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Die .OberheUich« Zettrru' ettoelut letbsnral wSLentliL. — Dezugsvreis monatlich
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»1QQ kein Ersatz. — Verlag »an De. L. Hieeroti,. — Druck der Univ^DnLdruckerei von • Job. Aug. Äotfu Markt 2123. — NernwreLer 55, Posiickeckkonto: Nr. 5015 Amt
Krankiurt a. Main.
Oesterreich auf der Haager Konferenz.
Wien, 9. Juni. Der italienische Minister» Präsident hat der österreichischen Regierung etr.» Einladung zur Konferenz im Haag übermittelt. Oesterreich wird sich durch seinen Gesandten i? Haag auf der Konferenz vertreten lasten.
Marburg
SrtUH. in 9. 31li
Genf, 8. Juni. Laut dem Völkerbundesekre» tariat habe« die kürzlich- vom Völkerbundssekre» tariat ernannten Mitglieder des Ausschuss« für geistige Zusammenarbeit, darunter auch Professor Einstein, die Einladung angenommen. Die erst« Zusammenkunft findet voraussichtlich am 1. August, in Genf statt.
Strom Me KmÄmüe.
Lchanzer über die Ergebnisse von kSrnua.
Irland.
t. o n d o n, 8. Juni. Reuter meldet: Ungefähr drei Baraillane britischer Truppen, unterstützt von Artillerie und Fliegern, begannen heute früh In drei Abteilungen die Stadt Velleck en Lough«««, die auf dem Gebiet von Ulster liegt und letzte Woche von Irregulären des Freistaates eingenommen wurde, zu umzingeln. Rach einer Lrtilleriebeichie. tzung nahmen di« britischen Truppen erst da» gort austerhalb Velleck und dann di« Stadt selbst.
Wiedererstehen be» BrrtrauenS» die Steigerung der Produktion und die Gchernng d«S Schicksals ihrer Arbeiter-, klaffen Die beülen Rationen sind nicht militärisch uno streben beide nach Befriedigung in Europa. Italien ist arm an Rohstoffen, da e» keine reiche koloniale Kriegsbeute erhielt und mutz deshalb seine wirtschaftliche Ausdehnung sichern und bie Arbeit und Initiative seiner Bürger Aber feine Stenten hinaustragen. Llohd George begriff diese berechtigten Bedürfniste und
.Wünsche Italiens. Die ganz eng« Zusammenarbeit zwischen Italien und England in Europa und im Orient, vor allem in dem mittelländischen Italien, muh ge- aründet wecken auf eine gerechte und billige Abschätzung der «egenfittigen Interessen und auf freundschaftliche Prüfung aller zwischen den beiden Staaten zur Beratung stehenden Fragen. Wir freuen uns darüber, dass eine engere Solidarität zwischen England und Italien aus dem Kampf hervorgeht, welchen die beiden Rationen zusammen tn Genua lieferten, um einen «'nen Geist und neue, für die Wiederaufnahme der allgemeinen wirtschaftlichen Tätigkeit günstigere Bedingungen zu schaffen. Auch betrachten wir die Freundschaft Italiens zu Frankreich als einen der Gennd- pf eilet unserer Politik und als wesentliche und un- .ichehrliche Bedingung für die Anftechterhaltunn drs Friedens in Europa. Auf Bemerkungen eines Redners über die Freundschaft zwischen Italien und England rr- klärte Schauzer: „Es handelt sich nicht um ein Bündnis. sondern um den Plan ,in freundschaftlichem E-eifle die Mszlichkeit der Zusammenarbeit bei allen, Leide Länder interessier«!)« Fragen zu prüfen." Ein' Meinungsaustausch findet zwischen den Miierteu statt, um die geeignetsten Mittel festzustellen, das gemeinsame Ziel, die Wiederherstellung des Friedens im Orient sn erreichen. Schanzet sagte, er habe in Paris seitens- Englands und Frankreichs Verständnis gefunden, de st es Pflicht und angebracht sei, Italien bei seiner auf Schuh seiner Orientinteressen gerichteten Tätigkeit zu.helfen. — Hinsichtlich der Frage der Wiederaufrichtuug der Heimat. der Juden in
