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Zweites MikM

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Nr.134

SonMbend, 10. Zunr

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l«r UeSergabr Oberschlrstens <m dir Polen.

Ihr Brüder in Nock und West! Wir standen in schlimmen Tage» Zu Euch, in Treue fest. < Nun sinken die Banner, die alten: Breitet die Arme ans!

In Ketten und Not wir bleibe» Deutsch über das Grab bi naus!"

* Mit dieser Totenklage und mit diesem CkiölniS be- ^jntnt sich ein treudeutscher Dichter in der Verzweiflung 'Irr Gegenwart, welche den wertvollste« Teil Ober- MlrsienS den Polen in Folge des Schiedsspruches des von Her Entente beherrscht« sogenannten Völkerbundes ans- gefert ymt Deutschtum und ruft unser Bolt zur H-l'.' iuts allerdings nur in geistigem Sinne. Die Mackt- «ittel fehlen uns. wir liegen gebrochen am Boden, wir Müssen uns darauf beschränke», in unserer Volksseele die Teilnahme für die entrissenen Brüder zu pflegen und W bte Stunde der Rettung zu harren. Lis früher od'r 'Kater einmal die Zeit der Neugestaltung erstehen kann. Was wir aber in dieser Trauerzelt, die uns den besten Teil /Oberschlesiens raubt, in der Glut eines kochenden Vot's- !empfindens fühlen müssen, das ist die Beschämung lafür, daß es soweit gekommen ist. Dan» erst kann durch »lle Kreise dcS deutschen Volkes ohne Unterschied der Parteiung daS Gefühl durchbrechen:Fort mit dem Kleinsinn und dem Materialismus unserer elenden Zett. Mlhlet alle die «ns angetanen« Schmach. Werdet besser gab deutscher Dann werdet Ihr der entrissenen Volls- Hheder nicht vergessens sondern an Euch selbst arbeiten. .Hamit dermaleinst die Stunde der Abrechnung und der Hämftlhrung der geraubten Brüder schlagen famt."

ist keine Hetze zum Völkerhab. sondern daS gerechte Mfühl der Vergeltung für zugefügte Unbill und angetane Schmach.

Alle Einsprüche und Einwendungen habe», wie der gegenwärtige Zeitpunkt dartut, nichts gefruchtet. Wer Itätt Macht bat, der entbehrt des Ansehens und der ,Achtung, ja des Rechtes. Es gibt kein Recht ohne Macht.

mußte uns das oberschlesische Industriegebiet trotz der im wesentlichen deutschen Abstimmung doch verloren '-eben, weil wir keine Macht haben, es zu hatten und der Raubgier der Feinde entgegenzutreten, die es haben wollten und Kraft ihrer Macht, nicht aber auf Grund des Rechtes cs bekommen haben. Der 8 6. Oktober $921 wird für Kinder und Kindeskinder allezeit ein hgnkeler Tag unter den leider so vielen schwarten Tagen der neuesten deutschen Geschichte bleiben. An diesem .Lage nahm der deutsche Reichstag das schmachvolle Diktat van Genf an. Hiermst wnrsr dem deutschen Volke ein blühendes Land an der Südostecke Schlesiens mit »ehr als 800 000 Bewohner entrissen, darunter über die Hälfte rein deutscher Stammesbrüder. Deutschland mußt? durch den Zwang der Not und der Selbstentwrfsuung Mzwungen, sein zweitgrößtes Kohlen-, Erz-, In­dustriegebiet. das ihm nach dem Verlu/i des Saar- Hkbiets auf 15 Jahre blieb, den haßerfüllten Polen unter Her Obhut der kapitalistischen Ausbeuter aus dem Ge- schastskneife der Ente nte preisgeben. 'Rur dürftige lMeberreste der reichen oberschlesischen Industrie sind uns Helasfe« worden: von den 63 Deinkohlengruben 12, ton 19 Zink und Bleierzgruben 4, von 37 Hochöfen 15. »en 18 Stahl und Walzwerke» 9. Die riesigen Krhlen- «erröte Oberschlesiens, welche nach menschlicher Berech- »nng unser Volk noch auf 1000 Jahre mit beste« Kohle« Hätte versorgen Wnnen, sicck zu 99 v. H. an Polen ge­fallen, die so tief in der Kultur stehen, daß sie mit d-r Förderung und Ausnutzung kaum etwas anzusangcn wissen, sondern den Gewinn der Entente überlaffen Werden. Zugleich fielen den Polen alle Eiftubcrgiverke, pmtliche Zink- und Bleihüttcn Oberschlesttns zu. Der Verlust an baren Werten ist einstweilen noch gar nicht ^bznkehen. Er trifft unser Volk auf da» Schwerste. iErst nach einigen Jahren werden wir den Ausfall aus das Härtest« empfinden.

