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Zweites Blatt

Oberhessische Mmg

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Nv. 118

1 nabend, 20. Ma'

die köstliche Speise-Schokolade!

Haag ein günstigere» Horoskop stellen soll. al» t*n« jenigrn von Genua, must dahingestellt bleiben. Bte« leicht ist der Zwang der Tatsachen stärker, alt aste iheore- tischen und akademischen Erörterungen. Er besteht darin, dast die gesamte Weltwirtschaft an dem AuSschewen Lst- und Mitteleuropas schwer krankt und eine Gesundung nur durch rin Wiebereinbeziehen dieser grasten Abmtz- märftc sür Rohstoffe und Fabrikate geheilt werden kann. Wenn zunächst Deutschland allein von den Besprechungen im Haag ausgeschlossen bleibt, so brauchen vir das nicht sonderlich tragisch zu nehmen, da wir durch den Vertrag !von Rapallo unser wirtschaftliches Verhältnis zu Ruh­land bereits geregelt haben. Wenn es an die wirklicve Arbeit des Wiederaufbaues der russischen Wirtschaft geht, must man aus Deutschlands Hilfe zurückgreisen, wie auch bereits Lloyd George in Genua in dürre» Worten er­klärt hat. '

I Rußland Handel treiben wollen, sich mit russischen Kaufleuten zusammentun, und deutsche Industrielle müssen in russisch« Unternehmungen Kapital ein«

I schießen, das sich am Anfang nicht verzinsen wird, die notwendigen Maschinen heranschaffen und sogar das Brot zur Ernährung der Arbeiter. Dies sind Anfangsschwierigketten, die überwunden werde« müssen. Zweifellos ist die Sowjet-Regierung heute l schon bemüht, der Betätigung ausländischen Kapi­tals und Unternehmungsgeistes nach Kräften die

i Wege zu ebnen. Sie beteiligt sich mit Vorliebe an I gemischtwirtschaftlichen Gesellschaften, bei denen das Ausland das Kapital und di« wirtschaftlichen Erfahrungen usw., die Sowjet-Regierung die Roh­stoffe und Arbeitskräfte einbringt. An einigen gs- mifchtwirtschaftlichen russischen Gesellschaften sind auch bereits deutsche Unternehmungen beteiligt, wie z. B. die Zeppelin-Gesellschaft an der deutsch­russischen Luftv^lehrs-Eesellschaft oder der Hapag- Hariman-Kon-ern an der deutsch-russischen Trans« port-Gesellschaft. Aber Rußland braucht zum Wie-

I deraufbau seiner zerstörten Wirtschaft auch Ka­pital.. Daher ist die Teilnahme der deutschen Wirtschaft am russischen Wiederaufbau darauf an­gewiesen, daß es Deutschland gelingt, seine fi.rrn- zielle Lage erheblich zu verbessern. Hier scheint aber eine große Ausländsanleihe der ein­zige Weg zur Beseitigung der die deutsche Wirt­schaft nach allen Seiten hin beengenden Kapiialnet

von entscheidender Bedeutung.

Der Reichstagsabgeordnete Hugo hat sich in diesen Tagen in einem Bortrage in einer außer-! ordentlichen Mitgliederversammlung des Ver­bandes mitteldeutscher Industrieller im Ganzen sehr zuversichtlich über die deutschen Aussichten in Rußland ausgesprochen. Er hat auch die Wege skizziert, die zur Erreichung des Zieles führen kön­nen. Rach Ansicht Dr. Hugos muß der Anfang mit der Wiederherstellung der Verkehrsmittel gemacht werden. Dann müssen Deutsche, die mit

