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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

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Anzeiger für (das früher kurheMchej Obexhesse«

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Üt. 179

Die ^Obertzelfische Zeituni' erscheint sechsmal wöchentlich. De?ugsr>reis monatlich 32 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streiks ooet elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. T. Hinerotd. Druck der Univ.-Buchdruckerei »on 2oh. Äug. Noch, Markt 21,23. ldernsvrecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Marburg MM. Den 2. MM Crnting.

Der Än-eiaenvrei» beträgt fit den 9 ge(p. Zeilenmillimeter ILO Mk., amtliche und ausw Änuigen 2.00 Mk. Andere Svalteudreiten ennprechead. Sei schwierigem Satz 50«/. Äutichlag. Spät etnlaurenöe oder den Kaum über ", Seite einnehmende An- »eiaen werben nam bet Textlpaltenbreitr berechnet. Reklamen die Tol.-Zetle 15.00 M? ci,nel Rabatt gilt als Sarrabatt. Set Auskunft durch die Geschäftsstelle und

0 Vermittlung der Angebote 3 Ml. Sondetgebützr.

57. m

1922

SklechmIMr MM.

Das Haltgebot der Verbündeten.

'Parts, 1. Aug. Nach einer Havasmeldung ßus Athen haben gestern die diplomatischen Ber- treter Frankreichs, Englands und Italiens an den griechischen Außenminister die gleichlautende Ant­wort ihrer Regierungen auf das griechische Er­suchen betreffend die Besetzung von Konstantinopel Übergeben. Die Antwort sei negativ und füge hinzu, daß die Truppen der Verbündeten jedem Versuch der griechischen Streitkräfte, nach Konstan­tinopel durchzustoßen, Widerstand leisten würden. Unter dem Vorsitz des Königs habe dann ein langer Ministerrat stattgefunden.

Nach dieser Havasmeldung aus Konstantinopel werden von den verbündeten Oberkommissaren die tm Falle eines Vormarsches auf Konstantinopel zu treffenden Maßnahmen weiter erwogen. Sie wür­den sich nicht nur auf die verrückenden griechischen Truppen, sondern auf die zurzeit in Konstantinopel befindlichen griechischen Matrosen erstrecken.

Dir Ausrufung Smyrnas als unabhängiger Staat.

London, 1. Aug. Reuter meldet aus Smyrna unter dem 31. Juli: Kleinasien wurde von dem griechischen Oberbefehlshaber als ein autonomer und unabhängiger Staat verkündet. Das Gebiet, auf das sich die Verkündigung bezieht, umfaßt ver­mutlich den von der griechischen Armee besetzten LeU des Landes.

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Italien.

Das neue Kabinett de Facta.

... Rom, 1. Aug. de Facta hat dem König heute viilarieitt ,daß das neue Kabinett gebildet ist. Das Keußere soll Schonzer übernehmen. ' _,r

Die Ausstandsbewegung. "

Rom, 1. Aug. (Stefani.) Nach den bisher vor­liegenden ersten Meldungen über den Allgemeinaus- pand wird in Rom der öffentliche Verkehr aufr'cht- rrhalten. Der Eisenbahnverkehr wird von Militär vnd Fasristen aufrecht erhalten. Di «Zeitungen sind nicht erschienen. In Florenz sind alle öffentlich en betriebe in Tätigkeit. In Turin fanden sich die Arb-.iter fast vollzählig zur Arbeit ein. Die Echcn- bahnzüge verkehren fahrplanmäßig. In Genmr ruht die Arbeit im Hafen. Im übrigen sind dort alle Betriebe in Tätigkeit. In Mailaiü» verkehren die K'senbahnzüge fast regelmäßig. Die Zeitungen sind erschienen. In Bologna, Ancona und Neapel sind die öss-ntlichrn Betriebe in Tätigkeit. Aus Venedig Jrirb der Zusammbruch des Ausstandes gemeldet.

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Polen.

Warschau, 1. Ang. Gestern ist die Liste des Neuen Kabinetts Nowak bekanntgegeben worden.

