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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

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Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

SÄ 57.3M

Üt. 182

Erstes Blatt.

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für die notleidenden Kleinrentner in Füh- nt der Reichsregierung vorsieht und n. a 25 :r sofortige Hilsellistiing bereit stellt. Präsi-

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Teuerung gegenüber dem Vormonat um weniger als v. H. gestiegen. . .

Die „Siberts“ hält sich für ermächtigt, zu erklä­ren, daß die Zwangsmaßnahmen mit der Aus­weisung einer Anzahl im Elsaß und in Lothrin­gen wohnender Deutscher und mit der Se­questrierung ihres Besitzes ihren Anfang neh­men würden.

Die „Information" nennt die Zahl der in El- saß-Lothringen wohnenden Deutschen, die kommende Woche ausgewiesen und deren Vermögen se­questriert werden sollen. Sie spricht von 150. Eine Woche später würden die gleichen Maßnahmen eintreten. Weitere würden folgen.

Nach dem „Matin" wird die Ausweisung nur solche Deutsche betreffen, die in den Departements, in denen sie geduldet werden, „weder nützlich noch sympathisch sind.“

Beratung Industrieller über die Lage.

Berlin, 4. Aug. Wie die „Neue Berl. Ztg." hört, hat gestern im Hotel Esplanade eine Zusam­menkunft von führenden rheinisch-westfälischen und schlesischen Industriellen, besonders Vertretern der Schwerindustrie, stattgefunden, die sich über die neugeschaffene Lage angesichts der angedrohten Maßnahmen PoincarSs schlüssig werden sollte.

haftet. Die Attentäter sind unter sicherer Bedeckung nach Berlin gebracht worden.

Berlin, 5. Aug. Wie die Telegraphenunion auf Anfrage bei der Abteilung I a des Polizeiprä­sidiums erfährt, ist hier nichts davon bekannt, daß die beiden Urheber des Anschlags auf Scheidemann bei Eleiwitz verhaftet und nach Berlin gebracht worden seien.

Die griechische Antwort an die Mächte.

London, 4. Aug. Nach einer halbamtlichen griechischen Meldung legt die griechische Regierung in Erwiderung der Note der Mächte vom 31. Juli dar, daß sie die Besetzung v 0 n K 0 n st a n t i» nopel beschlossen habe, um einen schnelle­ren Friedensschluß vermittels einer entscheidenden Aktion gegen die türkische Hauptstadt zu erlangen. Wenn die Mächte Griechenland bei der Ausübung dieses seines Rechtge in den Weg zu treten beschlos­sen hätten, so würde dies die Lage nur noch ver­schlimmern. Am Schlüsse werden die Mächte auf die Gefahren einer Verzögerung des Abschlußes des Friedens verwiesen, wodurch manches Unheil über die christlichen Einwohner gebracht und im Orient sich ein unerträglicher Zustand ergeben würde.

Paris, 4. Aug. Da? „Journal des Tebats" kündigt die llebergabe des Berichtes des Garantieans schusses (leb-er Teils an den Entschädigungsausschuß für heute Abend ober morgen an.

Sie dkMe antwort on FrmlrM.

Berlin, 5. Aug. In den gestrigen Beratun­gen der Reichsregierung wurde der endgültige Text der Antwort an Poincars festgesetzt. Rach den Morgenblättern erklärt die Rote, daß die deutschen Ausgleichszahnngen erst am 15. August fällig seien, und daß die Folgen, die sich aus der Nichtzahlung Deutschlands ergeben könnten, in den Abmachungen über das Ausgleichsverfahren festgelegt worden sind. Rach diesem 'Vertrag könne von den Mäch­ten eine sofortige Kündigung der Abmachungen ausgesprochen werden. Zwangsmaßnahmen für den Fall, daß die deutsche Regierung bis zum 5. August die Zahlung der geforderten Beträge nicht zugesagt habe, seien aber nicht möglich. Der, artigen Maßnahmen würde jede rechtliche Grund­lage fehlen. Es wird dann hervorgeloben, daß in der letzten Mitteilung der Reichsregierung an den französischen Ministerpräsidenten über die Aus­gleichszahlungen niemals von der Absicht einer gänzlichen Einstellung der deutschen Zahlungen die Rede gewesen sei, sondern nur von der Unmöglich­keit, sie in der geforderten Höhe zu leisten. Am Schluß der Note wird dann noch einmal auf die wirtschaftliche und finanziMe Lage Deutschlands hingewiesen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß von der französische-, Regierung keine Zwangs­maßnahmen ergriffen werden, bevor nicht die ganze Frage endgültig gemeinsam mit allen Mächten geregelt sei.