seine Zölle und seine Eisenbahnen als Sicherheit für die Zinszahlung verpfänden. Geschäftlich betrachtet, bietet beides keine ausreichende Sicher­heit. Die deutschen Zölle bringen jährlich zur Zeit 8 Milliarden Papiermark ein, die deutschen Eisen­bahnen aber fordern sogar erhebliche Zubußen. Der Verdacht ist also nicht unberechtigt, daß es dem englisch-amerikanischen Kapital vor allem auf eine Kontrolle der deutschen Produktion und des deutschen Außenhandels ankommt. Die Gefahr 'st groß, daß die ganze Anleihegewährung nur als B o r w a n d dient, um die englisch-amerikanische Wirtschaft endgültig von der deutschen Konkurrenz zu befreien. Die ganze englische Politik war bisher auf dieses Ziel eingestellt, und Amerika scheint in dieser Frage England nur Sekundanten-

I dienst« leisten zu wollen.

So steht die deutsche Volkswirtschaft heut« einer in jeder Hinsicht ungewissen Zukunft gegenüber.

zu sein.

Es ist in den letzten Wochen in Deutschland üblich geworden, das große Anleiheproblem mit einem gewissen Optimismus zu betrachten. Aber was bisher über die amerikanischen Bedingungen, bekannt geworden ist, gibt allen Anlaß, die Hoff­nungen wesentlich he r a b z u st i m men. Zu- nächst hält Amerika an der Forderung einer weseit- lichen Herabsetzung der Gesamtsumme der Reparationsforderungen etwa auf 50 Milliar­den Goldmark unbedingt fest; denn ohne ein« Herabsetzung der Reparationssumme muß jede An- leihe auf die Dauer Deutschland nur noch tiefer in eine untilgbare Schuld verstricken. Aber noch sind keine Anzeichen dafür da, daß Frankreich trotz seines eigenen dringenden Geldbedarfs jk einem Entgegenkommen in dieser Hauptfrage bereit I ist. Frankreichs Ziele sind viel weitgehender, als daß es mit der Bezahlung einer mäßigen Repa« I rationssumme befriedigt werden könnte. Aber I selbst wenn dem nicht so wäre, müßten auch die Be- dingungen, die Morgan für Deutschland bereit hält, als unannehmbar angesehen werden. Deutsch­land soll sich nicht nur verpflichten, seine Noten- I Produktion allmählich stillzulegen. sondern auch

In Frankreich haben GeneralratsivShlen stattgesnn- den. die, obwohl sie mehr Srtlichen Charakter tragen, doch vollständig ein Ergebnis politischer Agitation sind und deshalb für die politische Lage kaum geringere Bedeutung haben als die Kammerwahlrn. Diese Wahlen haben im Grast.'.» und Ganzen den bisherigen Bestand der Par­teien bestätigt mit Ausnahme von einigen -venigen Man­daten, die den Linksradikalen »um Opfer gefallen sind Jedoch liegt darin kein« Verschiebung de» politischen Gleichgewicht». Vielmehr beherrscht der nationale l B l o ck, der in der Kammer eine große Regierungsmchrheil darstellt, nach wie vor btt Lage. Poincarö bat also keinen Anlaß, daran zu zweifeln, daß der parlamentarische Rück­halt seiner Politik nach wie vor durchaus sicher ist. Im Gegensatz hierzu steht die Tatsache, daß die eng­lische Regierung im Unterhaus bei der Abstimmung über einen Vertagungsantrag mit ein vaar Stimmen in der Minderheit geblieben ist. ES wird sich daran» keine Notwendigkeit für b« Regierung ergeben.

