OlmMchc
Zeitung
3weites Blatt
Nr. 170
Sonnabend, 22. Juli $>tutri 1922
" MAl-AWI«.
Die innerpolitische Lage. — Die Forderungen des karantieausfchnsses. — Kein Flickwerk, sondern
Revision.
L
Die Mörder Rathenans haben sich selbst gerichtet. Machdem sie versucht hatten, sich der irdischen Verant- iPOTtung für ihre Bluttat zu entziehen, haben sie nun pnen der beiden Wege beschritten, die ihnen, wenn sie poch einen Rest von Ehrgefühl im Leibe hatten, noch allein verblieben: Selbstrichtung oder Gestellung. Sie hoben den ersteren vorgezogen und damit ihr Verbrechen tzcsühnt, soweit eine menschliche Sühne möglich war. Das Verfahren gegen die Mithelfer, Begünstiger und Mitwisser schwebt. Der Reichstag hat alle tont vorgelegten Gesetze zum Schutze der Republik angmommen. Damit kann eine Periode abgeschlossen sein, die Deutsch- |.iab mit ihrem krisenhaften Treibe» und mit ihrer parteipolitischen Fehdesucht wieder einmal bis an den gi:nb des Abgrundes brachte. Soll sich die innere Ikuhe wieder einstellen, sollen wir unsere ganze Kraft dem brennenden außenpolitischen Problem zuwenden können, so wird die Linke darauf verzichten müssen, die Politik der letzten Tage fortzusetzen. Der Druck der Straße und der Gewerkschaften muß aus dem pMtisch-parla- Mentarischen Leben wieder verschwinden, die parteipolitische Ausnützung des Mordes an Rathenau durch Reden. Umzüge, Versammlungen, Zeitungsauffätze und Ausstände, die gackze Radikalisierung des öffentlichen und Privat-Lebens einer ruhigen, intensiven Wirtschaftsführung und Arbeitsleistung weichen. Die sozialistischen Parteisekretäre müssen sich damit abfinden, daß sie n i ch t die wichtigsten Leute int Lande sind, so sehr sie er wünschen mögen, ihre Existenznotwendigkeit durch Versammlungsreden und Protestkundgebungen möglichst häufig zu erweisen. Wenn diese Herren hin und wieder auch einmal einen Blick in andere als ihre Partei- o' Berirksblätter würfen, würden sie gewahr werden, ioelche Früchte die maßlose, besonders von ihnen genährte. Agitation gegen rechts getragen hat. Freilich dürfen sie cs sich nicht so unverantwortlich leicht machen, die Berichte der nichtsozialistischen Presse einfach als falsch zu bezeichnen. Vorgänge ' wie die in Darmstadt und Marienburg sind, in ihrer Brutalität so klarliegend daß es nichts zu beschönigen gibt, auch wenn die Schuld wie überall auf auswärtige Elemente abznwälzcn versucht wird. Sich selbst haben diese doch wohl nirgends von ihrem Arbeits- und Wohnort anderswohin ab- kommandiert. Wer aber kommandiert, das ist immer und überall so, der trägt auch die Verantwortung.
n.
Eine amtliche deutsche Mitteilung hat gestern endlich llk'er die Verhandlung zwischen der deutschen Regie- fttna und dem Garantieausschuß Aufschluß gegeben, nachdem die Pariser Blätter bereits genaue Angaben über die Bedingungen gemacht hatten, die Deutschland auferlegt werden sollen. Es offenbart sich auch diesmal wieder die völlige Verkehrtheit eines solchen Verfahrens. Es ist selbstverständlich, daß die Pariser Blätter die Dinge möglichst ungünstig für uns darstcllen, und wenn die deutsche Presse zu der Angelegenheit Stellung nehmen will, so bleibt sie häufig auf die oft recht trüben Pariser Duellen angewiesen. Auch jetzt wird durch die amtliche deutsche Veröffentlichung kein volles Licht verbreitet. Es wird nur angedentet, daß ein Kontrolldienst, den das Reichssiimuzministerium einrichtet, dem GarantieauS- fchuß tir Möglichkeit geben wird, sich von der Wirksamkeit der deutschen Kontrolle zu überzeugen. Ferner wird mitgeteilt. daß , der Reichssinanznunister dem Garantie- misschuß künftig regelmäßig Informationen über die Einnahmen und Ausgaben erteilen wird. Schließlich wird noch bemerkt, daß die deutsche Regierung dem Vortlage des Garanticausschusses beigetreten ist, nachdem klebereinstimmung darüber sestgestcllt war, daß die Son- deiänitat des Deutschen Reiches durch die rmrgesehenen Maßnahmen nicht angetastet wird. Es ist selbstverständlich, daß hier der Schwerpunkt liegt. Gegen eine deutsche Sparsamkeitspolitik ist nichts einzuwenden, wenn sie aus freiem Willen durchgesührt wird. Es wäre aber unerträglich, wenn dem Organ auswärtiger Mächte die ■MHHHaaKrr-r - । । 1
3m Schatten.
