Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg
Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberhessen
St. 178
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Sie Nis Der Srlilieogspolitil
Lloyd
Wochen auf Urlaub zu gehen. DaS Blatt
auf
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man sowohl bei der Mittelpartei, als auch bei der vom 26. Juli an gerechnet, gctoifft „Massnahmen" aut»-'
matisch in Kraft treten sollen, wenn Deutschland sich
Die Friedenskundgebungen in England.
im
er
Bayrischen Volkspartei wenigstens einem Teile der maßgebenden Kreise auf eint baldige Lösung dieser Frage Wert lege. ; '
vom König Konstantin unterzeichnet.
London, 31. Juli. Einer Exchanaemeldung Athen zufolge stebt die Erklärung der Autonomie Smyrna die Errichtung von Eemctnderäten,
auS von ört-
hat vor
Jeitungsverbote. Das Oberprästdium der Provinz stounover hat das Erscheinen des „Bielefelder Kreis- MreigcrS" für die nächsten drei Nummern verboten. ^.Der »Ostsriestsche Generalanzeiger- in Leer ist aus F* Tage verboten worden,
Di« »Oberhesfisch« Zeitun " «rickeint fediemal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 32 Ml. Für ausfallende Nummern infolge Streiks ooet elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Verlag von Dr. E. htnerotd. — Druck der Univ.-Buchdruckerei von Loh. Sug. Koch, Markt 21,23. — Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
** Berlin, 31. Juli. Das sprunghafte Steige« des Dollars und der weitere Wsturz der Mark sind zweifellos Merkmale einer panikartigen Stimmung. Die private Spekulation stürzt sich mit zusammengefaßten
wenn wir nn» plötzlich als überzeugte „Nohembev- Republikaner" ausgeben wollten. Das waren wir nicht und werden wir nicht sein, aber wir wolle» den Metc nungsstreit um eine bessere Staatsiorm loyal zurück« stellen, denn es gibt wahrlich Dn'nalichereS als diese» zurzeit nur Verwirrung stiftenden Streit.
München, 31. Juli. Der badisch« Staatspräsident tummel, der heute in München eintraf, hatte.eine längere Besprechung mit dem bayerischen Ministerpräfr- deuten. Es handelt sich um einen privaten Besuch, der schon vor längerer Zeit angekündigt worden war und der in keinem Zusammenhang mit der Ministerpräsident lenzusammrnkunst in Bruchsal steht.
kicher Gendarmerie und wirtschaftlichen Organisationen vor. Ferner werden Maßnahmen zum Schutze der Interessen der Ausländer in Kleinasten getroffen. Die militärische Besetzung durch Griechenland blewt unverändert bestehen.
tzwungen die Sympathie ausgesprochen und das Ge- tomi§ gegeben wird, mit allen zusammen;uarbe>1cn tob einen Zustand herbeizusühren, der einen neuen Krieg unmöglich mache.
Die Londoner Konserenz.
Am 7. August oder später?
London, 31. Juli. Reuter erfährt, daß
General Townshends Besuch in Angora.
London, 31. Juli. Reuter meldet auS Konstan- tinopcl: General Townshend hat Angora verlassen um nach London zurückzukebren. Der General svrach der Nationalversammlung seinen Dank für den herzlichen Emphrng aus und sagte, er habe gesehen, daß die Türkei tatkräftig sei. Der Zweck seiner Reife sei gewesen, in privater Eigenschaft für die Wiederherstellung des Friedens zu wirken. Sein Besuch sei von Erfolg gekrönt. Er sei überzeugt, daß ein baldiger Friede möglich sei, wenn die Griechen unverzüglich Kleinasien räumen und an die Türkei zurückgeben würden. Alle anderen Punkte würden leicht zu regeln sein. Aber die Türkei wolle einen ehrenvollen Frieden. Wenn die Friedensvcrhandlungen fehlschlagen oder aufgegeben würden, so würde eine ernste Lage entstehen.
