Amtliches VerWndigungsblatt des Greises Marbmg.
«Anzeiger für (bas früher kurhessische) Oberhessen
Mr. 128
rte .Oderheistlche 3eitn»i" etkbetat ieitieeal wöckentttL. — »ezugsvrtts monatlich 22 Mk. Für ausfallend Stemmet« infolge Streite ooet elementarer Steignflfe kein Ersatz. — Verlag do« De. T. Hitzerotd. — DruckverUniw-Duckdruckeret von Joh. Lug. Loch, Markt 2L28. — KenNvrecker 55, PostlÄeckkonto: Rr. 5015 «ml Frankfurt a. Mai«.
Marburg
Mm. tee 2. M vrachmaad.
Der Äxtrlgeroteie beträgt fite Me 9 gete. Ze«e ober hetex Heum 1 Mk. fit be« Millimeter. amtlich« ««» auswärtige L30 KL ktedere Spaltenbreite« «ach enffontbenbet Berechnung. Sott einlaufewse oder Den Raum »der */, Seite einnebeentw An- jeta« lted wir berechtigt, m4 der Tertlvaltenbrette »« lew« ■«* j« berechne«. Soge*. Reklame« berechnen »tr die Col.«3eile mit 9.00 ML Zeder Robert gilt al» Barrabatt. Bei Auskunft durch die Selchäftsitelle «no Vermittlung der Angebote 1 ML Sondergebübr.
57.3M
1922
Jet Wout her WM aus hie r heutige Mote.
Berlin, 1. Juni. Die Reparailonskam« Mission hat der deutschen KriegSlastenkomnnssion 6t Paris am 31. Mai abends folgendes Schreiben
Mgchen lassen:
Paris, 8L Mal 1922.
Di« Reparationskommission beehrt sich, de» 6m- j^ang deS Schreibens deS Reichskanzlers vom 28. d». MtS. zu besteigen, in dem die Maßnahmen mit» geteilt werden, welche die deutsch« Regierung bereits «griffen hat, und die weiteren Maßnahmen, zu denen flr sich verpflichtet, um den Bedingungen ju genügen, bk von der Kommission in den Schreiben vom 21. März und 13. April hinsichtlich des teilweisen Aufschubs für die während deS Jahre» 1922 in Ausführung de» Zahlungsplanes zu bewirkende» Zahlungen gestellt worden sind. Die Kommission beehrt sich Ihnen m der Anlage Abschrift khver Entscheidung Nr. 1976a von heute mitzuteilrn, in der gemäß dem im letzten Abschnitt der Entscheidung Nr .1841 vom 21. März vorgesehenen Verfahren der vorläufige Zahlungsaufschub bestätigt wird. Bei der Bedeutung einer sofortigen Entscheidung über die Frage des Aufschubs hat die Kommission geglaubt berechtigt zu sein, die genannte Entscheidung schon jetzt zu treffen, obwohl mehrere Punkte de» Schreibens, dessen Empfang sie bestätigt, »och weiter aufgeklärt werden müssen. Sie hat dabei dte Fragen, die sie als noch nicht geregelt betrachtet, auf später vertagt, damit sie alsdann In der im Text der Entscheidung angegebenen Weise behandelt iwctben. Diese Fragen werden den Gegen- stand einer weiteren Mitteilung bilde«, die i« de« nächsten Tagen an den Reichskanzler gerichtet werden wird.
Unterzeichnet: Dubois, John Bradbury, Be- melmann, Maggi
Die Kommission nimmt davon Kenntnis, daß wegen der Einzelheiten verschiedener Abmachungen zur Er- füllung der von der Reparationskommission gestell- ten Bedingungen ein Benehmen Wischen der deutschen Regierung und dem Garantiekomitee stattflnden wich. Sie vermerkt andererseits, daß dieBorschlägehin- sichtlich der schwebenden Schuld von der deutschen Regierung nur für den Fall als geeignet betrachtet werden, daß Deutschland eine an», reichende Unterstützung durch eiet an»- artige Anleihe erhalte.
