Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marbmg. !
-Anzeiger für (das früher kurhefsifchej Oberhessen
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St. 142
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keigerung aufwenden, die er bisher aufgewandl hat.
Nachmittag 2 Uhr vertagt.
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Sicherung bewcsUcher Sachen In Oberschlcst«
Berlin, 13. Juni. Aus der Tazsordnnng t*X heutigen KeichstagsslKmlg tzeht neben der Berarnn^
tungen der letzte» Kommission nur dann beteiligen, wenn seine eigenen Sonderintrresen auf de« Spiele stehe».
Di« „vberhcssilche Zrttun ' «ncheint secksmal wöchentlich. — Bezugspreis monctlit 22 Mk. Für austallrnd« totatmetn intrlge Streiks oder elementarer Ereignis!« lein Ersatz. — Verlag von Dr. E. Hinerottz. — Druck der Unrn.-Buchdrinkerei von Soh. Sag. Koch, Markt 2136. — Kernwrecher 56, VostsL«ckkonto: Nr. 5015 Lmt Frankiurt a. Main.
Mit LE.
150.. Sitzung vom 19. Juni.
Weitcrberatung desHaushaltsdeSJnnern.
Abg. König' (Komm.) schildert die Machtlosigkeit der Negierung, die nicht einmal mit der Opposition der eigenen Beamten fertig werden könne »nd sich sogar to n den Krcisblättcrn verhöhnen lasse.
1 Abg. Dolzammer (Wirtsch-Partei) spricht namens her Handwerker daS Einverständnis mit einer Der- schärfung'deS Wucher kam Pf es aus, erwartet ober'nichts von Ausnahmegesetzen, die stet- das Entgegengesetzte ton dem erreichen, was sie bezwecken sollen.
Abg. Stiel er (Ztr.) sieht angesichts der steigenden ,Not den nächsten Wochen mit Besorgnis entgegen. Starts, form und Regierung seien aber nicht Schuld an den; 'Unglück, das allein dem verlorenen Krieg zuzufchrcibeu fri. Die Regierung müsse ihre Autorität wahren und dürfe sich nicht von radikalen Abgeordneten beschimpfen Ikassen.
Abg. Wallraf (Deutsch».) behauptet, die Politik des Zentrums trage dazu bei, den Zuzug der Katholiken ,u den Deutschnationalen zu stärken.
Abg. Dc. Steffen (Vpt.) betont, daß bei der Lindenburgfeier aufseiten der Beranstaltrr nichts Provokatorisches zu finden gewesen fei. Die „Rot? sFahne" und andere Organisationen dieser Richtung hätten die Massen aufgepeitscht, und auch die Gewrrk- schäften seien nicht frei von Schuld. Die Gegendemonstrationen hätten nicht gestattet werden
Die Regierung gibt selbst zu, daß die bisherig« Bertei- knngSart ungerecht war. Aber auch die jetzige Vorlage bringt keine gerechte Verteilung. Die Umlage ist somtt eine erschwerte Stellung, welche die Regierung der Landwirtschaft anfrrlegt, tocil sie nicht den Mut hat. Der Entente zu sage«, daß di« Bevölk»- irung verhungern muß, wenn die Regierung nicht MvS ReichSmitteln daS Brot verbilligen darf. Zudem äst die Vorlage praktisch nicht durchführbar und wird nie- «als die errechnete Getreideumlage ausbringen können. sRedner schließt: Unseren Vorschlag, mit dem Han- fcel zusammen eine Getreideresrrve von zwei LAillionen Tonnen für die minderbemit- tzelte Bevölkerung zur Verfügung zu stetsten, hat die Regierung bedauerlicherwes)« ah gelehnt. Wir lehnen die Vorlage ab «nd füberlassen die Verantwortung denjenigen, tvelche die Deutsche Wirtschaft so unerhört gefährdet haben.
i Abg. Horn (Unabh.) verlangt von der Regierung Schutz gegen beit Brotwuch«r, der seit der Aushebung der Zwangswirtschaft immer frecher auftrete. Die »kichtlimen des Landbundes, in denen zur Sabotage der Umlage ausgcsordert werde, seien die offene Kriegserklärung der Agrarier gegen Volk und Regierung. Redner stimmt schließlich der Vorlage zu, welche da- Mindestmaß der Forderungen sei. t
Nach 6 Uhr wird die Weiterberatung auf Dienstag
Minister Severing bestreitet, daß die Presse der sinken allein Schuld an den Vorfällen in Ostpreußen gewesen sei. Er habe sofort Bedenken gegen bi: Paraden her Krieger- und Militärvereine gehabt. Severing schließ:-
Das WmIMt FiNllWlM.
