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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marbmg..
Anzeiger für (bas früher kurhessische) OHMessM
Mt. 132
7 ;'e „übcrijeiftjdje Zeituns' erscheint sechsmal wöchentlich. — Lezugsprei- monatlich 22 oüt ausfallend« Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse fein Gria?. — Verlag von Dr. T. Hitzerath. — Druck der Univ^Buckdruckerei von 5oh. Lug. Koch, Markt SL'23. — Fernsprecher 56, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Mai«.
Marburg
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Vrachmond.
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Sie MatiWan Des 6e«tlWI6tB Serltooes.
Berlin, 7. Juni. Der Vertrag zwischen Dcutschland und Dänemark über die Re- gelting der durch den Uebevgang der Staatshoheit in No rdschleSwig auf Dänemark entstandenen Fragen ist ratifiziert worden. Der Austausch der Ratifikationsurkunden fand am 7. Juni in Berlin patt. Der Vertrag ist damit in Kraft getreten und wird in den nächsten Tagen im Reichsgesetzblatt Vtt> rssent.'icht werden.
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Der «erblind.
1 Prag, 7. Juni. Im weiteren Verlauf der gestrigen Vollversammlung des Kongresses der Völkerbundslig» er- Bärte Lafontaine-Belgien, die Auffassung, die internationale Regelung der Minderheitenfrage wäre ein Angriff in die Souveränität der »ationÄeu Staat«, sti vollkvru- men unhaltbar, denn bamit wäre die Daseiusberecht'suug der Teselffchaft der Nationen überhaupt verneint. §a- pradellc-Frankreich führte aus: Es ist ein Menschenrecht, nicht unterdrückt zu werden, und dieses Recht übertiägt der Geist unserer Zeit von Einzelindividuen auf eine Gruppe von Individuen. Wir respektieren die Rechte jeder Minderheit, und ich möchte jetzt den Begriff' „nunc rite orvheline" prägen. Picort-Schweiz wies darauf hin. daß die Schweiz den Gedanken der vollständigen regioinalen Selbständigkeit verwirklicht hab«. Er ersuchte, der Generalversammlung die vorliegende Resv- drtion der Kommission zu weiterer gründlicherer Durch- gestaltung zurückzugeben. Nach weiteren Reden wurde die soweit geklärte Sachlage nun in mehrmaligen Pansen unter den Mitgliedern vertraulich besprochen und die Vorschläge dem Vorsitzenden schriftlich überreicht, der sie wie folgt verkündete:
! Erster Vorschlag Lafontaine-Bernstorfs: Unveränderte ttnb uneingeschränkte Annahme der Resolution und Weiterleitung des gesamten Materials in seinem heutigen Zustande an den Völkerbuno und Schluß der Debatte Zweiter Vorschlag Dickenson Araber: Rückverweisung der Resolution an die Kommission behufs Ergänzung und Aeiidernng bis morgen früh. Dritter Vorschlag Mer- rier-Lapradelle-Gianonowitist: Die Versammlung erklär: sich feierlich für die Minderheitsrechte. Sie gibt ihrer Dankbarkeit und ihrer Anerkennung der Minderheits- kommiffion gegenüber Ausdruck für die bisher erzielten Ergebnisse, und ersucht die Kommiffion, die Vorlage ans eigenem Antriebe zurückzunehmen, die Vertreter der Minderheiten anzuhSrcn und nach Verlauf von drei Monaten die Frage einer neuerlichen Generalversammlung vorzulegen. Nach der Abstimmung verkündet- Präsident Rnffini, daß von den abgegebenen 95 Stimmen sich 55 für den ersten Vorschlag und vierzig dagegen eltt- schiedeu. Lujo-Boiimwitsch-Juaoslawien erklärte hn Nau«en der jugoslawischen, der tschecho-stowakischen, der volnischen und der rumänischen Delegationen: In Anbetracht dessen, daß der Vorsitzende einen formellen Fehler begangen hat. indem er die Resolution vor dem Abschlu' der Debatte zur Abstimmung brachte, wodurch Anträge aus Modifikation unmöglich gemacht wurden, sind wir vor die Tatsache gestellt, daß wir unsere Ansichten nich, zur Geltung bringen können. Der Beschluß stellt außer dem einen Anschlag gegen die Souveränität der natioua len Staaten dar, weshalb die ebenerwähnten DeleMtione.» an den weiteren Beratungen nicht teilnehmen können Der Generalrat der Union trat daraufhin sofort zu einer Sitzung zusammen.