- Tie Reparationskommission mutz daraus Hinweisen, daß der hiermit bestätigte Aufschub gemätz dem Schluß deS letzten Abschnitte» der Entscheidung Nr. 1811 in jedem Augenblick widerrufen werde« kann, falls die Kommission später zu der Ueberzeugnng gelangt, daß Deutschland es an der Erfüllung der festgesetzten Bedingungen fehlen läßl Unbeschadet ihrer allgemeinen Befugnisse, die sie sich in dem genannten Abschnitt vorbchalten hat, behält sich die Kommission ausdrücklich das Recht vortz den Aufschub zu wider- rufen, falls sie zu irgendwelchem Zeitpunkt von dem Fortschritt der Regelung der noch in Schwebe be- kindlich« Fragen nicht befriedigt sei« sollte, oder falls Deutschland in Ermangelung der von ihm gewünschten Hilfe mittels einer auswärtigen Anleihe die in dem Schreiben des Reichskanzlers vom 21. Mai 1922 hinsichtlich der Begrenzung der schwebenden Schuld im einzelnen aufgeführten Maßnahmen nicht «ussübrni und andere Abmachungen zur Regelung der Fragen des Fehlbeträge» im Haushalt und der schwebenden Schuld nicht ht einer die Kommission befriedigenden Weise regeln sollte."
Rm MmerWe 18 AM.
Berlin, 1. Juni. In der Mittwochsitzung de? AeltestenauSschusseS hat die Deutsche Bolkspartei eine sehr schwerwiegende Erklärung gegen den Minister Hermes abgegeben. Die Abgeordueie« der Deutschen Dolkspartei sind der Ansicht, daß sie bei den Verhandlungen im Auswärtigen Ausschuß mit den Par- teiführern über den Inhalt der Note durch dir Reichsregierung irregeführt worden sind. Tie Trutsche Volkspartei ist dadurch in die schärfste vppos it'on zur Regierung elngetr ten. In- folgedessen gilt die Stellung des Reichsfinanzministers zurzeit auch in den anderen parlamentarischen Kreisen »iS nicht sehr fest. Die Regierung wird während der Parlamentsferien bis zum 18. Juni versuchen müssen, eine neue Parlamentsbasis zu binden. In Parlamentskreisen wird dabei mit der DtSglichkeii gerechnet, daß dies durch eine gewisse Umbildung Ars Kabinetts erreicht weroen kann.
1L ----------
Sie «Mk.
Part», 1. Sont De, „Matt«" meldet: Morgan hat den französisch« Ministerpräsident m besucht, woraus zu entnehme« ist, datz die Anleihe an Deuischland als gesichert gelten kann. Eie wird frühestens Anfang Juni zur Verfügung stehe«. Morgan hat PoincarS wisse« lassen, dah die Anleihe zu vier Fünfteln direkt de« Verbündeten zu« geführt werden könnte. Dte Abtragung der Schulden der Verbündete« an die Vereinigten Staate« soll nach Morgan» Vorschlag tat September besprochen werden,
Wtnkk groBt Somimrtt
Paris, 1.Juni. Die Kammer setzte heute Nachmittag am 8. Tage der JuterpellattonSdebattr über die Außenpolitik der Regierung unter großem Zudrang be# Publikum? ihre Beratungen fort.
Der Abgeordnete de Ehapebekain« interpelliert aber die Orientpolitik und stellt dir Frage, wie lange bte Berhaicklungrn über den Frieden noch dauern werden. Wenn man nicht Elle zeige «ab den toten Einfällen et« Hindernis biete, dem« känne man keine freie und unabhängige Türkei wiederherstelle«. Der Abgeordnete erinnert ferner an die systematischen Verfolgungen, deren Opfer die Türkei seitens der Griechen in der letzten Zeit geworden seien und wundert sich, daß England nicht dir Bemühungen Frankreichs unterstütze, dem ei« End' -« bereiten. ®ie Kemalisten wendeten sich den Bolschewisten '.u, well sie dem die Hand reiche«, der ihnen entgegen- komme.
