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Amtliches Verkündrgungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (bas früher kurhefsifche) Oberhessen

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LS Mk. Für eeefaataoe Wimmern hrtelge Streit» »Bet eieeewtotet ®tei<rniüe kein Triatz. verlaa een T*. L. Hlseeatd. T'tetf bet H*ro^T<M*Bra*rtt »oe Äod. Äug. Xe*, Stat»t 2L5S. ^taöirteftet 56, Äeft)*eAo*te: Rl 6015 8mi Ätewhu« e. State.

Marburg SoihhM ten L 3ul Sca^ewA.

Ter euxtigenorti« tietrSgt kür die Bgeb. 3»Ue »der beten tue 1 SRI für heu Milli­meter, amtliche unt> euseättiqe 1.S0 Mk. In bett SsaUenbtftten nach eutfeteebenb« Berechnung. Spät eintaufenM ober oeu flennt über *ft Seite einttcbmeabt »# tetatn nnb wir berechtigt, nach der Tertixdtenbrette in legen und xu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen mit 6tt Lol^Zelle mit MO Mk. Ander flabett gilt eie Barrabait. Bei Äutunft durch die Setoäheftttle nee Vermittlung der Äege- bote 1 SRI SeaderpedSdr.

Stetlter Stl6M

Der Veutfch-dSnifche Scrtteg, De? deutsch «rat tonale Mibtrauensantratz abgeleh«»

?' '-'i- 4 s?n Sl. Wil

Der Bett tag »wischen Deutschland und Dänemark ytr Sbrgtlung der durch den Ufb-rgang der Staatshoheit in NordschleSwig auf Dänemark ent­standenen Loge kommt zur »weiten Beratung

Rcich»ßnn,ler Dr. Wirth: Dem Bestreb n der Sk- Gierung. mit Dänemark zu einer günstiarn tzerständianng »ukommen, stand ursprünglich der Gedanke eine» drei- fettigen vertmge» entgegen. Dänemark selbst bat aber schließlich die direkte Verständigung 6ors«togen Der günstig« Abschluß der verbandlunegn ist nicht »u'e-k dem schlichen und weitsichtigen Auftreten des dänischen Außenministers zuzuschreiLen. Der Reichskanzler dankt den Persönlichkeiten, die die Lertragsverbandlunqen ge­fördert haben. Er spricht die $>offtuina aus. daß die »u Dänemark geschlagenen ehemaligen deutschen Staats- bürger auch anter ihr« neue« Regie tun, di, deutsch- Kultur pflegen könnuen. Dr. Wirth empfiehlt schließ tich den Vertrag zur Annahme, der geeignet sei, dir nationalen Gegensätze »u Überbrüchen.

Abg. Frvhme (@b$.) stimmt kn einer kurzen Er­klärung dem Vertrage zu.

Abg. lkhomken (Deutsch».) erkennt die unter dem Druck deü Versailler Gewaltpertraae' willkürlich ge- »ognee Grenze nicht an. Die stustimmung seiner Partei zu dem Vertrag ändere nichts an dem Protest gegen daS Deutschland »ugefügte Unrecht.

Abg. Runkel (D. Vpt.) stimmt dem V rtrog zu, hält aber den Schutz der Minderbeiteu durch »en Widerstand her dänischen Regierung für nicht geuügend geüchrrt. Unser Protest gegen tue unter Mißachtung des Selbst bestimmungsrechtes der Völker gezogene Grenze bleib! bestehen.

Abg. Dr. Breitscheib (Unabb.s bedauert eben­falls, daß ter MiitdrrheiteNschutz nicht auSwichen^ -,«rch. geführt ist, hofft aber, daß daS frenndschaitstche Bf bältme zwischen Dentfchlaud und Dänemark verhüten werde, baff dieser Mangel praktische Folgen habe. Er stimme dem Vertrag zu

Abg. GotHein (em.) schließt sich tew Beda-wru über den Mangel eine- MinderheitenschubeS an, spricht aber gleichfalls sein Vertrauen zur dänischen Regierung au5, daß sie die deutschen Minderheiten nicht unterdrücken »erde.

