MerheMe Jeitmlg
Zwertes Blatt
Nv. 129 *
Sonnabend, 3. Juni
vrachrnand
1922
Dentliie MM.
Bon Geh.-Rat Dr. Runkel, M.d.R. (D.Bpt.)
DaS erste Pfingsterlebnis war ein inneres Erlebnis ton solcher Stärke und Machtwirkung, wie es die ^schichte der Menschh-it ein zweitesmal nilbt kennt.
Ur sehe., ein« furchtsame Jüngerschar, elf an der suhl, Tischler und Handwerker, verängstigt durch da» brutale Eingreifen der weltlichen Macht in eine geistige Bewegung. Verschüchtert durch den fanatischen Haß der eigenen Volksgenossen, irr'geworben an der Uber- Zeugung von dem überwtttlichen Werte der Lehre ihres Meisters, verstSrt durch den Verrat eines Weg. und Zeltgenossen, verzweifelt über den menschlichen, allzu menschlichen Ausgang ihrer hochgespannten nationalen Hoffnungen, haltlos, weil sie des Führers entehren mußt'n: Wir s'hen diese furchtsame Jüngerschaft nur rwrt xnsammengehatten von de» stillen Heimweh nach dem Meisterndem weisen Lehrer und güt'gen Freund, nud v"» der untestimmtm Hoffnung auf ein wunderbares Eingreifen eben dieses Meister?, von dem sie wußten, daß er lebt. Dunkle Korte leben in ihrer Erinnerung, daß daS Pfingstfest in Jerusalem " für sie ein besonderer Tag werd?» würde und über ihr Schicksal entscheiden müsse. So innerlich eingestellt, sind s« .einmütig" zum Feste gekommen. Und dann geschah das Wunder. Welcher Art eS mar, wer kann «S wissen. WaS tut's auch zur Sache» Das Pfingsterlebnis kennen wir, des einzelnen sowohl, wie daS der Gesamtheit. ES ist ein Persönlich- keitserlebnis von solch unbesiegbarer Urterzeugungs- kraft und Innerlichkeit, daß es jeden einzelnen zum Helden, Propheten und Missionar machte. Richt Lehre und Dogmattik sind der Grund ihrer Umwandlung und Neneinstttlung, sondern daS starke innere Grieben, daß der Geist ihres Meisters Ewigkeitsgeist und daß seine Prbensgestaltung und LebenSwiekung Ewig- keitSgestaltung und Ewigkeit-Wirkung ist. An sich erleben sie die Worte: „Mein Rich ist nicht von dieser Welt" und „Wenn ich nur Dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und GrSe" und wiederum ,Lch muß wirken, solange es Tag ist". Dieses innere Erleben macht diese stillen Dulder plötzich zu starken Tatmenschen, die nur eins wollen: daß heilige bren- nende Feiler, das ihr Innere- verzehrt, anzünden in den Herzen der Volksgenossen. Sie gewinnen für das Ewigkeitsreich, als dessen Bollbürg r sie sich nun fühlen, und für baß sie bereit sind, das höchst? Opfer zu bringen. So erlebten sie den ersten Psi'gsttag und damit den Grturtstag der christlichen Kirche.
Und wir möchten auch, als Deut'che einmal wieder ein Pfingstfest innerlich und stark erleben, möchten, daß die Sirte zum Deuschttum in den Herz >n aller Deutschen ein heilige- Feuer ent-ündete und sst wieder zu deutschen Tatmenkchen machte. C, nr’r würden schon seine Mach! fbft'en, wenn wir feinen Ewigkeitswert kennten. Bi? jetzt haben wir nur seine äußere Auswirkung gekannt und »ns darüber gefreut Begeisterte Zeugen waren nur seine- Siege» zngeS über die Erde, wir haben seine Größe bewundert, aber nicht feine zureichend« Stärke gekannt Wir staunten seine lAroßen an und freuten unS ihr e Taten, ohne recht eigentlich den zureichenden Grund ihrer Größe und Krastwirkung zu erkennen. Wir feierten unser« nationalen Gedenktage, spürten aber
Nachdruck verboten
Das Wasser kommt!
Roman von Arthur Winckler-Tannenberg
14. Fortsetzung.
MS sie in der behaglich eingerichteten Wchnstube Platz genommen hatten, erschi-nen die Fr-ium There'e scheu, wie immer, Toni resolut vergnügt. Sie gab dem Jngendgespielen die Hand und freute sich an bei schmucken Kleidung.