Ortzinal-Roman von Erich Eben stein.
(Nachdruck verboten.)
Urheberrecht 1921 durch Greiner & Co., Berlin W. 30.
4. Fortsetzung. ...
3. Kapitel. ' ~ '
Spätherbststurm fegte durch die Straßen. Brigitte, »ie eben aus der Stadt zurückkam, wo sie für Isolde Einkäufe besorgt hatte, kämpfte sich mühsam vorwärts von der Endhaltestelle der Straßenbahn gegen die Billa Carmen zu.
Manchmal raubte es ihr fast den Atem und ihre zarte Elfengestalt schwanke hin und her, so wild warf sich ihr der Wind entgegen hier auf dem ungeschützten, hochgelegenen Gelände. Dann gab es ihr jedesmal einen Stich ins Herz: Me mußte dieser gräßliche Nordwind erst auf den serbischen Hochebenen und Gebirgen wüten, wo Elert nun schon so. lange mit seinem Regiment stand?
Er schrieb freilich immer an Isolde: „Mr gehr es ausgezeichnet mache dir nur keine Sorge um mich."
Aber das schrieb er doch nur, weil er sie liebte und In seiner Selbstlosigkeit nicht wollte^ daß sie sich beunruhigte.
Als ob sie sich je Gedanken darüber machte, was er vielleicht litt und entbehrte, seit er wieder im Feld war. Isolde hatte ganz andere Dinge im Kopf. Ti« Vegte sich vielmehr darüber auf, daß Fritzchen Hritz- Utann sie jetzt plötzlich so kalt stellte und die sonderbare Laune zeigte,ihr — Brigitte — zn huldigen. Kein Tag seitdem, daß Isolde sie nicht in beißenden Bemerkungen förmlich dafür verantwortlich machte. Und wenn sie einander bis dahin wie in stillschweigender Abmachung gemieden hatten, weil sie eben zu verschiedene Naturen waren und sich nicht verstehen konnten, so war nun chr Verhältnis ein recht unerquickliches gewogen. Denn Brigitte konnte inner« kich einen gewissen gereizten Groll gegen Isolde nicht
Befugnis zugcdilligt werden sollte, sowohl unsere Finanz- gesetzgcbung wie unsere Finanzverwaltung daraufhin zu kontrollieren, daß den Anweisungen des Garantieausschusses Folge geleistet wird. Die französischen Blätter behaupten, daß Deutschland nicht nur seine Finanz- verwaltung, sondern auch seine Finanzgesetz- gebung der Kontrolle des ausländischen Gläubigers unterwerfen soll. Wie die Regierung sich dieser Forderung gegenüber verhalten wird, läßt sich noch nicht erkennen, wenn man auch annehmen kasm, daß sich ein ganz natürlicher starker Widerstaitd gegen eine solche Herabwürdigung der deutschen Souveränität regt.
