sowohl die Rechte wie die Sozialisten außerhalb des Kabinetts lasten. v, •
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Die polnische Kabinettskrise.
Warschau. 21. Juli. Korfanty hat seine Mi- nisterlistr dem Staatschef Pilsudski vorgelegt, der sic nicht unterschrieb, sondern Korfanty an seinen Auftraggeber, nämlich den Hauptausschuß, verwies. Pilsudski behielt sich V04 die Konsequenzen ans dem Vorgehen Korfanths zu ziehen, ohne anzudeuren, wir er nun konkret handeln werde.
„Preglad" bezeichnet die Lage richtig als tragikomisch. Bisher sind die Minister ebensowenig wie Korfanty vom Staatschef bestätigt, und ti entstehe die Frage, ob sie sich überhaupt dem Sejm Vörstetten können, um sich ein Vettrauensvotum zu holen, wenn Pilsudski die Unterzeichnung der Ministerliste »er- weigert. \. i ; ; ;
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Näte-Rutzland.
Die ergebnislose Haager Konferenz.
Haag, 21. Juli. In der Vollversammlung der Haager Konferenz sagte Litwinow, eS sei unrichtig, daß Lenin vergiftet worden und die Räteabord- nung nach dein Haag gekommen sei, um für die de- jurc-Ancrkennung Rußlands Propaganda zu treiben. Die Haagep Konferenz habe keine Ergebnisse aufzuweisen, er halte es nicht mehr für notwendig, nach dem unerwarteten Auseinandcrgeben der Konferenz seine Anträge der russischen Regierung zu übermitteln, da hier ja niemand mehr sei, um die Antwort in Empfang zu nehmen. Seine Negierung könne deshalb in voller Freiheit ihre Haltung bestimmen bezüglich der Gegenstände, die in seinem Anträge enthalten seien. Die Tatsache, daß die Haager Konferenz kein Ergebnis gezeitigt habe, sei genügend, um nicht mehr an die Möglichkeit zu glauben, daß ein allgemeines Abkommen durch die Konferenz erreichbar sei. Es bleibe jetzt nur noch die Möglichkeit von Sonderabkommen.
Das deutsche Rote Kreuz.
Berlin, 21. Juli. Dem .Deutschen Roten Kreuz" wird aus Moskau telegrapbiett: Die deutsche Sanitätsexpedition unter Leitung des Dr. Breuer ist am 13. Juli in Odessa eingetroffen. Ein Dampfer mit Lebensmitteln ist am 20. Juli tu Odessa angekommen. Dr. Heptner verteilt von Tscheljabinsk aus Lebensmittel und teilt mit, daß zwar der Ge- sundheitszuski,td besser, die Hungersnot aber noch sehr groß sei.
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Eine Abfuhr.
Die Casseler Demokraten, Sozialdemokraten und das Zentrum hatten wegen des Durchmarsches von Truv- ven durch Castel der nach der Ermordung Rathenau? am 28. Juni mit Musik erfolgte, eine Beschwerde an den Reichswehrminister Dr. Geßler gesandt, in der sie u ti. Ersetzung aller Offiziere durch geeignete Unteroffiziere verlangten. Dr. Geßler hat darauf eine Antwort erteilt, in der es heißt:
Die Annahme iss falsch . daß das Spielen der Mu'ik vor einer marschierenden Truppe ein seitlicher Akt, etwa wie ein öffentliches Konzert sei. Die Musik ist ein Teil der Truppe und hat die dienstliche Bestimmung, ihren Geiss «tu beleben und dadurch ihre Marschsähigkeit zu heben. Das «st namentlich bei einem langen und an- Irengen&en Marsche notwendig, wie ihn das Infanterie- Regiment Nr. 18 am 28. Juni zurücklegte. Auch bei der Rückkehr von Truppenteilen pon Beerdigungen &ut die Musik die üblichen Armeemärsche zu spielen. Noch bei keinem Fall öffentlicher Trauer ist dieses rein dicnss- liche Spielen der Marschmusik untersagt worden. Am 28. Juni fanden aber in Cassel Theateraufführungen, Konzerte und dergleichen ohne Einschränkungen statt. Cs lag alfo durchaus kein Grund vor, bet Truppe das Spielen der Armeemärsche zu untersagen. Der Durchmarsch wurde ton den militärischen Dienststellen keiner Zeitung vorher mitgeteilt. Wenn bemängelt wird, daß die Truppe keine Fahne in den Neickssarben getragen habe, so ist dazu zu sagen, daß die Reichswehr überhaupt keine tragbaren Fahnen irgendwelcher Art besitzt. Durch die Kokarde und die Uniform iss die Zugehörigkeit zur deutschen Republik genügend kenntlich gemacht Die Annahme, daß das Verhalten der Truppe beim Durchmarsch in Cassel eine politische, gegen die Republik gerichtete, Demonstration dargestellt habe, ist ollständig urchegründet. Die Truppen haben sich korrekt und ihren Vorschristen entsprechend benommen. Um so weniger kann ich es verstehen, daß aus diesem Anlasse die Organisation der drei Parteien schwere Verdächtigungen gegen die Reichswehr und maßlose Forderungen erhoben haben. Ich muß es aufs tiefste bedauern, daß es gerade Angehörige der Regierungspartei, n sind, die Maßnahmen Vorschlägen, die b’t Offiziere der Reichswehr schwer kränken und n- altern müssen, die Politik erneut in die Truppen hinein- tragen und die Manneszucht untergraben.