Mir zu Ehren, dacht« sie, und der Gedanke bereitete ihr viel Befriedigung.
Man sprach von der ersten Begegnung in der Heidemühle, plötzlich aber erhob sich Frau Hardt, da brach Toni ab. Sie hatte die Absicht erraten und kam der Mutter zuvor.
Frau Therese flüsterte noch etwas, dann ging sie nach ihrem Stuhle zurück; Toni aber bei chw-rnd
Johann Hardt lehnte sich bre t behaglich zurück und sagte: „Also. Werner, wenn tzch einmal so sagen darf, Vater und ich waren ja gute Freunde ein Leben lang. Sie sind gekommen, find aus edier treuer Anhänglichkeit gekomraen und daun, weil Sie mir etwas zu bestellen haben, nicht toa^t?"
Leuthold wurde rot.
„Das heißt Herr Hardt eigentlich denn doch an- treuer Anhänglichkeit und, wenn sich's machen ließe, sollte ich auch nebenbei ein Wort zum Frieden sagen. Ich sehe. Sie wissen davon —"
„Ja, ich weiß —, der Heinrich hat mir» gesteckt sollte er nicht? — Toni bringt einen Willkommen»- trvpfen. Bei dem können wir tu aller Gemütlich. leit auch die Landrats geschuhte verhandeln. Hab' Dicht» zu verstecken, nidjt» zu verheimlichen. Offene» Spiel —l Aber neugierig bin ich waS Sie bringen —"
„Eine Mahnung zum friedlichen Vertragen, sonst ntcht»."
nicht die werbend« Kraft solcher Feiern. Unfett Begeisterung war Festtagsstimmunz, ein verfliegender Rausch nicht inneres, krastauswirkendes Erlebnis. Wir waren Zuschauer deutscher Lebensentfaltung, nicht Schaffer. Daher kam der Charfrettag, der jähe Zusammenbruch Er mußte kommen, es fehlte uns in der Gesamtheit der selbstlose Opfermut da» Einsetzen, wenn es darauf ankam, selbst des Lebens für die Erhaltung des deutschen Volkstums. Warum? Weil uns die Erkenntnis seiner Ewigkeitsbestimmung und seines Ewigkeitswert:» fehlt. Wir redeten und sangen von unseren deutschen Tugenden, priesen sie als Höchstes für Jung und Alt, Mann und Frau, stellten gewissenhaft deutschen Eigenwert fest ohne aber das innere Erleben zu haben, da gerade diese Eigenart, nämlich unser Pflichtbewußtsein und unser Verantwortungsgefühl, unser Arteitssinn. unsere 2reite und Wahrhaftigkeit unsere soziale Anlage und unser tiefer religiöser Sinn, die Ewigkeitsgobe unseres Herrgotts ans deutsche Volk ist. das Ewigkeilserbe, dq» wir täglich neu erwerben müssen, um eS zu besitzen, für das wir Opfer zu bringen haben. Bon jeher hat vor allem Großen unb Starken, vor jeder erbenden Idee unser Herrgott da» Opfer gesetzt Das Opfer erst läßt erkennen, welchen Wert es für den Einzelnen hat. Die Opferforderung ergeht «ich jetzt wieder an uns: Nufer Deutschtum verlangt heute da» Notopfer des Besitzes in der Form von Steuern, um wieder seine freie EntfaltungSmöglichk it zu gewinnen, das Notopfer sozialer Hingabe zur Linderung der Not der leidenden Volksgenossen aller Stände, daS Notopfer die Liebe gegenüber allem Haß und aller Bolksvertetzung, daS Notopser der Duldung g gen» über anderer politischer und weltanschaulicher Einstellung, verlangt all dies« Opfer an» heiliger, brrn- nerder, selbstloser Liebe zum Vaterland und Boltztum. Wir können sie nur bringen, wenn wir den Ewigkeitswert der deutschen Eigenart erkennen, deren Erhaltung Ewigkeit-Pflicht und EwigkeitSarte't ist.
Mögen die Pfingsten unS dann auch die freudig: Pfnigst begeistern ng der ersten Christengemeinde bringen, eine Begeisterung für jegliche erfolgreiche Pfingstarbeit als innerdeutsches und zugleich tetifli- öseS Pfingsterlebni» aller.
