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Amüiches Verkündigungsblatt des Kreises Marbmg.
57. z-hrs.
1922
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
Marburg
Donnerstag, Den 22.5«ii
Steift monK
Tet Anietaerwieis Beträgt für die 9 geio. Zeile oder Beten 9t«nm 1 Mk. für b.n Milli» nietet amtliche und auswärtig« 1.30 Ak. Ändere Saaltenbutte« na* entipre*enBer Seredtnuna. SvSi etnltrarenne oder oen Kaum über >k, Seite elnnebmenoe »"• leinen ft ne wir berechtigt, na* der lertipaltenbreite tu fegen en6 ,u berechnen. Sogen, «"flamen deremnen wir hie S»L.3eile mtf 9.06 Mk. Jebet Sabatt gilt al, Barrabatt Bei »nstunft dnrch die Sef6äftsftette mu> Serrntttlung der Angebote 1 Ak. Sonberaetobt.
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Frankfurt a. Main.
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Aus den Ausschüssen
dieser Richtung nicht aufgeben.
nach
icti nackaewiesen werden.
Berlin, 21. Juni. Im Ausschuß des ReickStia» für Bildungswesen lag heute ein Schreiben des Reicks- miniiterS des Innern vor, worin mitgeteilt wird, bat; die Reichsregierung baten a bst he. im gegenwärligen Seif' punkt dazu Stellung zu nehmen, ob btt vom Ausschuß angenommene Abündcrnngsanirag zu 81 des sog-nonu- ten ReiSSschulgesetzes eine P-rsassangSönderung in sich schließe ober nicht. Die Reichsregierung fr-für- Worte die Aussetzung der Beratungen bis »um Lerbst. Nach kurzer Aussprache wurde der Antrag auf sofortige Beiterberatuna mit 7 gegen 18 Stimmen abael-hnt. Nach dem in der Ausschußfassung genannten Patagra- vhenl sollen afle drei Schularten gleichberechtigt sein und die Gemeinschaftsschule m'cht das ihr in der Ber- sassuna zugesicherte Vorrecht genießen.
Berlin, 21. Juni. Der Reichstagsausschuß für Volkswirtschaft hat heute da? Gesetz über die Regierung des Verkehrs mit Getreide aus der Ernte 1922 behandelt. Abz. RSsicke (Deutschn? wandte sich gegen die Vorlage und überreichte eine Entschließung Hepv lD. Vvt.) und Rösicke (Deutschn.), in welcher die Reichsregi-rung n. a ersucht wird, ungesäumt mit den landwirtsckaftlich-n und Harchelsvertrc- tungen zwecks Lieferung von je 450 000 Tonnen Brotgetreide bis 15.10. und 15.12.1922 und von weiteren 900 000 Tonnen bis 15.2.192.3 an das Reich zu dem aus den Berliner No'ierungen der vorhergehenden zwr> Monaten ermittelten DurckickuittSpreise einzutreten und die zum Aufruf dieser Mengen erforderlicheu Mittel bereitzustellen, sowie die Reichsgetreidestelle in die Sage zu fetzen, während der Zmt tn*31.10.1922 bis 15.8. treibe durch wirksame Maßnahmen zu verhindern,Ferner 1923 die weiteren zur Versorgung der BenSikeräng er- forderlichen Mengen Brotgetr-ide im Auslände anzu- kanfen, au? Milteln des Reiches 20 Milliarden Mark zur
Freiwillige Goldanleihe statt Zwangsonleihek
Berlin, 21. Juni. Der deutschnationale Abg. Dr. Reichert beabsichtigt heute im SteuctauSfchuß deS Reichstages einen Antrag einzubringen, wonaP die Papierzwangsanleihe durch eine freiwillige Gold« anleihe ersetzt werden soll. Dadurch soll eine Milliarde Gold aufgchrachl werden. Der Steuerkompromiß würde alfr bestehen bleiben und nur die Form geändert werden. Gezeichnet wird in Gold, einbezahlt in Papier, weil wir ja keine Goldbestände zur Verfügung haben. Der Berwertungsfaktor unserer Mark wird je nach dem Zeitpunkte die Zeichnung berechnet werden. Wenn tüso die Zeichnung am 1. Oktober erfolgt, bann soll der Wert der Mark im Verhältnis zum Gold etwa nach dem Durchschnitt des September berechnet werden. Der Antragsteller erwartet von dieser Form der Anleihe ein sehr gutes Ergebnis, da in der Zeichnung in Gold und der Tilgung in Gold eine große Sicherheit ür den Zeichner liegt. Gleichzeitig wird darin auch der Qkoanfc eines Opfers des Besitzes »um Ausdruck l'rmtmen können.
