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Amtliches VerNndigungsblaÜ des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberhessen

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Mailand, 15. Juni. DerTarrirre della Sera" verölsentlicht den Inhalt eines, wie behauvtet wird, im Jahre 1918 zwischen Frankreich und der Tsckechostowakai abfleschlossene» und im Frühjahr 1991 ergänzte» Ke- heimvcrtragS. Einer der Punkte diese- Vertrage- be­stimmt, daß. fall- die Anschlußbewegung in Oesterreich an Deutschland durch divlomatische Schritte nicht mehr verhindert werden könnte, die Tschechoslowakei unter Verantwortung der französischen Regierung die LandeS- bauvtssätte Linz, Salzburg sowie Wien besehen wecke, während sronzösischerseitS Graz und Klagenfurt beseht wecken sollen. Außer diesen Städten sollen auch die wichtigsten strategischen Punkte und Jndustriemittelpunktr Deutschösterreich- beseht werden. Diese Beschlüsse sollen der Wiener Regierung 24 Stunden vorher mitgeteilt wer­den. Ueber die Haltung Polen- wick in dem Abkommen gesagt, daß da-selbe ebenfalls direkt einschreiten und unter Umstanden an der Ostgrenze deutsches Gebiet be­sehen soll. >

Klassen, aufgelöst worden. Rach der geplanten nene» Schuldn^selung sollen außerdem, wie verlaute, weite« 30 deutsche Schulen aufgelöst wecken. Redner schloß: Ungeheure Erbitterung herrscht in allen teilen der Be­völkerung. Sie werden die Deutsche» dazu bringen, daß man die tschechischen Minderheiten mit dem Dresch­flegel und Revolver hinaustreibeu wick.

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Wien, 15. Juni. Rach amtlicher FestMüng sind die Kosten der Leben-baltung vom 16. Mai 14. Juni um 71 Prozent gestiegen.

Deutsche Hilfe.

Wien, 14. Juni. Zu einem Berliner Verknete- derNeuen Freien Presse" äußerte Rckch-tagspräsident Löbe, wenn die gegenwärtig« Rot in Deutsch-Oestev- reich dazu führen sollte daß da» deutsch-österreichische Volk den Anschluß an Deutschland beschließt, so steht man auf dem Standpunkt, daß ein Beschluß der deutschen und der österreichischen Regierung an den Völkerbund weitergeleitet wecken müsse. Auf dies« Weise müsse eine durchaus loyale Form der Rettung Deutsch-Oesterreich- angebahnt wecke».

Da» finkenve Schiff.

P a r i 1, 15. Juni.Erlaire" verglicht OesterrAch mit einem sinkenden Schiffe da» nach allen Seiten verzweifelte Notsignale au-sendet. Da» Blatt gibt eine Uebersichk über die letzten PreiSsteigerun^n und erklärt, daß in solchen wirtschaftlichen und finanzielle» Wirrwarr da» österreichisch« Bolh dem der Boden unter den Füßen schwinde, nicht mehr läng« lebe» könne. Die wirtschaftliche Dolschewisierung habe an­gefangen, die Lage in Oesterreich sei erschreckend, ei« Dasein, wie wir e» au» Berichten üb« SowsetruNaud kennen. Nur btt ungeheure Geduld und Friedensliebe de» österreichischen Volkes habe bisher bem Autbruch de- politischen Bolschewismus verhindert, ab« die 8er« zweiflung treibe auch die ruhigen Gemüter zu di-hek unvorhergesehenen Taten.

Beschlcuntgimg d« Hilfsaktion.