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VesM Swett m» tntMt MM.
An: Tonnerstag Abend hatten die Marburger Gelegenheit, den bekannten früheren Gouverneur von Dcutsch-Ostofrika. General von Siebert, dessen Persönlichkeit wir bereit? in letzter Nummer schilderten, kennen zu lernen Aus Einladung der Dentschnationalen BolkS- rartci sprach et in den Stabtsälen über „Deutsche Gegenwart nnb deutsch« flufynft".
Noch kurzen Begrüßungsworten fetten» be» Herrn Buchhändler Sonnenschein schickte General #. Siebert, b?r noch gar nicht wie ein 72iähriger aussieht, keinen Ausführungen einige Leitsätze vorra». Sv schätzten Sach- v-rständize den Mert des gesamten gemünzten und Bar« r-ngottes bei Melt auf 32 Milliarden, davon lagerten 3 9 Mikliord-n in den Goldkellern Amerikas und die übrigen 13 Milliarden seien auf dem Wege nach dort. So lange nichi ein Zurückfluten de» Gvlde» in bk liSriten Länder herbeigeführt werde, könnte das gestörte wirttchcckttiche Gleichgewicht nicht wieder dergestalt «Verben. Ferner habe die deutsche Reichsregierung durch den begeisterten Empsano der Wiener Sänger plötzlich ihr
„O, dar wär« brav! Aber wider die Ehre darf sie nicht sein —"
„Wider die Ehre?"
Toni erschien mit Flasche und Gläsern.
Die beiden Männer schwiegen und vertagten in unausgesprochenem Einverständnis den Disput.
Toni schenkte ein.
Hardt und Leuthold tränten einen kräftige» Schluck, die Frauen nipvten nur.
Johann Hardt stellte da» halbleere Gla» hin, wischte sich einmal über den Mund und sagte: „Machen wir'S gleich ab, da» unangenehme zuerst, dann läßt sich'- um so frischer von anderem reden. Hier vor Frau und Kind gibt'» tein Geheimnis."
Werner neigte zustimmend den Kopf.
„Na, also? — Wider die Ehre darft» nicht sein, habe ich gesagt, und waS sie mir getan haben, dort die H-rren von der Regi-rung, das geht wider die Ehre, wie ich sie verstehe."
„Wie das, Herr Hardt? Wie wenigstens mein Freund Kerstena«, der Landrat, Sie an der Ehre klönken könnte, verstehe ich «nicht. Er ist die Gut- müligkeft kelbst u . ...
„Kenne ihn. Persönlich gut freundlich, gemütlich und doch hat er’» g-tan, vielleicht tun müs'en."
„Ich bin gespannt."
„Ms die Sache aufkam mit der Abteilung des WildwosserS durch die Holzschleise in die Farrenschlucht, mußte ich sagen: Verständig gut richtig, und ich hab’? gesagt im Gemeinderat. Eigentlich hatte da auch keiner etwas einzuwenden, bis es an die Abfindung ging. Bier kamen in Betracht--"
"Ich weiß, der Hardthof, der Leutholdhof, der Thomas- und der Kubehof —"
„(Stimmt! — Da bin ich'S gewesen, der zum Billigen geredet hat. der gesagt hat, waS wir opferten, geschähe fürs ganze Dorf, und jeder gute Guntersbacher müsse zeigen, daß er bereit sei. nicht bloß an sich zu
nationales Herz entdeckt und der Reichstag habe anläß- l«ch der Abtretung von Oberschlesien auf Halbmast geflaggt. Sllreßlich bezeichnete er den Vertrag von Rat' llö al» die «rite Tat, zu der sich bk Reichs ivgieru-tg entschlossen habe, sie möge nun endlich auch darauf oringen, daß die Lüge von der Kriegsschuld Deutschlands eine Revision des Vertrags von Versailles zeittge. (Beifall.) Weiter gedachte er des Verlaufs der Tagung von Genua und fügte hinzu, daß Frankreich der einzige Staat gewesen sei, der völkische Vertreter entsandt habe.