nach Palästina nicht nur unter den christlichen Gemeind«, sondern auch unter den Muselmanen erzeugt hat. Das ist natürlich, da Palästina das heilige Land dreier Religionen ist. Während dir italienische Regierung Hirn schon die gegebene Zustimmung dazu «usrechterhält. den Juden eine Heimat zu geben, wird sie sich andererseits sorgfältig bemühen, damit die katholischen Interessen nicht verletzt werden, welche eine ruhmreiche ftalienische Uebcrliefrrnng bilden Schanzer kommt darauf auf die internationale Lage Italiens nach der Genueser Konferenz zurück rind fast in Anspielung auf Frankreich: die Erklärungen Gart Hous g«nü»en. um zu beweisen, mit welchen freundschaftlichen Gefühlen gegenüber Italien die französische Delegation unser Land verließ. Aber auch inftre Beziehungen zu den andere« in Genua vertret-uen Nationen. an erster Stelle zu Deutschland, pugen, swie wir mit dem gtSßten Vergnügen fi-stellen, an» der Konferenz geklärt und gefestigt hervor. Wir nahmen engere Fühlung mit der klein« Entente und bestätigten die Herzlichkeit der Beziehungen Italiens zu Bolen und der traditionellen Freundschaft mit Rumänien.
Dann spricht Schanzet von Amerika und tat: Die Freundschaft dieses großen Landes, wovon wir in Washington und später klare Beweise erhielten, wiiv von uns lebhaft geschätzt. Amerika nahm unsere Eta- laduua nach dem Haag nicht an. Wir bedauern das aufrichtig. Vielleicht ist die Stunde bet Intervent'»» Amerikas bei dem wirtschaftlichen Wied er au f 5a u Europas noch nicht gekommen, aber ich habe die s-ste lleberzeugung, daß diese Stunde schneller 6er» ankommt al» man glaubt. Schauzer wies darauf hin, daß' infolge der Lanner Protokolle, die die Au'. gäbe der Genueser Konferenz beschränkten, die süd- amerikanischen Staaten ihr serubliebeu. Sie seien aber den Berhandlungen mit besonderem Jnterrise gewlgt. Schanzet weist sodann auf den Abschluß der Bet- handlnngen Italiens mit Jugoslavien über die Ausführung des Vertrages von Rapallo hin. Sobald er zur Maßt gelangt fti. habe er der Bdriasrage feine lebdafte ?lnfmerksamkeit gewidmet. Schanzet erklärte, er habe die Anwesenheit der juooftawischen Minister Ninr- schitsch unb Krastelv in Italien benutzt, um die Vertragsentwürfe »uszuarbeiten, die noch die endgültige Billigung bet beiden Regierungen finden müßten. Er glaube, daß diese geeignet seien, eine dauerhafte, herzliche und autrichtige Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten herzustellen, die für di« beid«n Völker, namentlich für die Zukunft Fiume» und Zara», notwendig sei. Schau'?: sprach von den Petroleum Verhandlungen mit der englischen Delegation enb sagte: Bit erhielten von Llovd George einen Brief, bet in einer für Italien »u- sriedvlstellenvem Weife Aufklärung gab über englische Petrolenmpvlitik «ud bie Tragweite be» französisch-englisch« Abkommen» von San Remo. Schanzer erllärt-: weiter: wir schl.-sfeu einen Vertrag mit Polen, bet nn« dieselbe Behandlung gewährt, die Frankreich zu- gestanden Word« ist, nxtix Einfügung der MeMbegüw- stigungsklausel. Bit begannen wirtschaftlich« Verhandlungen mit ßlxlanb, Lettland und Estland. Mr schloss« schließlich da» Wirtschaftsabkommen mit Rußland, das noch der Ratifizierung durch dre beide» Regierungen betört Am Schluß seiner Rede hob Schanzet hervor, baß in Genna zwischen Rußland und dem Reste Europa» eine Annäherung erreicht wurde, die nicht mehr gebwchcu werd« könne. Er stellte schließlich fest, daß Italien in feiner Einheit stark nud «ntschlafsen ist, auf ban Weg» des Fortschritts vorwärts zu gehen, eine interuationake Stellmm mb Wodlünud M erobern.
einsehen, und wir würden uns nicht wundern, wenn et seine Mission als beendet bertachtet.
