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Dcutfchlairds Gesuch um Saftlungsauffchub. — Ber-
Rachwehen
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610-620
um einen oekommcn.
640 - 660 960-1000
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In England und Amerika ebenso wie in Italien ist man nun endlich zu der Ueberzeugung gelangt, daß man Deutschland zuviel zugemutet bat. Dort fängt man an einzuseben, tote recht diejenigen haben, die als den Urgrund aller Erschütterungen und Leiden
Weizen Roggen Sommergerste Wintergerste Hafer '"f als Weizenmehl -o^enmehl
Roggenttei« Kaps Nubien Veiuiaot Reis
Iür die Schrittleitung verantwortlich: Kurt tzainle;
Für den örtlichen und vrovinz. Teil: W>'lh. Wißner.
Sprechzeit der Schriftleitung bis Veil Uhr vormittags.
Die Mietzuschläge in Franffurt.
Der Frankfurter Magistrat beschloß, zur Erund- miete (Friedensmiete abzüglich 20 Prozent) folgende Zuschläge zu erheben: Für Zinssteigerung 16 Prozent, Versicherungsgebühren 25 Prozent, Verwaltung;- und Vürgersteigreinigungskosten' 30 Prozent. Die für das Haus zu entrichtenden Steuern, öffentlichen Abgaben, Schornsteinfeger- und Wassergeld werden durch Umlage erhoben, d. h. der Vermieter hat die ihm tatsächlich entstandenen Ausgaben den Mietern nachzuweisen, und die Mieter haben diesen Betrag entsprechend der Erundmiete des Einzelnen zu vergüten. Weiter tritt zur Erundmiete für die Kosten der laufenden Jnstandsetzungsarbetten ein Zuschlag von 250 Prozent der Erundmiete. In diesem Zuschlag sind nicht enthalten das Tapezieren bezw. Anstreichen oder Kalken der Wände und Decken. Im Falle der
Brottlian. Vollreis —
Startoffeln —
Speheerb|en, Viktoria»
erbien 1125 -J175
Speiieerbf. kleinere 1000 -1050
Ausführung solcher Arbeiten hat jeder der Miet« die Kosten für die in seinen Mieträumen tatsächlich gemachten Reparaturen gegen Vorzeigen der B«. lege zu zahlen. * *
Als große Instandsetzungsarbeiten gelten:' 1. Vollständige Erneuerung der Dachrinnen und Ablaufrohre. 2. Das Umdecken des Daches. 3. Der Abputz oder Anstrich des Hauses oder der ganze« Vorderfront oder der ganzen Fläche eines Seiten, flügels oder ganzen Fläche der Hinterfront. 4. Die Neuherstellung des ganzen Treppenhauses im In, nein. 5. Erneuerung der Heizanlage bei Sammel« Heizung und Warmwasserversorgung. 6. Beseiti, gung von Hausschwamm. 7. Erötzere Erd- und Maurerarbeiten, die zur Erhaltung des Gebäude, notwendig sind. 8. Erneuerung ganzer Fußböden und Balkenlagen , sowie Erneuerung von Kaminen. Ein besonderer Zuschlag zur Erundmiete für große Jnstandsetzungsarbeiten wird nicht festgesetzt; es hat vielmehr auf Antrag eines Vertragsteiles das Mieteinigungsamt einen Zuschlag zu bestimmen. Dieser Zuschlag darf die Höhe von 100 Prozent zur Erundmiete im Einzelfall nicht überschreiten. Di, Einrichtung von Hauskonten erübrigt sich somit.
m. - ’’
Wie schwer es ist, Politik und Wirtschaft von einander zu trennen und Weltanschauungsfrapen bei der Behandlung toirtschaftlicher Fragen auszuscheiden, zeigen die Vorgänge auf der Konfererenz im Haag. Man spürt dort besonders deutlich, daß Lenin infolge seiner Erkrankung die russische Politik zurzeit nicht leitet. Die Sowjetreaierung ist wieder auf ihren alten, unnachgiebigen Standpunkt znrttck- gekommen, und ihre Vertreter im Haag haben biSber jede Verständigung verhindert. Sie sind ebenso einseitig und verbohrt, wie uns gegenüber die Franzosen, indem sie trotz früherer Versprechungen für die Behandlung des Privateigentums und Anerkennung alter Schulden alle Zugeständnisse ablehnen, bafür: aber Kredite in gewaltiger Höbe verlangen. Da sich darauf natürlich kein europäischer oder amerikanischer Kapitalist einlafsen wird, stehen die Verhandlungen im Haag anscheinend vor dem endgültigen Abbruch.