Der neue GeneealskfretLr bet ReparationSkommisfion.
PgriS, 21. Juni. Zum neuen Generalsekretär »er Rcparationskommission ist einstimmig Mister 9n* drew Mae Fad iean gewählt worden, der sek« Amt am 1. Juli übernimmt.
■»en, haben wir natürlich abgelehnt. Wenn Me Regie» rungskommission einen besonderen Beariff „Saarländer" fchfafen und da» deutsche Saargebiet Deutschland gegenüber zum Ausland machen will, verstößt ste gegen den FnehenSvertrng. Eine weitere Vertragsverletzung ist bte Französisierung des Schulwesens. Unsere wieder« bolten Beschwerden haben nicht die gebührende Beachtung gefunden, dennoch wird die Regierung ihre Versuche in
PoinrorS habe Lloyd George davon verständigt, daß die französische Regierung den Entschluß gefaßt habe, sich auf der Konferenz im Haag vertreten zu lassen. Diese Erklärung sei mit großer Genugtuung ent« gegengenommen worden. Tie beiden Ministerpräsidenten hätten sodann die Tagessragen erwogen.. I« der Angelegenheit der Reparationen sei dir englische Regierung entschlossen, keine Verminderung der deutschen Schuld in Erwägung zu ziehen. Sie fe idasür, die Ausübung jeder Kontrolle zu fordern. Falls Deutschland schlechten Sitten zeige, würdet, die Alliierten erst sich verständigen, um t» zu veranlassen, sich zu fügen. Bezüglich des Orient» scheinen die französischen und die englischen Ansichten .sich nicht geändert zu haben. Die beiden Regierungen seien jedoch zu einem Meinungsaustausch und Entgegenkommen bereit. In der Frage von Tanger werde sich zweifellos bei gegenseitigem guten Willen ein Uebereinkommen erzielen lassen. ES sei vereinbart worden, daß diese Fragen den Gegenstand btt nächsten Besprechung bilden, zu denen entweder Poincarö nach London oder Llohd George nach Paris kommen werbe, je nachdem die Notwendigkeiten des parlamentarischen Leben» der beiden Länder das erlaubten. Unter Bezugnahme auf bte französisch-englischen Besprechungen vom Jahre 1921 war gemeldet worden, daß Briautz, dem Ausschüsse gesagt habe, er habe sich mit bei britischen Regierung darüber verständigt, daß bte' Besetzungszeit des linken Rheinnfer noch nicht zn zu laufen begonnen habe. > Poincare habe erktLeh, er habe darüber nicht» erfahren können. Nach Prüfung der Angelegenheit sei festgcstellt worden, daß : daß ein Bericht der Sachverständigen vom Januar
1921 existiert, in dem bie Vertagung deS Termins dr» Beginns der Besetznngsdauer al» eine der möglichen Sanktionen vorgesehen ist. Der Oberste Rat hab« in diesem Punkte noch keine Entscheidung getroffen.
tralisierungsplau der Rheinlande erklär: er, daß solche Pläne nur unter dem Bruch de» Versailler Vertrages verwirklicht werden könnten. Die ReichS- regterung erklärt, daß sie niemals unter irgendwelchen Zugeständnissen damit einverstanden fein wirb, daß die Rbeinlande preiSgegebcu ober in ihrem Bestände geschädigt werden. (Lebhafter Beiiasl.) Zar Interpellation über die EisenbahnzerstörungSpläne erklärt der Minister, der Frickensvertrag gebe den Alliierten nur da» Recht, sich gegen deutsche Kriegsvorbereitunqml zu schützen, nicht aber, störend und zerstörend in das deutsche Wirtschaftsleben ein-ugreifen. Die Reichst-gier ung werde kein Mittel unversucht lassen, um die Votschaftetkonserenz von der Ausführung ihre» auf falschen Voraussetzungen beruhenden Planes abzubringen.
SrsilAk StllM
281. Sitzung vom 21. Juni.
hie Sm« SonfitMi.
Günstige Aussichten der Haager Konferenz?