Pari», 15. Juni. Die Hilfsaktion für Oester­reichs in der Ministerpräsident Poinrarä btt Initia­tive übernommen hat, mit dem Ziel«, die deutsch- österreichische Annäherung ob« gar einen Beschluß zu verhindern, wick nun, nachdem sie unendlich lange Zeit verschleppt worden war mit all« Energie be­trieben. Nachdem gestern der Senat seine Zustimmung zur französischen Anleihe ausgesprochen hat, hat der Botschasterrat heute vormittag beschlossen, bei beit MLebigerstaaten Oesterreich» Schritte zu tun, um bett ihn« die Einwilligung in eine Stundung von 20 Jahren zu erlangen, die die Bockedingung bilden sollte, für die jetzt in Aussicht genommenen Kredite an Oester­reich. Im übrigen hat sich der Botschafte«at heut« früh auch über die Ausgaben der I. A. K. in Ober­schlesien beraten.

NerWtn.

Die Rüumung.

Berlin, 14. Juni. E- besteht die Möglichkeit, daß am Freitag die Ratifikation d« Grenzführung er- folgt. Der kommende Sam-tag wäre dann bet erste Räumung-tag. Die Einzelheiten de- Räumung-vlanek >'tnb von der Interalliierten Kommisiion noch mitzutesten. Bisher steht fest, daß die ganze Räumung kn sechs Zonek vollzogen und 24 Tage beanspruchen soll. Bei der Räu­mung soll grundsätzlich in der Weise verfahren werden, daß in den einzelnen Zonen am ersten Räumung-tage die deutschen bezw. polnischen Polizeimannschaften ein­rücken, worauf am folgenden Tage die allnetten Truppen die Zone räumen und am dritten Tage die deutschen bezw. polnischen Truppen einziehen. Von deutscher Seite wer­den zuerst die Gebiete von Kreuzberg und Oberglozau in Besitz genommen, während die Polen zuerst Kattowitz Stadt und Land besetzen. Der Abschluß der Räumung-- aktion erfolgt in der Weise, daß die alliierten Truppen sich langsam auf Oppeln konzentrieren und am 23. Räumungstage auch dieses Gebiet und damit endgültig ^berschlesien v«lassen. Am 24. Räumung-tag wick dan» auch das Gebiet Oppeln Stadt und Land von den deut­schen Truppen besetzt werden.

Freitag erster Näumungstag.

Berlin. 16. Juni. Die Unterzeichnung de» Räu- mungsabkommens für Oberschlesien ist, wie die Tele- grapbenumon hört, bereits aus gestern Abend 10 Uhk angesetzt worden. Man will versuchen, die Notifizierung fcer von der I A K. festgesetzten Grenze für Ober- Schlesien möglichst noch vor Mitternacht erfolgen zn lr-sse«, damit der heutige Tage bereit- al- erster Räa- .nungstag angesehen wecken kann.

TrauergelSute für Oberfchlesten.

Berlin, 15. Juni. Der evangelische Ober- kircbrnrat hat nunmehr angeordnet, daß am Sonntag nach der amtlichen Uebergabe des an Polen abzu­tretenden Teiles von Oberchlessien eine Ansprache ver­lesen wird und nach dem Gottesdienst ein halbstündige» Trauergeläut: stattsiitdet» : . *

Sie Irotlte» SSelei Ii Ww> oeMtf.

Prag, 15. Juni. In der gestrigen Sitzung des Ab- geordnetenhause» beantwortet« Unterricht s- ninisterSchrobardiedeutschenJuterpella- Honen über die Tschechisierung-volitik der Negierung gegenüber den deutschen Schulen tnter dem Briiall der tschechischen Parteien und Protest» rufen der deutschen Bürgerlichen durch Berlesnng einer sehr umfangreichen Erklärung, die »um größten Teile au» statistischem Material bestand. Er sei der Ansicht, daß in Sachen der Schule als der Quelle der Volkskultur r.-iner die qröstte Besonnen beit und Ruhe bewahrt wecken müsse. Die Regierung werde fest auf diesem Stand- punkte Reben blecken, und sich durch nicht- davon abbrin- aen lassen.