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Genf, 7. Juni. Das Finanzkomit« deS Völker bnndes ist unter dem Vorsitz des britischen Vertret'rs Wallenberg gestern zusammengetreten, um u. a. die von der Konferenz von Genua dem Völkerbund überwiesenen Fragen zu prüfen, darunter auch die Frage der Kapitalflucht.
Auf Antrag des Völkerbundsrats befaßte sich das Komitee dann mit der Annahme der Schiedsrichtercolle. die dem Rat in dem Anleihekontrakt der Tschecho-Slowak' mit einer englischen Bank übertragen war. Endlich wurde die Veröffentlichung der Berichte verschiedener Staaten über die Durchführung der Resolutionen der Brüsseler Konferenz, sowie die Veröffentlichung eines B'-ihtes des Finanzkomitees über die Zentralbanken verschiedener Länder besprochen.
VbekMken.
Dle Räumung.
Paris, 7.Juni. Die Botschasterkonscren; hat henst die letzten Instruktionen an die Interalliierte Kommission bezüglich der Räumung Oberschlcsien» und deS lieber- gangeS der Verwaltung an die neue« Behörden festgelegt. Man betrachtet die Untrrschriftsvollziehung al» nahe bevorstehend.
Oppeln, 7.Juni. I« der heutigen Sitzung dec interalliierten Kommission und der Bevollmächtigten Deutschlands uid> Polens wurde der Teil der Uebergsbc- bestimmungen. über den ein Einverständnis erzielt war, endgültig festgesetzt und paraphiert. Später empfing der deutsche Bevollmächtigte, Gesandter Dr. Eckardt, ver- schiedeue Abordnungen, namentlich solche von Gewerbc- Zreibenden aus Lipine, die durch polnische Drohbrief ^hr beunruhigt waren.
Oppeln, 7.Juni. Wie die „Oppelner Zeitz" von zuverlässiger Seite erfährt, wird bk Unterzeichnung der üebergabebestimmungen wahrscheinlich am Dienstag nach-
Die WWW der RkWklltiörls-KWmWm.
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Die Entscheidung der ReparattonSkommisflon.
Paris, 7. Juni. Wie Havas meldet, hat die Reparationskommission in ihrer Bormittagssitzung die Entscheidung über die Instruktionen getroffen, durch die der Umfang der Vollmachten des internationalen Anleiheausschusses näher bestimmt werden soll. Nach dem „Temps" hat die Reparationskommission mit 3 gegen 1 Stimme Großbritannien, Italien und Belgien gegen Frankreich dem internationalen Anleiheausschuß den Auftrag erteilt, seinen Arbeitsplan zu erweitern, d. h. zu bestimmen, daß die Mitglieder d«S Ausschusses in feiner Weise behindert werden sollen, ihre Ansicht über die Bedingungen einer internationalen deutschen Anleche auszusprechen.
Zum Stande der Anleihefrage berichten die „Frankfurter Nachrichten" den Wortlaut des Com- muniqutfs, wie ihn die Reparationskommisston ver- öfientlichts:
„Am Donnerstag den 1. Juul Beauftragte das Anleihekomitee feinen Präsidenten, der Re-parati cnskom Mission folgende Frage vorzulegen: Gemäß den erteilten Instruktionen befaßte sich das Komitee mit dem Studium der Frage einer auswärtigen Anleihe, die ihm von der Reparationskommission anvertraut worden war. Bevor das Komitee wsitcrgeht, erachtet es für notwendig, bet Reparationskommisston die Frage vorzulegen, ob die Worte: „Unter der Voraussetzung der Verpsli^ tungen, die durch den Versailler Friedensvertrag ind besonders durch die Zak!lungsbe^ingvnq--n v 15. Mai 1921 festgelegt wurden, in dem Sinne aus- qelegt werden sollen, daß für den Zweck seiner Beratungen das Komitee die durch die Zahlungs- best'mm'waen vorgefchriebenen Zahlungen als eine unverrückbare Verpflichtung ansehen soll, die abzuändern nur die Reparationskommission von Zeit zu 'Zeit Gelegenheit hätte gemäß den Bestimmungen des Artikels 234 des Friedensvertrages oder ob (ohne in irgend einet Weise die Verantwortlichkeit der Reparationskom- mifsion festzulegen) das Anleihekomitee die Freiheit habe, die Möglichkeit von Lösungen zu ’irirfen, die Abänderungen dieser Zahlungsbestimmungen enthalten.