Der Verlauf in der Kabinettskrise hat in der Patteigruppierung des Sejm eine Umgruppierung her- dorgernfen und zwar hat sich eine der größten par­lamentarischen Gruppen, die Partei Skulskis, die fast zwei Jahre gemeinsam mit der Zentrumspartei vor- tzegangen war, dem radikalen Flügri der Rechten an- gejchlossen und gemeinsam mit dieser einen Rechts- block gebildet. Auf der anderen Seite sind auch auf der Linken Aenderungen zu verzeichnen. Im großen *iiu ganzen zerfällt der Sejm jetzt in zwei große Hälften, in deren Mitte sich ein ganz kleines Zentrum, bestehend ans dem Verfafsungsklub und einer weiteren bl rgerlichen Partei, befindet. Einige Abgeordnete der Nationalen Arbeiterpartei sind aus der Partei aus- fluteten und haben einen Separatkkub unter dem NamenPartei der nationalen Arbeit" gebildet.

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England.

Englands Note über die Kriegsschuldenfrage.

London, 1. Aug. DieTimes" schreibt, es besiehe Grund zu der Annahme, daß die englische Negierung beschloßen hat, eine Zirkularnote an die verbündeten Mächte und an die Vereinigten Staa­ten über die Frage der Kriegsschulden zu senden. E? verlautet, daß die Note in längeren Ausfüh- " lungen die formelle Auffassung bekundet, daß die Großbritannien van europäischen Ländern geschul­deten Gelder praktisch und moralisch von der groß- britannischen Kriegsschuld an die Vereinigten Staate* nicht zu trennen seien.

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ZMmiim hts Hltimotoms.

Berlin, 1. Aug. Die Antwortnote der deut, scheu Regierung auf die französische Rote vom 26. Juli hat folgenden Wortlaut:

Herr Ministerpräsident! Ich beehre mich, den Empfang de. Rote Ew. Exzellenz vom 26. Juli zu bestätigen.

Das Abkommen über die Ausgleichszahlungen vom 10. Juni 1921 ist von Deutschland nicht mit einzelnen Mächten, sondern mit der Gesamt» heit der beteiligten alliierten Regierungen abgr- schlosien worden. Demgemäß ist die Rote der deut­schen Regierung vom 14. Juli d. Z., wie der frau» zöfischen Regierung bekannt ist, gleichzeitig auch an die anderen beteiligten Mächte gerichtet worden. Die deutsche Regierung kann sich über ihre weitere Stellungnahme aus diesem Grunde erst schlüssig machen, wenn sich alle beteiligten Regierungen geäußert haben. Eine andere Haltung ist ihr auch angesichts der in ultimativer Form angedrohten, nicht näher bezeichneten Maßnahmen Frankreichs nicht möglich.

Indem sich die deutsche Negierung ein weiteres Eingehen auf die Sach« selbst vorbehält, bemerkt sie schon jetzt: Die Zahlungen, die Deutschland im Ausgleichsverfahren und aus Artikel 297 e leisten muß, können letzten Endes nur aus derselben Quelle geschöpft werden wie die Reparationszahlungen. Gleichviel, ob es sich um Schulden des Reiches oder um Privatschulden handelt: in beiden Fällen bleibt die Notwendigkeit der Herausnahme von Devisen aus der gesamtem deutschen Volkswirtschaft die gleiche und für die Wirkung dieser Operation auf den Mark-Kurs ist es ohne Bedeutung, an welche Stelle und auf Grund welcher Paragraphen die Zahlung erfolgt. Wenn die deutsche Volkswirtschaft di, Entziehung von monatlich 50 Millionen Gold­mark für Reparationszahlungen nicht tragen kann, so wäre e» eine Illusion, zu glauben, daß die Ausgleichszahlungen von fast 40 Millionen Eold- mark monatlich weiterhin aufgebracht werden könn­ten. Alle diese Leistungen können nur als ein einheitliches Ganzes betrachtet und in einem einheitlichen Plan behandelt werden. Der deutsche Antrag, der nicht eine Kür­zung der Ausgleichszahlungen, sondern ledig­lich ihre Verteilung auf einen längeren Zeitraum bezweckt, beruht auf denselben Grün­den, die für die deutsche Regierung bei ihrem An­trag auf Gewährung eines Moratoriums für die Reparationszahlungen maßgebend gewesen find, nämlich der derzeitigen Erschöpfung der Fähigkeit Deutschlands 4u Zahlun­gen in ausländischer Währung, die in dem katastrophalen Niedergang der Mark deutlich zum Ausdruck kommt. Inzwischen ist nach dem Eingang der Note Ew. Exzellenz ein neuer Sturz der deutschen Währung eingetreten und die Mark bis auf 1/160 ihres Friedenswertes ge­sunken.