Di« RettungSattio«. ' / ’
951 en, 19. Juni. Die Vorarbeiten für dir W» richtung einer eigenen Notenbank sind mit dem heutiger! Tag beendet. Die Regierung wird die entsprechende Vorlage bereits am Mittwoch im Nationalrat rfw« bringen. An dieser Sitzung werden schon bie neu- gewählten 8 RationalrAr auS dem Burgenland« tril- nehmen. Kommenden Dienstag werden die kommenden DienStag werden die Parteien wahrscheinlich mit dem newn Programm vertraut gemacht werden, sodaß die parlamentarisch« Erledigung deS RettungSpr- gramms in einem Zug burchgeführt werden kann. Man rechnete mit einer 8wöchigen Sommersaison, j
Die Anfchkuhfrsge im Unterhaus.
£ e i-' -■ u, 20. Juni. Das Parlamentsmitglied New-. n richtete im Unterhause an den Premier- Minister ’i),ie Frage ,ob er wisse, daß die österreichische Ssfenttiche Meinung zur Verhütung der WirtschiftS- katastrophe für den Anschluß Oesterreichs an' die deutsche Republik fei, daß dies aber durch die Bestimmun geen deS Versailler Vertrages oder eine- anderen Vertrages untersagt sei, ob indessen die alliierten Mächte Oesterreich daS Recht der Selbstbestimmung versagen und ihm zur Anwendung seines Ruin» baldigst Hilfe zu bieten gebenden. Chamberlain erwiderte, na chden Vorträgen von St. Germain und Vesailles sei die Unabhängigkeit Oesterreichs ohne Zustimmung deS Völkerbundes nicht veräußerlich. Die Alliierten hätten von Zeit zu Zeit Oesterretch beträchtliche Summen vorgestreckt, um der Regierung des Landes zu helfen und und die österreichischen Finanznoten in Ownung zu bringen. -
Mk Sm« 8Mrenz.
Haag, 19. Juni. In der heutigen Nach- m i t t a g s s i tz u n g der vorbereitenden Kommission erklärte der französische Delegierte Beno ist namenS der französischen Regierung, Frankreich würde sich in der Zusammenkunft am 26. d. Mts. vertreten lassen. Seine Negierung wünsche aber daran zu erinnern, daß «S sich nur um eine Zusammenkunft von Sachverständigen ad referendum handele und daß sede politisch« Frage von den Beratungen ausge- schlossen sei, und daß seine Regierung sich die Freiheit Vorbehalte, ihre Sachverständige» zu ieber Zeit zurückzuziehen, namentlich, wenn das Aus- treten der Sowjetdelegireten die Veranlassung dazu gebe. Ter Franzose Alekand unterstützte diese Erklärung und sagte, die Beschlüsse der allgemeinen Kommission Knuten weder frühere noch künftige Ent- scheidungen seiner Regierung beeinträchtigen. Der belgische Delegiert« Sattlet war mit dieser Erklärung einverstanden. Der Vorsitzende van Karnebee? schlug vor, daß der Vorsitzende der allgemeinen Kommission und die drei Vorsitzenden der Unirrkommission eine klein« Kommission bilden würden, die sich mit der Arbeitsweise der allgemeinen Unterkommission te- schäftigen könne. Gream« lobte van Karnebeeks Leitung und zog seine Ernennung zum Ehrenvorsitzenden der allgemeinen Unterkommission in Erwägung. Nicht jedem Vorsitzenden sei «3 gegeben, in so kurzer Seit einen befriedigenden Erfolg zu erzielen. Unter dem Beifall der Anwesenden wurde vanKarnebeek zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Lord Greame teilte weiter mit, daß jedes Land in der allgemeinen Unterkommission nur durch zwei Per- sonen würde vertreten fein. Mit dem Ged rnkrn, eine klein «Kommission für die Arbeitsmethode zu bilden, sei er einverstanden. Im Auftrage der Versammlung wird van Karnebeek morgen der Sowjetregie- rung telegraphisch die Namen der Mitglieder bei allgemeinen Kommission mitteilen. Am Mittwoch wird ote Kommission einen Vorsitzenden wählen. -
