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,Nach Droflenheim?"
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nefiftt ihr mit Tränen in den Angen kniete Mutter.
Am Vatter stand Werner noch einmal still.
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Nicht wehr müde, nicht weh'! sentimental, wie in der gründen Mondnacht, entschlossen und stark, dem eisernen Manne eiserne Treue zur Liebe entgegen- znst-llen. Und damit schwand auch die kindische Scheu, welche er vor de» Freunde- spöttischer Art empfand Auch Spott mußte er besiegen lernen und einen Freund krmubte er in dieser ©tnnbe.
Die Sonne näherte sich der Mittagshöhe. Frau Lemke hatte er gesagt, daß er nicht wisse, ob er zum Wen käme. Im stillen hatte er gehofft, tm Hardt- Hause zum Mittagbrot geladen zu werden.
Und nun? Run hatte er eigentlich niemanden auf der Welt, zu dem er flüchten konnte, niemanden als den losen Spötter von Freund, der im Grunde seiner prosaischen Seele goldgut und tveu war.
Zu ihm wollte er, ihm beichten, ihn hören. Am gesunden Sinn d«S Phlegmatiker- wollte er sich er» srilchen, er sollte zuerst sehen, daß in der Krisis dieser Stunde Werner Leuthold ein anderer geworden sei-
Damit wandte er sich und ging talwärts.
Am Vaterhaus« kam er vorbei, auf dem Dache fast der Storch und ließ sich die warme Sonne aufs Gefieder scheinen. Au- dem Schornstein kräuselte der Rauch Für ihn wurde hier nicht gekocht.
Weiter^ weiter! K
Auf der Dorfstraße knarrte ein Vrrtterwagen.
darüber, daß er auch nur Minuten noch in einem Hause weilte, da- ihm verboten worden war. Da üürzte er sich in wilder Behendigkeit auf seine Uien- silien, packte und schnürte alle- zusammen und war
dem verbotenen Hause war er heran-, hier durfte erlich besinnen. Mit irrem Blick ültrschaute- er die Fenster. Hinter wttchem macht Toni jetzt den btrrttn Kamps um ihre junge Liebe auskämpfen, den Eltern- zorn, dem Schmerze hilflo- preisgegeben?
Er kam sich feig vor, wie er jetzt ging und sie zurückließ, aber wa- konnte er beim ander) tun. Er hatte bin Recht hier mitzureden, er hatte in ganz Guntrröbach kein Heimatsrecht. Ihm siel das Storch- nest auf dem Vaterhause ein. Ja, der Storch hot-c mehr Heimat, als er, das begriff er wieder. Und doch bei aller erdrückenden Ohnmacht, die er cm- Pfand, regte sich in ihm etwa- Wunderseltsames. Weichen Sinnes, empfindsam, schwärmerisch, war er dur.hs Leben gegangen. Er hatte «ie einen großen Konchf, ein wirstickeS Leid gekannt- . Das hatte er- schlasfh jetzt kam solcher Kampf, jetzt wuchs solck-es Leid bedrohlich vor ihm auf, und da fühlte er in firi. etwas wachsen und werden, Mut und Ernst, Wille nct Beharrlichkeit. Das tapfere Mädchen dadrin, das dem ^tokratiichen Vater mit ruhiger Festigkeit erklärt hatte, er habe nicht nur mit ihm, mit Werner, sondern auch mit ihr selbst zu rechnen, hatte in ihm unbekannte Strcfi geweckt. Er nahm den Kampf um» LebenSglück auf, hier gab'S ohne Sieg kein Enve. Straffer richtete er sich empöre noch einmal umfaßte er mit zättlichen flicken den Hardthof, und dann ging er.
»Nehmt «8H mit, pkr'n Trinkgckd
»Gern."
Der Bauernbursche rückte ein Stück auf dem Futtersacke und der Wagen hielt.
Lerner Bettrrte hinauf, das Pferd zog wichet an, und talwärts Läpperte bei federlose Fuhrwerk.
