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Zweites Blatt

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tung findet. Das aber wäre das Schlimmste,

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die köstliche Speise-Schokolade!

Niemand, außer dem getreuen Schftn welchen, die für den Rest ihrer Tage bei der Baronin Strodtmann ein Asyl fonb, wußte, roal sich wortlos in Henrikas letzter Stunde, zwischen der Sterbenden und Fred ab­gespielt hatte, niemand hätte ihm zugttracit, daß er, der unentwegt ruhig seinen Weg dahinschritt, unter schweren, seelischen Kämpfen einen Lebenstraum be­graben hatte . .,

Gl war Schicksalsfügung, daß die dänische Film- prinzessin das PatrizierhauS im alten Westen von Berlin niemals betreten fällte. Heina Lelterns Drama

erlebte keine Aufführung da Frü> im Einverständnis mit dem Dichter da- Stück der Filmgesellschaft für eine Ricsensumme abkaufte es sollte keine andere die Rolle spielen, die Henrika dy Santos den Tod gebracht hatte.

Ein Jahr und darüber ging in- Land, da ent­schloß sich Fred, Irmgard z «fragen, ob sie versuchen wolle, ein treuer Lebenskamerad zu sein. Er könne ihr keine heiße Siebe bieten, er erwarte auch von ihr keine solche, ater er wolle sie trotzdem aus Händen tragen, wenn sie einwilligte, die Sine zu werdem

Das alte Haus der Telarues behielt seine Tra­ditio» eine junge Potriziertochter zog als junge Herrin dort ein, und die alte Baronin, die zusehends immer kränklicher und hinfälliger wurde, sie hotte Henrikas Tod nur schwer überwinden können hatte die Freude, einen blonden Stammhalter und Enkel auf ihren Knien zu schaukeln.

Äu5 der Kameradschaft zwischen Irmgard und Frch verspricht Liebe zu werden sie wissen es beide.

Auf dem Friehof in Kalmar ist das Grab Henrila dH Santo-' das ganze Jahr hindurch mit Blumen geschmückt. Ihr Bild lebt in oen Herzen derer, die ihr hn Leben nahe gestanden, fremdartig und schön, vertraut und unvergeßlich.

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Kalmar residiert hat. Die geschichtlichen Vorgänge aus ferner Zeit hotte Heino GMt~rn mit viel Bühnen- g-schick zu einer ferf-trb-n, dramatischen Hmd'nng rr- nwben. Den M ttelp nf? der Hanl lung bi de e das al e Schloß Kalmar, das sich auf einer Jnlet dicht bei dem kleinen, verträumten Städtchen mit feinem «ge be­suchten Hafen erhebt.

Was war mit Henrika geschehen? Frch kannte ihre Tollkühnheit Fran Cchimmelbeck hatte ost darüber geklagt, daß Henrika mit der Gefahr spiele . . . War sie in der Ausübung ihres Berufs, verunglückt? Die Qual dieser unkeantworteten Frag-n wurde, je länger die Fahrt dauerte, um so xnerträg- licher. Endlich war Wvesta Passiert, und der Zug brauste Kalmar entgegen.

In einem Hotel "nahe am Hafen hatte Henrika Wohnnng g-nommen. ES hatte ihr durch seine koiber- feit und Altertümlichkeit gefallen. Dort in einem hohen, Hellen Zimmer im oberen Stock lag sie, fieber­hafte Erwartung in den wunderschönen Augen, ans denen noch immer der starke Wille sprach:Ich biege mich nicht, aber ich breche auch nicht!"

Nun stand der Tod zu Häupten ihres Lagers, seine Knochenfaust reckte sich nach dem jungen, blü­henden Leben anS . . . Was half Henrika dh Santos aller Wille zum Leben zum Glück . . . Virilricht aber war es ein Glück für sie, daß sie jetzt ging, gerade jetzh bevor neue Konflikte über sie herein- b rachen.

Frri>" wir ein Hauch kam es Nm ihren Lippen.