Schriftleitung und Verlag der „Oberheffischen Zeitung" begrüßen auf das wärmste die jüngst erfolgte Gründung des Oberschlesischen Hilfsbundes, dessen Aufgabe die Aufrechterhaltung und Förderung deutscher Kultur in Oberschlesten, insonderheit aber der Schutz des deutschoerbliebenen Teiles von Oberschlesien gegen die gewaltig herandrängende polnische Propaganda ist.
Wir fordern, mit Rücksicht auf die allen Deutschen gemeinsamen, hohen vaterländischen Ziele, die der Oberschlesische Hilfsbund verfolgt, alle Leser ohne Unterschied der Partei auf, den Oberschlefi- schen Hilfsbund in geeigneter Weife dauernd zu fördern und nachdrücklich zu unterstützen. Der Ober- schlesische Hilfsbund ist, wie die Aufruf des Ober- präsidenten von Oberschlesten bekanntgab, „nach Entscheidung des Wohlfahrtsministeriums vom 24. Februar 1922, die einzige Stelle, die jetzt die alleinige Sammelerlaubnis für diese Aufgaben im deutschen Oberschlesten erhalten hat, womit jeder Zersplitterung der in Oberschlesien tätigen Kräfte sowie der für diese Zwecke zu sammelnden Gelder ein für allemal vorgebeugt ist". Es ist die Ehrenpflicht eines jeden Deutschen, zu seinem Teile dazu beizutragen, daß die durch das Genfer Diktat zwar entschiedene, aber nicht gelöste oberschlesische Frage in der deutschen Oeffentlichkeit und in dem Herzen eines fetzen Volksgenossen dauernd denjenigen Widerhall findet, auf den sie >m Hinblick aus ihre kulturelle, wirtschaftliche und weltpolitische Bedeutung Anspruch hat!
Wir weisen darauf hin, daß alle für den Ober- schlesischen Hilfsbund bestimmten Zahlungen ausschließlich an die Hauptgeschäftsstelle in Breslau oder an die Konten der Geschäftsstelle Berlin: Postscheck-Konto Berlin Rr. 10899; Beiträge van 20000 Mark an aufwärts an das Bankhaus Mendelssohn u. Co., Berlin W, Jägerstraße 49/50, oder an die Bank für Landwirtschaft, Berlin SW, Dessauer' Straße 26, Konto: „Oberschlesischer Hilfsbund" zu leisten sind.
I.
Das Gesuch der deutschen Regierung Zahlungsaufschub ist nicht überraschend Ter furchtbare Sturz der Mark nach der
Zweites Blatt
sich ergehe» lassen mußte, das dann noch durch Umsturz und innere SB irren aufs schwerste erschüttert unv zerrüttet wurde, nicht Leistungen zumuten kann, die selbst für ein ungeschwächtes, mit voller Frische und Freudigkeit arbeitendes Volk unerfüllbar wären. Deutschland hatte längst in seinem Bestreben, die Feinde von der Unmöglichkeit ihrer Ansprüche zu überzeugen, die äußersten Grenzen der Erfüllbarkeit weit überschritten. Das stete Sinken der Mark gab den Maßstab für das Sinken unserer Letstungs- säbigkeit. Der Fall der Mark wurde zunächst beschleunigt durch das bekannte Gutachten der Bantter- lonferenz, die eine große Anleihe für undurchführbar erklärte, solange nicht die geldftarken Länder, also in erster Linie Slmerika, die Möglichkeit vor Augen sähen, das zu leihende Geld von Deutschland wieder zurück- ■,»erhalten. Die klare und offene Sprache jenes Gutachtens schien aber auch den Weg dafür zu öffnen, daß durch verstärkten Druck der Widerstand Frankreichs überwunden werden könnte. Vielversprechende Unterhandlungen wurden angeknüpft und man durste hoffen, daß sie zu einem glücklichen Ausgang führen würden. Das allein verhinderte ein jähes und schnelles Fallen der Mark, bis die Ermordung Rathe- naus plötzlich tote ein schweres Gewitter mit Hagelschlag dazwischen fuhr. Es ist aber bezeichnend, daß die Mark erst dann wirklich zu stürzen anhub, -als : man im Ausland erkannte, welch schwere inner- , politische Folgen die unselige Tat herbeizuführen ge- ; eignet war. Erst die Gefahr dauernder innerer Erschütterungen eines neuen Wahlkampfes mit ernsten Zusammenstößen, die Möglichkeit eines Bürgerkrieges «nd des Reichszerfalls, die Herrschaft der Straße »«ter dem Schutz einer Regierungspartei, die zugleich die Klassenherrschaft aufrtchten will — das erst wirkte zusammen, um im Ausland den nieder- fchmetternden Eindruck zu erzeugen, der ble Mark auf ihren jetzigen Tiefstand herabdrückte. Richt die Ermordung Rathenaus an sich, sondern die Tatsache, daß sich Mehrhettssozialisten, Unabhängige, Kommunisten und die sozialistischen Gewerkschaften zu politischen Forderungen und zu politischen Straßenkund- knndgebungen vereinigten, hat tut Ausland, und besonders in Amerika das Vertrauen in die Lebenskraft Deuischlands so stark erschüttert, daß der Swrz der Mark unaufhaltsam wurde. Wenn die Unabhängigen wirklich in die Regierung eintreten und weiter überragenden Einfluß gewinnen, können wir jede Hoffnung auf Hilfe vom Ausland aufgeben.