fischen Flugzeugen, Bulldoggengland 800000 verschiedene Gründe für seine Furcht öer französischen Heeresmacht.
schreibt, vorher werde er im Parlament noch eine arbeitsreiche Zeit haben, denn am Montag werde die Frage der deutschen Stoffhandschuhe im Unterhaus« erörter«. Im weiteren Verlause der Woche werde anläßlich der Kreditvorlage eine Aussprache über das Entschädigungs- Problem und die Fruge der interalliierten Schulden erfolgen. Der Premierminister dürfte voraussichtlich dabei manches sagen, was er unter anderen Umständen zunächst Pvincare gesagt haben würde.
Paris, 31. Juli. Nach einer Meldung des „Petit Pärisien" auS Rom hat Lloyd George gestern eine Note überreichen lassen, in der er der italienischen Rcgterung mitteilt, daß die in London geplante Konferenz nicht vor Beendigung der italienischen Ministerkrisis abgehalten tverde.
Poiucar- will die starke Karte auSspielen.
PartS, 31. Juli. ,Ere Nouvelle' schreibt, wenn die dem Blatte zugegangenen Informationen richtig feien, habe der Ministerprästdent Vie Absicht, dem Rate der Verbündeten eine Finanzierung vorzuschla- pcn. Aber wenn man sich seiner Ansicht nicht an- schließ oder wenn Deutschlmid ihm ein »non posfu- muS" entgegensetze, sei et entschlossen. In kürzester Frist zu Sanktionen, selbst $n militärischen, überzuaeben. Poincare wolle um leben Preis etwas tun. Wenn er mit dem positiven TeU seines Planes unterliege, glaube er, es bleibe ihm ntchtS »lehr übrig, als die starke Karte abSzuspielen.
Der Snieigenotet« beträgt für den S gefp. Zeilenmillimeter 1.50 Mk, amtliche und -asm. Anzeigen 2.00 Mk. Andere ’ -.....
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Es wird versichert, daß er ihm di« Bildung des Kabinetts angeboten habe. De Facta hat sich seine Antwort darauf Vorbehalten. Der Versuch Factas wird als sehr schwierig bezeichnet, da noch tiefe Gegen- sätze die politischen Parteien trennen. Wenn es, wie man glaube zur Entscheidung kommen sollte, wird Facta, wie man als sicher annimmt, das Kabinett mit den Demokraten, der katholischen Volkspartei und der Rechten unter Beibchaltung mehrerer bisheriger Mtarbeiter und des früheren Programms bilden.
Facta hotte hn Laufe des Tages mit Vertretern bet verschiedene^ parlameutarifcheu Gruppen Ad-
George Poinrare eingeladen hat, sich mit ihm am 7. August in London zu treffen. Lloyd George schlage vor. die Beratungen auf die Entschädigungsfrage zu beschränken. Es heißt, daß auch Italien und Belgien eingeladen werden sollen, Vertreter zu entsenden.
Nach HavaS hält man eS für wahrscheinlich^ daß die Besprechungen in der zwetien oder sogar in der dritten Augustwoche ausgenommen werden.
London, 31. Juli. Der „Sundad Time»" zufolge gedenkt Lloyd George ungefähr am 10. August
Die Haltu-ig der Deutschen Volkspartei.
