Amtliches VerWndigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
Tet e«tetgenpret« beträgt rti die 9 ad». Zeile ober beten Kone 1 Ml. fflr ben Milli- nietet, amtlich* nnb auetnättta« 1.30 Ml. Ändere Soaltenineiten nach entipredtenber
Rt. 115
id in berechnen Rabatt gilt ab
Meritt Wut die Mw Merevz kb
*—
Verlamm-
trditirt werdet,
Ui
ET.
und <m den Völkerbund zu leiten. $ir Vorstellung wegen einer AuSgangeS zmn Meere wurde an die Unterzeichner des von Neuilly überwiesen. Ferner soll an
dikrch di« Antwort: entscheide»
zunehmen bulgarisch«
Aegüischen
Vertrage«
Tschitscherin fragte, ob alle Mächte Mehrheitsbeschlüsse gebunden sein würde«, hierüber werde« di« Kommissionen zu
tagt dir Verhandlung aber, nachdem der Berichterstatter gesprochen hat.
Vizepräsident Dr. Bell gibt dem Lause bekannt, baß Abg. 3 onfc (Bahr. Bat) in seiner Heimat per« storben ist. Das Haus ehrt fda Andenken durch Erheben do« den Eden.
Mittwoch, 11 Uhr: Haushalt de- Reich-arbeit-Mmi- sirrium-.
mit 6e« der
TU J3berhelft|dje 3«hw~ erttehit ledtieol wöchentlich. — Bezog,vrei» monatlich 19 Ml. 5fix au»tallenl>e Nummern infolge Streit, »Oer elementarer Ereignille kein Lrlatz. — Serio« non TX. L. -itzeroid. — Druck der Unin^Bnchdtnckerei von 3eb. Bi«. Ksch, Äerft 2LS. — Retniotedier 55, SeKläettlonte: Nr. 5016 Bet $Xr an finit tu Main.
Stockholm oder Riga verlegt, letztere« den Russey zu Gefallen, bl« tut verschiedenen Gründe« gegcai den Haag sind. In einem gemischten Ausschuß! werden sie nicht die Vollmachten haben, mit denen! sie Lloyd Georg« und Schanzer ausstattete, um! ihnen den schnellen Abschluß eines Abkommens zu ermöglichen. Si« wünschten vielmehr, ihre 8e» Schlüsse In Gestalt von Vorschlägen den in Frag« kommenden Regierungen zu übermitteln. Ties bedeute ei« Zugeständnis an bi« Franzosen und Belgier.
Pari», 16. Mai. Rach Ansicht der Sonder« berichtcrstatter der Pariser Nachrichtenpresi« dürft« die Sitzung, durch die die Konferenz von Genua geschlossen werden soll, erst Ende der Woche stattfin» den. „Petit Paristen" spricht von Freitag oder Sonnabend.
die Konferenz da- Ersuche« gerichtet werden, de« Kampf de- Völkerbundes gegen die Epidemien und ffie Hungersnot kräftig zu unterstützen. Hierauf wurde das Programm der große« Plenarsitzung auSgiebig erörtert.
deren Arbeite« bi« amerikanische Regierung größter Aufmerksamkeit verfolge, nicht stimmt genug seien, um die Mitwirkung amerikanische« Regierung zu ermögliche».
Einer Reuter-Meldung aus Washington zufolge trat während der Aussprache im Senat Über die Frage der amerikanischen Teilnahme an dem Haager Ausschuß für russtsche Bngelegenhiten Senator Borah gegen eine amerikanische Teilnahme auf. Senator Hitchcock war für eine Beteiligung. Borah sagte, die amerikawisch« Unterstützung werde nicht benötigt und führte di« Krankheit Europas auf den Versailler Vertrag zurück.
Der „Rewyork Herold" begründet die Ablehnung der Teilnahme Amerikas an bet Konserenz im Haag damit, dah die Washingtoner Regierung sich nicht in di« Machenschaften der Verbündeten ei«, zumischen wünsche in einem Augenblick, in dem man die neue Lage als ein versteckspiel betrachte, bas den augenblicklichen Fehlschlag bei Konferenz von Genua maskieren solle.