HL
Es ist das Verhängnis der gesamten Entschädigungs- Politik. daß sie innerlich und äußerlich aufs engste mit dem Vertrag von Versailles verbunden ist. Dieser sogenannte Friedensvertrag ist die Quelle allen liebel3. Und da er seinem ganzen Wesen nach ein Mittel ist, um den Krieg gegen Deutschland fortzusetzen, 'o kann die Entschädigungspolitik nicht den rechten Wep finden, solange sie mit dem Vertrag von Versailles verknüpft ist. Die Durchführung der Entschädigungspolitck auf Grund des Versailler Diktates ruht in den Händen der sogenannten ReparationSkommission, und wie dieser Ausschuß, so hat auch der Garantieausschuß nur den engen Horizont vor Augen, der durch den Vertrag von Versailles begrenzt ist. Deutschland, der moralisch zu harter Strafe verurteilte Schuldner, die Reparations- kommission, die zur Vollstreckung des Urteils eingesetzte Vollzugsbehörde — so malt sich die Welt in den Köpfen der diplomatischen Vertreter, die in der f»genannten Reparationskommission und in dem Garantieausschuß sitzen. Daß in England die allgemeine Stimmung kür eine durchgreifende Revision des Friedensvertrages und des Ultimatums vorhanden ist, daß in Amerika die gleiche Anschauung vertreten wird, daß der AnleiheauSi- schuß in Paris, gestützt auf die Autorität des Amerikaner? Morgan, die gründliche Revision der Entschädignngs- no'itit als Voraussetzung einer jeden wirtschaftlichen Gesundung Deutschlands, Europas und der Welt bezeichnet hat — alles das berührt die Herren deS Ent- schädigungs- und des Garantieausschusses nicht im geringsten. Für sie gibt es nur die Frage: Wie können die Ansprüche, die gegen den deutschen Schuldner aus Grund des Versailler Vertrages bestehen, verwirklicht werden? Hier sind nicht Politiker am Werke, sondern Gerichtsvollzieher, die für einen kurzen Zahlungsaufschub einen Wechsel auf unveräußerliches Eigentum des Schuldners verlangen. Eine derartige Politik liegt völlig außerhalb der Bahn, die uns roieber in die Höhe führen kann, liegt auch völlig außerhalb der Politik, die England und Amerika int Auge haben. So wird auch hier wieder mit furchtbarer Deutlichkeit klar, daß allrs Quacksalbern ebensowenig etwas hilft wie die Eisenbartkur, die Herr Poincare von Zeit zu Zeit empfiehlt. Das einzige Rettungsmittel ist die Beseitigung «des Nebels an seiner Quelle: Revision des Versailler Vertrages und des Londoner Ultimatums.
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Turnen, Goiti uni) Sport.
Jugendwettkümpfe.
Ergebnisse des Bezirks-Jugendfestes am 16.7.1922, auf dem Platze des Turn- und Svort-Vereins 1860:
1. Jahrgang 04/05 Knaben: 100 Meter-Lauf: 1. Heinz Fischer, 13 Sek., 2. Fritz Günther, 13,1 Sek., V. f. B. Marburg, 3. Heinrich Heidel, 13,2 Sek., T.V. Franlenberg. 300 Meter-Lauf: 1. Franz Krüger, 43 Sek., V. f. B. Marburg, Knott, 43,1 Sek., T. V. Frankenberg, 3. Heinrich Günther, V. f. B. Marburg, 4. Schwteder, T.V. Frankenberg. 1000 Meter- Lauf: 1. Karl Gutbard, 3,14 Min., V. s. B. Marburg, 2. Otto Renk, 3,14,2 Min., Germania Marburg. 3. Heinrich Günther, V. f. B. Marburg. Kugel- stoßen: 1. Rudolf Bieck, 11.42 Meter. V.f.B. Marburg, 2. Karl Textor, 9.65 Meter. 1860 Marburg, 3. Fritz Schneider, 8.55 Meter, T. B. Frankenberg, 4. Willi Schraub, 1860 Marburg, 5. Schwteder, T. V. Frankenberg. Speerwerfen: 1. Karl Tenor. 39,70 Meter, 1860 Marburg, 2. Heinz Fischer, 33,10 Meter, V. f. B. Marburg, 3. Walter Kirsch, 4. Wilh. Ermisch, 5. Otto Lachmund, 1860 Marburg. 4 mal 100 Meter-Staffel: 1. V.f.B. Marburg, 2. Germania Marburg, 3. T. V. Frankenberg. Weit- loswerden. Für sie war eben Isoldes Verlobung das Guckloch in eine ändere Welt geworden. Elert und seine Eltern — das waren andere Menschen, als sie bisher im Oppachschen Hause kennengelernt. Menschen, in denen alles Hohe, Reine, Gütige dieser Welt sich vereinigte.
Es war zum Lachen, daß man daneben einen Heitz- mann beachten konnte. „Drückeberger" hatte Elert ihn am Tage vor seiner Abreise noch verächtlich genannt. Denn Heitzmann sollte eigentlich mit derselben Marschabteilung tote er ins Feld hinaus. Aber am Tage vor der Abreise „stürzte" er ganz merkwürdigerweise so ungeschickt vom Pferd, daß er fick' den "Fuß verstauchte und nicht mitkonnte. Er^ der die sanfteste Stute der Schwcchwn ritt und ein brillanter Reiter war.