Die deutsche Rote, der eine Abschrift der Ant­worten Englands und Belgiens auf das deutsche Gesuch um Herabsetzung der Ausgleichszahlungen beiliegt, ist gestern nach Paris übersandt worden und wird heute der französischen Regierung über­geben werden.

Dt« „Oberhesfijch« Zeiten erscheint Sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 32 Ml, Für ausfallend« Nummern infolge Streits oder elementarer Ereigniüe kein Ersatz. — Verlag oon Dr. T. Hiuerotd. — Truck der Univ.-Buchdruckerei von Job. Aug. Koch. Markt 21,23. — Retniotediet 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankiurt a. Main.

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MminliwiM not MMmnine.

Berli n, 4. Aug. Wie der amtliche preußische Presse­dienst mitteilt. hebt der Minister des Innern infolge des Jnkrafiretens des RelchsgesetzeS zum Schuhe der Republik seine zu den Veroronungen des Reichspräsident ten ergangenen Bekanntmachungen vom 26. Juni unter Hinweis darauf auf. daß die Verordnung des Reichspräsi­denten vom 26. Juni über das Verbot bestimmter Ver­sammlungen und die zu dieser Verordnung ergangen; Be kanntmachung des preußischen Ministeriums ves Innern vom gleichen Tage nicht aufgehoben sind. Zu dem ir dieser Bekanntmachung erlassenen einstweiligen Verbot von Regimentsfeiern und anderer Versammlungen von Angehörigen ehemaliger Triippenteile bemerkt der Mini­ster. daß Vereinigungen, die wie der Bund deutscher Militäranwärter, der Reichsbund der Kriegsbeschädigten und der Bund ehemaliger Kriegsgefangener, in der Hauvt- tache die Förderung der wirtschasilichen und sozialen Interessen Mitglieder bezwecken, von dem Verbote ausgenS'MIven werden. Nur den Mitgliedern »«- gänzliche Veranstaltungen rein gesellschastllcher Art der Vereinigungen von Angehörigen ehemaliger Truppen­teile gelten nicht als Versammlungen im Sinne des Verbotes des Ministers, sofern sie in gedeckten Räumen stattsinden.

Soiütüris »MsMiMti".

Ausweisung Deutscher aus Elsaß-Lothringen.

Paris, 4. Aug. Nach dem „Journal des Dubais“ werden die gegen Deutschland geplanten Maßnahmen folgende sein: Die ersten würden am Montag ergriffen werden und eine Anzahl i m Elsaß ansässiger Deutscher treffen. In der Folge würde man zu weiteren Maßnahmen allgemeinerer Art und ernsteren Charakters über­gehen, wenn Deutschland den französischen Forde­rungen nicht Nachkomme.

Marburg

SonnaM, Den 5. August Crntixg.

Markstm md Svelulritiun.

Berlin, 4. Aug. Reichsbankvizepräsident r. Glasenapp äußerte sich einem Mitarbeiter des ..Achtuhr-Abendblatts“ gegenüber über den kata­strophalen Marksturz, den er einzig und allein auf politische Ursachen zurückführt. Seit der Er­klärung PoincarFs habe einerseits eine bisher noch nicht dagewesene Markflucht eingesetzt, andererseits beeilten sich die Kaufleute und Industriellen, di« Devisen brauchen, eine Reserve zu schaffen, da sie eine weitere Steigerung des Dollarkurses befürch­teten. Daß die Reichsregierung den Einkauf mm" Devisen vollkommen eingestellt habe, entspricht in dieser Form nicht den Tatsachen. Das Reich hat allerdings schon seit einiger Zeit keine Devisen ge­kauft, einerseits, weil die Devisenkurse stets im Steigen begriffen waren, andererseits aus dem einfachen Grunde, weil dem Reich aus dem Erport gewisse Devisen zufallen. Darüber hinaus sind allerdings in letzter Zeit sehr wenig Auslandswerte aus den erwähnten Gründen angekaust worden.