Weit schmerzlicher aber als diese materielle» Verluste treffen uns die völkischen und sittlichen, die nationalen urs kulturellen Einbußen. Seit 700 Jahren gehörte Ober- Glesien dem Deutschtum an, nie hat Pole« von da ab Hie Herrschaft über das Land geführt. Es gehorchte den .«RaaaDHQBKMBBnBaBEMHBBMHnnKKSSKSI

1 Nachdrmk verboten

i Das Wasser kommt!

lernen von Arthur Winckler-Tannenberg.

i 18. Fortsetzung.

Nimm Platz," sagte Werner, und Heinrich ließ M in einem Sessel nieder. Ohne Umschweife begann i«t: .Werner, was hast Du mit $oni?"

! Die Frage klang grob, herrisch ans dem Munde k» so viel jüngeren Bruders und berührte den älteren | verletzend u.angenehm. Kühl wandte er sich:Was sagtest Du?"

-Du hast mich verstanden, aber meinetwegen frage ich's noch einmal:Was hast Du mit Toni?"

Werner runzelte die Stirn. Er lehnte sich gegen ten grünkacheligen Ösen, kreuzte die Arme über die Brust

Auf eine Frage in solcher Form und in solchem :$one habe ich keine Antwort> Du wirst beides Indern müssen, wenn Du darüber etwas wissen willst." l In Heinrichs Augen funkelte es. Die Schläfen­puls« schlugen sichtbar und die Hände umkrampften die Seitenlehne des Sessels, das Gesicht war in diesem Augenblick vor Haß häßlich. «

jOho! Ich werde wohl noch schön um Auskunft bitten müssen, warum mau mir die Braut stiehlt!" lisch t« er.

> Zornbebend trat Werner von dem Ofen her in bie Mitte des Zimmers und Heinrich sprang im selben Augenblick aus dem Sessel empor.

Die Brüder standen sich gegenüber, Auge in Auge, säst Brust an Brust. Unverkennbar sich ähnlich und j Plgleich so unähnlich!

I Werner, der etwas Größere^ breit und kraftvoll, Miet dem dunklen Lockenhaar ein bei aller Erregung stbles Gesicht dem Bruder zukehre ich die Arme etwas jkeitwarts gesir-ckt, die Finger leicht gespreizt, als Awlltnr zntzacken, so standet da. Hinrich schien

