Amtliches Verkimdigungsblatt des Kreises Marburg.
»-■
r
2S? >
e' ft
II
r»
W
W 4
l-'
Kt. 145
i
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhesfen
™ IMI .—I 14g»——a—mMtz—n—M—M—«Eiaft-J—rf—PHWtK« IIIJ —M11 t—HB—
TI« „Dberf>effl|<be Zettvn " eetoelnt ledigtncl wöifientüt. —Se;ufl6P«is monatlick 22 ML Für aaeialltirte Kammern infolge 61teil's ooet elementarer (Etei tniile kein Ersatz. — Vertan non Tr. C-Hinerotd. — Zrutf Bet Unrn.»Tud>bruiferet »on 2oh. An,. Koch. Markt SSt, — ftenttored.?: 56, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Rranfiint a. Main.
Marburg
SosNöLNd, öen 213iiai Drachmand.
Ter antetgennreie beträgt f8t Me »aesv. Zeile oder deren Heue 1 ML ftzr den Millimeter. amtlime und auswärtioe 1.30 ML Andere 6e«itenbretten nach enflvtertienber Seremnung. Spät einlauienee »der den Steern iider */t Sette •innebnutoe An. teigen und wir berechtigt, nach der lerflcaltenbrette tu {eien nnb ut berechnen. Sogen. Xefiamen berechnen »tr die Col.-Zeile mit MO ML Jener Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Auöknnjt durch die MihMtsiteae nnb Bermittinna der Angebote 1 ML Soneetgebäbt.
57. Mf
1922
Erstes Blatt.
SrMll üeiüM
. 2§3. Sitzung vom LZ. SäiiL
' DaS HimS erledigt« zunächst Kleine Vorlagen.
Auf «ine Anfrage der Unabhängigen, ob Reichs- Wehrlompagnien sich an einer bavrischen Rrgiments- feier beteiligt hätten, die in Wirklichkeit eine mou» «rchististbe Demonstration war. und oh Kronprinz Rupprecht den Parademarsch abgenommen habe, antwortete Mator von Schleicher, daß mit Genehmigung des Reich-wehrmintstertumS eine Reichswebrkom- pagnie sich an einer Gedenkfeier für die Gefallenen des betreffenden Regiments beteiligt hätte. ES feien Auch Mitglieder der bavrischen KSnigSsmytlie zugegen Gewesen, die in Beziehungen zum Regiment standen. ga monarchistischen Demonstrationen stet «S nicht gekommen.
Auf eure Anfrage des Abg. Sambach <d«tl.) beziffert ettr Regierungsvertreter die kosten der Genua- detegatton tnit einer Million 50090 Lire, also rund 10 Millionen Mark.
Sodann wird die Aussprache über bte 'A u h e n - politischen Interpellationen fortgesetzt.
Staatssekretär Müller wendet sich gegen die Darstellung des Abg. Reichert, als ob die Sachllefe- rungsabkommen uns eine Mehrbelastung über den Versailler Verttag auferlegt hätte«. Gegenüber den unerträglichen Bedingungen des Londoner Ultimatums hätten diese Abkomme« vielmehr wesentliche Erleichterungen gebracht.