Nr. 164
Sonnabend, 15. Juli Heueot 1922
Der Wert der Mark im Auslande
Frankfurt, de« 14. 7. 1922.
Deutschlands und damit der £-'t den Vertrag von Venailles betrachten. Es war auch in den letzten' wionoten gelungen, den Grundpfeiler dieses Vertrages, die Ueberzeugung von der moralischen Schuld Deutsch- am Weltkriege, stark ins Wanken zu bringen.
r^.?JLLe6t 5.” bedauern, daß Reichs- und Landesregierungen in Deutschland nach der Ermordung Rathenaus tn übereifriger Nachgiebigkeit an links- radtkale Elemente alle für den 28. Juni als den Tag der Unterzeichnung des Friedens von Versailles geplanten Kundgebungen verboten. Gerade durch solche Kundgebungen hätte der bisher erzielte Eindruck wesentlich vermehrt werden können. Die so unfreiwillig hervorgerufene Pause haben die Franzosen schleunigst benützt, um nun ihrerseits mit einer Kundgebung hervorzutreten, die der deutschen Aufklärung«- tatigkeit entgegenwirken soll. Poincar« wußte Wohl, was er tat, als er die völlig ohnmächtigen Sozialisten Frankreichs zu Angriffen in der Kammer heraussorderte und mit erdrückender Mehrheit die Annahme eines Antrags durchsetzte durch den der Welt von neuem ins Gedächtnis gerufen wird, daß Deutschland in Versailles und London das Eingeständnis seiner Schuld am Kriege unterzeichnet und bekräftigt habe. Gerade bei jener Abstimmung in der französischen Kammer wurde aller Welt die klägliche Ohnmacht und Hilfslostgkeit der ^ouhaux, Blum und Genossen dorgeführt, auf deren Hilfe nur deutsche Sozialisten in ihrer Abnungslosig- keit rechnen. Aus dieser Ahnungslosigkeit waren sie nicht einmal durch die Tatsache zu reißen, daß auch die sozialistischen Redner bei ihren Angriffen auf Koincaros-Kriegspofttik es nicht unterließen, die Schuld Deutschlands und daher dessen Zahlungsverpflichtung hervorzuheben.
IV.
Eine weitere Verwicklung der politischen Grundlage wird durch Meimingsverschiedenbeiten zwischen Italien und England berbeigessihrt, zwischen denen sich in Genua eine Annäherung vollzogen hatte. Die Anwesenheit des italienischen Ministers des Auswärtigen Schanzer in London hat nur das Ergebnis gehabt. zu der Feststellung zu gelangen, daß Italien in der Frage des nahen Orients auf der Sette Frank- r e i ch s steht, was wieder mittelbar zur Festtgung der gegen England gerichteten Gesamtvolitik Frankreichs beiträgt. Ferner ist England noch immer nicht seiner irischen Sorge ledig, denn der Bruderkrieg zwischen dem Norden und dem Süden Irlands tobt unaufhörlich weiter. Wenn man dem noch hinzufügt, daß auch Polen von einer Mtnisterkrisis tu die andere taumelt und daß tn Warschau lebt feit Monaten unhaltbare politische Zustände herrschen, fo genügt das, um zu erkennen, daß noch immer böse Zuckungen als Nachwehen des Weltkrieges ganz Europa zerreißen.
