Amtliches Verkilndigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurheffifchej Oberheffm
57.
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Bor der Antwort der Russen.
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Marburg
Sienstog, den 9. Mal
ali dir Möglichkeit bestehe, zu einer Einigung zu gelangen. $uf Mt Frag«, ob er glaube, daß Frankreich sich von der Konferenz znrückr'eben werde, erwiderte Lloyd George mit „Nein". Frankreich werde wie bisher gemeinsam mit den anderen Nationen verhandeln, wenn dir russische Antwort befriedigender Natur sei.
Auf eine Frage bezüglich der de fnre-Anetken- n u n g der Sowjetregierung antwortete er, er verweise auf den Wortlaut der Entschließung von Tannes und seine im Unterhaus abgegrbenr Erklärung.
Aul dir Frage, ob Lloyd George glaube, daß im Falle die Antwort der Russen nicht befriedigend sei. die Fran- ;osen abreisen würden, antwortete Lloyd George nein Mr habe» bereits viele Schwierrgkritcn beseitigt, größere als btt gegenwärtigen, und wir «vrrden noch weiterr Schwierigkeiten beseitigen. Aus die Befragung nach dem Gegenstand der Besprechung mit Wirth und Rathenau erklärte Lloyd George, «S habe sich um allgemeine Br» ^prechungc» gehandelt über die Gesamtlage, also dir der Russen, der Deutschen und der Konferenz. Aus die Frage: Wenn die Russen Nein sagen sollten, würde daS daS Ende der Konferenz bedeuten und die Engländer und Fran- zosen in Einstimmigkeit bringen? erwiderte Lloyd George: Ja, daS würde die Konferenz beendigen.
T« Intetgenotei« beträgt für die 9 gete. Zelle »der bereit Raa« 1 M. für den MlN- meter. amtHdte und ouemörtiae L30 3RL Ändere 6»altenbrette> »a<t> enttorechender Bereidnnng. Spät etnloufenbe oder den Sawm über ’l, Sette etnnedmende 1* »eigen finb wir berechtigt, nach der Tertipaltewbrette „ leeen nnd n berechnen. Sogen. Reklame, berechnen mir die Lol.-Zeile mit 9.00 Mk. Aeder Rabatt gilt ->- Barrabatt. Bet Äustaeft durch bie (6eid>ä,t.fteOe and Vermittln», bei Äew bete 1 Btt Sonbetaebäbt.
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DersöhnNchkett vlelvk da» Lies.
Genua, 8. Mai. Ein von der russischen Ad. ordnung anSgegeSener Bericht besagt:
Gewisse Abordnungen bemühen sich die öffentliche Meinung zu beeinflussen, indem sie den Mißerfolg d-r Genueser Konferenz voraus sagen für den Fall, daß Rußland da» chm angebotene „Ultimatum" nicht an- nehmen sollte. Die» ist lediglich der letzte einer An- zahl von versuchen von derselben Seite, die bereits zu Beginn der Konferenz begonnen haben, al» dir russische Abordnung sich erlaubt«, zu erklären, daß sie einen winschaftlichen Wiederaufbau Europas nicht in ernste Erwägung ziehen könne, wenn nicht daS Ab- rüstungaproble« auf» Tapet komme. Wo» die russische Frage betrifft, die einst einen Punkt der Tagesordnung bildete, so ist eS notwendig, darauf hinzu- weisen, daß dieselben Mächte, die die bedingungslose Annahme der letzten Denkschrift über die russische Frage verlangten, sich vollkommen von dieser losgelöst haben, indem sie es ablehnten, die Bestimmungen bezüglich einer der wichtigsten Seiten deS russischen Problemanzunehmen. Diese Mächte, die während der ganten Konferenz Rußland nicht al» gleichberechtigten Faktor auf der Konferenz anerkennen wollten, die gedroht haben, die Konferenz zu ruinieren, wenn Rußland nicht auf daS Wirtschaftsabkommen, daS e» mit einem anderen unabhängigen Lande geschloffen habe, der- zichte, dieselbe Mächte deren Hauptauffassung von der europäischen Politik darauf hinz'kle, sie der Rechtsprechung einer Gruppe von Regierungen zu nnter- stellen, gefährden nun wiederum die Konf.-reuz, indem sie den Entwurf eines Abkommens, der Rußland durch andere Mächte al» sie selbst dorgelegt wurde, den Charakter eine» Ultimatum» zuschreiben. Die russisch« Abordnung ist »ach Genua gekommen in ver- söhnlichem Geiste, bereit, auf der Anwendung dcS Grundsätze» der Gerechtigkeit zu bestehen. Versöhnlichkeit bleibt chr Ziel.
