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Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

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»Oberheistlch« Zertun, erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monutlich 25 Mk. Für ausfallend« Nummern infolge Streiks ooer elementarer Treigniiie kein Ersatz. Verlag von Dr. L. Hitz ero ti,. Druck der Univ.-Buchüruckerei von 2»l>. Lug. Koch, Mar.'i 2123. Fernsprecher, Pofischeckkonto: Nr. 5015 Lmt Frankjurt o. Main.

Marburg Donnerstag, den 20.3uli Heuert.

Der An,etgenorei, betragt für de» 9 gesp. Zeilenmillimeter 1.25 Mk, amtliche und ausw. Anzeigen 1.60 Mk. Ander« Spaltenbreiten entsprechend. Bei schwierigem Satz 25% Aufschlag. Soät einlau-ende oder den Raum über ll, Seite einnehmende An. zeige» werden nach der Textspaltrndreite berechnet. Reklamen die Col..Zetle 12.00 Mk. Jeder Rabatt gilt als Larradatt. Lei Auskunft durch die Seschäftsitelle und Vermittlung der Angebote 3 Mk. Sondergebützr.

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57.3M

1922

von

MtjenMetzlW von RegierWgMWdenten.

Berlin, 19. Juli. Der amtliche Preußische Pressedienst meldet:

Das preußische StaatSminiflcrium beschloß gestern, den Regierungspräsidenten Dr. Fuchs-Trier gum kom missarischen Oberpräsidenten der Rheinprovinz zu bestellen und die folgenden Regierungspräsidenten aus allgemeinen politischen Gründen in ben einstweiligen Ruhestand zu versetzen: v. Gersdorf- Merseburg, v. Schme ling.Stettin, v. Gröning- ^obtenz, Freiherr Dalwigk v. Lichtenfels- Aachen, v. Heppe-Aurich, Graf Meerveldt- Münster und Dr. Kutscher. Hildesheim.

Der Regierungsbezirk Merseburg ist mit dem sozialdemokratischen Landrat Bergmann besetzt morden. In das Regierungspräsidium Hildesheim ist Ministerialrat v. Haltern und in das Regierungs­präsidium Stettin Oberregierungsrat M or i tz be­rufen worden. Beide Regierungspräsidenten gehören der Deutschen Bolkspartei an. In das Regierungspräsi­dium in Aurich ist der demokratische frühere Parla­mentarier und Bürgermeister von Norderney B e r g - haus berufen worden. Zum Regierungspräsidenten in Koblenz dürste der zweste Delegierte der Rheinland­kommission Bauknecht berufen werden, der der so­zialdemokratischen Partei angehört. Auch für die Re­gierungspräsidien in Aachen, Trier und Osnabrück sind die neuen Regierungspräsidenten bereits vorgesehen. S'.e werden ebenso, wie der neue Oberpräfident der Rheinprovinz Dr. Fuchs dem Zentrum angehören. Demnächst soll auch der Regierungspräsident von Schncidemühl v. Bülow in den einstweiligen Ruhe­stand versetzt werden. DaS Ministerium des Innern ist er.tsÄossen, di« Entschließung des Landtags, wo­nach die leitenden Steleln in Verwaltung und Justiz

Zeitungsverbote. Der ObervrSsident verbot vaS Oberländer Bolksblatf tn Preutzisch-Holland wegen eines Aufsatzes «Die Unbelehrbaren", der öffentliche Beschimpfungen der revublikanikcben StaatSform und der Regierung enthalte, auf drei Woche«. Der Polizeipräsident von Berlin Hal die vo« Eduard Stadtler herausgegebene Zeitschrift .DaS Gewissen" auf die Dauer von sechs Mona« verbot»

Di? Tagung des Werbundsrates.

Der Kolonialraub bestätigt.

London, 19. Juli. Der B ö lkerb u ndRra t hat einen eingehenden Bericht des Botschafters Jshij irntgcgengenommen und in einer öffentlichen Sitzuiig idic Entwürfe der B-Mandale genehmigt, in denen er »ur einig« vom Redakiionsausschuß vorgeschlagenc Aenderungen vornahm, um sie mit den im Mär; M20 genehmigten C-Mandaten in Uebereinstimmung jn ringen. Die in der Bormittagssbitzung bestätigten Viandate umfassen für Großbritannien: Britisch- itogo, Kamerun und Ostafrika; für Fraak- -rich: Französisch.Tvgo, und Kamerun; für Velgein: Belgisch.Ostafrika. Balfour erklärte, iki den Verhandlungen zwischen Gwßbritannien und >rn Vereinigten Staaten sei bezüglich des Palästina- kandates ein volles Einvernehmen erzielt worden. Das Mandat für Mesopotamien wurde zwischen den beiden Mächten noch nicht erörtert.

