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DieOberhessische Zeit»» f erscheint sechsmal wSchratlich. Deza,-preis monatlich

22 Ml. Für amfaCenb« Kummetn infolge Streiks oder elementarer Ereignisse

tritt Ersatz. «erlag vom Dr. T. Hiaerotb. Ttnetder Uiriv.-Dttchdruckerei von

**' 2«h. «Ug. Koch, Markt 2LÄ Kerasarecher 55, Postfche-Nonto: Nr. 5015 Bart

Feankinrt a. Main.

des Volkes stellen.

kralle aus der Reichsregierung und unverzügliche Lolkö- bekragung durch Neuwahlen. Der Bezirksverband vSro'r Berlin der S. P. D. beruft für Freitag eine Reihe vo:i Massenversammlungen ein mit der Tagesordnung:Die Brotsmge", . .

.Aus den Ausschüssen.

Der Fall Hermes tat Untersuchungsausschuß.

B e t (t rt , 20. Juni. Im NntersuchungsauSschnß deS I Aeichstaqes. der sich mit den An sch uldigun qen l ggeen Minister Herme» besagt, hat bei der ßeugei*-1 Vernehmung Regierungsrat Dr. Diehl Dem Ernäb-1 rungsministerium bekundet, daß das Wein- und Zucker» I rcferat nur eine bessere örtliche Zucker Verteilung ohne I Londerzuweisung angeregt habe. Rcgierurrgsrat Dr. Jasse habe aber aus politischen Gründen die Sonder» I zuweiiung von Zucker für das besetzte Gebiet gewünscht I und fei damit durchgedrungcn. In dieser Sonberzuwei- mng habe der Zeuge keine Begünstigung erblickt. Dom dem Weinbeuzg des Ministers sei ihm damals iveder amtlich noch privat etwas bekannt geworden, Hermes 'riitntrk den Zeugen daran, daß mich Staatssekretlr Huber die Sonderzulagc empfohlen habe. DaS sei für -Tn, den Minister, neben den Ausführungen von Dr. Jasse entscheidend gewesen. Der Zeuge bestätigte das. Ferner erklärte der Minister, nachdem die Win^r und mehrer: Slbgeodyzete vorstellig geworben waren, habe er selbst cingegrissen. um den Geschäftsgang zu beschleunigen. Dr. Jasse, als Zeuge vernommen, erzählte von einer Zusammenkunft mit Vertretern des inzerverband-s und | rheinischen Zentrumsabgrordneien, die im Dezember 192n 'm Restaurant des Reichstages stattfand,' zu der auch Tr. Jasse hinzugezogen wurde, wobei er sich zunächst gegen >>'ne Sonderbewilligung von Zucker aussprach. Die be- onders schwierigen Verhältnisse im br- 'etzten Gebiet hatten afier ein« nähere Prüfung ui gezeigt erscheinen lassen. Eine Besprechung im Mini» "icriKUi sei vereinbart worden. Hier sei der Zeuge (Dr. Jasse) dann mit der Anregung hervorgetreten und durch­drungen. daß die besetzten Gebiete bevorzugt werden Viten. Außer dem Winzrrverbande für Mosel, Saar md Ruwer seien auch die Verbände der Pfälzer und Iheinhrssen in gleicher Weise bevorzugt worden.

Der Artikel 18 der RetchSverfaffung.

Berlin, 20. Juni. Der Rechtsausschnß deS Reich?» rgeS hat die erste Lesung des Gesetzentwurfs zur A u s- übrung des Artikels 18 der Reichsver« assung zu Ende geführt. Paragraph 8 der Regic- ungsvorlage, der die Einbringung eines neuen Berlan» -ns über die gleiche Neugliedrrungsfrage an eine zehn­ihrige Frist knüpfte, wurde gestrichen. Alle übrigen Paragraphen wurden nach der Regierungsvorlage unter 'lerücksichtiaung des Antrages Dr. Lauscher (Z.), der ie Eintragung durch Boraüstimmung grundsätzlich ersetzt, «genommen.

Sur Getreideumlage.

