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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

TUObetociHtoe Zeit«, " etidxhit ietbemel wädwntli*. v«,»a»orri, eumntlidi

«k. 124

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19 Mk. Für ousfaUeeee Summetw infolge Streik, Met elementarer SretgwMe keiw Ersatz. Beklag eow Tt. L. Hteerotv. Ttutf Ht Unio.-Bumdtucketet new Lod. B>f. »och, Markt 21.3. Retnime&er 55, VoitüdeckUmt»: Rr. 5015 **t »tewhutt a. Statu.

Marburg

RsilA, to 29. mal

Det Iwwtgewetet, betrögt fit bte » gelb. Zeile oder beten Sawm l Mk. ffit den Mtlli- mettt, amtllcoe wwb auswärtige 1.30 Mk. «niete Spalten breiten nach entfetedienbet Berewwnn«. Spät einlaufenbe ober den Xaunt über Leite einnehmende Sn» lemew nttb eit berechtigt, nach bet Tert'oalteadreite ,w lewen unb tu berechnen. Logen. Ke flamen berechnen eit bie Tol^Zeile mit 9.00 «k. Jebet Rabatt gilt al» Bartadott. Bet Auskunft durch bie «seicht» tokeNe uw» Setmittlung ect »age» bäte 1 ÄL Sanbetaebibt.

57. ZM 1922

angcflrebt; bet weibliche» Zöglinge» (d sie unterlagt.

Die deutsche Note abgesandt.

i SnWk Sti6M

Wartegeldempfänger, Kürzung des Anhegehalte«. All« AntrLge zur lbetreidebewirtjchaftnng ab. " «elehnt.

2 20 Sitzung vom 27. Mal.

_ Weiterberatung deS Gesetzentwurfs über bie Vtrwen- sung Do» Wartegelbemvsängern. Danach müs- |en Wartegckdenwsänger tedeS Amt tm RrichSdienste Übernehmen, daS ihnen billigerweikt zu gemutet werben lernt. Nach dem Ausschußbericht soll di.se Vcrvstichtung «tt dem 60. Jahre erlöschen. eS kann auf Antrag dann Aen^onierung eintreten.

Die Abg. Schmidt (Deutsch».) »nd Dr. Scholz 1$. Volksp.) bekämpfen die Vorlage wegen de« ausge- fprochenen Zwange-, ein Amt anznnehmen. btt« unter vmstänben mit dem frrüher innegrhabte» Amte nicht ver­glichen werden kann.

Abg. Stückle» (Soz.) betont demgegenüber, das, Ha- Reich sich nicht den Luxu» gestatten könne, Leute, sie nichts arbeiten wollte». lebenslänglich zu bezahle».

Die Vorlage wird banmf in der Einzelbcrotrlng a »- genommen. Die beantragte namentliche Abstimmung jptrb. zurückgestellt.

ES folgt die zweite Beratung de« Gesetzentwürfe- über s bte Kürzung der Ruhegelder

tnd de« Wartegelbes Versorgung-berechtigter. Der Aus­schuß beantragt, daß die Ruhe- und Wartegelber auf die Hälfte herabgesetzt werden sollten, wenn die Ver­sorgung-berechtigten aus einer anderen B schästigung ein sährlicheS Einkommen beztehen. da- 60 000 Mark über­steigt. Den RnhegehaltSemvfängern müsse jedoch dir Hälfte d«S Ruhegehaltes avSschlicßlich bet Teuerungs­zulage verbleiben.

Die Redner der beide» Recht-vartrien lehne» die, Vorlage ab. Die Deutsche Volksvartei beantragt, daß den RuhegehaltSemvfängern unbedingt die Hölste des Gehalt- einschließlich der Teuerung«,usilge verbleiben müsse. Der Antrag wird abgelehnt uns die Vorlage in zweiter und dritter Lesung angenommen.