Der Vertrag wird hierauf in zweiter und dritter Lesung fast einstimmig angenommen.

Abg. Dr. Pecker (D. Bpt.) brantnwi. sofort die Besprechung der deutsche» Antwort an dl, ReparütionSkommission auf die Tagesordnung zu setzen, da bi'ruon die Haltung der Deutschen VelkSpariei »um Ml'ii'auenrvatnm abhänge.

Abg. Pitt mann (Unabh.) stimmt dem Antrag« zu, fordert aber Verschiebung auf morgen.

Nach kurzer weiterer GcschästsordnuugSdebatte wird dir Angelegenheit bem Aeltestenrat überwiesen, der im Lause der Ätzung seinen Vorschlag mache» wird.

Der Gesetzentwurf über die 8rh-h«ns der Zulagen in der Unfallversicherung we­bet der JahreLarbeitSverdienst dem gesinttenen Geld­wert entsprechend höher angevechnet werde« soll, wird ohne Debatte in der zweiten und dritten Lekunz en­gen ommen. Der Entwurf über die Erhöhung der BersicherungSpflicht in der Krank-uper- sichernng, die eine Erhöhung der Briteagspfticht aus 720t» ' Mark vorsirht. wird in »weiter und dritter 2,fang angenommen; ebenso die Gesetze über die Wochen- hilfr und Wochrnfürlarge. über die Aendernng der Geld­beträge in der Sozialversicherung und über teilweise Umgestaltung der «ngestelltcnversicheruyg, d.h. Ans- hehnnng der BeitvagSpstkcht auf 100000 Mark. Auch daS ColdatrnpersicherungSgesetz und der Geschrntwurs über

Erhöhung der BerWaltunggkostenbei- ,r bei TilgungSdarle Heu werden in zweiter und dritter Lesung gene Hmigt. Da» RrtchSknapp- fcha st S gesetz wich ohne «utfprache dem sozialpoli­tischen Ausschuß überwiese«.

. Bo» den Unabhängigen ist dqwischen «im Interpellation eingegangen, welche ««»kurst übcr die Pariser NeparationSverba udlungen verlangt. Dem Aeltestenrat ist weiter ei» Antrag der Unabhängige» zugegangen, dir Reparatimtsfroge zu be- sprechen, wenn der Reichskanzler zu weitere» Mit­teilungen bereit ist. Dieser Antrag wich unter großer Heiterkeit gegen die Parteien der Rechte« angenommen.

Bor der Abstimmung über da» deutschnatiouale Miß­trauensvotum erklärt der Abg. Crispie» (U), daß seine Fraktion den Antrag ablebne. weil er nur dem AgitatiouSb-dürfni» der Rechten entspringe.

Abg. Hergt (Deutsch».) verliest eine länge« Er-, klärung, in der auSgeführt wich, daß infolge der beut.- veröffentlichten ReparationSnote der deutschaattonal. MißtrauenSantrag eine erhöhte Bedeutung erlange.

Abg. Dr. Becker (D. Vpt.) erklärt, feine Fraktion Werde nach KenntniSnahmevonder deutschen ReparationSnote für den deutschnationale» An trag stimme».

Abg Höllei » (Komm.) stimmt für ben deutschriatio- wtlen Antrag.

; Abg Leicht (Bahr, vpt.) lehnt ihn ab.

ffi Der deutschnationale Mißtrauens«»- ilt«8 wird hierauf gegen die Stimme« der

Die deutsche Note angenommen

Pari«, L I»»t. Nach einer .Ti«e»"-Mel- dunst hat die Nepaeati»»»ksmmisfion gestern dem bctttHfce« Reichskanzler eine Note übermittelt, i« der sie witteitt, datz die Nrparatiosskonnnifston an« g-fichts der in dem Schreiben des Kanzlers wm 28. Mai erkeanbaren merklichen Anftrengnnxen der deutschen Negierung den Fordernnqe« der Äem« Mission entgegenznkommen b.schlosien habe, das

Deutschland «wi 21 März bewilligte Memo, ran dum zur Durchführung der Zahlungen ab 1. Juni endgültig 3 « machen. Einzelheiten bedürfe» jedoch noch der Regelung, und d'.o Repa, rationskommissio« behält sich das Recht vor, den jetzt bestiitioien Aufschub jederzeit $a annullieren, wenn Deutschland den übernommenen Verpflich­tungen nicht »ach'ommt.