Haag, 21. Juni. Der Sonderberichterstatter bei Tel-Union meldet: Die aus heute vormittag festgesetzte Sitzung der HauptkomulMon ist bi», «I Mittwoch verschoben worden. — Der holländisch« Minister bei Aeußeven von Karnebeek äußerte in einec Unterredung bie er mit einem Vertreter des Pari setz Nachrichtendienstes Hava», die Aussichren der Kvnse- renz seien ta jeder Hinsicht gut. Da» Ergebnis bet Vorbesprechungen war ausgezeichnet und er habe nicht» bessere» erhofft. Daß auch Frankreich sich M. bet Konferenz beteiligte, ist allgemein mit Freude auf» genommen worden. Die Konferenz lebt vorläufig noch! im AnsangSstadium, aber die Verhandlungen sind de« Russen sehr wohlwollend. Ob schließlich die ®t*
MuMkk Mdlo».
152. Sitzung vom 21. Juni.
HauSbalt des SiaaiSmintistertumS ,md Befpreckmng bet ErnäbrungSsrage.
Abg. Dr. Schreiber-Halle kDem.l wendet sich aeaen bie Agitation ber landWtrifSaftttchen Streife, die weit über bas Zick binauS gebe. Die Landwtrt- schast tue atS ob ibr bei ber Umlage ein besonderes Opfer zu gemutet werde. Obne die Umlage fei aber nicht auszukommen, weil angesichts ber ungünstigen SrnteauSsichten und des Scheiterns ber Ausland- anleibe ein weiteres Sinken bet Mark ,u befürchten fei. Daher Schürfe es biet feiner Zwangswirtschaft. Reim Zucker aber fei ein Staatsmonovol immer noch einem privaten Monopol vorzusiehen.
AbL Sttlian (St.) nennt die Ausführungen be8 Vorredners etnen demokratischen Eiertanz und fordert, baß ben großagrarischen Saboteuren bet DolkS- ernäbnmg die Verfügung über Grunb unb Boden und bie Produktion entzogen werde.
Auf eine abermalige Rede deS Abg. Schlange (butt.), welche auf die gestrigen Ausführungen des Ministerpräsidenten einging, nimmt Ministerpräsident Braun abermals das Wort und stellt fest, er bade nicht getagt, daß bte Landwirte sich bereichern wollten, sondern daß die extrem agrarischen Kreise den Anschein erweckten, bte Selbstbereicberitng über das Gemeinwohl beS Volkes zu stellen. Wenn Abg. Schlange sage, er, ber Ministerpräsident, habe sich auf das Niveau der Demagogie gestellt, so beweise das Auftreien deS Abgeordneten sicher, daß et auf diesem Niveau siebe, lieber bte pommerschen LandrSle könne er nichts sagen, bevor ber Ressortminister entschieden habe. Der Vorwurf, er habe es abgelehnt, für Nein- ltchkeit zu forgen. sei Demagogie.
Präsident Le inert weist den Mintsterprästbenten darauf hin, daß es ber Ordnung des Hauses widerspreche. einem Abgeordneten vorzuwerfen, daß er in voller Absicht Demagogie getrieben habe.
Abg. Bartels (Soz.) wendet sich gegen die Beibehaltung ber recht kostspieligen und bie Gesetzgebung hemmenden Einrichtung des Staatsrates, fordert Entgegenkommen in bet Groß-Hamburg-Frage unb bekennt sich in der Kriegsfchuldenfrage zu der Ansicht, daß der V e r f a i 11 e t Vertrag al» Erpressung anwfeben sei. andererseits aber könne von einer Alleinschuld Deutschlands nicht bte Rede sein. Jedenfalls sei Deutschland aber auch nicht unschuldig.
Abg. Dr. Hetz (Z.) kommt noch auf bte Zurücksetzung bet Katholiken bei ber Besetzung hoher Beamtenstellen zu sprechen unb forbert, daß kein allzu- starker deutschnationaler Zug in» Ministerium komme. Im übrige» stetz« ber toertotegenb« teil be» Katholt-
Reichssinanzmimster Dr. Hermes schildert zur letzten Interpellation der Unabhängigen da» Ergebnis der Pari- ser Anleihevkrhandlungen und spricht die Hoffnung an!. daß die vertagten Anlciheverhanblungen bald wieder ausgenommen werden. Meter die Maßnahmen, die bei einem Zustandekommen der Anleihe zu schassen sind, habe d« Regierung noch keinen Beschluß gesoßt.
Die Besprechung der Jntervellationen wird G Uhr auf morgen Nachmittag 2 Uhr vertagt.
zisuwS hinter dem Zentrum, unb blefcS fei nicht geneigt, sich btefe Behandlung weiter gefallen zu lassen, nachdem es dem Vaterland unter Hintansetzung aller Parteistandvunkte erst den feste» Boden geschaffen habe.
