht an die Besitzergreifung von Pfändern wie sie der französische Ministerpräsident vorge- schlagen hat, weil es der richtigen Auffassung ist, daß eine solche Politik der Pfänder sofort wieder niederschlägt, was sich bereits mühsam aufrichten konnte.

O weh, das wird Mutier arg treffen. Sie konnte es kaum erwarten, die Tochter ihrer Jugendfreundin Pennen zu lernen."

In der Tat war Frau Perez noch mehr enttäuscht als ihr Sohn über di eNachricht.

Wie schade!" sagte sie ärgerlich, in dem großem lustigen Hotelzimmer auf- und abgehend.Da machk ich mich trotz Krieg und Minengesahr von drüben.auf, um diese steine Brigitte, die ich zum lehtenmalc als winziges Babh auf dem Arme trug, kennen zu fernen, und nun ist sie fort. Hast du dir denn wenigstens die Adresse geben lassen, damit ich ihr eventuell chreiben könnte, falls sie zu lange ausbleibt?"

Ich wollte es. Aber Fräulein Oppach antwortete auf meine diesbezügliche Frage ziemlich schroff:Bri­gitte wünscht nicht, daß ihr Aufenthalt irgend je­mand hier verraten wird." Nun kann ich mir ja denken, daß dies aus Dr. Halban geht' ich hab« Dir ja erzählt, Mutter, wie peinlich Fräulein Eckardt die Huldigungen dieses zudringlichen Bewerbers em- psindet aber ich finde es immerhin komisch, daß ihre Kusine auch mir gegenüber an dieser Weisung sest- häll."

Frau Perez war stehengeblieben. Sie war eine große stattliche Dame mit energischen Zügen und Baren, klugen Augen. Diese Augen hefteten sich jetzt beinahe spöttisch auf den Sohn.

Komisch? Nur komisch findest du es? Glaubst du nicht, daß sich viel eher Absicht dahinter verbirgt wie vielleicht überhaupt hinter dieser ganzen plötz­lichen Reise Brigittes?"

(Sortierung felgt.)