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Cfttf von Kerstenau hatte aufmerksam IuZthört.
besteht im icampf um das T.:sein. Wer das nicht einsieht, ist blind gegen die Vorgänge in der Natur. Menschen- und Bölkerfragen sind durchweg Macht- und Kraftfragen. Wehe dem Volk, das an Milde und Nachsicht ftiner Gegner glaubt. Es muß, groß oder klein, mit unvermeidlicher Sicherbett zugrunde gehen. Auf '■•{en Weg geraten wir, wenn wir, durch die pazinsti- siften Truglehreu irregeleitet, weiterhin an die Mög- lichkelt einer Nachgiebigkeit seitens der Feinde glauben. Daher ist e? ein schwerer Fehler, zu sagen: „Vermeldet Irdc Reizung der Feinde, seid friedsam und geduldig, 'affet Euch alles g e f a l le n, bis sich die Er- ftnnttüs des Rechtes Bahn brechen wird." Stein, lieber, '.nter deutscher Michel, da kannst du solange watten, inst dnelend verhungert bist!"
Der dritte und letzte Widerspruch ist die Partei- lr a ge. Es gibt leider noch immer Leute genug, sie .da sagen: „Der Kamps gegen die Schuldlüge ist eine Stete -egen die Republik, denn sie hat den Versailler Vertrag cterschrieben und hiermtt dir Tchuldlüge befreftiirt" 'an, so ist es nicht. Der" Kampf gegen die Schuldete ist keine Varteisache uns kein Kamps gegen die -inmal bestehende Verfassung. Vielmehr ist sie eine gemeinsame Sache des ganzen deutsezen Volkes, des Ar- -eiterS wie des Bauern, des Bürgers und aller anderen. Listen wir, was war. Blicken wir zu dem, waS feto mird. Wenn mit Dilio-ber Schuldlüge der Eckrosselungs- ftftde weiter am Marke des -deutsche» Volles zehrt, so wechen — dessen müssen wir sicher sein — sehr bald alle Schichten, auch die sogenannten „Arbeiter", denen es heute noch so gut geht, ergriffen werden. Sie <je- v-ren, genau so wie jeder andere Deutsche, in dir Reihen der Kämpfer gegen die Schmach der Schuldlüge. Also f»rt mit der Vortäuschung der Parteibedenken. Hier gibt es keine Partei. Hier ist Vaterland, nur Bater- lnad! Kommt alle zu ihm in seiner Not!
Zum Gedenktage der Unterzeichnung de» Versailler Friedens seitens der damaligen Nationalversammlung zu Weimar am 2 8. Juni 1919. also gerade vor »rei Jahren, sind durch ganz Deutschland SundgeL- ««>«» o e ww die Schulblüge Geplant. S:e muß. dem Volke zur Ueberzeugung werden, sie muß eine DrsehungSausgalk aller Schichten, sie mut der Nuft-Kv der Jugend werden. Der Kampf darf nicht schweigen. Wenn ein ganzes großes Volk in seiner Not ein Bekenntnis der Ueberzeugung ablegt und «8 vor der Welt verkündet, ohne Trennung der sonstigen Gegensätze — dann kann der Eindruck nicht versagen. Und wenn der Feind, heute noch im Besitze der Macht, dessen nicht achtet, und wenn er darüber spottet, fo muß um der ergneu Ehre und Pflicht willen das deutsche Volk einig darin sein, die Schuldlüge zu bekämpfen und nimmer müde bkrin zu werden. Schon jetzt bereiten wir auf die Kundgebung vor. die in jeder Stadt und in jedem Dori mit Ueberzeugungstreue, ohne Partei- vgensätze, schlicht und einfach, würdig und stark statt- sinben muß. V ?v § 9-
heraus. Der erste Entwurf der ReichSvegierung. hatte sie al» rei« Rechtrsirkung gestattet, der Reichs rat sie nut al» Strafe z»gelassen. Hieran» hat sich da» unmögliche Kompromiß ergeben, daß zwar nach der Begründung die Abgabe nut bei verschulden de» Zeichnung-pstickügen zur Erhebung kommen soll, daß bet Entwurf'ober entgegen funvamentalen Rechtsprinzipien de« Strafrechts de« ZeichuungSpsiichtiaen einen Entschulbnugsbewei» auf- erlegt. S elbstverständlich kann da» nicht bleiben. liebt i» gen» ist auch die Abgabe konsiskatorisck doch gestaffelt.