„Schwindel," sagte Elert, als er es Isolde erzählte.
„Ich sah es ganz genau, wie er seine Bcssie absichtlich unruhig machte und dann wie ein Sack herunterplumste. Schämen muß man sich, so was Kamerad zu nennen."
Isolde sagte nichts. Als aber Elert gegangen war, lachte sie: „Man darf ja Elert nicht widersprechen in seinem Tapferkeitsdusel, aber ich finde, Fritzchen batte ganz recht. Er ist seines Vaters einziger Sohn, warum soll er sich in die Gefahr begeben, totgeschossen zu werden? Und wir im Hinterland sind doch auch froh, wenn uns nicht alle jungen Männer entführt weiden."
Der dumm« Krieg! Es war eines von Isoldes Lieblinasworten und Brigitte hatte öfter bemerkt, wie peinlich Elert dadurch berührt wurde. Immer hatte es sich dann wie Schatten über seinen leuchtenden Blick gesenkt und in sein schönes edler Gesicht trat ein gequälter Ausdruck.
Aber auch das begriff Isolde nicht, daß ihm dieser Krieg eine große heilige Sache war.
Ach, si «begriff so viÄes nicht an ihm.
Brigitte fuhr plötzlich aus ihren Gedanken aus.
„GuZssn Abend, gnädiges Fräulein," hatte eine
sprung: 1. Franz Krüger, 5,70 Meter, V.s.B.Marburg, 2. Heinz Fischer, 5,40 Meter, V f. B. Marburg, 3. Wilh. Ermisch, 1860 Marburg, 4. Heinrich Heidel, T. V. Frankenberg, 5. WM Hildemann, V.f.B. Marburg, 6. Karl Textor, 1860 Marburg. Dreikampf: 1. Heinz Fischer, 1667» Punkte, V.f.B. Marburg, 2. Karl Textor, 13644 P., 1860 Marburg, 3. Franz Krüger, 1257, P., V. f. B. Marburg, 4. Heinrich Heidel, T. B. Frankenberg.
2. Jahrgang 06/07: 100 Meter-Lauf: 1. Jakob Strauß, 13,3 Sek., V. f. B. Kirchhain, 2. Stowe. Kraft, 13,4 Sek., V. f. B. Kirchhain, 3. Fr. Taubeneck, 14,1 Sek., V.f.B. Marburg. 500 Meter-Laus: 1. Ludwig Renk, 1,26,1 Min., Germania Marburg, 2. Heinrich Strauß, 1,29 und Heinrich Kraft, 1,29, D.f. B. Kirchhain. Kugelstoßen: L Jakob Straub, 9,09 Meter, 2. Konrad Kraft, V. f. B. Kirchhain 3. Karl Fischer, V. f. B. Marburg, 4. Ernst Römer und Heinrich Diehl, V.f.B. Kirchhain. Hochsprung: 1. Henn. Jngramm, V. f. B. Marburg, 2. Heinrich Rtetsche, 1860 Marburg, 3. Rudolf Paepke, T.V. Frankenberg, 4. Ernst Römer. V. f. B. Kirchhain. 4mal 100 Meter-Staffel: 1. V.f.B. Kirchhain, 59,1 Sek., 2. V. f. B. Marburg 60,2 Sek. Dreisprung: 1. Jakob Strauß, 9,95 Meter, 2. Konrad Kraft, V. f. B. Kirchhain, 3. Friedrich Taubeneck, V. f. B. Marburg, 4. Arthur Jakobh, Gladenbach, 5. Heinrich Diehl, V.f.B. Kirchhain, 6. Heinr. Rtetsche, 1860 Marburg.