In der sich anschließenden Debatte betonte der deutsche Mtionalsozialist Simm, die D'utschen wür­den zunächst in der Form einer rubigen Kampfführung versuchen, die Mehrheitsvartewn von der Berechtigung ihrer Forderungen zu überzeugen.Wenn Sie aber", so -rklärte der Redner,un» trotzdem nicht geben, was n>ir brauchen, dann müssen wir zu anderen Kampfmitteln greifen. Seien Sie überzeugt, daß das deutsche Voll hierzu fähig ist! Dann wecken wir Sense und Mist­gabel ergreifen!"

Prag, 15. Juni. Das Abgeordnetenhaus behandelte gestern die dringliche Interpellation betreffend die Aufhebung deutscher Sch ul en und Schul­klassen. Der deutschnationale Abgevckmte S ch 0 l l e ch -rklärie bei Besprechung der Knebelung bei deutschen Schulwesens, daß da- Gesetz vom 3. März 1919 die «?anze Gewalt in dir Sand der Bürokraten lege, der Schulen nach eigenem Gutdünken gründen und auslösen könne. In rein deutschen Orten würden brionderS kin­derreiche tschechische Famüien untergebracht, für die dann baS beste Gebäude auf Grund des Gesetzes für tschechische Schulen beschlagnahmt wecke. ES gebe auch tschechische Wunderkinder, die dem Zweck dienten, die Notwendigkeit der tschechischen Schule in deutschen Orten zu begründen. Es mürben einfach alle Klassen, die unter 40 Kinder hoben, aufgelöst. In Böhmen seien bisher 61 deutsche Schulen mit 635 Klassen, in Mähren 111 Schulen mit 547 Klassen und in Schlesien 21 Schulen mit 106 Klassen, zusammen also 193 Schulen mit 1883

ob der Premierminister «ine Information darüber erhalten hätte, daß bas Abkommen vor Genua zu­stande fiefontine» sei. Lloyd George antwortete wörtlich: Ich Alle Informationen, daß derartige Verhandlung«« in Berlin geführt wurden und daß in Rapallo lediglich das letzt« Stadium zum Abschluß gebracht wurde.

Ei« englische« Urteil.

London, 15. Juni. Lord Parmoor er­klärt« auf der Jahresversammlung der Friedens- zesellschast in London, auf der er den Vorfitz führte, die grundlegenden Fragen, von denen der Frieden adhangt, seien die Regelung der deutschen Repa­rationen und die Beschaffung von Krediten für Rußland. Solange die deutschen Repara­tionen nicht geregelt seien, werde Europa das friedlose Europa" bleiben. Diefe Rege­lung könne nur auf der Grundlage einer ver­nünftigen und möglichen Summe er­zielt »erden. Der deutsch-russische Vertrag von Rapallo bedeute einen Fortschritt. Er sei nicht ein militärischer Garantievertrag, sondern ein Vertrag zur Förderung des Handels zwischen Völkern, die schwer unter den Folgen de« Krieges litten. Der Versailler Beitrag enthalte eine Bestimmung, die vorsehe, daß die alliiecken und asioziierten Mächte Rußland das Recht vor­behielten, von Deutschland nach dem Grundsätze des Versailler Vertrages Wiedererstattung und Repa­ration zu verlangen. Der Zweck einer solchen Klausel scheine zu sein, eine Aera der Beunruhi­gung zwischen Rußland und Deutschland zu fördern. Darüber müßten sich all« Freunkw des Friedens freuen, daß diele Bestimmung, die Reibungen und finanzielle, Unsicherheit zur Folge gehabt hätte durch den Rapallooertrsg beseitigt worden sei.

Marburg gteilflt. K» 16. M Brachmanb.

TieOberhejfiilhe Zeitun ertoetnt letbemol ®ä<6entlt6. Bezugsureir monatlich

' Kink UM zmdNW.

