Einzelbild herunterladen
 

Amtliches Verkiindigungsblatt des Kreises MarLmg.

Anzeiger für (das früher kurheWche) Oberhessen

ft. 135

DieOderhenüche Zeitlin erWint je&ewal tDödxxtlt*. ttmwnis monatll» 22 Mk. Für a«»fofltn6e Äemaent htfolg« Streik» ooet elementarer Ereignisse kein Eriatz. Verlag non Te. T. htnerotd. Druck der Unie^$ud>btutferet von 2od. Ang. Koch. Markt SLSS. Kernte«*« 56, PrsstlLeckkonto: Nr. 5015 Amt Franttnrr a. Main.

iuw

Marburg MM. d« ß. Sttfti «rach»»»«d.

Der ikueiattmei» beträgt für die S «ein. Zeile oder deren SUum 1 Mk. für den Milli­meter. amtliche wx6 »»»rnärtiae 1.30 Mk. Ludere Soaltenbreite* »ach entlptetenser SetedmowL Sott ehtlaxreee« »der da» Äoem übet S« Seit» einnehmende Sn- »eise» 5x6 wir berechtigt, «ach der Tertivaltenbrette tu legen «ab ,n berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir bie Tol.-Zetle mit 9.00 Mk. Zeder Rabatt gilt al» «arradatt. Sei «Uuhtnft durch die tbeichüftsitelle und vermittixxz der Lage- bete 1 KL Sondergebübr.

57. JM 1922

Die «Wdmg des WWWs.

Wirtschaftliche Übersicht.

Wie es scheint, stehen wir wieder vor einer »euen Konjunkturkurve. Die Anleihefrage, die in letzter Zeit ausschließlich auf die Wirtschaftsaus- pchten bestimmend einwirkte, ist dahin entschieden, daß eine große Anleihe, die für Deutschland allein eine Wende der ganzen Entwicklung mit sich brin­gen könnte, in absehbarer Zeit als undurchführbar anzusehen ist. Auch die Tatsache, daß Frankreich bezüglich der Diskutierbarkeit einer Herabsetzung der Reparationssumme in der Reparationskommis- ston von seinenAlliierten" überstimmt t >rdcn ist, hat zwar politische,, aber zunächst r*d) keine prallt» .i i>e^f.fi$e Bedeutung, den« ohne Frankreichs Zustimmung kann eine solche Reu- regeli ng des Reparationsproblems nicht durchs gefiiqrt werden. Frankreichs Widerstand ist aber sff'nbar gegenwärtig unüberwindbar. Für Deutsche land bleit, also zurzeit nur die Möglichkeit einer Uriuen Anleihe, als deren Höchstbetrag die Summe einer 1 Milliarde Dollar genannt worden ist. Hugo Stinnes hat aber durchaus recht, wenn er er­klärt: Die AtemMusen-Anleihe tut er nicht, sie tui genau das Gegenteil. Es kommt darauf an, so schnell wie möglich endgültige Verhältnisse zu schaf­fen. Das wird eher gehindert als gefördert. Dem gemäß Erwartet man ein Anbauern der Inflation-- zustande, und nur hieraus erklärt sich der Auf­schwung, den wir in der letzten Woche an den deut­schen Effektenmärkten beobachten konnten und der imth mit einer neuen Markverschlechtrrung äußer- rch und innerlich verknüpft war. Die Hoffnungen sind verstummt.

Die Beruhigung, die an der Börse nach den letzten trostlosen Woche» eingetreten ist, fad aber auch in optimistischen Nachrichten über den Ee- ickastsgang in der deutschen Industrie ihren Grund. Die Handelskammern berichten über eine neue Be­gebung des Geschäfts infolge verstärkter Nachfrage des In- und Auslandes, Das beweist, daß man auch in Käuferkreisen und im Zwischenhandel nicht mehr mit einem Preisrückgang rechnet, osndern sich mit einer Fortdauer, vielleicht sogar mit einer wei­teren Berstärkung der Inflation abgefunden hat. Dieser Auffassung entsprechen auch die Eeschäfts- berichte industrieller Aktiengesellschaften.