I ihren Rücktritt in Erwägung zu ziehen, da es sich nm I «ne nebensächliche Zufallsabstimmung handelt, die sicher | ganz anders aussallen wird, sobald daran» eine Ber- s'rauenSsraae gemacht werden sollte. Aber die englischen I Regierungtzkreise sind durch dieses Menttekel doch mit einer

--wissen Besorgnis erfüllt, zumal auch im Oberhause die Vvvosition mit ihrem Anträge ans Aushebung de? Jn- dustrieichutzgesetze» nur mit zwei Stimmen in der Min- I Ortzeit blieb. Es ist offenbar die höchste Zeit, daß I gloyd George nach Sondern zurückkehrt und sich wieder | um die englischen Regierungsgeschäfte kümmert. Soviel kann man nfrr jetzt schon voranslehen, daß die Parla- I w'Ntariscbe Laoe in England Hf für Neuwahlen gewor- I vn ist. Ob Llovd George dafür aus Genua eine zug- I kräftige Parole mitbringt und ob er in der L-irnat ebenso I 'hhoren Boden unter den Füßen bat, wie Poincare in I Frankreich, wird sich dann zeigen müsse».

. M.

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r Bor der Tür des breitgiebeligen Hauses mit b.-m t» der Abendsonne blitzenden bl-ugraucn Schiefer- doch« sah Johann Hardt, bex Schultheiß v<rn Gunters-

mehrfache Hinweis CalonderS und vor allem de» Gene- ralsekrrtär» de, Völkerbünde« Sir Eric Drummond auf die glücklich« Rolle, die der Völkerbund mW Vesten Organ bei der Entscheidung der Schicksals Oberschlesien» gespielt haben soll, klingt un» Deutschen seltsam in die Ohren. Mr haben alle Veranlassung, geraoe weg-n der oberschlesischen Entscheioung den Völkerbund ob lemer Parteinahme für polnische und ftanzöstsche essen aus Kosten Deutschland» anzuklagen Der ftüb ere ! ReichSminister und Reichstagsabgeordnete S ch i ff er hat ebenfalls eine längere Rede gehalten, in der er allmbnifl« dem schmerzlichen Empfinden über den Verlust be» industriereichsten Teiles von Obetschlesten Ausdruck gab ynd von neuem die Rechtsverwahrung bekräftigte, bte die Regierung ausgesprochen hat. Al^r u. E. wäre e besser gewesen, wenn Herr Schiffer es bei biesen weniges Worten hätte bewenden lassen. Seine Ausführungen üb-r Versöhnlichkeit, über Zugehörigkeft tut Otufien Menschheitssarnilie. über das Schlagen neuer Brü»n »w»- skbon den Völkern, über Idealismus, soziale» Emvfm- den. über den Anfang einer Neugestaltung der Ver­hältnisse, über dir Wiederanknüpsung guter, aufrichtiger Beziehungen zwischen Deutschland und d^en werden manchem angesichts der Vergewaltigung Deutschlands wie Hohn klingen. Weniger wäre bn drrser Gelegenheit jedenfalls mehr und würdiger gewesen.

gung gern gefallen und hatte doch die Auswahl unter den Burschen der Gegend. Der junge Förster au» der Farrenschlucht schaute auch mit verlangenden Augen nach ihr. Aber Heinrich Leuchold schien ihr am besten zu gefallen. Und waS war auch an ihm auszusetzen. Er war einziger Sohn und Erbe der Witwe Leuthold, welche geschickt und tapfer wie ein Mann, ihr Bauern­gut am Taleude de» Dorfes verwaltete. Strenge Ord­nung fester Wille batte dort regiert, aber auch etwas geleistet. Einen Drachen nannten sie die neidischen Nachbarn. Was ging ihn das an. Wenn einmal Toni

d Heinrich ein Paar würden, dann sollte seine chter nichts zu leiden haben von der unbequemer Schwiegermutter. Die mochte unten Westerhausen. tot sie ja auch jetzt allein regierte, und bet erwachsene, mürchige Sohn nicht» zu sagen halle. Da» junge Paar zog hier herauf, und Johann Hardt übergab ihm das Gut. Er batte mit den Schultheißgesckästen genug zu tun und würde im landwirtschaftlichen Behebe nur gelegentlicher Ra geber und Helfer fein. Auch der Jagd wolle er bann (eben, denn er war ein leidenschaft­licher Jäger und hatte die Dorsjagd gepachtet, die weithinein reichte in» Tal be» Eulenberges und oben beinahe bis zur Farrenschlucht. Ein paar Jahre noch konnten sie warten, die Zwei, er war einundzwanzig, sie achtzehn Jahre. Wenn der Flach» zum zweiten Male blühte, bann, bann vielleicht.