Englische Pressestimme«.
London, 16. Mak. Die Ablehnung der Ein- ladung zur Haager Konferenz durch die vereinigten Staaten erregt in bet Press« großes Aufsehen. „Evening News" schreibt, bie amerikanische Ablehnung sei ein «nbgfiltiget Schlag für bie Haager Konferenz und bie Behandlung bet russischen Frage. Die Leute, bte die Bereinigten Staaten nach dem Haag einluben, hätten doch kaum erwarten bflrfen, baß Amerika seine Meinung ändere, bevor bie Bolschewisten ihre Politik änderten. Die Rote des Staatssekretär Hughes werbe in Englanb mit Zustimmung ausgenommen werben. ..Star" nennt die Nachricht über die Weigerung bet Vereinigten Staaten eine Katastrophe und fragt, wie die Haager Konferenz arbeiten soll, wenn auf ihr zwei Länder fehlen, Amerika und Deutschland. „Pall Moll Eazette"schreibt, die Wei. gcrnng der Vereinigten Staaten, irgend etwas mit der geplanten Konferenz der Sachverständigen im Haag zu tun zu haben, fei die K rone der Enttäusch u n g von Genua. Das schnelle und nachdrückliche „Nein" Hughes bedeutet einen ernsten Schlag. Genua habe keinen Erfolg gehabt, und die Aussichten für ben Haag seien keineswegs viel- versprechend.
Bmchnnntz. Spät etnlantrnb« ober »en Sanrn über ‘J, Sein elnnebmenbe ffln» letgii ftn» wir berechtigt, nach brr Tertltmltenbreite « lenen und H berechnen. Sogen. Reklamen berechnen rott bie Lol.Zeile mit 9.00 Ml. Arber Rabatt gilt oll Barrabatt. Set Buitinft durch die ftetrtiäftsfreie in Vermittlung der Angebote 1 Ml. Son bet gebebt.
London, 16. Mai. Einer Reutermelbtmq ans Genua zufolge sagt« Lloyd Georg« auf ein« Am frage bezüglich der Note der Mächte an Rußland, bie Note sei tatsächlich in ihrem Kern ein« Annahme des russischen Vorschlages. Die Vertreter Rußlands und bie anberen Vertreter würden sich nach dem 26. 3. alle auf der Basis einer absolute« Gleichheit an demselben Tisch zusammenfinden. Wenn, erklärte Llo-'d George, Rußland ablehne, im Haag zu erscheinen, dann habe er nichts mehr zu sagen. Die britische Abordnung ist überdies der Ansicht, daß di« Rusten verschiedenes mlßver- Landen haben und nimmt an, daß durch Erläuterungen das Hindernis beseitigt werben könne.
Besprechung über das Konferenzprogrann«.
Genua, 1S. Mai. Die Vertreter der fünf einladenden Mächte erörterten heute in einer Sitzung da» Programm für die letzten Tag« der Konferenz. Lloyd George erllärte, daß die litauische und ostgalizische Frage große Gefahren in sich berge. Wegen der Haltung Rußlands sei e» jedoch zurzeit nicht möglich, die Grenzfragen zu entscheide«. ES sei zu hoffen, daß sich der Völkerbund mit der litauischen Frage befassen werde. Dann wurde entschieden,' Erklärungen Ungarns und Bulgarien- über bie Minderheitenfrage t« schriftlicher Form entgegen«
Osten.
Wlg. Schalem (ffmnm.)t Die Demokraten hüllen sich in Schweigen, während ihre Preste den Fall gan? verschieden beurteilt . Diese schamlose geschraubte Er- klärung Heilmann» kann die Arbeiterschaft nicht besrie- digen.
Damit schließt die Aussprache. Der kommunistische Antrag wird gegen die Unabhängigen und Kommunisten abgelehnt. Tie Kommunisten begleiten die Abstimmung mit Schmährusen gegen dir Sozialdemokraten.
Die zweite Beratung de» B«rgha«-halt- wich hieraus fortgesetzt.