Natürlich fehlt es auch jetzt nicht an allerlei recht bedenklichen Anzeichen. Dazu gehört vor allem der steigende Wettbewerb der englischen Kohle, die nunmehr auch nach Bayern in erheb­lichen Mengen eingeführt wird. Roch schlimmer ist. daß der Ruhrbergbau über beträchtliche Abwan­derungen von Bergleuten klagt, was natürlich wieder zu einer Verschlechterung unserer Kohlen- lage führen muß. Es heißt, daß viele Bergarbeiter nach Lothringen auswandern, wo sie ihren Lohn in Frankenwährung erhalten. Ueberhaupt macht sich der französische Wettbewerb in steigeudem Maße geltend, rveil er eben durch die Wirtschaftsverhält­nisse zu stark begünstigt wird. Frankreich führte in den ersten drei Monaten des Jahres 1981 für 745 Millionen Frankten deutsche Waren ei«, im Jahre 1922 aber nur noch für 316 Millionen Franken. Trotz aller Abgaben aber besserte sich die Finanz­lage des Reiches nicht. Die schwebende Schuld des Reiches hat sich seit dem 31. März dieses Jahres wiederum um 17 Milliarden auf 289 Milliarden Start vermehrt. Das beweist, daß die Inflations- Wirkungen, die vom Reich und seiner Finanznot au^ehen, unverändert fortdauern. Unter tiefen Abständen bleibt es unerfindlich, wie die Reichs zkgierung das von ihr eingegangene Versprechen ber Beschränkung der schwebenden Reichsschulde.-! auf den Stand vom 3L Mürz d. I. erfüllen will.

*

Verhandlungen im Bergbau.

* Ablehnung de, neuen Tarifs km Bergbau.

Berlin, 10. Juni. Bon amtlicher Seite wird der Telegraphen-Union mitgeteilt: Die Lohnfragen iw Bergbau stellten die Reichsregierung und die betei­ligte . Organisationen diesmal vor ganz außergewöhn- Lche Schwierigkeiten. Der bisherige W.-g, die not­wendigen Lohnerhöhungen restlos auf die Kohleuprcist «mzulegen, ist nicht mehr gangbar, da die lkohleu- stveise an die Weltmarktpreis« herangekommen sind.

Die Ikonserenz der vier Großen Bergarbeiterverbände hat gestern nach sieben- stündiger Verhandlung das ht der Arbeitsgemeinschaft ßür Bergbau Unter Mitwirkung des Reichs acheits- WnnisterS Dr. Bräunt abgeschlossenen vorläufigen Ab­kommens über die Lohnregelung und Überstunden^ 'frage und dem Manteltarif mit 350 Stimmen gegen iB6 bei zahlreicher Stimmenthaltung abgelehnt. Die 'Mreisteil Vertreter lehnten insbesondere die lieber schichten ab und richtete» heftige Armgriffe gegen die MiexunG. w j,

Paris, 16. Juni. Das internationale A«- leihekomitee trat heute vormittag um 11 Uft zu einer Sitzung zusammen, die bis 12 Uhr dauerte. E, konnte die Schlußredaktisn feines für die Repa- rationskommifstsn bestimmten Beschlusses vÄlenden. Coban« vertagte es sich, ohne daß es irgendeinen Beschluß über seinen späteren Wiederzusammentritt faßte. Die früher gemeldete Vertagung auf drei Monate wird in dem Protokoll nicht erwähnt. Die Reparationskommission trat um 8 Uhr naHmittags zusammen, um den Töricht des Anleihekomitees zu prüfen. Bi» znr Stunde ist sie mit dieser Prüfung noch nicht fertig geworden.