(Fortsetzung folgt.)

Der Alte lachte. ,

, Ja, ja, nu lauft nur, damit ihr noch was vouHopskuchen bekommt. Ad je, Leucholo, ich halt Euch nicht, schön grüßen könnr Ihr von mir"

Dm Bursche lästere die Mütze und schritt eilfertig ben Wiesenweg abwärts. Hardl blüht ihm nach. Tas also war fein Schwiegersohn und Erve. Er hatte den Gedanken schon oft erwogen, fett Heinrich Leutholv bei der vorjährigen Kirchweih Tonis treuester^ Ver-

Nachdtuck verboten I

Das Wasser tommti

Roman von Arthur Winckler-Tannenberg

3. Fortsetzung.

Werner schüttelte bett Kopf.Recht weiß ich's selbst nicht. Ich fall nach btt indischen Braikur in teine nordische Höhenluft, und ba wählte ich die Heimat, wel-be mir sonst nicht viel sagen wtttnAuch möchte ich wieder einmal all die Städten durchstreifen, vo ich den Meister kennen lernte. (Er hat mir manche erst lieb gemacht--"

Na. jedenfalls bist Du nichtUft von hier, und wenn Du Dich ba oben satt gelangweilt, kommst Du öfter einmal in die 9Hd>etung meines profanen Geistes und Leben», WaS?"

,Za, Otto."

Darauf dies Glas

KtztlWW WMeMnS«. V.

Rußland und die Reparationsanleihe heißen die i beiden Rettungsanker, an denen sich gegenwärtig I Deutschland aus dem wirtschaftlichen Sumpfe, in ; den es der Vertrag von Versailles gestoßen hat, hinauszuarbeiten hasst. Die Frage ist nur ob diese beiden Rettungsmittel so fest und erreichbar find, daß man stch an sie cmHammetn kann, oder ob es nur Strohhalme «sind, die trügerische Hoff­nungen erwecken. Was zunächst die auf die Wieder­belebung des Handels nvt Rußland sesetzten Er­wartungen anbetrifft, so ist die riesigen Zuruckhal­tung bemerkenswert, mit der die amerikanisch -I Hochfinanz nach wie vor jedem Vertragsabschluß mit Rußland gegenüberfteht. Dieses Erhalten. iist zweifellos nicht allein auf die grundsätzliche Ab­neigung gegen das wirtschaftspolitische Sowjet- System zurückzuführen, denn die Amerikaner find viel zu tüchtige Geschäftsleute, um sich allein E dogmatischen Prinzipien leiten zu lasten. Aller­dings braucht auch Amerika zur Zeit den Handels­austausch mit Rußland nicht so dringend wie die meisten andern Länder, da es scheinbar seine wirt­schaftliche Krifls aus eigener Kraft im wesentlichen zu überwinden vermag. Ganz anders liegen die Dinge für Deutschland, für das alles davon ab­hängt. ob es ihm gelingt, seine Handelsbilanz aktiv zu gestalten. Da England und auch Ame­rika offenbar bestrebt find, die deutsche Ausfuhr nach Westen hin möglichst eitizuschränken, indem fie die deutsche Regierung zu Maßnahmen zwingen, die die deutschen Herstellungspreise künstlich zu stei­gern und dadurch die Valutavorteile für den deut­schen Außenhandel auszugleichen geeignet sind, so bleibt für Deutschland die Oeffnung des so lange versperrt gewesenen Handelsweges nach dem Osten

Im Nebenrauut klangen Stimmen. Gäste kamen, | Es war Abend ge:vorden.