Abg. Dt. H e l f f e r t ch (dntl.i: Deutfcktarta? ganzer Jammer müßte leden anpaSe", der die Begrün- dmig der Interpellationen gehSrt hat. Bei diesen erschütternden Anklagen müßte jedem dar Bild aufstei- tzen des gefürchteten Kaiserreichs, das uns vor Augen siebt alS große Vergangenheit und alS Sehnsucht unserer Zukunft. Die Denkschrift deS Auswärtigen Amtes ist ein monumentales Denkmal de» deutschen Friedenswillens, des Friedenswillens unseres großen Altreichskanzlers DiSmarck. Fch begreife die besondere Stellung des Außenministers, aber ich habe kein Verständnis für die abgeklärte Art, mtt der er die furchtbare Drangsalierung der deutschen vevötterung am Rdein und an der Saar erörtert bat. Richt Miß- Irauen. sondern Erbitterung und Empörung empfindet die Gaarbevvlkerung. Warum sagen Sie das ttirfrt. Herr Minister? Die Bevvlkerung am Rbein nnd an der Saar fühlt sich im walttsten Sinne ver ra le n nnb v erkau ft (Sttirmische Nuten- drechung der Linken. Zurufe: Schamloser Geselle» Wa? jetzt an der Saarbevvlkcrnng verübt wird, ist das Ergebnis eines schamlosen Betruges, dem sich die französische Regierung bei den Verbandlnnpen bon Versailles erlaubt bat. Tr. Helsierick sucht im ein zelncn nachznweisen, daß die SachlieferuuaSabk»«,- met! dock eine Mehrbelastung Deuilcktauvs bedeuten. Der derttscke Ervort werde vollständig in die Hand der Reparationskommisston gegeben. ®te lehnen fübrt der Redner fort, deshalb die Sachiiefernuasab stammen ab. Dann muß Att. 8 dcS Londoner Utti matumS in Kraft treten. Redner nimmt sodann sei wen Parteifreund von Oldenburg gegen Vie Angriff- des Abg. -Stampfer in Selmtz und stellt fest, daß eine «nbedackte Aenßentng des Unmuts bier ansaefcktaL tet Worden sei. NebrwenS habe Herr v. Ottienbueo dock, das betreffende Feld bebaut. Die ErfüllunaS botitir. fähtt der Redner fort, bat bisher die von de- Regierung erhofften Früchte nickt gebracht sonder'' unser S3ofr immer tiefer i»S Elend gestoßen. Den fchar-'en Worten des Retchskanzsers gegen die nu’ «maesaunene Finanzkontrolle bat er nickt die Dat fol gen losten. Seine Hoffnungen ank Genua stnd ce- f(6e1<crt. und er ließ den ReichSlinanzminister den Canossa,mng nach Paris antreten. Mit der deut scken 91 ot e vom 9. M ai bat si ck di-« R eaie- rung im Gegensatz z,t der Entschließ u ne des Reichstags gegen die Finanzkontrolle gestellt. Selbst dem SiettftafswitoT ginge" diese Pariser Znaeständniffe zu weit. Gottseidauk st-t- die Anleidederhandlungen gescheitert: beim die kur» fristige Sluteibe hätte uns nur eine Erschwerung unserer Lage gebracht. Wir verlonaen. daß Mr R'tte rnng stch jetzt von den der NevaeattonSTv^'-lssio'- gegenüber einaegangenen wahnünniaen Be^v^icktn- gen als befreit betr.Wet. sckon deshalb, weil Ne v'1*«' die Zustimmung deS Reichstags aesnnden h»hrrr. Di- Regierung bat den ReickStaa über idre Haltung b-' den Pariser ReparationSperbaudlunaen gerade'.» irr- geführt. Sie hat int wesentlichen alles da« zugestan den, was die Reparatlonsrammisston in ihrer No' verlangt, und waS der Reickskanzler selbst o's ima- nebnckar bezeichnet bat. So stnd der Reugral-on" kommüstou nach dem sranzSsisckrn Text alle Mitt»' der Untersirckiiltg zugektanden worden. Ebenso v-r pflichtet fick die deuttcke Reaieruna nach derselbe- sranzöstscken Tert, sich über töte Gese^eSuortag" «*< der lllevarattonskoinmisston zn verst^,,vi*->n. (D' Rede deS Abaeordneteu erfährt stürm licke Unterbrech «ngen von rechts und links. Abg. H S f l e > n tr™' einen OrdminaSruf.f Der Redner scklief't seine Au^ fübruanen über die RevarattonSperbm'd'nnoen ml dem Nits: Eine Regierung, die ohne Ermäcktiaun- deS Reichstags wesentliche Bestandteile der deutsche' Souveränität veränstert, gebärt vor den StaalsO' ricktsbof! (Die weiteren Anssübrunaen des Abaeord neten über die Ausgaben für die Vcsahungslr'ippe- nnb über die Satraepnwirtschaft im besetzten Gebie führen zu erneuten Sntrüstn'lgskundgeb«tge't de Reckten und stürmischen Zwischenrufen der Linken' Helfserich schließt mit der Forderung, keine neuer Devisenankäufe mehr vorzunebmen. Die Forlsetzu" der Ersüllungspolilik sei die sichere Katastrophe. Di Grenzen der Erfüllungsvolitik seien schon tlbersckii' sen. Solange das Focksche Wort gelte «Mit Mw.