F Kuxha v e n, 14. Juni. Die Entente fockett, daß We Wälle de» Minendepots niedegelegt wecken und Dpar binnen vier Monaten, in welch kurzem Zeitraum ch Eachverständigenutteilen btzfe umfangreichen Ar- fatten gar nicht auszuführen sind. Die Fortschaffung tiefer Eckmengen wick allein schon dem Reich unge-

Der Siqetgenorei« beträgt fit die 9 gesv. Zeile ober beten Raum 1 Mk. fit bei Milli­meter, amtliche und auswärtige 1L9 Mk. Andere Spaltenbreiten nach entwrechender Berechnung. Spät etnlautenee oder den Äaum über */* Sette einnehmende An­zeigen nab wir berechtigt, nach bet Xe$tipaltenbreite ml fegen nnb zn berechnen. Sogen. Äeflamen berechnen wtr die Col^ZeNe mit SM) Mk. Zeder Rabatt gilt al» Barradatt. Bei Ans kauft durch die Teich äfts stelle und Sttmtttlung bet Ange­bote 1 Mk. Sonbetgebübr.

3mn AavoLs-Zecksg.

Ein« Anfrage im Unterhaus.

London, 15. Juni. Zm Unterhaus richtete W i l l i a m T h 0 r n e an den Premierminister die Effrage, ob Reichsminister Dr. Rathenau in G?Nua vor der Unterzeichnung des Derttages von Rapallo dreimal versucht habe, eine private Zu­sammenkunft mit Lloyd George zustande zu bringen und ob eine Zusammenkunft zustande- gekommen sei, bevor Dr. Rathenau und die Russen den Vertrag von Rapallo unterzeichneten Lloyd Eeoroe antwortete, die Genueser Kon­ferenz sei am 10. April eröffnet und der V e r t r 0 g von Rapallo am 16. April unterzeichnet wor­den und erklärte sodann wörtlich: Zch habe Dr. Rathenau in den ersten Tagen der Woche nur we­nige Minuten gesehen und da ich den Sinn von zwei Mitteilungen, die mir von einem seiner Privatsekretäre gemacht worden sind, wohl zu deu­ten wußte, sagte ich, ich würde mit Dr. Rathe­nau und dem Reichskanzler zusammentref­fen, sobald die erste anstrengend« Zeriode der Kon­ferenz vorüber sei. Es wurde auch vollständig klar gemacht, die Deutschlands besonderes Znteresie be­rührten, in Abwesenheit der deutschen Vertreter behandelt werden würden. Zch versuchte nunmehr ein Zusammentreffen mit dem Reichskanzler und Dr. Rathenau zustande zu bringen, aber die Abroesenheit Dr. Rathenaus, der sich in Rapallo befand, verhinderte das. Shirley Benn fragte,

annehnwn zu könnrn, daß, wenn Frankreich sich ent­schließen sollte, an her Teilnahme an den direkten Verhandlungen mit den russischen Delegier! en zu ver- zichicn, Belgien diesem Beispicke folgen würbe.

Paris, 15. Juni. Nach derLiberte" hat man am Quai d' Orsay den Eindruck, daß die Kvnserenz im Haag sich eine begrenzte Aulgabe stelle und teil Rußland anbelange, nicht den Ehrgeiz der Konferenz von Genua haben werd«. Sie wecke si chdarauf be- schränken, kommerzielle Maßnahmen im Hinblick auf die Wickeraufnahme der wittschastlichen Beziehungen zu treffen. Die ersten französischen Sachverständigen sind nach dem Watt heute vormittag abgereist

Pari», 15. Juni. Wie Hava» mitieift, hat der italienische Botschafter gestern am Quai d'Orsay die Antwort seiner Regierung auf das französische Memo» rnrbum über di« Haager Konferenz übergeben. Die italienische Note ist eine kurze Empfangsbestätigung und stellt im übrigen nur fest daß kein Anlaß vor­liege, die Voraussetzungen unter denen die Haager Sachverständigenkonferenz stattfinden soll«, abzuänbcrn.