Paris, 10. Juni. Der in englischer Sprache abgefttztr Bericht des Anleihekomitees an die Re, parotionskommifsion gibt zunächst einen Rückblick auf w Berufung des Komitees, auf feine Aufgabe sowie auf bie bekannte Anfrage des Komitees an di« Ne^crotionskommission. Sodann heißt es weiter: Nach Empfang dieser Antwort- welche er­gab, daß der Hauptgläubiger Deutsch­lands nicht wünschte, daß irgendeine Empfehlung erfolge, die die Mög­lichkeit neuer Begrenzungen von Deutschland, Verpflichtungen mitsich bringen könnte, beschloß das Komitee, daß es im Augen­blick feine Untersuchungen mit Nutzen nicht sort- setzrn könnte, und daß e, sich deshalb oarauf be­schränken muffe, eine Antwort auf die ursprünglich an es gerichtete, in eingeschränktem Sinne aus- oelecte Frag« zu erteilen und gleichzeitig feine Gründe für diese Entcheidung anzugeben. Zunächst wünscht das Komitee seine eigene Stellung so klar zu machen, daß bie Möglichkeit eines Mißverständ­nisses ausgeschlossen ist. Sein« Mitglieder wurden durch einstimmigen Beschluß der Reparations- komm sion eingelabtn; nach Paris zu kommen, um Rat über die Bedingungen zu erteilen, unter wel­chen eine auswärtige Anleihe von Deutschland aus­genommen werden könnte. Zu keinem Zeitpunkt haben st« den geringsten Wunsch gehabt, sich weitere Funktionen anzumaßen. Sie haben durchaus voll gewürdigt, daß die Erteilung eines technischen Rate» nur einen Faktor des Problem» bilden würde, welches von der Reparaticnskommisston und von alliierten Regierungen allein gelöst wer­den muß. Schon bei ihrem Zusammentreten waren die Bankiers im Komitee einmütig in ihrer Ansicht, daß sie bei Auslegung der für sie maßgebenden Be­stimmungen in einem eingeschränkten Sinn« f ü r eine auswärtige Anleihe keine Aus­sicht bieten könnten. Einige Mitglieder waren jedoch der Meinung, daß, wenn bie Kommission oder die Regierungen hinsichtlich der jährlichen Zahlungen, welche sie von Deutschland zu fordern beabsichtigten, daß eine bestimmtere Feststellung machen würde als sie gegenwärtig vorhanden ist, dir Aussichten einer derartigen Anleihe günstig erachtet werden könnten. Hätten diese Mitglieder eine ein­mütige Aufforderung erhalten, festzustellen, welche Begrenzung dieser Zahlungen nach ihrer Ansicht eins notwendige Bedingung für den auswärtigen Kredit fein würde, so wäre sie imstande gewesen, dem zu entsprechen. Derartig« Begrenzungen wären jedoch nur als Bedingung einer Anleihe empfohlen worden für den Fall, daß eine Anleihe gewünscht würde. Sie wurden kein Urteil über die Beträge mit sich gebracht haben, welche die Kom­mission erzwingen könnte oder sollte, falls die Re­gierungen sich damit begnügen würden, auf jähr­liche Zahlungen zu warten, ohne diese vorher im Wege der Anleihe zu mobilisieren. Selbst wenn die Kommission oder bie Regierungen bie Ansicht des Komitees als vernünftig betrachtet haben würde, hätten sie volle Freiheit gehabt, sich dahin schlüssig zu machen, auch weiter eine Prüfung der deutschen Leistungsfähigkeit und einer entsprechen­den Festsetzung der Zahlungen von Jahr zu Jahr den Vorzug zu geben. Mit anderen Worten: I eb e etwa genannte Ziffer hätte notwen­digerweise keine Ansicht über die vor­aussichtlich größte Leistungsfähigkeit Deutschlands, sondern nur «ine Ansicht über die Beträge dargestellt, welche nach Ueberzergung der geldgeüenden Kreise der Welt, bie ihr llrte'l unter all den ungewöhnlichen Erscheinungen der gegenwärtigen Lage bilden müssen, innerhalb der deutschen Leistungsfähigkeit liegen. Selbst so voc- sichtig geschätzt» Zahlungen würden noch fehr be­trächtlich sein. Das Komitee erkennt an, daß die alliierten Regierungen trotzdem selbst auf bie Ge­fahr bin, bie Anleihe zu verlieren, ben Wunsch habe» tonten, »olle Freiheit zu behalten, die grö­

ßeren Zahreszahlungen zu fordern, welche Deutschlands wachsende Lei­tungsfähigkeit später möglich ma­chen könnten. Die Regierungen hätten nicht nur alle Freiheit gehabt, eine solche Entschließung ÜU treffen, sondern eine solche Entschließung wäre auch in keiner Weise mit dem technischen Rat des Komitees unverträglich gewesen. Nur hätte, wenn dieser Rat erfolgt wäre, eine Entschließung im Lichte klar dargelegter Möglichkeiten getroffen »er­den können.