Finger am Abzug kann man von der deutschen Regierung alles erreichen', solange gebe eS für Deutschland teilte Rettung. Dem Feinde müsse gezeigt werden. daß eS in Deutschland noch Männer gibt. (Stürmischer Beifall rechts, ironische Hurrarufe links.)
MS Abg. Stöcker (K.) seine Rede beginnt, verlassen die Abgeordneten dis auf sechs den Kaal. Auch er bezeichnet die Behandlung der Bevölke- rnng am Rhein und an der Saar alS einen Bruch des BölLerrechtS, macht ober die wilhelminische KriegSpolUik dafür verantwortlich.
Abg. Sollmann (S.) bedauert, datz Dr. Seifte» rich durch feine Rede die Einheitsfront zur Abwehr der französischen Gewaltpolitik zerrissen habe. Wenn die Deittfchnattonalen das Kaiserreich herbeisehnten, so würde seine Partei sich mit allen Mitteln gegen die Wi^erkehr eines solchen Unglücks wehren. Wenn Helsferick nur acht Tage unsere Politik leiten würde, lvüren Saargebiet und Rheinland in kurzer Zeit für Deutschland endgültig verloren. Der Zusammen- bntch des HeereS sei die Schuld des Offizierskorps, der Zusarnmenbruch im Innern die Schuld der Agrarier vom Schlage des Herrn v. Okdettbt:rg.
Mg. Korell (Dem.): Die Rede Helftericks recht» fertigt bei bier gefällte Urteff, er sei der größte Vro» l*otatenr des Reichstags. An dem Elend sei nicht die gegenwärtige Negierttng schuldig, sondern der Verlust des Krieges und der Versailler Vertrag. Auch seine Partei betrachte die Gewährung der inneren Anleihe als Voraussetzung der einaegangenen Verpflichtungen. Redner schließt mit der Aufforderung an die Regierung, die Reparationskommisstan zn ersuchen, Milde- rtingen hinsichtlich der Koblenliefentngen eintreten zu laffen. und fordert eine Abwebr von der unmöglichen Tarispolitik des Verkebrstytnisters Gröner.