Deutschland macht alle Anstrengungen, seine ans dem Kriege entstandenen Verpflichtungen zu erfül­len. Hierzu ist aber vor allem die Gesundung sei­ner Volkswirtschaft notwendig. Diese wirtschaft­liche Wiederherstellung wie die ganz Europas kann jedoch nur erfolgen durch die al-baldige solida­rische Zusammenarbeit aller be­teiligten Mächte. Eine Politik der Droh­ungen wirkt nicht wiederausbauend, sondern zer­störend."

Ueberreichung der deutschen Rote.

Paris, 1. Aug. Der deutsche Geschäftsträger, Botschaftsrat v. Hösch, hat heute Mittag die Note der deutschen Negierung in der Frage der Aus­gleichszahlungen überreicht.

London, 1. Aug. Im Unterhaus kam gestern ter Antrag des Handelamtes gegen die Beseitigung des Einfuhrzolles von 33*/, Prozent auf deutsche St 0 sfha-nd f ch u he und andere Artikel zur Er­örterung. Der Vorsitzende des Handelsamtes führte aus, laß seit Annahme der JndustriezSlle die kleinen Industrien große Schäden erlitten hätten und daher geschützt werden müßten. Nachdem noch Asqwth gegen und Brnar Law für den Regierungsantrag gesprochen hatten erklärten sich 113 für und 277 Abgeord­nete gegen die Beseitigung der Steuer. Die Re­gierungsmehrheit betrug somit 164 Stimmen.

London, 1. Aug. Reuter meldet aus Mel­bourne: Australien nimmt heute amtlich den HandeiS- perkehr mit Deutschland wieder auf.

Soimtis KrmdkkM.

Bo« 5. August ab .Ausgleichsmatznahmen."

Paris, 1. Aug. PoincarS hat Henle dem deutschen Geschäftsträger v. Hoesch folgende Ant­wortnote übermittelt:

Herr Geschäftsträger! Ich habe die Ehr«, Ihnen den Empfang Ihres Briefes vom heutigen Tage zu bestätigen, der auf meine Mitteilung vom 26. Juli antwortet. Mit Bedauern muß ich feststellen, daß Ihre Antwort nicht di« in meinem Bref geforderten Sicherungen enthalt. Das Abkommen vom 10. Juni 1921 wurde damals zwischen Deutschland und den verschiedenen verbündeten Mächten geschlossen. Seine Abänderung kann daher in der Tat nur aus einem einstimmigen Uebereinkommen der vertrag­schließenden Mächte hervorgehen. Die Regierung Frankreichs hat Ihnen bereits mitgeteilt, daß sie nicht daran denke, aufgrund der deutschen Rote vom 14. Juli Aenderungen vorzunehmen. Di« fran­zösisch« Regierung hat daher das Recht zu verlan­gen, daß innerhalb der in meiner Rote vom 26. Juli gewährte« Frist, d. h. vor dem 5. August, mit­tags, die Versicherung abgegeben wird, daß, bis die unerläßliche llebereinstimmung zu jener Abände­rung gewährleistet ist, das Abkommen vom 10. Juni ganz und gar angewendet wird, und daß die Pflicht- summ« von 2 Millionen Pfund Sterling am 15. August gezahlt wird. Wenn diese Zusicherung nicht gegeben wird, hat die französische Regierung das Recht, um die Anwendung des bestehenden Ver­trage, ficherzustellen, »Ausgleichsmaßnah­me n" zu ergreifen, welche sie im Jnterefie so vieler eigenen Staatsangehörigen und derer der anderen verbündeten Staaten, di« das Abkommen unter­schrieben haben, für notwendig erachtet. Diese Maßnahmen werden, wie ich bereits ausgesübrt habe, vom 5. August ab in Kraft treten. Die französische Regierung glaubt jedoch, nicht heute schon den vollständige« Plan, der hierfür gefaßt wird, bekannt geben z« können. Unter diesen Vor­behalte« z« den Ausführungen der Rot« vom 1. August bemerkt die französische Regierung nur, daß die deutsche Regierung nicht die geringsten An­strengungen macht, um die Zahlung der geschulde­ten Summe an die verbündeten Aemter durch die wirNichen Schuldner, d. h. durch die deutschen Pri­vatleute, ficherzustellen, die nach den letzten uns zu­gegangenen Meldungen durch ihre Ankäufe frem­der Devisen zu dem Markkurs beigetragen haben.