London, 8. Mai. Der Preß Association zn- olge ist man in gut unterrichteten Kreisen der Ansicht, daß dir russische Antwort in der Art einer versöhn- liche n Ablehnung, keineswegs eine glatte Weigerung sein werd«. CF» bestehe Grund zu der Annahme, daß da» verlangen der Russen nach einer Anleihe im Gegensatz zu der von Frankreich und Belgien ein- genommenen Haltung einer günstigen Aufnahme begegnen werde. Der Leitpunkt, bi» zu dem Lloyd George nach England zurückkehre« werd«, hänge voll- kommen von dem Eharakter der russischen Antwort ab. Man sei der Ansicht, daß Zeichen für eine Aen- derung der französischen Abneigung gegen dir Grundsätze der Genueser Konferenz vorhanden seien.
Btt ItollMt MIIIumM.
zu bringen. Der rumänische Premierminister hab^ wie verlautet, in einer Unterredung mit Schanz«» erklärt, daß die Klein« Entente insbesondere 3tw mänien al» Nachbarstaat Rußlands in der ongrnbHtfr liehen Krisis eher dazu neige, Lloyd Georg« pl unterstützen al» Barthou.
Genua, 8. Mai. Etesani meldet: Schanze» Litwinow, Krassin und Tschitscherin hatten heute ei» Unterredung.
Söffe 66er da; KoOrenrergebn!;.
Berlin, 9. Mai. Ein Teil der russischen Abordnung. der unter Führung Joffe» gestern i» Berlin eingetrosfen war, ist abend« nach MoSkan wcitergrrrist. In einer Unterredung mit einem Mitarbeiter der „ßfit" erklärte Joffe vor seiner Abreise daß die russisch« Abordnung in Genua mit dem Ergebnis der Konserenz zufrieden sein könne. Mehr ab einen Vertrag, der die Beziehungen Rußland» zu einer der europäischen Großmächte regele, hätten dü Russen kaum erwarten können. An eine allgemeine Verständigung hätten sie nie zu glaube» vermocht. Josse »erklärte weiter, er fahre heute zur Berichterstattung nach Moskau und rechne damit, daß er noch Gelegenheit haben werde, wieder nach Genua zurückzn kehren. Die Nachricht, daß Tschitscherin U>tt bleiben würde, um nach Beendigung der Konferenz Eivz'lverhandlungen mit den Mächten zu führen, fei falsch. ES sei Wohl anzunehmen, daß nach Schluß der Konferenz an einem anderen Orte Einzelver« haüdlungcn mit den Mächten beginnen werde«. >
Der tüte HM überwunden?
Berlin, 9. Mai. Die Mäher berichten attt Genua, daß eine optimistischere Auffassung Platz gegriffen hat. Die „Voss. Zeitg." berichtet, hier und da gehe man bereit» soweit, zu versichern, daß der tote Punkt der Konferenz überwunden sei. haben Tschitscherin und Litwinow nach einem Bo» suche bei Schanzer längere Zeit mit Reichskanzler Dr. Wirth und 5>c Rathenau beraten. Die Russe« begaben sich darauf zu Lloyd Georg«. DaS Ziel all dieser Besprechungen ist, in der russischen Frage zu einem Kompromiß zu gelangen.
Urber den Inhalt der russischen Antwort weiß da» „Verl. Tagebl." zu melden, daß sie zwar nicht ;u- stimme, jedoch für England und Italien als verhand- lung-wSlige Mächte zu weiteren Besprechungen ausreichend sein werde.