Darauf folgt eine Reib« von Eintelabstimmungen. Das Gesetz über die Verwendung von Wartegeldempsän- gern wird mit 217 gegen 109 Stimme» ang enom- men, bei einer Stimmenenthaltung. Falls da» Gesetz, wie die Rechte behauptet, eine Verfassumt-ünberung dar- stellt, wäre also die erforderliche */« Mehrheit nicht erreicht.

! Eine Entschließung Schreiber (Ztr.), welche dir Landesregierung ersucht, die Schutzpolizei' von allen par- tripolitische« Einflüssen freizuhalten, wird gegen die äußerste Linke angenommen. Eine Entschließung der Deutfchnationalen

gegen bte Getreidenmlage

wird mit 190 gegen 136 Stimmen bei 2 Enthaltungen ab gelehnt. Eine Entschließung Müller >Soz? auf Zwangsbewirtschastung von Getreide, Kartoffeln und Kicker wird mit 191 gegen 137 Stimme» abgelehut.

Die Ausschußentschließung, welche eint Wiederholung der Getrecheumlage für unmöglich erttirt, aber recht- zeitige Sicherstellung von Brotgetreide fordert, wird mit 246 gegen 79 Stimmen bei 3 Entbastungen ab ge­lehnt: dagegen stimmen die Deutschnationalen unb bte Sozialdemokraten. Es sind also sämtliche An­träge und Entschließungen zur Getn-idtbewirlsckastimg abgelehnt. Die Ausschußentschließunge» auf Sicher- stellung bei Kartoffel- und Zuckerversorgung werden an» ge nom men.

Daun wird der Haushalt tu der dritten Lesung be­willigt.

Nächste Sitzung Montag Nachmittag Ihr zur Ent- gegen nahm« einer RegierungSerklstrung.

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Die heutige Reichst»gssttzung.

? Heber die heutige Sitzung des Reichstags glaubt derBerl. Lok.-Anz." Mitteilen zu können, daß zu­nächst Reichskanzler Dr. Wirth und darauf Reichs- mtnister Dr. Rathenau sprechen werden. Die po­litische Aussprache wird sich unmittelbar daran an- schlietzen und voraussichtlich am Dienstag zu Ende fein. Während die ^Montagspost" es für sicher hält, daß die Deutschnationalen ein Mitztraucns- üoium wegen der Haltung der Reichsrcgicrung in de: Wiedergutmachungsfrage einbringen werden, hält derLok.-Anz." das Einbringen eine» solchen M.ftrauensantrags noch für zweifelhaft. Inner­halb der deutschnationalen Fraktion seien dem Blatte zufolge seit gestern alle möglichen Erwä- gvnßctt angestellt worden, die es als sehr gut mög­lich erscheinen lassen, daß man den ursprünglichen Plan aus Einbringung eine» solche» Antrags fallen lassen werde.

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Aus den Ausschüssen.

Vertin, 27. Mai. Der Reichstagsausschuß für Kriegsbeschädigungsfrageu hat den Gesetzentwurf über bte Teuerungsmaßnahmeu für Militär- rentner behandelt. Der Antrag Thiel-Strei!« (T Volksp), die Teuerungszulagen mit Wirkung vom 1. Juli auf 100 Prozent zu «höhen, wurde vom Antragsteller mit Rücksicht aus btt bevorstehende Re- ßorm des Reichsversorgungsgesetzök vorläufig zurück-

Die Sentmn li Mo.

Verlin, 27. Mal. Die Beratungen des Relchs- kabinettS über die Paris« Verhandlungen des Reichs- finanzministerS Dr. tzermeS mti Mitgliedern der Reparationskommission wurde» heute nachmittag ab­geschlossen. Nachdem die en Staatssekretär Berg­mann gerichteten Rückfrage» beantwortet waren, trat d«S Reichrkabinett einmütig auf den Boden bet in Paris erzielte» Grundlage für die weiteren Verhandlungen und beschloß, den auf de» Spätnachmittag einberufenen Auswärtigen Ausschuß in diesem Sinn« Bericht zn erstatten. Die vertrau- liche Aussprache deS Ausschusses, an der sich der ReichSkanzl«, b« Reichssinanzminister sowie Ver­tret« all« Parteien beteiligten, bauerte biS 10 Uhr abends. Ei» Antrag auf Besi^ußsasfung nrerbe nicht gestellt. Die auS den Paris« Besprechungen sich ergebende Note an die RrparationSkommission wich sonatb morgen durch Kuri« nach Pari- abg-b« und am Montag der Reparationskommission über­geben werden.