Ministerpräsident Poincarä ergreift alsdann da» Wort zur Beantwortung. Er entwickelt die 14 Jutervella- tionen: Er wolle »»erst, so sagt er, dn Mißverständnis be- fettig«. Die Sage Oberschlesiens könne nicht verglichen werden mit dem linke« Rheinufer. Das gebe aus dem Friedensvertrag von Versailles hervor. Die KontrollkomnnMon fri souverän und in keiner Werse der interalliierte« Kommission im besetzten Gebiet unterstellt. DaS interaMerte G-richt urteile alte Verbrechen ab, deren Opfer bte fvanzäsischen und «Werten Trap- nnt geworden feien. Der Ministerpräsident geht auf diese «Zwischenfälle näher dn und erklärt, in der PetcrSdor- ser Angelegenheit feien 15 Schuldige abgeurteilt worden. Es verstehe sich von selbst, daß, wenn die Re» oirrungskommisfion den Deutschen den Platz räum», die Schuldigen in außerdevtsche Gefängnisse »ne Abbüßung ibrvr ©träfe überführt würden. Frankreich sei. so meint Poinearä. der beste Verteidiger des Friedens in Oberschtesie« «nd am Rhein ge- wesen, und man könne eS nicht anklagen, erobernas- lustig zu sein. Poinearä kam daun auf die Konferenz von Genua zu sprechen. Angesicht» der beunruhigenden Resolution von Samtes bade er sich bemüht, Garantien von de» Alliierte» zu verlangen, daß auf der Konferenz die Frage der Reparationen und der Verträge nicht aos- geworfen weroe. Da» fei auch erreicht worden. Die Instruktion« an Barthou seien einstimmig vom Mini- fterrat gefaßt und loyal befelgt worden. Frankreich hob.- in Genua Beweise großer Geduld gegeben und habe nichts unternommen, nm die Konferenz zum Scheitern ,« bringe. Wirtschaftlich und finanziell Hobe die Konferenz übrigen» Erfolg geh-rkt und auf dieser Grundlage könne sich fetzt die Wiederaus.ick- tung Europas vollziehen. Die privaten Besprechungen Rathenaus und WirthS über die Reparationen seien unter Ausschluß Frankreichs erfolgt und gingen es nichts an. Der Rapalko»»rtrag stehe im Widerspruch zu dem Be rfailler Vertrag. Als Sanktion fei Tenttchland dcsbalb von den russischen Verband- lungen ausgeschlossen worden. Schärfere Maßnabmen seien nicht möglich gewesen. Wenn die französische« Delegierten abgereist wären, wären sie allein abgereist. Poin- rar6 bespricht dann die französischen Forderungen an Rußland An die Haager Konferenz fei Frankreich in teiner Weise gebunden An einer neuen politischen Konferenz werde bte Regierung nicht teilnehmen. Die französische Politik sei in Genua nicht im Schlevptau einer aubaen Politik gewesen. ES fei aber notwendig, in Kontakt mit den anderen Alliierten, Amerika unb der Neutralen zu bleiben. Man dürfe ober nicht zulassen, daß daS Ausland sich in die inneren Angelegenheiteu Frankreichs einmische. Poinoar6 bespricht das Verhältnis «»rischen Frankreich und Deutschland. Frankreich sei geneigt, alte Mittel ausfindig zu machen, um den aUcftnditen Wohl durch eine loyale Zusammenarbeit zu dienen. Man könne jedoch von Frankreich nicht verlangen, daß es Deutschland irgend eines der Rechte opfere, die <3 aus dem Vertrage herieite. (Beifall.) Frankreich fet berechtigt, von Deutschland Reue zu erwarten. Die rfeebe zur Gerechtigkeit habe die Franzosen diejenigen hassen gelehrt, die sich gegen hie Gerechtigkeit vergangen hätten Tätlich eriahre man immer noch Beweise des schlechten Willen» Deutschlands. Vorgestern feien z.B. die Tribünen des Reichstags mit den schlesischen Farben geschmückt gewesen und zahlreiche Abgeordnete seien in Trau er kleid eru erschienen. Poincare bedauert, raß eS Franzosen gebe, die gegen die Ausführung deS Viisarlle: VerlrngrZ feien und verteidigt seine Aussährun- gen in Var-le-Dnc. Er sei weit davon entfernt bte 'Angelegenheiten fiter isoliert« Handlung zu verten- nen. Er werde alles tun, um diese isolierte Handlung ;u verhindern. Aber so wünschenswert auch daS duwei- nandnis n>.. den Alliierten fei, so könne Frankreich doch ucht auf die Ausführung seiner Rechte verzuh- ten, tzTonnrrtt« Beijatt im ganzen Hanse.) Kn sozia
listischer Zmschenrufer wird niedergeschrien.) Pmncare kommt dann auf das Verhältnis zu Sowfetrußland zu prechen. Die stanzösische Revolution hab« nichts mit der russischen z» schaffen. Schließlich bespricht der Mini- ster dir guten Beziehungen zur kleine« Entente und Bel- gtex »nd drückt bat Wrnll' aus, bte Solidarität, die Fvankteich utb England verbinde «ufrechtznerhatten Frankreich habe das Recht in der Frage der russischen Schuld und des Privateigentums anders zu denken wie England. Zum Schluß erinnert Poincärä an das gemdn# am vergossene Wut Man würde das Andenken der Gefallenen «erraten,, wen» man die Allianz zerstören würde, . . . j . r ik te i .