.Hast Du Zeit?" fragte Werner.

;Na, gewiß"

Dann laß un» nach der Heidemühle gehen, Sott essen wir für un» allein, draußen tm Grünen. Hier sammelt sich das Philistertum. und ich bin dafür heute nicht empfänglich. Oder ist Dir'» langroeutg mit solchem Menscheuslüchtting?"

.Leine Spur. Junge, ich kapiere ja nicht alles, was Du schwärmst; aber ich komme doch auf meine . Rechnung, also auf in die Heidemühle. Rührei Mt Schinken sind freilich die höchsten Genüsse dsrt. Aber die Eier sind frisch und der Schinken ist gut."

Sir zahlten und gingen.

2.

Zukunft reden.

Tas hatte ihm Spaß gemacht. Als er den blonde»

hach, und sah den verwehenden Rauchringeln nach, die er seiner Stummelpfeife entlockte.

Ein behäbiger Mann in ben Fünfzigern. Ihm ging» gut. Er war wohlhabend von Hanse au», hatte uach uraltem GunterSbacher Hauptlehrfatze:Wo Taube» find, da fliegen Tauben zu. ein reicbes Mädchen aus dem Weißentaler Grunde heimgefühct saß nun ank prallen Geldsäcken als der angesehenste Mann deS Ottes.

Er wußte, daß er das war, und lreß werten, daß er es wußte. Auf fein Bauerntum H elt er vor I allem, und die Stadt verabscheute er um so mehr, {t weniger er fie kannte. Vier Generationen Tonnte er zurückschauen in seiner Ahnenreihe. Die Hardts waren immer Bauer» gewesen, hatten immer zur Aristokratie gebärt. Er fühlte sich mit Stolz und Frnldigkeit als ein Hardt. Aber gerade wenn er f-w I so fühlte, sank ein grauer Schatten auf sein lachendes Glück. Er war der letzte in der Ahnenrnhe, jnxn Söhne hatte der Würgengel Tiphterie ihm genommen, er besaß keinen männlichen Erbe» mehr. Er dachte I nicht gerne daran, ihm schien sein Groll wie ein Raub an Toni, der spätgeborenen Tochter. Ihr tat er alles zuliebe. Selbst fein Stadthaß hatte nicht srondgebalten, und als der Dorsschultehrer dem ge­weckten Mädchen nichts mehr bieien tonn*«, war es oifi 1 zwei Jahre in eine städtische Mädchenschule geschickt worden.

Frau Therese Hardt, die etwas stille und ver­schüchterte Lebensgefährtin des Dorsg-waltige», halte mit flauem Entsetzen von Tonis dreisten Wünfcheu gchött unb ihr bei allen Heiligen des Kalenders ver- boten, damit dem Barer zu kommen. Tom aber war auf Vaters Knie geklettert, hatte sich's dort be- euere gemacht unb dem wohlgefälfig Schmunzelnden er­klärt, sic wollte einmal ernsthaft mit Ihm über die

In Gen' ifl nun na* sehr Tinotohriaen Verhrndlun- ->?N. die ftelkenweife vor dem Abbruch »'Rauben M>t», Sa» Abkommen -ivficken D-utsckland und Polen unter- Zeichnet werd-», durch tm» für ein- HebergaWiiiett von 15 ->abr-n bte Behältnisse im Abstimmimosoebiet C6er» sstst-sien? aereaHt werben. In der Hauvtsache bandelt -S sich bann», in dem T-il Oberschlefiens, der auf Grund de» Genfer Sch--dssvnrchs an P"le» fällt und her somit w deutschen Mutterland nach 700jähriger Zugehörigkeit wird, bte Tröqer deutscher Kultur aeaen hob nische Willkür unb Hablncht zu schützen. Freilich, Ver> träge an sich sind Wirklicher Schutz nnr bann, wenn bette Teile obrllch aewfilt sinb, sie nach Snn und Inhalt zu beachten. Bo» Deutschland ist das ohne rege­re» zu erwarten, tote es bisher geyiat hat. Von Polen l find wir leider da? Gegenteil gew.ö'mt, unb man tmrh .rbzuwarten haben, ob e? sich dresmai an das hält, was rs'tnrch leine Nnterschrist in Genf feierlich oetfprmbea hat. Ter Unterzeichnung des Abkanniiens in der <£tabt M VästetbundeS etna ei» feierlicher Redeakt voraus. Der Schweizer Bundesrat Cal ander, der im übrigen I sie Verlmndfurigen mit Gelchnk unb Takt geleitet hat, gab ein Fesimahl Vielleicht wäre es für die deulswe I Ab »rdnunq belfer yewcsom die Teilnahme an einemFen- I mahl" abznlehnen. da» einen besonders schmerzlichen I Abschnitt unserer jüngsten Geschichte kennzeichnet. Ter

