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Zweites Blatt

an

Nr. 152

Sonnabend, 1. Juli Senert

MWIllItze M-ksWnßU.

Bon unferm volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.

Zwei Ursachen sind es, die in der letzten Woche eine abermalige starke Entwertung der Mark her- deigeführt haben. Die eine stammt aus der Not- wendigkeit, erhebliche Devisenmengen für Ent- schädigu«gszahlungen aus dem Verkehr zu ziehen und aufzuspeichern. Die Bemühungen der Reichsbank, durch Abgabe aufgespeicherter Devisen deren Kurs zeitweise zu stützen, haben nur teilweise Erfolg gehabt. Der erreichte Dollarkurs von 350 bis 360- ift der höchste, der bisher auf dem langen Leidenswege der Mark verzeichnet worden ist. Zweifellos haben hierzu die tnnerpolitischen Er- eignisie ein erhebliches Teil beigetragen. Di« Er­mordung R a,t h e n a u s konnte nicht ohne schwer­wiegende wirtschaftliche Folgen bleiben. Das Aus­land steht in dieser Mordtat zunächst einen Beweis dafür, daß der deutsche Staat auch im Innern noch nicht genügend befestigt ist, um der internationalen Finanz kreditwürdig erscheinen zu können. Er­schwerend wirken auch die Verschärfungen, die die innerpolitische Lage infolge der Mordtat erfahren hat. Wichtige wirtschaftliche Probleme muffen in einer von Parteileidenschaft erfüllten Luft gelöst werden. Und Ausnahmegefetze und innerpolitische Wirren sind gewiß nicht geeignet, das Vertrauen der Finanz und die Festigkeit und Kreditfähigkeit Deutschlands zu stützen.

So werden wir voraussichtlich, wenn es nicht bald wider Erwarten gelingt, zu einer allgemeinen politischen Beruhigung zu gelangen, mit einer fortschreitenden Entwertung bet Mark und damit zugleich mit einem schnellen Fortgänge der allgemeinen wirtschaftlichen Ab­wärtsentwicklung rechnen müsien. Das bedeutet aber auch die Steigerung der I«aeiseg «nd damit die Gefahr weiterer sozialer Kämpfe. Schon der Mai, der sich verhältnismäßig hoffnungs­voll anließ, brachte keinen Stillstand in der Ver­teuerung der Lebensbedürsniste. Die Reichsinder­ziffer für Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuch­tung und Bekleidung ist von 3392 im April auf 8751 im Mai gestiegen. Daraus ergibt sich eine weitere Verteuerung der gesamten Lebcnshaltungs- losten um mehr als 10 Prozent. ES kann aber schon heute als sicher gelten, daß die Teuerungswelle noch viel stärker und rascher angeschwollen ist. Neue Lohnforderungen und Lohnkämpfe auf der' ganzen Linie und dadurch hervorgerusene weitere Geld­entwertung werden die unvermeidlichen Folgen dieses unheilvollen Laufes der Dinge sein.

Aber die Gefahren, die der deutschen Produktion brohen, sind hiermit keineswegs erschöpft. Die Kehlen lage scheint sich infolge erheblicher Nach- keferungsforderungen der Entente wieder einmal katastrophal zu gestalten. Ein zwischen der Reichs- tegierung und dem Garant,Ausschuß abgeschlch- fenes Kompromiß, das Deutschland zu einer Nach- fieferung von 212 000 Tonnen Kvksfeiukohlr bis zum £ Juli verpflichtet, wird von der deutschen Jn- hvstrie in Anbetracht des großen Mangels gerade «n Koksfeinkohle für unerfüllbar erklärt.

Nachdruck verboten.

Das Master kommt!

Ksrnan von «rthvk LinSler.TavvenberL-

31. Fortsetzung.

Herr," antwortet« er grinsend.

-Nehmt Mich auf den Rücken und tragt mich »ach Hause. Ich habe mir einen Fuß verletzt."

Philipp starrte den Redenden an. Er sprach zu viel, alles auf einmal begriff ec nicht. Werner me'kle das.

Herkommen." sagt« er.

Philipp kam.

Umbrehen.*

Er gehorchte.

Bücken."