Abg Seidel (D.Bpt.) begrüßt den Plan, mit dem der Minister an die Umstellung der Wirtschaftsform der Bergwerke herangetreten ist.
Abg. Otter (Unabh.) sichert dem Minister die Unterstützung seiner Freunde bei der Durchführung feinet UmstellungSpläne gegen den Widerstand reaktionärer Beamten zu. Der Redner unterstützt den sozialdemokratischen Antrag auf grundlegende Aenderung de» fiefr lensteuergesetzeS. Der Durchschnittslohn der ©erarbeitet sei viel zu nichtig «nb entspreche in keiner Weise oen Ricsengewinnen der Unternehmer.
«bg. Fischbeck (Dem.): Eine wirviche Beseitigung der deutschen Kohlennot wäre erst mit bet Beseitig,mo chrer Ursache, dem Bersalller Vertrag, möglich Tab Bersirgen der Eisenbahnen hat im vorigen Herbst die Kohlenversorgung sehr beeinträchtigt. Aber diese- Ber sagen wat durch natürliche Ursachen begründet. Eine nachhaltig Bevorratung an Kohlen toitb nur möglich fein, bei der Anspannung de- guten Willen- unserer Bergarbeiter »nr Mehrarbeit. Ter Redner warnt vor einer zu hohen Festsetzung der Kohlenprrise und bedauert da- Streben nach Weltmarktpreisen, da- unserer Industrie schließlich den Export unmöglich machen müsse. Eine Ermäßigung der Sohlenstener werde fteilich nicht möglich sein. Für die Umfüllung bet Ctaal-bergwerke wünscht, auch ber Redner bie Form bet Aktiengesellschaft.
Um */*6 Uhr wurde bie Weiterberatung auf Mittwoch Vormittag 11 Uhr vertagt.
zu nehme«.
Tschitscherin fragte, ob ber Burgfriede nut während der Arbeiten der geplanten Sommijiio» bauern würde ober bi- die Grenzen endgültig fefd» geietzt feien. Antwort: Diese Angelesnhetr
VeMn Ktifistoo.
Der Posthaushalt bewilligt.
Lil. Sitz««-vom 16. Mai.
'* Abg. Könen (Komm.) fragt ob die Vlättennek- bung zutreffe, daß traf dem Llovddamvfer »Minden" 60000 Tonnen Zeit« ug-drvckpa vier für Süd- «metika verladen feien und wa- die Reaierung zu tun y- benle, um diesem spekulativen Ausverkäufe ein Ende zu machen, und angesichts de- Papiermangel- und der ivucherischen Dreistreiberei ber Arbeiterpresse da- not- wendige Papier zu sichern? Bon ber Regierung wird erwidert. daß bie Untersuchung in dieser Angelegenheit noch nicht beendet sei.
Darauf wirb die 8 Lesung de- Posth«iu-halts fortgesetzt.
Abg. Leicht (Baht. Bvt.) spricht feine Freude barSkr eu8, daß da- ReichSpostministerinm den Mnt gefunden habe, gegen die Zentralisierungsbestrebungen Stellung zu nehmen; ebenso müsse sie sich vor der Schabloniernne, hüten. Die volle Sonntagsruhe müsse wie in Bayern tm ganzen Reiche bei der Post zur Tnrchfübruug kom men Aus da- Defizit der Post dürfte der schematische Achtstundentag kaum einen großen Einfluß aoSüben Ebensowenig sei aber in der Erhöhung der Gebühren ein Allheilmittel zu erblicken. Die russischen Portssätze die in die Zebntausende von Rubeln geh'«, sollten hier als abschreckende- Beispiel gelten. Der Redner wendet sich ferner gegen die PrariS ber Verwaltung, sich auch Nichtleistungen bezahlen zu lasten, wie beispiel-- üx-ife bei ber Abbestellung nicht zustandegekommener Ferngespräche 1,35 Mark und die Postlaaergebühr von L Mk. stlbst wenn gar keine postlagernden Briefe da seien.