Drutschnationalen. der Deutschen vslks- partei und der Kommunisten abgelehnt.

Darauf vertagt sich das Daus ans Dienstag, 13. Ium rageSordnung: Keparation-interpellatiou.

Die Iwangsanleihe. Der Gesetzentwurf betr. die Erhebung einer Zwangsanleihe ist derSoft Zig." -»folge gestern der» Reichstag zugegangen.

Besprechungen über das Reparattonsproblem.

Wie das "Seil. Tagebl." mitteilt, hielten die an der Revarationsfrage beteiligten Mitglieder des Ne chrkabinetts gestern Nachmittag eine Thefbekpre- chung über das Reparationsproblem ab. Wann der Reichskanzler die Erklärung über die Repa- rations- und Anleiheverhandlungen im Reichstag abgeben wird, hänge dem Blatte zufolge von dem weiteren Verlaufe der Pariser Besprechungen ab. Der Reichskanzler werde jedoch die Parteien über den Gang der Verhandlungen dadurch auf dem Laufenden halten, daß er die Parteiführer oqo Zeit zu Zeit »usammenderuft. Diese Besprechung werd« auch auf die Deutsche Volksvariei und die Unabhängige Sozialdemokratische Partei aus­gedehnt »erden.

MMtetn» 6m kiMs griMwrtft.

Fr««zSstfche Preffeftimmen zur deutschen Rote.

Baris. 81 Mai. Zur deutsche» Note an ei« Stew- vaiiouSbommissio» schr-idt derMotin". «S scheine, ^6 tw Antwort ans die answättige» Bankier», die beut' ihre Beratung» wieder «niirehmn einen nuten Eindruck gemacht habe. Eie dürfte» darin eine» Bew-is bet q"trn WllenS erblicken, aber sie dürsten doch nicht vern'sken.

WTtn bat Berlin-r Kabis-tt »» dielen Versicherungen «fangt lei. dies immerhin erst rintache Brrl'nechungcn -ien. Me einzig nnb allein an? sftrrcht vor Eanftionen -«geben worbe» seien. Wenn eS die Absicht der Bankier? 'ei. bei ihrrm Aukrihevfan auf einen Druck auf Deutschland zu verachten, könnten sie knttänschunae» erirbrn. -- Vetit Parisi«»" vertritt den Swndpnnft, die Antwort scheine zu beweise», daß Deutschland oie Not -oendicikeit, au?r»führen, begrisien habe. In ihrer

Tmtbeft scheine die deutsche Antwort die Neparation?- 'ommiffwn $u brfriebigm. fsweisekSohne fei aber die Antwart mcktz», wen» Re nicht van politische» £»Ab­fangen gefolgt sei. Die Maßnahmen der dentfchen Nrsier»»g indezng auf die R»varattonen erforderten -ine streng« lkontrolle. Inzwischen aber mässe -vt» feststelfan. daß Deutschland sich gebeugt und Äirova eene strifiS erspart hab«, die hätte ernst werden können. DaSEch» de PariS'' sagt, men h.rbr 50» Deutschland nur erzielt, daß eS sich de» B-diu- nnge» gebeugt hab«, die für unerläßlich gehakten worden ten. Erst di« Zukunft könne über die Wirksamkeit v-t Bvdingun-en eutschcchen.Oeuvr e" weist baraui hin, daß gestern der belgische Außenminister Jasvir rklärt habe, mau habe dar Ergebnis nur erzielt, wen man gegenüber Tenrichlaud Festigkeit gezeigt hab« - 'lach dem$ e t i t Jo »mal" scheine daS d> ut'chr d-oküment peunsfe Ziveideutigkeite» und elastische Sor» mel» zu enthalten, die in der Anwendung ebenso vi.'l,' ''»elle» von Schikane» darstelleu könnte». Ti?