In feinen weiteren Ausführungen behandelte der Redner die Frage, wie wir aus der Katastrophe heraur- kommen wollten. An Aelle der starken Monarchie fei ernt schwache Republik getreten, für die Deutschland nicht den geringsten historischen Hintergrund besitze. Trotzdem solle man jetzt nicht daran denken, bi« StaatSsorm schon wieder umzuwandeln. dafür sei die Monarchie vkl zu scho.de . Dre Republik möge den Trümmerhaufen, den sie grrnacht, ist aufräumen und die Schulden bezahlen: Den Erfolg der republikanischen Regierung sehe man cx der Zerfahrenheit in allen Sachen, die durch den Ersatz der alten erfahrenen Beamten imrch ungeschulte Leute noch immer verschärft würde. Man rede von einer neuen Bräfid-ntenwabl, davon verspreche er sich gar nichts. Dem deutschen Bolte fehle ein Diktator, der gründlich aufräume. Für ihn persönlich sei auch der Parlamentarismus tot Früher habe man bk hervorrunudsten Männer der Nation in bk Parlamente gesandt, jetzt ging e» nach bet Liste. Die Minister hätten den dicken Hauten hinter sich und könnten machen wa» fk wollten. Auch die Außenpolitik erfordere geschickte Diplomaten Unb was die Innenpolitik anbelange, so sei das Volk gespalten wie noch nie. Wir seien daS ärmste Volk der Welt geworden, wenn auch vielleicht die Arbeiter glaubten, sie verdknten vkl Geld. Man könne sich dafür doch nicht» kaufen Der Mittelstand, bk festeste Grund- läge, lause Gefahr, zerrieben zu werden. Am schlimmsten seien dte Kopf- und Geistesarbeiter dran. All bk Verhältnisse, die bet Redner vor Augen führte, müßten das deutsche Bürgertum an bk Selbstbesinnung erinnept Btele Einrichtungen, bk geschaffen seien, bewährten sich nicht, fo ».«. dir Wohnungsämter «sw- Ein ganz anderes Svarsnstem mülle Platz greisen unb die Beamten um ein Drittel vermindert werden, damit bet Etat ein bessere» Gleichgewicht zeige. Der nationale Gedanke, und bk Vaterlandsliebe nur allein seien im Stande uns wieder zu unserer Größe zurückzuführen.
In diesem Sinne bewegten sich bk zwerstündlgea Darlegungen be» Redner», dessen Work oft von Anfall unterbrochen wurden und dem im Schlußwort Herr Sonnenschein namens bet Versammlung herzlich dafür dankte, daß et feine Reise von Berlin nach feinem Wohnort unterbrochen stabe, um in Marburg zu sprechen. Wenn eS auch noch fo trübe auSsehe, wir dürften bk Öcffnunfl nicht sinken lassen, baß e» besser werde. Damit hatte di: Versammlung gegen VtH Uhr ihr Ende erreicht.
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Landwirtschaftliches.
Ziegenzucht.
In den SmShrungSfchwteriateiten bet Kriegs- und Nachkriegszeit ist die Hobe volkSwtrtschaftllche Bedeutung bet Ziegenzucht überall deutlich hervorgetreten. Anerkannt wird der Wert bet Ziegenmilch für Säug- linge, Kinder und Kraute. Zur Hebung unb Förderung bet KreiSziegenzucht organisiert der Ziegenzucht- verein, tote schon kurz mitgeteilt, ht Fronbausen für ben 6. Juni eine Zieaenschau, die uns den Stand der Zmbt im KreiS Marburg zeigen soll. Den Ziegenbal- tent ist bamtt Geleaenbeit gegeben, ihre »enntntffe zu bereichern, ihren Blick zu schürfen: denn wertvolle» Material werden die Vereine vorführen, deren Beteilt-
benten. — Ra, ich hab' kuriosen Dank geerntet. Erst von den eigenen Leuten hier attb dann von den babrin' in bet Stadt, in bet Regierung. Kuriosen Dank, sag' ich Euch--Verzeihung' Ihnen, Herr
Leutbold!"
„Die Hiesigen sagten, ich sorge schlecht für» Dolf. Ihre Mutter hat mir*» am lautesten gesagt, Werner! Da gab ich nichts drauf, sie ist--na, das gehört
nicht hierher und geizig wat sie immer---. Aber,
da ist d« ffube, er hat 'ne Tochter auSzustatten, 'n Kaufmann — natürlich bi der Stadt — verlangt gleich Geld, so viel tote möglich! Dsr hat ihm in den Ohren gelegen, ’n so schöner Profit käme nicht wieder. Dem Thoma» gar gcht'S schlecht, her wollte die Gelegenheit wahrnehmen, aus aller Not zu kommen? Jeder tollet, als der anbete, die andere,, die Leutholdbäuerin am tollsten! Vorher hab ich'S ihnen gesagt: Kinder, daS gibt'» nicht, darauf geht die Regierung nicht «in, eS ist Staat-geld, mit dem fit zahlt, und über das muß sie Rechnung legen. Seiner hat gehört."