Die starten Auswüchse, die die Devisenspekula­tion bei der letzten Hausse des Dollars an den Bör­sen zeitigte, gab in Berliner Bank- und Börsen­kreisen zu dem Gerücht Anlaß, daß man ta DsstzH»

Der An'eiaeuorei» beträgt fit bett 9 gesv. Zeilenmillimeter L50 Mk„ amtliche unb aus®. Anzeigen 2.00 Mk. Andere Soaltendreiten ennprechend. Set schwierige« Satz 50’/o Amichlag. Spät einlaurenoe oder den Raum über 's, Seite einnehmende ____

-eigen werden nach der Textsvaltenbreite berechnet. Reklame« die Tol.-Zeile 15.90 Mk. Jeder Rabatt gilt als Larradatt. Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Bermittlung der Angebote 3 Mk. Sondergedübr.

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Keine Reise Graf Lerchenfelds nach Berlin.

München, 4. Aug. Laut „Bayr. Staatsztg." ist der bayerische Gesandte in Berlin v. Preger heute hier eingetroffen zur Berichterstattung und Information über den Weitergang der Verhand­lungen in Berlin. Auch Reichsernährungsminister Fehr und Reichswehrminister Dr. E e ß l e r wer­den morgen hierher kommen. Dem gleichen Blatt zufolge sind alle Nachrichten über die fetzt beabsich­tigte Reise des Ministerpräsidenten Grafen Ler­chenfeld nach Berlin aus der Luft gegriffen. Es liege weder eine Einladung noch die Absicht zu einer solchen Reise vor.

Der Eintritt der Mittelpartei in die Negierung.

MSuchen, 4. Aug. Gras Lerchenftld hat den Ob:r- Negierungsrat im Justizministerium Gürt-ner fiTOtt- telpartei) zum Justizminister ernannt. Das Hans erhob dagegen keinen Widerspruch. Das Handclsminist.'- rium wird vorläufig vom Ministerpräsidenten mitver- Maltet.

Mit der Ernennung des Oberregierungsrates Gür'ner zum Justizminister sind Verhandlungen über eine Er­weiterung der Regierungskoalition im Landtage im Gange. Die hn Schoße der Regierung zum Abschluß gekommene Ernennung erfolgte im.vollen Einverständnis mit allen Koalitionsparteien. Wie über seine Persönlichkeit, so herrscht auch über seine Sachbehandlung der gegen­wärtig im Vordergründe des Interesses stehenden Aus­einandersetzung zwischen Bahern und dem Reiche unter kn Koalitionsparteien Einvernehmen. Die Antwort ter bayerischen Staatsregierung ist im Einverständnis Und mit Zustimmung aller jetzigen Koalitionsvarteien abgesandt nwrden. Eine Aenderung des politischen Kur­ses kst durch den Eintritt der Mittelpartei in die Koalition nicht bedingt.

Die neue bayerische Regierung setzt sich zusammen aus: V,Iberischer Volkspartci mit 5 Ministersitzen, nämstch Ministerpräsidium, Aeußeres, Finanzen, Handel und Kul­tus: aus Bayerischer Mittelpartei und Deutscher Volls- ferfei mit 1 Ministerium, nämlich Justizministerium: und Bayerischem Bauernbund mit 1 Ministerium, nämfick dem Landwirtschaftsministerium. Die Koalitionsbasis be- träat 97 Mandate, ist also um 7 Mandate stärker, als <$ die alte Koalition mit den Demokraten war.

Beilegung des Landtages.

München, 4. Aug. Der bayrische Landtag stimmte

Die LondMr Wxm.

Charakter, nicht Bedeutung eines Obersten Rates.

London, 4. Aug. - Der diplomatische Mit­arbeiter des „Daily Telegraph" schreibt, die bevor­stehende interalliierte Besprechung werde den Cha-^ ratter einer Sitzung des O b e r ft e n Rates ha­ben, wenn auch ohne dessen Bedeutung. Lloyd George werde den Schatzkanzler und Chamberlain zur Seite haben, während auch andere Kabinetts­mitglieder zumeist um ihre Ansicht über gewiss^ Dinge befragt würden. Man hält dafür, daß die' Orientfrage auf einer späteren besonderen Zusam­menkunft erörtert werden soll, wenn man auch da­von spricht, daß Poinearä und vielleicht auch Schanzer geneigt sein mögen, deren sofortige Er­wähnung vorzuziehen. Japan werde wie gewöhn­lich durch seinen Botschafter vertreten sein, wäh­rend noch nicht feststeht, ob sein amerikanischer Kollege als Beobachter teilnehmen werde. Nicht undenkbar sei, daß der Wiederherstellungsausschuß und der Sicherheitsausschuß mit herangezegm werden.