Reich-postministet GieSbertS: Gegen die allge- meine Sonntagsruhe sei von der ländlichen Bevölkerung schärfste Opposition zu erwarten. Der Bauer habe in der Woche keine Zeit, Zeitung zu lesen, er will sie am Sonntag früh erhalten. Die Frage de? Begkalli-e dee Nebengebühren werde geprüft werden. Die Frage de? Autoverkehrs werd« künftig eine wett größere Rolle -spielen als heute.
, Abg. Bruhn (Deutschn.) stellt gegenüber dem Wg Taubadel fest, daß der letzte Abschluß de- kaiserlichen Deutschlands bei der Post einen Ueberschuß von 100 Millionen hatte. Damals kam eine Kritik bei ber Post überhaupt nicht auf. Heute ist man bagegen allgemein mit ihr unzufrieden. Für Unterbeamte trete et stets ein, ihre Beförderung zu Schalterbeamten sei aber im Interesse des Publikum- einfach unmöglich. Nur die Ueberfülle von Beamten und Hilfskräften tragt die Schuld an der Ueberteuerung und dem Minu-. Da- platte Land kann auf bie Sonntag-bestellung nicht verzichten Auch in Bayern wird schon bie Aufhebung ber dollen Sonntagsruhe gefordert. Der Redner erbebt bann gegen bte vorgeschlageue Streichung ber Oberpostdirektionen Oppeln, Aachen und Gumbinnen Einspruch. Schon die Rücksicht auf die Stimmung der Bevölkerung lasse Kefe Stellungnahme geboten erscheinen.
Staatssekretär Tenke: Jahrelang ist bet Streit darüber gegangen, daß wir das höhere Personal möglichst durch mindervorgebildete Beamte ersetzen sollten. Nach einer entsprechenden Uebergangszeft werden die bisherigen Unterbeamten auch im Schalterdienst zur vollen Zu- ftiedenheit arbeiten. Alle Postagentuten können angesichts des verschiedenen Umfanges der Mnfhrften allerdings mchi mit Vollbeamten besetzt werden.
Abg. Seppel (Soz.) kritisiert die zu große Zahl der Aufsichtsbeamten und meint, daß, wenn durch bie kaiset Lche Post Ueberf(buffe erzielt wurden, die- lediglich auf Kosten der unteren Beamten möglich wat. Der Redner wandte sich dann gegen ben republik« und gewerkichchtS- feindiichen Geist, der noch im Postministerium herrsche fcnb der auch vor Beleidigungen de- Reichspräsidenten Ebert und des Bäckergesellen Giesbett» nicht Halt mache.
Staatssekretär Z)r. Bredow betont, daß da» automatische Fernsprechwesen in der besten Entwicklung sei And daß schon gute Erfolge erzielt wurden und kommt dann auf die Drahtbiebstähle in bet Nähe der Großstädte zu sprechen, welche viel« Millionen Schaden anrichteten und zwanzig Prozent aller Betriebsstörungen ausmachen. Die Stteichnng-gebühn für zurück- -ezogcne Ferngespräche könne nicht entbehtt werden, wei! die Zurückziehung von Gesprächen in letzter Zett überhand nehme. '
Abg. Hoffmann («Uabfr) appelliert an den Minister, der selbst aus dem Arbeiterstande hetvotgegange» sei, die berechtigten Klagen der mittlere« und unteren Beamten zu erfüllen und der Unznftiedenbeft ein Ende zu machen. Jedensall» »volle sich die Beamtenschaft nichi Bon bat höheren Beamten kontrollieren unb benormunben lassen unb erhebe beShalb Protest bagegen, baß neut- tzings Bestrebungen im Gange seien, ihr MitbestiwmungS- secht zu bloßen Gutachten hetabzudrücken.
Nachdem Minister Gie-bettS sich bann bereit «tklätt hatte, hinsichtlich ber Regelung ber Znstellnng-gebührrn den Bedürfnissen ber Press« entgegenzukommen, wird her unabhängige Antrag «nf monatlich- Berechnung bet Pustellungsgebüht abgelehnt. Der »»abhängige Au- trag aus Gntfmrang ber Kaiser bilder nttd Hoheitszeichen mtS den Postbetrieben wird angenommen und das Ministergehatt bewilligt.