Haag, 19. Juni. In der heutigen Nachmittags- sitzung der vorbereitenden Versammlung der Haager Konferenz hat der Vorsitzende die Zusammensetzung der ersten Kommission (nichtrussisch) und der drei Unter» lommissionen mitgeteilt. Die erste Kommission wird -.usammengescht sein au sden Saaten Oesterreich, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Spanien, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Ungarn Italien, Japan, Lettland, Litauen, Luxemburg, Norwegen, Holland, Polen Portugal, Rumänien, dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, Schweden, der Schweiz und der Tschechoslowakei.
Der Unterkommission für das Privateigentum werden angehören: Belgien, Finnland, Frankreich, Großbrftamiien, Italien, Japan, Norwegen, Holland, Rumänien, Schweden und die Schweiz, der Unterksmmission für die S ch u ld e n Belgien, Dänemark »Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Litauen, Holland, das Königreich der Serben, Kroaten und Slovenen und bie Schweiz und der Uterkmumission für die Kredite Belgien, Bulgarien, Estland, Frankreich Großbritannien, Griechenland, Spanien, Japan Lettland, Polen und die Tschecho- Slowatei. Ta die Zahl von 11 Mitgliedern sonst überschritten würde, wiiv -ich Holftmd an den Bern-
Marburg SiMSfe den 20. 3811 Brachmonv.
Poincarss Reise.
London. 19. Juni. Die Abendpresse bezeichnet das *»n Llohd George zu Ehren Poincarö» in der Doum'ng Street gegebene Frühstück als da» p o l i t i s ch e Ereignis de« heutigen TagcS. Alle Kab:- nettSmitglieder außer Lord Curzon nahmen daran teil: Bofionr verttat daS auswärtige Amt. Die Zahl der GSst« betrug etwa 30.
Pari», 20. Juni. Nach einem Bericht de» Sonderberichterstatters der Agentur HavaS, der den Ministerpräsidenten Poineara auf feiner Reift nach London begleitet. trug die Unterredung zwischen Llovb George und Poencarö einen herzlichen Charakter. Sie drehte sich hanvtsächlich um die Haager Konferenz und das Reparatiousvroblem Pain- carö teilte mit. daß er der ftauzZsiichen Delegation feie bereit» gemeldete Weisung gegeben habe. Die französische Delegation werde im Haag bleiben, da es ausgemacht sei, daß bie Erörterungen keinen politischen Cbarokter tragen und baß die zu behandelnden technischen Fragen nur ad referendum geregelt werden könnten, oüne die Regierungen zu verpflichten, fofeefc jede Macht das Recht habe, die Stellung beizubebalten, die sie in Genna eingenommen habe. Llovd George habe sich von dieser Entscheidung sehr befriedigt gezeigt. Die Heiden Stoots- männer hätte» hierauf eine Aussprache über das Re- parationsyroblem begonnen und diesem Teil der Unterredung hätte außer Lord Balkour, der während bet gesamten Besprechung anwesend gewesen sei, auch Sir Ro bett Harne beigewohnt. Ein- oder ztveimal seien auch dir Sachverständigen de» Schatzamtes zu Rate gezogen worden. Die durch de« Mißerfolg des internationalen Anleihevlane» geschossene Lage fti besprochen worden, aber in allgemeiner Form, da sich bie Repota- tionskvmmission augenblicklich damit beschäftigt, eine Finanzkontrolle in Den tschland zu orgoni- fteren, die sich insbesondere erstreckt auf daS Budget «'Vermehrung der Einnahmen und Verminderung der Ausgaben), auf den Bankno tcnumlauf und aus die Ausfuhr ausländischer Devisen. DaS sei eine Angelegenheit, die man im übrigen nicht in einigen Tagen überstürzen könne. Die interessierten Regierungen. nämlich Frankreich, England, Italien und Belgien, hätten sich also sväter über feie ans dem Bericht der Reparationskommisiron zu zftheuben Folgerungen zu verständigen. Wenn Deutschland sich weigere, die Kontroll- maßnahmen anznnebmen oder wenn Deutschland sie nm« gehe, nachdem e» sie angenommen habe, so würde eint beabsichtigte Betfehlung seinetseits vorliegen und eS könnten enisptechrnde Maßnahmen ergriffen weiden.