Aba. Wallraf (bntf.) fordert auf, sieg« ben Versailler Vertrag gemeinsam Front ju machen. Der Schulbspruch ber Entente belaste un« unb unsere Nachkommen zu Unrecht.
Abg. Dr. Wiemer sD.vP.) will ebenfalls bte Welttttge von Deutschlanvs Alleinschuld bekämpft toiffen. „
Abg. Leid (U.) erklärt sich ebenfalls für eine Revision be» Berfailler Vertrages, aber an ber Schuld des alten Regimes. daS 'EroberungSpoltttk getrieben habe, tonne er nicht zweifeln.
Abg. Gottschalk (Dem.): Das Schuldbekenntnis von Versailles ist dem deutschen Volke abgepretzt worden.
Weiterberatung Donnerstag 11 Uhr.
Die Meiv.
Df« BerhanÄnngen mit dem GarantiekomUee.
Bei den Verfrmdlungen mit dem Garantiekomiter, die gestern Nachmittag begonnen haben, wurden laut „Stert Tagebl." vier Ausschüsse gebildet,, und zwar ein Ausschuß für Einnahmen uno Ausgaben, ein zweiter für die Frage der Kapitalflucht, ein dritter für da» Problem der schwebenden Schuld und da vierter für bte Stattstü.
Berlin 21. Juni. Im Sten-ermissckuß frSReichS- tageS führte bei den fortgesetzten Generaldebatten über die ZwangSanleibe ber Reichsfi ninizunnistcr u.a. au8, daß eine Anpassung der Erbschaftssteuer an dre Geldentwertung geboten sei. ES erscheine aber zweifelhaft, ob eS sich emvsthle. d>r,beantragte «enbetung int gegentoärtinen Zeitpunkt und im unmittelbaren Zusammenhänge mit der ZwangSauleihe vorzunebmen. Unbedingt notwendig sei eS. daß. sobald man au die Änderung de» Erbichafts^euergksetzes herana-fr. bei bteter Gelegenheit auch die Mängel des G-setzes beseitigt werben müßten, bie bisher einer r ischen Veranlagung hinderlich waren. Nock größere Bedenken beständen nach ber Ansicht be« Ministers bezüglich ber frantragten Aeaderuno ler Einkommensteuer im gegenwärttgen Augenblick. Sie sei zudem bereits wvfrrholt unb letztmals gegen Ende
t Zweite Beratung be» Gesetze» über bte Anwendung he» Wiesbadener und vemel«an»--Sach- kieserungSabkommen» in Verbindung mit oen Interpellationen der Deuischnatkonale» gegen oa» Wiesbadener Abkomme», bet Deutschen BolkSvartei gegen die ßteutrntesirrung der Rheinlande durch England uno Frankreich, der Unabhängigen über bte Pariser Revara- «onSverhattblungen und de» Zentrum» gegen die Eisenbahnzerstörung im besetzten Gebiet unb gegen bte Zu- Knbe m Saargebiet. Ferner steht be» Weißbuch bet gierung zur ReporationSfrage zur Beratung.
Namen» be» Ausschüsse» beantragt Abg. Dern- N rg bte unveränderte Annahme be» EachlieserungS- »bkommen».
Abg. Dr. Reicherk (Deutschn.) begründet bte Jnter- klationen feiner Partei, welche bet früheren Regierung
Vorwurf macht, sie habe mit dem ebne Zustimmung R«ch»tagS erfolgten Abschluß be» Wiesbadener Ab- etnen BerfassnngSbruch begangen. Sie fragt, die jetzige Regierung bte Berantnmtung dafür Mer» chmen wolle. Redner greift den Außenminister Dr. atHenau aufs heftigst« rm und wirft ihm lieber« »reibnngderErfüllungSpolitik vor, ohne daß r» gelungen fei. Frankreich zu beschwichtigen und Ober« Schlesien zu retten. Der größte Fehler der Erfüllungs- Politik sei, daß sie in der Welt ben falschen Eindruck jerwecke, als könne baS deutsche Volk »och mehr leisten. Kebner fordert vom Reichskanzler Antwort auf die Frage, wenn endlich bet Verelendung unseres Volkes durch bie übertriebene Erfüllungspolitik ein Ende gemacht teerben solle
! Abg. Moldenhauer (D. Bvt.) begründet die SnferMfatton seiner Fraktion mit Bezug auf da» erücht, daß -wischen England und Frankreich eine DeutraLsierung de» besetzten RbeinlandS vereinbart fei. Dm den R bei ulande n nach Art deS Saargebiete» eine Autonomie unter französischer Oberaufsicht zu geben. Wed ne r erklärt eine wirkliche Reveraiion für unmöglich, gelange die ReparationSlasten für die unerhörf kostsvleligen Besatzungstruppen vergeudet würden. Steuer gibt zahlenmäßige Belege hierfür Der Abgeordnete sucht dann Vmbzuweiscn. daß Fransreich seft dem FriedenSschluß «iemal» die Pläne aufgegeben habe, Me Rheinlands durch eine Echemautonomie von Deutjcklatch loSzureißen. Daz« temmc die Förderung der rheinischen Hochverräter. Aber teile diese Pläne würden an ber unerschütterlichen ReichS- Ireue der Rheinländer scheitern.