Retchsfinanzminister Dr. Hermcs: Dr. H-ftkertch hat lvett über das Ziel hinausoeschoslen. Tatsächlich ist seit '"tm Londoner 1U timt tum eitr Erleichterung un’er'r L.'i- Mnngen einaetretru. die nur auf dem von ihm vorgeschlagenen Wege sicher nicht erreicht hätten. Zum ersten Male ist von einem internationalen Erporiengremium anerkannt Lorten, daß die Passivität unserer HmchelS» und Zahlungsbilanz unS an der Ersüll.nng unserer BerpsHchtungen hindert. Wir haben die Anleihe me um ihrer selbst wstlen erstrebt, sondern zur Wi-deiherstellung eines gesunden europäischen Wirtschaftslebens. Sie ist nicht zustande ceforonen. aber wir werden weiter bemüht sein, unsere Lasten mtch Möglichkeit zu verhindern Zu den Bemängelungen deS Abg. Helfserich an der Nebersedung der habe ich zu erklären, daß der Orin'naltext der deutsche ist. Die veberfttzung. die regelmäßig in französischer oder cnelischcr ^Sprache beigcgeben wird, unv deren Herstellung l-on der Kriegslastenkomniifsion bewirkt wird, dient dazu, Mißverständnisse^zu verhüten. Jeder, der mit Uebersetzungen in fremden Sprachen zu tun hat, w«ß, daß es ganz unmöglich ist, eine voNmnnrene liebereinftimmung einer dreisprachigen Uebersetzung her- zustellen. Wir werden die Verhandlungen weiter-übren und erhoffen an Ergebnis, daß ganz Europa eine Boiitlk her Gesundung und Sachlichkeit ermöglicht. Bet den Berhandkmlgen gelten für «nS d-e Vorbehalte: 1. Die deutsche Souveränität darf nicht ange- tastct wechen. L. Keine StSrnng deS geregelten Nantes der Verwaltung. 3. Keine Verletzung des Steuergeheimnisses.
Sf&g. Dr. Becker (D. Bpt.) gibt der Freude darüber Ausdruck, daß die Regierung die Aufsasimrg seiner Partei .bestätigt lxrbe, wonach der deutjche Text der Maßgebende >,i . Er bedauert aber, von der Regierung teiue ziel- und richtunggebende Erklärung gehört zu haben.
Abg Helfserich (Deutschn.) erklärt,, ihm sei ein ^clsstein vorn Herzen gefallen nach der Versicherung, daß stir tie Noten der deutsche Text gilt. Er bitte auch in Zukunft nur die deutsche Sprache für oie Aeustenmgen •tnfcrer Regierung gelten zn lassen, damit so grobe 'lebeksetzungSsehler Fine unangenehmen Fotaen haben Redner weist sodann die Angriffe Koretts zurück und gebt kann auf die Posttischen Vorgänge der Kriegsfabre ein. -;m nachzuireiien., daß.er vor dem uneingeschränkten A-Boat'-Kneg gewarnt habe.
Abg. E r i s p i e n (Unabh.) bedauert, daß die Regie- -uns sich nicht über ihre innere Finanz» und Stenerpolst'k ausgesprochen habe, welche die Reparationsleistungen ermöglichen sotle. Die Lasten dürsten keineswegs auf dir Arbeiterschaft allein gelegt werden.
Abg. Dr. Spahn (Ztr.) streitet, daß die seinerzeit 'm Reichstag abgegebene Zentrumserklärung dem damäli- U'N Reichskanzler eine Bauwvollmacht zur Anwendung es U-VootkrccgeS gegeben habe.
Abg. Helfserich hält demgegenüber seine diesbe- äpliche Auffassung aufrecht.
Rach persönlichen Bemerkungen werden sodann Mr ?achlieferung' »erträge in zweiter und dritter Beratung :?gen die D utschnationalen, die Deutsche Vcikspattei mb die Kommunisten angenommen.
Morgen 12 Uhr: Kleinere Vorlagen.
Berlin, 23. Juni. Die Einigungsverh.nchlungen nter den Koiütionsparteien deS Reichstags über die "rage der Getrcideumlage wurden bis in die '..'ydstund.'N fortgesetzt. Aber während der Nachmittag' e Tinge schon so weit gediehen zu sein schienen, daß 7!"n glaubte, von einer Lösung des Problems innerhalb '.r genannten Pnrttien sprechen zn können, mußtm dÄßlich wider Enoarten die Verhandlungen abgebrochen »verden, ohne daß eine endgültige 25- ’ n g gesunden worden war. Das Weitere wird nnn- ?hr von den Beratungen des Voltstoirlschaftlichen Aus» nifts abbängen, die am Samstag Vormittag fort» . >etzt harten.
MW» toMei.
15 4. Eitzungvom83. Juni.