3. Jahrgang 08 und jüngere Knaben: 75 Meter- Lauf: 1. Henrich Ermisch, 10,1 Sek., 1860 Marburg, 2. Walter Süchtig, 10,3 Sek., V. f. B. Marburg, 3 Y. Wagner, 10,4 Sek., Germania Marburg. Schlag- balltoettwurf: 1. Konrad Neebe, 56,50 Meter, 2. Heinrich Hankel, 54.10 Meter, V. f. B. Kirchhain,. Heinrich Kappes, 1860 Marburg, 3. Heinrich Ermisch, 53,30 Meter, 4. Hans Meter, 1860 Marburg, 5. Hans Brauer, Germania Marburg, 6. Wilh. Valentin, Gladenbach, 7. Benjamin Bourlon, V.f.B. Marburg, 8. Willi Beaupin, 1860 Marburg, 9. A. Brauer, Germania Marburg, 10. H. Ackenbach, 1860 Marburg, L. Zacharias, Gladenbach, 11. K. Wertheim, V. f. B. Kirchhain, 12. W. Kletnhenn, T. V. Frankenberg, 13. Oskar Kopp, V. f. B. Marburg, 14. H. Merle, 1860 Marburg. 15. H. Köttner, V. f. B. Marburg. Weit- sprung: 1. Konrad Neebe, 4,50 Meter, V. s. B. Kirchhain. 2. Walter Lücknig, 4,45 Meter, V.f.B. Marburg, 3. Karl Biecker, 4,36 Meter, 1860 Marburg. 4. Hans Wagner, Germania Marburg 5. Willi Beaupin, 1860 Marburg, 5. H. Hankel, V. f. B. Kirchhain, 6. H. Kappes, 1860 Marburg, 7. H. Ermisch, 1860 Marburg, H. Werner, Germania Marburg, 8. H. Böttner, V.f.B. Marburg, 9. H. Brauer, Germania Marburg, 10. B. Bourlon, V. f. B. Marburg, 11. K. Schutz, V. f. B. Marburg, 12. H. Achenbach, F. Tänzler, 1860 Marburg und K. Wertheim, B. f. B. Kirchhain. 4mal 50 Meter-S täfel: 1. 1860 Marburg, 2. Germania Marburg.
4. Jahrgang 04/05 Damen: 100 Meter- Lauf: 1. Friedel Gören, 15 Sek., 1860 Marburg, 2. Gretel Schubert, 16 Sek., 3. Waldtraut Sell, 16,1 Sek., B. f. B. Marburg. W e i t s p r u n g: 1. Friedel Eyren, 4,43 Meter, 1860 Marburg, 2. Waldtraut Sell, 4,21 Meter, V. f. B. Marburg, 3. Aenne Himmrich, 3,78 Meter, 1860 Marburg. Kugelstoßen: 1. Waldtraut Sell, 5,90 Meter, V. f. B. Marburg, 2. Aenne Himmrich, 5,33 Meter. 3. Friedel Ehren, 4 45 Me-er, 1860 Marburg . 4mal. 100 Meter-Staffel: 1. 1860 Marburg, 1,7,3 Min., 2. V. f. B. Marburg, 1,12,2 Min.
5. Jahrgang 06/07 Damen: 75 Meter-Lauf: 1. Gertrude Schmidt, 12 ©et„ 2. Gertrude Jentzsch, 12,1 Sek., 3. Trinchen Haupt, 12,3 Sek., sämtlich 1860 Marburg. Wett sprung: 1. Gertrude Schmidt, 4,30 Meter, 2. Trinchen Haupt, 3,80 Meter, 1860 Mar-' bürg, 3. Elisabeth Wessel, 3,75 Meter und Hertha Baum 3,75 Meter, V.f.B. Marburg. Schlagballwettwurf: 1. Hertha Baum, 46,05 Meter, V. f. B. Marburg, 2. Elise Naumann, 42,40 Meter, 3. Maria Wiese, 40,20 Meter, 1860 Marburg, 4. Elisaveth Wessel, V. f. B. Marburg, 5. Lisel Merlau, Gertrude Jentzsch, 1860 Marburg. 4mal 50 Meter- Staffel: 1. V. f. B. Marburg, 2. 1860 Marburg.
6. Jahrgang 08 und jvndere Mädchen: 50 Meter-Lauf: 1. Liselotte Raabe, 7,3 Sek., 2. Elfriede Krüger, 7,4 Sek., 3. Loktö Erdenberger, 8 Sek., sämtlich V. s. V. Marburg. Weitsprung: 1. Elfriede Krüger, 4,65 Meter, 2. Liselotte Raabe, 3. Lotte Erdeuberger, 3,85 Meter, 4. Käthe Elmshäuser, V. f. B. Marburg, 5. Martha Obinger, 6. Lina Mühlhausen, Germania Marburg, 7. Clementine Keßler, 8.
wchsbekannte Stimme Plötzlich gegrüßt und Herr Heitz- tnann tauchte an ihrer Seite auf.
