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1922

»<IM fein fftiatj. Setlao van Dr. L. Hiserotb. Druck der Uniu..Lu»ftruckerei non

I»h. U«g. Koch, Markt 21,28. Keruwrecher 55, Paftlckeckkant»: Nr. 5015 Amt

Rtaitfrurt a. Mai«.

Zweite BsMMng rn Genua

meldet:

wieder her.

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Marburg

DgWNStsg, den 4. Ms!

London, 3. Mat. »Daily Cyronicle" berichtet ans Genua, auf der Konferenz fei wegen der Haltung der Franzosen in der russischen Frage eine sehr ernste Krisis entstanden. Poincare unternehme einen endgü.tigen «ersuch, die Konferenz zum Scheitern zu bringen. Der Brennpunkt der Aufmerksamkeit sei durch die Reise Barthous nach Paris verlegt wor­den. Die in Genna anwesenden sranzöstschen Journa­listen stellten die Frage, üb Barthou als Sieger oder

ob er überhauni aus Paris zurückkehrcn werde. Die' Italiener, die Neutralen und die Deutschen befürchten, daß Bartbou mit einer besonders großen Konzesflon Lloyd Georges in der Tasche abgereist sei.

B e r l t n, 5. Mai. Die belgische Gesandtschaft teilt mit, datz sie in der Lage sei, die tendenziösen Nachrich­ten verschiedener Zeitungen, wonach ein geheimes Ab­kommen zwischen Belgien und Frankreich bestünde, um eventuell bet Nichterfüllung des Versailler Vertrages gemeinsam in Deutschland einzumarschieren, katego­risch abzuleugne».

England nnd der 3L Mai.

London, 8. Mai. Reuter meldet: Im Unter­haus fragte Wedgwood Ben: 1. wann die vom Ent- schädigungsausschutz angebotenen provisorischen Zu­geständnisse außer Kraft gesetzt würden, falls Deutschland die daran geknüpften Bedingungen nickt annehme; 2. ob in diesem Falle das Londoner Abkommen in Wirksamkeit treten werde; 3. ob die britische Regierung auf Grund dieses Abkommens zu irgendwelchen militärischen Maßnahmen in Gemeinschaft mit Frankreich verpflichtet sei, um die in London festgesetzten Zahlungen zu erzwingen. Chamberlain erwiderte, die Antwort auf die erste Frage laute: 31. Mai. Die zweite Frage sei mit ja, die dritte mit nein zu beantworten. MM.

Tie ^dberhelstiche Seiten'" eridbeint Sechsmal wöckeutli». Bezugspreis monatlich 19 Mk. Für ausfallend« Nummern infolge Streiks ooer elementarer Treignille

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (bas früher kurhessischej Oberhessen

G e n u a, 3. Mai. In der Beratung des ersten Unter­ausschusses des Wirtschaftsausschusses über die Meist­begünstigung machten die Vertreter Frankreichs, der Kleinen Entente, Hollands. Belgien? und brr Schwe»? Vorbehalte. Der englische Vertreter sprach sich erneut nachdrücklich für die Anerkennung des Grundsatzes der allgemeinen Meistbegünstigung aus. Es wurde ein Kom- vromihantrag der schweizerischen Delegierten angenommen, in dem es heißt:Die Konferenz empsichli dringend die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen auf der Grundlage von Handelsverträgen. Diese sollen einerseits auf dem System der Gegenseitigkeit beruhen, andererseits möglichst den @ruu£>;j;ä der Meistbe- öegünjügung enthalten," Di« englische Abordnung setzte

die Aufnahme einer Anmerkung durch, in der die allge­meine Durchführung des Grurcksatzes der Meistbegünsti­gung alS Ziel der überwiegenden Mehrzahl der hier ver­tretenen Länder bezeichnet wird.

(Ein Protest Tschitscherins.

(5 e n u a, 4. Mai. Tschitscherin hat an den Prä­identen der Konferenz de Facta folgenden Brief gerichtet: Der Wirtschaftsausschuß hat einen dc- onderen Ausschuß gebildet für Arbeiterfragen. Der Präsident hat selbständig aus eigenem An­triebe die Rationen bezeichnet, die in diesem Aus­schuß vertreten sein sollen. Rußland wurde dabei nicht berücksichtigt, obgleich es der erste Staat ist, dessen Verfassung und Politik auf den Interessen der Arbeiterschaft gegründet ist. Im Namen der russtschen Abordnung sehe ich mich genötigt, gegen diese sonderbare Methode der Ernennung von Mit­gliedern und gegen den Ausschluß Rußlands zu protestieren.