Sie wollte ihm Hand heben, ihm entgegrnstrrcken, aber die schlanken, blassen Finger waren gelähmt.

Der Sturz von der schmalen Treppe im alten Schloß hatte die Wirbelsäule verletzt, es war keine 9tethni£; ü.'TU Hck e möglich, selbst wenn ai:d allen Städten der Well die berühmtesten Aerzte herbei- gekommen wären, eS wäre vergeblich gewesen, Hen­rika selber fühl« es, daß ihr Leben nur noch Stunden

FrsÄM imti die MMmn yeM-Iom.

Unsere einstmals so blübenden Kolonien sind unter dem MandotSsystem deS Völkerbundes vollständig ver­kommen. Wenn eS nicht so traurig wäre, könnte eS biS tu einem gewissen Grmde belustigend wirken, wie sich bte einzelnenzivilisierten Nationen", die anqebsich im Interesse der Kultur Deutschland die Herrschaft über die Kolonien abgenommen haben, dort blamieren und sich gegenseitig um die fettesten Mllen »unten . So luchte anläßlich der Beantwortung einer Interpellation de» Neger-Abgeordneten BoiSneus unlängst der fran* rösische Kolonialminister Snrraut die Berichte Über b:e schlechte Behandlung der schwarzen BenSlldrnng Dentsch- TogoS (vor allem daS Einbrennen von Brandmalen in die Haut der Eingeborenen durch die französischen Beböwen) auf englische Propaganda zurückzuftibren. well Eng­land auch Interesse an Togo habe. Diese Behntdwng erklärte Boisneuf als unwahr und geb seiner liebe» zeugung dahin Ausdruck, daß Frankreich sich nicht lang; in diesem MandatSbesitz behaupten werde. Denn die Eingeborenen seien bis auf den letzten Mann gegen Frankreich. Sie wollten viel lieber zu England gehören, weil sie die Behandlung der Franzosen nicht ertragt« könnten.

Es spricht Bände, daß die Einwohner von Deutsch- Togo, da sie nun doch einmal nicht mehr zu Deutschland

überragende Tüchtigkeit unserer qualifizierten und geistigen Arbeiter, seien es Beamte, Arbeiter, An- gestellte oder Unternehmer, ist das einzige, was

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auf die industriellen Schuldnerländer ausgeübt wird, diese keineswegs etwa wohlhabend macht, da alle diese Verkäufe nur getätigt werden, um die zur Schuldenzahlung und Berzinsung nötigen De« vifen zu erhalten. Wenn man einerseits die Schuldnerländer zn Unterkäufen zwingt, anderer­seits ihnen die Warenausfuhr nach Möglichkeit zu erschweren sucht, so muß das schließlich zum wirt­schaftlichen Ruin der Schuldner und zur völligen Zerrüttung ihrer Währung führen.

Eine Illustration zu diesen Darlegungen Ra- thrnau bilden die soeben vom Statistischen Reichs­amt veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse des deutschen Außenhandels für den Monat März. Die deutsche' Ausfuhr ist von 14,5 Milliarden Mark im Februar 6uf 21,3 Milliarden Mark gestiegen. Aber ncch^viel stärker hat sich die Einfuhr erhöht, näm­lich von 12 auf 22,9 Milliarden Mark. Da dem­nach die Einfuhr die Ausfuhr um 1,6 Milliarden Mark übersteigt, ist die deutsche Handelsbilanz wieder passiv. Wenn in den Monaten Dezember bis Februar die Ausfuhr vorübergehend überwog, f» beruhte das auf einer künstlichen Zurückhaltung der Rohstoffeinfuhr, bte durch die Konjunktur ver­ursacht war und natürlich nicht andauern konnte, 'lnter normalen Verhältnisten ist unsere Handels­bilanz noch immer passiv, weil unser Bedarf an ausländischen Rohstoffen und Nahrungsmitteln "öher bezahlt werden muß als unsere Ausfuhr bei der heutigen Gestaltung der Preise uns einbringt. Der Derkanfszwong, der auf uns lastet, nötigt uns eben zu Verkäufen, die uns, wie Rathenau sagt, keine Kaufkraft zur Befriedigung der eigenen 8e- bsirfnisie geben, das beißt mit anderen Worten, daß Deutschland nur ausführen kann, wenn es die Welt- Marktpreise unterbietet, wenn es also für seine Waren zu wenig reale Gegenwerte erhält. Da es aber seine Einfuhr voll und sogar verbältnismätzig -uct bezahlen muß, so ist die natürliche Folge eine "assive Handelsbilanz. Es braucht nicht weiter dsrgelegt zu werden, daß dieser Weg über kurz oder lang zum völligen Zusammenbruch führen muß.