Am Dienstag den 6. Juni, richtete die Repe- rationskommission folgende Antwort an das An- 'eihekomitee:
In Beantwortung der Anfrage, die mündlich im Namen des Anleihekomitees durch dessen Präsidenten gestellt wurde, hat die Reparationskommis- ston die Ehre, das Anleihekomitee zu verständigen, daß in einer heut» Vormittag abgehaltenen Sitzung 'olgeuder Beschluß gefaßt wurde:
Die Absicht der Kommission geht dahin, daß her dem Komitee erteilte Auftrag keine wie immer geartete Beschränkung erhalten soll, damit es alle Bedingungen studiere, die notwendig sein könnten, um Deutschland die Aufnahme einer auswärtigen Anleihe zu gestatten. Auch jene Bedingungen sollen nicht ausgenommen sein, die sich auf die allgemeine Wiederherstellung des Kredits Deutchlands im Ausland beziehen. Jede Untersuchung, welche das Anlethekomitee in bet Lage wäre zu geben, ohne natürlich die Verantwortlichkeit ber
3er Woche erfolgen, worauf sofort bie Bekanntgabe durch die interalliierte Kommission erfolgt und dann die im ^rickensvertrag vorgesehenen Fristen für die Räumung iüberschlesiens zu laufen beginnen. Die Polen waren für die Unterzeichnung bereit? am Freitag dieser Woche :nb eine Bekanntmachung am Sonnabend.
. Erneute« Aufslackern.
Berlin, 7. Juni. Wie ber „Lokalanzeiger" aus stdreslau melbet, ist der polnische Terror in Oberschlesien nach ben Pfingstfeiertagen erneut ausgebrochen. Gestern wurden in Orzegon sämtliche deutschen Arbeiter und Beamten aus den Werken getrieben and ein Teil so schwer mißhandelt, daß sie in Lazaretten -ntergebracht werden mußten. Ihre Familien mußten eie Wohnungen sofort räumen und auf das deutsch blei- oende Gebiet flüchten. Die deutschen Bauern in Groß.- ^ombrowska erhielten ein Ultimatum, bis zum 7. Juni ie Wohnungen zu verlassen. Auch in Friedenshütte. Tchrödergrube, Hohelinde und Hubertushütte wurden ie Deutschen zur kurzfristigen Räumung der Wohnungeu ufgefordert. Die Zahl der vertriebenen Deutschen, bk ich bisher in Rattbor meldeten und die hauptsächlich aus oen Kreisen Pleß und Rybnik stammen, beträgt rund 14006. In Rybnik wurden die Vertriebenen von brr polnischen A b st i m m u « gs p o l i z e i ifot-r
Reparationskommission fest zulegen, wäre außerordentlich wertvoll.
Oben erwähnte Entscheidung wurde mit Stimmen Mehrheit gefaßt. Der englische, italienische und belgische Delegierte stimmten dafür, btt fr an« zösische bagegen. Der offiziöse amerikanische Delegierte brückte seine persönliche Uebeteinstimmung mit dem Beschluß der Mehrheit aus. Indem Delasteyrie diese Mitteilung machte, erklärte er, daß ber Präsiben! bet Re- parationskommiffion Leo» Dubois, nachbem er seinem Bedauern Ausdruck gegeben hatte, baß et sich ber Anschauung seiner Kollegen nicht anschließe- könne, weil ein tieferes Studium ber Frage ihn dazu zwmge. die NÄnunx aufrecht zu erhalten, die er schon i« bet ersten Sitzung ausgebtii4t hatte, hinzufügte, baß bet Beschluß bet Reparationskommission, obwohl et mit Stimmenmehrheit gefaßt würbe, vollkommen gültig sei und baß ba- Komitee ben gefaßten Beschluß benutzen könne, um sein Stubium in einem erweiterten Rahmen sortzusetzen. Dubois sei übrigens überzeugt, baß bas Komitee sein Stubium mit aller notwendigen Diskretion fortsetzen werde."
Ministerpräsident Poincare hat heute Seit Finanz- Minister de Lasteprie, Dubois und den französischen Sachverständigen Sergent empfangen.
Poincarö «Wt nicht «ach!