London, 16. Juni.Evening Stanback" schreibt: dir Haager Konferenz beginne unter einer Wolke. Rach den Pariser Berichten, wonach Belgien in Uebetritt- stinnnung mit Frankreich für die Wiederherstellung des Privateigentum» eintreten werde, wa» die Genueser Konferenz schon zum Scheitern brachte, seien die Au», sicht'n nicht sehr aussichtsreich. Auch die Erckgnisse in Moskau seien dunkel und entmutigend. Kamenew, der die Regierung übernehmen solle, sei bekannt wegen seiner Feindschaft gegen England und Frankreich. Diese Tatsachen seien schlechte Vorzeichen für den Erfolg der Haager Konferenz.

Rußland vlckvt fest.

Loudon, 15. Juni. Tschitscherin erNfitte In eiltet Nnterrednn« mit hem Berliner Berichterstatter des .Manchester Guardian", wenn man mit Urwartei- lichkeit an da» russtsch« Problem beranteete, so müfle man die Unmöglichkeit der in Genua vorgeschlagenen Regelung einleben. Die Haager Konferenz mfle die russtsche Frage gründlich und ohne Haß unter­suchen. Rußland wünsche mit den übrigen Stationen zusammen zu wirken, bält aber sein neues System im Innern aufrecht. Die russtschen Vertreter gingen nach dem Haag, um zu einem für beide Parteien vorteil­haften Nebereinkommen zu gelangen. <58 sei daher unvereinbar mit dem Erfolg dieser neuen FttedenS- bemüftungen, wenn von Rußland die Zurückziehung des Memorandums gefordert werde, da» seine Grund- fStze enthalte. Eine solche Forderung Vorbringen, be­brüte von vornherein, die neue Konferenz zum Schei­tern zu bringe«. Kein ernster Mann könne gegenwär­tig an die Möoltchkeit eines Sturzes der russtschen «Re­gierung glauben. Sie werde an der Macht bleiben. Fede Neaierung, die die Interessen ibreS Lande? zu Gebern such«, kann dies nur tun, indem sie zu einer Vereinbarung mit der fetzigen russischen Regierung komme. Das dringendste Gebot der Stunde lei Friede, allgemeine Eintracht und Wiederaufbau. Friede mH Rußland nnb Wiederaufbau Rußland? seien nur ein Teil des Problems des allgemeinen Friedens und des Wiederaufbaus. Die-Leute. die den Frieden mit Ruß­land zum Scheitern brächten, fügten den Interessen her Massen in allen Ländern den größten Schaden zu. Da» russische Volk werde fein politi­sche» und soziales Sv st em nicht auf­geben. ES bofft sedoch unter voller Gleichberechti­gung und Gegenseitiakei mit den anderen Völkern bei dem Werke deS Wiederaufbaues mitzubelfen. Wenn der neue Versuch, zu einem Uebereinkommen zu gelan­gen, keinen Erfolg habe, so werde die Verantwortung dafür nicht auf Rußland fallen.

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Sie Weite.

'Pari», 15. Juni. Der Londoner Brrtchkerstaiter herChicago Tribüne" behauptet, der ameri- Maische Bankier Morgans« von Llotzd George »fctfotbert worden, Ende der Mach« die Finanz- lage der Welt zu erörtern. Lloyd George wünsche bi« < Ansicht der amerikanischen Bankiers über die euro­päischen Angckegenheiten kennenzulerneM.

Pari», 15. Juni. Der Berliner Sorrespoudent le»Petit Parifien hatte gestern seinem Watte ge­meldet, daß die deutsche Regierung mft mchreren der tzlliietten Länder wegen der Auftegung einer Anleihe ton mäßiger Höhe in Fühlung getreten sei. Trotz des von der deutschen Regierung ver-ssentlickten Dementis hält der Korrespondent seine Mitteilimg in vollem Umfange aufrecht. Er beh«iup!et. daß auch die Reise der Garantiekommission nach Berlin auf» engste damit zusammeuhlingt. Wenn diese Mission auch nach außen hin in der Hauptsache der Organi­sation der Finanzkontrolle gelte, so sei doch der eigent- kiche Zweck der Berhandlungen der. die Garantien, die Deutschland für eine Anleihe dieser Art zur Ver­fügung stellen könne, zu prüfen. Tie Initiative zu diesen Per' : vteu sei von der KriegSlastenkom-