In zahlreichen Industrien find die Herstellungs­preise so hoch gestiegen, daß schon eine verhältnis­mäßig kleine Besserung unserer Valuta genügt, um Deutschland aus der Weltmarktkonkurrenz aus­zuschalten. Dabei aber steigt die Preiswelle im Jnnenverkehr noch immer weiter. Außer Kali haben auch Noleisen und Zement in der letzten Woche wieder Preisheraufsetzungen erfahren. Wäh­rend England srine Einkommensteuer, seinen Tee- zvll, seine Zuckersteuer sowie die Pofitarife soeben erheblich herabgesetzt hat, spricht man in Deutsch­land schon - wieder von neuen Steuer- erhöhungen. und zwar sogar von einer Her­aufsetzung der Umsatzsteuersätze, die mit voller Wucht in der Preisinflation zum Ausdruck kommen. In gleicher Richtung wirken auch die durch die Ver­teuerung der Lebenshaltung an fich voll berech­tigten Erhöhungen der Beamtengehältzer, die dem Reiche auch in dem bereits zugestandenen Umfange e;ne Mehrausgabe von jährlich 3235 Milliarden Mark auferlegen. Daran wird fich.freilich nichts ändern lassen. Wohl aber wird der Reichstag gut tun, die vereinbarte Regelung daraufhin zu prü­fen, ob sie nicht etwa wiederum die Gle'chmacherei der Einkommen fördert. Das mutz dazu führen, datz schließlich die Anschauung, Kenntnis und Tüchtig­keit seien nicht mehr lohnend, allgemeine Verbrei-

Sett einiger Zelt wird vor dem @!<t4M<ncerW?t tn München ein Beleldlg,ungsl'rozest geführt. der sich um die bekannten Etsnerschen Fälschungen dreht. Die Verdandlungen haben bemerkenswerte 9I'tfbe*mi- gen gebracht, die selbst den Prldatsek-eiLr 0-isners, den als SSnfläget auftretenden Herrn F erben b ach, ru der Erklärung veranlagten, er fei über zeugt, wenn Kurt StSner damals bei Veröffentlichung der verssSin- mchen und veränderten divlomatischen Wrkf-te eu5 Berlin den dollen Umfang "es bertte bekannt-n Materials gewußt hätte, fo ir'*m er feine Bcliaup Mng von der alleinigen Schuld Teutfekssands am Kriege nicht mehr aufrecht' erhalten. Bon beton derer Wichtigkeit für die Verhandlung waren di Aus­lagen des Generals Graf M o n t g e I a s, der tut letz­ten Stadium deS Krieges und unmittelbar narb der Revolution, zum Teil gerade auf Grund der Elsner- toen Veröffentlichungen, ebenso»« eine fetir ungün­stige Auffassung über die Mitschuld der deutschen Ne- gkntng am Kriegsausbruch sich gebildet batte, nun- ptehr aber an Hand des gesamten Mo»-riais feine SJfn- ficht gründlich gewandelt bat Es sprich» acmz beson­ders für die morafifche Unfcfiulb der deutschen 9teto3< «gierung vom Jahre 1914, daß gerade dieser SDlaux. der stark voreingenommen und eben deSbo»b von der Revo.'utionsregierung mit Prlifnua. Dichtung und Seräffentltoung der poetischen Attenst stete beauftragt tssrden war, die Hoffnung feiner Auftraggeber. Deutfchland weiter in den Augen der Welt herabpt- fttzen, enthält tot bat und enttäutoen mußte, weil er als ehrlicher Mann nicht gegen feine Ueberzenauug handeln konnte. Gerade die Berbandiungen in Mün­chen haben es wieder vor aller Welt klar gestellt, dass die Deutschland im Vertrag von Versailles abgeprestte Anerkennung der Schuld DeuttolandS am Kriegsaus­bruch eine Rief en lüge ist. Es ist weiter von we-