Genehmigen Eie ....

(6tj.) PoincarS.

Der tklMe Stanhmmtt.

Paris, 1. Aug. DasPetit Journal" spricht von einer Meinungsverschiedenheit zwischen der belgischen und der französischen Regierung wegen der Stellungnahme des Ministerpräsidenten Poin- carä zu der Frage der Herabsetzung der Ausgleichs­zahlungen. Die kategorische Zurückweisung Poin- car^s habe bei der Regierung in Brüssel absolut fein« Befriedigung hervorgerufen, weil sie über den Inhalt der Note überhaupt nicht befragt wor­den sei. Die belgische Regierung vertritt den Standpunkt, daß die Ausgleichszahlungen den Ge­genstand einer Abmachung zwischen den Verbünde­ten gebildet hätten und jetzt von einer Regierung allein die Frage des Zahlungsaufschubs nicht erledigt werden dürfe. Die belgische Regierung sei auch der Ansicht, daß, wenn Frankreich die Fort­setzung dieser Zahlungen in dem Augenblick ver­lange, in dem sich Deutschland in einem Finanz debacle befinde, dieses dem Grundsatz der belgischen Priorität Abbruch tue.

Ausstände.

Berlin, 1. Aug. Der Zentralverband der An­gestellten tritt demVorwärts" mit, daß die kauf, männischen Angestellten der Firma A. Wertheim den Ausstand beschossen habe«.

Leipzig, L Aug. Der drohende Ausstand der Transpottarbeiter in Leipzig ist dadurch vermieden Worten, daß die Arbeitgeber die Forderungen der Arbeitnehmer im großen trab ganzen angenymme« haben.

Stettin, L Aug. Der Ausstand der Seeleute ist beigelegt. Der Betrüb der Schiffahrt wurde wieder ausgenommen. Auch der gesamte OstsrebDer-Per- jonenverkehr ig wieder eröffnet.

Königsberg L Pr, 1. Aug. Seit heute Morgen streiken in Königsberg, Insterburg, Allenstein« Lyck, @innbinn:n, Marienburg, Elbing und BrannSberß die städtischen Arbeiter wegen nicht bewilligten Lohn« iorderungen.

Paris, 1. Aug. Wie die Abendblätter mitteilen, hat bet Landesausschuß des Verbandes der Matrosen der Handelmarine beschlossen, in den Ausstand zu treten, falls die auf eine Revision des Achtstundentages abzielenbe Verordnung des Entwurfs des UnterstaatS- sekretärs für die Handelsmarine in Kraft treten werde.

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Bor der Mmrl Sanems.

Berlin, 2. Aug. Wie die Blätter aus München erfahren, ist der bayrische Minjstcrrat über die Ant­wort an den Reichspräsidenten auf Mittwoch v«r- schoben worden, lieber den voraussichtlichen Wortlaut der Antwort wird Stillschweigen bewahtt. Zuver­lässig kann jedoch über den Inhalt der Antwort gesagt werden, daß sie in der Sache den bisherigen von bet bayrischen Regierung eingenommenen Standpunkt be­wahr t, aber in der Form dem auch von oet bayrischen Regierung geteilten Wunsche des Reichs« präsiteuten nach einem gütlichen Ausgleich d s Gegen­satzes Rechnung trägt. Bayern gedenkt dem V u hmeN nach die Errichtung eines auf Bayern beschränkte« Staatsgerichtshofes anzuregen.