„Welches Glück, sie doch noch eingeholt zu haben. Ich bin gerannt wie ein Warr, als ich sie vor mir erblickte." -
„Sehr überflüssig, Herr Heitzmann."
,.O bitte, für mich nicht. Sie wissen, wie ich mit den Minuten geize, die ich in ihrer Gesellschaft verbringen darf — oder sie könnten es wenigstens wissen. Eigens dienstfrei habe ich mich für heute nachmittag gemacht um — aber wollen sie mir nicht einen Teil ihrer Pakete zum Tragen geben? Sie find ja ganz bepackt."
„Danke, cs ist wirklich nicht nötig. Wir find auch bereits hier."
Sie empfand seine zudringlichen Aufmerksamkeiten immer wie eine Beleidigung. Er hatte doch Isolde geliebt und ganz sicher auf ihre Hand gerechnet. Bis zu ihrer Verlobung behandelte er Brigitte genau so hochmütig wie alle anderen im Haus. Dann plötzlich „entdeckte" er sie. Und nun —
„Was fällt dem Menschen nur ein?" dachte sie jetzt nn Innersten empört über seinen zudringlich schmeichlerischen Ton. „Macht er sich lustig über mich, ober will er Isolde nur ärgern?"
Isolde stand oben an einem der Fenster des ersten Stockwerks und sah die beiden kommen. Ihr Antlitz verfinsterte sich jäh. Auch sie dachte empört: Was fällt ihm nur ein? Will er mich ärgern? Oder — ? Und dann zornig: „Das muß ein Ende nehmen."
Schr külst empfing sie die beiden wenige Minuten später im Salon.
Gretel Schwemmer, V.f.B. Marburg. Schlag« ballweltwurf: L Gretchen Bunke, 39,90 ‘Stetet, 2. Clementine Keßler, 36,30 Meter, V.f.B. Marburg, 3. Christine Fischer, 35,20 Meter, Germania Marburg 4. Liselotte Raabe, Melitta Guthard, B.f.fB Marburg. 4nfat 50 Mter-Staffel: 1. und 2. B.t B. Marburg (ohne Konkurrenz).
Der Wert der Mark im Auslande.
Frankfurt, de« 21.7. 1922.
Für 100 Mark wurden gezahlt:
Sf werden
i»
heute:
vor dem Krieg:
gezahlt für:
Zürich Amsterdam
1.05 0.52
125.42 Fr.
59.20 «uld.
1 Fr. ISld.
Mk.
92.12
184.50
Kopenhagen
1.00
88.80 Kron.
1 Kr.
104.-
Stockholm
0.83
88.80 Kron.
1 Kr.
125.—
Wien
115.80 Kron.
1 Kr.
0.01
Prag
9.75.
117.80 Kron.
1 Kr.
10.55
London
2.18
97.80 Schill.
ISA. IDll.
10.60
New York
0.20
23.80 Doll.
485.-
Paris
2.45
125.40 Fr.
IFr.
4055
Berliner Produktenmarkt.
1125—11351 Futtererbsen
825 - 835
1010—1030
1800 -2000
Preise für 100 Pfd. ab Station: Berti«, den 21. 7. 922.
970-1005
830-835 1437-1612 1012-1112
690 1800-1900
'ßtalilian. Vollreis —
Kartoffeln —
Spesseerdsen, Viktoria-
erblen 1300-1350
Speiseerbs. kleinere 1100-1150
Ackerbohnen Linien Wicken
Lupinen blaue
„ gelbe Seradella alte
„ neue Trockenschnitzel Runkelrüben Möhren, rote ™ •; «elbe Mohn Torfinelasse Wiesenheu, lose Kleeheu Stroh drahigepretzt , gebündelt
Welzen Roggen Sommergerste Wintergerste Hafer Mais Weizenmehl Rozaenmehl Noggentleie Raps
Rübsen Leinsaat Reis
950 - 98*
950 -99*
950-110*
650 - 729 950-1100
630-65*
410-4501
205-2» — I
Frankfurter Vtehmarkt. Auf dem Fran*» furter Schlachtvichmarkt herrschte in Kleinvieh lebe- Haftes Geschäft, in Schweinen gedrückter Handel. Auf«; getrieben waren 632 Kälber, 155 Schafe und 37* Schweine. An Preisen wurden angelegt für 1 Zentner Lebendgewicht: für Kälber erste Qualitäten 4000 bis 4400 X, mittlere Qualitäten 3400—3800 X, fiw Schafe 2600—3000 X, für Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht 5500—320 .41, von 80—100 Kilogr. 6500 bis 6700 X, von 100—120 Kilogr. 6600—6900 X, Volk 120-150 Kilogr. 6500-6800 X, für Fetischweine übe* 150 Kilogr. von 6600—6900 X.
Lösung der Rätsel-Aufgaben aus den „Oberhessischen Blättern".
Auflösung der Scharade: — Eifersucht. — Auflösung des Buchstaben RätselS:
1. Iran. 2. Lahn. 3. Schlei. 4. Ebro. 5. Natal.
6. Burgund. 7. Ulm. 8. Rennes. 9. Gent. — Ilsenburg. —
Auflösung der Steigerungs-Rätsel:
1. Hof - Höfer. 2. Ob — Ober. 3. All — Aller.
Auflösung des LogogriphS:
— Schick, Schack, Schock, Scheck. —
. Richtige Lösungen sandten ein:
Für alle Ausgaben: Gertrud ScheePerS, Frau < Unckcl, Annely Schäfer, Dietrich Dern.
Für die drei letzten Ausgaben: Frau W. Wifflg.
Den Bücherpreis erhält Frau A. Unckel.
Die Lösungen müssen spätestens bis Donners« tag Vormittag abgegeben sein. i
IGeschlechlsIeiden. i
W Ohne Quecksilber, ohne Barusoftörung. -WW I
Aufkl. Brosch. Nr.70 geg.Einsend. oon-E 7.— diskr. verschl. I
Spez.-Arzt Dr. med. Hol'aender's I
Frankfurt «. Bk., Beihmannstraße 56. 8886 I
Täglich 11—1, 5—7 Uhr, Sonntag 10—11 Uhr. ■
„Wirklich! Ich glaube, ich habe Brigitte in bet Tat versprochen, sie mitzunehmen. Mer nun geht ef nicht. Kleine," wandte sie sich an ihre Kusine. Sie erwarten dich nämlich schon ungeduldig in der Küch«. Wo warst du denn übrigens so ewig lange?"
„Du hast mir doch eine Menge Aufträge gegeben, Isolde. Ich konnte wirklich nicht früher —
„Bah, die paar Kleinigkeiten. Inzwischen war Dr. Halban da und bedauerte sehr, dich verfehlt zu haben."
Brigitte zuckte die Achseln und nahm eine noch abweisendere Miene an.
„Ach^ tu doch nicht so," bemerkte ihre Kusine spöttisch. ,Lm Grunde tut es dir ja doch furchtbar leid."
„Nein. Im Gegenteil. Ich bin froh, nicht daheim gewesen zu fein." Damit raffte Brigitte ihre Pakete zusammen, neigte stumm den Kopf und verließ das Zimmer.
Fritz Heitzmann, der ans Fenster getreten lvah wandte sich heftig um.
„Was soll das mit Halban, Isolde?" fragte ft unwillkürliH wieder die kameradschaftliche Anrede von früher gebrauchend. „Schon mehrmals in der letzten Zeit machten sie chn und Fräulein Eckardt betreffende Bemerkungen. Sie denken doch nicht . . ."
(Fortsetzung folgt.)
»So früh heute schont fragte sie Heitzmann. „Ich dachte, sie hätten immer Dienst bis fünf?"
».Habe ich auch. Aber Gnädigste wollten doch heute mit Fräulein Eckardt die neuen Schützengräben auf dem Exerzierplatz besichtigen. Da machte ich mich dienstfrei, in der Hoffnung, mich anschließen und den Damen als Führer dienen zu dürfen." , /
Molde tat, als besänne sie sicht
Das Geld hat keinen
Wert mehr, sagen viel«. Weit gefehlt, man muß es nur richtig anwend«». W«r sein« Kleider, Blusen, Strümpfe. Gardinen nur mit den weltberühmten „Heitmann'» Serbe«*', Marke „Zuchskops im Stern“ selbst färbt, wird an dem vrachtvollen Erfolg erkenne», welche» hohe» Wert selbst der verausgabt« Rein« Betrag hatte.