Dec Völkerbundsrat hat eine weite« Entschließung »»genommen, daß die B-Mandatsmächt« di« einge­borene Bevölkerung nach Möglichkest vor der Al- kholgefahr schützen möchten.

MmWe 5itm du Lmdmab du Soor- Sebittts.

Saarbrücken, 19. Juli. Die erste Sitzung des WandesratrS gestaltete sich außerordentlich stürmisch. Zu Begin» der Tagung verlas der von der Regierungs- Mmmisiwu ernannte Präsident des Landesrates, Ober- ^gierungSwt K» ß m a n n, eine Botschaft der Regie- Mngskommission,' in der insbesondere btt Rechte des Dandesratrs, die ihm nach dem Versailler Vertrag Mstchen, llargelegt werden und die Hoffnung aaSge- hrückt wird, daß der Landesrat sich auf den Boden der

Drohende Finanzkontrolle.

Berlin, 19. Juli. Reichsfinanzminister Hernes berichtete heute im Ausschuß für Auswärtige An­gelegenheiten über den Inhalt der Forderung des Garantieausschusses. Der Ausschuß hat die Aus­sprache Über den Bericht bis zur nächsten Sitzung um Freitag vertagt, um den gedruckten Bericht über diese Verhandlungen in Händen zu haben Der Garan­tieausschuß fordert weitgehendste Finanz­kontrolle.

nur zuverlässigen Republikanern übertragen werden sollen, durchzuführen. DaS nächste Eingreifen dürfte sich auf die Besetzung einer größeren Anzahl Landratsämtcrn in Ostp«ußen beziehen.

Gin enMn MMg.

London. 19. Juli. Reuter meldet aus New- tzork: Hier ist ein Bericht elugetroffen. der von ver­schiedenen Blättern veröffentlicht wird, wonach Groß­britannien die Herabsetzung der Entschädigungs­summe vorschlägt und gleichzeitig erllärt habe, auf die ihm geschuldete Summe zu verzichten. Bisher ist dieser Bettcht nicht bestätigt: er hat aber die Auf­merksamkeit und Zustimmung einiger führender Blätter hei vorgerufen.

@lobe schreibt: Mit einer bewunderungswürdi­gen Tat hat Großbritannien das Gewebe von Hatz und Selbstsucht zerrissen, das Deutschland umgibt. Der Vorschlag ist eigentlich nur ein Ergebnis des ge­sunden Menschenverstandes," aber *tn dieser Atmosbäre des aufgepeitschten Nationalismus und blinder Rache- Politik, wie sie heute in Europa herrsche, berühre die­ser gesunde Menschenverstand wie eine höchste Ein­gebung. ,World" sagt: Wenn die Franzosen das britische Angebot annehmen, so gebührt England grotzes Lob. Großbritannien beweise hierdurch, daß seine Regierung auf wirtschaftlichem Gebiet die intelligenteste ist.Tribüne" sagt: Das Werk mag Frankreich einseitig erscheinen, indessen bedeutet es einen Schritt vorwärts auf dem Wege zum Ausgleich der französischen und britischen Interessen. Es er­scheint geraten, datz Großbritannien Frankreich fflt die Revision des Versailler Vertrags entschädigt, wenn dies nicht nur Deutschland, sondern auch Grob­britannien zum Nutzen gereicht. , j

gegebenen Verhältnisse stellen und sich damit begnügen werde, nur über die Gegenstände zu beraten, die ibm in der von der Regierungskommission mitgeteilten Tages­ordnung überwiesen werden. Zu dieser Botschaft ver- leingten die Fraktionen auch ihrerseits eine Erklärung abzugeben. Als der Vorsitzende zu dieser Erklärung das Wort nicht erteilte, kam es zu einer außerordentlich lebhaften Geschästsordnungsaussprache, die ll/B Stun­den andauerte und zeitweise fast tumultartigen Charakter annahm. Redner aller Parteien griffen die Regierung mit den heftigsten Worten an und warfen ihr -or, daß sie durch ihre Verweigerung zu dem Affront noch die Beleidigung füge. Die Vertreter der Fraktionen ver­lasen darauf die Erklärungen, die fast sämtlich enru Rückblick über die bisherige Politik der Regierungskom- miffion gaben und die bekannten Forderungen der einzel­nen Fraktionen nochmals festlegten und ibr Pr»gramm Erlegten. Daraus wurde mit einer kurzen Ansprache deS Präsidenten Kotzmann, in der die Hoffnung aus-- gedrückt würde, daß trotz des heutigen heftigen Verlaufs ver Sitzung man zu einem gedeihlichen Zusammenarbeiten kommen werde, die Sitzung auf Montag, den 24. Juli vertagt.