Zum Schluß einige allgemeine Bemerkungen 5ber< die Stellungnahmitz dir dir Deutsche Bolls Potte! wick -innrhmen müssen. 6» ist bekannt, mit welcher Sorte wir überhaupt der Aufnahme der Zwangsanleihe in da» Steuerkompromiß z»gestimmt haben. Wir haben stet- betont, daß alles auf dir Gestaltung bei Ausführung»- resetzrS ankomme. Jede Ueberschrritung de- Rahmen»! he5 Kompromisses, jede Mcksichtslosigkrtt gegen die deutsche Wirtschaft zu verhindern, wird uns Recht und Pflicht fein.
Gegenstand de- SteuerkvmpronrisseS wat auch eine Novelle zum ErbschastSsteuergesetz: Anpassung bet Tarife uub Freigrenzen an die Geldentwertung, überhaupt an die veränderten Verhältnisse. Wir dürfen uns nicht scheuen, die Verabschiedung des ZwangSanleihegesetzeS mit bet Befriedigung dieser Forderung in Verbindung zu fetzen.
Schließlich wird die Reich-regierung nicht umhin kömmen, darzulegen, inwiefern sie die bekannten „Richtlilien der D-utschen Bolkspattei" wirklich zu den ihrigen] gemacht hat, entsprechend der feierlichen Erklärung M Reichskanzlers Dr. Wirth. Die deutsche Oefsentlich- kett darf darüber nicht im Zweistl sein, daß die Einhaltung dieser Richtlinien auch heute noch Voraussetzung für bjt Mitarbeit der Deutschen Bolkspattei ist.
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rasch fertig.
Hut und Stock nahm er und ging, durchs Wobn- zftnmer durch den Flur. Ueberall war'S leer. In ihrem Stübchen lag Toni überS Bett geworfen
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Sonnabend, 24. Juni
SSmItt immerfort gegen bie 6W her SAIdW.
i Mit tiefer Trauer muß der deutsche Vaterlands- Tteunb. der titfc über die Parteien stellt und lediglich bk Sache des gesamten deutschen Volkes im Herzen nnd vor Augen hat, erkennen, wie falt und wie gleich- giltig die überwiegende Ddasse der Deutschen in bet Frage bet Schuldlüge ist. Leidet ist den meisten D irischen die Ueberzeugung noch nicht ausgegangen, daß die Schuldfrage und ihr Zugeständnis der Ausgangs- und Angelpunkt de» ganzen deutschen Elends ist. Der Zchm-b- itnb Schandvertrag wzn Versailles beruht auf dem erzwungenen Schuldgeständnis. Der Vertrag aber 'si und bleib! vortänfig die Stütze unserer Feinde, um mrs auszu- sauge» und zu knechten. Die LosrciHnng.der deutschen Gebiete im Westen, Norden und Oste», die Uitzbandlui' her Rheinlands, die schwarze Schmach, unsere Entwafi »ung. unsere Auspressung durch die Fronlasten nnd Druckmittel aller Art, der Steuerdruck und btt Teuerung, btt Verelendung und die für die nahe Zukunft in «och viel höherem Maße drohende Not aller Schickten. der Wucher und das Ichiebertum. somit der sittliche verfall unseres einst fo braven Volkes — alle diese Dmge und Begleiterscheinungen sind die trübe» Folgen pes Versailler Vertrages, der aus der Ich-nldtüge beruht. Gegen sie gilt es den unermüdlich:» und nie erlahmenden Kampf. Mit dem Gedanken an den Wider stund gegen die Schuldlüge und mit darr QteitnU des Kampfer zu ihrer Ausrottung sollte jeder Deutsche >— Mann und Frau — an fein Tagewerk gehen und sich cm Abend nach der Arbeit Last sich zur Ruhe hinlegen. Jeder Deutsche sollte es als eine vaterländische Pflicht erachten, gegen dir Schuldlüge und zur Wieder- Herstellung der vatetlänndischeu Ehre wie zur Erhaltung unseres Ansehens als Volk und zur Rettung unseres wirtschaftlichen Dasein- seine volle Kraft einzusetzen. damit endlich die größte und gemeinste Lüge alter Seiten gebrochen und die Kette gesprengt wird, an der w-r gefessiM ffcgeit und an der wir bisher vergebens gerüttel: habet. Warum vergebens? Deshalb, weil auck i« dieser Frage keine Geschlossenheit und keine Einheit hoch über die Gegensätze der Strömungen und Schichluuaen der Parteien zu erzielen waren.