Der HavaSberichtetstattet, dessen Bericht zur Zeil in Paris noch nicht vollkommen vmliegt, fügt hinzu, nach dem heutigen Meinungsaustausch scheine es nicht, daß ernste Mißverständnisse befürchtet werden können, wen« die Diskussion dieser Tage sachlich wieder ausgenommen werde.
MMn.
Berlin, 19. Juni. Gemäß dem RLumungSabkommen wurden die Eisenbahn-, Post-, Telegraphen- und Telephonbetriebe gestern um 6 Uhr abends in -Polnisch- Öbetschlefien Polen übergeben. In der Nacht ist bet neue Fahrplan in Kraft getreten. Die neue Zollgrenze tritt heute in Kraft. Die deutschen Zollbeamten nehmen an der neuen Zollgrenze sofort ihren Dienst auf. Heute Vormittag 10 Uhr 40 Minuten sand in Cbergt»gnu, gegen 12 Uhr in Kreuzburg Floggeuwcchftl statt Damit sind diese beibex Gebiete wieder unter deutsche «Regierung^ gewalt getreten. Die französischen Truvpen find am Vormittag aus Kattowitz abger-lckt. Morgen b-aiunH die Räumung der zweiten Zone. Am 20. Juni werden hie Abstimmungspolizei »nd die Gemrindewachen aufgelöst! Am 21. Ium erfolgt der Einmarsch deutscher bezw. polnischer Truppen in Loebschütz bezw. Königshütte. Am 22. Juni werden diese (gebiete von den interalliierten Truppen verlassen.
Kattowitz, 19. Juni. Zn dem vorläufigen Well wodschastsrat legte der Vizewvitoodc eine Verordnung voe, die die Ausfuhr von Gegenständen de» 15g* licken Bedarfs verbietet. Nach längerer Erörterung wurde die Verordnung angenommen. Auch ein$ Verordnung, welche die Ausfuhr von Artikeln, die de^ Berbranchssteuer unterliegen, verbietet, wurde beschUssen.
Der Anzeigenpreis beträgt für di« öaefp. 3«il« ober beten 'Jiaum 1 Mk. für den Millimeter. amtliche und auswärtige L30 SRI Andere Spaltenbreite» nach entsprechender Berechnung. Spät etnlanrenbe «der de» Raum übet Seit» einnehmende An- xetgt» ft»# wir berechtigt, »»ch bet Teztwaltenbrette in setze« »nd i» berechnen. Sogen. Seflamen berechnen wir die Sol.-<j«tle mit 6.00 Mk. Hetzer Robatt gilt al, Setrabatt Bet Auskunft betd) bie Seldjaftstiette und Vermittlung der Änae- bott 1 Mk. Sondetqebüdr.
.Lokalanz." ergab die Aussprache Nebereinstimmun» da» über, daß sich bei der Ausdehnung de» Vertrage» «f bir Ukraine krinerlri Schwierigkeiten ergeben würden. Sw solgedessen dürften auch die schwebenden LerhaUdlnngeR über einen deutsch-russischen Handelsvertrag in «Oer nächster Zeit zum Abschluß kommen. Auch über die Frag» !>er 400 Millionen urkrainischen Geldes, die Deutschland seinerseits noch vor bet früheren ukrainische» Regio- ning im Besitz hat, soll laut „Boss. Ztg." eine Einigung ll-chin erzielt worbe» fein, daß das Geld der ukrainischen Regierung zur Verfügung gestellt lvitd, während diese die EvakuierungsschÄoen, die bei der Räumung der Ukraim durch die deutschen Truppen entflauhtn sind und die etwa 100 Millionen betragen. Übernimmt.