-
Die Saogn ßon'ettni.
Vari», BL Mak. Die französische Sfetfentng wrid sich den Mitteilungen der Presse zufolge nur dann an der Konferenz b» Haag beteiligen, wenn die Rusfen ihre Tenkschrist vorn 11. Mai zurückziehen und wenn im Haag keinerlei politische Fragen erörtert werden. England hat ick» Delegierte für bte Konferenz im Haag trnonnt den klnterstaatssekrrtär im Schatzamt Voung und den Direktor des Amt» für den Außenhandel Lloyd (Strom.
London 81. Mai. Der TimeSkorrespondent in Washington versichert .daß die amerikanische Regierung die Einladung, umh dem Haag zu gehen, außerordent- lnh ungünstig ausgenommen habe. Es bereitet ihr inSbesotchere Mißvergnügen, daß man ihre Anregung, eine Sachverständigenkommission nach Rußland zu entsenden, unbeachtet gdasie» habe. Die Bereinigten Staaten hab« das Gefühl, al» ob man im Haag die polittschr Anerkenming der Sowjetregierung auS- sprechen würde. Infolgedessen fei die amerikanische Regierung fest entschlösse», die Haag« Konferenz völlig zu ignorieren.
DterWtto.
Berlin, I.Juni. Di- Blätter melden über die polnischen Unruhen ht Lanrahütte, daß da» Gebäude der Laurahütter Zeitung durch Haudgoanatcn ,en- stört «nd bann ansgeplündert wurde. Ter Brrgiverks- biteftot Hilpk wurde von polnischen Banditen in seiner Wohnung fest totgeprügelt. Eine Anzahl Geschäfte in Lanrahütte ist ausgeplündert worden ebenso wurden Möbelwagen von auswand-rnden Deutschen umgeworfen und dte Deutschen mißhandelt. In Eichen ru wurde auf dte Postagentur ein lleberfall verübt, wobei Geld und Wertpapiere geraubt wurden. Der Postverwe'tet wurde schwer miß bandelt Nachdem zahlreiche Geschälte crrvlündert waren, versießen die Geschäftsleute den Ort fast sämtlich. In Benthe« sind 250 deutsche Flückt- Knge an gekommen, ebenso suchen in Hindenburg und Bleiwitz zahlreiche Flüchtlinge Unterkunft. Der Ort Ruda wird von dner meist aus auswärtigem Gesindel bestehenden Bande von »der 100 Mann terrorisiert. Die Eisenbahudirektton Kattowitz meldet erhebliche Betriebsstörung«, da sich dir deutschen Eisenbahner weigern, in daS polnische Gebiet durufahren unb um» grfcbrt bte polnischen Angestellte« nickt in den deutschen Tell Oberschlesiens fahre« wollen. Wie systematisch zur Austreibung der Deutschen aus dem Polen zuerfe,inten Telle ObcrschlesienS gehetzt wird, beweist ein Lefeorttkd bet „Polnischen Zeitung", in dem eS laut „Lok.-Anz." heißt: Die Ausrottung und Ausweisung der Deutschen mit oder ohne Möbel ist dir erste Pflicht sowohl der Regierung, als auch der polnischen Volksgemeinschaft. Ohne uns um unsere Regierung weiter zu bekümmern, dir durch eine Reihe von Abmachungen gebunden ist. welckie die deutsche Minderheit schützen, müssen wir unsere lvückere Bevölkerung an die Pflicht erinnern, die Deutschen aus sämtlichen industriellen, landwirtschastlichen und anderen Z-nlrru auszurotten. Tie Uebergabe Obersckle'ienS beginnt nach dem „B. T." etwa um den 10. Juni und beansprucht ungefähr 14 Tagt bte Grenze zwischen Deutschland unb Polen wird aber erst endgültig orr 1 Jusi gezogen sein. Darauf werden sofort die Vorarbeiten für dir Autonom irbestimmung in dir Wege geleitet
Lanrahütte, 1.Juni. Hier kam e» gestern Abend und in der Nacht an oerichitdenen Stellen zu einer Schießerei. Mehrere Teutschgefinnte wurden mißhandelt Zu ernsten Zwischenfällen ist eS nick! er kommen. Die Gemdndcwache hat Befehl, starke Posten auszustellen.