Paris, 8. Juni. Die Morgenpresse bespricht den gestrigen Beschluß der Reparationskommissian über die Machtbefugnis des internationalen Anleiheausschusses zum Teil unter ausdrücklicher Betonung des oppositionellen Standpunktes Frankreichs, der bei der Abstimmung zum Ausdruck gebracht worden sei.
«Echo de Paris" fragt: Was werden mtttntejjr die Bankiers tun? Sie haben „Ja" gesagt, jedoch ist es nicht sicher, daß sie es weiter tun werden.
„M a t i n" ist der Ansicht, Frank« ich könne unter den augenblicklichen Umständen nut auf seiner Stellung beharren und die Vorschläge abwarten, di« ihm gemacht werden.
„P «t i t P a r i s i« n" hosst, daß der internationale Ausschuß nicht die Flinte ins Korn werfen werde, denn die Verzögerung einer großen internationalen Anleihe werde »mfo bedmierlich« sein, aB die Bedingungen hierfür in einigen Monaten weniger günstig sein würdem Außerdem wikrSe durch das Autzeb« des Anleihegedankens die deutsch: Antwort vom 31. Mai hinfällig, denn Deutschland habe eine Süße« Anleihe zu der von ihm geforderte« Ordnung seiner Finanzen »erlangt. Heute riskievr man es, die groß« Frage vom 31 Mai toitbet aufzuwerfen, ohne die Sanktionsdrohung zu vergessen.
„Ere 9t oit bei le" sagt, die Wahl lieg: Kunsch« einer Benvirklichungspolitik und einer Politik, die sich fortgesetzt auf dm Pretest gegen Deutschland auf- baue. Dieser letzte« Weg, der im Nam« des Nationa- lisnnis geführt worden sei, verstößt nach Ansicht des Blattes direkt gegen bie Interessen Frankreichs.
Der Lazeigeavre!, Beträgt für bi« 9 geht. Zelle ober bete« Rau» t Mk. für bett Millimeter, amtliche unb ansmättine LS) Mk. Libere Soalteudreite» nach eativrechender Bereckmtng. Spät einlaurenoe ober be» Raum über */t Sette etnntbambe Aa- «cigte ftnb wir berechtigt, »ach der lettfoaltenbrette tu fetze» unb zu berechne». Soge». Reklame» berechne» wir bk Lob-Zeile mit 9.00 Kt Zeder Rabatt gilt al» Larrabatt. Bei Sushittft durch bie »eichäftsSell« und Vermittlung der Angebot« 1 Mk. Sonbergebübr.
worauf «S Anspruch. Die Red« Schanzer» fand lebhaft« Beifall.
R o m, 8. Juni. Die Kammer hat m : 2VV gegen 67 Stimmen eine Tagesordnung angenommen, in bet bie Außenpolitik der Regternnß gebilligt wird.
Ak SM« SMkkU.
verlin ,7. Juni. Tschitscherin hat nicht die Absicht, an der Konferenz im Haag tcilzunehmrn. Wer Rußlarck» im Haag vertreten wird, steht gegenwärtig noch nicht fest. Amerikanischen Prefsevertretero tu klärte Tschitscherin, er beabsichtige, mehrere Wocheq in Berlin zn bleiben, um feine« ««gegriffenen Ko» surdheitSzustand wieder z« festigen. J u ..
Vorbesprechungen.
Rom, 7. Juni. Nach einer hiesigen Agenturmeldung wird in den nächsten Tagen in Rom ein englischer und französischer Delegierter erwartet, um vor bet Konferenz im Haag mit bet italienischen Regierung über bie Haager Verhandlungen sich zu besprechen. ,* Paris, 7. Juni. Nach einer Londoner Havait- Meldung soll vor der Konfe«nz im Haag Prämie liuarsitzung der Vertreter der verschi-denen Rrgienrngeil stattfinden, in welcher man eine Einigung Über die Grundlage zu errieten hofft, auf die sich die Besprechungen der internationalen Sachverständig« im Haag stütze« sollet«. Der „Daily Telegraph" zufolge bereitet der italienische Außenminister Schanzet seine Anwtort aus das Memorandum Poincarö» vmh in dem die Einschränkungen PoiucaröS abgelehnt würden, da sie den Erfolg der Konfe«nz ht Frage stellten.