$« MkftM.
Genf, 19. Juni. Der Generalsekretär des Völkerbundes fttdert in einem Rundfchtriben alft Mächte a.uf, die an der Warschauer Konferenz zur B e k^ m p füllt g der Epidemien trikaenommen haben, die nötigen Maßnahmen zur Durchführung der Beschlüsie der Genueser Konferenz zu erzrriftn. Die Genueser Konferenz hatte die Entschließungen der Warschauer Konferenz gebilligt und die einzelnen Regftrnngrn ersucht, einen Appell an ihre Parlament« zu richten, um bk nötigen Geldmittel zur Bekämpfung der Epidemie» zu erhalten.
Sos dmlslhe Sigrotnm in MM.
Paris, 19. Juni. „Newyork Herold" «eldel aus Washington unter dem 18. Juni: Im weißen Hause wurde zwischen Präsident Harding, Hugh und dem Generalstaatsanwall Daugherty und dem T«n- häudttr für das fremde Eigentum Miller eine Kou- seunz abgehalten, in der über daS von Amerika beschlagnahmte deutsche Eigentum und die Regelnuz brr Srrerikan ischen Ansprüche gegenüber Deutschland verhandelt wurde. Es wurde beschlossen, die Gesetzgebung betreffend die Verfüg a rg über daS deutsche Eigentum im Werte von 357 Millionen Dollar, das noch von der amerikanische» Regirrnng verwaltet wird, zu beschleunigen. Das Mait fügt hinzu, eS hieß, man sei dafür gewesen, daß da§ Geld von Personen mit bescheidenen Mittel» die in Amerika angelegt wurden, von der Rezieninz frei gegeben werden können. 4 ,,...
Stiltor ÄM
. 22 9. Sitzung vom 19. I u nt.
Der Antrag aller Parteien ans Sicherstellung ,d«S u»us Anlaß der Besetzung Schlesiens und der Wstim- jmung aus öffentlichen Mitteln angeschasKeu Mat-»- srials wie Büroeinrichtun-vn, Kraftwagen usw. wird i» allen drei Lesungen debattelos angenommen.
' i Es folgt die erße Beratung des Gesetzentwurfs über tir Gctreideumlage.
• Abg. Krätzig (So;.): Die landwirtschaftlich«» Or- grnüfationen wollen keine Getreöreumlage». Sie wollen dir Aufrechterhaltung des vom Landbund geleiteten privaten GctreibemonovolS im privaten Jnterefse der Agrarier. Für den Reichstag kann es keinen Zwe-fel geben, d.rß rr sich demgegenüber auf die Seite d«S ■?ar6etd>en Volles stellen muß. Würde eS nach dem Landbund gehen, dann würde das Brot zum stöeltnurrktvrris »en L0 Mark verkauft werden und die Arbeiter mit großen Familien buchstäblich hungern müsse». Zudem kann feer Landbund keine Gewähr für eine ausreichende Brotversorgung geben, denn er hat keine Mttglikber nicht in ter Hand. Wir sind bereit, über die von der Vorlage r s. geschlagenen SHektar hinaus alle Güt« mit weniaer z r (.:■ 10 Hektar von der Umlage ftrizulasft», da sich eine r.vii:re Brotverteuerung nicht gestatten läßt. Kommt $n der drohenden Arbeitslosigkeit noch bk Hu n gersn 01, dann haben wir den Zusammenbruch, der in Verbindung kommt mit bttn Bürgerkrieg. Redner beantragt Festsetzung der Umlage statt «uf 2‘/ä auf 4‘/i Millionen Tonnen.
