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Tie »Oberheisijch« 3eitum' erNbtint sechsmal wöchentlich. Le,ug,vr«i» monatlich

Für ansrällend« Kammern infolge Streik ooer elementarer Ereignisse

25 Mk.

O|# IM* kein Ersatz. Verlag von De. L. Kitzerotd. Druck der Unw^Buckdruckeret von *" *** Joh. e«g. Koch, 21,23. Setnwtedier 56, Postscheckkonto: St. 5015 Ämt

RtantiMti a. M-iin.

Erstes Blatt.

A

sei, teS der

In- der

Dinge bleibe

Ueberfa«

abzuwarten.

auf bat Bruder HelfferichS.

d. S-, 30. Nini. Heute Nacht 2 Uhr

TrikoNvarcnfabrik Helsferich in

schaffen, um die Bekämpfung derReaktion" an» eigener Kraft vorwärts zu treiben.

Mufladt eine Amte von zwanzig öiS drei big Burststen und verlangte» Gintaß, angeblich ruu eine Depesche an den Reick-Ztagöabgeordncten Helsferich abzu- aeebn. Als man ihnen bedeutete, da» der Abgeord­nete nicht anwesend sei, zertrümmerten die Burschen das Haustor und die Haustür zu der Woh­nung deS Fabrikanten Philipp Helsferich, des Bruders deS Abgeordneten, drangen in die Wohnung ein, be­drohten, wie derPfälzische Kurier" meldet, den Fa­brikanten Helsferich mit Totschlägen und durch- suchten die Wohnung nach dem Abgeordneten Dr. Helsferich, gegen den sie ebenfalls TotschlagsdroSun- gen auSsttetzen. Die Burschen schlugen dann Spiegel und Bilder entzwei und verschwanden wieder, noch ehe die Neustädter Polizei, die man telephonisch her­bei rief, eingetrofsen war; sie sind in der Richtung nach Sambrechl abgezogen. Tie Gendarmerie ist ihnen auf der Spur.

Neustadt a. erschien vor der

Franz Schmitt.

Die Meinung der bayerischen Demokraten.

München, 30. Jnni. Die Besprechung der terpellation der Baherifthen Volkspartei und

Wertere Ausschreitungen werden u.a. aus Hamburg .Bildersturm in Schulen), Düsseldorf (gewaltsmne Herbei- lührung ton ArbeitSruhc), Nürnberg (Prügelszenen zwi­schen Besuchern der Landwirtschaftsausstellung und Ein­heimischen) und Wilmersdorf (Kundgebungen vor dem RatbauS) gemeldet.

Im sächsischen Landtag brachte die deutschnationale Fraktion eine Anfrage an die Regierung ein wegen der Gewaltakte gegen Rechtsstehende. Es wird ge­fragt, weshalb die Regierung keine Vorkehrungen gegen die sicher zu erwartenden Ausschreitungen ge­troffen habe, zumal in der sozialistischen Presse An­reizungen zu diesen gegeben worden seien und wie die Negierung in Zukunft die Staatsbürger vor der Be­einträchtigung ihrer staatsbürgerlichen Rechte zu schü­tzen gedenke.

Münchener sozialistische Vorbereitungen.

München, 80. Juni. Wie die Münchener Polizeidirektion bekanntgibt, hatten anläßlich der Protestkundgebung gegen die Kriegsschukdliige auf dem Königsplatz die vereinigten sozialistischen Par­teien zusammen mit den Kommunisten Anstalten getroffen, um je nach Verlauf der Kundgebungen mit Angriffen auf die Teilnehmer begegnen kön­nen. In verschiedenen Stadtteilen waren größere Bereitschaft ungeordnet. Kolonnen, die mit Tot­schlägern, Messern, Stöcken und anderen Kampf­werkzeugen bewaffnet waren, zogen nach dem Platz vor der Feldherrnhalle und anderen Plätzen. Zahl­reiche Radfahrerkolonnen vermittelten die Verbin­dung zwischen den einzelnen Bereitschaften und der Kampfleitung. Der Haltung der Teilnehmer an der Kundgebung auf dem Königsplatz ist es zusam­men mit den polizeilichen Vorkehrungen zu d-nken, daß schwere Zusammenstöße vermieden wurden. Die Polizeidirektioe teilt mit, sie werde edem Ver­such einer Wiederholung des eingerichteten Wach­dienstes unter Aufstellung einer zum Straßenkampf bestimmten Kampfgruppe mit allen gesetzlichen Mitteln begegnen.