Weiterberatung des HauSbaltS des Staatsminister m m S. verbunden mit bet Besprechung allgemein politischer Fr»g-n, darunter der dcutschnationalp Antrag gegen Me Schuldlüge.
Abg. Cohn (Unobh.) lehnt den deutschnallonolru ?tntraa ab, weil in ihm noch immer vom Feindbund gesprochen werde.
Abg. Graw (Ztr.) erklärt, seine Dartri werde gegen die Anträge zur KetveLeumlage stimmen.
Abg. Wallraf (Denftckn.) erklärt, unter Wabnme her vrinzwiellen Haltnna fnner Par'ck dem so'mldems- kratischen Antrag gegen die Kriexssch'uldliige zuzustimmeu.
Der deutschnaü'onale Antrag wird sodann mit b-r Abänderung der Sorialbemokraten. der von der Nichtallein» schuld am Kriege und der Nichtabsichllichkeft spricht, angenommen.
Moelehnt werden die Anträge der D'ntschnotionale-i Atrf freie G-tn»ckebewir^chaftuug und auf Wefterver- lckhuug des Eisernen Kt^tzeS, angenvmin n ein Zen- trnmSantra». der nur Frontlostrnten. Kriegsgefangene« und Auskandsdentschen da? Eisern? Kreuz noch zugestechk
D'mit ist der Etat des Stgatsministeriums erledigt. Es fo'gt die allgemeine Finonzverv.xiltuug.
M». Lüde mann (Son) meint, n«br? Borg- und Hüttenbetriebe könnten nur alS freiwiritcl^ststche Betii-'bS verwnltungen Neberichsisse bringen. Sie müßten entküro "'ctifiert werden. Redner fr.igt, toi? es mit der Nvck- -'cüfunn deS Abkommens mit der löohenrollernfamiie stehe. D'» Kunstfchähe oehärten k'ynWfs d-rn ganzen d-utscheu Bo^ke. Abg. Dr. v. Kries kDeustchn.» fordert Ne restlose Auftlänmg über den Möbel erkauf in der Münchener Ge'-n^tickeft. Zwischen der Zentralvertoal- ‘•tng und den Pwn'n.-ialstellen müsse ein ständiger $er» 'ÄnabmStausch stattfinden, damit der Vorwurf schwinde, dich..p)«.'grünen ■ Disch «giert, werde." Redner erklärt, ! daß meinend, am w-nigsten die tzohntzoklerü, Volke Klarheit zn srbenen hätten.
Abg. Grobe (Ztr., stritt für Vereinfachung dcS M-sckäftSganyeS der K-rwalttma ehr Eine Verminderung des BearntenkörperS sei dadurch möglich. '■>
Wa v. Evnern (D. Dvtst wünscht ebenfalls Klärung über Ne Mfindung der Krone. Vielleicht sei doch noch eine Einigung möglich.
Mg. Meier-Berlin (Nnabb.): Die AbstndungS» fetge bat augenscheinlich eine für die Republik ungünstige Wen-duna genommen. Dieses alte Eisen wagen wed-'r die Deutsche Vo^spartei noch die Sozialdemokratie anzufassen. Die Lohenzollern sollen Schadenersatz leisten.
Mg. Katz (Komm.) -erklärt, dem Kmser, der ein Jahreseintammm von 200 -Millionen Mark habe, würden noch Milliardenwerte nachgeworfen. ।
Weiterberattmg Sonnabend 11 Nhr.
>« —!—•--
Rus den Ausschüffen.