Drei Wider sprüche erheben sich in unserem Volke gegen den entschlossene» Kampf gegen die Schmach und Schande bet Schuldlüge. Betrachten unb widerleg:n wir sie i«l Einzelnen.
Zuerst ist eS dir betrübende Glet chg-ültig k-i t, hk wie eine Whmung auf unserem Volke ruht. , Da Wird leider von Millionen gesagt: ,M nE ja doch alte» nichts. Wir haben unterschrieben und mußten unterschreiben, daß wir die All e i n sch »kl b tragen. Folglich sind wir gebunden und müssen alles, was s-rlgt. erdulden, bi» es mit der Zeit durch irgendwelche Wandlung wieder besser tofrb, deren Zeitpunkt und Art sich einstweilen noch nicht voraussehen läßt. Also sehen wir dahin, so gut oder so schlecht es geht, machen «ns f» wenig Sorgen als nur möglich und bekümmern un5 Überhaupt nicht um Politik und Vaterland." Elend: und kkä»liche Gefi«nu«gsmÄ>rigkeü! Die Ueberzahl der Feinde - sind ihrer Kampfmittel, die körperliche Erschlaffung, der innere Hader und di: Klassenwirtschaft habe» unS dahin gebracht, wo wir heute sind. Wir müssen heraus an- der Mattigkeit und Gleichgiltigkeit, au» dem Hader und a»S her inneren Streitsucht, au8 der Kriecherei vor Sen Fremde.-» aus der Demütigung vor den Feinden. Wir müssen wieder ein Volk durch alle Schichte» 6:nbur.5 werden, bn6 von Neuem den vaterläMschen Trotz und fca» starte Bewußtsein der eigen«» Kraft erlernt. Dis ist. der Weg, aus welchem sich mit brr Zeit d<e Besserung unb die Abstreifung der Retten anb chner- fonn. Der Kampf gegen die Schukdlüge muß ein Vater- län^ischeL Allgemeingut werden. Sonst ist keine AuiHannräglichkeif denkbar. Also fort mit der Gleick» gkillft-tritt
Der »wette Widerspruch gegen die Aufraffung »um Kampf gegen die Schuld frage liegt in der bedauerlichen Ansicht de» Pazifismus, allo in der Lauheit in her Tro««verlore»hett. in ber Schwärmerei, in ber Torbeit der VölkerversShnung und bet Brnberliebe zwischen den Völkern. Solche Dinge gibt e» nicht und wird es-nicht geben, denn eS k a n n sie nicht geben. Die Wett
Sos fielt» Met Ile ZvWMlelie.
Von Dr. JuliuS Curtius.M. d. R. , n.
Vorläufig« Stellungnahme.
Die kritische Würdigung de» Gesetzentwurf- must vom Steuetkomprvmiß ausgehen. Nach diesem sollt- ehte Goldmrlliarde aufgebracht werden. Die Reicks- regierung beziffert den Gegenwert auf 60 Davienmllmr- den. Der Tarif, der bt.-fe aufdringen soll, bericht auf der Annahme «tttes Bolksvermögens von 1200 Papier- mllliacken und einer durchschnittlichen Belastung von 5 Prozent. Beide Annahmen sind nicht stichhaltig wie sachverständige Untersuchungen und die Verhandlungen des RcichSrats ergeben haben. Das Volk-Vermögen ist höher »it bewerte», die Turchsibnittsbelastang des Tariks liegt infolge der Sichtung der Vrmogen nSler bei 7 als hei 5 Prozent. H ierauS erm^bst die Gefahr, daß die Muteptziehung der deutschen Wirtschaft wert mehr als GO Milliarden Papiermark betragen wird. Dem must Sunt) Aendening des Taris» und der Freigrenzen sowie hiir Verpflichtung der Reicksregierang zur Rückzahlung überzeichneter Beträge vorgebengt werden. Wir werden nicht »ulasien dürfen, daß die Grenzen des §teuer- ompramisses überschritten werden. Maa die Reichs
regierung ihrerseit» sorgfältigere statistische Uuterlagen vorbereiten, al» sie der dürftigen Begründung zn Grunde liegen.