Unter den Führern, die in dieser radikalen Auf­ruhrbewegung besonders bloßgestellt worden find, nennen dieMünchener Neuesten Nachrichten" den sozialdemokratischen Abgeordneten und ersten Vize­präsidenten des Landtags Auer, früherer Mi­nister des Innern, ferner seinen Parteigenossen

Aufgrund der Paragraphen 1 und 2 der Verord­nung zum Schutze der Republik vom 2f>. Juni 1922 baße ich den Verband nationalgesinnker Soldaten e. V. mit allen Landesverbänden, Bezirks- und Ortsgrup­pen heute aufgelöst.

Aufgrund der Verordnung des Reichspräsidenten wurde das .Demminer Tageblatt" auf vier Wochen verboten.

Ham,burg, 30. Juni. Das .Hamburger Tage­blatt" hat heute fein Erscheinen eingestellt. In der Mitteilung der Schriftlcitung an die Leserschaft heißt cs: .Der Verleger erklärte, datz et sich angesichts des Ausnahmegesetzes außerstande sehe, die von diesem Gesetz augcdrobte Geldstrafe' bis zu 50000 M in jedem einzelne Falle zu decken. Da bei der nationalen Hal­tung deS Blattes aber mit solchen Strafen zu rechnen

sehe er sich gezwungen, das Erscheinen des Blat- vorlüufig etnzuswllen. Die weitere Entwickelung

Marburg 5maM. dm L M Heuert.

H Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg. ME

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

RMkk MW«.

«tmahme der Getreideumlage in 2. Lesung.

240. Sitzung vom 30. Ju*»i. A

Auf der Tagesordnung stehen kleine Anfragen.

Abg. Kuhnt (Unabh.) beschwert sich in einer An­frage darüber, daß der im Kapp-Putsch vielgenannte Kapitän zur See v. Löwenfeld »um Kvimane danterl des kleinen KreuzersBerlin" berufen worden sei. obwohl er vielfacher Eoldatenmißbandlungen schuldig sei.

KdpitSn zur See Putzer antwortet, die vestra- kung wegen Coldatenmißhandlung liege 20 Jahre zurück. Die gerichtliche Untersuchung über die Vorgänge tu Schlesien habe feinen Schuld beweis gegen ihn oder feine Offiziere ergeben. Im Rubrrevier habe er im Auftrage der Neichsregierung gegen die Rote Armee gekämpft. Die Unregelmäßigkeit«» bei der Auflösung keines Fre-locpß konnten ihm nicht zur Last gelegt werden. Er habe riW Regierung tu loyalster Weise unterstützt, sodaß zu einer Maßregelung keine Veranlassung vorläge.

Auf eine Anfrage bet Deutschnationalen wird regio« rungskeitig erwidert, der Schriftsteller Gustav Frensse» sei zu seiner gegenwärtigen Amerikareise von den Ver­einigten Staaten eingeladen worden. Die Kosten würden ron dem einladenden amerikanischen Komitee getragen, und der Reichsregierung erwüchsen keinerlei Kosten

DaS Gesetz betreffend das deutsch-polnisch» Abkommen über Straffreiheit für in Oberschlefte» lvgaugene Straftaten wird in allen drei Lesungen ange­nommen.

Der Rapallovertrag wird bem Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten überwiesen.

Nach Erledigung einer Reihe kleinerer Vorlagen wird das auf gemeinsamen Antrag aller Parteien mit Aus­nahme der Kommunisten eingebrachte Gesetz auf Ersatz bet durch die Besetzung deutscher Reichsgebiete verursachte Personenschäden zusammen mit einem Gesetz über Teiw- rnngsmaßnahmen für Militärrentner in der Ausschuß» fassuug angenommen. Auch die Entschließung über -ventuelle Erhöhung der Zuschüsse bei einer weiteren BrotpreiSerhöhung wird angenommen, desgleichen bet Antrag Thiel (D. Vpt.), her bie Kürzung-möglich» keiten vermindert.

Als während der Abstimmung die Abg. Dr. Helsse- rich. Henning und Wulle (Deutsch».) mit andere» Denischnat'onalen den Saal betreten, werden sie von den Mg. der äußersten Linken mit stürmischen Rufen, wie ..Mörder raus! Mordgehilsen raus!" empfangen. Der Lärm legt sich indessen, ohne daß der Präsident einzu», greifen braucht.