Berlin, 27. Mai. D« Auswärtige Ausschuß deS Reichstage- behandelte ht sein« Nachmittags- sitzung, saft ei« Stunden lang da- gesamte Re. parationSproblem. Der Reichskanzler, b« Reichs- sinanzminist« und der ReichSwirrschastSminister waren a-.wesend und ergriffen zum Teil wiederholt das Wo«. Bon den Abgeordneten sprach.-n Dr. helsferich D.-Ntl.), Dr. Becker-Hessen (D.Vv.) Dr. B«nbnrg (Dem.), Marx (Ztr.), Müller- Franken (So,) Crisplen (U.S.P.), Emminger (Baur. Vp.) und schließlich Stinnes (D. Vp.)

Berlin, 28. Mai. Der A»SwS«ige Ausschuß deS Reichstage« behandelte am Sonntag ht mehr als fünfstündig« Sitzung die Konseren zvon Genua und den Rapallo.«ertrag. Rach eingeh nd« Be- richt«stattnng durch den ReichSm-ßenminist« Ratche non äußerten sich dazu die Abgeordneten Breitscheid (U.SP.D.), Bernstein (SozZ, Hoetzsch (D.-Nat.), Marx (Zentr.), Danch (D. Vp.), v. Rheinbaben (D. Vp.), v. Graefe (D- Rut.), Helfferich (D.-Nat.). Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Da bet «sttswärtige Ausschuß seine B«atungen abges^ossen hat, beginnt )* B"llsitzung des Reichstag- am Montag um 1 Uhr.

In der Aussprache wurden die Verhandlungen auß«halb deS Kabinetts vom ReichSkanzl« mit keinem Wdtte angeschnitten. Becker-Hesse» lehnte die Pariser Vorschläge scharf ob unb auch b« Vertret« der Bayerischen VolkSpart« Emminger sprach sich

gezogen. Dann wurde ein Unterausschuß ei"g setzt, der mit bet Regierung gemeinsam bera'en soll, wie die Dinge bis zur endgültigen Neuregelung geordnet werden sollen.

Im sozialpolitischen Ausschuß deS Reichstages wurde t>« Gesetzentwurf übet bte teilweise Umge­staltung bttAngesielltenversicherungmitder Maßgabe angenommen, baß bie Versicherungsgrenze von 30000 Mark auf 100000 Mark herauf- gesetzt wich, unter entsprechend« Aenderung b« Gebaltsklassen und der Beiträge. Ferner soll zrund- fätzlich da» Markenverfahren ringefüh« werden. Die letztere Bestimmung soll am 1. Januar 1923 in Kraft treten, die übrigen Bestimmungen treten bereits am 1. Juli in Kraft.

Annahme de» deutsch-polnischen Abkommens.

23 e r I i n, 27. Mai. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages hat das deutsch-polnische Mrt- fchaftrablommen gegen die Stimmen bet Deursch- nnticnalen unb der Deutschen Volkspartei a i - genommen ebenso die Verträge über den Post- scheckverkehr und über die Erenzübergänge. Die Entscheidung ilber die Ueberleitung des Rechts­verkehrs wurde oem Ausschuß noch vertagt. Der Antrag des Berichterstatters auf Rechtsverwahrung im Plenum, wie sie in Genf von Minister a. D. Schiffer abgegeben worden war, wurde gegen die Stimmen bet Unabhängigen angenommen.

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NMndklle MMnlM in Lsnhshrl.