Nr. 108

Sonnabend, 6. Mai 1922

zählte. Sie hatte nur noch einen Wunsch aus Erben

gehabt, den Fred wiederzusehen. Ihr Reichtum sollte Armen und Aermsten zugute kommen Fred sollte darüber beflimmen--an der Schwelle zum Jenseits

wußte Henrika, daß ihre L'eäe Fred Delarue gehörte, vielleicht immer, immer gehört hatte, ihr selber un- öewußt.--Ihr Haß g"gen ihn war Siebe gewesen,

--daß sie ihn nun an ihr Sterbelager hatte rufen lassen, war wie rin Geständnis ... WaS sollte fit »rbl noch scheuen angesichts deS Tobe» er nrikbe ihr leichter werden, wenn Fred ihre Hand in der seinen hielt.

5rreb" ....

Er benote sich erschüttert «der sie, «r la» alle- in ben groß zu ihm aufgeschlagenen Ange«--Jahre

feine« Lebens, feinen ganzen Millionenreichtum hätte er gerpfert. um Henrika am Leben zu erhalte« . . .

Großer Gott, mußte ti denn fein . . . ?

.Ltenrika. mein Liebling", flüstette er, sie hörte die Worte nicht mehr, fte las sie von feinen zuckenden Lippen . . . Ein Lächeln schwebte um ihren Mund, brach auS ihren Augen . . . Dann seufzte sie tief «uf der starke Wille versagte ein stärkerer, der unbarmherzige Knochenmann hatte ihn gebrochen . . ,

Henrika dh Santos war tot . . .

(Nachdruck verboten.)

Be^kainrt.

NonuMedda von Schmid.

(Schluß.)

Doch^ Tante Liefe, ich habe Glück," erwiderte Heino, über dessen künstlerisch« Leistungen btt Zei­tungen nur Lobendes berichteten, und eS zuckte bei seinen Worten seltsam über sein hageres bartloses Gesichtdie Dame meines Herzen» ist sogar sehr vornehm und sehr alt beinahe so alt wie unsere Erde." .

Reden Sfe feinen Quatsche guter Heino. Sie haben doch bloß genippt am Sekt und behauptet. Sie Verträgen ihn nicht, unb nuu"

Die Dame meines Herzens", wiri»«cholte He-no Gollern mit Betonung,ist die Kunst, und die duldet feint Rivalin."