böhmischen Königen und.den Habsburgern als Ober­herren, niemals aber den Polen. Seit 1742 gehörte es zu Preußen. Deutsch« Einwanderer haben die deutsche Kultur in die polnische Urbevölkerung getragen und im Lauft der Jahrhunderte das Land zu dem gemacht, was es heute ist, namentlich seit der Errichtung der vreu- ßischen Kultur- und Erschließnngsarbeit durch Fried­rich den Großen nach Beendigung des 7jä5ngcn Krieges. Treu haben in den Befreiungskriegen 1813/15 auch die sogenannten polnischen Oberfchlefier zu Preußen -«standen, 1866. 1870/71 und im Weltkriege fochten sie tapfer ans unserer Seite, von polnischen Äuistünds- bewegungen fühlte sich Oberschlesien allzeit frei. Die Leute waren mit den Deutschen u nd mit dem Segen der deutschen Kultur durchaus zufrieden. 1788 wurde in der FriedrichSgrube bei Tarnowitz die erste Dampf­maschine in Preußen aufgrstelkt, 1796 trat in dieser (fftgend der erste Koksofen in Tätigkeit. Die Kreise Rybnik, Pleß, Kattowitz, Königshütte, Tarnowitz, Lub- 'initz gleichen in vielen Teilen einem Walde von Fabrik- schornsteinen und legen Zeugnis von der emsigsten Tätig­keit auf dem Gebiet des menschlichen Fleißes ab.

Heute ist dieftr Inbegriff von Boden- und Kultar- fchätzen verloren, ist uns genommen. Und doch haben wir Deutsche ein gutes Recht darauf, nichtmur das durch eine 700jährige Geschichte erhärtete Recht, son­dern auch, ioas wohl noch mehr gilt, durch daS Recht der Arbeit, da alles ,>oas hier blüht, gedeiht und bestehr, lediglich die Frucht deutschen Geistes, deutscher Unter- nehmung, deutscher Betriebsamkeit ist. WaS aber kann uns, da wir aller Macht beraubt sind, über die bittere Stunde diese: trüben Empfindung Hinwegbringen - Weiter arbeiten, weiter hoffen, aber nicht verzwei­feln und nicht die Hände hoffnungslos in den Schoß legen, wie cs heute leider in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes zu geschehen pflegt, das dem Beruf des Materialismus zu verfallen droht. Nein, stattdesftn un­verzagt arbeiten an dem inneren Menschen zur sittlichen und völkischen Hebung, namentlich an der Jugend, mit allen Kräften des Körpers, der Seele und des Herzen?, bis der Tag der Befreiung anbrechen wird, bis mit der Gesundung die Macht, mit der Macht das Recht, mft dem Siecht das Verlorene uns wiedergegeben werden wird. Der Tag wird kommen, freilich nicht von ungefähr und n*Jjt von selbst, sondern ans ch«m innersten Wesen und Wollen des deutschen Volkes heraus, das sich auf sich selbst besinnen muß, um wieder zn gesunden. Das möge uns der bittere Tag lehren, der uns das schöne, guch deutsche. Oberschlesien raubt und den Polen hinwirft.

F. I.

LiMüMe MieaiW.

Zur wirtschaftlichen Lage schreibt uns ein volks­wirtschaftlicher Mitarbeiter:

Steuern können nur dann die nötigen Erträge ergeben, ohne die Wirtschaft und damit auf die Dauer auch die Reichsfinanzen zu schädigen, wenn die Handelsbilanz wirNich Ueberschiisse aufweist, die für den Reichsfiskus nutzbar gemacht werden können. Das ist aber heute in Deutschland keines­wegs der Fall. Die soeben veröffentlichten vorläu­figen Zahlen über den deutschen Außenhandel im April weisen wiederum eine stark passive Handels­bilanz auf. Während der Wert der deutschen Aus­fuhr in diesem Monat 23 Milliarden Mark betrug, haben wir für 28 Milliarden Mark Waren aus dem Auslande eingeführt. Das gleiche Ergebnis zeigt die Handelsbilanz für die Monate Januar bis April dieses Jahres. Einer Ausfuhr von 73 Mil­liarden Mark steht eine Einfuhr von 76 Milliarden Mark gegenüber. Der FeWetrag von 3 Milliarden Mark ist durch nichts gedWi, stellt also einen volks­wirtschaftlichen Verlust dar. Es gibt also bei der heutigen Wirtschaftslage Deutschlands keine Mög­lichkeit, Reparationen zu zahlen, oder, was dasselbe ist, eine große internationale Anleihe zu verzinsen, als auf Kosten der Lebenshaltung der deutschen Wirtschaft und durch übermäßige Entziehung des für die Produktion unentbehrlichen Kapitals.