Rückkehr nach Genua morgen. Die Zusammen» arbeit mit Belgien.

Paris, 3. Mai. (Havas.) Der Ministerrat ist um y23 Uhr im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten zusammengetreten. Im Namen sämtlicher Mitglieder dantte PoincarS Barthou für das Talent und die Autorität, die er in Genua entfaltet habe, um die Arbeiten der Konferenz zu erleichtern und gleichzeitig die französischen Inter­essen zu verteidigen. Der Kabinettsrat nahm vor. den aus Genua und Brüssel eingetroffenen Nach­richt» Kenntnis. Nach Prüfung der Meldungen hat die Regierung einstimmig beschlossen, daß Frankreich sich nicht von Belgien trennen werde. Barthou wird Freitag nach Genua zurückreisen.

Die Beratungen deS Kabinettsrate? am Nach­mittag betrafen ansschlißl'ch den ans der Genueser Konferenz durch den belgischen Außenminister - ge­schaffenen Zwischenfall wegen der Frage der Rückgabe des Privatbesitzes. Barthou erläuterte die ver­schiedenen Stadien der Verhandlungen. PoincarS unterrichtete chn seinerseits über die Nachrichten, die in dieser Angelegenheit nach Paris gekommen waren und die den franzSsischen Bevollmächtigten unbe- kannt geblieben waren. Es wurde erwähnt, daß der belg'sche Ministerrat seine früh ren Weisungen, die Denkschrift nicht zu unterzeichnen, aufrecht erhalten habe. Angesichts dieser Tatsache war der französische Ministerrat der Ansicht, daß ein Bündnis mit Belgien über die wirtschaftlichen und sozialen Organisations­fragen eingegangen werden müsse. Morgen findet eine weitere Sitzung des Ministerrats statt, die sich mit der Prüfung des Entwurfs für den Burgfriedens- Vertrag befassen wird. -

Der Mzch nm die (FisnerWn FMmen.

Mün chen, 8. Mai. Aus der gestrigen Abend- vechandlung im Fechenbach-Pwzeß ist noch nach;»» tragen, daß Professor Dr Caro, der sein Urteil Hahin zusammensaßte, daß Eisner sich einer be­wußten Fälschung sckuldig gemacht habe. Sachverständige Prof. Dr Timme ist der Anschau- ung, daß eine Fälschung vorliege und daß sich Eisn« durchaus bewußt gewesen sei, daß er durch die Verstümmelung des Dokuments eine FSlsHmg be­gehe.

Bei Beginn der heutigen Verhandlungen wurde Dr. Timme nochmals befragt. Er erklärte, daran esthalten zu müssen, daß eine Fälschung vor­liege. Er könne seine Auffassung über das Vorgehen Eisners evtl, ändern, wenn es dem Kläger gelinge« würde, den Borwurf der Unwahrhaftigkeit gegenüber EiSner in seinem Verhältnis zu Clemeneeau zu ent­kräften, und wenn es gelingen würde, die Auffassung zu bekräftigen, daß Eisner als ehrlicher Mensch feine Auffassung in der Schuldfrage einer Revision unter­zogen hätte. Der nächste Sachverständige Johannes 2 e p s i u S hat zusammen mit Dr. Timme die deutschen Akten von 1871 bis Kriegsausbruch bearbeitet. Der Sachverständige fühtt aus, daß der Politik der Bor­wurf der doppelten Buchführung keineswegs ge­macht werden könne. Die deutsche Regierung brauchte sich nick' wie die englische ausfragen zu laffeu und brauchte keine «nttoort zu geben. Der Sachverständige kommt ebenfalls zu der Feststellung, daß bei der Äsnerschen Veröffentlichung eine Fälschung unter- laufen sei. Das Gravierendste an Eisners Akten­stück fei, daß bott alles unterdrückt fei. was bei oberflächlicher Lektüre den Eindruck erwecken müsse, daß die deutsche Politik das Uebergreifen des serbischen Konfliktes auf Europa vechindern wollte. Ministerialdirektor Dr. v. Müller gibt an. in einem Akt fei die Abschrift eines Schönschen Briefes ge­funden worden, die den Vermerk trage, daß sie hl Berlin gefertigt und in der Wohnung Eisners ge­funden worden fei. Die Unterschrift laute: gez. Schön. Das Gericht tritt dann in die Verlesung der v«- schiebenen Gutachten und Dokumente ein.