Im Lause ber Einzelberatung sicherte ber Minister zu, hi der Personalverminderung stets soziale Gerechtigkeit halten »n lassen und erklärte sich bereit. Beamtinnen, bie tzms Anlaß ihrer Verheiratung ans ihre Stelle verachten, eine Abfindung zu zahlen. Dann wird der Posthaushalt bewilligt, ebenso ber ber Reichsdruckerci. j Das Hau- schreitet dann noch znr zweiten Lci'uug des . des Lei ch-»kh«itSmi»itz«ri«m-, per-
5t. Sennes bi Saris.
P ar 1 16. Mai. Reichssinanzminlster Tt.
Herme- hat im Laus« mit ben französischen Vertretern bie materielle Behanblung der Rcparationsfragen ausgenommen. Tr. H-ermes übergab de» Vorsitzenden der Reparationskommission DuboiS zn diesem Zweck mehrere Auszeichnungen, die in der Hauptsache die jetzige Gestaltung des Neich-hau-halt-ptanS sowie die Zwangsai^eihe betreffen unb die zn einer allgemeinen Aussprache führten. Die einzeln^, Besprechungen mit den Xtiegiertcn jeSen Ersetzt werden.
haben.
Tschitscherin fragte, iDanmf Haag als ftnigSort für die Kommissionen gewählt worden sei. Antwott: Man sei bereit andere Vorschläge entgegen«
51t Staj oon StantL
Land»«, 16. Mai. Der Reutersch« Korrespondent in Genua nreldet, di« allgemein« Bilanz dessen, was die Genueser Konferenz er. reicht habe, könne jetzt gezogen werden. Ihr« Hauptarbeit, nämlich der Versuch, zu einem Ein- vernehme« mit Rußland zu gelangen, sei nicht zu einem bestimmten Abschluß gelaugt, weil ein ganzer Komplex von Abneigungen, Verwirrungen unb Gegensätzen bestehe, von denen einige Interessengegensätze betreffen, andere nur ideolog.scher Ratur sind. Damit sei die Genueser Ämferenj, insoweit als sie sich mit dem Abkomme» mit Rußland beschäftig«, «ach dem Haag oder vielleicht nach
Marburg
Millw-L Um 17. Kai
!Ie Mmkittte.
Verls, 18. Mai. wie Havas aus Washington meldet, erklärte StaatsselretLr Hughes i« feiner Antwort c«f di« Siuladung zur Teilnahme en bet Haager Konferenz «ach ullgemei« gehaltenen Uns. fütrnnge« über de, Interesse der amerikanische« 9teglcr«ng «nb des amrrikanischen Volkes für Rußland, seine wirtschaftliche Förderung und dl« Selben des russische« Volkes, dl« amerikanische Regierung werb« mit all«, Mittel« am wirtschaftlichen Aus- bau Rußlaolbs Mitwirken. Indessen glaube sie nicht an der Konferenz im Haag teilurhm«« zu könne«, bit dir Konferenz von Genua fortsrtzen solle und deskalb bestimmt erscheine, auf diefel. be« Echrsirrigketten z« stoße«, wie die Genueser Konferenz, wen« dl« Russen nicht bie i« ihrer Denkschrift vom 11. Rai eingenommene Stellung änderten. $i« erst« unvermeidliche Frage schein« bie Wiederherstellung der Prodnltioität in Rußland zu sei«, bett« Voraussetzung zuerst zn schaffen sei, «ras der Natur der Sache nach von Rußland selbst ausgehe« müßte. Di« Antwort betont weiter, daß die vereinigten Staate« immer zu einer sachverständige» Untersuchung kn Gemeinschaft mit den Mächten bereit gewesen seien. Si» erklärt, daß di« letzten Vorschläge der Genueser Konferenz
krnMll auM
156. bitznug bom 16. Wal.