J3 o t w n e f" vertritt de» Standpunkt, man'ie erst nt Gebrauch feRftolen, waS die Energie wett fei, die die Alliierten aufgebracht hätten, nm nicht zu gestatten, daß die deutsch« Note ein toter Buchstabe bleibe

,Vovnkaire" schreibt: Wenn Deutschland tatsächlich der Stimme der EmgepeukommenS gefolgt fei, so sei e4 leschehen, um die Gunst des BaukieraurschufseS $u gr- .nMien. her feine Verhandlungen unterbrochen habe, um oaS Den:,che Reich an der Arbeit zu beobachte». Taj Sfatt beglückwünscht sich zu dem glücklichen AnSgang b*r A.-rharchlungr», will aber dabei nicht veegesfen. d- oal .roblem der Reparationen. deS Londoner Zahlung^vlaeu-s -ch im til**wir»!-n der Versailler Vertrages für die

Zukunft bestehe» bfaibt.

Sie Snlllthireiis'rage im SMaus.

London, 3L Mai. Im Unterhause soqte Lloyd George nach etntt kurzen Darlegung der Repara- t io ns frage, man könne annehmeu, daß die kri­tische Phase, m welcher sich die Reparations- frage vor kurzem befand, für den Augenblick vorüber sei. Es »«Ahe km» Grund yi einem Rih zwischen Frank­

reich und England und alle Mitteilungen, die ihm zugegangen sind, drückten die Hoffnung ans, datz ein Abkommen zustande kommen würden welche« nicht nur für de» SchuLpner, sondern auch für die Gläubiger­staaten annehmbar sein würde. Er freue sich, daß die deutsche Regierung sich wirklich bemühe, den Wünsche» der Reparationskömmission entgegen zu . kommen. Nach Erwähnung der Schw'e^ig'ei en sagt« Lloich George weiter, die jetzige deutsche Reairrnng habe s'.ch verpflichtet, ihr bestes zu tun, um den AriederrSvertrag auSzufübren und er glaube, sie be­mühe sich ehr'ich um seine Ausführung. Sie habe erheblichen polfti'chen Schwierigkeiten entgegenziitreten und wenn sie diesen Schwintigkeiten begegne, wie sie es tatsächlich tu«, so habe fit Anspruch auf jede Rück- sicht und jeden Respekt, trx man gewähren Ifrtue. Eine pos itive Nichterfüllung des Fri denS- vertrageS würde eine Politik fofortigen Un­heils für Deutschland sein. Ohne Frage würde Frankreich allein vorgehen, w:n» Deutsch­land den BerfaiNer Dettrag g-geuüber irgend eine Mißachtung zeigen würde. Wenn eine deutsche Re- grerung ans Ruder ferne, wttche dem Frt^ensvertrug Widerstand leisten wolle, so würde Frankreich bei der Ausführung seiner Bestimmungen nicht allein ge­laufen werden, sondern England und Frankreich würden zusammen vorgeben. Errßbcitannien trit ein für eine Politik der Mäßigung und auch kür eine Politik der Erfüllung des Bettcage«. Jedes isolierte Vergehen seitens der Verkündeten würde unheilvoll sein für die zwischen ihnen bestehend« Entente.

Frankreich »nd die Haager Konferenz.

Parts, 1. Juni. DerTemps" teilt mit, die französische Regierung habe gestern die Einla­dung der itatienischen Regierung zur Teilnahme an der Konferenz im Haag zur Kenntnis ge­nommen. Die Antwort sei noch nicht fertig- gestellt. Das Ministerium des Aeusteren befchäftige sich gegenwärtig mit einer Zusammenstellung der Politik, die Frankreich seit einigen Monaten hin­sichtlich des russischen Problems verfolgt habe.

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Ein« 55 Millionen-Anleihe an Oesterreich.

Paris, 31. Mai. Senator Daudet hat einen Bericht über den Gesetzentwurf betreffend die Gewährung von Borschüssen bi» zur Höhe von 55 SR i Ilion en an die österreichische Regierung eingebracht. Er vertritt den Stand­punkt, daß den llnterstütznngeversprechungen. de: 'N mit Ungebulb erwartete Erfüllung allein verhin­dern könne, daß Deutschfand die zu weiterem iso­lierten Bestehen unfäh'ge Republik Oesterreich we­nigstens zum Teil in fick ausiauge, eine greifbare Folge gegeben werden muffe.