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kleiner, weil er mehr die Haltung einer zum Sprunge geduckten Katze angenommen hatte, sein Kopf war vsrgestreckt, die Hände au Fäusten geballt, ruhten auf der erregt atm ent enden Brust.

Jede Se ft ich« mußten die Brüder hal>dg,mein werben.

Da aber trat Werner zurück. Er rang nach Ruhe und nach ruhigen Worten.

Du. bist bei mir und ich könnte Dich hinauswerftn für dieses Benehmen. Aber ich wlll nicht vergessen, daß Du mein Bruder bist. Rede vernüusttg und ich werde Dich anhören. Um nichts sollst Tu bitten, auch um eine Auskunft nicht, so wett ich sie geben kann, aber beleidige nicht, das bitt' ich mir aus"

Di« bestimmten Sätze wirkten. Heinrich sah trotzig vor sich nieder und sagte:Ich habe nur die eine Frage, bei Tag und bei Nacht, was soll ich anders fragen?"

Wlerner hatte aufmerksam zugehürt. Das war rasende Eifersucht und der Junge tat chm leid.

Nun gut, wenn Du fragst und wenn Du aus der Not des Herzens fragst will ich Dir autivorten. Was ich mit Toni habe? Du meinst wie ich mit ihr stehe? Ja, lieber Heinrich daS muß ich mich selbst erst fragen. Das Mädchen gefönt mir und vielleicht gefall' ich auch ihr, aber das weiß ich nicht und so lange ich das nicht weist habe ich kein Recht, meinen Beziehungen zu Toni Hardt irgend eine Be- zeichmtng M geben. Ich stehe zu ihr, wie man ;o einer Jugendgespielin steht, wie man eine Freundin liebt."

Finster saß Heinrich wieder in seinem' Stuhle: Worte, die nichts sagen", i murmelte er.

Well sie nichts sagen dürfen, nichts sagen können. Ich bestimme doch nicht allein. Sieh, Heinrich daS ist Dein unb der Mutter Fehler in der Rechnung. Weil Du Toni liebst sie sogar als Deine Braut be­trachtest ist sie »ach E^rer Miaung gebrrnden. DaS

st

Unsere ganze zur Zeit so kritische Deschäfts- konjunktur und Börsenlage beruht in erster Linie auf der Tatsache, daß unserer Produktion bereit, mehr Kapital entzogen worden ist, al, sie ohne Schaden entbehren kann. Nun soll die Zwang», clftleihe aufs neue eine Eoldmilliarde aus der Pro­duktion herausziehen, und zwar zu einem Zeit, punkt, der als der denkbar ungünstigste bezeichnet werden mutz. Die SpitzenverbSnde der deutschen Wirtschaft unter der Führung des Zentralver» bandes des deutschen Bankgewerbes und de» Reich», verbandes der deutschen Industrie haben ror eini­gen Tagen eine Erklärung veröffentlicht, in der sie die Aufbringung der Zwangsanleihe zu einem ein­zigen Zeitpunkt als untragbar für die Wirtschaft bezeichnen und schwere Störungen für den Fall voraussagen, daß keine Milderung zum Zwecke de: Erhaltung der Betriebsvermögen eintritt. Trotz der B Gingen, die die Reichsregierung leider der _ gegenüber bereits eing-gangen ist, wird |ic auf diese Warnungen der Wirtschaftsführer Rücksicht zu nehmen haben. Die Besteuerung ist eben auf allen Gebieten an der äußersten Grenze des Möglichen angelangt. Wie schwer unsere Pro- buffton bereits leidet und welche Gefahren ihr be­vorstehen, das zeigt das Wirtschaftsbarometer, den uns vor allem der Kursstand unserer industriellen Effekten an die Hand gibt. Die Börse hat ihr Ver­trauen zu weiteren günstigen Entwicklungen un­serer Industrie verloren und bringt das durch er­hebliche Kurssenkungen zum Ausdruck. Sie tut das, obwohl heute der größte Teil der Industrie-, Handels- und Vankunrernehmungen immer noch be­friedigend arbeiten.