1 Auch daS geschah sofort und Wenter legte seine Anne um Philipps Hals, klemmte die Schenkel um des Riesen Leib und befahl:Auf, jcht nach Hause!"-

Der starke Mann stieg mühelos aufwärts. Er stützte sich nur leicht auf WemerS Stoch die Last be­schwerte ihn nicht sehr, und auf den glatten Stellen hatten seine Nagelschuhe sicheven Halt.

Zweimal nur rastete der Träger, und nach einer halben Stunde tauchte da- Haus an bet Holzschleife aus dem wallenden Nebelzuge.

Frau Lemke erschrah als ihr Mann mit schwer »ufpolterndem Schritt Flure anhielt und Werner Leuthold sich vorsichtig von beffen Rücken nieder- keß. An Wand und Tür weitertasteud, gelang e der Maler in» Zimmer, Philipp stand im Eingang der Küche und schüttelte sich wie ein Pudel.

-Jesus, was ist geschehen?" fragte die Frau.

Senter erzählte. Den triefenden Mantel warf et weg und sank erschöpft aus den Diwan.

Frau Lemke versuchte den Stiefel vom verletzten tzuße zu ziehen Leuthold biß die Zähne zusammen.

Das fällt um so stärker ins Gewicht, als Frankreich chon jetzt geradezu unter einem Kohlenüberfluß leidet. Frankreich standen schon 1921 außer 28,2 Millionen Tonnen eigener Kohlenproduktion 9,6 Millionen Tonnen Saarkohle und 12,1 Millionen Tonnen deutsche Entschädigungskohle zur Ver­fügung. Das sind fast 50 Millionen Tonnen und beinahe 10 Millionen Tonnen mehr als der Fric- densbedarf Frankreichs betrug. Auf der andern Seite steht die deutsche Wirtschaft, wenn die Entente ihre Forderungen gewaltsam durchsetzt, in Gefahr, durch Kohlenmangel völlig gelähmt zu werden. Unter der Kohlenknappheit leiden heute schon zahl­reiche deutsche Jndustrieen, darunter namentlich das Baugewerbe. Die erwachende Baulust, die als eine volkswirtschaftlich erfreuliche Erscheinung an­gesehen werden muß, gerät dadurch wieder ins Stocken. Nach einer Angabe derBauwett" sind im Mai insgesamt 8346 Wohnungsneubauten und 116 Fabrikneubauten festgestellt worden, das find fast dreimal so viele als im gleichen Monat des Vorjahres. Diese günstige Entwicklung wird unter den Folgen des Kohlenmangels wieder zurückgehen. Von den deutschen Zementfabriken find etwa 30 wegen Kohlenmangels stillgelegt, der Rest wird nur zu 60 Prozent ausgenützt. Unter allen diesen Um- 'tänden ist es besonders zu bedauern, daß die Berg- arbeiterorganisationen sich geweigert haben, dem Ueberschichten-Abkommen zuzustimmen.

Neben Kohlenknappheit und Teuerung bildet der Kapitalmangel noch immer ein wichtiges Hemmnis unserer industriellen Entwicklung. Der Geldmarkt ist augenblicklich so stark angespannt, wie kaum jemals vorher. Ihren Grund hat diese Cr- cheinung natürlich in der Geldentwertung. Trotz aller Maßnahmen und trotz schärfsten Anziehens der Steuerschraube nehmen aber Geldumlauf und schwebende Schulden immer weiter zu. Die Ver­buche, hier Einschränkungen rwrzunehme», haben offenbar nur die eine Wirkung gehabt, die Kapital, not zum Schaden der Produktion noch zu ver­schärfen.

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o alte

Wenn wir uns in die Geschickte der deutschen Schützen­seste vertiefen, die den prächtigsten Ausdruck des manu« basten mittelalterlichen ZunstgeisteS noch bis in unsere Gegenwart fortpslanzen, steigen vor it«8 prunkreiche Bilder voll fröhlichen GlanzeS. turber Fröhlichkeit und wehrhaften Bürgersinnes aus. In den mittelalterlichen Städten galt von Anfang an der Grundsatz, daß jeder, der die Vorrechte seiner Stadt genoß. auch au seinem Teile bereit fein mußte, sie mit Gut imd Btut xn ver­teidigen. Feder Bürger hatte die Vervsticktnug, fick mit Waffen zu berfeßen und sich aus das Gebot des Rates der Stadt zur Verfügung, auch zu Feldzügen, zur Verfügung zu stellen. '