Es folgt die zweite Beratung deS Gesetzes über . bie Getreidrumla««.

Im interfraktionellen Ausschuß ist ei« Kompromiß ver­einbart worden auf der Grundlage eine» Roggen- preise» von 6900 Mark für die ersten vier Manat» de» Wirtschaftsjahre», während in den übrigen acht Mona­ten die inzwischen eingetretenen Veränderungen berücksich­tigt werden sollen.

Abg. Schiele (Deutsch».) bedauert, daß diese für unser Wirtschaftsleben so wichtige Frage «u einer Por­te isache gemacht worden sei und sucht nachzuweisen, daß die Umlage zu einer Hemmung der landwirtschaftliche» Rnodnktion führen müsse, ohne daß aus dieschn RBeye «ne dauernde Verbilligung de» Brote» erreicht werde» ?'»n. Da» Volk, da» über die hoben Brotvreise empört f?t möge bedenken, daß nur ein geringer Bruchteil deH Landwirten zuftieße. Nur in wirtschaftlicher Freiheit Vnne di? Landwirtschaft ihre hohe Aufgabe der Bolls» ernäbrnna erfüllen.

Abg. Runkel (D. Vpt.): Die Sicherung der BollS- -rnäbrung ist unser aller Ziel. Wir unterscheiden uns nur in den Mitteln »u dessen Eerreichunq. Wir bet*' Saiten der Landwirtschaft, daß sie da» nötige Getreidg freitoittis abliefert, ohne pollzeiliche Einarfffe, Rfsichtaefübl und Verantwortung gedeihen nur auf bem Roden der Freiheit.

Aba Krätzig (Soz.) erklärt, die Arbeiterklasse müfft > emerbssadiq erhalten werden, sonst gehe da» deutsch« Rvkk zu öntnbe. -

Ab-,. Stegerwald kZtr.) ist von der Notwendige *«t durchdrungen, die Ernährung de» Volke» durch bie s<-tt»«d-umlage zu sichern, hat aber andererseits volleF ^rständnis für da» Streben der Landwirtschaft, au» bet stn»»n"«w<rffcha?t beranszukommen. Brauchbare W-ge zur Sicherung her Volksernährnng hat aber bie 8tnb» w-rtkchnft nicht gezeigt. Wenn es möglich wäre, eine B-ofteserve von zw« Millionen Tetz ne» Getreide zu 'chasftn, wäre ich der Erste gewesen, her für die freie Mrtschafi gestimmt hätte. Auch die übrigen Teile bet ^evAftrirng mLsi-n Ovser ffir bie Allgemeinh-ft bringen. Von der Landwirtschaft allein werden sie also nicht vetlengt. ' >

Aba Dr. Hertz (U ): Wenn man siebt, tote die Land» toertr bei ihren Vergnstaungen mit den Tausendmarkschei­nen berumwersen, bekommt man in Bild davon, wie ? nut der Not der Landwirtschaft auskiekt. Dnn Korn» nromiß haben wir zugestimmt, weil trtr nicht durch bal Sch-ftern der Umlage die Geschäfte der Rechten besorge« wollten. !

Abg. Lang (Bavr. Vpt.) beantragt Beschränkung der Umlaoe auf zwei Millionen Tonnen.

Abg. Rauschmayr (Bahr. B. B.) lehnt die Um­lage ab, weil die Interessen der Leinen Süttern nicht gepMgeud gMah-t seien, ... -

Bayerischen Mittelpartei im Landtag übet die Ver­ordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der deut­schen Republik ging heute weiter. Von den Demo­kraten sprach z» den Interpellationen Abg. Dr. Dtrr. Die Deutschnationale VolkSpartei habe nunmehr selbst Veranlassung genommen bie Sättbeavng von den Elementen vorzunehmen, die Gebelmorganlsationen angehöre». Man «uiffe sowohl au» der Mordattno- sphäre 05 auch au3 der BerleumdttnaSaftnosphäre heraus. Seine Parlet nehme auch für sich nationale Gesinnung in Anspruch. Mau muffe beklagen, wenn hier von einem Abgeordneten dte Reichsfahne a!8 Fahne der Unterwerfung und Selbstenttnannung be­zeichnet worden sei. Er betrachte die Reichsfarben als bie Farben GrostdeuischlandS, die Farbett der Besrei- tmgsfriege, als die Farben der deutschen Einheit und nationalen Bewegung. Die Verordnung des Reichs­präsidenten habe der Ministerpräsident tn zutreffender Wese als Notwehrakt gegen die wohlorganisierte und über da» ganze Reich verzweigte Febme angesehen. Auch er, der Redner, fet für eine gleichmäßige Anwendung der Verordnung nach allen Seiten. Seine Partei sei cul fehle [fett, die Verfas­sung bis zum äußersten zu verteidige». Monarchistische Experimente seien in der jetzigen Zeit Wahnsinn.

