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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

Ur. IN

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Marburg Ssmabesd, den 8.3m!

Veach««,».

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57.3M

1922

Erstes Blatt.

Bit Wie.

Unterbrech»«- der Beratung«».

Paris, L. Juni. Die internationale Anleihe- kommifsion hat gestern beschlossen, ihre Beratungen bis nach dem Pfingstfest aufzufchleben und auf» neue am nächsten Mittwoch zu einer Sitzung zusammenzutreten.

Paris, 2. Juni.Oeuvre" bestätigt die Matin"-Meldung, daß der internationale Bankierausschutz die Sitzung für 8 Tage unterbrochen hat, und datz in der Zwischenzeit Er­hebungen bei den Regierungen veranstaltet werden sollen. Das Blatt gibt als Vorbedingung für das Zustandekommen einer internationalen Anleihe die Notwendigkeit einer Lösung der folgenden vier Fragen an: Interalliierte Schulden, Rückkehr zum Soldstandard, Reparationen, Wiederaufnahme nor­maler Wirtschaftsbeziehungen.

* *

Pressestimmen.

Schlechte Aussichten.

London, 2. Juni. Der gut urtrertoite Pariser Berichterstatter derTimes" meldet, dir Jnsyr- tottonen bezüglich der Aussichten auf ffw inter­nationale Anleihe lauteten dahin, dah die Be­ratungen des BankierausfchusseS in Varis »ich einer kritischen Periode näherten. Tie Hinternist? aus dem Wege zu einem Ueberri"komme« träte» mi! peinlicher Deutlichkeit zutage. Ein gewisser Pessi­mismus werde in maßgebenden Stere 1 vertreten. Man fei sogar der Ansicht, daß die Au-sicht en we­niger günstig seien als noch vor einigen Tagen. D->r Berichterstatter f"uu- «ndg"ltig v rs'chern, daß die Anleihe nicht zustande kommen werde.

De: Korrespontet schreibt weiter, dieser Pessi­mistischen Spekulation dürfe keine übertriebene Bedeutung beigemessen werden, be sie die unver­meidliche Folge des übertriebenen Opt'"'i?mn? sei, der bestand, als Amerika in der Person PH. Mor­gans zum erstenmale in Fühlung mit den eurepä- ischen Finanzmännern trat Es bedeute nur. d.ch die wirlliche Schwierigkeit erkannt werde. Jeder Per- such werde unternommen, um eine feste Grundlage für ein« geringe Anleihe zu sinden. Selbst wenn nur eine geringe Anleihe gegeben werden könnte, s>> würde sich v nationale Lage besiern. Deutsch land würde ;ct Lage fein, seine Vtlpteckungen auszuführen und könne viel tun, um sich materiell und moralisch wieder herzustellen. Andererseits würde Frankreich eine gewisse Befriedigung erhalten. Wenn jedoch die Berhandlnngen zufammenbrächen, so fei eine allgemeine Verstimmung der europäischen Be- ziehunaen zu ertoarten.

Dir Ausdeutung, daß bei der Anleihekommission nicht alles gut verlaufe, habe eine Reaktion erzeugt Die Antwort Frankreichs auf die Einladung nach bem Haag weide möglichenveise von der Art der Enttäuschung abhängen, die erzeugt werde, wenn die Ergebnisse der Pariser Unterredungen bekannt werden. Es sei zu hoffen, datz die augenblickliche« Eimvände gegen die Ausgabe einer Anleihe zerstreut werden. Für den Augenblick sei der Bankierausfchuß nicht vollständig befriedigt von den Bedingungen, die zur Sicherung des insolventen Deutschland bestimmt und von der Berliner Negierung angenonimen wurden. Berlin scheine sich vorzustellen, mit der Anleihe ent­weder Erfolg zu haben, oder daß da» jetzt konstruierte System sich ändern werde. Die Reparations­kommission sei in ihrer Antwort auf die deutschen Vorschläge vorsichtig. SBa8 die Zahlungen in Waren betreffe, so werde wahrscheinlich keine diesbezügliche Frage vor Ende des Jahre« entstehe«. Der schwache Punkt fei, daß Deutschland behaupte, ohne eine anS wattige Anleihe nicht in der Lage zu sein, selbst den herabgesetzten Betrag zu zahlen, ohne dauernd die nicht gedeckten GegenauSgaben zu vermehren. Die« sei ge­rate da«, waS die Alliierten entschlossen seien, nicht znzutassen. Die Reparationrkommissio« weigere sich, zuzngeten, daß für den Fall, daß feine Anleihe ver­fügbar ish Deutschland da« Recht habe« solle, seinen Zahlungen einfach durch Ausgabe neuen Papier- gelbes nachzukommen. Die Franzosen widersetzte« sich dem Vorschlag, bafc bevor eine Anleihe ausgegeben würde, sie sich zu einer neuen und beträchtlichen Einschränkung ihrer Forderungen an Deutschland be- XeiterCären müßten. Nur eine wesentliche Kompen­sation könne die Franzose« dazu veranlassen, weiteren Dpfest zuzustimmen. Ma« sei aber ter Tatfarbe Degrnübergetreten, daß, so bereit auch Frankreuh sei, fegend eine Art von befriedigenden zeitweisen Neber- ein kommen zu erzielen, e» nicht seine Ansprüche aus Wiedererstattung ter Summe auf geben könne, die es bereit« für die Reparationen ausgegeben hab»