Berlin, 23. Juni. Im Hansbaltsausschuß des Reichstags wurde aus Antrag d?4 Abg. Stückten (Sor.) beschlossen, daß die sogenannte Sparkom» mission des HaushaltsauSschusseS auch während der Fe^en tagen soll, um im Finanzwesen des Reiches die arößtmöglichste Ersparnis zu erzielen. Dann wurde der Rcichsgesetzentwurf über die Schutzpolizei der Sä nber beraten. Rach z 1. der zur Annahme kam, haben Ne Angehörigen der Schutzpoliezi nicht die Eigenschaft von Beamten, fonbern sie sind im ösfentlich- rechtlich-u Dienstverhältnisse angestcllt und zu einer uu- unterbro henen Dienstzeit von zwölf Jahren vervftichtct. Nach ß2, der ebenfalls angenommen wuroe. wird den Angehörigen der Schntzvolizci und ihren Hinckrbliebenen •ine V 'rsorgung in den Grenzen gewährt, wie den ent sprechenden Angebörigen der Wehrmacht und deren Hin- •'rbttebenm mtr Grund des WehrrnachtvertargungSgesetzes. Anstelle des Zivildienstscheines tritt der Volizeiver- sorgungSschein. der die Ai^zchörigen der Schntz- 'olizei bei ihrem Ausscheiden denen der Wehrmacht gleichstellt. Den in freie Berufe übergehenden Angehörigen der Schutzpolizei soll nach §4 gegen den Verzicht aui den Volizeiversorgungsschein eine Geldentschädignng durch die Länder gewährt werden.
Berlin. 23. Juni. Der Gesetzentwurf des Staats ratS. welcher das AlterSvensionSgesetz aui Zwei Jahre suspendiert und damit auch die Zwangsfestlegung der Altersgrenze suspendiert, ist dem Landtag zngegangeu.
Berlin, 23. Juni. Der preußische Staatsrat stimmt? einem Gesetzentwurf über die Besteuerung de» tzer- bergSvertragS durch die Gemeinden zu. Besteuert 'ollen alle in Luv» und Badeorten in Gemeinden über 1000 Einwohner liegende Hotels, Penstanen und Brivat- häufer werden, die Zimmer für einen vorübergehenden Aufenthalt veruuetrn. Der für Verpflegung gezahlte Betrag ist nicht steuerpflichtig. Die vom Staatsrar abgeäsüerten Steuersätze gehen dahin, daß 20 Marl steuerfrei bleiben. 20 bis 60 Marl 10 Prozent, 50 b's 100 Mark 16 Prozent, 100—200 Mark 20 Prozent, 200—600 Mark 80 Prozent und über 600 Mark 40 Prozent steuerpflichtig sind. Ausländer haben bei 6fache des StrnerbetrageS zu zahlen. Tie Steuer kann gen, oder •ttünetfe vom Gemeindevorüatv erlassen und für Ausländer uns das Letznjitche erchSht tottOta.
Ai MM.
Rette Anleiheschritt« Englatcks.
London, 22. Juni. Zn amtlichen KrsyrM wurde gestern abend die Erklärung abgegeben. be$ die Aufnahme einer Anleihe für Deutschland htj allernächster Zeit unbedingt nötig ist. Ma» ver« tritt die Ansicht, dast nichts getan werden dürfe, um dar Zustandekommen einer Anleihe irgendwie 4« verhindern. Man hält es daher für sehr wahrscheinlich, daß in Kürze neue Schritte in diese« Änne unternommen werden. v
Neuer Kurs ta der NrparationspoUtit.
Paris, 23. Zuni. In einem Leitartikel spricht das Pariser Kablogramm von neuen Vorschläge« für die Reparätionsfrage. Das wichtigste, war noch in diesem Jahre erreicht werden müsse, fei die Stabilisierung des Markkurses. Unter den VorschlägeNj zur Verhinderung des Marksturzes werden vor allem die Verringerung der Ausgaben für de»! inneren Etat und die Einstellung des Papiergeld«; druckes hervorgehoben. Direkte Derhandlunqeu mit auswärtigen Banken seien hier da« beste Mittel! zum Zwecke, denn diese Banken würden stch sehr wahrscheinlich bereit zeigen, langfristige Ä«< btt? gegen Sicherheiten, wie z. B. Anteil am Aktien« besitz, Hypotheken, Abgaben von Fabrikattou«- erträgnissen zu gewähren. Nach der Besterung de« Markkurses müßten dann auch die Jahreszahlungen erleichtert werden; hierzu feien direkte Verhandlungen mit den Hauptgläubigern Deutschlands am gccignetsten.