Paris, 8. Juni. Im Senatsausschuß fffr auswärtige Angelegenheten spraich gestern Ministerpcäsi. dent Poincatö die Hoffnung an», daß die Verhandlungen über di« internationale Anleihe fortgesetzt würden,, wenn auch die Ergebnisse noch nicht ln der nächsten Zett erwartet werden könnten. Bis die Zahlungen in Gold ermöglicht würden, möge sich die sranzöffsche Industrie mit den Sachlieferirngen abftFbqn. PoincarS stellte fest, da- alles vorbereitet sei, um Sanktionen verschiedener Art an dem Tage ergreifen zu können, au dem eine Verfehlung Deutschlands festgestellt worden sei, und erklätte wetten man dürfe nicht glauben, daß di« Alliierten ein« weniger wachsame Aufsicht über die Umtriebe des militärischen Deutschlands wünschten als Frankreich. Die Fran- ;osen seien z. B. nicht di« Eifrigsten bet der Forderung der Aufsicht über das Flugwesen gewesen. Bon den drei ZahlungSmSglichkeiten, die Deutschland habe (ausländische Devisen an? dem deutschen Exportüberschuß eher an» den auSiefeHgett KofütalSanlagen Deutschlands, internationale Anleihe und Sachlieferungen) scheine gegenwärttg nur di« dritte Möglichkeit in Erwägung gezogen werden zu könne«, wenn man ein sofortiges und greifbare» Resultat erzielen wolle. Er behaupte nicht, baß bi« internationale Anleihe' unmöglich sei, sie befinde sich vielmehr durchaus im E'n- klang mit den Rechten und Interessen Frankreichs. Es sei selbstverständlich, daß der Mrderguhnatfntitg3- ausschutz keine weitere Initiative bei der Feststellung dieser Anleih« habe und daß bi« französische Regierung immer die Bedingung stellen werde, daß die Anleihe keine weitere Berminderung bet französischen Forde- rungen nach sich zieh«. Zum Schluß «Bärte Poincare, daß bte französische Regierung genaue Weisungen erteilt habe, die von ben Alliierten geforderte Kontrolle über die deutsche« Finanzen attfr- zuführen, sowie über den Grtdumlaus, toelch« Kontrolle auch Dciitschland zugestimmt habe. Poincarö übermittelte sodann Nachrichten üb« die "®teignrf|c in Damaskus und die Stimmung in ber muselmännischen
Habseligkeiten beraubt. Da» Ziel der gut organisierten Vertreibungsaktion ist die Versorgung der polnischen Anwärter auf die Beamten- und Arbeiterstcl- len mit Wohnungen und Möbeln. Ein polnisch gesinnter GetnÄndeschöffe in Bogutschütz erklärte öffentlich, die Deutschen dürften nur soviel münehmen, wie sie im Schnupftuch tragen könnten. Eine polnische Famstie aus Warschau, die in Bismarckhütte cingetroffen war. war '-staunt, nur eine leere Wohnung z« «halten, da man ihr in Warschau eint vollkommen eingerichtete Wohnung in Aussicht gestelll hatte.
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Sie Sauger Sanieren].
Paris, 7. Juni. Im Kammerausschuß für üus- ivärtige Angelegenheiten hat Poincarä heute Erklärungen "-ber die Haager Konferenz abgegebne. U«6er den Inhalt ist noch nichts bekannt.
Paris, 7. Juni. Der Agence Havas zufolge werden die französischen Wirtschosts- und Finanzsachvtrstän- ugen auf der Haager Konferenz zu ein« Zusammenkunft er Alliierten und Neutrale« vom 15. bis 25. Stent, an der Rußland nicht teilninnnt, vertreten sein. Frankreich hält die Beachtung des Memerindums vorn 1. Juni für
ben Erfolg neu« Verhandlungen für unerläßlich und werde ein« lausenden Diskussion mit den Russen fern bleiben, wenn es die Nichtbeachtung deS Memorandum» feststellen müsst. s -ms; tAi-h
Frankreichs Haltung.
Pari«, 7. Juni. Havas erklärt, die französisch« Regierung werbe sich nnvet^üglich üb« ihre ttif- nahme an der Haager Konferenz auSspvecken. Wahrscheinlich würden die Finanz- und Mttschafts- sachverständigen Frankreich» bei d« Zusammenkunft vom 16. bi» 25. Juni vertreten, bte nur die Allfttttrn «nd die Neuttalen, ausgenommen bte Russen ,umfasse. Jedoch werde Frankreich nicht an der loufettben Diskussion mit den Russen tetlnehmen, wenn eS im Laufe ber Borversammlung eine Nichtbeachtung der Bedingungen des Menwrandums vom 1. Jmii feststÄlen würde, welche es «8 unerläßliche Bedingung zu einem Erfolg neuer Verhandlungen erachte. Ein Komitee frairzösischer, englischer »italienischer und japanischer RechtSgelchrter tage gegenwärtig im Mnisterium für auswärtige Angelegenheiten, um die verschiedenen Uragen junfsifcher Art zju begeht, Mt sich an bte Ausführung der Verträge knüpften, die gegenwärtig vor bet Btttschasterkonferenz schwebte».