tot». Dr Meyer (Komm.) begründet einen Antrag, her gegen bie Aa-liefernng be- italienischen An- archosozialist-n Boldrini protestiert unb bie Regierung -rsucht. btr jetzt noch in Berlin unb Bochum in Haft be- sindlichen italienischen Revoluttonäre Gbczzi unb Bacchi nicht auszuliefern. Der Redner bezeichnet die banembe Verletzung bei AsylrechtS durch bie preußische Polizei als eine Schmach. ES sei eine Lüge der bot-sichen Regierung Vizepräsident Dr. v.Krie» rfint diesen Ausdruck', ■ wenn sie erklär», sie fei nach dem Vertrag zur Auslieferung entoungtx gewesen. Der Redner protestiert bann i unter lebhafter Zustimmung ber Kommunisten gegen den Plan einer Ausweisung Radek-. DaS Schmach - svstem be» rechtssozialistischen Innenminister- Scvering müsse vor aller Wett gebranbmarft werden.
Abg Dr. Regenborn (Deutschn.) sucht unter B"- 1 rufung auf einen Artikel des „Berliner TageblittS! । uachzuweisen, baß da- Bombenattentat BoldriniS nicht , ein »rotititorS, sondern ein gemeines Verbrechen gewesen sei. Der {Rebuet ttrirb während feiner Au-führungen häufig durch lärmend» Zwischenrufe der Kommunisten 1 unterbrochen. 1
Abg. Hellmann «»$.), (von höhnischen Zurufen I der Kommunisten empfangen) verliest für die sozial- i demokratische Fraktion eine kurze Erklärung, in der be- , dauert wirb, baß Deutschland noch an fein« AuSlirferungS- > verttäqe au- früherer Zeit gebunden fei.
Minister de- Innern Severins erklärt, die Aus- ffcferung BoldriniS sei durch bie Reichsreg,'erring erfolgt ohne Zustimmung der preußischen Regierung. Für die Zukunft werbe dafür gesorgt werden, daß in AuSlicfe- rnngSangelegenheittn ber preußischen Regierung bie «nt- fcheibende Mitwirkung nicht unmöglich gemacht wirb. \ Die „Rote Fahne" hat »erlangt, baß bie russischen monar- chistifchen Verschwörer anSgetoiefen werden . (Hört, hört! und Hettrrkeit bei bet Mehrheit.) Wir können unS nur ( aus den Boden ber absoluten Rechtsgleichheit stillen. , (Abg. Dr. Meyer ruft: Da- ist bie reinste Heuchelei! Der Abgeordnete wirb zur Ordnung gerufen.) Wir müssen deshalb die an-ländischen Kommunisten und Monarchisten gleich behandeln. (Lärm bei den Kommu- nisten.) Die Razzien nach nicht angemeldeten Ausländern werden im Westen Berlin- ebenso auSyführt wie im
Wtiin tat. t
Genua, 16. Mai. Heut« Vormittag 10.30 Ufjc| trat die Uvterkommission ber ersten Kommission untre dem Vorsitz be Facta- zusammen, um der russische« Delegation die Beschlüsse bet anderen in der Unter» kommifsion vettretenen Mächte bekannt zu gcbem Detz Inhalt der Antwott an die Russen wurde verle'en.
Hi'rr'is fklltt Tschitscherin ein« Rei e von Fragen über die verschiedenen Klauseln, um sich über ihre Tragweite Klarheit zu verschasfen. Er fragte u. a., warum Deutschland von bet Sachverständigenkommission ausgeschlossen sei. Antwort: Weil Deutschland b-refts einen Vertrag mit Rußland abgeschlossen hab«.
Tschitscherin fragte ferner, welche Macht mit der Sowjetregierung bezüglich des abzuschließenden Abkommen- in Verbindung treten werd». Antwott: Ties» Angelegenheit twtbe von der in Aussicht genommenen Kommission übernommen werden.
Tschitscherin fragt» hierauf, toi» «s mit bet be iure« Anerkennung bet Sowjetregierunz stehe. f "l wurde erwidert. d eS sei die Angelegenheit der einzelne« Regierungen, sobald die Arbeitt« der verschirdenm Kommission abgeschlossen seien.