ffatto wi6, 1.Juni. Gestern fernen die Gewerkschaften aller Richtungen sowohl die po'.nischen «IS «uch die deutschen zusammen, um in einer Sitzung zu
durch bte Ausruhrakte geschaffene Lage Stellan, zu nehm«. ES würbe übtietnfrimmenb zum Ausdruck ge jrattt daß die Terrorakte unter allen Umstanden ju verurteilen feien. Aus Vertrete« der Seutich« und polnischen Gewerkschaften soll eine st ä n ö t g e S o m- Mission gtbübet werben, die in engstem Zusammen werten mit bra in Frage kommenden Hchöwen «nd xn betätigt« Arbätgcberverbänden bte SerbtnSetnny der Terrorakte anftreb« soll. De« Flüchtlingen soll dm Rücktehr an ihre alte Arbeitsstätte ermöglich! xrbeiL FaUS hierbei unüderwrndltche Schuuerlgkrtieu entsteh« sollten, muß bte Äommiijtcn ote Auswechslung bei betatiflie.t Perjonen in bte Wege leiten. Ferner ist es Aufgabe Oer Somnuiiion, bei bei Unterbringung bei ^iücyNinge fachoeritänbig «utznwirt«.
Tetz obetschlesiscke Hllssbuud bat zni Aufgabe, bte Aufrechteihallung, Förderung und Stärkung «her beute ch« kulturellen Bestrebung« in Oberschlrsi«, dckonbev- bett aber be» Schutze» be» deutsch verbliebene» Teile» von Oberschtesie« gegen die Gefahr« der gewaltig« von Offen herandringende« Pvovoganda. Der Oberprüsideut bezeichnete dte sofortige Einleitung d«a großen finanziellen Stützungsaktion ganz D«tschla«d» als unerläßlich, falls nicht wieder »nwtederbrinattche dmtschr Wirtschaft»- und SnQuteerte endgültig «rtoetu dn feiten.
Stellen, tJnni. Eine regelrechte D«sich«- - fetze ist gegenwärtig i» dem an Pol« fallend« Teil überschlesiens im Gange. Im Kreise Hncktenburg macht Ich due nette Bandentätigkdt bemerkbar. Schwere Bedenk« erregt da» Verhalt« der französisch« Trupp«. 9» ist festgestellt worden, daß Angehörlge der va nzösischeu Formationen in aller Eite mit alten Zivilkleidern ausgerüstet Word« sind. Sie haben sich in den polnischen Tell Oberschtestens begeb«. Angesicht» dieser Bedwhung vermehrt sich in verstärktem Maße bte Forderung der deutschen Bevölkerung, daß Lierschlesien zunächst von tat Franzosen geräumt wich unb daß bte Italiener unb Engländer den Sicherheitsdienst bis zum Eintreffen der dmtfchen Trupp« wahrneh. men. Die Arbeitsgemeinschaft für das Oberschlesisch« Industriegebiet hfell gestern in Kattowitz eine Sitzung ab, um sich auf eine BeruhignngSaktion zu einigen. Bis tuet Abend ist jedoch dne BerstSMgung nicht erzielt warben Im Gegenteil, e< fern zu stürmischen Auftritt-u.