Die Lage in Oberschlesien.

der Sowjet« habe mache» können. Diese Denkschrift wich, wie Havas weiter meldet, veröffentlicht «verte«, sobald alle Regierungen, an die sie gerichtet wurde, sie erkalten haben würde. Erst nachher werde die frav zöissche Regierung vollkommen unabhängig wisse». *

Räumung und Uebergabe.

Berlin, 2. Zum. Morgen wird in Oppeln zwischen dem deutschen Gesandten Eckard und dem polnischen Justizminister Seyda der Austausch der Ratifikationsurkunden über da. Genfer Abkommen erfolgen. Danach wird uns die Grenzziehung notifiziert werden. Das Räu - mungsabkomrnen ist zur Zeit noch nicht fer­tiggestellt, da noch einige Kleinigkeiten geregelt werten müssen.

Berlin, 2. Juni. Rach einer Meldung ter .>Vost. Zig." aus Oppeln wird sich wahrscheinlich die Uebergabe der beide« oberschlesische« Teile a» Deutschland und Polen verzögern. Die Bot­schafterkonferenz hat nämlich nach der Ratifikation des Genfer Abkommens den Wunsch geäutzett, daß diesem Abkommen noch einige Zusatzbestimmungen hinzugefügt werden über die Ungültigkeit der von der interattiierlrn Kommission nicht anerkannten deutschen Gesetze im polnischen Gebiet nach der Ucternahm«. Es bat sich nunmehr die Schwierig- fet ergaben, ob dieses Zusatzabkommen ebenfalls ratifiziert werben mutz. Die Frage unterliegt zur Zeit ter Prüfung durch die beiten Bevollmächtig­ter.. Ist eine Ratifizierung notwendig, so verzögert iid- misprecbend die N-teriate hi° nach der Beschlußfassung des heutigen und des polnischen Parlaments.

Berkin, 2.Juni. Poinear6 erwähnte in feiner ftrcgen Kammerrrde, daß die Alliierten beim Berlasien des oberfchlesifche» WstiurnurngsgebieteS dort die inter­nierte» politischen Gefangenen in außerdeutlcke Gefängnisse überführen lasten würden. Wie bfe Blätter hären, tft bereits eilte entsprechende Mitteiluna der Irterallristten Kammisfisn von Oppeln an dir deutsch.- Qtegierung ergangen, öte auf Grund der B.n-'ölle in PtterSdorf, Glttwitz usw. verurteilten und zur Strrfre-*- büß«««- in den oder!chlesischen W-s-ngniste« untergebrach­ten Gesan,i>-nen follt-n btt Ränmnnq Obttchfefiens durch 'te interalliierten Truppen nach Frankreich zur wetteren Vudü'.uug .brr Strafe übergesübrt werden. Deutschersttts ist in Oppeln gegen solche Absicht sofort schärfster Protest ergangen. Demgegenüber er- flärte die Interalliierte Kommission, daß Oie letzte Ent schttdung Lei itn Kab'p.etteu von Paris, London und Rom liege

Oppeln, 2. Juni. Wie von zuständiger Stelle verlautet, hat die interalliierte Kommission dem Ver­treter bet deutschen Regierung mitgttestt, daß sie je ein englisches und ein italienisches Bataillon in die bedrohten Gegenden Oberfchlesieas schicke» roerbe

Die Unruhen.