Berlin, 30. Juni. Der Reichspräsident hat bett Grafen Lerchenfesi» empfangen und mit ihm eine Unter» vedrtng über dir schwebenden poetischen Fragen gehabt

tonte WMW MMm

Berlin, 30. Juni. Ter Allgemeine Deutsche Ge- werkschaftskund, die Afa und die drei sozialistischen Parteien veräfs-niftcken einen Aufruf, in bem die Arbeiter, Angestellten unb irieamien aufg fordert werden, am Dienstag den 4. Juli wieder bie Arbeit am Nachmittag ruhen zu lassen und geschlossen auf den Straßen und Plätzen für die von den Gewerkschaften und den politischen Arbeiterparteien ausgestellten ge­meinsamen Forderungen für ein Gesetz zum Schutze der deutschen Republik und für politische Amnestie zu demonstrieren. Die Arbeitsrahe soll überall mit bem Schluß der Bormittagsschichi, spätestens um 1 Uhr eintreten. Die Stillegung des <Araßenbahube- triebes soll auf die Zeit von 15 Uhr, die her Eisen­bahnen auf die Zeit von 33'/.Uhr beschränkt irevben.

Wie es in dem Aufruf heißt, feiert die Gewerk­schaften und die politischen Arbeiterparteien ent­schlossen, bei der Durchbrückung ihrer Forderungen vor keinem Widerstand zurückzuweichen. Die Kom­munisten gehen in einer Kundgebung über diesen Aufruf hinaus. In der Kundgebung heißt es: De­monstrationen genügen nicht. Die Stunde gebietet. Proletarier, raus auf die Straße!

In Hessen, Hamburg> Gotha haben bie prole- kar sche» Organisationen bereits Konrrollorgane ze

Rach einer Meldung desVorwärts" wurden in Osnabriick der Fabrikant Frornbling, der Fabrik- direktor Paul Meyer und der deuttchnationale Parteifekretar Landwehr wegen Beihilfe an der Ermordung Erzbergers vetWftet.

Die Zusammensetzung des Staaisgerichtshofer.

Berlin, 30. Juni. Der RetchsprWvent hat K Mitgliedern des Staatsgerichtshofes zum Schutze r Republik ernannt: den Senatspräsidenten beim Reichsgericht Dr. Hagens als Vorfitzenden, den würitembergifchsn Gesandten tn Berlin, Hilden- brand, den Reichstagsabgeordneten und Ver- bandsvorsttzenden Jaeckel in Berlin-Grüitau, den Schriftleiter Erkelenz in Verlin-Baumfchulen- weg, Reichskanzler a. D. Fehrenbach sowie die Reichsgerichtsrüte Döhn und Dr. Baum­garten.

Berlin, 30. Juni. Die Nachricht, daß der Sitz des StaatSgerichtshofeS nach Berlin verlegt Worden fet und daß auch der Oberreichsanwalt in Berlin eftttreffen und im Reichsminiflertnm des In­nern Diensträume beziehen werde, entspricht nickt bett Tatsachen. Nach der Verordnung des Reichsprä­sidenten ist der Staatsgerichtsbof beim Reichsgericht gebildet, das nach gesetzlicher Vorschrift seinen Sitz in Leipzig hat Dort ist auch der Sitz der Anklagebe- dörde der Reichsanwallschast.

Die Mörder in feiltet Verbindung mit der Deutsch- nationalen Volkspartei.

Berlin, 30. Juni. Dte Mörder RatbenauS Xetboto, Fischer, auch Vogel genannt, und Knauer sind, wie die Dentscknationale Volksvartei, Landes­verband Berlin, mitteilt, nicht Mitglieder der Denlschnattonaten Volksvartei. In der Partei sind ihre Samen nicht verzeichnet. Nach einer Mitteilung der .Deuiiche» Tageszeitung" ist der verhaftete Stu­dent Günther bereits im Februar 1921 au» der Drutschnattonalen Volkspartei ausgeschlossen worden.