Abg. Dr. Levi (Unabh.) betont in Begründung seiner Interpellation über die Pariser SreparattonSver- ^nbhinnen die Notwendigkeit, an ber ErsüllungSpolitik ßKzubalten. Aber diele ErfüllunaSpolittk müsse ein- Heitlich betrieben werden und in der Innenpolitik ihre , Ernänzunq finden. Es gebe nicht länger an. daß daS WeichSmehrministerium Me polittsch seht bedenkliche Propaganda reise des GeneralfelbmatschallS von Hinbeuburg fStderr oder durch Streiche tote die Ernennung deS Kapp-üen Läwenfelbt zum SchiikSlommandanien, Me bie planmäßige Anßenpoliiik des Reichskanzler» butchkreuze.
ALg. Dr. Lauscher (Ztr.) öegrünbet Me Inter- pellte on. welche sich «ege» bk Zerstörung einer ganzen Reibe wirtschaftlich bebcuifamer Eikenbahnbauten im be« fetzten Rfriuland wendet. ES haitdelt sich hier um eine „Mia sinnlose Verschleuderung wirtschaftlicher Werte, umw weniger Anlaß vorlicgt, als nach Durchfüh- mna ber Entwaffnung ben bedrohten Eisenbahnanlagcn eine militärische Bebeutuna nicht mehr beigenfessen werden kann Bou der in ber Botschafterkonferenz behaupte
te-! ,,si.'e-icnlf?!sUuMLtnähme aus daS beutfche Wirt- ßb teiSf-'-en/teWWim diesem Zeestürungsvrogramm nicht dos mindeste zu spüren. Diese ZerstöruugSpolitik sei mir zu erklären aus bem sinnlosen BerniA- tu n g Sw illen, den wir zuerst M den Wafsenstill- pki >!d rnerhanblungen kennen gelernt hätten. Diese Politik beweist, hast Frankreich mit der rheinischen Bevölkerung frfr unzufrieden ist. Dazu habe es auch allen Grund, denn sie Haftung der rheinischen Bevölkerung könne ein Vortz-ld für das ganze deutsche Volk sein. Möge die Re- x-eruna daher den denkbar lchärssteu Protest gegen bie Zerstönrnasvläue ein leg en uns bie Wirtschaft ber Rfrin- frude schützen: ihr Dcutschlum würden die Rheinläüber ftitzst schützen.
Abg. Bell (Ztr.) begründek seine Jnterpelkatton v-eaen der FranzöfisierungSbestrebungen im Scargebtet Die Nichtachtung des Versai- ier Vertrages werde dadurch bewiesen, daß die Re- m'erungskommission französische Truppen im Saargebiet befrsfe. sranzöfische Kriegsgerichte unb Gendarmerie ein- He, die Vertretung her Auslanbsiitteressen au Frankreich Übertrage, franzosifcheS Gelb einfübre, baS Schulwesen ftanzösisiere und politisch mißliebige Personen in Massen «isweise Redner schließt, in neuerer Zeit sei die Ve- pölkerung des Saargebietes durch weitere Willkürmaß- wbmer be*- Reaieruugskommission bedrückt worben. Die teilenden Stellen in der Beamtenschaft seien gegen Recht enb Vertrag mit Franzosen besetzt unb die Wünsche ber ikveölkerung vollstänbig rnißachlet worben. Wit müßten ter aller Welt b-m Rheinlanb »urnsenr „Harret auS, auch Auch Wird die Stande ber Erlösung schlagen. Der ist in lefjler Seele treu, der die Heimat liebt wie Du." (Leb- Hafler Beifall.)