Berlin, 31. Juli. In der „Zeit" bemerkt der pollsvarteiliche Abgeordnete Dri Mittelmann unter der v.eberschrift „Grundsätzliches zur Lage": Die Weimarer Verfassung muß di« Richtschnur für den Wiederaufbau des Vaterlandes bleiben. Sie gilt es vor gewastsamen Umsturzversuchen von links wie rechts mit aller Energie zu vertechigen. Die Weimarer Verfassung ist der schützende Damm, hinter dem der Wiederaufbau des Vaterlandes sich vollzieht, und sie muß von allen wahrhaft staatserhaltenden Elementen als solcher anerkannt werden. Wenn sich die Deutsch« Volkspartei erneut ausdrücklich zu dft- srr Verfassung bekannt hat und die in ihr vorgesehene republikanische Staatsform als di« einzig mögliche bezeichnete, unter der der Wiederaufbau des Vaterlandes möglich sei, so sprach sie damit eine an sich nur selbstverständliche Taisache aus und truc dadurch, °vaß sie das wie eine Erlösung wirkens? Wort ’n diesem Augenblick aussprach, unendlich diel zur Rettung aus der so höchst verworrenen Lage bei. Unter diesem Ge- sichtspunN will auch die Zustimmung zum Gesetz zum Schutze der Republik gcwückwt werden. Daß wir durch die Annahme des Gesetzes unser Denken nicht in Fesseln schlugen und unser monarchisches Gefühl als solche? nicht aufzugeben gewillt tvaren, ist selbstverständlich. Den Parteien, die unser« Mitwirkung bei der Gesetzgebung nicht entbehren können ,muß dieses offene Schechen zwischen Theorie und Praxis lieber {ein, als
Kräften auf einen Punkt: den Dollar. Das Vertraue» des deutschen Kapitalbesitzers zur Mark scheint völlig geschwunden zu sein, denn nur so ist e» erklärlich, daß durch Dollarankäufe die amerikanische Währung i» Deutschland immer höher im Werte steigt und bie deutsche Mark sich immer mehr dem reinen Papierwert nähert. DaS Unnatürliche dieser Entwickelung kommt besonders darin zum Ausdruck, baß deutsches Geld i» der letzten Zeit auf dem innerdeutschen Markt ein gesucht«'. Artikel geworden ist und ganz gewinnbringende Anlage» finden könnte. Der Dollar wird aber unter allen Um« ständen vorgezogen. Dieselbe Flucht vor der deutsche» Mark im Auslande. Auch hier entäußert man sich der deutschen Währungszeichen in einem Stimmungsanfall, der von einer Börsenpanik nicht mehr weit entfernt ist. Auch hier hat man jede» Vertrauen verloren. Nach de» Gründen dieser Erscheinung braucht man nicht lange z» suchen. Die Fieberzustände innervolitischer KrisiS folgen einander in Deutschland seit Monaten fast ununterbrochen. Durch den bayerischen Konftikt ist die Gefahr de- ReichszerfalleS drohend aufgetaucht. Können wir uni darüber wundern, wenn der ausländische Beobachter mit diesem Krankheitsbild vor Augen in seinem Vertraue» erschüttert wird, daß Deutschlaich doch trotz allem noch stark und gesund genug ist, um sich wieder auszurichten? Man hat im deutschen Volke alle Veranlassung, sich diese Fragen mit allem Ernste selbst vorzuhalten.
Das schwindende Zutrauen in Teutschbliid selbst hat einen sehr greifbaren Grund. Man spürt e», daß Hl Erfüllung-Politik in eint Krisis geraten fRJ der sie sich twtz des besten Willens der deutschen Regierung nicht mehr entziehen kann. Indessen, oiese Ent« ■ deckung ist nicht mehr neu. Diese Kr'sis ist |a von der! deutschen Regierung selbst in dem Augenblick aner» 1 f annt worden, in dem das deutsche Gesuch um völlige Stundung der baren Entfchäöigungslnstungen abging. Seitdem hat sich aber die Lage bedeutend erschwert und verschlimmeit. Immer mehr hat der Glaube a« Boden gewonnen, daß es minvestens ungeheuer schwer, wenn nicht ganz u n m ö g l i.ch fein werde, die Knsi» der Erfüllungspolitik heil zu Überstehen.