Beim ölt Mn rW natgtira.
Abreise Lloyd George» oder Fortsetzung der Verhandlungen?
Pari», 8. Mai. Der €onderberlchterstatter der HavaSagentur meidet, tu itatienischeu Kreisen gehe die allgemeine Meinung bau In, dass die Vertreter Frantretch» und Belgien» »u neuen Beratungen zu-
Ftanzvflsche Presse-Imme«.
Pari», 8.Mai. Im „Figaro" schreibt der Akademiker Gabriel Hanotaux, «» gäbe keinen Franzosen, Vr sich des Ernstes der 2aoe nicht bewußt wäre und nicht da» Bedürfnis fühle, zu der Regierung und za der Abordnung zu stehen, bie Frankreich in Genua vertret- In Genua stehe Frankreich allein mit Belgien. Die anderen Mächte trennten sich von diesen beiden Ländern oder hielten sich in Reserve. Ihr« G'oner versuchten in Genua bei verschiedenen Fragen die Sowjet- und die deutsche Frage miteinander zu verquicken. Lloyd George lege je nachdem, wie e» im Interesse seine» Plane» lieg«, den Nachdruck abwechselnd auf eine von beiden oder beide zugleich. Für ihn seien die beiden Fragen eine einzige, da sie beide an» dem bervaeginqe«, «oe< altem jede» guten Engländer interessiere, au» dem Geschäft. Di« Liberty" sagt, der FriedenSv-rtrog. der ein« dauernde Gemeinschaft der Sieger hätte schaffen sollen, werde von England ander» al» von Frankreich auSgelegt. Das .Journal de» DöbatS" sindet, daß man sich zu der Krise in Genna beglückwünschen müsse, wenn sie dem Snstem de» Feilschen» ein Ende bereit«. d«ssen sich die vee- büudeten bedienen. Der „Gauloi»" schreibt, ein Fehl- chlag der Verhandlungen von Genua werd« vielleicht ür die Ruhe Europa» ein Unglück sein. Lloyd Georg-- werde wohl nicht verfehlen, da» zu unterstreiche». Noch Ansicht de« Blatte» ist aber dieser Unglück keines, da» nicht wieder gut zu machen wäre, vorausgesetzt, daß der interalliierte Block diese Probe bestehe.
Französischer Spott Mr Lloyd Georg«.
Pari», 8.Mai. Der Sonderberichterstatter de» „Journal" in Genna, der Lloyd George gegenüber einen witzelnde» Ton anschlägt, meldet, Lloyd George habe gestern schon den Eindruck gemacht, all sei et zurück- getreten. Man erzähle sogar, daß er sich mit der Absicht trage, demnächst in Ferien zu gehen, und daß er das Angebot ei'-s Verleger» angenommen habe, der ihm 80000 Pfund für seine Memoiren bot. Da» Werk führe, wie der Berichterstatter ironisch unter Hinweis auf dir augenblickliche Lage in Genua bemerkt, de» Titel „Dn tragischen Stunden". Diese Notiz wird von Hat»« weiterverbreitet.
- Str Mettshniitr fiel W Stone-
Englischer Verzicht auf Entschädigung?
Berlin, 8. Mai. Rach Meldungen auS Genua hat der Reichskanzler gestern LloydGeorge besuch!, heute vormittag waren die Russen beim Reichskanzler -Die russische Antwort wird morgen erwartet.