Der Sportber hielt inne. Er hob die Flasche und nickte dem Gaste zu.'' Der trank aus und Hardt scheilkte sich und ihm wieder ein. Daun fuhr et fort:
„Und da» war das Schlimmste noch nicht. Run habe ich meine Aufstellung gemacht. Gute» Ackerland und jeden Schuh breit sorglich abgemessen und in den ortsüblichen Preis umgerechnet." Die Stimme wuchs zu einem dumpftn Grollen: „Ich bin hier selbst Behörde, ich bin ein wohlhabender Mann, ich bin vor allem ein ehrlicher Mann, der noch niemanden in der Welt um einen Pfennig überteuert hat, und ich sollte es dem Staate, dem Vaterland«, der Regierung tun? In meine Sette hätte ich mich geschämt, und so habe ich'S nicht getan. Die Regierung aber, der Herr Sanbrat und die Leute über ihm, was haben dte getan? — Alle vier Forderungen haben sie beanstandet! Meine auch! Meine auch, Werner wissen Sie, was daS heißt, dem Schuttbeißen, dem Johann Hardt gegenüber, toiffen Ste was da» heißt, Werner? —
sung sehr start ist. Der Besuch der Schau ist nur britte oenb zu empfehlen. In der Prämiierung sind nach» stehend« Klaffen aufgestellt:
1. Gruppe: Böcke. 1. Klaffe: «Scke mit mindesten» 4 Schaufeln, über 2 Jahre alt; 2. Klaffe: Böcke mit nicht mehr a« 2 Schaufeln, unter 2 Jahre alt aber mindestens 12 Monate; 8. Klaffe: BocklSmmer.
2. Gruppe: Ziegen »uS Zuchtbuch A. 4. Kl.» Ziegen über 3 Jahre, 6 bi« 8 Schaufeln; 5. Kl.: Ziege» 2—3 Jahre, 4 Schaufeln; 6. Kl.: Ziegen 1 Jahr, t Schaufeln; 7. Kl.: Ziegenlämmer.
3. Gruppe: Ziegen aus Zuchtbuch B. 8.Kit Ziegen über 3 Jahre, 6—8 Schaufeln; 9. Kl.: Ziege» 2—3 Jahre, 4 Schaufeln; 10. Kl.: Ziegen 1 Jahr, 2 Schaufeln; 11. Kl.: Ziegenlämmer.
4. Gruppe: Sammlungen. 12. Kl.: Familie« mit mindesten» 2 Nachkommen schäften (Generationen); 13. Kl.: Sammlungen von Ziegenzuchtvereinen mit 1 Bock, 5 Ziegen. Bock au» Klasse 1, 2 ober 3 und unter den 5 Ziegen 2 Erstlinge; 14. Kl.: Sammlungen (Zte- genzuchtvereine) von Jungtieren, 3 Ziegenlämmer und 1 Bocklamm. . .
Mögen dte Ztegenhalter recht viel mit nach Hause nebmne und neuen Mut für die Hebung der Zucht schöpfe«.
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Mitteilungen aus dem Leserkreise. Unter dieser Rubrik veröffentlicht die Schriftleitun» Stimmen au» dem Leserkreis. Für die biftin ausgesprochenen Ansichten unb Tendenzen übernimmt dte Schriftleitung (außer der vreßgefetzlichen) keine Verantwortung, diese bleibt vtelmehr dem Einsender überlaifen.
Eingesandtaus Schweinsberg.