Die Parteien bcS Saargebietes an bett Völker- bundsrat.

Saarbrücken, 19. Juli. Die politischen Par­teien des Saargebietes und die diesen Parteien angehören­den Mitglieder des Landesrats richteten heute folgendes Schreiben an den Völkrrbundsrat nach Genf:

-.Die Regierungskommission des Saargebiet«» hat wiederholt dem Wunsche Ausdruck gegeben, mit der Be­völkerung in gedeihlicher Weise zusammenzuarbeiten. Auch die Bevölkerung hat de« gleichen Wunsch. Ein wesenb- üches Hindernis für ein gedeihliches Zusammen­arbeiten ist das saarländische Mitglied der RegirrungS- am Mission. Herr Dr.' Hector besitzt in der Be­völkerung gar kein Vertrauen, im Gegenteil: die Be- tiölkerung lehnt ihn entschieden ab. Zur Er­reichung eines guten Zusammenarbeitens der Regierungs­kommission mit der Bevölkerung bitten die unterzeichneten politischen Parteien und die von diesen gewäblten Mit- c;fieber des Landesrats, die 26 von ben 30 Sitzen inne­haben, den hohen Völkerbundsrat, Herrn Dr. Hector im Herbeste dieses Jahres nicht mehr zu bestätigen und an seiner Stelle einen Mann zu ernennen, der da? Vertrauen der Bevölkerung besitzt. Deshalb sprechen wir die Bitte aus, der Bevölkerung des Saargcbiets zu gestatten, daß sie dem Hohen Völkerbundsrate Männer thrrS Vertrauens zur Ernennung vorschlägt. Unser An­trag geht dahin, daß dieser Vorschlag im Einklang mit de t demokratischen Grundiäz: i das Ergebnis einer ge­meinsamen Abstimmung der Bevölkerung sein mögt. Wenn die Befragung der Gesamtbevölkerung in der kurzen Zeit bis zur Ernennung des Saargcbiets-Mit- gliedes nicht mehr möglich sein sollte, dann bitten wir wenigstens, von dem. Landesrat des Saargebfttes Vor­schläge anhören zu wollen."

Paris, 19. Juli. Me dasEcho de Paris" mit» teilt, hat Poincare dem englischen Geschäftsträger eine Rote überreichen lasten, in der er erklärt, es sei ihm u n - möglich, den Zeitpunkt feiner Reise nach London sistzusetzen, solange er nicht Kenntnis von dem Bericht des Garantieausschuffes gewonnen habe.

Selbst dasEcko de Paris" ist damit unzuftieden. Man kenne den Bericht nicht, aber man wisse, was davon zu halten sei: Pfänder und Garantien, ein: tatsächliche Besitzung des unken Rheinufers und die Kontrolle des Ruhrgebietes.Oeuvre" sieht voraus, daß Voincare einige Tage vor dem 15. August, das heißt vor dem nächsten Zahlnngstage, also bevor man Deutsch­land eine Antwort gtbeu müsse, ob man das Stun­dungsgesuch bewillige, die Reife nach London antreten narb.

DerPetit Paristen" verlangt eine schärfere Kontrolle der deutschen Finanzen. Man werde ja bald erkennen, ob der Garantieausschuß in Vor-

nach seinem Bericht ein befriedigendes Ergebnis.-r zielte oder ob man radikalere Entscheidungen verlangen Müsse

baymM Trumu.

München, 19. Juli. Wie dieBayrische Staats- jeitung" meldet, sind die auf dem Truppenübungsplatz Münsingen übenden bayrischen Truppen der Stand­orte München, Augsburg, Kempteu, Lindau, sowie das auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf übende Würzburger Reichswehrbataillon mit Genehmigung bei Reichswehrministeriums täegraphisch in ihre Stand­orte zurückberufen worden, wo sie bereits eingetroffen inb oder heute noch cintveffen. Die anderen noch rn Ohrdruf übeeben bayrischen Truppen werden dem­nächst folgen.

Diese auffällige Maßnahme scheint ihre Begrün- i)ung darin zn haben, daß bas Münchener tommu- nistische Organ zem Allgemeinausstand auf­ruft, ebenso zur Bildung von Kontrollans- lchüsse» nach thüringischem Wüster. Der ganze

Sie Sonett Mittenz.