Paris, 9. Juni. Die Havas-Agentur glaubt zu wissen, falls Frankreich an den Verhandlungen im Haag teilnehme, werde der französische Gesandte im Haag Benoist Frankreich bei den Vorverhand- • fangen vom 15. bis 25. Juni vertreten.
Bet Mert*
Tagung de» Finanzkomitces des Völkerbundes.
Genf, 7. Juni. Da» Finanzksmitee des Völker« bueckrs ist gestern zu einer 1. Tagung zusammen getreten unb wird sich mit einem Teil der wirtschaftlichen Frage« befassen, bie bpn Völkerbund durch bie Konferenz do« Genua übergeben wurden. Das Konnte bchandelte gestern: die Frage Iber Besteuerung mit Bezug auf bie Frage der Kapitalflucht und der Kapitalabwanderung.
Stürmischer Verlauf. '
Prag, 8. Juni. Der letzte Tage des Kongresses der Bölkerbundsbereinigungen berlief wieder stürmisch. Vormittags wurde mit der Delegation der kleinen Entente über ih« Rückkehr verhandelt: doch mußte bet Kongreß am Nachmittag in einer Bold cefam-aRag in Abwesenheit bet Tscheschen, Südflawcn, Polen Rumäne« unb Griechen beendet weiden, nachdem ein französischer Antrag beschlossen worden war, einen tschechischen Protest der Kommission zu überweisen bie he« nächsten Kongreß vorbereiten soll.
Sprengung br» Prager
Prag, 8. Juni. Der Prager a., -•.$
Völkerbundsliga ist gestern abend 71/, Uhr infolge der Sozession bet Tschechoslowakei, Jugoslawiens, Rumäniens, Polens unb Rußlanbs wegen MeinungSver- schiedenheiteu in der Mnderheitssrage auseinauoev- gegangen.
Sie Weihe.
' Paris, 8. Juni. Heber die heutige Sitzung des Anleihekomitees wurde folgendes Kommunique tzuegegeben: „Das Anieihekemitee verfolgt bas Studium der durch die gestrige Antwort der Repa- rationskommifston geschaffenen Lage. Diese Prü-, fung wird der Gegenstand einer neuen Sitzung sein, die morgen früh, den 9. Juni, abgehalteu werden wird."
Zu dieser offiziellen Meldung können wir hinzu fügeu, daß das belgische Mitglled des Anleihe- komitees, Delacroix, beim Verlassen des Sitzungssaales Zeitungsvertretern erklärte: »Ich bin nicht pessimistisch. Wir haben mehrere Projekte al» unbrauchbar ausgeschieden und nur die Prüfung eins Einzigen Projektes ins Auge gefaßt. Diese Prüfung wird lange dauern, und wir roetbeit bis Montag ober sogar Dienstag beraten müße«."
Roch kein endgültiger Beschluß.
IA Paris, 9. Juni. Das Anleihekomikee, das gestern nachmittag J/H Uhr zu einer Sitzung zu- ptmmeutrat, in der die sämtlichen Mitglieder anwesend waren, wollte heute sine Entscheidung darnber treffen, welches seine zukünftige Haltung fein wird angesichts der gestrigen, »oa Frankreich nicht gebilligten Antwort der Reparationskommis- stou über eine eventuelle Herabsetzung der deutschen Schulde«. Die Sitzung ist äußerst lebhaft verlaufen und dauerte bi» gegen 7 Uhr, ohne daß ein Beschluß gefaßt wurde. Auf Freitag nadjmittag wurde eine neue Sitzung anberaumt, in der hie Aussprache weitergeführt werden wird und die, wie man versichert, einen interessanten Verlauf nehmen wird.
Pressestimmen.