Pleß, 2. Juni. Aus Schloß PilgramSdotf im Kreise Pleß, dessen Besitzer ter Vorsitzende des deutsch-oberschlesischen Volksbuntes zmn Schutze der Minderheiten, Karl Frhr. v. Reitzenstein, ist, wutte in ter vergangenen Nacht ein Ueberfall verübt. Banditen schlugen das eiserne Tor ein und stürmten dann in das Schloß wo sie oen Neffen be« Besi^rS einen Stute nten verprügelten. Ten Bruder des Be­sitzers, ter sich den Banditen entgegenstellte, wurde

Ter Berichterstatter schließt, der Mittelpunkt bleibe das Problem der Anleihe. Verschie­dene Entwickelungen Önnten möglicherweise innerhalb der nächsten Tage erwartet werde«. Im Bcmkieraus- schuß bestehe ein gewisser Streit über die Att ter Funktion tes Ausschusses selbst.

Paris, 2. Juni. Der Matin schreibt, der inter­nationale Anlttheausschuß habe, nachdem er wieder zwei Tage getagt habe, eine erneute Vertagung von acht Tagen beschlossen. Diese Tatsache an sich mache feinen guten Andruck, von bem Gelingen der Arbeiten, aber bi» .Nachrichten, die trotz ter Diskretion durchgedrungenfeien, gestatteten, von einem wenigstens vorübergehende« Schei­tern zu sprechen. Man stt an dem Augenblick angekom­men. an dem die auswärtigen Bankers die Frage gestellt hätten: Was schultet Deutschland den Alliierten? Darauf habe man geantwortet: 132 Milliarden Gold­mark! Hierauf sei dann wiederum erwidett Worten: Ma« kann doch nicht von be« Ersparnissen der Welt 132 Milliarden Solomark verlangen: man muß im Gegentttk eine raisonable Ziffer verlangen. Daraus fei keine Antwort erteilt worden, da keinerlei Bedingungen Htänten, die es Frankreich gestattete«, eine Verminde­rung bet deutschen Schuld ins Aage zu fasseu Der Slatin" sucht festiustellen, daß es Zeit sei, za sage», e« fei nicht Frankreich allein, da« ter Verwirklichung einer Anleihe ei» Hindernis bereite, well auch die Re- .ierungen, die einen Schritt Entgegenkommen tan töanen, ihn nicht unternehmen. Lmettka, bei schließlich xe alliierten Kriegsschulden heradietzen könne, verlange deren Zahlung und England spreche nicht neebr von irge^iwelchem Verzicht. Der Berichterstatter willteeS von einem weitblickenden und hochstehenden Staatsmann erfahr« hab«. Mähret ter towmentee acht lagt.

schwer mißhandelt, sodaß er blutüberströmt zu Boten stürzte und den Verlust be« AugeS zu betrogen hat. Als ter Oberst am Boden lag, zog die Bande, ohne etwa« zu rauben, ab.

I« Sohra» wurde ter Pastor Sendersy in feiner Wohnung überfallen und auSgeplüntert. Der Pastor mußte flüchten.

Me die Walter au« Obersch^efien melden, gehören die polnischen Banden, die in bem Jndustrieg-biet die Deutschen terrorisieren, tem sogenannten polni­schen Grenzschutz an. bet anS Insurgenten- Organilationr« besteht. Diese Banden sind auch von Polen Über die Grenz? nach Oberschlrsien gekommen. Die Zahl btr temschen Flüchtlinge wächst von Tag zu Tag. In Bernden sind bereits fiter 6000 «er» triebe ue Deutsche beim Uebernahmckommifsor angemeldet, in Äleiw itz 1000, in Hinden­burg über 500. Au« bem Rhbniker Kreis wird gemeldet, daß btt Pol.zei vor den gut bewaffneten Barten flüchten mußte. Der Polizttoienst wird setzt tron französischen Truppen versehen, die in starken Patrouillen Rybnik durchziehen und die Zugänge zür Stadt mit Maschinengewehren besetzt haben. Aus bem 'Rl)bniter Bahnhof wurden gestern die tentschen Zei­tungen tctlrsnut A-c» vielen Otten werten schwere Mißbandlnngenr,on Deutschen gemeldet.