München, 27. Mai. Tie Korrespondenz Hoff­mann meldet: Am 26. Mai sollte die Landespolizn in Landshut durch Mitglied« b« int«a!liierten Kon- trellkommission in München kontrol irrt irerten. Dabci kam es an d« Pclizrikas.-rne. vor dor n Eingang der Kraftwagen mit den interalliierten Lfsizierrn und einem deutschen B.gleitofsizi« (sämt'ich in Zivil) hielt, zur Ansammlung einer größeren Menschenmenge, die ihren Unmut Über bie beabsichtigte Kontrolle durch

Mehnend auS. Stinnes machte feine Aus­führungen nicht als Parte'polüiker, fonbern als Sprecher bet nationalen Wirtschaft. Er beschäftigte sich eingehend mit der B.sserung unsres MorfurseS unb hob hervor, daß diese Besserung noch lange nicht mit der ©tabilifierung geebnet sei. Nach sein« An­sicht würde eine sofortige Besserung des Markkurses eine katastrophale Erhöhung der Arbeitslosenzisfern in Deutschland bedeuten. Wnm bie Mark gebessert werden soll, fei eine Pause unbedingt «forderlich, sodaß die Erhöhung dcS Reichsmarkwetter nicht plötzlich unb von heute auf morgen, fonbern all- »nchlich unb stufenweise «folge. ReichswittschaslS- mintil« Schmidt sprach von Jnteresienvolitik unb malte für ben Fall b« Ablehnung bet Pariser Vor- schläge baS Gespenst b« Ruhrbesetzung an bte Wand. EP hatte ben Anschein, als ob b« Reichskanzler die Einwände von Stinnes völlig anerkenne.

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Wie derD«l. Lok.-Anz." mlttetlt, wird die Denkschrift, bte die enbgittige Formulierung Des Texte» des Vertrages enthält, dem Reichstag erst in einigen Tagen zugehen. Damit entlaße, wie bas Blatt glaubt, die Erwartung, daß übet den Vertrag im Plenum de» Reichstags nach der gro­ßen politischen Aussprache abgestimmt werden könne. Die Abstimmung bürste erst nach Pfingsten erfolgen. Da, Blatt glaubt au» dem Verlauf der gestrigen Sitzung des Auswärtigen Ansschusies schließen zu können, daß bie Stimmung gegenüber dem «ertrag Im allgemeinen günstig ist. Sämtliche Parteien, von ben Kommunisten bis zur Deutschen Volkspattei, dürften für ben Vertrag zu haben sein. In parlamentarischen Rtefen rechne man sogar damit, baß unter Umständen sogar bie Deutsch- nationalen bcm Vertrage zustkmmen würben.

Sie Frage be» 3L Mak.

Wie bieMontagspost" au» London meldet, soll zwischen dem britischen Auswärtigen Amt und Poinratä in den letzten Tagen ein lebhafter Mei­nungsaustausch Rattgtfunben haben. Er soll da» Ergebnis gehabt haben, daß PoincarS zugestimm» hat. auf die Ergreifung irgenbntelcher Sanktionen gegen Dettkschland, die v e f e tz » n g des Ruhr, gebiet», vorläufig j a e

verbündeten Regierungen. bcm "MAergut- machungsausfchuß und bem Anleiheaii-fchuß Zeit zu geben, zu einem Abkommen über bie Wiedergut­machungsfrage zu gelangen.

erregte Zurufe auSbrückte. Angesicht« b-r bv h-nden Haltung b« immer mehr wachset dsn Volksmenge fuhren bie Vertreter bet interalliierten Kon troll- kommission »»verrichteter Dittge »ach Mün- khev zurück. D« ganze Vorgtstg bnuetfe wenige Minuten. Zu Tällichketm g-g?n bie ausländischen Ossiziere ist eS nicht gekommen.

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Vertagung bis 13. Juni.

146. Sitzung vom 27. Mak.

Deiterbevatunq de» HanShaltS bet Volk-wvblfahrt beim Artikel Äinbfrfftrfortte.

Fvau Aba. Lauer (Ztr.) forbert größere Beachtuue der Juaendbewequng und Ausbau der 2Banbnber6erqen tu gesitteten Heimen und einen B'irat für Juaendpstege Spott und Leibesübungen. Die Rednerin schildert di, Notlage der ckantativen Anstallcn und beantragt ein ReickSwohlfahttSaesetz.