lentltchem Interesse, dass ein Deutsch-Amerikaner, der Ingenieur Röggerath, auSlagte, nur bte gewlf- fenfofe AnSnützung der Legende von DeuftchlandS Schuld am AnSbruch des Weltkrieges hätte es ver­mocht, die VolkSstlmmung in Amerika fo zu beeiniluf- fen, dass fchliestllch der Eintritt der Der. Staaten in den Krieg ermöglicht wurde. Eine befonderS teauriae Rolle bat der bekannte Professor Förster gefviell, den EiSner Ende 1918 zum baoerttoen Gefandten In der Stowt«, ernannt batte. Sein Einstnst auf EiSner und feine Verbindung mit dtemenrea« auf dem Umtoeg über den amerikanischen Professor Herren sind zu bekannt, ak» datz irgendwelche VertolelerungS- perfucbe Herrn Förster« setzt noch baren etwa» ändern könnten. In einer Zutorlft an die . SS off. Ztg.' be­streitet er, die Etsnertoe Fälfwung direkt veraniatzt zu haben; er bade vielmehr die EiSnerfchen Beröffent« (idmngen erst durch die Zeitung erfahren, und er habe ein baheritotS Sondervorgeben nicht empfehlen. DaS mag wörtlich zutrefsen, fachlich aber kaum. Försters Berichte über seine IlnterrednLxen mit H»rron-und dessen Aeusterungen über bi« «»»ftchkeit, El^tnencemi zu beeinflussen, haben ohne Zweifel den »averltoen Sievo'utionSminisser Kurt Eisner zn berNtberzeugung gebracht, ein rssStzaltlofe» TinaesttznbuiS Deutschlands von dessen überragender wioreHtoer Schuld am Kriege würde die In Paris versammelten »»ewaithaber ber feindlichen Mächte mUbe unb verföhnlich stimmen. Das Ist der lirgrunb für bte ietzt abermals klar erwie­senen Fältonnsen Eisner», die El^meneeau Vie w i I f- f o nt w en e Waffe lieferten, nm Llovd George nnv Wilson von bet tototren Schulb Deuttofar-ds tu f'brr}-it»en und ,u tiner Behandlung DeulfchlandS tu "berredtn, dit sonst nicht erfolgt wär«. Deutschlanv wirb noch lange und frbteer an den Folgen dieser Tat eine- stherspannten unb Veran1wpr«ung»lose« Stieb tauten ix bet Pvlittk ;u tragen haben.

III.

Ml ber deutschen RetoShauptstabi gewinnt man fast bte Eindruck, alS ob wir toteb-r einen Rückfall In dit Stilen unmittelbar nach der Revolution erlebten. DaS planmästigt Treiben ber Kommunisten, mit ber« stänbntsvoSer llntertoeung der Unabdängigett, unter allen Umstände« Zulammenstöste zwischen der Arbei­terschaft und 6ex Bebittben berbeizufübren. die In ehtc« Veneralstreik ansmrnben sollen, liegt klar zu- lagt. Die Kommunisten waren eS. bte im AatbanS die Slunahnte de» SchitbllspruchS über die stSvrilchen Arheiterläbne erst verpiude'-en. bann di« Arbeitet zu Stratzenkundacduxgen Var Vern Aakbau» aufritfen ;u einer Zeit, da die Annabmt des Scdiedsspruch» durch die Stabtversrbnetenversomtnlung »estcheri war, die dafür sorgten, datz die Menge mit unlauteren Elemen­ten butchfetzt unb die Pvltzri trotz unendlicher Geduld unb Langmut fchltcbckch zum Borgehen perabe#u g e - , w u n <i e n würbe, und bte tn der Stadwerorvneten- ieh«wtm(ung le bst bte Unierbrccbung der Hitzung ver- belfSbrtex. Die vfanmäoiee Forlletzuna fand dieses Treiben em nächsten Tage durch Sturms jenen tm ?*ubf<Nt unb eiran Beschlust der Obmänner, einen Proteststreik der städtischen Arbeitet zu verbSuaen wobei bie Streiket selbst nicht wissen, wogegen sie pro- tt^ieren sollten, weit es nicht» zum Protestieren gab. StaatSregicrung unb Maoistrat sollten diesen gemein« ^kbrttchen Eltmeuttu endlich einmal da» Handwerk legen.

BWW Silntteti«.

Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.