Da» Schlußergebnis des Berichtes des Anleihe- ausschuffes wird im Bericht wie folgt zufammen- gefaßt: Wenn das Komitee sich gezwungen sah, die Aussichten einer Anleihe Sei der gegenwärtigen Lage Deutschlands entmutigend zu beurteilen, so wünscht es als Schlußergebnis nicht weniger deutlich feine Ueberzeugung festzustellen, daß, sofern bie nötigen Bedingungen für die Belegung des deutschen Kredits »erwirNicht werden können, an­sehnliche Anleihen auf allen Hauptmärkten der Welt mit Erfolg flüssig gsnulcht werden könnten. Rein finanzielle Bedingungen find jetzt der Aus­gabe solcher Anleihen entschieden günstig, günstiger tlg zu irgend einer Zeit seit dem Kriege. Das Komitee wünscht der Kommission zu versichern, daß eg den ernsten Wunsch hat, alleg, was in seiner Macht liegt, zu tun, um die Aufnahme solcher An­leihen zu fördern, wenn die Bedingungen, auf die es verwiesen hat, sichergestellt werden können. Es ist sich im Innersten bewußt, welche weitgehende Hilfe für bie wirtschaftliche Wiederherstellung der ganzen Welt durch die allmähliche Umwandlung der deutschen Verpflichtungen au» einer Schuld an Re­gierungen in eine Schuld an private Kapitals steil geboten werden würde, welche sich, wie andere öffentliche Schulden, nicht auf äußere Zwangsmaß­nahmen, sondern auf den allgemeinen Kredit des Schuldnerlandes gründen würde. Es ist allerdings der Meinung, daß die Wirderaufnahm« normaler Handelsbeziehunigen zwischen den Ländern und die Stabilisierung der Währung ohne endgültige Rege­lung der Reparationszahlungen und anderer öffentlichen Schulden unmöglich ist. Wenn daher zu irgendeiner Zeit die Kommission in der Lage ist, durch einstimmige Entschließung die Einladung zu wiederholen, welche jetzt nur durch Mehrheits­beschluß erfolgt ist, wird bes Komitee sich freuen, wieder zusammenzutreten und die jetzt unterbro­chenen Verhandlungen wieder aufzunehmen. Es kunn nicht wißen, ob die alliierten Regierungen in der Lage sein werden, bie nötigen Bedingungen «r- zunehmen. Aber für diesen Fall wiederholt eg, daß es die Hoffnung hui, daß ansehnliche Anleihen auf- genommen werde« könnten. Endlich wünscht das Komitee darauf hinzuweisen. da-ßanderZwischenzeit und selbst während bes Zeitraums zwischen einer erneuten Einladung und dem Abschluß der folgenden Verhandlungen Deutschlands finanzielle Lage öf­fentlich mit ernster Gefahr bedroht ist. Wsitläuffge Verhandlungen über eine große und langfristige Anleihe können zu lange währen, wenn ihnen nicht sofortige Hilfe vor - h e r g e h t. Aber falls das Problem unter den an­geregten belferen Umstände« und mit wirklicher Aussicht auf eine endgültige Regelung erneut er­wogen werden follte, ist bas Komitee bei Ansicht daß bie Hindernisse, welche gegenwärtig einer Interimsanleihe entgegenstehen; _sich weiter richt als unüberwindlich erweisen werden.. Mit wirk­licher Hoffnung auf eine endgiltige Regelung inner­halb angemessener Frist würde es viel leichter fein, eine kurzfriistge Anleihe zustande zu bringe« in einem Maße, um Deutschlands Kredit vor dem Zu­sammenbrechen während der Dauer der Verhand­lungen zu bewahren. Das Komitee braucht kaum hinzuzufügen, daß es unter biefne Umständen sich freuen würde, jede in seiner Macht liegende Unter­stützung sowohl durch eine derartig begrenzte Anleihe wie hinsichtlich bes größer»« und bebeu- tungsvolleren Problems zu gewähre«.

Der französische Delegierte Sergent hat ben Be­richt nicht mitunterzeichnet.

Morgans Rückkehr nach Amerika.

Paris, 11. Ium. ImJnrransigeant wrid mit- geteilt, daß Morgan heute abend Paris verläßt, um nach Amerika zurückzubhren. Morgan wird fan Sep­tember in Schottland fein, um dorr zu jagen. Er soll geäußert haben, daß er um diese Zeit wieder zur Bei­fügung der Reparation-kommijjron Hetze» würoe. ^

MMl

Der Terror dauert an.

Ratitzor, 9. Juni. Das an der Eksenbahnstreckl : Krtiber-Kandrzin gelegene Dorf Cziergowife wach« n bet vergangenen Nacht von dntt 20 Monn zählenden Bande, die stark bewaffnet war, Über- alle». Die Bande umstellte bie Lachtsmbe der »artigen Gemeindewache und bemächtigte sich dreier 1 Zachtleute und de- Gemeindevorsteh.rs Mitrenga. Da­raus stellte die Bande alle vier Mann vor dem Wacht- Hause vor einen Zaun und schoß sie durch eine Salve nieder. Die drei Gvneind-wachtelutc warnt ofort tot der Gemeindevorsteher aber, der nur durch einen Streifschuß leicht verwundet worden war, stellte LH tot und entkam dadurch seinem Schicksal. Darauf mternahm bie Bande einen Plünderungszug durch das ganze Dorf.