Tie Konferenz von Genna ist »n Ende. Mit Längen I _nb Würgen ist ein Abschluß erreicht worden, der den «-rttetern aller häupt!ächlich beteiligten Machte gestaltet, «n cinem gewissen Fortschritt zu red-n. An tatsächlichen ^bnissen ist nichtsdestoweniger die Genueser Kometen» L.» so arm gewesen, wie man es ihr van Ansang an 1 MIiiSgcfa8t hat. Aber trotzdem wäre eS verkebtt, sie ^sb.ilb als gänzlich verfehlt und überflüssig zu betrach- 2L. Es hat sich dach im mehl wöchentlichen Verkehr 1 «s der einen Seite ein besseres Verständnis der maß­enden Politiker für die Nöte und Bedürfnisse ber Lhcrn herausgestellt, unb auf der anderen Seite zeich-

sich in deutlichen Umrissen neue Mächtcgtuvpierun-1 ab. die für das künftige Schicksal der Well von ent» tckeidender Bedeutung fein dürften. Für Deutschland ist I Ifcfonher» bedeutsam, daß der Abschluß des Vertrage» I ILit Rußland ihm mit einem Schlage wieder zu einem Jwiflen moralischen Ansehen in der Welt verhalfen und ifäne Stellung gestärkt bat

Man hat sich »um Schluß der Konferenz in Genua »brr ein Abkommen geeinigt, wonach tm Laa 8 ber« kchicdene Ausschüsse von.Sachverständigen der bisher in Genua vertretenen Mächte mit Ausnahme Deut'ch- kauds zusammen mit einem russischen Ausschuß drei Fmgen untersuchen und so weit fördern sollen, daß fgr eine weitere Besprechung der Staatsmänuner die Unterlagen gewonnen werden, die in Genua sefiblt haben. Kjir den Erfolg der Beratungen tm Laag wird scblletzlw)