Der Fahrplan der Ohmtalbahn läßt sehr viel zu wünschen übrig. Nachdem seit Kriegsende allmählich auf den ®tcnbabnftre(fen Annäherung an den DorkriegSfahrplan gesucht wurde, tritt immer mehr das Gegenteil in 8er«g auf den Fahrvlan der Ohmtalbahn ein. Vor allen Dingen mangelt t» sehr an Anschlüssen zu den Zügen der Main-Wefcr-Bahn, während denen der Strecke Fulda —Gießen Genüge geleistet wird. Zum Teil ist dieser Unterschied erklärlich durch das Vorhandensein zweier Verwaltungen für die Kleinbahn, da die Strecke auf ober- hessischem Gebiet der Eisenbahndirektton Franflurt und diejenigen auf preußischem Gebiet dem Kreise Kirchhain unterstellt ist. Alle Versuche, die sich schon jahrelang binziehen. den dem Kreise Kirchhain gehörenden Test der Strecke ebenfalls her Reichsbahn anzugkiedern, scheiterten an bet finanziellen Unterbilanz, die seither stet» jährlich herauSkam. und ebenso an her schlechten Beschaffenheit be» Material» und bet Gebäude. Jetzt, wo die Reichsbahn ein großes Defizit aufweist, hat zum ersten Male bet Krei» einen Ueberschuß au» den Einnahmen der Kreisbahn aufzuweifen. Folglich wird natürlich der KreiS jetzt zöger», diese gute Einnahmequelle preiszugeben. Unter diesen Tatsachen hat natürlich eine schnellere Abwicklung deS Verkehrs zu leiden. Mangeln tut vor allen Dingen eine beaneme Verbindung nach Marburg hin und zur'ck. Denn imch dort entwickelt sich doch der hauptsächlichste Verkehr von den Ortschaften der Kreises. In dem mangelhaften Anschluß nach den Zügen in der Richtung nach Marburg liegt llnzweckmäßigkeil des heutigen Fihr- vlanS. Alle Versuche, die dagegen unternommen warben, scheiterten eben an bet schlechten Beteiligung. Doch find in jüngster Zett Schritte unternommen worden, bk aus eine bessere Umgestaltung beS Fahrplans eine Hoffnung auskommen lassen.
Für die Schrift! verantwort!.: I. V. Dr. Earl D v r f f c n Für ben örtlichen und Provinz. Teil: Mlh. Wißnet, Sprechzeit der Schriftleitung bis ViU Uhr vormittags,
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Daß man ihm nicht glaubt ihn für fähig HAt, zu betrflgen!"
Diesmal zertrchh daS Glas beim Niedersetzen, unb' die Frauen stürmten mft Tüchern herbei.
„Batet," sagte Toni, reg Dich nicht auf! Me oft hab ich Dir gesagt, das haben sie in Bausch und Bogen getan. Dich meinen sie nicht."
Dabei wischte sie emsig ben verschütteten Wein auf und trug dann die Scherten weg, indessen die Mutter ein neues GlaS holte —
„Wer weiß! Das hast Du gesagt. Aber; Du bist nicht die Regierung, die hat anders gesagt imb die fyxt mich behandelt, wie sie nicht durste, jetzt muß die Sach« vor» Gericht, jetzt will ich die windigen Taxatoren vor die Barre haben, jetzt will ich ihnen mit meinem Sachverständigen kommen. Da gibt'» kein zum Gilten reden, lieber Werner, bei mir nicht! Bei mir darf's das nicht geben. Das ginge wider die Ehre! — So, uff! Das sagen Sie Ihrem Freunds dem Landrate, der ja sonst «in ganz lustiger Mann ist. Sagen Sie ihm, ich wä« auch lustig aber, wo mir’» an die Eh« ginge, verteufelt ernst. Da verstände ich gar keinen Spaß, gar keinen!"
Er verpustete sich. **
„Das werd' ich ihm sagen, Herr Hardt," begann Werner, ,Lhn«n ist offenbar ein Unrecht geschehen und Kerstenau ist sicher der Erste, der sich bemühe» wird, «S gut zu machen."
Hartt wehrte ärgerlich ab.
„Man muß mich kenne», man muß die ganze alte Familie kennen, man durst« chr da» nicht antu» Jetzt will ich da» Gericht dabei bleibt'»."
(Fortsetzung folgt.)
Warten «Sie nicht, bl» Ihr Kind krank wird und Sie sich fügen müfien: „Säfte Ich doch meinen kleine» Liebling beizeiten mtt Nestle'» Kindermehl genährt." Illustrierte Broschüre über die Pflege be» Kinde» kostenlos erhältlich durch ,Ltnda"»GeseLschaft m. b. £>„ Berlin W 57. (2215)
|| Die Kaffee "Beueran
MM Sie nicht! I
den echten