Man erinnert sich des Weges, den die Erfüllungspolft.'l gehen sollte. Sie sollte durch die Erfüllung zu dem Beweise führen, daß die Erfüllung unmöglich fei, und damit die Wendung zum Bessern schaffen d y die Wendung zur Stundung, zur Krckithilse und Anleihe, zur Atempause. Dieser Hoffnung zuliebe hat die deutsche Regierung eine neue und unendlich schwere Last auf sich genommen, die Finanzkontrolle. Aber die Hoffnung selbst ist von Tag zu Tag schwächer geworbt«. Sit scheint ihren letzten Halt verloren zu haben, fett, Poincare eine Note an Deutschland unterzeichnet hat, in her er kurz und bündig ankündigt, daß binnen 10 Tage»!
KM unö die AW'MzMWN.
’ Berlin, 31. Juli. Die heute eingegangene an üt» deutschen Botschafter in London gerichtete Antwort d"- englischen Regierung auf die deutsche Note Vom 1 0:Ii 1922 wegen der Barzahlungen im Ans- tzßeichsk: i :a hren ist datiert vorn 26. Juli und lautet: „Ich beehre mich, den Empfang der Note Euere? Exzellenz vom 14.7. zu bestätigen, welche sich auf die Achtungen bezieht, zu denen Deutschland gegenüber den >err ’ ibeten Ausgleichsämtern nach Abschnitt 4 des Tei- l-c i< auS dem Vertrag von Versailles verpflichtet ist. 5t - Regierung Seiner Majestät nimmt an, daß eine gleiche Note an bie anderen beteiligten Regierungen gerichtet worben ist und beabsichtigt, die in Ihrer Note mi fgeworfenen Fragen baldigst mit den anderen beteiligten Mächten zu erörtern, um zu gegebener Zeit in Gemeinschaft mit den anderen verbündeten Mächten der deutschen Negierung ihre Antwort zu erteil«»"
sprechungen. Die Sozialisten drohen mit dem Allgemeinausstand, wenn die Fragt nicht auf Grund der von der Kammer angenommenen Tagesordnung gelöst Wick.
Ein neues Kabinett de Fncia?
Rom, 31. Juli. Orlando erklärte dem König, daß es ablehnt, das Kabinett zu bilden.
Der König hat heut« früh de Facta empfangen.
T Während Frankreich am gleichen Tagt (26. Juli) 15» auf 10 Tage befristetes Ultimatum gestellt hat, das bei Ablehnung der Herabsetzung der Zahlungen neue Zwangsmaßnahmen androht, erklärt England, diese Frage erst mit den anderen Mächten beraten f vnd dann eine gemeinsame Antwort erteilen zn wollen.
Es nimmt also einen anderen, gemäßigteren Stand- Punkt als Frankreich ein ähnlich wie Belgien, <d>as erfiärt, die Frage der Entschädigungszahlung könne von der Frage der Ausgleichszahlungen nicht getrennt Wecken.
s Äebte ablehnende Antwort Deutschlands.
Berlin, 1. Aug. Nach den Morgenblättern hat ßws Reichskabrnett den Wortlaut der Antwortnote en Frankreich festgestellt. Die Note Wick heute dem französischen Ministerpräsidenten überreicht und dann veröffentlicht werden. Die Reichsregierung nimmt in Hrem Antwortschreiben keine positiv ablehnende Ant- ‘ Wort ein, sondern erklärt vor allem, daß nach ihrer Auslassung die Frage der Ausgleichszahlungen von den I» B tracht kommenden Regierungen gemeinsam ■ 'deba..oelt wecken müsse und die Entschädignngssrage von der Behandlung der Ausgleichszahlungen nicht ietrennt werden könne.