: Haag, 19. Juli. In der heutigen Sitzung des nicht- russischen Ausschusses mit der rassischen Abordnung hat -Litwinow borgelegt, daß die Abordnung noch nicht 'imstande sei, neue Vorschläge zu machen, weil die In- sirulliouen der russischen Regierung gegründet seien au- den vorausgegangenen Instruktionen und dg die Sach- Wrftanbigen ausgemacht haben, so lange feine Kredite pi bewilligen, bis die russische Abordnung ihre Regie­rung von der Notwendigkeit überzeugt hat, diese Frag» von neuem zu prüfen, um von ihr zu erfahren, wa? sie zu tun wünscht. Um Zeitverluste zu vermeiden und Henau fcstzustellen. was die russisch: Regierung zu tun beabsichtige, war die nichtrussische Abordnung bereit, zu- 'pllasien, daß auch die andere» Abgeordneten zu gleicher sgeit mit ihrer Regierung darüber beraten, was die So-vsi tregierung hierzu sagt. Die russische Regierung soll gefragt werden, ob sie geneigt sei,

1. die Schulden a n z u e r ke n n c n, die die russisch: Ikgtening ober ihre Vorgänger an ausländische Unter feneu zu bezahle» habe:

2. ob sie bereit ist, diese Frage mit den a u 515 n - bischen Besitzern des nationalisierten Eigen- 9» m S schon jetzt staatsrechtlich zu erledigen.

Nach einer kurzen Aussprache, bei der Litivinow ver- j sicherte, daß er erst Zeit von ungefähr vier bis sieben Tagen gebrauche, um sich mit seiner Regierung zu bc leiten, wurde die Sitzung aufgehoben.

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(Mittel Fvkherung.

Berlin, 19. Juli. General Rollet verlangt jsiit langem eine Statistik über das gesamte deutsche Inegsinatrrial, das »ach Abschluß des Waffenstillstandes sich noch in unserem Besitze befand. Er brauche dresi tz»m Vergleiche damit, was abgeliefert fei. Dazu wird von ^-.ständiger Stelle miigtteilt:

\ Wir Hatzen ihm immer wieder erllärt, daß solch Siariüik in zuverlässiger Weise nicht arffgemacht werden itönnr, denn wir wissen nicht, was damals im Besitze ber deutschen Stellen gewesen ist, was während der Rück »üge im Westen und Osten verloren gegangen oder in di: Mnde der Zivilbevölkerung gekommen war. Ein Kon- trollofsizier fand im Svandauec Archiv die Akten der 'früheren WnahmeÄmmission vor. Er glaubte, daß die Nk-rn als Unterlage für die Statistik von Bedeutung sein Wanten und verlangte deren Durchsicht. Auf seinen Wunsch sagte ihm der zuständige deutsche Offizier zu. dir Allen sollten bis zum nächsten Tage liegen bleiben. Dinwischeu hatte das Reichsschatzministerium die Unter»

-sirchnng über den Fall Rockstroh eingeleitet und die Mfchaffung dieser Akten nach Berlin schon vor dem jBefndie des Kontrolloffiziers angefordert. Gerade an itwefeui Tag« kam der Befehl, die Akten nach Berlin « schaffen, und der Kontrolloffizier fand sie also am Mchurn Tage nicht mehr vor, worin Nollet einen Wor^aud erblickte, ihm die Allen zu entziehen. Die Dlllen können in Berlin eingesehen werden, wenn die lentrallkommifsivn überhaupt das Recht hat, die Mten 1» verlangen, was, abgesehen von diesem Falle, grund- ^itzlich bestritten wird. Rollet konstruiert natSr- JKrfi einen neuen Obstrullionsfall. Unser Bemühen geht Mer feit langem dahin, der Kontrollkommission mich Wkotzchfeit keinerlei Schwierigkeiten zu machen.

Ton der Aufforderung, die den Weg zur Räteherr» schäft bahnen soll, hat nach Blättermeldungen auf« rührerifchen Charakter.

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Die biirgerliche MeltsgemeiU-E.

Berlin, 19. Juli. Die Besprechungen im Reichs- tag« zwischen ben Führern des Zentrums, der Deutsch« Bolkspartei und der Demokratischen Partei stellt« erneut die grundsätzliche Uebe«instimmung der drei Parteien über die Bildung einer bürgerlichen Arbeits­gemeinschaft fest. Die Deutsche Bolkspartei trat aber, mals für die Einbeziehung der Bayrischen V-M- partei ein. Es bestand auch eine Einigkeit, oap mr Bayrischen Volkspartei der Eintritt in die Arbefts» gemeinschast ofsensteht. Diese Partei verhandelt aus dem demnächst abzuhaltenden Patteitag darüber. Die Arbeitsgemeinschaft wird erst zur prallischen Aus. Wirkung gelangen, wenn der Reichstag wieder ve« sammelt sein wird. Eine offizielle Erklärung der btti bürgerlichen Parteien steht bevor.