Nachmittags zitierte zunächst Prof. Eoßman» Aeußerungen Eisners, in denen dieser darauf hin­weist, daß durch seine Beröfsentlichungen doch dem blödesten klar geworden fei, wer die Schuld am Kriege trage. Bon Prof. Coßmann wurde auch eine Aeußerung des Ministers v. Frauendorfer hervor- gehoben, der sich ungünstig über Fechenbach auS- gesprocher habe. In den späten Nachmittagsstunde» nahm Rechtsanwalt Dr Löw en selb daS Wort zu einem mehrstündigen Plaidsyer, worin er hervorhob, daß es heute keine Pattei unter den Kriegführenden des Weltkrieges mchr gebe, die nicht den Krieg vo» 1914 als einen verbrecherischen und mörderische» Wahnsinn bezeichn^ und es fei daher klar, daß die Frage, wer dieses wahnsinnigste aller Weltunterneh­mungen verschuldet habe, die Völker aufs ttefste be­wegte. Bon der Frage nach der Kriegsschuld höre man erst mchr seit dem VerjaAer Diktat. In Ver- Bersailles sei nicht die Frage gewesen, wer Sieger oder Besiegter sei, sondern wer am Krieg schuld fei. Diese Frage müsse auch der Ausgangspunkt! der Revision des Friedensvettrages fein. In de» verschiedenen Ländern stelle sich der Kriegsgrund anders dar. Bei den Sachverständigen fei vor allem das völkerpsychologische Moment zur Sprache ge­kommen. Die Sachverständ grn mit zwei Ausnahmen hätten sich bei chrem Urteil über die Publi­kationen Eisners nicht auf nähere Kenntnis Eisnerz berufen können.

rrnW« üonhloo.

131. Sitzung vom 8. Mai.

Präsident Sri nett eröffnet die Sitzung mit einem Machruf für den verstorbenen Abgeordneten 6 n e, der pom Hause stehend angehött w-rd.

' Vor Eintritt in die Tagesordnung beantragt Aba. Katz (Komm.), eine große Anfrage feiner Partei wegen des Einschreitens der Berliner Schutzpolizei gegen die Demonstranten vor dem Berliner Rathaus auf di» Tages» ordnung zu fetzen. Die Anfrage verlangt die Be» ärakung der schuldigen Polizeioffiziere. Entfernung des Polizeipräsidenten Richter und Unterstützung der Opfer. Als Abg. Katz den Innenminister alS den eigentlichen Schuldigen bezeichnet, weil erReaktionäre" als Polizei- ost'iziere dulde, kommt eS zu lebhaften Jufammen- stoßen zwischen ihm und Präsident L-inert. Er wird schließlich zur Ordnung gerufen, als er fordert daß der Blutminifler" undBlutpolizeihund Severing" zur Rechenschaft gezogen werde. Nach einer Mitteilung des Präsidenten Leinett wird der Minister diese Anftage morgen beantworten.

Der Vorschlag des AeltestenrateS, die erste Beratung des Hausbalts der Schutzpolizei von der Tagesordnung abzusetzen, stößt auf lebhafte Proteste, der Unabhängigen und Kommunisten, wird aber schließlich angenommen. Als bann der kommunistische Antia« auf sofortige Be­ratung der kommunistischen Anträge an dem Wider­spruch mehrerer Abgeordneter scheitert, rufen die Kom­munisten:Der Widerspruch der Mörder."

Das Haus erledigt dann eine Reibe von Rechnung?- sacken und Reinen Entwürfen sowie Eingaben.

Der Gesetzentwurf zur Bestätigung der kirchengesetz- lichen Vorschriften der evangelischen Landeskirchen zur dollen Ausnützung deS kirchlichen Bermögens für H Bedürfnisse der Vfarrerbesoldung wird in erster inb zweiter Lesung angenommen. Drei andere Ent- oürse, die sich mit der Bestätigung von Kirchengesetzen xfeffen, werden einem Ausschuß überwiesen.

Morgen mittag 12 Uhr: Interpellation der Kom- nunisten über die Kundgebung vor ö-m Berliner Rathaus

Der Arbeitsplan beS Landtages.