Frau Abg. Sp o h r lDrutschn.) wünscht, daß bei bet Fürsorge darauf geacktet werde, daß sittlich erkrankt' Kind« nicht auf gesunde Kind« einen üblen Einfluß aus- üben könnten, eine sehr strenge Trennung sei bier onne bracht. Soweit in der Famllie da» ZüchtigunaSrecht be- stehe, müßte e» auch in ben Anstalten beibedalten wer­den. Tie Förderung der Iugendwanderungen liege nud> ihr sehr am Herzen, aber bei ben Wanderungen müßte eine AussichtSperion gegenwärtig sein.

Frau Abg. Weigt (D. ®Pt.) sord-tt auch bei brr Jugeudpllege eine strenge Disziplin und eine stärkere Betätigung der Frau t» der Füriorgebcwegung. Di- christliche LiedeStätigkeit müßte auch hi« an critei Stell.- lieben.

Abg. Fra» Thriestma nn (Unabh.) fordert gründ legende Aend«ung pe» CbarakterS der Fürforgeonstalten Pädagogisch geschulte Leit« seien notwendig, nicht Tie- wätt«. Sie fordert Beseitigung der Prügelstrafe und meint, daß die christliche Liebestätigkeit iutmtt nur ein« bestimmten Schicht zugute komme.

Ein Bcnrrttt des Woblfahrtsmimilcrium« legt dar. daß sämtliche Fürsorgeamulllen ständig baraufbin beob­achtet werden, wo Besjernngeu angebracht seren. Die Äbichafsung der Prügelstrafe »erde im jchteuutzcrn Tempo

Aber bie Lehrer dürfen nicht machtlos gemacht werde». Hinsichtlich d« Alkobolbekämvfuag sei das Verständnis bei der heutigen Jugend schon wescuUuh besser «* wickelt aU früher.

Abg Sehrmann (ä»»l) nennt be» ganze» Loht» fahrkshauSbalt einen Skandal.

Frau Abg. Dönhoff (Dem.) lehnt »war da« tee» mcntmäßige Prügeln ab: immerhin könne aber a»ch die Prügelstrafe nützlich wirken.

Auf eine Anfrage deS Abg Weill (Utubb.) wird regierunqSseitig enmbnt, daß da» Tuberkulosegesetz fertig» gestellt sei und zur Zeit dem Staatsrat vorliege.

Die Abstimmungen werden dann btt nach Pfing­sten vertagt. Nächste Sitzung 18. Juni, nach­mittag» 2 Uhr.

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Dir Molmro d« NklWomp Dünifltrs.

* Berlin, 29. Mai. Die politische Aussprache die heute im Reichstag beginnen toll, bat ein weite« re» girbiges Feld vor sich. Sie soll die Konferenz v« Genua umfassen, da» oberschlestsche Abkommen i» Genf berühren und sich auch auf die Verhandlungen richte», die Dr. Herme» in Paris begonnen hat und bie in ben näch­sten Wochen ein« Entscheidung entgegenführen mästen. Bon allen diesen Punkten toerben dir Pariser Ereignisse wohl den Löwenanteil bet Au-lprache ans sich lieben. Genna war in der Hauptsache eine AuSeinanderseyung Zwischen Lloyd George und Poincarö. Und wen» im Reichstag noch aus diese Konferenz zurückgegrifsen werden soll, so wird eS sich dabei kaum um etwa« anbntt han­deln, al» den Vertrag von Rovallo.