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Am im DeMnatWM Mlkspakiei.

Beschluß gegen den Reichstagsabgeordnetc;

Berlin, 19. Juli. Der Reichstagsabgcordnetc Henning hatte bei der Patteileitung der Deutsch- nationalen Volkspattei die Einsetzung eines Unter» suchungsausschusses beantragt, um gewiss«, gegen ihn schon feit Langem erhobene Vorwürfe prüfen zu lasten. Der Untersuchungsausschuß gelangte zu dem Ergebnis, daß gegen Henning nichts vottiegt, was ihn straf- rechtlich belastet, oder ehrenwürdig erscheint, daß aber die Art seiner politischen Betätigung den Interest« der Partei nicht entspttcht. Die Reichstagsfraktio» und der Patteivorstand gaben daraufhin die Er». kkärur.g ab, daß ein Verbleiben Hennings in der deutsch- nativn.sien Fra^ionsgemeinschaft unerwünscht erscheine.

Dazu bemerkt das-dem Abgeordntten Henning be­freundeteDeutsche Abendblatt", daß die Deulfch- Völkischen die Gelegenheit benutzen würden, um sich auch im Parlament diejenige Bewegungsfreiheit und Vertretung ihrer Gedanken zu schaffen, die ihnen bisher durch den Fraktionszwang versagt geblieben sei

Austritt des Abgeordneten Dr. Düringer.

Berlin, 19. Juli. Der frühere Reichsgerichts» rat und badische Justizminister Dr. Düringer hat in einem Schreiben an den stieichstagspräsidenten Löde diesem seinen Austritt aus der Deutfchnational« Volkspattei mitgeteilt.

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Das Ende der MwiWtr.

Kern von den Kriminalbeamten ettchosfe«?

Berlin, 19. Juli. Im .Rchiuhr-Abendblatf wird das Ende der Raubmörder wie folgt dargestelltr Kern erschoß sich nicht selbst; er wurde vielmehr von Beamten der Halleschen Polizei erschollen, die, weil sie sich durch die Repetierpistolen der Mörder bedroht sahen, nach den Fenstern hlnaufschossen. Eine Kugel durchschlug die Schädeldecke des Kern. Er muh so­fort zu Boden gestürzt sein. Fischer legte ihn darauf» hin aus das Bett und versuchte, das Blut zu stille«. Kern vetttarb jedoch, ohne das Bewuhtsein wieder et» langt zu haben. Dies mag Fischer so depttmiett haben, daß er die Waffe gegen sich selbst richtet«.

Der Inhalt der Rucksäcke der Täter lieferte flt* Wille Anhaltspunkte für die Ermittlung des Aufent­halts seit der Flucht aus Lenzen. Eine Bierffasch* beispielsweife weist auf den kleinen Ott Lüchow in der Gegend von Gardelegen hin. Beamte des Berliner Polizeivrästdiums stellten auch andere Otte bereits est. Wo und bei welcher Gelegenheit Kern Schrot» sMste erhielt, deren Spuren sich an seiner Leich« zeigen, steht noch nicht fest.

Die Deutschnationale Volkspartei erllätt, der Schrift- üeller Dr. Stein sei nicht Mitglied der Partei und habe mit ihr seit Januar 1920 keinerlei Verbindung.

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Wk!? Wert EnWWg -er ©etreiöenmfaot

Karlsruhe, 19. Juli. Der Landtag befaßt« ich heut« mit einem Zentrumsantrag, wonach bie Regierung erneut dahin wirken soll, daß die von Bcü>en verlangt« Getreideumlagr ermäßigt wird, wie es der diesjährige Saatenstand erfordert, der tn manchen Landesteilen und bei einzelnen Getreidesotterl einer Mißernte nahezu gleichkommt. Abg. Weiß- Haupt gab hierzu eine eingehende BegrÄndikng. Die vom Reichstag befchlossene Getreideumlage bedeute für die badische Landwirtschaft eine übermäßige und unge- re^fettigte Sonderbesteucrung von 28,6 Millionen, gegen die sich die badische Regierung verschiedentlich gr- wehtt habe. Sie fei bereit, nochmals vorstellig zn werden. Der . Landtag möge sich freimütig hinter die I Regierung (teilen. Der Antrag wurde ohne Tebattl nut einer Stimmeuenrhallung angenommen.