Getreideumlage völlig ungewiß. i

betVorwärts" betont, werden die Sozial-

ebeusalls allem für Frankreich in Kraft treten könne. Zum Schluß beantwortete Reich-minister Dr. R atHe­nau einige vertrauliche Anfragen. Er betonte u. tu, daß die zur Diskussion stehenden Sachlkferungsak-- kommen die deutschen Verpflichtungen nicht erweitere. In der Abstimmung wurde da» Sachlieserungsab- kommen gegen die Stimmen der deutschnationalen und der Deutschen Bvlkspartei vom Auswärtigen Ausschuß! arcgenommes. , . :

England und Frankreich nicht Freunde bleiben.

Der diplomatische Berichterstatter desDaily News" schreibt: (Sine brennende Frag^ die gestern kaum beachtet worden sei, sei der viel erörterte englisch-französische Vertrag. Der Grurck dafür scheine zu sein, daß die französische Regierung angesichts der Unterredungen Poineares mit den briti­schen Botschafter in Paris den britischen Standpunkt angenommen zu haben scheine, daß nämlich, bevor irgendwelche Rede von dem Abschluß eines Vertrages sein könne, eine Regelung der zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen stattg?funden haben müsse. In keiner der zu behandelnden Fragen, nämlich der der Reparationen, des nahen Ostens, der von Tanger und der Haager Konferenz sei irgend ein besonderer Fortschritt gemacht worden, denn die Erörterungen hätten sich auf die Friedensgrundsätze beschränkt. Die Frage der interallUerten Schulden sei nicht.erörtert worden. Die gestrige Unterredung scheine, ohne irgend ein Problem wesentlich zu fördern, hn allgemeinen befriedigend gewesen zn und viel dazu beigetragen zu haben, um die per­sönliche Spannung, die zwischen den beiden Premier- ministern bestanden haben mag, zu vermindern.

LautDaily Telegraph" ist die Frage der interalliierten Schulden nur leicht berührt worden, da die Ansicht herrschte, daß diese Frage nicht be- I handelt werden könnte, wenn Amerika nicht zn Rate gezogen worden sei. ES sei darauf hingewiesen worden, daß Washington einen französischen Finanz­sachverständigen eingeladen habe, diese Frage mit Wachingon zu erörtern.Daily Telegraph" zufolge war bei der gestrigen Behandlung der russischen Frage auch von der Entsendung von Kommissionen zur Untersuchung der ri'.ssischen Wirtschaftslage die Rede, falls Sowjetrußlano dem zustimn«. Poincare I habe der Furcht Ausdruck gegeben, daß die Abwesenheit Lenins von der Leitung der Sowjetregierung den bolschewistischen Extremisten eine Gelegenheit geben I würde und die gesamten russischen Aussichten ernst komplizieren könnte.

Des .Journal des Täbats" zeigt sich be­friedig. von der gestrigen Unterredung zwischen Lloyd George und Psincarä und will in d-w Lage sein, I behaupten zu können, Lloyd George und ®< Robert H orne hätten in energischer Weise Idie Notwendigkeit zum Ausdruck gebracht, Deutsch­land zum Zahlen zu bringen. Da» W-tt hoffte daß diese Wsrte sich in die Tat Umsetzen W

Die Spezialberatung deS HauShültS Innern wird fortgesetzt. Nachdem im Laufe der Debatte namentlich von kommunisttscher Seite bei den Einzelpositionen die Angriffe auf die Schrchvolize wiederholt worden waren, die schon in der General debatte vorgebracht worden sind, wird der Etat be willigt unter Ablehnung der von den Kommunisten eingebrachten Anttäge, welche sich gegen die Schupo

LandWirtschastSmintster Dr. Wendorff weift OTUrai

wcher die Ablebunng noch die Untauglich- »irnrf,1,^ machung der Vorlage gestatten, obne daraus die äußersten lirattv und auanntatw zurucrgeganGen. Er ser uoer»> 7» ...

zeugt, daß sich auch diele Umlage reibungslos durch- versassnngsmah'.aen ..onseqnenzen^ zu zt hen. Dw Ber Ähren lassen werde I kner BezirkSvorstaiü» der S. P. D. fordett von der Par-

Aba. Jürgensen (U.®.) wwft Wem Reichs- lüleitun, für den Fall ber Ablehnung der Umlage durch landbuud Landesverrat vor. fden Reichstag den sofortigen Austritt der SoziaRem»-

Weiterberatung Mittwoch vormittag 11 Nhr.

Berlin, 20. Juni. Di-Voss. lltg." frßt bi3 | Irgebms der gestrigen und heutigen Fraktionsberatung'n a Sachen der Getreideumlage dahin zusammen, j eine Mehrheit für die Umlage sicher zu sein cheint.