Berlin, 3. Mai. Der «elteftenrat des preußi­schen Landtages beschloß, daß in der kommenden Wocke keine Vollsitzung stattsinden soll, um dem Haupt mlssckutz Gelegenheit ju geben, die Vorberatung des Haushalts zu fördern. Am 15. Mai werden die Voll- sltzungen wieder ausgenommen und biS zum 27. Mai fortgesetzt. Von da ab bis znm 13. Sunt dauern die psingstsetten.

MMe btt MMWMA-

Genua, 3. Mai. In der heutigen zweiten Vollsitzung der Konferenz wurden die Ausschutz- derichte behandelt. Präsident de Facta eröffn.te die Sitzung mit einer Rede, der ein« solche des Vorsitzenden des Finanzausschusses Worthington Evans folgte.

Es sprachen weiter der Franzose P i c a r d, der Holländer van Karnebeek, der Schweizer Schultheiß, Tschitscherin und Ra­th en au. Besondere Aufmerffamkeit erregte in der Rede Tschitscherins die Tatsache, daß er zwei­mal in entschiedener Weise gegen den Völker­bund Stellung nahm und eine Zusammenarbeit in ihm a b l e h n t e. Tschitscherin erklärte, daß er olgcnde Vorbehalte zu den Ausschutzbeschlüsien machen muffe und st: absolut aufrechterhalte.

R a t h e n a u führte aus:

Jedermann wird anerkennen muffen, datz die Ausschüffe eine ausgezeichnete wissenschaftliche Ar­beit geleistet haben. Sie haben zur Lösung der ernsten finanziellen und wirtschaftlichen Fragen Formeln gefunden, deren Tragweite alle Erwar­tungen übertrifft. Der Rückgang des internatio­nalen Handels ist das bedenklickste Zeichen einer dauernden Verminderung der Kaufkraft, die in großen Teilen der Welt verhängnisvolle Arbeits­losigkeit von außerordentlicher Ausdehnung und Dauer mit sich brachte. Im Unterausfckutz für Ar­beiterfragen wurden beinahe 10 Millionen Ar­beitslose der Welt festgestellt. Wenn man die Familien mitzählt, bedeutet das ein ungehsucr großes Volk, dessen Angehörige, von dem festen Willen und dem heißen Wunsch zur Arbeit beseelt, arbeitswillig und arbeitsfähig sind, dock ihre Ar­beitskraft unverwertet lasten müssen. Die Lasten des Krieges haben wirtschaftliche Schwierigkeiten verursacht, die sich durch gewisse wirtschaftspolitische Maßnahmen der Nachkriegspolitil noch verschlim­mert haben. Die riesigen Lasten, unter denen die europäischen Nationen seufzen, führen einerseits zu schweren Störungen der Märkte in den Eläubiger- ländern, andererseits zu einer ständigen Entwer­tung des Geldes in den Schuldnerländern und da­mit im Endergebnis zu einer ständigen Verminde­rung der Kaufkraft in allen Ländern. Das wird nicht aufhören, solange die Völker Europas einer Gruppe von Männern gleichen, die, gewaltsam im engen Raum eingeschlossen, sich gegenseitig an der Gurgel fasten, anstatt gemeinsam eine Befreiung zu erzwingen. All das ist in der Theorie sehr klar erkannt worden, teils nicht erst seit heute. Was uns bisher fehlte, ist di« Praxis. Unsere Sach­verständigen sagen uns, die Krise kann durch eine Kombination von finanziellen und wirtschaftlichen Maßnahmen geheilt werden. Die Wiederherff"!- lung der Wechselkurse ist erste Bedingung. D e Wiederherstellung der Freiheit der Handelsmürkte muß gleichzeitig erfolgen. Jeder Stärkere mutz dem Schwachen helfen. Es ist dringend nötig, die finan­ziellen und wirtschaftlichen Mittel eng miteinander zu kombinieren. Am allerwichtigften wird es fein, sie so schnell wie möglich nutzbar zu machen und sie endlich zu verwirklichen. Von dieser Konferenz in Genua erwartet die Welt nicht nur Thesen und Theorien. Wir geben die Hoffnung nicht auf, daß die Vertreter der großen Rationen gegenüber len unerbittlichen Tatsachen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens den Willen zu einer energischen und schleunigen Zusammenarbeit finden werden.

Dann wurden die Beschlüsse des Finanzaus­schusses nach den entsprechenden Artikeln verlesen. Da ein Einspruch nicht erhoben worden, erklärte Präsident be Facta sie als angenommen. Da­rauf wurden die Beschlüste des Transportausschus­ses ohne Widerspruch angenommen und die Sitzung geschloffen^

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. Sie MmmüM is 5* 24stLndi§er Protesiausstand.