Beuthen, 2.Juni. Mit Gummiknüppeln, Hand- qranatrn und Revolvern bewaffnete Banden erschienen m ter Marienkolonie bei Radzionkangrnbe, wo die Beamten biffer Grube und der L.tzvhütte wohnen. Meh­rere Veow'» tourten, mißhandelt und der Hüt- tet-infvektor Oibn'ch schwer verletzt. In ßobentinbe öbttfiefer gestern Abend bewaffnete Banditep bte Bäckerei Sppra. Der Frau wurde durch einen Schuß die Schädel- tecke zertrümmert, der Mann «ft gefloheu

Be «then, 2. Juni., DaS Katt»ll ter polnischen Berufsvereinigung, die Bezirksstelle he8 sreigewerk- schaftlichen Arbetter und Angestellten, ter polnische Zentrakverband, die Bezirks stelle der chrlstlick-n Ge­werkschaften und ter Gewe:kschast?r nq lHirich Dunfer) erlassen an alle Arbeit« m Oüerschlesien einen Ruf, in tem diese auf gefordert werden, die Namen der Personen, die zu bett verwerflichen Taten der letzten Tage ausgeforter habent ober als Führer fungierten, den zuständigen Organisationen mit^u seifen, darntt d'e Unruhestifter ter verdienten Strafe zngesührt werten könne«. Die Arbeitgeber werden aufqefortert solche Personen, die ihnen von ten vereinigten Organi­sationen namhaft gemach werten, zu entlassen.

K a t t o w i tz, 2. Juni. Die Bettreter ter deutschen und ter polnischen Presse und ter Gewerkschaften Oberschlesiens nahmen heute zu ten Ereignissen im In­dustriegebiet Stellung und beschlossen einmütig, für die Bekämpfung und Antreibung i?te8 nationalen, politischen und religiösen Terror i'nus. sowie für strengste Unterdrückung de« Bandenwesens zu wirken. Gleichzeitig verlangen sie, daß sm Zusammenhang mit tem Belagerungszustand von ter interalliierten Kom­mission verhängte Zensur anfg-heben wird, da bxfc die Presse in ihrer Arbeit für die Beruhigung uno Aufklärung des Volkes stark bchindert.

SMHKHnKaMMHMWBMn

während deren die Arbeiten unterbrochen würden, «vör- ten di? Regierungen unter sich verhandeln. Es fei aber wenig wahrscheinlich, daß sie zu einer Lösung des Problems gelangten. Aus alle Fälle werde di» Revr- rationskommüsion eS nicht löseu Tie Regierungen felbst würden früher oder später gezwangen sei«, ihre Ber- antwortlichkttten zu übernefcmen.

Sie Noütr Kzchmz.

Eine Denkschrift Potncat^s.

Paris, 3. Juni. Poincare ließ gestern abend an alle an her Sachverftänbcgenkonferenz im Haag rin- neladenen Regierungen eine Denkschrift senden, in brr er die Bedingungen erläutert, die Frankreich für unerläßlich hält, um den Erfolg dieser neuen Konferenz kür bi; russische Frage sicher zu stelle«. Wie erinnerlich bat der -ranzösifche Ministerpräsrtenl vor der Konferenz von Genua am 31. Januar eine ähnliche Denkschrift «n die alliierte« bttm obersten Rctt in Cannes vertretenen Mächte anb an dir Mächte der kleinen Sntrate versenden lasten.

Da« neue SchrtMück knüpft an die attgemein aner­kannten rechtliche» Grundsätze, dir damals als «nun- gänzliche Grundlinien für jede Verhandlung mit den Sowjet« ausgestellt wurden, ax, und weist auf dir Lehren hin. die man an* ten langen Debatte« in Genua mit ten russischen Delegierten ziehen müsse. Zum Schluß zeigt Poinenrch daß die neue» internationalen Beratungen außerhalb be« Rahmens einer technischen Perkandteng zwischen Sachverständigen »n einem Mißerfolg der- urteilt fei in Anbetracht bet Erfahrungen, die tun kürzlich in Genua mit ten diplomatische« Methoden

iie es für angebracht hält, sich im Haag vertrete« tf lasten ober nicht. Es sei von JtUereste, sestzustelleu daß bte . offiziellen amerikanischen Streife über die Zusam­menkunft im Haag mit ben offiziellen französische« Kretz» en vollständig die gleiche Ansicht teile«.