____ . ... Ermordung Raihenaus hat das vollbracht, was mit dem Vertrag von Versailles und dem Londoner Ultimatum ange- badnt worden ist. Weitsichtige Wittschafispolitiker in England und Amerika, daun auch in Italien und anderwärts, haben längst vorausgesagt, wie alles kommen mußte. Nur Frankreich sträubt sich immer noch gegen die Einsicht, daß man einem Land, das sich vier Jahre lang mit gewaltigen Opfern helden- miiiig und erfolgreich gegen eine Wett in Waffen ge wehrt bat, das eine fünfjährige Hungerblockade über
^uttererbfen Ackerbohne« Linien 'Wicken Lupinen blaue _ „ .gelbe Seradella alte „ neue
5rockens<bnitzel Runkelrüben
Möhren, rote gelbe
Mohn lottmelasse Wiesenheu, lose Kleeheu
Stroh drahtaepreht „ gebündelt
feilleS als Wurzel alles Uebcls. — Die Konferenz im Haas vor dem Zufammenbruch. — Die des Weltkrieges.
SanttStsdtenst der Fr-iwilliaen SanitStsfolonne vom Roten Kreuz.
Meldestellen:
Station I: Salziger, A., Afföllerstr. 19, Tel. 264. '
Station TI: Maas, Balduin, Ketzerbach 26, Tel. 468.
Station III: Müller, Christ., Untergaffe 7, Tel. 426.
Station TV: Kramer, Josef, Am Grün 56, Tel. 290.
Sonntags: Bon 2—8 Rathaus, Tel. 118 oder 119
Berliner Produktenmarkt.
Preise für 100 Pst>. ab Station: Berlin, den 14. 7. 7922.
Für 100 in
Nark wurde heute:
n gezahlt: vor dem Krieg:
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Paris
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125.40 Fr.
IFr.
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Nachdruck verboten
Das Wasser kommt! %
Riunan von Arthur Winckler-Tannenberg
(Schluß.) - : r
„Dei. hat er erhalten."
Der Schultheiß sprach nichts mehr. Er dachte an das Gespräch mit der Leutholdbäuerin in der vom Wasser zertrümmerten und fortgerissenen TaSminlaube.
Gott hat den Eid gehört.
Werner hatte den Hardthof, das heilige Vätererbe, erhalten, in Sturm und Not.
14.
Gleich nachdem Otto von Kerstenau heimgekommen war, die Nacht mußte ec in Guntersbach bleiben, rie? er die Postmeisterin in Oberwald an.
Dr. Rolf war geholt worden und hatte den Ver- letzteu gründlich untersucht. Entsetzt war er gewesen über die fürchterliche Strapaze, erstaunt, daß der Fuß sticht noch schlimmer aussah. Er gab Hoffnung für seine Erhaltung, aber nun sei wochenlang Ruhe Pflicht, einem Transport des Kranken müsse er sich aufs entschiedenste widersetzen.
5 Dann hatte der Landrat berichtet, was sich in Guntersbach zugetragen, und für den späten Nachmittag, daun, wenn der Arzt wieder dagewesen sei, seinen Besuch angekündigt. —
Und er saß am Lager des Verletzten zur Stunde Pünktlich für die er's versprochen hatte.
Die Hand des Freundes hielt er in der seinen.
„Respekt hab' ich vor Dir^ höllischen Respekt. Und gelernt hab' ich, daß einer sentimental und doch nun verflucht tapferer Tatkraft sein kann. — Daß
jetzt hier ’nen längeren Aufenthalt bei der braven Posimeisterin nimmst, ist in jeher Hinsicht vortrefflich. Du siehst nicht ganz herzgewinnend aus mit der zerschundenen Nase und dem Loch überm Ohre —" Werner lacht«.
„Du bist doch immer derselbe —" sagte er.
„Na, Gott doch, ja, man muß verbraucht werden, wie man ist. Mir gefällst Du auch so, ich seh' nichts aus's Aenßere, aber 'ne junge Dame. 'S gut, daß sie sich vorher in Dich verliebt hat —"
„Seh' ich so greulich aus?"
„Einfach scheußlich," sagte Kerstenau.