Berlin, 3. Mai. Das Wolff-Bür»

Die Gutachten der Sachverständigen sind ver­nichtend für den Kläger ausgefallen. Der un­abhängige Sozialdemokrat Fechenbach, der als der ehemalige Sekretär Eisners dessen unrühmliche Sache vertritt, hat von allen Seiten hören müssen, daß die Art, wie die bayrischen Dokumente durch Weg­lassungen gefälscht Wochen sind, die deutsche Re­gierung der Wahrheit zuwider zum Kriegsschuldigen stempeln mußte. Unter dem Druck dieser Gutachten hat sich Herr Fechenbach entschlossen, seine Sache preiszugeben. Er hat die Erklärung abgeben lassen, daß seiner Ueberzeugung nach wohl auch Eisner durch die Darlegungen der Sachverständigen eine andere Auffassung von der Schuld Deutschlands erlangt haben würde. Er würde den Schuldspruch von Versailles gleichfalls als ungerecht und unbegründet anerkannt haben. Diese Erklärung kann weder Herrn Eisner noch feine Mitschuldigen von den Fälschungen rrinwaschen, die sie an zweckbewußter Absicht an den bayrischen Gesandischastsberichten be­gangen haben, um die deutsche Regierung vor aller Welt mit der Kriegsschuld zu belasten. Die nach­trägliche Einsicht nützt und sehr wenig. Denn mitt- lerweile haben die Fälschungen, di« Eisner und seine WitschuldVen begangen chaben, ihre» Zweck er-

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Heber die gestrigen Vorgänge am Rathause wurde »om Polizeipräsidenten eine Untersuchung «ing-leitet. Lach den bisherigen Ergebnissen kann schon jetzt fest- zcstellt werden, daß der Anlaß zum Gebrauch der Waffe durch Angriffe aus der Menge auf rineelne Polizeibeamte gegeben wurde. Auch berittene Beamte sind tatsächlich angegriffen worden. Der Gebrauch der blanken Waffe erfolgte instruktions- zemäß zur Vermeidung der Anwendung der gesähr- tichcrcu Schußwaffe und vollzog sich in schonendster We je. Hierfür bieten die entstandenen Verletzungen )en besten Beweis. Gegenüber den Behauptungen ton zwei Toten und 25 Schwerverwundeten fei fest­estem, daß von den gestern auf de» Rettungsstellen behandelten zehn Verletzten lediglich zwei Demon­stranten in Krankenhäuser gebracht werden mußten. Einer davon ist bereits nach seiner Wohnung ent­lassen worden. Nach einer Umfrage bei allen Kranken­häusern und Rettungsstelle» ist nirgendwo eine Bauch- derletzung vorgekommen. Tote sind überhaupt nicht zu beflogen. Der Polizeipräsident, der auf die rest- lose Aufklärung der Vorfälle den größten Wert legt, empfing heute bereits eine Abordnung der Gewerk­schaften.

Es wird in den ffreifen der Stadtverordneten, derB. Z." zufolge, angeregt, daß für das Rathaus eine sogenannte Bannmeile geschaffen wird, so­daß jebc Kundgebung in unmittelbarer Nähe des städttschen Gebäudes verboten ist.

Auf Grund eines Beschlusses der Obleute der städtt­schen Arbeiterschaft ist ein Llstündiger Protestaus- sta nd für morgen früh 5 Uhr erklärt worden und zwar wegender ummnehmbaren Erklärung des Polizeipräsi- btnien" über die Vorgänge vor dem Rathaus. Die Technische Nothilfe wird Eingreifen, sodaß Wasser, Gas und Elektrizität geliefert werden und lediglich die Straßen­bahnen morgen nicht fahren werden.

(Siehe auch den Landtagsbericht). *

In Potsdam kam es gestern anläßlich des" ersten Stiftungsfestes des Vereins national gesinnter Sol­daten, an dem auch die Prinzen Eitel Friedrich und Oskar von Preußen teklnahmen, zwischen Vereins- tmtgliebcrn und jungen Leuten, die sozialistischen Par- tzrien angchötten, zu Znsammenstößn. Unter Vor« bmtragen einer roten Fahne versuchte ein Trupp junger Leute in das Versammlungslokal des Vereins «nzudringen. Zwischen beiden Parteien kam es zu einem Handgemenge. Die Polizei stellte die Ruhe

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