Paris, 4. Aug. Ministerpräsident Poincarö tütt am Sonntag Mittag seine Reise nach Lon­don an.

Italien gegen Zwangsmaßnahmen.

Baris, 4. Ang. Das „Petit Journal" teilt mit. b?r italienische Botschafter Graf Sforza habe sich gestern ;u Poincare begeben und ihm den Standpunkt auseia- onbergesetzt, den die italienische Regierung aus der Loa dauer Konferenz vertreten werde. In der Frage der Aus­gleichszahlungen sei die italienische Regierung nicht direkt interessiert, da die Forderunaen Italiens an Deutschland durch die Forderungen Deutschlands an Italien ausge­glichen seien. Jedoch sei. Italien jedweden Zwangs­maßnahmen feindlich gesinnt, die einen neuen Marksturz herbejführen könnten. Das „Petit Journal" betont, man wisse, daß die italienische Regierung in b-r Stundungssrage den Standpunkt deS britischen Kabi­netts mit geringer Abweichung vertrete

WmW MMast.

Berlin, 4. Aug. In Polnisch-Oberschlesien ver­schärft sich, der „Bossischeu Zeitg." zufolge, die Not­lage des Güterverkehrs. Mehrere wichtige Strecken find gegenwärtig mit Güterwagen so verstopft, daß neue Ladungen auf manchen Bahnhöfen überhaupt nicht mehr angenommen werden. Die Rückwirkung besonders für die Aufrechterhaltung des Bergbaus ist katastrophalem die Haldenbestände sich immer mehr anhäufen, ohne abgefahren zu werden. Man befürchtet die Einschränkung größerer Bergbaubetriebe.

deut Königsbauer führte in seiner Schlußrede aus, auch in der größten Not des deutschen Volkes wollen wir «ms in Bahern freudig zum Deutschtum bekennen. Ilm aas dem tiefen Elend herauszukommen, ist eine verständ­nisvolle Behandlung der Länder durch das Reich Voraus- fetzung. An Stelle eines einseitigen Zwanges muß eine freiwillige Vereinbarung treten. Die notwen- | b'ae Abwehr unerträglicher Eingriffe in die Hoheitsrechte feilte uns in diesem Hause vereint finden. Es ist ein Irr­tum. daß in Bayern Reichsverdrossenheit herrscht. Wir wollen die Reichsfreudigkeit dadurch heben, daß die rr verläßlichen Rechte der Länder in Zukunst gewahr: bleiben. Das muß auch in Berlin verstanden weichen. Er schloß mit dem Wunsche, daß Sicherheiten für di. Zukunft gegeben werden, damit die Hoheitsrechte der Länder nicht ohne deren Zustimmung beseitigt werden. Der Landtag wird im Ostober wieder zusammentreten

£!oob Seme ibn blt flrientlrige.

Parteinahme für die Griechen.

London, b.Aug. DaS Unterhaus hat stch gestern vertagt. Vorher kam es zu einer Aussprache über die Orientfrage, wobei Lloyd George das Wort ergriff. In Erwiderung auf die an der Politik der Regierung geübte Kritik führte er aus, die Re­gierung sei durchaus durchdrungen von der Notwen­digkeit, den Fricken im nahen Osten wiederherzu­stellen, doch müsse es ein gerechter und wahrer Frieden sein. Die Darstellung, als ob England sich die Türkei durch seine Politik entfremdet habe, entspreche nicht den Tatsachen. Es sei leicht zu sagen, daß die Be­setzung Smyrnas und die Bestimmungen des Vertrags von Sevres ausschließlich das Werk Großbritanniens feien Alles, was geschehen sei, sei von den durch die Großmächte ernannten Kommissionen in Paris vorgeschlagen worden. Die britische Regierung habe die Arbeiten der Kommissionen niemals beeinflußt. Diese hätten vorgeschlagen,, daß Smyrna und die an» grenzenden Gebiete Griechenland zufallen sollten, well sie ihrer Kultur und der Mehrheit ihrer Bevölkerung nach überwiegend griechisch seien. Dies sei Englands, Frankreichs und Amerikas Auffassung. Die einzige Macht, die keine Meinung kundgegebcn hätte, sei Italien gewesen, und zwar aus begreiflichen Gründen. Fransteich habe seither seine Auffassung geändert. Er glaube nicht, daß dies der Fall gewesen wäre, wenn Venizelos am Ruder geblieben wäre. König Konstantin sei verantwortlich für die feirckrlichen Aste gegenüber den Verbündeten, die Frankreich tief verletzten. Frank­reichs öffentliche Meinung sei darüber erbittert, bag Griechenland sich hinter seinen König gestellt habe, doch sei das die Sache der Griechen. Die ganze Frage müsse nach sachlichen Erwägungen beurtnlt werden.