---♦---
■. $it Amt fioflltrem.—.
Die Bsrhandknngen im Haag.
'Paris, 23. Juni. In den französischeu Berichten über die gestrige Haager Sitzung wird mit Genugtuung darauf hingewicsen, daß daß im französischen Memrrcndum g wüuschte Verfahren, wonach die Mächte sich im voraus über die den Russen vorliegenden Fragen zu einigen hätten, nunmehr doch angenommen worden sei. Es wurde gestern im Haag über die den Russen g'g?nüber einznschlagende Methode beritt» und beschlossen, daß jeoer einzelne Sachverständige der drei Subkommissionen (Kredits Privatbeiih, Schulden) dem PräsLenten seiner Kommission die Fragen einzureichen habe, die et den Russen zu stellen wünscht. In den gemeinsamen Verhandlungen mit bett russischen Sachverständigen hatten die letzteren sodann die Antwort zu erteilen. Es wurde im Vnnzip beschlossen, daß den Rassen allerdings nur Fragen vorgelegt würden, über die sich die Sachverständige« im Voraus unter sich hatten einigen können.
Haag, 23. Juni. Der Sonderberichterstatter der Tel.-Union meldet: Wie wir erfahren, werden die Besprechungen in den Unterkommissioneu für die nächsten Tage einen vertraulichen Charakter habe« und man ist der Meinung ,daß e8 besser sei, mit den Besprechungen so wenig wie möglich an die Cefteut« lichkcit zu treten. DieS soll bezwecken, vorzubeu-ea, daß die Russen schon von vornherein mit den Plänen der Kommission bekannt sind. Man glaubt, es sli besser, so bald alS die Russen angekorn nen ' die Pläne direkt mit ihnen zu besprechen und zwar weil sonst die Rusten im Bilde sein würden, während andererseits die Komrnistion nicht die Pläne Jbct Russen ekunt. Die russische Delegation re-rif am SamStag Abend in Scbevenningen erwartet. Wie bekannt wirb, ist der rechte Flügel vom Orauien-Hotel für die Russen bereits reserviert und eingerichtet. Tie russische Delegation wird unter der Leitung Litttvi- go-oö sichen.
Sitzungen der Unterkommissioue«.
Haag, 23. Juni. Der Sonderberichierstattee der Tel.-N.tio» meldet: De» Unterausschuß für Prida telgentümer ist her.tr vormittag unter Leitung Lloyd GreameS zur Sitzung zusammenge« trete». Die Sitzung dauerte bi- VJ tihr und war jür die Presse nicht zugänglich. Der engtische Presse- rrserent erCättc sodann, er könnte nur. mittclten. in Ser Sitzung seien bloS Punkte formeller Art, welche sich auf die Arbeitsmethode» beziehen, beproche» worden.
Tie Unterkommissio« für Schul de» isi Henle nachmi:tag zusammen getreten unter der Leitung deS Herrn Alphand (Frankreich). In dieser Sitzung wurden verschiedene Fragen bete, die eigentümlichen Bcrechtigungcn erörtert. Beschlossen wurde, die verschiedenen Sthrisistücke zusammenzubringen. Beira wurde untersucht, weiche Erklärungen an die ruspsche Kommission gemacht werden müßten. Am WoiUrg nachmittag um 3 Uhr wird diese Kommission B*Bcs zusammentrrtca.
Der 8. Unterausschuß für di« Kredits ist von 4 Uhr heule nachmittag dis 7*7 Uhr zusammen- tzSvcsen. Lrr Prüswcut wat Bavo» Avezzana hJu»-