Amerikas Teilnahme.
Koblenz, 7. Juni. Dem in Koblenz fffr die amerikanischen Truppen gedruckten „Amerika» News" wird <fr» Washington gemeldet, Präsident tzarding habe, obwohl die amerikanische Regiemng zweimal die Einladung zur Haager Konferenz abgrlehnt hat, shch nunmehr dahin entschieden, daß die Btteiniglcn Staaten doch auf der Konferenz im Haag vertrete» sein wffrben. Die bett. Mitteilung soll bereit- btt London« Regierung zugegangen fein. Diese Mitteilung läßt die Frage offen, ob «S sich nut wie in Genua um die Entsendung eines amerikanischen Beobachters ob« die offizielle Teilnahme an der Kon- ftren zhandett. Man muß «bet bte erste Deutung fffr He wahrscheinlichere halten. ,
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3«r Unterzeichnung de« rufsisch-tschechische» vertrage».
Moskau, 7. Juni. Am 5. Juni ist, wie bereits gemeldet, in Prag ber russisch-tschechische Vertrag unterschrieben worben. Der Vertrag ist in ber Hauptsache ein Handelsvertrag unb erkennt in seinem politischen Teil bie russische Vertretung in Prag als bie einzige Vertretung, bie einen staatlichen Vertrag abschließen kann, an. Der Vertrag leg fber tschechischen Regierung die Vtrpflichknng auf alle offiziellen Beziehungen zu den feindlichen Emi- granten-Gruppen unb Organisationen und solchen Personen ,bie ben Kampf gegen bie Sowjetrcgiening zum Ziele haben, aufzugeben. Diese Verpflichtung ist gegenseitig. ® »wurde beschlossen, in nächster Zukunft Konzessionen zum Wiederaufbau der Post-, Telegraphen- und Transport-Verbindungen abzuschließen, gemäß ben internationalen Verträgen und Ab?omm>:>. Ms Hatchelsop-rationen zwtchen Rußland und der Tschechoflowakei dürfen nur im Rahmen des Ltctruges realisiert toetben. Der Vertrag garantiert da- Eignv- tum Rußlands und der Tschechen auf ben Territorien deS anderen Latche». Kein» der vertragschließenden Länd« hat das Reiht, ohne vorherige sechsmonatig« Kündigung den Berttag zu annulieren. '
vertrag über die Kolonisation Tiidrußlands.
Mailand, 7. Juni. Nach einer Meldung des „Avanti" wurde zwischen den Vertretern bet italienischen Landwirtschaftlichen Genossenschaften und' einem Vertret« btt Sowjrtrrgierung ein Vertrag Über die Kolonisation SüdrußlandS abgeschlossen. Rußland stellt den Genossenschaften im südlichen Ton- Gebiet lU'j 600 Hektar Land zur Verfügung, wohin die Genossenschaften ungesähr 50000 italienische Landwirte unb Bauern senden. Die Arbeiter sollen sich auS den von der Arbeitslosigkeit am meisten betroffenen Provinzen zusammensetzen. Das Mkommen nntnficgt no chber Ratifikation bur ihdie ttalienische und russische Regierung. Der Vttbanb d« Metallurgischen Ge- nossenschasttn übernimmt die Lieferung ber nötigen landwirtschaftlichen Gerät «und Maschinen. —
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Irland.
Die irischen Schwierigkeiten und die engltschen Wahlen, Pari-, 6. Juni. DaS „Echo de $ariS" spricht int Zusammenhang mit den Vorgängen in Irland davon, baß Lloyd Georg« sehr wahrscheinlich vom englische» König die Auflösung des Parlaments vettangen werde, Tie Schwierigkeiten zwischen England und Irland feien trotz ber beschönigenden Meldungen so groß geworden, afj der Ministerpräsident zu Neuwahlen dränge. Ebn« still habe im Unterhaus erllärt, daß die englische Regierung die Grenz« iw» Mstn mit Waffengewalt verteidige« volle. Da» fd rin langwieriges und sehr gefährliche» Unternehmen, da bie Regierung nicht- un-ernchntrtz