DerLeutnant der Reserve" Günther.

Berlin, 30. Juni. Die Bundesleitung des deutschen Offiziersbundes teilt mit: Der tn die Mord- sache Ratbenau verivickelte angebliche Leutnant der Reserve a. D. Wtllv Günther ist. wie sich jetzt her- ausstellt, n ictnals deutscher Offizier geivesen. Trotz­dem verstand er es, miier der wabrheitswidrtgen An­gabe, deutscher Reserveoffizier gewesen zu fein, sich die Mitgliedschaft in unserem Bunde zu erschleichen. Von Rechts wegen ist er deshalb niemals Mitglied ge­wesen.

Wie die Berliner Ortsgruppe des deutschen Offt »iersvundes mitt eilt, ist Günther, der sich den Titel eines Oberleutnants der Reserve erschwindelte, wegen Betrags und Unterschlagung aus dem deutschen Ossi »iersbund bereits ausgeschlossen worden.

Auslösungen und Verbote.

- Berlin, 30. Juni. Wie der Amtliche Preutz. K dienst mitteilt, hat der Minister des Innern Se-

3 heute folgende Verfügung eriaflcn:

Der ünxeiatitoreie beträgt für den 9 gesp- Zeilemnillimeter 1-25 Mk., amtliche und ,

au,w. Anzeigen L60 Mk. Andere Svaltendrettett euttvreche-tb. Bei schmtoriqeut Satz 57 IftnM 25% Aufschlag. Soät einlameade oser de» Raum über >/, Seite einnebmeabe An- "«« onytye »eigen werden nach der leriipaltenbteite berechnet. Reklamen die Tol.-Zeile 12.00 <Aqa $Ct Jeder Rabatt gilt als ®anabatt. Bei Aus kauft durch die Geschäftsstelle trab

äiermittlung der Angebot« 1 Mk. SoadergebSdr.

»«e Sttlatoate. .

Berlin, 30. Zuni. (Amtlich.) Der Eigen- ftümet des bei der Ermordung Rathenaus benutzten Kraftwagens, der in Freiberg i. Sa. wohnhafte Fabrikbesitzer Johannes Küchenmeister, wurde i ,?. heute morgen in Oetz in Tirol verhaftet. 'Sie österreichischen Behörden sehen dem Ausliefe rungsantrag entgegen. Küchenmeister ist Mitglied des deutsch-völkischen Schutz- und Trutz undes.

Zu den neuerdings festgenommenen Mit, iffern bezw. Teilnehmern an der Mordtat gehört auch der von der Stettiner Polizei ergriffene Kaufmann Werner Voß, der sich am Tage nach dem Morde nach Ahlbeck begeben hatte und heute nach Berlin L gebracht wird. Er ist von Beruf Seemann.

Berlin, 30. Juni. (Amtlich.) Außer nach I" n»deren deutschen Städten haben die Ermiltkunge» der Berliner politischen Polizei auch npch Schwe - t i n geführt. Dort ist durch Berliner Beamte der Sekretär des Deutschvölkischen Schutz- und Trutz- buudes vom Bezirk Mecklenburg, Erich Bade, so­wie der ebenfalls im Sekretariat des genannte» Bundes tätige Angestellte Christian Jlsmann, ein früherer Seekadett, feftgenommen morden. Es wurde festgestellt, daß Jlsmann den Mördern die Maschinenpistole übergeben hat.

Düsseldorf, 30. Juni. Der tu Düsseldorf verhaftete Ingenieur, der, wie verschiedene Blätter melde», der dritte der von der Berliner kriminal Polizei gesuchte Mörder Rathenaus, Knauer, fein soll, kommt als Mittäter nicht in Frage. Wohl ist erwies en, daß er der Eeheimorganisation angehört, doch sind die Ermittlungen darüber, ob er mit dem Morde an Rathenau in irgendeinen Zu­sammenhang gebracht werden kann, noch im Gange. Knauer, der zunächst in Düsseldorf vernommen wurde, wird zwecks weiterer Vernehmung auf Er­suchen der Berliner Polizeipräsidium» nach Berlin gebracht.