Die ZwangSanleihe soll Mittel für bi« Kredite bei Rechnungsjahre! 1922 bereitstellen. Im Gesetz vom 8. April 1922 ist ausdrücklich festgelegt, daß sie nickt zur Deckung von Defiziten der Verkehrsanstalten bestimmt ist. Alle Beteiligten waren sich darüber hinaul einig, daß auch nicht Defizite der allgemeinen Reichsverwaltung durch die Zwangsanleihe gedeckt wecken dürft». Bei allen Verhandlungen ist vielmehr betont worden, daß ie zur Finanzierung der Sachleistungen bienen sollte. Entgegen diesen Vereinbarungen verrechnet dir Reicks- regierung in der Anlage ihrer Rote an die Reparattons- kommission vom 28. Mai 1922 die Zwangsanleihe unter den ordentlichen Einnahmen der allgenwinen ReichSver waltung! ES bedarf keiner näheren Darlegung, wie verhängMSpoll für die zukünftigen Verhandlungen über die Abtragung der Repavationsschulden ein berartiges B-.-rte.hreu ist. Die RrichSregierung ist unS hierüber A-.'ffläruna schuldig. '
DaS Steuerkompromiß enthält keinen Zwang zur Flüsiigmachuna der ganzen Anleihe noch im Kalenderiahr 1922. Alle Wirtfchaftskenner sind darüber einig, !>aß die deutsche Wirtschaft bei dS»'herrschenden Geldknappheit und Kreditnot die ungeheure Summe von 70 Mlliarden Mark bis zum 1. November b. 38. nicht ausbringen kann Infolgedessen müssen Ratenzahlungen . bis »um Ablauf dr» RechnnungSjahrel, 31. März 1923 gestattet werden.
Dal Steuerkomvromkß nötigt auch nicht zu einer o ungenügenden Ausstattung ber Anleihe, wie sie die Reichsregietung vorschlägt. Das Opfer del Besitzes ist groß genug, um nach Ablauf der zinslosen Periode sosort- eine mindesten! -tprozentige Verzinsung zu rechtfertigen. Bei Vrdrottnttger Tilgung lastet die Anleihe 56 Jahre ans dem Besitz. Ö8 ist zu erwägen, ob nickt Ivrozenttge Tilgung vorgesehen werden soll . Tilgung muß außerdem durch Verwendung der Zwang8anleihr zu Steuerzahlungen (Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer) ermöglickt werde«. Die Bclethbarkrit der Anleihe war eine Forderung. die nur deshalb nicht in das Kompromiß ausgenommen worden ist, weil sie allerseits als selbsiverständ- lich betrachtet wurde. Ohne BeleihungSzwaug für Reichsbank und RrichsdarlehnSkassen wird auch prstmte Beleihung nicht durchführbar sein. D>r ganez Wirtschaft wirb aber nennenswerte Bestände der Zivangsanleihe lombardieren müssen.
Daß das Vermögen, nickt daS Einkommen. Maßstab »er Belastung sein müsse, wick keinem Widerspruch begegnen. Ma» hat in den Verbanblnngen die Frage offen gelassen, welcher Sticktag und welch« BewertunqS- vorschriften maßgebend sein solllen. Soll da8 Ber mönenssteuergesetz die Grundlage bilden, so wick die ReichSremerung noch während der Beratung de» Gesetz- -ntwurfs die AuSfübrunasbestimmungen zu den Bcwet- tnngsvorschriften bei VermögensstenergesetzeS vorlegen nnd zur D-Skussion ^stellen müssen. Sie wick ferner nSber dorzuleae» haben, warum sie für. Wertpapiere mit Börsennoti» die Kurswerte vom 28. Avril 1922 an- tetren will. Untersuchungen haben ergeben, daß die lettz- iöhrigen Durchschm'ttsknrs« führender Wertvapiere be- '-äcktlich unter dem Kurswert vom 28. Avril 1922 liegen. Dabei sind -die Erträge die nach dem Ber- mögenssteuergesetz für bk Bewertung bet Wertvapiere mit maßgebend fein solle«, noch nicht einmal berück- sichttgt.