Er zog einen Taschenspiegel hervor und reichte ihn dem Freunde: „Da bitte, bewundere Dich selbst." „Na, ja, etwas vielfarbig und zerfetzt, aber es sind Hautwunden, das heilt alles —"
- BiS zur Hochzeit! Ja, mein Junge urch ich' bin
dafür, daß es recht schnell heilt, denn alles in allem, Deine Liebesgeschichte ist auch für uns andern 'n bischen anstrengend."
Sie hatten gleich eingangs von Toni gesprochen, tausend Fragen hatte Werner gehabt und viel erfahren, aber nichts davon, daß die Geliebte auch krank lag. Bei diesem rabiaten Patienten war zu erwarten, daß er, aller ärztlicher Fürsorge zum Trotz, seine Ueberführung nach Guntersbach erzwang. Jetzt kam Werner wieder auf seinen Wunsch zurück, Toni zu sehen. Ob Vater oder Mutt«; nun, da jeder Widerstand gegen das Verlöbnis aufgegeben sei, nicht die Tochter hierher begleiten könnten. Auf eine Stund«, auf zehn Minuten, wenn's nicht ander- sein dürft.
Aber der Freund wußte so energisch zu raten, daß er dem guten Mädchen keinen Schrecken einjaqen dürfe, daß er, um Tonis willen, seine eigenen Wünsche zurückstellen müssen daß Werner sich seufzend fügte.
Ablenkend sagte er: „Und ich habe nichts mehr. Selbst das nicht, was ich auf dem Leibe trug, denn es ist zerfetzt und ruiniert. Da gibt'- noch eine Strapaze für DiG mein armer Otto. Einfleiden mußt Du mich von Kopf bis zu Fuß. Die Trümmer mitnehmen, die man mir hier vom Leibe geschnitten mt, und danach müssen Drossenh^mer .Künstler, für ^kock und Hemd, für Sttefel und Strumpf Maß nehmen. Ein Wunder; daß ich noch Geld habe. Auf der Landsbank liegts. Wärs in dem Holzschleifenhause gewesen, rann könnt' ich jetzt im flamme nachgrabe» —"
„Na, ganz so schlimm ist'- ja nicht. Bester, der Leutholdhoferbe hätte wohl Kredit —"
Ein Schatten der Trauer zog über Werners Gesicht.
„Leutholdhoferbe! Ja das bin ich nun. Den Storch habe ich beneidet um sein Nest; weil mir nichts gehörte, und nun, da mir alles zu siel, kann ich mich nicht freuen. Zu schrecklich ist's, was. mich in den Besitz brachte!" •
„Laß die Zeit wirken —"
„Ja; sie heilt alles! D» hast reiht. Und ich will's nur gestehen, wie ich hi«, so für mich allein, lag, hab' ich auch schon Pläne gemacht, wie mm alles kommen werbt." ■ ' ; ■ ।
„Ah, da bin ich gespannt * • r'" ■ '*t~
„Ich bin kein Bauer und kann kein« werden. Das l verpfuscht und vorbei für immer. Mich hat die ! fünft unwiderruflich; ich bleib' ihr treu. Wenn Toni will, nehme ich den großen Auftrag »ach Australien an, die Fahrt ist dann unsere Hochzeitsreise. Aber rät« möchte ich in Gunter-bach bleibe^ damit ich Bat« und. ffibittix kardt nicht dar lchtr und. ürbKi
raube, was sie haben. Ein Umbau des Vaterhauses könnte AtelierSräume geben, Toni als frohe Landfrau könnte schaffte wie sie'S wohl geträumt hat, ehe sie mich wiedersah. Reichen ArbeitSstvff will ich mit- bringen von unser« Fahrt und jahrelang von ihm ernten. Wenn uns die Lust faßt, oder wenn die Vorratsscheuer b« Kunst leer zu werden droht, fährt man wieder auf Weilchen, in Oie Welt hinaus. Ich alein, der Toni mit mir. Frau Lemke soll bei uns Hausen, wenn sie toitt und statthalten, wenn wft nicht da find —"
„Sie, sieh, ein ganze- Programm. Ja, wenn man so still für sich liegt, schmiedet man die Zukunft. Aber, wer sorgt für die Landwirtschaft? Ich hab' ja freilich keine Ahnung ob die Kunst so reich trägt, daß die Feld« brachliegen könne». Ob sie Dir jetzt schon so reichlich trägt."