Pari», 8. Mai. Der Berichterstatter de» „Echo de Paris" meldet au» Genua, im Laufe der Unterredung am 6. Mai zwischen Reichskanzler Dr. Wirth, sowie Reichsminister Dr. Rathenau und Lloyd George sei eine wichtige Entscheidung getroffen worden. Die englische Regierung verzichte auf ihren Anteil an ' den deutschen Entschädigungen. Dies werfe ein neues Licht auf den Meinungsaustausch, der statigrsunden habe, und gestern Nachmittag hätten sich Lloyd Ge- vtge und Sir Worthington SvanS zum deutschen Reichskanzler begeben. Gewisse Leute beeilten sich, daraus zu schließen, daß, wenn da» französische Mi- nisterium sich nach dem 31. 5. zu einer unabhängigen Handlung gegenüber Deutschland entMeßen würde, kin Sonderabkommen zwischen Tnglatch und Dcutfchland abgeschlossen werden würde„
Paris, 8. Mai. Havas berichtet au» Genua» glaubwürdigen Mittellungen zufolge hätte Lloyd George den deutschen Delegierten nach ihrer letzte» Besprechung mit ihm erklärt, daß England infolge der Weigerung der französischen Regierung, vor dem 31. Mai einer interalliierten Beratung beizuwohnen, kein Fnteresse mehr an der EntschädigungSfrage «chme. Der englische Premierminister hätte also die deutschen Vertreter ausgrfordert, in der Entschädigung», frage mit Frankreich unmittelbar zu verhandeln. Man habe in diesem Zusammenhang davon gesprochen, daß Lloyd Georg« Barthou bei seiner Unterredung mit Ihm am Samstag diesen Entschluß mitgeteilt habe. Der Havasvertreter versichert im Gegensatz hierzu, die Unterredung zwischen den beiden Staat»- Männer« keinen Augenblick der EntschädigungSfrage Hegolten habe. Man könnte al» wahrscheinlich an- nehmen, daß die englisch« Regierung eine abwar» lenbe Haltung einnehmen werd«. Dagegen betätigt der Havasvertreter nochmal» die Meldung vom Samstag, daß Lloyd George in seiner Unterredung mit Barthou, ohne allerdings ,wie behauptet worden sei, »it dem Abschluß neuer Bündnisse zu drohen, erklärt ßabe, die gegenwärtige Lage könnte in Zukunft Eng- land veranlassen, sich in seinen Freundschaftsbe» ,tziehungen weniger exklusiv zu erweisen.
(i. D« Reichskanzler bleibt l* Genua.
! Berlin, 8. Mat. Die Blätter melden au» Genua, daß det dem gegenwärtigen Stadium bet Konferenz <m eine Reise des Reichskanzlers «ach Berlin zwecks Lcrichterstattung auch nur für einige Tage nicht zu denken fei Die augenblicklich schwebenden Verband- Mngen machten die Anwesenhett de» Kanzler» ta Genua dringend notwendig.
V Wie die Blätter melde«, ist Mt Reise de» Reichs- pnanzminifter» nach Part» im Prtuzp beschlossen. Bann er die Reise antrttt, stehe noch nicht fest.
Soeben, 8.Mai.
Die „Dolly Mall" meldet au»
jetzt innerhalb einiget anderen Falle könne sie noch
werden, se werd« Mr» Tage geschehen. Im Boche» bauern.
Genua: Barthou erwiderte in einer llnterredunq dem Vertreter des Blatte« auf die Froqe, was mit dem Burg- lriedenSvertvag geschehen soll, wenn die Antwort der Bolschewisten ausweichend sei, in dieser Frage werde, soweit Frankreich in Betracht kommt, alles ans sein.
Pottrrrrrs verfichert Llovv Georg« der Freunvschast FravkrrtchS.
Loudon, 8. Mat. »Evenlng Standard* zukolae teilt die Regierung mit, bat der sranzöfifch« Rtrtfter» prüftdent durch den driltfü-en Bois-r-at-er tu SariB Lloyd George ein Schreiben fibmntrtelr hab«, tot beul
sammenberusen würden sall» die russische Antwort mindesten« im Ganzen genommen befriedigend aus- alle und die Fortsetzung der Berhandfungen erlaube. Man botke, daß die beiden Mächte dann eine solche Aufforderung nicht ablrhnen würden. Wenn dagegen die russische Antwort vollkommen unnachgiebig sei, werde mit ihr da« Schicksal der Konferenz fallen. England und Italien würden unter diesen Umständen getrennt mit Rußland verbandeln. In englischen Kreisen habe man heute erklärt, wenn Belgien nnb Frankreich die russische Antwort nicht genügend bestimmt sänden u«d die Fortletzung der Verbandlun» aen ablrhnen, würde Lloyd George sick> nicht auf den Standpunkt stelle«, daß bann die Konferenz von fekbß zu End« gehe. Er würde sich bemübrn, bei andere« Mächten die Fortsetzung der vrrhandlun- gen durchsetzen, nm sobakv wie möglich zu einer Verständigung mit ben Sowjet« zu kommen.