London, 31. Juli. Der gestrige Tag stand »eieben der großen Kundgebungen gegen bett Krieg, He tn London Birmingham, Liverpool, Manchester tob über hundert anderen Städten und Dörfern Großbritanniens veranstaltet wurden. In London dewcgten sich nachmittags vierzig große Demon- Mastonszüge, bestehend aus religiösen und Arbeiter- -rrcinigungen, ehemaligen Kriegsteilnehmern, Frauen- >er einen usiv. mit Fahnen und Bannern unter Voran-1 ttlh von Musikkapellen von verschiedenen Puntten der einst nach dem Hydepark. Dort waren zwölf große ncdi'.ertribünen errichtet, von denen etwa sechzig Red-. Hr, baruntar elf ausländische, Ansprachen hielten. Die keiinchmer nahmen eine Entschließung an, in der den • anderen Ländern veranstalteten ähnlichen Kund-
Marburg
Dienstag, den 1. tlugnlt
Erntiuz.
morgen Antwort Amerns.
München, 31. Juli. Wie die „Münchener Ztg." hört, dürste die Entscheidung über den Inhalt der Antwort der bayerischen Regierung <ntf den Brief des Reichspräsidenten heute noch nicht, sondern wahrscheinlich erst am Mittwoch fallen. An anderer Stelle schreibt das Blatt, daß die Frag« der Erweiterung der Regierungskoalition in Bayern durch den Eintritt der Deutschuationalen und der Deutschen Bolkspartei neueckings in ein akuter Stadium zu treten scheine. Anzeichen dafür seien vorhanden, daß
Mifigg Wentos.
London, 31. Juli. Reuter meldet aus Athen, die Ankündigung des Oberbefehlshabers der verbündeten Streitkräfte in Konstantinopel zu widersetzen, habe in Athen tiefen Eindruck gemacht. Am 29, Juli sei ein zweistündiger Kabinettsrat abgkhalten worden.
Eine weitere Athener Meldung besagt, es verlaute, daß der Entschluß der Regierung, der in der Note an die Verbündeten mitgeteilt worden sei (Besetzung von Konstantinopel), gegenwärtig nicht ausgcsührt werden solle.
Havas meldet aus London, daß zwischen England und Frankreich eine Verständigung über die zum Schutze der Neutralität Konstantinopels einzunehmende Haltung erzielt wocken sei. Man glaubt übrigens, ein weiteres Eingreifen der Verbündeten vermeiden zu müssen und daß eine militärische Demonstration der Griechen gegen Konstantinopel höchst unwahrscheinlich sei.
Ein Besprechung in Aussicht genommen. -H
London, 31. Juli, Im Unterhause erklätte Lloyd George aus Anfragen, am 29. d. MtS. habe der englisch« diplomatische Vertreter in Athen die griechische Not« empfangen, di« sich auf eine Besetzung Konstantinopels durch die griechischen Truppen bezieht. Am gleichen Tage habe der britische Vertreter in Athen entsprechend den aus London cingegangenen Jnstrurtioncn die griechische Regierung vor den ernsten Folgen gewarnt, bie ein derartiger Schritt nach sich ziehen würde. Dw griechische Minister des Auswärtigen hab« daraus eint bestimmte Versicherung abgegeben, daß die griechischen Streitkräfte keinesfalls ohne die Erlaubnis der Verbündeten in die neutrale Zone einrücken würden. Auf eine Anfrage, ob Aussicht darauf bestehe, daß all« Signatarmächte des Vertrags von Sevres baldmöglichst zu einer Konferenz zusammenberufen würden, enviderte Lloyd George, eine derartige Konferenz sei gegenwärtig n i ch 1 in Aussicht genommen, dagegen eine Zusammenkunft der interessierten Hauptmächte und der Regierungen von Athen, Konstantinopel und Angora.
> Drohung der lemakistifchen Regierung.
London, 31. Juli. Einer Exchange-Meldung aus Konstantinopel zufolge erfiärte die kemaMische Regierung, wenn die Griechen die Tschataldscha-Linke überschreiten würden, so würden die kemalistischen Streitkräfte durch bte neutrale Zone von Dertnje (bet Jsmib) auf Konstantinopel marschieren.