Stfnbon, 8. Juni. Der Pariser v«ichterftatter der »Xtme8' schreibt, $um erste« Male fet t« bet Aeparattonskom Mission tn einer wirklich erstklafftsen Frage ein MehrhettSbeschllch «cfastt worden. Gie Stellung Belgiens sei äußerst heikel geiveien. Ma« hoffe, daß die Bankiers zu einem Kompromiß komme« werden, daß die Gesamtschuld Deutschlands nicht mtgetastet werd« tofte. Dagegen fette die Bezahlung während eines Zeitraumes von 20 Jahren suspendiert werden: Wen» diese Mittel angewendet würden, so sei es wahrscheinlich, _>af$ Frankreich kein« weiteren Einwendungen mache. Dieser Zwisechnfall habe gezeigt, daß eine Herabsetzung der französisch« Forderung ohne gletchzeittg« Kom- pensatton nicht stattftnden könne. Et« etwaiger Be- riebt der Bankiers werde vielleicht eine allgemeine Debatte auLlösen, di« $w einer g»ötzL«n ftMtfer«a Mr« Sune. Es stehe nicht fest, dech unser d« augenr>lich- Ht&tR Umstänv« eine Anleiüe möglich fei. 68 wär- den vielleicht die ernstesten Einwmdung« bestehe« gegen eine Teilbehandlung eines Problem», das durchaus ein Ganzes bilde. Vieles muffe «och getan werden, wie auch der .Temps" bemerkt. Die deulsche Anleihe müffe angesehen werden alS volle Regelung der international« Schuld.
Der Pariser Berichterstatter der .M o r n t n g P o ft" schreibt, der gegen die Franzof« angenomm«e Veschlust der Reparalionskommisffon betreffend die Erweiterung des Mandats des BankierauSschuffes habe tn Parts Ueberraschung hervorgerufen anstatt Bestürzung. Dieser Beschlust bedeute einen wetteren Schritt auf dem Wege der Herabfehung der französischen Forderung an Deutschland: daS sei in federn Falle die in französischen parlamentarisch« Kreis« vorherrschende Ansicht, und Poin« la re und d e Lasteyri« sei« durchaus dieser Meinung. Man erkenne, datz eine wirNiche Gefahr bestehe, die Frankreich tn eine Lage htneinmanöverter« werde, tn der ein Druck auf Frankreich ausgeüvt Werden tonte, eine wettere Herabsetzung der Reparatton« an- pmehmen.
Das »Datlh Chroutcle^ ttM In etuem Lett- «tikel Kritik au der Haltung der französischen Reglernng gegenüber dem V ankt« r au » ich« st Es sei uttverstäudlich, daß die Franzos« den unerfüllbaren Reparattonsttaum d« Reparatton« selbst vor- zögcn. Der Plan des BauNerausschuffes sei der e t«- Noe vorhandene Weg, trat den deutsch« Finanzen wieder auf die Beine zu Helsen, und zugletch das ttn- tige Mittel, um für Frankreich selbst tn bctrMtrtajem Umfange Bargeld zu bekommen. Diese Bankiers, die bie einflußreichsten Körperschaft« von Ftmmzleut« tut» Sachverständig« verträten, die die Welt aufwetse, kuteresstere Dicht wie Polittker die Frage, wa» Deutsch- dmd hoff« zahle« zu können, sondern, wa» D«tsch- hnt> 1« Wirklichkeit zahl« könue.