Nach dem „Casseler Tagebl." hat die demokratische Parteileitung jene Eingabe nicht gebilligt.
Bei dem politischen Schriftsteller Dr. Eduard Stabiler wurde eine Haussuchung vorgenommen wegen Verdachts mit Geheimotganisattonen in Verbindung gestanden zu haben. Einige an Dr. Stabtier gerichtete Briese und von ihm hergestEe Bttefertt- würse wurden vefchlagnahmt.
W ForimllWu der GmiltieallssMs.
Dos Ende der deMeii WsrMck.
Berlin, 22. Juli. Das Schreiben des Ea- rantieausschusi« an den Reichskanzler vom 18. d. M. lautet:
In Ausführung des ihm vom Entschädigungs- ausfchutz erteilten Auftrages und auf der Grundlage des Schriftwechsels des letzteren mit der deutschen Regierung vom 21. März, 28. Mat und 31. Mai hat der Earantieausschuh mit den deutschen Delegierten die Maßnahmen besprochen, die hinfichtlich der Nachprüfung der Einnahmen, der Ausgaben und der schwebenden Schuld und der Unterdrückung der Kapitalflucht sowie der auf die Deröffentlichung der Stattstiken bezüglichen Fragen zu ergreifen find. Zn der beiliegenden Denkschrift, über deren Wottlaut di« deutschen Delegierten und der Earantieausschuß beraten haben, ist das Ergebnis dieser Beratungen niedergelegt. Der Ea- rantteausschutz bittet die deutsche Regierung, ihm bestätigen zu wollen, daß sie mit den in der Denkschrift enthaltenen Maßnahmen einverstanden ist und daß sie das Erforderliche veranlassen wird, um ihre Anwendung sicherzustellen.
Genehmigen Sie, Herr Reichskanzler, di« Versicherung unserer ausgezeichneten Hochachtung. Demelmans. Mauclerc. d'Amelio. Kemball-Eook.
Die Denkschrift vom gleichen Tage über die durch den Garantieausschuß auszuübende Nachprüfung über die Unterdrückung der Kapitalflucht und über die von der deutschen Regierung aufzustellenden Statistiken enthält in der Haupsache folgendes:
Nachprüfungen.
1. Einnahmen und Ausgaben.
1. Beim Reichsfinanzministerium werben zwei Vertreter der ständigen Delegation des GamniieauSschusses besonders aflrebitiert toetoen, von denen der eine sich insbesondere mit den Einnahmen, der andere mit den Ausgaben des Reiche- befassen wird. "
2. Jeder von ihnen wird besonder? mit dem zuständigen Staatssekretär im Reichsfinanzministerium in Verbindung stehen. Die StaatSietretärc werden diese Delegierten und ihre Vertreter mit den Abteilungsleitern in Verbindung setzen, deren Tätigkeit ihnen bei der Er- füllnng ihrer Aufgabe von Nutzen fein kann.
3. Die deutsche Regierung wird durch Vermittelung dieser Delegierten unaufgefordert dem Garantieausschuß »achstebende Schriftstücke zur Kenntnisnahme übermitteln- a) Den Entwurf des ReichshanShaltsplaneS *ür das nächste Haushaltsjahr . Dieter Entwurf wird za gleicher Zeit wie dem Reichsrat mitgeteilt werden.
b) Alle Gesetzentwürfe fiskalischer Att. Diese Entwürfe werden zu gleicher Zeit tote dem Reichsrat n'itgeteilt werden.
c) Jeden Antrag auf einen Nachtcagskredit zu den im Haushalt vorgesehenen Krediten, den die Reichsregierung im lausenden Haushaltsjahr im Reichstag einzubriugen beabsichtigt. Diese Vorlagen werden zu gleicher Qt'A wie dem Reichsrat mitgeteilt werden.
b) Jede Entscheidung des Reichsfinanzministeriums, ^nrch die einem Ministerium ein über die im laufenden Haushaltsplan genannten Kredits hinansgehender Er- zänzungskrebii bewilligt worden ist. Diese Mitteilung lvird in Gestalt einer monatlichen Übersicht gemacht werden.
e) Abschrift der monatlichen Kassenabschlüsse, die jede Zentralbehörde dem Reichsfinanzministerium einreicht.
f) In regelmäßigen und bestimmten Zeitabschnitten eine Mitteilung über die vom Ersparniskommis- ) a r, der nach einer kürzlich von der deutschen Regierung aetrosfenen Entscheidung bestellt werden soll, erzielten Graebnisse.
g) Zu gleicher Zeit wie den Landesfinanzämteru W- fibrist der Verordnungen, in denen allgemein das Ber- 'abren bet Veranlagung und der Erhebung irgendeiner S te uer geregelt wird oder in lenen eine bestehende Regelung geändert wird. Das Reichsfinanzministerium wird außerdem die Rnndcrlasse an die Laudesnuanzämter. die geeignet sind, die Einnahmen und die Verbuchung der Einnahmen zu ändern, zwecks Einsichtnahme im Reichsfinanzministerium zur Verfügung der afirebitierten Beamten des Garantieausschusses halten.
h) Die in einer anliegenden Liste aufgeführten periodischen llrbersichten. über die die Delegierten alle für dienstlich erachteten Aufklärungen erbitten können.
4. Die Delegierten und ihre Vertreter werden in ständiger Fühlung mit oen beteiligten Stellen deS Reichs- finanzministeriumS diejenigen Auskünfte sammeln, die stir das Komitee notwendig sind, um in voller Kenntnis der Sachlage zu beurteilen: die Steuerpro- ekte, die Veranschlagung der Steuererträge, die Veranschlagung der Ausgaben nach dem Haushaltsentwurf oder die Ausgaben über die Ansätze des Haushalts binaui, bie dem Garantieausschuß in der oben angegebenen Weise offiziell übermittelt werden sind.
5. Die Delegierten müssen außerdem diejenigen Maß» nahmen kennen lernen, die die Zentralverwaltung zu treffen beabsichtigt, um das Funktionieren der Steuergesetze flttb bei Rechnungswesens sicherzustelle».
6. Die Delegierten »der ihre Vertreter haben insbesondere die Ausgabe
a) sich davon zu vergeioissern, daß ohne besondere Genehmigung der zuständigen Stelle keine Zahlung eriolgk iss, die die im laufenden Haushalt vorgesehenen Kredite überschreitet: ?
b) sich von dem jeweiligen Stande der Veranlagung, von der Richtigkeit der Verbuchung, der rechnerischen Ev- nebnisse und von der Art der Ausstellung der Statistiken zu vergewissern; j
c) die U. fachen von Verzögerungen kennen zu lerne«, eie bei der Veranlagung und Erhebung der Steuer» ^stgestellt werden. i
7. Die Delegierten werden ferner, soweit es sie en- geht, über die Arbeiten und Ergebnisse des Buch- und BetriMsprüsungsdienstes unterrichtel werden j
8. Der Garantieausschuß hat davon Kenntnis genom»s men, daß die deutsche Regierung demnächst eine« der Sen» lralverwaltnng angegliederten beweglichen N a ch p r 2 - sungsdienst schaffen wird, der dazu bestimmt ist. die dem Reichsfinanzministerium Nachgeordneten Dienststelle« zu inspizieren Der Inhalt der Berichte der beweglichen .znspektionsbeamien wird .sobald er auf die Aufgabe es Garantieausschusses Bezug hat, dessen Delegierte» initgeteilt werden.
Von Zeit zu Zeit können die Delegietten oder ihre vertretet auf ihr Ersuchen die Jnspektionsbeamten dieses Nachprüfungsdienstes zum Zwecke der Vornahme von Stichproben begleiten. Bei dielen Stichproben werde» sich die Beamten des Garantieausschufses die Notwendig- i.'tt vor Augen halten, den Gang der Verwaltung nicht zu stören und das Geheimnis des Vermögens und der Angelegenheiten der Steuerzahler y* achten.
2. Schwebend« Schuld.
Zur Aufgabe des Earantieausfchusies gehört es, Maßnahmen zu tteffen, die es ihm ermöglichen, jederzeit den genauen Stand der schwebenden Schuld zu kennen und sich Rechenschaft zu geben übet die Zahlungsmittel, die das Reichsfinanzmini« sterium zur Deckung feiner Ausgaben verwendet. Zu diesem Zweck wird einer der vorgesehenen Delegierten oder einer ihrer Vertreter von der deutschen Regierung bei dem Reich-sinanzmini« sterium für diese Aufgabe besonders beglaubigt werden. Das Reichsfinanzministerium wird diesen Beamten Abschriften der von dem Reichsfinanz« Ministerium herausgegebenen und in einer atu liegenden Liste aufgeführten Aufstellungen über di« staatlichen Einnahmen und Ausgaben übersenden. Darüber hinaus wird das Reichsfinanzministerium als Ergänzung der zehntägigen Nachweisung näher« Mitteilungen über die Zusammensetzung der schwe« benden Schuld machen.
3. Unterdrückung der Kapitalflucht.
In Verfolg der von der deutschen Regierung in der Rote vom 28. Mai gemachten Zusage haben di« deutschen Delegierten mit dem Earantieausschuh die Frage der Bekämpfung der Kapitalflucht beraten. Sie haben dem Ausschuß das Programm der geplanten Maßnahmen und Richtlinien mit- geteilt, die bestimmt sind, die gegenwärtig in Geltung befindliche deutsche Gesetzgebung zu vervollständigen sowie Leitsätze zu Ausführungsbestimmungen der vorgenannten Richtlinien. Der Garantieausschuß hat sich mit diesem Programm einverstanden erklärt.
Es folgen Richtlinien für gesetzgeberische Maßnahmen zur Ergänzung des deutschen Kapitalfluchtgesetzes.
Bezüglich der Statistiken werden vierteljährliche Vorlegung der Außenhandelsstatistiken, eine llebersicht über die Ausfuhr nach Gewicht und Wert, eine Verkehrs- und Schiffahrtsstatistik, eine Produktionsstatisttk und schließlich eine Finanzstatistik verlangt.
Der Denkschrift find ferner zahlreiche Anlage« beigegeben, in denen u. a. verlangt werden monatliche lleberfichten über die Veranlagung der Einkommensteuer und der Körperschaftssteuer, der Umsatzsteuer, der Lohnsteuer und vierteljährliche Allf- stellungen der Zahl der Steuerpflichtigen. Ferner werden verlangt Uebersichten über die Höhe der schwebenden Schuld (täglich), zehntägige lieber, fichten über die Finanzen des Reiches, monatlich« Uebersichten über die Steuereingänge und die Einnahmen der Post- und Telegraphenverwaltung mch der Reichsbahnen sowie eine endgültige Gesamt« Übersicht über die Einnahmen und Ausgaben d«j Reiches.
Die deutsche Anttvott.
Berlin, 22. Juli. Die deutsche Antwortnote aus die Denkschrift des Garantieausschusses, die dem Ausschuß gestern im Entwurf mitgeteilt worden ist, soll, ,wic tze; Ä'»**4Vk" hört, mch «h« »MmaligeH
M. 170
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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhefsen
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Sooetn iHh Die MMmMe.
München, 21. Juli. Die „Münchener Neuesten Nacht." bestätigen, daß der bayrische Miniflerrat fc ine einheitlichen Richtlinien für dir bayerisch« Po- lftik in den schwebenden Streitfragen aufstellte. Tie EntscheKung liege nunmehr bei den Koalüonsparieien.
D:r Landesausschuß der Bayrischen Volkspartei am Freitag unter dem Vorsitz des Pattrivot- vorsitzenden Speck in München. Dir Versammlung war aus allen Teilen des Landes äußerst zahlreich jejchickt. • In Anwesenheit des Ministerpräsidenten Grafen Setchenfeld und der vier anderen der Partei an» gehörenden Staatsminister wurden eingehende Beratungen über die politische Lage gepflogen. Der Landes- mr-fchuß ist zu dem einmütigen Entschluß gelangt, mit allen geschlichen und parlamentarischen Mitteln den Standpunkt Bayerns gegen die Reichstagsbeschlüsse in der Frage des Ähutzes der Republik aufs entschiedenste zu wahren. Dem Ministerpräsidenten und den übrigen Mitgliedern der Regierung sowie der Reichstags- und der Landtagsfraktion wurde einstimmig das vollste Verirauen ausgesprochen.
Heber die Stellung der christlichen Gewerkschaften Bayerns zu den Schuhgcsehen schreibt das offizielle Organ dieser Gewerkschaften: Für uns kann es keine Frage sein, daß wir trotz aller berechtigten Entrüfiung Balierns gegen eine Anzahl Bestimmungen der Gesetze ein verfassungsmäßig zustandegekommenes Gesetz als rechtsgültig zu respektieren haben, bis in ruhigeren Zeiten die Beseitigung der Ausnahmegesetze erfolgen kann.
v Die Nückberufnng der bayerische« Truppen.
Berlin, 21. Juli. Dem „AMnhr-Abenbblkt" zufolge teilt das Reichswehrministerium mit, baß bk bav rische Regierung die Rückkehr ihrer außerhalb B. y Ilanöverierenben ReichSMehrkontingente aus föt':. -s § 17 des Reichswehrgesetzes beantragt habe, Anträge sei nach Vortrag beim Reichs-
jpräsid.n.e.i vom Reichswehrministeriitm stattgegeben teorden, da wichtige Gründe der Rückkehr der bayerischen Truppen nach Bayern nicht entgegenständen. Der erwähnte § 17 gibt den einzelnen Landesregierungen das Recht, ihre Truppenkontingente ohne bepudere Begründung auszufordetn, wenn sie eS auf kftund der innen- oder außenpolitischen Sagt für erforderlich halten. „
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Iiimutt im SraMMigWn Landtag.
Braunschweig, 21. Juli. Auf der Tagesord- >mng bet heutigen Sitzung der Landesversammlung stand die Ergänzungswaht zum Staatsministerium, die durch den Rücktritt des Ministers Käfer von der Deutschen Volkspariei notwendig geworden ist. Dci Unabhängigen schlugen den Landiagsabeordneten Grotewobl und den Reichstagsabqeordnete.i Bogtherr zu Ministern vor. Abg. R«ge ns- bürg er ecKä«tft die Demokraten seien grundsätzlich zur KrMtiön Bettit, würden aber nicht bedingungs- sss eine solche eingehen. Im Verlause der Rede des. aib<i. Oerter kam cs zu stürmischen Szenen, ri.ittr griff Vogtherr aufs heftigste an ünd bezeichnete hu als völlig ungeeignet für einen Ministerposten. Die Unabhängigen machten verschiedene Zwischenrufe, •uf die Oerter einging. Schließlich drang ein Al>- jgeorbiieter der Unabhängigen mit erhobener Faust aus Oerte: ein: ein anderer erhob einen Stuhl tzkgc!. ihn. Oerter wurde zurückgedrängt, und es bildete sich ein förmlicher Knäuel um ihn. Nachdem die Sitzung infolge des Tumults vorübergehend unterbrochen worden war, brachte der Aeltestenrat [ein ■ Mißfallen über die provozierende Art Oerters und ibei die Vorgänge im Saal zum Ausdruck, Darauf d.ichloß der Landtag ,die Umbildung der Retgierung d-s zum Herbst zu vertagen. >
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Allgemeinausstand in Italien.
'-t r m, 21. Juli. Der Zentralausfchuß des At- Z rcrbaudes hat den Allgemeinausstand für T :■ ■ Italien beschlossen. Die Fabril- und Straßen- «rdciler in Mailand begannen bereits gestern mit dem Ausstand. Heute wird in Mailand der Gasarbeiter- «usstand einsetzen. Die Mailänder Fascistcn bezeichnen den Ausstand als eine Herausforderung und drohen »it Repressalien: sie bewaffnen sich. Gestern wurde in Mailand der Sekretär bet Fascistenpariei auf der Strafte von Kommunisten ermordet. — In Turin bauert der Ausstand fort.
Orlando^Ministerprkfident.
Rom, 22. Juli. Orlando wurde mit der Kabinettsbildung beauftragt. Er dürfte nur die Demokraten und die Volkspartei hinzuziehen und