Schon im 15. Jahrhundert bestand in Mar bürg, wo in diesen Tagen daS Gauverbandsschiesten der Schützen- vereiue von Hessen-Nassau in Verbindung mit dem sechzigjährigen Siistungssest des festgebenden Vereins gefeiert wird, ein Verein von Marburger Armbrust- schützen. Herrliche Schützenseste fanden gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts aus dem Kämvsrasen in Mar­burg statt, und an ihnen nahmen der Landgraf mit seinem Hof, die Bürgerschaft und die Studenten teil. Im Jahre TOBHBeeeBBseeeeaeeaawsBeMHBHMMm ein dumpfes Stöhnen nur verriet, was et litt. Aber endlich fiel der Schnürstiefel herab.

^Sorgen Sie für Auren Monn, er ift tfcafe naß wie sagte der Maler,und dann kommen sie wieder, ich muh! indessen sehen, wir ich die Kleider vom Leibe kriege und überlegen, wo man einen Arzt hecbekommt."

'nen Doktor? Herr Leuthold. Oh, der iS' heute in Oberwald: soll ihn der Philipp holen?"

Der Philipp ,bei dem Wetter?"

,Za, der Philipp is' rein toll, rein toll iS' er, wrnus ein Gewitter gibt. Da rumorts besonders in seinem kranken Kopp, unb nicht zu halten iS' et in der Stube. Im Walde rast er herum und dabei bleibt er warnt, so naß wie er is'.n Zettel geb? ich ihm mtt an den Fleischern wo er mir oft was holen muß. Das besorgt er gut und dem Fleischer, dem Grunertz schreiben Sie, daß ern Doktor her­schickt. Der hat heute seinen Tag in Oberwald, 's trifft sich wunderschön."

Die gute Fran sckien ganz entzückt.

,K«ute feinen Tag, und da wird er bei dem Sturm grfommen sein?"

Seit gestern is «r da und da war kein Sturm. Alle drei Wochen kommt er nach Overwild, und da steht die Schenkel woll Leute, aus drei Dörfern kommen sie. Aber nu' geh ichi daß sich der Herr Leuthold misziehen Tann und wenn ich kommen sott, rufen Sie nur."

Eine Viertelstunde später lag der Patient auf d m Diwan, wohlig erwärmt durch trockene Kleidung, neben sich eine Tasse Tee, die die vorsorgliche Wirtschaf­terin ohne Auftrag bereitet hatte. Der kranke Fuß lag ausgestreckt im weichen Fell. Werner ließ den Kopf zurücksinken und starrte sinnend nach der Decke.

Indessen trollte über Moos und Stein .durch Mud uni) Wasserguß der Kiot. Wenn ihm schwere Tropfen ins Gesicht stoben, wenn der Sturm ihm Bart und Haar zauste, dann lachte er kreischend auf.

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1848 schoß man bei dem Hansenhaus unter der jetzigen Försterwohnung nach den Scheiben, unb 1862 wurde der eitdem umiuterbrochen bestehende Schützenverein in ?Jlar6nrg neu gegründet.

Als der Landgraf Wilhelm am 14. Februar 1588 in Cassel eine Wachtordming erließ, die als Nachweis ür den Abschluß der Neubefestigung der Stadt gelten kann, verrichteten darnach die Bürger gemeinschaftlich mit den Soldaten den Wachtdienst. Wie der Dienst auf den Mauern und Türmen die Bürger ehedem genötigt hatte, sich im Armbrustschießcn aus;ubill>en, so wurde jetzt der Dienst auf den Wällen der Ausgangspunft der militärisch eingerichteten Bürgersckützen-Kompagnien. Hier und anderwärts schlosien sich die Schützen in kirch­licher Form zur St. Sebastians-Bruderschaft zusammen, jenes römischen Gardekavitäns und christlichen Mär- ltzrer». den die mauretanischen Bogenschützen am Kreuze aufgehangen unb zur Zielscheibe ihrer Pseilschüsse gemacht hatten. Nach Fertigstellung des neuen Festungsgürtels rief Landgraf Philipp die Büchsenfchützen »um Dienst heran, die sich 1553 eine Verfüllung gab-n unb links der Ahnri ans dem früheren Gänseplatz mit dem Feuer- gewehr übten. Da man aber immer noch die Armbrust bevorzugte, befahl der Landgraf, daß iebe Zunft ein bis »Wei Mitglieder zur Ausbildung mit der Büchse vergeben nllten. In ihnen ist der Anfang der Bürgerschützen- Kompagnien zu erkennen, die bis zum Jahre 1P30 ortbestanden haben und dinm in die Bürgergarde äll-r- gegangen sind.

Um die Mitte des Juli-Mondes 1862 hat der Deutsche Schützenbund in Frankfurt, der alten Kaiserstadt am Main, fein erstes Bundesfchießen gefeiert, unb 1912 versammelte er sich in derselben Stadt zum goldenen Jubiläumsschieben. An dem Festzug. der die Entwicklung des SchießwesenS von der Urzeit bis zur Gegenwart in geschichtlich-treuen und malerischen Bildern vor Augen führte, nahmen 10 000 Personen teil Das Bundes- banner wurde von dem Hamburger Senatssekretär Dr. Hagedorn mit einer Ansprache überreicht, in der er auSsührte, daß daS Banner überall, wo es auszepflanzt wurde, ein Sinnbild dmtschen Empfindens und deutsch- nationalen Bewußtseins gewesen sei, ein Zeichen, unter dem sich die Baterlemdsfreunde sammelten, ein Svmbol, Iris alle Deutschen, soweit die deutsche Zunge klinge, zu edler und frohe Festesfeier einte, bas die Deutschen !>es Reichs mit den D'utscheu in unserem Bruderreick Oesterreich, in der Schweiz und jenseits d«S Welt­meeres fest verbunden hielt.

Nicht weniger als drei Wochen waren für die Feier der Grünröcke angesetzt, die Stadt Frankfurt bot alles auf, um ihren Gästen die Freudentage möglichst kurz­weilig zu gestalten. Die Straßen der Stadt prangten in festlichem Schmuck von Fahnen unb Wimpeln, Theattr unb Vergnügungsstätten lockten zu ftöhlicher Lust. Am bewegtesten ging es natürlich auf bem Schützenplah zu, her etwas abseits ber Stadt aus dem Gelände lag, auf dem später die Jla-Ausstellung veranstaltet wurde. In getreuer Nachahmung sand hier der Fremde alle die traulichen und gemütlichen Häuser, die der Altstadt ihr altertümliches Gepräge geben, und bunten Giebeln und Erkern trat dem Bettachter «in Stück deutscher Vergangenheit entgegen.

D«r Schützenverein in Neustadt, int Kreise Kirch­hain. der älteste Verein der Stadt, der seine Gründung in da« 17. Jahrhundert zurückführt. ist vor zwei Jahren zu neuem Leben erwacht. Er ist nicht nur im Besitz einer kunstvoll gestickten Fahne, sondern auf dem Rat- hauS befindet sich auck noch die alte Schießvorschrift auS dem 17. Jahrhundert sowie die silberne Schützen­kette der ehemaligen Sckützengilde, die bett jedesmaligen Schützenkönig zierte und in ihrem Wappen das Bild des Sckützenpatrons St. Sebastian führt.

1387 vemehnwn, wir zum ersten Mal von einem großen ,.Frei schießen" zu Magdeburg, wo uock ganz

Gegen Mittag kam et zurück unb neben ihm kämpst« Dr. Rolf, ein rüstiger junget Mann, bet seit jicei Iahten hier tin Gebirge lohnende Landpraxis betrieb, sich durch.

Er untersuchte ben Male^ stellte eine Knöchel- Verrenkung fest und ließ den nassen Riesen das Bein halten, während et selbst die Einrenkung vollzog. Werner konnte einen Schrei nicht unterdrücken, so tapfer er sich bezwang.

Aber bann war'S geschehen.

Absolute Schonung, so würde er wieder werden. Damit schied der Arzt.

Weriter lag nun feinen Gedanken überlassen.

Und einer beschäftigte ihn namentlich. Während Dr. Rolf den Fuß in feste Bandage schnürte, hatte er geplaudert. Born Wetter natürlich. Wie hatte er gesagt?

Das fängt gerade p> an, wie Vst zwei Iahten. Ich hatte damals meine Dotfpraxis eben begonnen: wochenlang war herrlicher Sonnenschein gewesen unb auf den Feldern reifte die schöne Gottesgabe, da plötz­lich lagen die Berge in einem Nebel, wie mit Säcken zu gedeckt, im Tal krochen die Gewitter unb Hinterm Enlenberge gingen zwei Wolkenbrüche nieder.. Das war ein Wassersturz. Und von daher sind die Re- gurnngspläne, um die jetzt endlich prozessiert wird. Genau so fing es damals an. Wolkenbrüche Hinterm Eulenberge sollen immer das Signal sein, daß das Hochwasser kommt, sagen die Bauern im Oberwald, und das haben sie mir heute wieder gesagt."

So hatte der Medizinmann im Lodenrock ge­plaudert, und draußen peitschte ber Regen, brauste bet Sturm eine ernst« Begleitmelodie.

Die Nacht verging leidlich. Der Fuß schmerzt nut, wenn er irgendwo anstieß, und Werner hatte mit geringer Unterbrechung geschlafen. Bei Toni waten seine Gedanken gewesen, als er sanft ins Reich des Unbewußtseins hinüberglitt unb sie hatte im Traum ihren Gegenbesuch gemacht. Das toar ein

tote bei den ritterlicken Turnieren um einMaidlrin" gekämpft wurde. Diefe Schützenseste waren um bei Jahr 1400 in Süddeutschland ganz gewöhnlich. Auch in Norddeutschland breiteten sie sich immer mehr au«, besonder» feit 1473 die Religuieu des heiligen Sebastian nach Braunschweig gebracht werden waren. In die Sckützengilder konnten auch Frauen, sogar ganze Fa­milien, eintreten, und wohlhabende SehÜtzenschwestetn machten ansehnlich« Stiftungen. In älterer Zeit er* chienen die Schützen in einet vollständigen Krieg»* rüstung, später begnügte man sich mit farbigen Mäntel« und bunten Federn am Hut. Die Schützenälteste« trugen den Gilbestock, und den Schützenkönig schmückte das Szepter mit dem silbernen Bogel unb die Ehren* kette mit dem kostbaren Schützenkleinod.

Als Kurfürst Wilhelm!, am 21. November 1818 nach siebenjähriger Abwesenheit unter dem Jubel bet Bevölkerung -wach Cassel zurückgekehrt wat, sollten mög­lichst alle Verhältnisse auf den ftüheren Stand zurück» aefübrt und auch bet Geburtstag des Kurfürsten wieder tote vordem gefeiert werden. Auch am 3. Juni 1816 marschierten zu dieser Feiet in Franken berg zwei Offiziere, sechs Unteroffiziere, zwei Halbmondbläset, zwei Tambour«, zwei Pfeiftr und 62 Schützen au«. Al« bester Schribenschühe erwies sich der zur Schützen« 'ompognie gehörige Bürger Arcud Millner, dem der Verordnung vom 14. Januar 1794 gemäß vom Juli 1816 ab auf ein Jahr Steuerfreiheit gewährt wurde. Beim Ausbringen der Gesundheit der Königlichen Hoheit wurden mehrere Pulverschüsse abgeseuert. Nachmittag« um 4 Uhr fanden sich geladene Gäste zu einem Tanz auf dem Rathanse ein, wo für Beleuchtung unb Musik gesorgt war. dagegen entnahm Speisen und Getränke -eder auf seine eigene Rechnung.