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Mw MM fii? äWteie L«d> j. SMsm.

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Unsere Kinder, unsre Jugend, sind das kostbarste Gut, das nach den Erschütterungen' und Umwälzungen der letzten Jahre uns verblieben ist. Sie sollen bie Lücken, die der Welttrieg gerissen bat aussüllen unb bte gewaltige» Ausgaben der Gegenwart und Zukunft lösen. Ihre körperliche, geistige und sittliche Leiftungs- sähigkeit und Wiederstaichssähigkeit muß deshalb mit allen Mitteln geschützt, erhallen und gestärkt werden. Einer der schlimmsten Schädlinge der Jngendkraft ist der Alkohol. In seinem wi-ber zunehmenden Verbrauch ist neuerdings, wie alle VolkSsreunde beklagen, die Ju­gend sehr stark einbezogen . Die Folgen bleiben nicht aus.. Neben vielen erfreulichen Erlcheinunzen unter dem jungen Voll zeigen sich dem Sehenden doch viele recht trübe Bilder. Alle ernsten Aerzte und Erzieher sind beute darüber einig, daß geistig« Gettänke in jeder Form und jedem Maß die körperlich«, geistige und sittliche Entwicklung der Jugend schwer gefährden. Die,e Erkenntnis muß verbreitet werden. Die Mittel und Wege zu ihrer Verwirklichung müssen ausgezeigt wer­den. Es gllt, die hierfür berufenen Persönlichkeiten und Stellen zur Mitarbeit heranzuziehen. Die Jugend muß aufgerufen werden, daß sie selbst hilft an ihrer eigenen Befreiung von den Ketten alter Anschauungen, Ueber- tieferungcn und Sitten. Das ist Inhalt und Ziel des 2. Deutschen Kongresses für alkoholfrei« Jugend­erziehung."

So lautete die Einladung zu diesem Kongreß, welcher tu der Himmelfahrtswoche vom 21.25. Mai d. Js. in Berlin tagte, und der sich zu einer machtvollen Kund- gebung gestaltete, die sich dem, von der Reichsha.>ptstelle gegen den Mkoholismus im Oktober vor. Jahres yi Breslau veranstalteten, Mohol<regnertag würdig an die Seite stellte.

Unter den 2000 Teilnehmern Ware» Vertreter der Reichs- und Staats-, der Schul-, Kirchen- und Ge- mcindebehörden, der Jugend- und Wohlfahrtsämter, der Verficherungsträger, der Wohlfahrtsvereine, der Frauen- und Jugendvereine, Aerzte und Beamte. Lehrer und Lehrerinnen, Geistliche und Parlamentarier.

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Die Bedeutung, welche dem Kongreß en maßgebende» Stellen beigelegt wurde, trat auch änßerüch in die Er­scheinung. Der Rektor der Universität, Prof. Nernsts hatte der Versammlung die prachtvolle neue Aula fr* Universität für ihre Teurung zur Verfügung gestellt »M

f» seiner Begrüßungsansprache auf bk Wich­tigkeit der Alkoholftage auch für die akademische Jugend hin. Der Reichsminister de» Innern hatte den Ehr?»- Vorsitz übernommen; der RrichsjustiMinister und da preußische Wohlfahrt-Minister waren persönlich erschiene» ttnd stellte» dir Mitwirkung der amtlichen Nellen bei den so dringeichen gesetzgeberischen und Verwaltnngs- re formen zur Bekämpfung der Alkoholgefahren, zumck für die Ingendllchen, in Aussicht. - 3