Parts, 31. Juli. Nach einer Havasmelbung aus Konstantinopel soll bet Tschatalbscha ein «eiter Z u - s a m m e n st o tz zwischen irregulären unb griechischen Trnvpen unb türkischer Gendarmerie stattgesunde« baben, bei dem die Griechen aus der neutralen Zone hinausgebrängt worben seien.
Smyrna selbständig erklärt.
Smyrna, 31. Juli. (HavaS.) Der griechische Oberkommiffar Sterkiabes hat gestern bte Autonomie Yon Smyrna proklamiert. Die Proklamatton ist
6Daltenbteiten entipredjenb. Bei schwierigem Satz §7
oder den.Raum über si, Seite einnehmende An- öl« ö >'JHje
enbreite b#Terhit#f M» <Tnf -9«4f« ik nn
1922
nicht bereit erklärt, die Ausgleichszahlungen tn der bisher vereinbarten Höhe von 2 Millionen Pfund, b. h. 40 Millionen Gold mark monatlich zu zahlen. . DaS U»> sinnige dieser Bedingung braucht nicht noch einmal bewiesen zu wecken. Wenn Deutschland den Nachwett trbracht hat, daß eS 50 Millionen Mark bart Ent- schädigungsleistungen im Monate nicht zahlen kann, so/ft cs der reine Hohn ihm zuzumuten, daß eS die Zahl»»! von 40 Millionen Goldmark Ausgleichsgelder unvermindert aufrecht erhält. . , j
Wit die Krisis der deutschen Ersüllungspolitik wirklich uusgthen wick, vermag niemand zu sagen. Die deutsche Regierung null erllären, daß Deutschland in seiner gegenwärtigen Finanz- und Währungslaae außerstande sei, der französischen Forderung nachzukommen. Wecke« die französischen „Maßnahmen" dann automatisch eintreten? Die Verhältnisse auf der Gegenseite sind f« undurchsichtig, daß man daraus kein« Antwort zu gebe» vermag. Die französisch« Poutik ist zw«ifellos darauf angelegt, auf England einen Druck auszuüben. Poincank will durchsetzen, daß im Falle lluer Stundung und einer darauffolgenden internationalen Anleih.: Frankreich mit Vorzug behandelt wird. S'it ein paar Tagen spielt auch der griechisch-türkische Konflikt in den gegenseitigen Beziehungen der Verbündeten eine große Rolle. Inzwischen tretet das deutsche Schilf fast hilflos auf den Wellen, man hat noch nie die feste Hand am Steuer so schmerzlich vermißt wie heute . 1
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MMM.
Polnische Grenzverletzung. -
Berlin, 31. Juli. Im westlichen Teil des over- schlesischen Kreises Tarnowitz sand nach dem „Berliner' Lokalanz." eine Grenzüberschreitung durch polnisches Militär und Polizei statt. Aus die düng von dem Vorfall rückte deutsche Schutzpolizei^ heran. Die Polen traten darauf den Rückzug an. Erntearbeiter sollen von ihnen mit Karcckinern bedroht wocken fein.
EilMds Wt vor iWrtitfk
Das Urteil VanderlipS.
Berlin, 31. Juli. Frank Vande rlip sandte, tote den Blättern aus München berichtet wird, zum Abschluß seiner Europafahcl einen ausführlichen Kabelbericht über seine Eindrücke an neunzehn der größten Zeitungen der Bereinigten Staaten. Es heißt torin:
Der Gewaltfriede wurde in Paris geschlossen. Dieser 1 Friede entbehrt jedes Atoms von Gerech- stlgkeit und jener Hoffnung auf Brüderlichkeit, von dec Wilson träumte. Warum stellt England »icht ein Programm für den Wiederaufbau Europas huf und drückt eS bann durch? Was ich für den torhrcn Grund der Halblühmung des britischen Aftions- spistes halte, das gab mir den größten Schlag von-allem, has ich in Europa kennen lernte, nämlich: Bulldogg- h8Linb hat Angst vor den 2700 franzö-
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