Abg. Dr. Rösicke (Deutschn.): Die KrtegSerfahrun- Hen haben gezeigt, daß man mit der Zivang»wirtschaft niemals die Produktion steigern kann. Weite Kreift fees Volkes können schon heute das Brot tatsächlich nicht »»ehr bezahlen. Ihnen muß geholfen werde«, aber nicht ldadurch, daß man die Landwirtschaft bluten läßt. M i t berUmlagewird daSBrot nichtverbilligt. Die Regierung muß andere Mittel a»llw«nfeen, um die
Km Msdodmn Mumm«.
Paris, 19. Juni. Wir bet „Tempi" mitteilt, beschäftigt sich bet Kammer-ruSschuß für auswärtige Angelegenheiten sehr aktiv mit dem Studium des Gefttzend- wurfes, durch bex das Wiesbadener Abkommen und das Abkommen von Gillet ratifakrt wer- den. Am Mittwoch werde« der Finanzminister tntb der Minister für bk befreiten Gebiete vor bem Ausschuß erscheinen. nnb man hofft, daß bk Ratifizierung der Abkommen durch das Parlament noch vor Bz^ruu der Ferien, die für Mitte Juü In Aussicht genmniarn find, erfolgen wird. Eit bet „Temps" ntititili. ermächtigt bet Gesetzentwurf «uch die Sirgierunz. bk Ein- gangiiStle aus bet 6o6firftrunga unter dem augenblicklich Deutschbuch gegextba «ngmoandten QkntraUarif herabzufttze«. ■
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Zm ScoEo-Sttiroa.
Mehreren Blättern priolge hat der RrrchUftmzler gestern den nkrainjschen Geschäftsträ^r Außen empfangen und joü än den Mpalloyerts-, besprochen. Laut
Wersorgung der minberbemittelten Levöllerung mit jJBrot sicherzustellen. Unter dem Zwang der Umlage kann Ikr Landwirt nicht die Mittel zur ProduktionS-
Mk Wt.
Berlin, 19. Juni. Heute Nachmittag 5 Uhr wird bas Kabinett sich mit der allgemeinen Lage befassen und u. <t über die Besprechungen mit dem Garanti «komite« beraten.
Als wir erfuhren von dem HerantranSport landwirtschaftlicher Arbeiter gegen ihren Willen und davon, brß die Parade militärischen Charakter anuabm, mußte 14 ringnifen und die Behörden anweisen, sich mit d-efen Veranstaltungen nicht zu identtsizüren. Das richtete sich nicht gegen den Generalfeldmarschall. Die Schuld tragen biejeuigen, die es nicht vermochten, die Hindrnburgrrift auf ruhigere Zeiten zu verschkben.
Abg. Bartholdi <Dem.) erkennt den Ostpreußen tzaS Recht zu/ Hindenburg au? Dankbarkrit zuzuiubeln, hält es aber für eine »zahre nationale Gesinnrmgswrift, Mäßigung zu beobachten. Der Redner fordert Beschleunigung des VersorgungsgefttzeS für die Schutzpolizei und meint,, daß allenfalls bei den Offizieren dnt zahlen- mäßige Beschränkung eintreten könnte.
Abg. Dr. v. Dry ander (Deutsch«.) wendet sich gegen die Unterminierung der Disziplin bei der Schutzpolizei. namentlich gegen die Propaganda de» Schroder- verbmches.
Mnister Severing betont demgegenüber, daß bk Disziplin wesentlich besser geworden ist. Jedenfalls war bk Korruption bei der Stellungbefttzung unter dem alten Regime ungleich größer als jetzt.
Nach weiteren AnSführnngey der Abg. v.Evmer (D Byt.), Dr. tz e ß (Ztr.) und tz e i l m a n n (Eozll wirb der tzaurhalt der Schutzpolizei an de« Hauptausschuß überwiesen.
In der Spezialdebattr verlangen die Unabhängigen und Kommunisten die Abschaffang de» StaatsvateS. während Wg. Dr. v. K r i e S sich dagegen anSspricht und einen besonderen Haushalt für den Staatsrat fordert.
Morgen Vormittag 11 Uhr: Weiterbrratnng
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