Sattowtfe, 10. Juni. In dem Tagesbericht der Fünferkemmisston vom 9. Juni heißt e»r Leider rat sich die Lage in Obcrschlefien noch nicht geändert Don- Hindenburg wird gmtribet, daß vor etwa drei ToHM bie Gnibogrube von Truppen besetzt worden ist. Die BetriebSralkonfevenz hat beschlossen, beim Kreilkontrolleur vorstellig zu werden, um bie Zurück- ziehung der Truppen zu erwirken. Die Untersuchung des angeblichen Zwischenfalls mit den Truppen wird bergamUich erfolgen. Der S t rei k hat sich inzwischen auch auf die Königin Luise-Grube ausgedehnt. Wilde Gerüchte und der Zuzug von Flüchtlingen von Rad- ziowstu und den umliegenden Gruben wirken stark steumuchlgend auf die Arbeitermassen. Der Bela­gerungszustand ist fiebr Köuigshütte verhängt worben. In Laurahütke und anderen Plätzen geht der Räumungsterror weiter. In Knurow im Kreise Rybmk wurden 15 Verhaftete nach Verhandlungen mit bet Interalliierten Kommission entlassen, wo­rauf die Belegschaft heute dir Arbeit wirter aufge- nomwen hat.

Benthe», 10. Juni. Rach derOstdeutschen Morgenpost" wurde hier eine Organisation entdeckt, 1 bie unberechtigt unter dem Deckmantel des Selbst­schutzes ans Raub und Plünderungen auSging und im Zusammenhang damit auch Drohbriefe verfaßte und sich ÄS die Räumnngsk»mmissisn ausgob. Bisher wurden 13 der Bande angehörige Burschen von 19 bis 23 Jahre« verhaftet. In ihrem Besitze wurde« außer belasteichen Papieoen auch zwei Stempel der interalliierten Kommission vorgefunden, bie gestohlen sein bürsten.

Benthe«, 10. Juni. Gestern abend 91/. Uhr Durbe ehte Zivilperson, wie sich später herauSstrilte, ein italienischer Offizier, von einer fran­zösischen Patrouille grur.froS belästigt. Ms mehre« Zivilisten für ihn Partei nahmen, führten die Fran­zosen den Italiener ab. Kurz darauf wurden Zivil- Personen von der gleichen Patrouille auf der Tarno« witzer Straße belästigt. Die Patrouille, die sich an scheinend bedrßngt fühlte, floh in ein Haus und sch » ß aus einem Fenster auf die versammelte Menge. Der völltz unbeteiligte Fristur Koh aus Bismarckhütte wurde durch einen HalSschuß getötet. Ein Angriff auf die französische Patrouille erfolgte weder in bet Bahnhofstraße noch in der Tarnowitzer Straße. Vorgestern abend ereignete sich ein ähnlicher Zwischeu- stckl zwischen französischen Offizieren nutz' Zivilisten. In diesem Falle schossen um ll1/» W abends au fber Friedrichstraße Ecke Donnermarckstroße zwei französische Offiziere auf die Arbeiter Nissok und Karmenski. Der eine echielt einen Gesicht-schuß trab erlag bald darauf seinen Verletzungen, der zweite wurde schwer beriefet. Anschließend an diese Vorgänge tourte der bereits über Bvitheo verhängte Belagerung-- zustand auch Über KSnigShütte erOht

«eu then, 10. Juni. In der vergangenen Nacht kam es hier und besonders in der näheren Stadt- Umgebung zu starken anhaltenden Gewehr» und Re­volverschießereien. Auch das Geknatter von Maschinen- gewchren und bie Detonationen explodierender Hand­granaten waren deutlich vernehmbar. Segen Morges trat Ruhe ein. Wie verlautet, war das Feuer gegen unlautere Elemente gerichtet, die in die Stadt ein­dringen wollten.

Benthen, 10.Juul. Die vereinigten deut­schen Parteien wenden sich in einem Aufruf an bie Bevölkerung und bitten, keine Vergel­tungsmaßnahme n gegen den polnischen Terror zu ergreifen, aber baldige Uebergabe an die betben Regierungen zu fordern, damit diese für die Sicher­heit und die Wohlfahrt ihrer Staatsangehörigen sorgen können.

Radzionkau, 10. Juni. In der vergangene« Nacht wurde die auf der Grube stationierte Lache mehrfach beschossen. Vorgestern ermittelte d e Krimi­nalpolizei drei Verdächtige uni> beschlagnahmte ein Gewehr. Bon einer Verhaftung mußte abgesehen werden, well die Beamten von einer 2tck5psigen Bande bedroht wurden, verschiedene deutschgesinnle Lauf- taür und Angetzelue in, üiadzwukan afeieUe» SiatN