London, 8. Mai. Der Sonbrrberichirrsiatter der .Snnday ithneS' meldet aus Genua, wenn e» znm Bruch kommen sollte, io werde Lloyd George am Dienstag abreisen. Die russischen Delegiertet« würden jedoch bleiben, nm dir vrrtzandlungrn mit rinzelnr« Verbsindrtrn fori zu setzen.
London. 8. Mai. Drr »Sonderbericbtetstattet dr« Rrnlrrschrn Büro« ht Grnna mrldrt daß Lloyto Grorgr ibm erklärte, sollte die Konsrrrnz abgebrocbe»
Genna, 8. Mai. „Piccolo" schreibt zur Kris« Schanzer macht einen LermiitlungSvor- schlag zur Lösung drr Frage de« Kredit« für Rußland. Danach soll «in Tell der Summe, die da« AnfaugZknp tal de« internationalen FinanzkoasvriiumS bildet, den Industriell«, die sich in Rußland zu dr- tätigen wünschen oder dort ihre frühere Tätigkeit Wicker aufnehmen wollen, gut Verfügung gestellt werden. Ein anderer Teil soll drr Sowjetrrgierung zur Fortführung össentlicher Arbeiten überwiesen werden. So würde man dir Grundsätze die dir Mächte bei Schaffung de« Finanzkonsortium« geleitet hätten ,nicht verletzen und andererseits Tschitscherin« Wunsch erfüllen.
Genna, 8. Mai. Etefani meidet: Fakta, der gestern vormittag wieder in Genua eintraf, wurde am öohnhof von Schanzer empfangen, der ihm einen "urzen Bericht über die Lage und ihre Schwierigkeiten owie dft von ihm »nm Zweck eine» versöhnlichen iuSglriche« ergriffene Jnittative erstattete. Schanzer teilte Facta mit, er habe Barthon eine Erklärung ab- gegeben ,ba{j, wie auch immer der AuSgang der gegen- to irrigen Verhandlungen fein werde, die guten Beziehungen zwischen Frankreich und Italien unverändert bleiben werden.
In Rapallo war Tschitscherin tn de« Zng bei Ministrrpräsibenten ei «gestiegen und ein Stück mitgesahvcn. Facta ermangelte nicht, die Aufmerksam- l'ett darauf p lenken, daß «S im Interesse nicht nur ganz Europa», sondern auch Rußland«, läge, wenn bie Konferenz p einem glücklichen Abschluß gebracht und nicht getan würde, wo« geeignet wäre, dir Erreichung nutzbringender Ergebnisse zu vechindern.
London, 8. Mai. Reuter meldet an« Genua, >aß der Einfluß Schanzer« bereits artgewendet werd«, um ecx Einvernehmen mit Belgien in der
Miuitzerrat in Par».
Pari«, 8. Mai. Da» „Echo de $atf»" meldet, am Dienstag werde im Beifein Millerand» ein außerordentlich wichtiger Ministerrat im Elykee Rarifinbra Man habe hi Paris bie feste Ueberzeugung, daß die französisch- britisch« Freundschaft heil an« ben Zwischenfällen neu Genua hervorgehen werbe.
Englische Urteile über bie Lage.