Nach einem Dresdener Telegramm desB. T." rich- ete die sächsische Regierung an die Reichsregie­rung und den Reichsrat eine Denkschrift über die unehmende Teuerung. In der Denkschrift heißt c3 u a.: Die ungeheure Teuerung der letzten Zeit ist urch keinerlei Lohra- und Gehaltserhöhung mehr^oöllig "uszugleichen. Da» bedeutet, daß eine beständige Herab­brückung der Lebensweise der Wirtschaftsschwachen und nur auf Gehalt« »der Lohnverdienst Angewiesenen statt- freibet. Der Unwille gegen eine solche ungerechtfertigte Belastung ist daher im Volk» fast allgemein und droht ich bis zur Erregung zu steigern, die zu den schlimmsten Befürchtungen Anlaß gibt. Dre Hauptschuld an der übermäßigen Preistreiberei liegt heute bei den Erzeugern in den weiten Gebieten der Industrie und Landwirtschaft. Um die Herabsetzung der Endpreise zu erreichen, muß deshalb bei de« Erzeugern «ugesangen werden. Die SaüschrK befrßt sicht in ihre« einzelne«

die Anwendung d-S Behmelmanabkommens und bie I dadurch bedingten Abänbncunzen d:s Behmelman-1 adkommens regelt. Das Wiesbadener Abkommen, das I jetzt der französischen Kammer vorliege, hab- Angriffe von feiten bet französischen Industrie erfahren: auch habe die Reparattouskommission gewisse Bedenken ge­habt. In wittschaftlichen Kreisen störte vor allem der jetzt mit dem Wiesbadener Abkommen verbundene Zwang zum Aufbau von Anfor'oerungsveröänben, b e eine glatte Abwickelung der SachlieferungSleistungen zn schematisieren und bürokratisieren drohen. Abg. Dr. Hclfferich (D.-Nat.) stellte fest, daß bie ge­plant«, so stark bekämpfte Zwangsorganisation des Wiesbadener Abkommens durch das Nachtragsib-1 kommen im allgemeinen wegfalle. Der Redner wandte sich bann gegen die Aufrechterhaltung der deutschen Vorschußl-istungen in Sachleistungen gegenüber Frankreich. Auch dcs Behmelnianabkommen lehnte

I der Redner ab. Der Betrag von 14 500 Millionen I Mark Reparationsexport nehme über 40 Prozent unseres gesamten Exportes weg. Dadurch werde bie Beschaffung der notwendigen Devisen für unsere I

I Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffe aufs äußerste I igefährdet. Staatssekretär Müller meinte, daß bie I I Gefahr mißbräuchlicher Ausnutzung der Abkommen zum I Zweck der Wiederausfuhr gering sei. Geh.-Rat

Euntzel betonte auf Anfrage, daß nicht erfüllte I Nachlieferungen sich nur dann in Goldleistungen um-1 I wandeln, irttut die Sachleistungen aus Obstruktion I I nicht erfolgt sind. Abg. Dr. Rheinberg (T.-N»t.) I fragte, was aus dem 2. Wiesbadener Abkommen über I die Rücklieferungen geworden sei. Abg. G o t h e i m I (Sem.) war der Meinung, daß die Entente für 1450

Millionen Goldmark Sachlieferungen gor nicht »er­langen kann, well die französische Industrie dies nicht I znlassen werde. Abg. Becker-Hesse« (D. Vpt.) warnte vor der falschen Hoffnung, daß dieses Ab-

I lammen von der Gegenseite nicht in vollem Umfange! I ausgenutzt werde« würde. Wen« die Entente tat« I sächlich vollkommenen Anspruch auf die ?iusfühntng Ides Sachlieferungsabkommen machen wür'e, wüüre

Deutschland vor den größten wirtfchafllichen Qk» fahre« stehen. Der Redner fragte, ob die Nichtroti- siziernng des Behmelmim- u.st> Gillet-Abkommen

I durch das französische Parlament etwa das Wiesbadener I Abkommen allein in Kraft treten könne. Geh.-Rat