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Vas ntrt WrnlchiUe Kstluett.

Dien, 31. Mai. Nach dem ckristlich-sozial-n Nbend- bfattWiener Stimmen" ersuchte die christlich-seziale t^rnniriun!) aeffern ihrrn Obmann Seivel. die new« Re "ieruna zu bitden. Seivel »abm de» Antrag ent*r 'Un'sien V-dinnnni-en an. namentlich der. daß da? SS int- stenum des Innern von Schaber befett o-Vc wenigstens di- Angelegenheit-n der äsftnttichea Sicherheit von ihm wciter verwalttt werd:».

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Ar UMr-ittlo'««» in DittWi.

Berlin, 31. Mai. Wie die Blätter aus Breslau melden, verlief die vergangene Nacht in Ka11owitz rubig, dagegen liegen auS dem Landkreise Katt.awitz. besonders anS Laurahütte neue Alarmnachrichten vor. Die Terrorakte der 'Boten dehnten sich in-wisch m auf den Krets Rybnik anS. wo gleichfalls deutsche Beamte und Arbeiter mißhandelt wurden. Di« Stadt- Ktorfcnetenperiammlung von llattsnntz hatte den Bür­germeister beauftragt, von der Interalliierten Kommission in Lppeln Lilie für die bedrohten Deutschen zu ver­fangen. Die Öilse wurde aber nicht bereit« gestellt. Auf an Ersuchen des deutschen B-voll- näcktigten um Maßnahmen zum Schutze der detstichen Bevölkerung sicherte die Kommission schließlich solche Maßnahmen zu Ob und in welchem Umfangt solche Maßnahme» tatsächlich getroffen werde», bleibt noch

abznwattrn. BolnischerseitS »ich erklärt, datz di» Tersrakte gegen die deutschen Arbeiter enb Beamte» die Antwott seren auf eine angebliche Verprügeln»- pol­nischer Arbeiter tat Kreise Bleiwitz. An der Berliner -inständigen Stelle konnte lautGermania" noch nicht festzestelft «erden, ob etwas Derartiges i» Bleitvitz vor- lekommen ist. Jedenfalls stehe«, wen» sich dort ver- .inzeite Ausschreitungen gegen Pole» wirklich ereignet haben, dies« Vorkommnis^ in gar kein«« Verhältnis ,u dem Ausmaß deS polnischen Terror«.

Rack einer Meldung deS .Lokalanz." macht sich auch im Kreise Hindenburg eine neue BandrntLtigkeit bttnerft>ar. Aus MvSlowih, Lipin«, Kuarow itnb andere» Herden der polnischen Bewegung liegen Berichte vor über eine beabsichtigte öettrefcung der deutschen Bevölkerung. Vor allem sollen die deutschen Srubenbeamten durch Pole», Franzosen. Belgier und Tscheche» ersetzt werden.

Wte die ,^8oss. Ztg." au« Oberschlesie» meldet, sind die polnischen Unruhe« in den Pole« zugesprochene» Teilen Oberschlesiens eine von langer Hand wohl vorbereitete politisch« Aktion in dem Zwecke, noch vor ber Uebernahme M Gebiete? in radikaler Weisedeutschenrein" zu mache«. Durch bei massive Verhalten der interalliierten Kommission und der Polini ist dieser Zweck bedauerlicherweise zum Teil er» nicht worden. Durch die Flüchtlingsstellen sind gestern allein 1600 Flüchtlinge gegangen. Wie versichert wirb, hat der Kreiskontrolleur von Kfattowitz auf ein Ansuchen um Einsetzung von Truppen abschlägig^ geani- roortet, mit dem Bemerken, daß die Truppen nicht zu Polcheizwecke« gur Verfügung stände«.

Aus dem besetzten Gebiet.

Der katholisch« Lehrervereln gegen die Rheinisch« Republik.