Bei derselben Feier am 3. Juni 1817 aber kam e« zu Zwischenfällen. Die Sckühenkompagnie beschwerte ich bei dem Frankenberger Amtmann GieSler darüber, hzß man ihr im Vorjahre den Silbernen Löwen ab­zugeben verweigert habe. Dies Ehrenzeichen hing an einer silbernen Kette, es wog 145/« Lot und wurde demjenigen Schützen, der beit besten Schuß hatte, von f-m Bürgermeister der Stadt umgehängt. Ms dir Absicht bekannt toutbe, daß man wieder den Silbernen Löwen nicht herausgeben wollte, kam e« am 3. Inn! 1817 zu einer Störung de? Sckützeneinzug?. Auch hem Antrag, den Silbernen Löwen öffentlich verkaufen und den Erlös zum gemeinen Nutzen verwenden zu bfirfett, wurde nicht stattgegeben. Endlich wurde fih die Frier des Jahre; 1818 der Schötzenkompagnie ge­stattet. ben Silbernen Löwen im Rathaus abzuholen Am Morgen des 3. Juni versammelte sich dazu bet Miamstrat, die Schützen marschierten vor dem Rat- House aus. für die Atmen und die Schützeuiugend wurde um neun Uhr die Sckwalm'scke Stiftung gespendet, uni am Abend fand aus dem Rathause ein Ball statt Beim Schießen noch ber Scheibe aber hatte sich dec Sckützen-Untervsfizier Georg Schmidtmann durck > besten Schuß ausgezeichnet, wofür er mit dem Ehern- $ eichen des Silbernen Löwen geschmückt wurde.

Auch Fürsten luden zu Gesellonschießen ein. so bet Markgraf Friedrich von Branbenburg -"chnnals den Nürnberger Rat. Die Schützen febo' 1 frei mit schwebenden Armen und aufgekrempten ..-amsärmeln. Sehr früh toar an die Stelle > als Ziel gebrauchten, lebenden Tiere ein künstlich _ nitt5 Vogel bild auf einer Stange getreten. Im 16 Jahrhundert trat dal Wandziel aus, die prächtig ans.,-stattete Schühenicheibe. Zu Anfang wurde dem Sieger von züchtigen Tut«« stauen ein Kranz aufs Haupt gesetzt, dann erschiene« als Hruvtpreise seht häufig 'ndige Tiere, danach' kamen silberne Geräte, Armb u w Medaille»

ober Münzen aus. Die Bord.-.. erste:! Schützen» tatet« vom ersten deutschen Bundesschrrüen in Frankfinl a. M. im Jahre 1862 zeigt die Germania und bk

holder Traum gewesen, unb wenn es auch drauIal ruhelos wild »veitetgetoft hatte, den Glücklichen halt nicht« gestört.

Er erwachte. Der erste Gebaute Wat wieder

Ihr chatte er am Nachmittage vorher geschrieben nichts von feinem Unfälle, weshalb sollte er sie ängstig«« viel Liebes unb Herzliches, diel Beteuern unb viel Trostsreitbe unb nun würbe ber grau­haarige Alte heraufklimmen -nb ihm etwas bringen.

Keine Antwort. Sie k.'uu.e sich ja kaum an» bem Haufe wagen, unb ob Trude Wilborn die FreuttdeSpsticht so heilig nahm, ihr in diesem Auf* ruht ber Natur einen Besuch zu machen. Auch dann aber war das, was et heute erwartete, gestern ge- schrieben, unb sein Brief kam heute erft im Hardthaufe

am

Wa« verschlug das? Neuigkei'eit ..st-.e > sich nicht melden, nur SieSe unb Treue.

Da trat Frau Lemke ein und brachte das Früh­stück. Teilnehmend erkundigte sie sich, wie sie Teller, Tasse und Krug orbnete, Butter unb Brot dem Pa­tienten In bequem handliche Nähe rückte, erzählt« sie-:

Heller is' geworben, Herr Lentholb, manchmal Hai mau einen Blick ins Tal." Sie wies durchs Fenster. Eben jcht wieder zerreißen di« Wolken unb Gunters- bach liegt da blitzblank, naß! Die Wetter sind herum­gezogen, Hinte« den Eulenberg. Dort iS 's halt bös«. Der Joses vom Grunert wat da, er hat 's Flrisch gebracht, der sagte, Hinterm Eulenberg is' die Nacht ein Wolkenbruch niedergegangen--"

Werner fuhr empor: ,Hinterm Eulenberg ein Wolkenbruch!" Er dachte an des Arzte! Prophezei UHQ.

ja, und daS Wildwasser kommt schon g*n| dunkelbraun herunter. Gott schütze die armen Leute dadrüben." s J

(Fortsetzung folgt.) 1

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einfach geröstetes Getreide, - Bekämm2Ich,eBeussersf Sparsam!