Lrrutzel erwiderter daß das Wiesbaden« Abkommen

At Mr MkM

London, 20. Juni. DieTimes" berichtet, daß" die gestrige Unterteilung zwischen Lloyd George und Poincarä sehr herzlich verlies. Der stattgehabte Meinungsaustausch sei äußerst freundschaftlich» und Poincare sei entzückt güveseu, nicht nur über eie Herzlichkeit der Aufnahme, sondern auch über die sehr offene und freundschaftliche Haltung der Downing Street.Daily Chro nicke" schreibt, die gestrig« llnterrebnng zwischen den beiden Premierminister« scheine ebenso erfolgreich wie herzlich gewesen zu fein. ES fei wahrscheinlich» daß die Erörterungen, die im Juli stattfinden werden, wenn Poincarä toitbet nach London komme, von bestimmender Bckeutung fein wütt>eu. Ewas EntdgültigeS über irgend eine Frage fei gestern nicht beschlossen worden.

London, 20. Juni. Bei der Erörttrung bet Ergebnisse der gestrigen Beratung zwischen Po in- c ar 6 und Lloyd George heben die Blätter be­sonders hervor daß, bevor bie Reparationskommission ihren Bericht über die Finanzlage Deutschlands ver­faßt und eine weitere Zusammenkunft zwischen den beiden Premierministern stattgefunden habe (daS ist Snbt Juli), keine Zwangsmaßnahmen gezra Deutschland beabfichtigt sind.

W e st m in st e r G a ze tte" zufolge ist damit jede unmittelbare Krisis in der Frage der Reparationen verhindert worden. In einem ßeitartiM schreibt bal Watt, es würde ein Fchler lein, wollte man ber gestrigen Zusammenkunft zwischen Lloyd George mA Poincare eine besondere Bedeutung bekmessen. Poin» I cares Besuch, der, wie das Blatt betont, aus P o in- care eigene Veranlassung stattgefunden habe, habe I mchr grsellschafttiche als politische Bedeutung. E«e politische Uebereinstimmung zwischen Großbritannien I und Frankreich sei im gegenwärtigen Zeitpunkt kaum möglich. Die beiden Länder seien in fast jeder be- stehetideu Frage vollkommen verschiedener Ansicht. DieS sei jedoch kein Grund, weshalb

De: Anzeiaettmeis veträgt tüt bie S geb. Zeile ober beten Aamn 1 Ml. für bett Mtlli- eetet, aettlto* und aeen>ätil»e L30 Ml. »«bete Soalteobrritett «i* eatipteibenbet Setetbmteg. Svät tinlaufenbe ober bes Kaum über/, Seite rieitebmeebe An- Miaett tu wir betetbtigt, nach bet Te;t!valtenbreite ju letze« exb zu berechnen, tzoge«. XeOireett berechnen wir bie 6oi.-3eite mit 9.00 Ml. Zeder Rabatt gilt als Bettstatt. Lei Ineämft durch die ©eWtäftsüelU «ab Vermittlung bet Lttge- bäte 1 Mk. Soebetgeböbt.

Des Nepärationsproblem vor dem Auswärtigen Ausschuß.

Berlin, 20. Juni. Der Auswättigr Ausschuß des Reichstages hmü gemeinsam mit dem Reichst« gs- ausschmtz zur Ausführung des Friedensvertrages eine Sitzung ab, in der die Borträge über die Ausfiihrung der Reparationsleistungen bespwchen wurden. Staats­sekretär Müller lReichsministerium für Wiederaufbau) gab «inen ausfühttichcn Ueberblick über die Sach- leistungsvertr^e. Es handelt sich hierbei um folgende Abkomem«' 1. Das Wiesbadener Abkommen, 2. Das Bihmclmausab kommen, das zwischen Deutschland und der Reparattonskommission abgeschlossen worden sei und den freie« Verkehr mit denjenigen alliierten Mächte» mit Ausnahme Frankreichs einftchre, die dem Abkommen beitreten. 3. Das Gillet-Abkommen, das

Marburg

Mltwoch. htB 2L 3uni Lrachuroub.