London, 8. Mai. Ganvln schreibt im .Cbfer- ver', PoincarL sei von Anfang an ein unbedingter Feind der Methode und be« Geiste« der Genueser Konferenz gewesen. Er wünsche da« Scheitern drr Konfernz. Solange Poincart an der Macht bleibe und solange bie rektlonärr sranzvsischr Kammer bestehe, werde Frankreich nicht auf ein zulammen- HSngende« Europa hinwirten. und zwar an« dem ein- fachen Grunde, weil jeder wirNiche Schritt zu einem europällchen Zusammenhang notwenblgerwrisr automatisch zur Verminderung der französischen vorberr- schäft sÜhre« müsse. Sollte sich bie Genueser Konferenz vertagen, so totfb nach Ansicht Sarwin» ein» Organisation bestehe« bleiben, um den Uebergang von der gegenwärtigen Verhandlung zur nöwsten zu bilden. Sarwin schreibt, Lloyd George könne e« sich nicht leisten, kühl an« Genua wegzugeden. Er werde möglicherweise innerhalb bet nächsten Tage eine Vollsitzung einberufen und in der letzten «zene Frankreich und alle, die e« angebe, warnen, bafc das britische Volk frtnt eigenen Hilfsmittel habt.
Sn einer Rede tn Derby erklärte bet englische Ar- beiferfüdrer Thomas, feit 1914 fei man einem Kriege nicht so nahe gewesen wie angen- b l i ck i i ch. ES heiße, die Genueser Konserenz steh» vor dem Abbruch. Frankreich vernichte durch sein» militärisch« Polittk den Friede«. Die überwiegnd» Mass» be« englische» Volke« sei be« Kriege« über- drüsftg nnd werde H Frankreich sagen, wenn e« ent- schloffen fei diese Vollrik tortter zu verfolgen. DaS britische Volk wolle Frieden nnd werd« sich künfriaen Kriegen widersetzen. Deulschiand müsse für den Krieg Vergütungen leisten nnd müsse beisteuern. waS e# bei» steuern könne. ES sei jedoch di« Mflicht der verbün- deien. Deutschland p helfe», sei» eigene« Land wieder aufzudauetr,
- 6rt!äning Llszi Sturges.
b Genna, 8. Wae. Lloyd George erschien heute Nachmittag um 6U6t^ht einem Saale der Universität vor ttner Versammlung englischer und amerikanischer Pressevertreter und beantwortete im Verlauft etwa einer Stunde eine große Reihe von Fragen, bie an ihn gerichtet wnr- ße». In ben ersten Antworten führte et ungefähr att«: Die russische Antwort werde vftlleicht morgen Abend, hxrhrscheinlich aber erst Mittwoch Vormittag erfolgen. Aus die Frag«, ob bie Antwort „Ja" ooer „9?eür" lauten Müsse, fo wie eS Barthou geforbert habe, erwiderte Lloyd George, alle- hänge von dem Charatter der rnssischrn Ant- tvort ab. Wenn sich dft Hoffnung biete, in Genna eine Lösung zu Steten, werde man sicher mit den verhandln»- tzrn fortfahren.
Ans dft Frag«, ob man brrett sein »erbt, bett Russ.-n von Regierung zu Regierung eine Anleihe zu gewähren, erwiderte Lloyd George mit einet Verneinung. Die internationale Korporation genüge für diese« Zweck voll- Händig.
Auf eine Frage bezüglich bet in London über feine Besprechung mit Barthou veröffentlichten Berichte er- klärte Lloyd George, dft Behauptnng der „Times", er labe Barthon unter anderem erklärt, dft Entente sei zu Ende, wäre eine absolut tolle Erfindung. Kett» Wort in liefet Erzählung fei wahr.
Auf dft Anfmge, welchen Standpunkt et bezüglich •et Idee, dft Siguatarmächte deS Bersailler Vertrages zu Einer gemeinsame» Beratung znsammenznbringe», ein- ,nähme, erwiderte er, er hab« niemals dies» Idee aufge» .^ben, und er hofft, daß e« noch p dftfer gemeinsamen ! Beratung komme» würde.
Bezüglich be« Burgsriebensvertrage« sagte er, dieser .^ertrag hänge durchaus von einer befriedigen- den Regelung mit ben Russen ab. Er wiederholte, da ^ss'sch» Antwort müsse »ach ihrem Tharafter beurteilt Mride». Wenn triefe Antwort zeige, daß man auf teffischer Seite den anfrichligen Wunsch zu einer Vcr- fänLtgung habe, bann werde auch eine Lösung möglich Jgtt. Er, Lloyd George, werde solange in Genua blriben.