Washington, 2. 3«nL Auf die offizielle Erklärung des Autzenamtes htn, daß die Regierung ber Bereinigten Staaten die Einladung zur Haager Konferenz nicht annehm«, erh«che» die verbündeten Botschafter im Staatsdepartement Borstellsunge«. Sie schlagen vor, die amerikanische Regierung möchte bann wenigstens Delegierte ent. enden in solche Kommissionen ter Konferenz, die ich lediglich mit den wirtschaftlichen Fragen be» chästigen.

5k MM in MMM».

Berschürsung des Hottentotten-Rnfstandes.

London, 2. Juni. Nach ten letzten Meldung;»* aus Deutsch-Südwest-Afrika hat ter Hottentotten- Aufstand auch auf die anderen Negerstämme über­gegriffen, so daß sich das ganze Gebiet des Protektorats von Deutfch-Südwest-Afrtk« im Aufstand befindet. Die Führer bet Reger» aufstäube haben bereits an früheren Aufstände« teilgenommen. Di« Regierung der Union hat in aller Eile eine Anzahl Regierungstruppen nach dem Aufstandsgebiet entsandt. Es wird aber bezweifelt, datz ihre Zahl ansteicht, um die Bewegung zu unterdrücken.

Die alliierten Kriegsschulden.

Die alliierte« Kriegsschulden.

London, 2. Juni. Die britisch« Regierung hat bisher über die Entsendung einer Eoater- mission nach Washington zu ten Verhandlung«» über die britische Schuld an Amerika noch lernen BHchlutz gefaßt. Es ist indesten endgültig beschlaf« sen worden, die Schnldzinsen, die sich auf 25 Mil­lionen Pfund Sterling belaufen, im Herbst zu be­zahlen. Wie man glaubt, liegt es i« der Absicht Amerikas, die Verhandlungen über die Fundierung der alliierten Schulden zuerst mit Eroßbritannl« al» Hauptschuldner zu führen. Die Verhandlung'« mit den anderen Ländern solle« dann nach diese« Muster gefühtt werden.

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51t WKW fiowmtt.

Vertrauensvotum für Poincars.

Pari«, 2. Juni. Die Kammer hat der Re­gierung mit 414 gegen 100 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen. Im Verlaufe ter Debatte erklärte Pioncar^, er hab« heute Vormittag auf Grund seiner Verantwortung als Regierungschef der Re­parationskommission mitgeteilt, daß eine inter­nationale Anleihe nicht von einer weiteren Ampn- tierung der französischen Forderungen abhängig gs» macht werden dürfe.

Der Reichswirtschaftsrat.

Berlin, 1. Juni. Der Vorläufige Reichs« wiitschaftsrat hat die Anträge tes fozialpolitifchen Anefchustes auf Beibehaltung und weiteten Ausbau bet Angestclltenverfichetung unter Ablehnung aller Al'ändetungsanträge angenommen. Angenommen wurde ferner der Antrag des Ausschußes für Sied« lungswesen, eine Entschließung, die Einheitssätze te« Landesdotlehens für den Quadratmeter Wohn« fläche infolge der allgemeinen Preissteigerung auf mindestens das Fünffach« als unterste Grenze für die Höchstsätze festzulegen, ebenso ein weitetet An­trag, erhöhte Mittel für di« Atbeilgebetzuschüste zur Hetstelluud bet neuen Beamtenwohnungen zur Verfügung zu stellen. Der Gesetzentwurf, bet bi« Regierung zu Zollerhöhungen ermächtigt, wird gleichfalls angenommen.

Aus dem besetzten Gebiet.

6i« «tue» Treugelödni» bet Rheinland«.

Kreuznach, L. Juni. Die Schließung der Lcitz- werke wegen terroristitwet Umtriebe haben Agenten ans- zenutzt. um für bte rheinischen Abioickerungsbestrebvngeu Propaganda zu mache« Tiefem Treiben gegenüber baten btt 5 bürgerlichen Parteien btr Stabt unb des Kren,« Krenznach einen gemeinsamen Aufruf ertasten, in dem cs heißt: Die in testet jj.it erga-L-nen Kundgebungen