ES wirb von manchen behauptet, baß die Berein- (xtningen. bte Dr. Herme«, wenn auch unmrbiicklich, in Pari« getroffen hat, eine Durchkreuzung be« Rapallo-B«trageS bedeuten, da sie die deutsche Reeierung von dem Kur» ein« aktiven und selbständigen Außen­politik wieder z» btt Abhängigkeit von der Revara« tioa-kommission zttrückführen. Man behauptet, daß des­halb auch Dr. Wittü ko lange gegen Dr. Herme» gttämvkt habe. Cb man damit die Beweggründe Dr. Wirth« tatsächlich trifft, ist einigermaßen zu bezweif-'ln. Sick« gbtt ist ba« Eine, daß die Dttvklichtnngen. die Deutsch- land nach ben Vorschlägen von Dr Herme» ftbetnebete» soll. unS bie Hände binden und un» nicht die Frribeit geben, die wir durch den BrtttagSabschluß Don^gySrU» und durch daS Streben nach anej. SkMvnder Ent- lchädigungSlcistungen i» ^K^Wrn Zeit gesucht baden. Man würde doch wahrscheinlich zu r: l zu-

trourn, foenn man glauben wollte, daß er diesmal de» Willen dkx Nichterfüllung verkörpert berbe. Letzten Ende» lchtilien Gründe persönlicher Rivalität maßgebend ge» .Wien tu l«n. Jedenfalls ist das Kabinett schließlich mit Einschluß von Dr. Mrth aus ben Bode» de» LrogrammS getreten, das Dr. Herme» aitt Pari» mit» gebracht bat und be dadurch das Schicksal unserer näch­ste« Zukunft bestimmt wird, so muß dieser Gegenstand t» der Aussprache be« Reichstage- der beherrschende sein. Da- Bebenlltche be« Programms Henne» liegt darin, daß die intttnationale Lage dadurch zu unseren Unqunften sich verschiebt. Die Rede des Abgeordneten Favre au« dem ebemasigen Kabinett (Elementenit bat ganz klar betoirfen. daß Frankreich auf bie Zahlung aus einer An­leihe wartet. Es ist ferner unbestreitbar, daß die Amrri» fanrr an die Bewilligung der Anteibe Bedingungen knOpsten, die auf eine Revision de« Loickom-r Ulti­matums binauSlieseu. Dieser günstigen Lage haben wir uns dadurch begeben, daß Dr. Herme» tn Paris Deutsch­land. wenn auch zunächst unverbindlich, aus Vtrvflich- tungcu frstgclegt hat, die die Revision des Londoner ÜtiimatumS wieder binauSschirde». die allo ge­wissermaßen den Amerikanern und Engläickern den Erumvi auS der Hand nehmen. Und von dreiem allge­meine» für uns fchwerwiegenden Gesichtspunkte abze- iebe«, ist eS kehr bedenklich, daß neue Steuern . n Aussicht gestellt worden sind trotz der beut« eben Regierungsversicherung, neue Steuern feien an- möglich, eine Versicherung l>ir üdngens Tr Hev- meS am entschiedensten vertret.u hat. Auch in Bezug auf ^ie Kontrolle sind in den Vorschlägen, die Hermes ge­macht bet, Verpflichtungen enthalten, die über ha« Recht der Gegrnfeite. Auskünfte von unS zu Bedangen, »eben- all- hinausgehen. Rach alledem tonn man in xn Abmachungen, die Dr. Hermes in Paris versucht bat. int befriedigende Lösung des Rcparationsproblem- nicht rbsicken.

M kbeiMe MM unter euMm Mkwul?

Berlin, 28. Mai. Wie die Teltgraphen- Union aus absolut zuverlässig« Quetlr «jähri. habe» au- Besorgnis vor einem geplanten französischen tikue» raistreich zur Loslösung des Rheinlanbc« vom deutschen Reiche sührtiide rheinische Persönlichlcite» seit Monaten B«handlungen mit unBciantrourtiidien englischen Stellen gepflogen mit dem Endziel der Errichtung ein« rheinischen Scheinrrpubli! auf 16 Z-cchre englischem Protektorat. Tiefe Republik soll einen eigenen Präsidenten, tigrue Verwaltung er» halten und mit bem Reiche durch Zollunion- und Gemeinsamkeit der öfsenUich rechtlichen Einrichcungen verbunden bleiben.

In diesem Zusammenhang weiden bie Name» von dem Obcrbürgermeitz« von Äöln Ade»»»««« d«M