22 Mk. Für ausfaUittbe Slemmern infolge Streit» ooer elementarer Ereignisse ©» Itt kein Ersatz. Verlag von Dr. E. hinerotd. Drmkder UniB^Sutbbrudetc: von

1V 2«h. «eg. Koch, Marti 2t». «erntpreÄet 55, Pofticheckkonto: Nr. 5015 Amt

Sie $Mge? Sonkrem.

Haag, 15. Juni. Gelegentlich der ErSfsnuag kr H aager Vorkonferenz bcgrbß'« der niriier« lotdisch- Minister des Aeußern van Karnebeek die Teilnehmer im Namen der nickerländischen Re­gierung mit einer Ansprache, in der er da» Ziel der Konferenz in Erinnerung brachte. Tie nieder­ländische Regierung habe den Vorschlag angenommen, die in stienua unentschieden gebliebenen Probleme einer Lösung näher zu bringen. Sie ist der Meinung, daß es sehr vorteilhaft sein können auf »neue zu versuchen, da» Problem be« Wiederanfrichtnng RuKackS und deS Wicdcraufbaue» des vens auf einer gemeinsamen Grundlage zu lösen. Tie nickerländiWe Regierung habe es als ihre Pflicht betrachtet, ihrer Tradition getreu sich mit allen Mitteln in den Dienst der Sache zu stellen.

Ban Karnebeek wies die Delegiette» aiif die Smwierigk- n hin, die sich anS dem tief- ge ?. nb en u ..erschied in den Prinz'pen und Methoden Sowjetrußlarcks und der Verwaltung der übrigen Staaten sich ergeben, und daß da» in Rußland herrschende ©tyflem geradezu hindernd für den ökono­mischen Wickeraufbau des Landes zu wirken scheine. Tr^-'dmölse in ruhiger Ueberlegung ein Weg zur Losu.-g ^Gierigkeiten gefunden wecken. Ban Katnebeek mit einem herzlichen Willkommen.

Dir Versammlung wählte darauf van Karne- tzee! einstimmig znm Borsitzenden der Kon- firenz.

Frankreichs Gang zur Haager Konferenz.

L oris, 14. Juni. Ministerpräsident Poiacarc ha: gestern abend in der Pressekonferenz den Journa-, listen Mitteilungen über die Situation bei Frauk- rrichr Gang zur Haager Konferenz gemacht. Er te- nannte zunächst die Mitglieder der ftanzösischen Stu- hienkommission für den Haag. Es sind bi?» mehren Ministerialbeamte, darunter auch Alphaune undSey- >doux und der Pressechef der Regierung. Diese Ver- tirter wecken der direkten Kontrolle des Haager Ge- fenbten unterstehen.

, Paris, 15. Juni. Der belgische Außenminister Jasper ist gestern in Paris eingrtroffen. Er hock fern Abend Poincarö einen längeren Besuch abge- istcttet. Tie Unterhaltung der betben Staatsmänner ^r-hte sich zunächst um die Haltung der belgischen Det.g'erten im Anleiheausschuß. Jasper wickerhotte Ne Erllärung, die dem ftanzösischen Botschafter in ^rüffel Marger.ie bereits vom Mniflerpräs:d»nl?:'. Lheunis gegeben woroen war und die dieser auch M der Sitzung de- Senats abgegeben hat. Ferner Nucke die Frage der Konferenz im Haag ange- Mniiten. Die beiden Minister konnten seststellen, daß ihre Auffassung in allen Rußland betreffenden Fragen völlig übereinstimmt. Insbesondere habe Zasper erklärt, daß Belgien die von ihm in Genna Herttetene These in der Frage der Requisition des fkrivateigentums in vollem Umfange aufrecht zu er- |dt»~ gedenke. In politischen Kreisen glaubt man