Kal den Verlauf der Tagung besonders erfreulich machte, war nm die» gleich vorweg zu nehmen die Mitarbeit der organisierten Iugerck selbst, die i» ausgiebigstem Maße zum Worte kam nach, bei manche» Trennenden in den einzelnen Organisationsformen, übe» all da», all« Verbände Einigende, Gemeinsame: doch nämlich chte echte Jugendbewegung ohne entschiede» Stellungnahme zur Frage de» Rauschtranke» nicht denke bar sei in den Vordergrund stellte.Die Bckentoag der Alloholfragc für die Gegenwart unb Zukunft bet deutschen Volkes", so lautete der Austakt zu de» Be» Handlungen: zu diesem Thema sprach für den gesund» beitlichen Wiederaufbau der Unterzeichnete, für den wirke schaftlichen Mederaufbau Prof. Fuchs-Breslau, für de» sittlichen Wiederaufbau Prof. Barth-Leipzig. >

Es folgten, überall ergänzt durch ausgiebige An»z spräche, die Vorträge: Der Einfluß des Genüsse» geistig«» Getränke auf die hoffende und stillende Mutter: auf dah Kind und die Heranwachsende Jugend: die alkoholfrei» Jugenderziehung durch Haus, Schule, Kirche und Staat, Einzelbericht« behandelten die Erziehung durch Voll-»« Mittel-, höhere, Berufs-- und Wohlfahrtsschulen, Elterna beträte, Wanderunterricht, Lehrgänge: durch evangelisch^ kathoüsche Kttche, jüdische Religionsgemeinschaft,' durch Reich, Staat und Gemeinde mit besonderer Berücksüh- iigung der der Wohlfahrts- und Jugendämter: ferner: bi» Neberwindung der Alkoholgefahren durch Förderung bet körperlichen und geistigen Ertüchtigung der Jugend: Tum nett und Alkohol, Sport nnd Alkohol.

Der Chef der hessischen Nnterrichtsverwaltung. Pre­sident Dr. Strecker - Darmstadt, bezeichnete in feinet» Bericht über den Stand der Antialkoholbewegung diese mit Recht als eine Lebensftage für das deutsche Boll:iw der Trinkerfürsorge, der alkoholfreien Jugenderziehung, der veredelte» Bolksuntrrhaltung, der Reform des Ksn- zessiouswesenS. der Modernisierung unsrer strafrechtlichen Bestimmungen, dem Kampf gegen die fremde Alkoholein- fuhr nnd gegen Gefahren des staatlichen Brarnt« weinnmnopolS haben alle Aüoholgegncr fnichtbare Ge­biete gemeinsamer Arbeit vor sich".

Den Beschluß machte ein großzügiger Vortrag bei. um die Alkoholfrage hochverdienten und unermüdlich tätigen, Pn'f Dr. Goufer:Wie gewinnen wir die Organe der Kirche, der Schul« und der freien Wohlfahrtspflege für* b« alkoholfreie Jugenderziehung?"

Eine, in dem Kongreßgebäude dakL-botene stattlich« Ausstellung sowie «in Lichtbildertprtrag über Jugend«, Heime und Jllgendherbergen ergänzte daS Gehört« dur<s die Anschauung. >

Vorträge über Erneuerung der Geselsigkett in Far^l. Iten, Vereine», bei Kinder-, Jugend- und Bollsfesr^n brachten zum Mendigrn Ausdruck, daß neben der nega- siven Seite der allohoffreien Jugenderziehung der posi­tiv«« die allergrößte Bedruturtg zukomnt..

BEge Uebereinstimmung herrschte darüber, baß alko­holfreie Erziehung der gesamten Heranwachsenden Jugend bis zur Vollentwicklung unbedingte Notwendigkeit sei fiit hen gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sittlichen Wieder­aufbau des deutschen Volkes: daß Belehrung über die Mkoholfrage durch dafür genügend vorgebitdete oder vor- »«bildende Erzieher in den Unterrichtsplan aller Schul- aattungen, auch der Hochschulen, fest etngefügt wecke» müffe: daß wichttger als Verbote und Belehrung das Beispiel der Erwachsenen, und das Wertvollst« der, au- eigenem Wolftn hervorgegangene, freiwttlige Verzicht der Jugend auf bermtfchende Getränke sei.