Der erste Unterausschuß des Wirtschaftsaus- 'chuilss, der durch die Konferenz von Genua ein­gesetzt wurde, hat eine Entschließung angenommen, die fich für die Wiederaufnahme der internatio­nalen Handtlsbezithungtn und für möglichst weit­gehende Anwendung bes Grundsatzes der gegen­seitigen Meistbegünstiyung aucsvricht. Deutschland ist durch den Vertrag von Versailles ganz ein» seitig gebunden. Es mutz den Verbündstev alle Handelsvorteile gewähren, ohne seinerseits Gegenseitigkeit beanspruchen zu können. Die Ententeländer dagegen versuchen mit Sonder- bestirnmnngen und Zollzufchüfsen aller Art die deutschen Waren fernzuhalten. Der Reichsautzen- Minister Raihenau hat in seiner Rcde auf der zweiten Vollsitzung in Genua mit Recht betont, daß der Berkaufszwang, der durch die Friedensverträgs

Boten-ÄIW.

et* *«« und Paris. EiSner nnv Förster. Herr r schäft bet Sttatzek

Deutschland einmal aus dem jetzigen Sumps» lietaushelfen kann unb muß dahet gesördett, «icht wie es bisher schon vielfach geschah, benachteiligt toeibea. __

MW Umlrleöt

In Senf haben die polnischen Bevollmächttqtex dem Vorsitzenden de» gemischten Ausschusses süt Cbtfr fchlessen eint Role über bie Unruhen dort überrri-hl, in ber selbstverständlich der deutschen Bevölkeiura bie ^ißukd an einer Reihe von Vorkommnissen ber jüngste". Reit zu geschoben wird. Es haben sich bekanntlich verschiedene Mott>taten und Ausschr-itungen trtianef, bte trotz aller Bemühungen der Jnteraftiierten Kom­mission noch nicht oufgeRärt sind. Tiefe hat auch die deutsche Regierung in einer scharfen Mitteilung aüf« gefordert, die mt» Oberschlessen entflohenen Täter z« verhafft-n, ohne freilich im Stande zu sein, die Täter selbst und ihre Schuld näher zu bezeichnen ober zu be­weisen. Wie planmäßig unb fhstematich Polen unb Interalliierte Kommission Hand in Hand arbeiten, um bie Deutschen wiederum vor aller Welt als bte eigentlichen Unruhestifter zu verLächligm. zeigt auch das Verhalte« der oberschlesischen Aerzte polnischer Abstammung. Einer von ihnen, der sich auch politisch betätigt hatte, ist ermordet worden, wobei noch gar nicht mifgeNätt ist, ob »ein persönlicher Racheakt "der auch polittsche Beweggründe dahinter stecken. Der Mann war beruflich ein eifrige» Mrtalied des niriflf aus Deutschen bestehenden oberschlesischen Aetztv- Vereins, und trotzdem bringen es seine polnisches Kollegen fertig, in Genf z« erklären, daß er ein C'b'er des Deutschenhasses geworden sei. Bon alle« Seiten kommen Nachrichten von besonderer Rübrigkrit der polnisckzen Elemente zu beiden Seiten ber Grenzt, unb gkeichztiftg wird gemeldet, daß in Polen selbst stark gerüstet wird, während Lrupvenbewegungen in großem Umfang mitgeteilt werden. Aehnliche Nach­richten komme« auj Ostpreußen, und es ist nicht misgeschlosfen, daß die Polen trotz aller schönen Ber- sicherungen und Beteuerungen demnächst versuchen werden, sowohl in Oberschlessen wie in Ostpreußen neue Unruhen Hervorrufe«. Für Oberschlesien dürfte die Uebergabe deS ihnen zugefprochenen Test» der entscheidende Arifpunkt sein und für Ostpreußen die Uebergabe der fünf W ichs ld'rfer, die ihnen nach­träglich auf Grund einer Entscheidung ber Grenz­kommission noch zu fallen sollen. Es ist a'jo dringend geboten, daß die Regierung die Augen offen hält und' auf der Hut ist.

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der deutschen Volkswirtschaft zustoßen könnte. Die

Fred Delarue starrte die Depesche an, Überlas sie zwei-, dreimal:Henrika hoffnung-los. Bitte sofort Kalmar kommen. Amalie Ähimn eKeck."

Zwei Stunden später saß g red im Znga

Endlos schlichen bie Stunden ber Fahrt dahin. Dtr nächste Weg nach Kalmar war eine halbe Ewig, feit für ihn, der fein Gehirn mit Zweifeln und Be­fürchtungen zermarterte.