Selbsteinschätzunq für die Zukunft ist wirtschaftlicher 'Infinit, für alle ZrichnungSpflicktigen, tn-besondere aber für Kau stellte, zumal in den Zeiten stärkster Schwankung aller Wert«. AngeficktS der neusten Wendung des Revarat-onsproblems fragt eS sich, ob die Selbstesti- schätznng für die Zukunft überhaupt unch nötig ist. Die Ablehnung der Zugranbelegung des ReichSnotopfer- vermö-'ns für Vvrauszahlunaen ist nickt genügend m»ti ^ert. Vereinfachmrr ßkr die Finanzbehörden dort nicht zu schwersten Verwickln' v n und Pressungen der St-uer- vstichti»«n führe», 'vjx Gesetz von fo tiefgehender Wir Tn na auf das Wirtschaftsleben und von solch riesenhaften singnziellen Ausmaßen kann nicht sckematisck und einfach bleiben. Es ist sorgfälft'g zu prüfen, ob nickt die Rrichsnotovferveranlagnng neben der Vermögenssteuer- Veranlagung maßgebend s'in kann.
Die Abgabe auf Unterf(hiebe zwischen endgültigem und vorläufigem Vermöaen fordert den schärfsten Widerspruch
Dan« i.itb wann warf er ein „Ei verfiucht!" oder „Recht hat ber Wie" dazwischen und am Ende sagte er: ;3la, da wärst Du ja schön drin im Käfig! Junge, was muckst Du für Geschichten. Aber weißt Tu,! Werner, was mir bei der Sache am beste» gefäl.k,' Du wirst ein ganz anderer Kerl, so was von Twü-j gängerkurag« kommt zum Vorschein. Kleidet Tichj tiri besser, is ganz famas so." ,
„Rede nicht von mir, rate mir zur Sache."
„Schön gesagt, al- ob ich sieben Semester Li^es- orakrl studiert hätte. — Ree, darin Mn ich ein sinnliches Roß. Auch mein' ich, man muß Lieber« wcge allein finden." ]
„«ber W verlang' ich ja gar nicht." j
„ES handelt sich darum, daß ich mit Toni «i»S^
Verbindung herstelle —"
„Sehr richtig! Du wirst ja ordentlich praktisch, m«in Sohn. Aber waS soll ich dabei?" >
„Ich kann nicht auf den Karotin . Vorläufig wrnigstenS nicht."
^Leuchtet mir «in —>u !
„Aber Du."
„Ausgezeichnet! Wüßte Pvat nicht, was ich da zu tun hätte, aber ich bin ganz Ohr!"
„Run in Sachen des Prozesse-. Ur seid doch beim schönsten Sonderabkommen miteinander."
„Ach so, und da meinst Tn, fo'n königlicher Land- rat könnte Briest ein, für die bk Potz nicht jmt| sicher ist, zuverlässiger besöckern. Werner, Du geickliH mir immer besser. Dann befiehlst Du. daß ich il Sachen btf Prozesse- mit Herrn Hackt vrrhandett?"
„Gleich heute noch."
„Donnerwetter, Dir liegt der Wasserschuh M AnnterSbach am Herzen. Sag mal, da haß Du daß, Aktenstück Toni wohl gleich milgebracht?" '
(Fortjetzunü folgt.)