Köln, »1. Mai. Die hier tagende Haupt. Versammlung der katholischen Lehrervereine btt Provinz Rheinland hat angesichts der immer miederkehrenden LoskSuugsbestrebungen im Rhein« lande die folgende Erklärung befchloffen: Die im katholischen Lehrerverein organisierten katholischen Lehrer des Rhetnlandes stehen fest und unwandel­bar zum Deutschen Reiche. Die uns anvertraute Jugend wollen wir In gut katholischem Geist« zur christlichen Nächstenliebe und damit zur wahren Pölkervcrsehnung erziehen. Wir wollen sie aber auch erziehen zu edler Heimats- und Vaterlands« liebe. Sie soll ihr Vaterland desto mehr lieben, |< grötzrr es tu Not ist.

Der Fall von Petersdorf.

Paris, 31. Mat. Die Botschasterkommission hat sich beute mit den aus Grund des Bertrrg» dow Tri anon zu regelnden Grenzfragen be» schiiftigt. Sie wird die tschecho-slowakische Regie« rung auffordern, auf ihrem Hoheitsgebiet Nachfor­schungen nach dem in die Angelegenheit von Pe­tersdorf verwickelten Deutschen Konrad zu veranlaffen und ihn der interalliierten Kommission in Oberfchlesien auszuliefern.

W Srtiigft de; Sofies im LölkerhMt.

Genf. 30. Mm. DasJournal be Kei^ve" ver- iftentlickt den geprüfte» Wottlaut ber Erklärung, bie fax frauzösisck« Deputierte und Bettreter in der Bölker- 'mnbp-rfrnnmlnng. Noblemaire, auf der Rückreise von He«s in Lvon über bie Frage bei Beitritts Deutschlands ,rm VZlk-rbnnd in einer längeren Rede gegtten hat. Danach beharrt Noblemaire auf dem Stand n i.k». daß in« bedingunSlofe Ausnahme Deutschlands nickt möalich 'n. Er beglückwünscht sich dazu, auf der letzten Völker­bund Versammlung den ans bedingungslose Aufnabme b'.n» ; lend'n argentinischen Antrag ausgeschaltet r» habe«, '«n Festhalten an allen Bedingungen in Artikel 1 des Völk-rbundvaNS sei vielleicht nicht erforderlich, aber auf den wrsentlichste» Bedingungen müsse man bebatre«. xeMenurire sagt.:

Ein Klub muß geschossen oder offen sein. Die Satzan« unseres SlubS. der geschlosftn and an Kl ab wn >nttem-n ist, wo man beim (Eintritt be» Nachweis s«»er Eigenschaft al3 Sentlemen erbringen muß. beruht ruf folgender Grundlage: edri'ch« Innehaltung ber Vev- 'fsichtnngen. die von den Mitgliedern uuteriefineben mrde» Deutschland kann erst Mitglied werden, sobald ?. to*nn auch tw.iselios nicht dem Wortlaut bei Vertrags in seiner Gesamtheit, so doch mit hinreichender Ao stich« rigfrit seinen Geist durchgesübtt hat. und man weiß nur ,u gut, daß Deutschland noch nicht so wett ist. Allerdings braucht der Völkerbund Deutschland brin« j e b. Lhne Deutschland leidet er ausS schwerste a» icintr Unvollkommenheit. Er entspricht nicht seinem >,wrck und ist vielleicht Überhaupt unmöglich. Innerhalb vr Völkerburxdversammlung werden die Deutschen lästig ,ei«, aber außerhalb sind sie gefährlich, auf jeden Fall ge» ährsicher für den Völkerbund, als wenn sie in chm sind, benso darf man sich srazen. eb Deutschland für uns ttanzoftn nicht außerhalb der Bundes gefährlicher ist all n ihm Wenn die Deutschen außen bleiben, bcst-br ba- mit die Gefahr von 92euauflagen der Jnipro- Dt f a ti o n von Genua und Neuauflagen der S!rr» iuche, die Neutra en oder bie ehemaligen Feind« über Jra» jpg urteile» 43 fassen, oie, wie öle Enlschädigungefrage,