Cs war ja fein Zweifel mehr das klrirte.Wort -Hoffnungslos" zerstörte ber letzten . . .

Frri> wußte, daß Henrika feit Wochen in Kalmar ^beruflich beschäftigt war. Sie hatte wicherholt seiner iSRutter von dort auS Nachrichten gesandt. Für ihn *ar jedesmal ein Gruß mit dabei gervefen Sie hatte Hefchrieben, daß sic mit Leib und S.e/e bei ihrem Spiel jfti es galt diesmal eine Frauengestaft aus der jUockischerr Geschichte zu verkörpern bie schöne Frcun» Jfat Köniz Eriks des Wahnsmuizen, der auf Schloß

Da» Schicksal ber Konferenz von Genua versinkt femner mehr in daS Ungewisse. In ber rulsischeu «tage scheint eine gemeinsame Vereinbarung aller MonserenzmSchte mit den Vertretern Sowie» Rutz- latbl fo gut wie a u s g e f ch l o f f e n. Und über bte Aussichten des fogenannten Friedensvtrtragcs, ber guropa einen zehnjährigen Schutz gracn Angriffe ge« ^zhren soll, lauten die Berichte immer pefsimtstitoer. Vas von der Konferenz von Genua jetzt noch übrig »leibt, dos sind Auselnaudersetzungeu zwischen ben Heide« Lagern der Verbündeten. Deutschland ist sewstverständlich sehr stark Intereffiertei Zuschauer die­ses Schauspieles, aber eS Hot weder die MSgtt.Mril gedi ein Interesse, dabct eine Rosse n:lt.3M>»itlen. Sin teil der deutschen Vertreter und fast die «»elften S«ch- ^rstündigen haben denn auch Genna verlassen. Die­ser ändere Vorgang ist bezeichnend für das innere Servättnis, tn dem man jetzt tn der vierte« Konserenz- loodie steht.

Wävrend die Konferenz von Genua für Teuftolant> toobl fein Feld ernsthafter Betätigung »itthr fein kann, beginnt bte Konferenz von Parts eine immer »r» tzere Bebeutung anzunehmen. Sie ist vom Enisch^tzi- AMgSansfchutz einberufen und wird am 23. Ma! u' tet dem Vorsitz deS Belgiers Delaeroir Uifammettlrcteit. Ihr einziges BerbanblungSihema ist bte «itfbrincxng einer imeruattonalen 51 n le t b e für Deuitoianb. Und da eS hier um das Hebe Geld geht, fo bat sich auch ber Entfchädlgungsaustonst dazu verstanden. Deuitoianb als gleichberechtigten TeiinedMer ewzu- leben. ES Ist bekannt, dast sich das Finanzministerium dureh Staatssekretär Bergmann vertreten lassen Wird, der bereits tn Parts einattroffen ist. An dem ernsten Willen, durch die Konseren, von Parts eine Unleibe für Deutfchland flüssig zu machen. Ist nicht it» jWdfeln. Denn der Enifchöbigunasaurtonst will bare» Gelb, daS Deutfchland aus et eener Flnait zAmss «tot mehr toaffen kann. Dast es ernst »cnietnt iss. gebt ja auch zur Genüge aus der Tepiiavme von zwei hedeittenden Finan-,teuren berber, des Amerikaners PtervorS Morgan unb de« Pff-rina. ssr»

Meier Konferenz der praktischen Finan;-enle wird wtz xxu zeigen müssen, ob die Tdeerie von Uem-a ihre Probe in der Praxis belieben fei. Tnrf'MenM Zu­stimmung must an die Erfüllung zweier Verbedinguu gen geknüpft fein: Man darf auf »er ei mm Seite keine «tannehmbaren Bürgschaften fordern mt» Ihm keine erdrückende Zinfenfast auserfeoen, »in» man mutz Deutschland auf der andern (Selle eine wirkliche Atem­pause durch einen lanajäbrigen Zablungsaxffchrib ge

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