Aufllärung über die Alloholgefahren (auch die indirek­ten! Der Alkohol ist der Schrittmacher für die Ge­schlechtskrankheiten!) muß in die weitesten Kreise unsere» Volkes getragen werden, das in seiner Mehrhett noch

ist nicht wahr. Frei ist sie wie ich» wie Du, wie jeder Mensch"

Meder sicht der Jüngeve wild auf:DaS heißt also auch frei für Dich?" .. _

Auch frei für mich, allerdings."

Und das will ich nicht, daS dulde ich' nicht. Werner, es geht auf Se6et und Tod!" "

Kopfschüttelnd blickte Werner auf den Bruder..

Heinrich beantworte mir «ine Fra-k:§at Ton! Dir ein Jawort gegeben?'

»Es gibt einen Verspcuch ohne ausdrückliche Er- llärung" .

Gewiß, ein Kuß schon könnte e» sein -

Grimm und Groll lohten aus de» Augen de» jungen Bauern:Zum Teufel, nein! Dir vielleicht! Sag» auf der Stells Dir vielleicht?"

Meder schien's, al» wollte er ihn anspringen. Werner bewahrte mühselig, aber erfolgreich Ruhe.

Wer sprach von mir? Habe ich sie meine Braut genannt? Ich habe nicht mehr Recht auf ihren Besitz, wie e» jeder andere hat, auch Du. Und eben, weil sie sich niemanden gegenüber band, ist sie frei für jeden. Sieh» so stehe ich zu Toni, da haft Du meine* Antwort."

Heinrich ging auf und ab, mit schweren Schritten, die ein dicker Teppich dLm-fte.

Und darntt soll ich gehen, soll ich mich cckspeifen lassen, soll ich wieder betteln! Dabei werde ich ver­rückt. Für Dich ist sie am Vormittage yt Hause» mit Dir tafelt sie und steigt sie durch daS Haus und Garten, wenn tth am Nachmittage komme» ist das F-Sulein nicht Pl sprechen. Zum dritten Male nicht zu sprechen. Damals am Abend in der Pfäunermühi« sing'» an, seickem gestern zum dritten Wale! Satt hab' ich'S, so geht?» nicht wettet!"

Dem Maler tat der Bruder leL ' Er ging zu ihm und legte ihm die Httnd aus die Schulter:Du bist seht aufgeregt, Heinrich» ich verstehe Dich und

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eilte» Augenblick zu ruhigem Ueberlegeu. Wenn Toni Hardt, was ich nicht weiß und nicht bchauptt^ «ich Dir vorzög«!, könnte ich'S ändernd

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,Me bas?"

Sag' ihr, baß Tu sie nicht mag ft, .. ......

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Das sprudelte heraus, Verworven, stnnlo». Werne* ! tot, als habe er nichts gehört. 1 j

Du bist noch schr jung, Heinrich» Du wirst Steg; und überlegter werden, bann wird Dir diese Stttnde un­begreiflich erscheinen" i

Ach lass' die Schulmeisieveien! Für die bi» ich nickst mehr jung genug.Sag' mir klipp und Kat: Willst Du mft bei Toni aus dem Wege gehen oder willst Du'» nicht?» Was führt Dich hftcher? Höhen­luft sollst Du haben, die gibt» nicht bloß in Gunter» bach» such' sie überall, bloß hier nicht. Gehe fort, so weit ati möglich und ich will Dir'» danken, will an Dein Mitleid glauben, aber rede von dem Mitleid nicht, wenn Du doch bleibst und mich zur Verzweiflung | bringst!" , ' < .. . j

_________(Fortsetzung folgt) j

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von. Millionen Mensche: läßlich, gern ßärunken l