B,e rlin, 3(k Juni. Zu der. Mittettnug des- ^Vor- iBärt5', datz Ab«. Helsferich am Donnerstag, nach­dem die Verhaftung Günthers bekannt wurde, Berkin plötzlich verlassen habe, gebt der ,93. Z." eine Zu­schrift der Deutschnationalen Volksvartei zu, wonach Oberregiermtasrat Weitz am Donnerstag vom Polizei­präsidium aus dem hn Reichstag anwesenden Grafen Westarp mittetlte, es sei dringend anzuraten, datz 5-elfferich biS auf weiteres Berlin verlasse, da fein "Rame im Zusammenhang mit der Nachricht Über die Mittäter des Mordes an Ratbenau genannt werde und die Polizei sich für den Schutz HelfferichS nicht vollfommen verbürgen könne. Auf Wimsch der deutsch- nationalen Frattion verreiste 'Selfferick vorüber gehend. Heute nahm er sowohl an den Verhandlun­gen des SietierausschnffeS wie an denen des Reichs- tagSvlennms teil.

Wir eS zu GewaUtäügfetten tn Darmstadt htm.

Im FtnanMtsfchntz deS hessischen LmtdtageS stellte Abq. Dr. 2) tu gefbeV fest, dass Dr. Strecker, früh« Präsident des Landesamts das VildnngS wesen, mtf dem Marlrp'atz die Namen der Abg. Dingeldeh und Osann tn Verbindung mit den Schul­digen an dem Morde RatyenauS genannt und somit die Menge zu direkten Gewalttaten auf- gehetzt habe. Er stellte ferner fest, datz ein großer Teil der Schutzpolizei (14 Osfiztere und 420 Mann) zur Teilnahme an dem Umzug beurlaubt war, datz die Regier«ttg den Einsatz einer stärkeren Truppe, die von der Poli^idireftton verlangt worden war, ab gelehnt hat. datz die Verantwortung an den entsetzlichen Vorgängen demnach die Regie­rung »nd bie Parteien, die sich beteiligen, treffe. Ein solches Verhalten müsse mit vollem Be­dacht afs Pflichtvergessenhett gebrandmarft werden.

lieber bk Vorgänge in Drrmstadt hat eine Untersuch­ung burch die Deutsche Volkspartei statt»esttnb-n, bereit ^n'nebnt* folgendes ist: Die Schuld für diese Vorgänge 6egf bei bet hessischen Regierung. ES ist im Hessischen Volksfreunb" in Darmstadt direkt ein Mo- bilmachungsplan veröffentlicht toorbit. worin zur Teilnahme an den verschiedenen Kommissionen, b-t Hängekommtsston" ufto., aufgt'orbert wurde. Der hesn scheu Regierung waren diese Vorgänge bekannt. $3 ist festgestellt worden, daß eine Sitzung im Gewerkschafts- Haus Roftfanb, in her die Plünderung organisiert worbeni ist. DoS ist durch bie Aussage des mehrheitsfostalifti- schen Betriebsrats derHessischen Landesz-ilung", Bol- kart, nachsewiesen. Die Regi-rung tbrerfeit» hat von dr« 600 Schutzpolizisten in Darmstadt 400 in Zivil förbie Demonstrarion beurlaubt. Den Schutz der Stadt llberlreß man der Matten Polizei. Der Abgeordnete Dinoelbetz mußte zwei Stunden lang mit einer rote» Fobne durch dir Stadt gehen. Er Hai acht Wunden auf dem Kobs bobongetragen. Aus dem Marktplatz wurde ;f>*n ein Strick um den Hals gelegt, iedoch nicht zum Scherr- sonöer» um ihn eu f» « 6 8 n g e ». Ms man Mmit ernst machen wollte, haben sich zwölf blaue Polizeileute mit dem Säbel durch die Menge geschlagen und ben Abg. Dlngeldey befreit. Im Finan^wsichüß des hessischen Land lag- ist am nächsten T"? vom Abg. Dinzeldetz vor der Regierung erklärt worden, daß Mini- strr Strecker wörtlich gesagt habe: ^Be» Helsferich in Berlin, da? find D'n-eld-h unb Osann in Darmstadt."

Bi kr-erstürme».

Msilbeim- Ruhr, 29. Juni. In den Ruhran- lagen wurden gestern Abend dte dort ausgestellten Marmordenkmiller der Königin Luise, Bismarcks und Moltkes von den Postamenten gestürzt und zum Teil zertrümmert. Tie Büste K-rifer WtlöÄmS I. entging der Vernichtung, da mittlerweile die Polizei erschienen war. Di» Tat wurde do» einer Rotte ftmner Bur scheu am erführt.