Lloyd George gab dann eine Nebersicht über die Bemühungen der Verbündeten, den Frieden zwischen Griechenland und Angora herbeizusühren und betonte dost diese Versuche stets an der Haltung Angoras ge­scheitert seien. Griechenland habe den Vorschlag Cur­zons angenommen, weil Konstantinopel der Sitz des Oberhauptes des Islams sei, aber Mustafa Kemal Pascha habe abgeleynk, und es sei nichts erreich worden. Lloyv George erklärte, die Griechen hätten recht, sich dagegen zu wehren, daß sie ihre Trupven zurückziehen und eine halbe Million von Landsleuten schutzlos zurücklassen sollten. Im Pontus seien Hunderttausende von Männern, Frauen und Kindern durch die Türken deportiert worden. Zehntausend« würden mit ruhiger Ueberlegung auSgerottet.

Die zMhmeM lenenmo..

Berlin, 4. Aug. Die aufgrund der Erhebungen des Statistischen Reichsamts über die Aufwendung für Er nährung. Heizung, Beleuchtung und Wohnung berechnete Rnchsindexzifser für die Lebenshaltungskosten ist im Durchschnitt des Monats Juli auf 4990 gestiegen, gegenüber 3779 im Juni. Die Steigerung ist breS mal außerordentlich groß. Sie beträgt 32 b. H. gegen 9,2 v H. vom Mai auf Juni. Die Reichs- indexzifier für ErnährungSkosten stellt sich int Durch­schnitt des Monats Juli auf 6836; die Steigerung von 33,5 v. H. gegenüber dem Vormonat ist demnach nicht viel böber als dir der Gesamtausgaben. Zu der Erhöhung der Lebenshaltungskosten trugen die der Balutaverschlech- lerung ständig folgenden sprunghaften Preissteigerungen sämtlicher in die Erhebung einbezogenen Lebensbedürfnisse 'mit Ausnahme von Wohnnngsmiete) besonders auch die hohen Preise für Kartoffel» neuer Ernte bei Der Fortschritt bet Teuerung ist sowohl in den Groß­städten wie in den mittleren und kleineren Städten toemg einheitlich. In feiner Erhebungsgemeinde ist indessen

ZerhMWg der SWemannÄtöter.

Beuthen, 8. Aug. Zn Kiein-Althammer bei Gleiwitz wurden die-beiden Scheidemann-Atten­täter fe st genommen. Sie hatten sich unter den Namen Wurm und Halber in Klein-Altharn- irtet aufgehalten. Die Berliner Kriminalpolizei I hatte die Spur bis nach bart verfolgt und erwirkte | nach Umstellung des Dorfes mit Schupo und Land­jägern die Festnahme der beiden Attentäter. Wah­rend der angebliche Wurm sofort verhaftet wurde, ist es dem anderen Verbrecher gelungen, in feine Wohnung zu entkommen. Er wurde dort von den । ihm folgenden Beamten gestellt und gleichfalls ver-

' feem Entwurf des Finanzgesetzes für das HaushaltungS- jabr 1921'22 mit Mehrheit zu. Dabei erklärte Abi. Timm (So;.) nameus seiner Parteifreunde, daß sie fiegm das Finanzgesetz stimmen; nach parlamentarisch ’n Grundsätzen wolle die Partei dadurch schärfstes Miß­trauen gegen die augenblickliche bayerische Staats- teekrung ausdrücken, die in einer Zeit höchster politischer und wirtschaftlicher Not eine die Reichseinheit b-drobende, . die Ziele Frankreichs fördernde und jeden kullurellen Fortschritt verneinende Politik betreibe. Der Redner erhielt einen' Ordnungsruf. Abg. Neumann (Unabh s schlsß sieh der Erklärung Timms vollinhaltlich an, wes- IV') er vorn Präsidenten ebenfalls zur Ordnung gerufen wurde.

Am Freitag Nachmittag beendete der Landtag seine Sollten, Nachdem er einen Dringlichkeitsantrag der kkollitianstzarteien angenommen hatte, der besondere Hilis-