MWe Strirammo 6« IoMdkil
Am 1. Juli d. Is. tritt wiederum eine Aende«, tung des Tabaksteuergesetzes vom 12. September^ 1919 in Kraft, die abermals eine enorme Verteue.- rung des Rauchens mit sich bringen wird. Da man in Konfitmentenkreijen nun gar zu leicht geneigt ist, den Handel für die steigenden Tabakpreise verantwortlich zu machen, so soll hierdurch einmal auf die wichtigsten Grunde des verteuerten Rauchens hin-! gewiesen werden. |
Vorgnsgeschickt sei, daß der Tabak bet weitaus am höchsten besteuerte Artikel ist, macht doch der tnf Kleinverkaufspreis enthaltene Satz für Steuern; etwa fünf Achtel aus, sodaß also eine Zigarre z», 4 Mark Verkauf ohne die wiederholte Belastung mit Tabaksteuer nur 2.50 Mark zu kosten brauchte. Man kann sich erst ein genaues Bild von der Summe, die der Tabak dein Staat einbringt, machst» sich vorstellt, daß die Tabaksteuer nur von der Kohlensteuer übertroffen wird. Sie erbringt mehr als siebenmal soviel als der Wein, dreieinhalbmal fo» viel als düs Biet und mehr als das Doppelte al« der Branntwein. Im ganzen genommen erbringt sie mehr, als die Bier», Wein- und Branntwein- steuer zusammen. Schon die Zigarette erbringt mehr, als Wein und Branntwein zusammen. Betrug das Gesamtergebnis aus der Tabaksteuer im Rechnungsjahr 1920 1,9 Milliarden, so betrug ee im Rechuungsjahrl921 4,1 Milliarden und wird sich tm Rechnungsjahr 1922 unter Berücksichtigung ber am 1, Juli b. Is. eintretenden Erhöhung auf etwa 8 bis 7 Milliarden stellen. Trotzdem nun das Iaht 1921 gegen den Voranschlag einen Ueb-i-'ckuß von 1,1 Milliarden erbracht hat, hat sick s- ’ * mit die
sem Ergebnis nicht zufrieden n - ' «d zum 1. Juli d. Is. eine Erhöhung te- TasaksteuersStzo vorgenommen, die z. T. das Vier- bis Zehnfache bet seitherigen Sätze beträgt. Es hat dabei auch keinen Eindruck gemacht, daß die V^lc-st-nio Tabaks -schon soweit über bas crtrapttch" r. 4 »>• e 'e- gangen ist, daß nach einer Mitieilia.z er-
Nachbrnck verboten
Das Wasser kommt!
Roma» von Arthur Dinckler-Tannenbrrg
27. Fortsetzung.
„Mitleid! Mit Toni! Eie habe« sie grküßt, bnim ist sie IHv« Bvaut, hat st« gesagt. Dumme! Ge schwätz! Der Kuß vom Bruder wick den Bruder nicht störeToni und Heinrich wecken sich heiraten. Wenn Sie etwa- gut machen wollen an der Sünde, die Sie hier begingen, dann gehen Sie fort au» Gur.tersbach» fort in die Welt hinan», sobald als möglich!"
Werner» NÄH immer starrblriche» Gesicht ziickte.
„Heinrich und Toni! Um GoUeSwillen, Herr Hackt, wie dürfen Sie da» bestimmen. Ste hat meinen Bruder abgewirfen, ich weiß e» von ihm selbst —"
„Abgewiesen? Wer weist hier Freier ab? Ich tut es, und ich! tu« «! «den. Packrä Sie dort das Zeug zusammen, Toni» Büd wick niemals gemalt Wecken. Dann schicken Sie Jh«n Philipp her, büß er's hinaufträgt, oder, besser noch, lassen Sie'» in bi« Stadt schaffen und wandern Ne weiter. Hier regiert mein Wille noch und dieser Wille weiß Herrn Werner Leuthold ab."
„Herr Hackt, Sie versündig«« sich att Ihrer Tochter."
„Tas wecke ich veranüvorte«. Sott befohlen!"
Damit ging er.
Werner stand wie in einem wüsten Traume. Ihm totit’8, als drehten sich di« Möbel, die Staffelei, Bochäng« und Bilder um ihn, al- schwanke der Boden zenter seinen Füßen. ; ,
Eben noch so glücklich und nun! f
Dann aber kam's ihm wie Trost und Scham zu- gleich. Trost, wenn er an Toni dachte, bte de» Vaters Tochter an unbeugsamer Energie wah und Scham