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RMlk «eitzzilir. -

230. Sitzung vvm 20. Juni.

Nach Erledigung einiger kleinerer Vorlaut Wick der Entwurf über di« Getreibeumlagr weiter berate«. i Abg. Die» (Ztr.) sieht n«r in der freie« Wirtschaft hie Möglichkeit, die Produktion der Landwirtschaft zu stegiern, und bittet, die ganze Frage mit größter Ruhe und Geschicklichkeit »u behandel«. Die Landwirtschaft ver­wahre sich dagegen, daß sie allei» bie Lasten tragen solle. Vielleicht könne die Arbeiterschaft zu den Kosten beitragen, indem fit Ueberstunden leiste, deren Ertrag für die Getreidebeschaffung verwendet werden könne. ®o9 Zentrum behalte sich seine Stellung ytt Umlage­frage bis zur weiterrn Klärung vor, lehne aber schon jetzt eine einseitige Belastung der Land­wirtschaft ab.

f Abg. Dusche (D. Vpt.): Dit landwirtschaftlichen Drganisationen stehen einmütig auf dem Standpuntt, daß te Umlage abgeschafft werden muß. Wir vrr- ktociftüt noch nickt daran, daß wir bei de» Minister Kehr Verständnis für unsere Anschauungen finden wer­ten. Wir wollen ihm 2Mlllionen Tonne« ® et reibt zur rechten Zeit zur Verfügung stellen. Wir sind auch cinverstand en, daß den Minderbemittelte« das Brot ftlliger gegeben wird. Aber man soll bei der Auswahl ber Minderbemittelten vorsichtig sein, denn weite Kreist des früheren Mittelstandes können sich ebenfalls nicht »ehr ausreichend ernähren. Dje Koste« bet Zwangs­wirtschaft sind gewaltig. Bon dem BrotprriS von 10 Mark geht das meiste ans Transport- und BerwaltungS- kosten. Der Laichwirt bekommt nut das allerwenigste. Somit ist eine Verteuerung des Brotes auf keine« Fall oufzuhalten. e.

Abg. Trieschmann (Dem.) hofft, chaß sich bie Par­tkien in dieser schwierigen Frage doch noch zusammen- sinden werden unb daß sich vielleicht dem Ausschuß ein «etter Weg öffne. Seit dem Kriege ist zuviel Erfassung?- talitik getrieben worden. Darum ringt bie Landwirt­schaft nach freier Wirtschaft. Wenn die Umlage aber nicht zu vermeide« ist, soll sie wenigstens so gestaliet werden, baß sie für die Landwirtschaft erträgllch wird. > Abg. Dr. Heim (Bayr. Lpt.): Die Vorräte ber vori­gen Ernte werde« bis tief in den Roaember hinein reichen. Leber die neue Ernte ist noch kein Urtell möguch. Eine Umlage von 4V- Millionen Tonnen ist aber eine ganz unsinnige Forderung. Entgcgcn beit amtlichen Versprechen des vorigen Jahres zum Uebergan« zur freien ^Wirtschaft müssen die Bauern schon jetzt bannt rech ten, daß die Umlage als dauernde Maßnahme in Betracht ge- znen wird. Bislang wird hier aber nichts erreicht. De Grundlage einer dauernden Einrichtung muß vielmehr je gerecht bemessen werde», daß die Gauern die Last nncht allein tragen. Daher darf man den Hauptintercssentrn bei der Preisbildung die Mftarbeit nicht versage«. Jedenfalls dürfen für den Brotgetreidevrei; nicht polllisch- Gründe maßgebend fein, sonder« die Gestehungskosten. Unsere ErnährungskrisiS hangt nnt der Weitmrrktkrisis zusam­men, denn ein Drittel des Vrotkorns, das ftüher ans -den Weltmarkt kam, stammte aus Rußland, und bis Rußland wieder auserstande» ist, werden Jahrzehnte vergehen. Dazu kommt, daß jetzt jeder Einzelne han­deln will und niemand mehr arbeitet. Als aber die letzte Preissteigerung einsetzte, hatte« die Bauer« schon zu jSO Prozent ihr Getreide abgeliefert, sodaß sie also keine Schuld treffen kann.

Abg. Heidemann (Komm.) wirst den Agranern vor, daß sie die Gegenrevolution organisieren wollten und die arbeitenden Massen verhungern. Dir RegierungS Vorlage könne daS hungernde Volk nicht bcfrredlgen. Die Teuischnationalen seien unter Führung des Juden- stömmangs v. Gräfe offenbar schon jetzt so verjudet, daß sie gegen den Getreidewucher nichts zu unternehmen wagten. Die Getreideumlage wird sodann dem Vollsivrrt- schaftSauSschuß überwiesen. ,

Nach Erledigung kleiner Vorlagen vertagt sich da? Hans auf morgen Nachmittag 3 Uhr: Wiesbadener- und Bemelmannsablommen, Nheinlandinierpclhttio«.