„Auch darüber labt ich gesonnen. Einst ft'iten die beiden Höft in eine Hand kommen, in dft Hand meines Bruders. Bat« Hardt wird nun üb« beide verfügen. Was er behält, was « verkauft oder ver- pachtet mir wird's recht sein, wa- er beschließt, will ich auch. Ich bleibe noch imm« in seiner Schuld, denn er gibt mir so viel! Und waS die Kunst bringt? Dem rechten Künstler genug, und ich hoffe ein recht« Künstl« zu sein, denn d« Meist« in München hält mich dafür."
So war «S Abend gSvorden, und Kerstenau nahm Abschied. Er wanderte zur Waldschenke, wo der Wald- steg in die Heerstraße mündete. Dort stand sein Wagen, mit dem er nach Drossenheimr zurückkehrte. Ein barfüßig« Junge trug ihm ein Bündel bis zum Wagen. Werners 'Kleidung, nach der dft Neuanschaffungen vorgruommen werden sollten.
*
Wochen waren vergangen.
Toni und Wern« waren gesund, und am Hardt- häuft hämmerten dft Zimmer« den neuen Zaun, welcher an d« ©teile de» alten, fortgerissenen, gebaut wurde. Ans d« Bank saß das Brautpaar und plauderte üb« GegenwartSglück und ZukunftShofsen.
Da trat Lat« Hardt durchs Vvrgatter deS Hofes.
„Die Sache ist abgemacht," sagte er, auf Werner zugehend, nx» habt Ihr Euch noch einverstanden zu erklären."
„Du weißt, Vater, wir find eS — ohne Borbdjalt" Der Schultheiß setzte sich zu ihnen auf dft Bank. „Dir Werner; muß ich volle ^Rechenschaft geben. Da Hardthof soll in eines rechten Bauern sicher« Hand bleiben. Drüben im Eulentale wohnt ein önM vsn mix. Zwei Söhne hat er. 56a eitfcfit
erbt dort den Hof, und da Jüngere, weil für ihn zu Hause kein Platz war; blieb beim Militär. Er hat kapituliert und wäre mal in eine Zivilversorgungs» stellung getreten, wenn seine Zeit um war.
Ulrich ist Landwirt mit Leib und Seele. Ei« Mann. Er soll hiahrr. Den bunten Rock hängt « an den Nagel und wird einmal Hardhofbauer nach mir. Mit ihm bin ich einig. J>tzt habt Ihr Euer Amen zu sagen."
Erstaunt schauten Werna und
„Wir?" sagte Toni.
„Ich denke, im Hardthaufe g o. nur einen Willen," fügte Werner hinzu.
Der Schultheiß lächelte, dann wurde « tiefernst.
„Das war einmal. — Wille muß sein, ohne Wille und Kraft keine Ordnung. Aber der Wille soll nicht Trotz und Eigensinn sein. Ich habe Schweres getragen," und manchmal in der Nach; kommen schlimme Träume, Kinder."
„Bata!" Toni war es, dft fich an ihn lehnte.
„Ja, Kind!"
„Auch ich war trotzig!" -
„Ja, aber Du warst e- in da Abwche.
Ec küßt, sie, und sie waren einig.
„Also, nun zu der ehrlichen und rechten Aus« einandersetzung. Du, Toni, bist meine gesetzliche Erbin. Will ich ab« den Hardthof im Stamme Hardt erhalten^ dann müßt Ihr, Du und Dein Mann, dem Ulrich Rechte abtreten. Er wird Miterbe, bis er Euch ans- zahlen kann, und dann gehört ihm da Hardthof ganz. Wollt Ihr das in Friede und Liebe?" \-
„Ja!" ' *>
Das Lang von beider Munde zugleich Boll und bestimmt. Der Mft aber sagte:
„Gut, so will ich es auch, ich, da tzardthofbauer. Ein Sohn zieht hftr ein, der ein Bauer wird, tote, et soll. Uebers Jahr, wenn Ihr wftderkommt von, Eurer Welt fahrt, soll « hier schon wirtschaften, nach Ätem Brauch, nach gutem Brauch Zuerst unter mit und, wenn ich eS ihm lassen kann, allein. Entlasten muß « mich damit ich mich um den Leutholdhof kümmern kann und den Ban dort. In acht Tagen kommen dft Kostenanschläge und Zeichnungen au» Drossenheim."
Wer sein Geld liebt, der färbt Ä leibet, Blusen, Strümpfe, Sardine» efw. tun mit de» wettberühmie» ^eitaeM'e Sttte»*, Marte „Arich*rspf i* etW, well Ne He desto« sind.