Stellungnahme Amerikas ebenso entscheidend sein, vie die Nichtbeteilignng der Bereinigten Staaten an der Konferenz van Genua verhindert hat, daß greifbare und praktische Ergebnisse erzielt worden sind. Mit ganz na- gewöhnlicher Schnelligkeft hat die ameiikamsche Reg:«- mng in der Note des Staatssekretärs LugheS ihre Ant- yort L«f die Einladung zur Teilnahme <m de» Haaorr Besprechungen erteilt und damit Rußland vor dte Wahl «stellt, ob es noch weiter mit mehr oder weniger fruchr- fcfen Erörterungen Zeit verschwenden oder auf d'.e grundsätzliche Frage der Anerkennung des PrWateigkn- (ums Antwott geben will. Die amerikanische Regiecung geht aber ihrer grundsätzliche» Stellungnabme vom nheblicb weiter als die europäischen Regierungen. E» handelt'sich ja schließlich darum, ob die ©owjetreretung atä eine nicht nur be facto, sondern auch de iure bestebend.' | Regierung formell anerkannt werden soll, was natürlich fm Abschluß von Handelsverträgen seinen Ausdruck fin­den würde. Die amerikanische Regierung verlangt ent sprechend der politischen Gesamtanschaumig des ameri­kanischen Volkes, daß sich Rußland eine Versassuna vnd Negierungsform gibt, die ber Mitwelt eine gehn e Gewähr für Stetigkeit und für die Einhaltung von Bet- kagsverpslichtungen bietet. Ob die Ssw'.etregterung ,etzt bereit» imstande und geneigt sein wird, diese grimdl-genpe Forderung zu erfüllen, erscheint angesichts der Hauung, die Tsckitsckierin und seine Geführten auf Anw.mung von Moskau in Genua angenommen haben, zweij-lhmt. Dir <ä>toifiregierung, wie sie heute besteht, ist eigentlich «ne «in autokratische, bestenfalls nur die einer einzelnen Bolksfiasse. Der sogenannte Nätekongteß kann selbstverständlich keineswegs als A'.isfluß ber Vocksmei- nung Rußlands betrachtet werden, und das gerade ver- kn gen die Amerikaner als Vorbedingung für ihre Teil­nahme an Derhanndlungen. W-nn das in der Note von bugbes und in den Übrigen amtlichen Aeußenlnge» ber Regierung der Vereinigten Staaten nicht so Har mm Ausdruck gebracht und daher in Europa noch nicht kichtig gewürdigt worden ist, so ist das aus dem Bestreoeu bet Amerikaner zu erklären, den Schein zu vermin. a.S »d sie sich in die inneren Angelegenheiten Rutz^ruds einmischen wollten. Für jeden, ber amerttanyche Ver­hält,-isse und Auffassungen kennt, ist es »edoch vol.kom- »eit klar, daß sich die Ametikaner erst dann zu amtficheu Verhandlungen mit russischen Vertretern betbellafien wer­den wenn jener Forderung Genüge geleistet worden ist. Ob man unter diesen Umständen den Verhandlungen un

MW »MM.

Ergebnis von Genua. Die parlamentarische in England und Frankreich. - «bschlu» brr deutsch-polnischen Verhandlunern.

L

Batet, das glaubst Du selbst nicht daß Tu mich I so leicht los wirst, ich bin doch Trine Tochter; wenn 1 zwei Hardts zusammenkommen, geht'» hart her. I

Und Toni War die Hätte« gewesen. Sir hatte c5 dntlhgesetzt ber Vater selbst hatte sie in bte Stadt I gebracht, die et so ungern betrat, sogar in eine groß- Stadt. Frau Thrtrse wunderte sich heute noch Übet diesen Sieg, und doch wa«n seinem drei Jahre vet« flösse», war Tom bereits Wieder ein volle» Iaht im Elkernhanse. Mancherlei Feines hatte sie gelernt, ni.d der Vater fand bei allem Widerwillen gegen d: I Quelle, seine Freud-, daran.

Den Wiesenweg kam Heinrich Lenthold. ein junge: Bauer von zweiundznxrnziq Iahten, ein hübschet Putsche, schlank und groß. Am Torgatter des SchultheißhauseS hiel'er an unb grüßte.

Horst bankte. Lächelnd fügte er hinzu:Ihr trefft sie nicht sie ist mit Mutter in der Heide mühle, bei Pfändncrs wird Wieder einmal getauft zum achten Male glaub ich."

Der Junge machte ein betrübte» Gesicht.

Vielleicht kann ich S»e abhcleu? Wann wollten sie zurück fein?"

.Ihn zehn natürlich spätestens." Bergauf fahren sie über eine Simckw - Anderthalb" korrigierte der Schultheiß,«Y msse meine Pfewe nicht schinden."

Aber hinunter lauf ich's in drelvieriel.

Das ist Eure Sache, denn es find Eure Beine.

,'ünb jcht ist'» gleich Sieben"