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PllnMkk £mM09.

* 151. Sitzung vom 20. Juni.

«vg. Schlange (bnti.): Auch die Bauernbünde I Kapiteln zunächst nnt den Urrsacheu der Teuerung und deS ZentriunS sind gegen die Setretdeumlage. Was I £ar.n mit brr Steigerung der LrSenSmittelPreisc, wobei im tote Minister Severin» gegen die bret pommerschen I ^Hj^nen Alhilfemaßnahmen vorzeschlagen werden. Be- soziaidemokrattschen Landleut« tun. von denen, einer 5gti& UeischeS wird gesagt, daß in erster Linie ans bk Breissenkun» beim Biehhrlter, inSbesorchere beim diehhSichler hinzuwirken ist. Was Kartosseln und 0»

derbemtttelten das Brot verbilligt werde. Aber 6lJ anlonrt, fr toiri)

grflchtS der gewaltigen Preissteigerungen für RoMcnpret Zum Schluß fordert die sächsische CtaaUregtewts und Kunstdünger mutz der Umlagepreis erhödt werden.f unter £nntoei8 darauf, daß ein Schieber- unb Wnchertum

«bg. SStfta« (D. Vpt.) dankt der Landwirt- allerübllster Art sich breit mache uxb am Marke der B." schafk, daß sie tm Interesse der VolkSernLhrung sich I völkerung zehre, daß die Reichsregftrung keineswegs die mebr de« Hackfruchtba« alS dem Körnersruchtbau zu-1 Dinge so weiter treiben lasse wie bisher, andernfalls gewandt hatte und erwartet, daß eine günstige ^artH^rbe« fA^ere soziale Erschütterungen und pokitifche poltttt und Gestellung der erforderlichen rranSport-1 -nlst-ben.

Mittel die Versorgung der Bevöllerung und Jn-I H 1 * *

dustriezentren ficherstellen werde. Die Landwirtschafti

denke nicht an einen Lieserstreik. Aber die Umlage, I Sozialdemokrattsche Massenversammlunse«. welche den Gegensatz zwischen Stadt und Land ver- ^rige iurersmktwnelL Besprechung über bie «r«11 «u m-rtte «»r rK. I Jrage bet Getreideumlage gelangte zu keinem positiven wirtschaftliche Produkte sind weit mehr gestiegen al« I Ergebnis. Man will

die Löhne und Gehälter. Der Widerstand der Land- ratungen bt3 zu einem gewissen Abschnitt cbmarte« unb wirtschaft wird zum Schade» fttr dte Agrarier selber kann wiederum M einer interftaktwnellen Besprechung ausschlagen. Sie spiele« mit dem Feuer. Die R e-! zusammentreten.

gieru«g nimmt ben Kamps auf gegen die-I DieZentrums-Parlamentskorrespoudenz" schrnbt: fentgen, die da- Eigentntereffe über dar Gemeinwohl i Dio Lage nach tote vor sehr ernst und das Schicksal^cr

^Amtliches Verkündigungsblcttt des Kreises Marbmg. ä ' :

Anzeiger für (das früher.kurhessische) Oberhessen

Es folgt die zweite Beratung des Haushalts dcs Staatsministeriums und de» Mi- nisterprästdenien. Besprochen werden runachsi Ernäbrungsfragen in Verbindung mit einer Reihe von Anträgen auf Aufhebung der Zwangswirtschast Pir Getreide, Mehl und Zucker. , _

Abg. Peters- Hochdonn (25.) Wendel sich gegen die Propaganda der landwirttchafttiche« Organisatio­nen gegen die Getreideumlage. Die Landwirt-^ schäft dürfe nicht willkürlich die Preise festsetzen, welche die Bevölkerung in Hunger und Verzweiflunc tteiben müssen.

Abg. Klofl (Z.): Die Agitation deS ReichSland Hundes gegen die Umlageabstchten der Regierung geht ttber das Maß des Erlaubten hinaus. Statt das Eemcindewobl des Volke» im Auge zu behalten, toifi man eine Krisis erzeugen. Redner fordert die Rom munalbetibänbc auf, rechtzeitig Lieserungsverträge zur Karwssewersorgung abzuschtteßen, und schildert die skandalöse« Zufütad« per Zuckerverforgmtg. , ,..ta