Staatsselrclär Müller erklärt zur beutschnationalen Jnterpellatton. in dem Abschluß deö Wiesbabener Abkommens sei keine Verletzung der Verfassung ober fr» Etatrach ts deS RcichStras zu erblicken.
‘ Minister des Aeußern Rathena» beantwortet die übrigen Juterv-ellationen. Zu dem angcfridxn Ren-
Verfügung zn stetten zweck» Vetbilliguug der auS ben burch bas Reick erworbenen Getreidemengen. der- aestellten Brote», Maßnahmen zur Verhinderung be» spekulativen Handels mit inländischem Getreide und der Bersütterung von inländischen Roggen unb Weizen zu treffen, sowie endlich bie Ausfuhr von inländischem Ge-
Berlin. 21. Juni. Der Ältestenrat beS vreußi- schen Lairdraas beriet heute erneut übet bte Geschäfts- läge. Man bofft, am Donnerstag mit bem Haushalt des Staatsministerium» zu Ende zu kommen. Für den Rest bet Woche soll beraten werden bet Haushalt be* Finanzministerium- unb dabei auch bte Auseinandersetzungen mit ben Hohenzottern. Die Steuerstagen sollen tmSgeschloisep sein . Ferner soll erledigt werden bet Haushalt be? LanbwgS. Anfang nächster Woche will der Landtag ben Haushalt ber allgemeinen FinanzverioaltuB» beraten und hierbei auch bte eiattrfragtn bespreche».
Sie Mt Wmik.
Paris, 22. Juni. Der Vorsitzende de» Srnat- auSsckusieS für auSwärt'g' Angte-genheilen berichtete seinen stoll-gen über bie llnt-rrebnng. die er gestern vormittag mit Poincarä gehabt hat. Poin^r« gab seiner Befriebigunq Ausdruck über ben Empfang, B der ihm in London bereitet wurde, und der einen tiefen Eindruck traf ihn machte. ES schein«, daß bte englische öffentliche Meinung aufgrund der Ereignisf« vsis Genua und ihre Folgen heute mehr als früher di- Haltung Frankreichs gegenüber ben Sowjets und den Wert der Grund'sätzk versteh-, die Frankreich auch weiterhin v-r' >-d q-n werde. "Dei Zusamme-ibiuit der l't'beti Miuisterpräsdenien sei v-n Anbeginn an schon vor bem Meinungsaustausch sehr erfreulich gewesen. -
In Beantwortung der SaargebietS-Jnter- pellation betont Dr. Rathena» die unglaublich komplizierte Rechtsstellung des von einer deutschen Bevölkerung bewohnten deutschen Saargebi-tS. Die Bevölkerung habe nicht daS Recht der MftbeMmmung übet ihre Geschicke. Sie werde regiert wie fm Zeitalter deS aufgeklärten AbsokutiSmuS. Wenn der Völkerbund mit der Ausübung eines solchen Regime» betraut ist, so ist ba» eine 4Btwfirbfg«s bet Idee iw» BSlkerbnude». (Lebhafte Zustimmung.! Rathenau schließt: Die Art, wie die Regierunaskommission Me Frankenwährung im Saatgebiet eingesührt hat, ist vertragSwibcig unb schäbigt bie Industrie deS SaargebietS außerorbentlich. Die Regie- rungSkommission verwaltet das Land nickt, wie eS ihre Psticht Treuhänder ist. sondern bevorzugt ver- tragSwidrig den sranzösischeu Staat. Es ist eine unbestreitbare Vertragsverletzung, daß sich im Saargebiet riock ’ nmer französische Truppen befinden und eine französische Genbannene, welche n. a. bie Aufgabe hat, über politisch frrrortretenbe Persönlichkeiten Listen zu führen, unb die V.-amtenlckaft unauffällig zu überwachen. El ist widersinnig. daß bte veatsche Bevölkerung de» Saargebites SÄ“ Äfft ü wohnenden Einwohner au» bem Saaraebtei ,u übertra- angcpaßt worbem MMsich ber ^^üsch ch^a dw ... .... —- «-«- m-j- i FuiangSanlecbe brückte ber Mtmsier bie ooteuuna
an?, baß eS gelingen werde, eine Einigung zu er« zielen. Soweit es sich um unabweisbare Nedürsnisse unb Leben Sno'wenhiaftit-n ber deutsck-n Wirtschaft hanbele. werbe sich die Rlncksregie'"tna selbstversiändlich, Elchen Notwendigkeiten nickt verschließen, falls sie einwand-