Wie die Blätter melden, greisen dte polntfche« Unruhen in Oberschlesien weiter um sich. Zn Friedenshütte wurde» sämtliche d«»t. chen Arbeiter und Beamte versagt. Mehrere Frauen werden derart mißhandelt, dah sie in, Lazarett gebracht werden muhten. Aus Orzegow unb Hohenlinde lieg.it ähnliche Meldungen Über Vertreibungen von Deutschen vor. Auf der Strecke Bobrek — Orzegow — Morgenroth kontrollieren bewaffnete Palenbanden die Züge und verschleppen benlsche Fahr« gafte. Nach einer Meldung der „Bofl. Ztg." sollen in Petersdorf bei den polnischen Ausschreitungen sechs deutsche Arbeiter getötet worden sein. Die aus dem vorjährigen Znsurgentenaufstand berüchtigte Sobek-Bande drang in die Stadt S o h r a u ein, demolierte die Druckerei des Stadt- blattes mit Handgranaten und warf die Schrift- kästen auf die Straße., Auch mehrere Geschäfte wurden von der Bande vollständig auegeplfln« bett. Die Belegschaft der Römergrube be» schloß, alle deutschen E r u b en b e a ml en und Arbeiter auszuweisen. In Pari- schowitz sind 160 Arbeiter und Angestellte bet Silesia-Eisenwerke verjagt morden. Aehn« liche Nachrichten, liegen auch aus anderen Gruben vor. In Hindenburg wurde ein Uebetfall bet Polen auf die Guidogrube versucht, bet aber von bet Polizei und den Besatzungsttuppen ab- geschlagen wurde. Die Angreifer hatten mehrere Berwundete. Eine 3000 Mann starke Bande versuchte einen lleberfall auf die Stabt Rybnik. Zwei Bataillone Franzosen und Ital'.ener, verstärkt durch Tanktruppen, konnten den lleberfall jedoch vereiteln. Infolge bet polnischen Terrorakt, ist es zu erheblichen Betriebsstörungen im Eisenbahnverkehr gekommen. Auf der Strecke Eieiwitz—Peiskretscham konnten 22 Eüterzüge nicht weiterfahren. Auf einigen Neben« strecken bc» Polen zuerkannten Teile« von Ober« schlefien verhindern polnische Bande« bte Abfahrt der Personenzüge. Die Eis«bahndirektion fordert dringend die militärische S'cherung der Bahnhöfe, da andernfalls der gesamte Eisenbahnverkehr zum Erliegen zu kommen droht,
Gleiwitz, 2. Juni. Heute hat die Interalliierte Kommission über den Siebt* und den Landkreis Glei- ro ifr, dm Kiteis Hindenburg imb den Kreis Rybnik den BelagrrungSzustand verhängL Auch hier müssen die Lokale spätestens um 9 Uhr geschlossen werden. Der Straßenverkehr ist in der ßefe von 10 Uhr abends bis 5 Uhr früh untersagt. Dm Zeitungen in dem Gebiet, in dem der Bdagerungszu- stand verhängt ist. sind unter Pressezensur gestellt.
Beu then, 2. Juni. Ti« Interalliierte Kom- triffien verhängte Übir die Stadt und bat Landkrris Kattowitz, sowie die Gtaneinb-n Friedens« butte, Schioat)w«ldlolonie unb Sin« irachtShtzttc mit Wirkung von beutt Mitternacht ab, ben Lelagerungszustanü. Tie öffentlichen Lokale n.üssei. um 81/, Uhr schließen. Der Straßeuoeikrhr ist von 1C Uhr adrnüs bis s Uhr früh gespeitL
* •
Berlin, T Juni. Dte Reichsbankanstatt tu Katt«.witz wird am 10. Ium und diejenige in Königs- huttr am 9 Juni qe'chtosfen. Tie bisher in Sotto» wttz »nd Köugisbüüe vorhanctenen Girotont« unb bte fönst «gen Geschäft: werden auf Antrag bei be« beuach» bautn deutsch bie'benten ReichSbanlanMte«, i« erst«! Lnwk in Brüchen weitergejührt.