München, 1. Aug. Wie dieMünch. ' . 9?.* melden, scheint die Erötterung über die Mttnun Ver­schiedenheiten zwischen dem Reiche und Bayern in ein ruhigeres Fahrwasser zu kommen. Die Ursache dafür liegt in der zunehmenden Besonnenheit der verant­wortlichen Stellen auf beiden Seiten. Die Anwesen­heit des badischen Staatspräsidenten in München kam nicht von ungefähr. Auch der württemberqijche Präsi­dent wird engere Fühlung mit dem Grafen Lerchen- seld nehmen.

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SKoirtos MIL

Aus einem Brief eines alten Teutsch-OstafrikanerS, der als Elsässer im Lande bleiben konnte und sich auf der Kongoseite des Tanganjika angestedclt hat, teilen dieAfrika-Nachr" (Leivzig-A.) folgende bemerkens­werte Stellen mit:

Da ich in Usumbnra (Landschaft im früheren D.-O. A.) keinen Grund und Boden erhalten konnte, im Kongo jedoch günstigere Aussichten hatte, entschloß ich mich, dort anznstedeln. Ich habe nun über 100 Hektar Land gepachtet und arbeite mit meiner Fa­milie. Rach fünf Jahren kann ich das bearbeitete Land käuflich erwerben. An Pacht zahle Ich pro Jahr 37,50 Francs. Eine Entschädigung für meine Be­sitzungen in D.-O.A. ist mir nicht zugebilligt worden, mit dem Hinweis, daß ich nun Franzose fei. Von den Franzosen werde ich aber auch keinen Heller sehen. Ich bin eben ruiniert, wie so viele Kolonialdeiiische. Meine Kinder bleiben, was ste sind, und werden nie und nimmer Franzosen werden, ste bleiben K0Io­nia l d ent sch e; denn ich verzage nicht und hoffe, dast doch früher oder später Deutschlands Kolonien zu- rüderftattet werden.

In unserer ehemaligen Kolonie stebi es traurig aus. In dem von Belgien besetzten Lande gebt eS noch einigermaßen. Trostlos geht eS aber zu unter der englischen Mandatsherrschaft. Muanza ist tot In Tanga, am Klimandjaro, in Moschi, Aruscha, überall ist die Rot groß, auch unter den Griechen und Buren. Unter den SuaheliS und der aufgeklätten Einge- borenenbevSlkerung herrscht große Unzufriedenbeit, ja eS liegt ein Haß gegen die Europäer vor. Besonders an der Küste, wo die Inder die Bevölkerung aufhetzen, ist es nicht ausgeschlnn-^ paß eS in kürzester Zeit zu Ausschreitungen kor.nncn kann. ES sind üble Zeiten. Würden jedoch die Deutschen heute zurückkommen, es würde ein großer Jubel fein. Die Eingeborenen haben gelernt, unter den Weißen ,n unterscheiden. Würde z. D. der BSlkerbund eine Delegation von Neutralen nach Deutschostafrila schicken, so würde sich die Welt davon überzeugen können, daß die ganze Kolonie, Araber und Inder einbegriffen, ihre alten Herren, di« Deutschen zurückverlangen.-

Nach einem Bettcht der englischen Monatsschrift .United Empire' ist die Stsalhanserzeugung in Ost- asrika feit der Besetzung durch England um 50 Pro­zent znrückgegangen. Die meisten Pflanzungeck sind verunkrautetes und von Insekten zerfressenes Ge­strüpp. ---

Mm Hnniitn I» Kem.

x Nach betKöln. Zeitg." kam es am 30. Juki in Herne zu größeren Unruhen und zu Land- sriedenSbruch^ Ein Wirt rief nachmittag» die Polizei herbei, um einen Zechpreller zu verhafte«. Da dieser sich wie toll gebärdete, griffen zwei weiter, Schutzleute ein. AIS sie den Verhafteten durch c* belebte Hauptstraße, die Bahnhofstraße, führten, «ahne die Meng«, di« auS kleinen Ansammlungen schnell fn Tausenden angewachsen war, gegen die Pv« lizei Stellung ** wollte das Wachlokal stürmech.