Pari», 8. Juni. Zu dem gestrig« Beschluß 6er Reparationskommissiqn schreibt .^Journal bei ÄebatS": Selbst war» es dem BankieranSschuß Iriingt, ein« Anleiheplan aufzustellen, ist e» eine WuSgemachte Sache, baß ber Reparationskommission lehterfei Jnitiaive bet bet Auflegung «inet Anleihe ßnsteht. Ferner hat Poinearö gestern dn SeuatS- Msschuß für auswärtig« Angelegenheiten erklärt, daß Mt französische Regierung als Hauptbedingung ber» Jungen werbe, baß di« Anleihe keinerlei neue Desch neibung der französischen Forderungen zur Folge htcke. Die zwischen ber Rrpara- Aonskommission und dem Anleiheausschuß «ingeleiteten Anterhandlungm scheinen also in eine Sackgasse zu Witzreu. Der Anleiheausichuß werb« da? zweifellos
Palästina spielt Schanzer auf bie Schwierigkeiten au. bi: taS Mißtrauen schafft, welches bi: Rückkehr der Iuben
Ro m» 7. Juni. In der AnSsprach« in der Kummer über die äußere Politik erklärt« ber Minister des Aeugcrn Schanzer gegenüber versckiedenen Rckncrn, e5 werde ber Zeit bedürf«, itm ein endgültiges Urteil über die Genuesir Konferenz fäll« zu können. Hinsichtlich de? voll tischen Teiles der Genueser Konser«z erinnerte et daran, daß di« Frage« über die AbrüstungSver- träg« unb betreffend die Reparatio n«n auSge« schlossen waren. Man habe diese Einschränkung« an- «ehmen müssen, um die Konfer«» z« rett«. Eine der Grundidee« — fuhr ber Minister fort —, die «nS beseelte, war bie bon dem besonderen Charakter der Konferenz von ihrer europäischen Universalität und bei Gedanke, ; daß ettc hloße Tachache dieser Versammlung en» «och nicht nach dem Kriege dagewestnes politischer Ereignis war, ■be8 «nett entscheidenden Vmkkuß auf die z»kü«ftige Richtung der europäischen Politik haben würde. Tann behandelte Schanzer da» russische Problem und erwähnte die verschieden« Art«, es zu betrachten, toobä er von den« sprach, die an eine Jntrr- veutionspolitik gegen das bolschewistische Regime dächten, die so bittere Früchte zeitigte, sowie von denjmigen, die wenigstens um Rußland eine Art politischen Sani- tätSkordon aufrechterhalt« wollten. Die Üalienische Delegation hat daran gearbeitet, ein europäisches Abkommen mit Rußland möglich zu machen, fei eS über Fragen der Brrganzenheit, sei eS über Fragen der Zukunft, als der Zwischenfall des deutsch-russischen Vertrages eintrat, der während der Konferenzarbeften »wischen beib-n Staaten als Sondervertrag abgeschloss« worden ist. Die italienisch« Delegation ist mehr als je in der feiten Urberreugung bestärkt Word«, daß auch bad übrige Europa zu dem Abschluß eines Vertrages mit Rußland gelangen müsse. Die ftalienische Tätigfcü war häufig eine Bemühung um Aussöhnung »wische« de» auseinandergehenhe« Thesra und LösnngS- vorschläg«. Ktenit eS nicht möglich war, in Genua Has Problem der Rückkehr Rußlands in daS «ropäische Leben »u löse«, so hin« da» besonder» bon zeitlichen Gründen ab Ein solches Werk konnte nicht in sechs Woch« standegebracht werd«. Mit Recht setzte man für dte Arbeiten int Haag rin« Zeitraum bon drei Monaten fest Da» Terrm'n ttntrbe gut irorberetiet, damit das Ziel erreicht werd« tarnt. (Setnra konnte keine Wunder hervor- bring«, aber es öffnete ber europäischen Politik den Weg in die Zukunft unb legte sicherlich d« Grundstein für ein Uebcreinkommen »wisch« dem Westen und Rußland. Schanzer fügte hinzu, Jtalleu werde mit d«selben Ide« nach dem Haag geh«, die es bisher fetteten.
Rckner betrachtete darauf die Ergebmfle bei Sonfeieu» im Zrisammmhaug mit bei allgemeinen Politik Italien» und wiederhoU«. daß Italien in einem allgemeinen Abkomm« mit Rußland eine» bet wesend sich« Elemente »ui Befriedigung und »um Aufbau Europas erblicke, daß Statten deshalb für rin solches rintrut und feine eigene politische Linie verfolgte, ohne bte Grundlag« der politisch« Grupp« zu rrschüttern, ber e» angehört. E» lag in der Ratui der Ding« selbst, daß England und Italien in'der allgemein« Polittk dieselbe Linie rinhtelten. Ete sind zwei große Demokratien, welche feine ÄonfliftBgrflnbe zwischen sich hab« und durch wechselseitiger Verständnis für 16« gegmfritig« Jntt«ss« verbuuo« sikw. England und Italien häng« zum großen Teü für ihre Ernährung bam Meere unb dem Auß«handel ad und genügen sich nicht selbig Sie brauch« bie Sicherheit des Verkehrs, das
Amtliches VeMMgungsblatt des Kreises Marbmg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhesseg